[0001] Die Erfindung betrifft ein Fräsrad für eine Schlitzwandfräse, mit einer trommelförmigen
Nabe, an deren Außenumfang Aufnahmen für Fräszähne und mindestens eine Halterung für
einen Klappzahn angeordnet sind, wobei die Halterung einen Lagerbolzen als Schwenkachse
zum schwenkbaren und lösbaren Halten des Klappzahnes aufweist., gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Umbau eines Fräsrades nach dem Anspruch
12.
[0003] Gattungsgemäße Fräsräder für Schlitzwandfräsen gehen beispielsweise aus der
EP 1 548 192 B1 oder der
EP 0 291 027 B1 hervor. Bei Schlitzwandfräsen mit seitlich an einem Lagerschild angeordneten Fräsrädern
besteht das Problem, dass Bodenbereiche unmittelbar unterhalb des Lagerschildes nicht
ohne weiteres von den Fräsrädern abgetragen werden können. Bei weicheren Böden kann
ein sich bildender Bodensteg unterhalb des Lagerschildes durch das Lagerschild mit
dem Gewicht der Schlitzwandfräse ohne weiteres gebrochen werden. Bei härteren Böden
stellt der Bodensteg unterhalb des Lagerschildes ein Problem dar und kann zu einer
unerwünschten Ablenkung der Schlitzwandfräse führen.
[0004] Um dies zu vermeiden können an den Fräsrädern sogenannte Klappzähne an Halterungen
an der Seite der Fräsräder schwenkbar oder klappbar gelagert sein, welche an das Lagerschild
angrenzt. Etwa durch eine Nockensteuerung mit Steuerleisten am Lagerschild und Steuerarmen
an den Klappzähnen können diese in einen Bereich unterhalb des Lagerschildes ausgeklappt
werden, um einen darunterliegenden Bodenbereich abzuarbeiten, während bei einer Weiterdrehung
des Fräsrades die Klappzähne wieder eingeklappt werden, so dass das Lagerschild nicht
von den Fräszähnen beschädigt wird.
[0005] Werden die Klappzähne bei weicheren Böden nicht benötigt, stellen diese eine Beeinträchtigung
für einen effizienten Fräsbetrieb dar, da eine Drehzahl der Fräsräder durch die Klappzähne
begrenzt wird. Bei höheren Drehzahlen können entsprechend viele Schläge durch das
Klappen sowie eine erhebliche Reibung und ein entsprechend hoher Verschleiß an der
Nockensteuerung entstehen.
[0006] Es ist bekannt, in diesem Fall die Klappzähne auszubauen. Allerdings beeinträchtigt
das Fehlen von Abtragszähnen am Außenumfang des Fräsrades ebenfalls einen effizienten
Fräsbetrieb und führt zu hohem Verschleiß an den Halterungen ohne Abtragszähnen.
[0007] Weiter ist es bekannt, für unterschiedliche Bodenarten unterschiedliche Fräsräder
vorzuhalten. Diese müssen dann getauscht werden. Ein Austausch der bis zu mehreren
Tonnen schweren Fräsräder ist aber zeit- und arbeitsaufwendig.
[0008] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Fräsrad für eine Schlitzwandfräse und ein Verfahren zum Umbau anzugeben,
mit welchen ein besonders effizienter Fräsbetrieb ermöglicht wird.
[0009] Die Aufgabe wird zum einen durch ein Fräsrad mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
zum anderen durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0010] Die erfindungsgemäße Schlitzwandfräse ist dadurch gekennzeichnet, dass an der Halterung
eine Fixiereinrichtung angeordnet ist, welche ausgebildet ist, einen auf dem Lagerbolzen
gelagerten Festzahn in einer feststehenden Position zu halten.
[0011] Ein erster Aspekt der Erfindung liegt darin, an der Halterung beim schwenkbaren oder
klappbaren Haltern der Klappzähne eine Fixiereinrichtung vorzusehen, mit welcher ein
Abtragszahn, welcher auf dem Lagerbolzen der Halterung angeordnet ist, in einer feststehenden
Position, vorzugsweise einer radial nach außen ragenden Position, fixiert oder festgelegt
werden kann. Hierzu kann es insbesondere zweckmäßig sein, den schwenkbar am Lagerbolzen
gelagerten Klappzahn zu entfernen und durch einen speziellen Festzahn zu ersetzen.
Alternativ ist es auch möglich, den bestehenden Klappzahn, etwa durch Abbau des Abschnittes
mit dem Steuerarm so umzubauen, dass dieser dann mittels der Fixiereinrichtung in
einer festen Position an dem Lagerbolzen gehaltert ist und nicht mehr Klappen oder
Verschwenken kann. Dabei ist sicherzustellen, dass eine Nockensteuerung zum Zwangssteuern
der Klappbewegung des Klappzahnes außer Funktion gesetzt ist, etwa durch Lösen des
Steuerarms an dem Klappzahn.
[0012] Die Fixiereinrichtung kann grundsätzlich in jeder bekannten Weise ausgebildet sein,
wobei eine Lagefixierung des Festzahnes formschlüssig und/oder kraftschlüssig erfolgen
kann. Zu einem kraftschlüssigen Fixieren können insbesondere Spanneinrichtungen, vorzugsweise
mit Spannklemmen, angeordnet sein. Ein formschlüssiges Fixieren kann über entsprechende
Eingriffselemente oder Arretierelemente erfolgen.
[0013] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die Halterung zwei
Lagerböcke aufweist, welche voneinander beabstandet sind und zwischen denen sich der
Lagerbolzen erstreckt und daran lösbar gehaltert ist. Der Lagerbolzen erstreckt sich
dabei vorzugsweise in einer Querrichtung zu einer Drehachse des Fräsrades, so dass
ein Klappzahn um den Lagerbolzen, insbesondere in Richtung auf ein Lagerschild zu,
klappbar ist, an welchem das Fräsrad drehbar gelagert ist. Die Halterung mit den zwei
Lagerböcken befindet sich vorzugsweise am Außenumfang der trommelförmigen Nabe an
einem Randbereich, welcher an das Lagerschild einer Schlitzwandfräse angrenzt. Vorzugsweise
sind an jedem Fräsrad mehrere Halterungen gleichmäßig um den Umfang verteilt angeordnet,
insbesondere zwei, drei oder vier Halterungen.
[0014] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass an einem
ersten Lagerbock ein erstes Aufnahmeloch zum Aufnehmen eines ersten Endes des Lagerbolzens
und an einem zweiten Lagerbock ein zweites Aufnahmeloch zum Aufnehmen des zweiten
Endes des Lagerbolzens ausgebildet sind. Der Lagerbolzen ist vorzugsweise zylindrisch
ausgeformt und bildet eine Schwenkachse. Durch die Aufnahme des Lagerbolzens in den
beiden gegenüberliegenden Aufnahmelöchern in den beiden Lagerböcken wird eine stabile
Halterung des Lagerbolzens erreicht.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung besteht nach der Erfindung darin, dass mindestens
ein Aufnahmeloch als ein Durchgangsloch zum Einschieben und/oder Ausschieben des Lagerbolzens
ausgebildet ist. Die beiden Aufnahmelöcher weisen dabei eine gemeinsame Mittenachse
auf, wobei zumindest ein Aufnahmeloch als Durchgangsloch ausgebildet ist. Somit kann
der Lagerbolzen in einfacher Weise durch das vorzugsweise zylindrische Durchgangsloch
eingeschoben und in das andere Aufnahmeloch eingesteckt werden. Das andere Aufnahmeloch
kann ein Sackloch oder ebenfalls ein Durchgangsloch sein. Eine Fixierung des Lagerbolzens
in den Aufnahmelöchern kann durch eine geeignete Sicherungseinrichtung erfolgen, etwa
mit einer oder mehreren Sicherungsschrauben.
[0016] Die Fixiereinrichtung kann in grundsätzlich jeder geeigneten Weise ausgebildet sein,
welche ausgebildet ist, einen auf dem Lagerbolzen gehaltenen Abtragszahn in einer
festen Position zu halten, so dass der Abtragszahn auf dem zylindrischen Lagerbolzen
nicht schwenkbar ist. Besonders bevorzugt ist es dabei, dass die Fixiereinrichtung
mindestens ein Arretierloch zum Aufnehmen eines Arretierbolzens in der Halterung aufweist.
Insbesondere können an einem oder beiden Lagerböcken einer Halterung ein Arretierloch
eingebracht sein, in welches zu einem formschlüssigen und/oder kraftschlüssigen Fixieren
des Festzahns an dem Lagerbolzen ein Arretierbolzen eingebracht wird. Der Arretierbolzen
bildet so insbesondere eine formschlüssige Verbindung zwischen der Halterung und dem
am Lagerbolzen gelagerten Abtragszahn. Hierdurch wird eine positionsgenaue Festlegung
des Zahnes am Lagerbolzen erzielt.
[0017] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, dass zwei Arretierlöcher
vorgesehen sind und dass ein erstes Arretierloch an dem ersten Lagerbock und ein zweites
Arretierloch an dem zweiten Lagerbock ausgebildet sind. Insbesondere kann an dem aufzunehmenden
Festzahn ein Durchgangsloch ausgebildet sein, wobei mittels eines einzigen Arretierbolzens
der Abtragszahn dadurch fixiert wird, dass sich der Abtragsbolzen von dem ersten Arretierloch
durch das Durchgangloch am Abtragszahn bis in das zweite Arretierloch an dem gegenüberliegenden
Lagerbock erstreckt. Dies erlaubt eine zuverlässige Festlegung des Festzahnes an der
Halterung trotz Ausgestaltung eines zylindrischen Lagerbolzens.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass zum Bilden eines
Fräszahnes mit Klappzahn an der mindestens einen Halterung ein Klappzahn schwenkbar
an dem Lagerbolzen gelagert ist. Ein Klappzahn ist im Sinne der Erfindung ein schwenkbar
am Lagerbolzen gelagerter Abtragszahn. Hierdurch wird ein Fräsrad geschaffen, welches
in herkömmlicher Weise eingesetzt werden kann, wobei der Klappzahn im Fräsbetrieb
aus einer radial gerichteten Rückzugsposition zum Vorbeilauf am Lagerschild in eine
schräge Klapp- oder Abtragsposition verschwenkt werden kann, bei welcher der Klappzahn
ein Bodenmaterial unterhalb des Lagerschilds abtragen kann. Während der Drehung eines
Fräsrades kann der Klappzahn im Zusammenwirken mit einer Steuerleiste, welche relativ
zum Lagerschild feststeht, über einen Steuerarm oder Steuerabschnitt am Klappzahn
zwischen den beiden Positionen in grundsätzlich bekannter Weise verschwenkt oder verstellt
werden. Der Abtragszahn kann mit mindestens einer Schneidkante, etwa als ein Schneidzahn,
und/oder mit mindestens einer Abtragsspitze, etwa als ein Rundschaftmeißel, ausgebildet
sein
[0019] Dabei ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, dass zum Bilden
eines Fräsrades mit Klappzahn in das mindestens eine Arretierloch ein Blindstopfen
eingesetzt ist. Wird das Arretierloch der Fixiereinrichtung bei dem herkömmlichen
Einsatz des Fräsrades mit Klappzahn nicht benötigt, so wird durch einen eingesetzten
Blindstopfen sichergestellt, dass das Arretierloch an der Halterung nicht unnötig
verschleißt oder durch Bodenmaterial zugesetzt wird.
[0020] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist es bevorzugt, dass zum Bilden
eines Fräsrades mit Festzahn an dem Lagerbolzen ein Festzahn gelagert ist, welcher
mittels der Fixiereinrichtung feststehend gehaltert ist. Der Festzahn stellt im Sinne
der Erfindung einen Abtragszahn dar, welcher in einer festen Position am Lagerbolzen
mittels der Fixiereinrichtung gehaltert ist. Der Festzahn kann dabei insbesondere
eine radiale Ausrichtung aufweisen, welche einer Ausrichtung der anderen Abtragszähne
am Fräsrad entspricht oder weitgehend ähnlich hierzu ist und insbesondere einen Vorbeilauf
an dem Lagerschild gewährleistet. Ein Bodenabtrag unterhalb des Lagerschildes wird
durch den Festzahn nicht bewirkt.
[0021] Vorzugsweise entspricht der Festzahn nicht dem Klappzahn. Für einen Umbau des Fräsrades
ist es in diesem Fall erforderlich, zunächst den Klappzahn mit seinem Steuerarm zu
entfernen und durch einen Festzahn zu ersetzen. Der Festzahn wird dabei ebenfalls
auf den vorzugsweise zylindrischen Lagerbolzen gelagert, wobei der Festzahn jedoch
ausgebildet ist, mittels der Fixiereinrichtung an der Halterung in der gewünschten
Position festgelegt zu werden. Der Festzahn kann insbesondere kürzer als ein Klappzahn
ausgebildet sein.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass zum Bilden eines Fräsrades mit dem Festzahn
in das mindestens eine Arretierloch ein Arretierbolzen zum feststehenden Halten des
Festzahns eingesetzt ist und dass sich der mindestens eine Arretierbolzen in eine
passende Ausnehmung in oder an dem Festzahn erstreckt und der Festzahn auf dem Lagerbolzen
fixiert wird.
[0023] Grundsätzlich kann an jedem Lagerbock ein einzelner Arretierbolzen vorgesehen sein,
welcher in eine entsprechend passende Ausnehmung am Festzahn eingreift und diesen
so formschlüssig festlegt. Vorzugsweise kann ein einzelner Arretierbolzen vorgesehen
sein, welcher sich insbesondere durch eine als ein Durchgangsloch ausgebildete Aufnahme
am Festzahn hindurch von einem ersten Lagerbock zu einem zweiten Lagerbock der Halterung
erstreckt. Hierdurch wird eine besonders stabile Festlegung des Festzahnes an der
Halterung erzielt. Der Festzahn sitzt dabei einerseits auf dem Lagerbolzen und andererseits
auf dem Arretierbolzen.
[0024] Die Erfindung umfasst weiter eine Schlitzwandfräse mit einem Fräsenrahmen, an dessen
Unterseite mindestens ein Lagerschild zum drehenden Lagern mindestens eines Fräsrades
angeordnet ist, wobei mindestens ein erfindungsgemäßes Fräsrad angeordnet ist.
[0025] Vorzugsweise weist die Schlitzwandfräse mehrere Fräsräder auf, insbesondere an jeder
Seite eines plattenförmigen Lagerschildes je ein Fräsrad. Auf diese Weise wird ein
Fräsradpaar mit einer vorzugsweise koaxialen Drehachse an einem Lagerschild gebildet.
Besonders bevorzugt ist es, dass an der Unterseite des Fräsrahmens zwei Lagerschilde
mit je einem Paar von Fräsrädern angeordnet sind.
[0026] Die Erfindung kann bei jeder Art einer Schlitzwandfräse zu Einsatz kommen, insbesondere
bei einer CSM-Fräse, bei welchen die Fräsräder eine Abtrags- und eine Mischfunktion
zum Erstellen eines Bodenmörtels haben und kein Führungsrahmen angeordnet sein muss,
oder einer Fräse mit gestellartigem Führungsrahmen etwa für ein Ein- oder Zwei-Phasen-Verfahren.
[0027] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zum Umbau eines erfindungsgemäßen Fräsrades,
wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass an dem Lagerbolzen der mindestens
einen Halterung des Fräsrades ein Klappzahn schwenkbar gelagert ist, welcher gelöst
und entfernt wird, und dass ein Festzahn auf dem Lagerbolzen angeordnet wird, welcher
durch die Fixiereinrichtung an der Halterung in einer feststehenden Position gehaltert
wird. Auf diese Weise kann ein Fräsrad und insbesondere ein Fräsrad an einer Schlitzwandfräse
effizient umgebaut werden. Durch das Ersetzen von einem oder mehreren Klappzähnen
durch Festzähne wird es ermöglicht, bei weicheren Böden die Fräsräder mit höherer
Drehzahl zu betreiben. Eine Nockensteuerung der Klappzähne wird bei einem derartigen
Einsatz geschont und vor unnötigem Verschleiß bewahrt.
[0028] Eine bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung besteht darin, dass der Festzahn
an der Halterung des Fräsrades von dem Lagerbolzen gelöst und entfernt wird und dass
ein Klappzahn auf dem Lagerbolzen angeordnet wird, welcher an dem Lagerbolzen der
mindestens einen Halterung des Fräsrades schwenkbar gelagert ist. Es kann also auch
eine problemlose Umrüstung in umgekehrter Weise erfolgen, so dass bei einem Fräsrad
mit feststehenden Zähnen bei der bestehenden Halterung mit Lagerbolzen ohne Weiteres
Klappzähne zum Einsatz kommen können, wenn dies beim Fräsen von härteren Bodenschichten
erforderlich ist.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter
erläutert, welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen
zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Baumaschine mit einer erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung einer erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Fräsrades mit Klappzahn;
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht eines Details zu einem erfindungsgemäßen Fräsrad mit Klappzahn;
- Fig. 5
- eine teilgeschnittene perspektivische Ansicht zu einer Halterung mit Klappzahn an
einem erfindungsgemäßen Fräsrad;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht zu einem erfindungsgemäßen Fräsrad mit Festzahn und
- Fig. 7
- eine teilgeschnittene perspektivische Ansicht zu der Halterung an dem Fräsrad gemäß
Figur 6 mit Festzahn.
[0030] Eine Baumaschine 1 mit einer erfindungsgemäßen Schlitzwandfräse 10 ist in Figur 1
dargestellt, welche als eine sogenannte CSM-Fräse ausgebildet ist. Die Baumaschine
1 kann ein Trägergerät 2 aufweisen, welches verfahrbar mit einem Unterwagen 3 ausgebildet
sein kann. Vorzugsweise kann der Unterwagen 3 ein Raupenfahrwerk umfassen. Auf dem
Unterwagen 3 ist ein Oberwagen 4 angeordnet, welcher vorzugsweise drehbar um eine
vertikale Drehachse gelagert ist. An dem Trägergerät 2, insbesondere dem Oberwagen
4, kann ein vorzugsweise im Betrieb vertikaler Mast 5 über eine Verstellmechanik 7
angelenkt sein. Über die Verstellmechanik 7 kann vorzugsweise der Abstand des Mastes
5 zum Oberwagen 4 verändert sowie der Mast gegenüber der Vertikalen angewinkelt werden.
[0031] Entlang des Mastes 5 kann die erfindungsgemäße Schlitzwandfräse 10 mit einer Hubeinrichtung
6 zum Einbringen in den Boden vertikal bewegbar sein. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
weist die Hubeinrichtung 6 eine Führungsstange auf, mit welcher die Schlitzwandfräse
10 entlang des Mastes 5 geführt werden kann. Weiterhin kann über eine nicht näher
dargestellte Vortriebseinrichtung über die Stange auch eine Vortriebskraft nach unten
auf die Schlitzwandfräse 10 ausgeübt werden, um eine Andruckkraft beim Fräsen zu erhöhen.
Eine stangenförmige Hubeinrichtung 6 kann vorteilhafterweise zum Einsatz kommen, wenn
die Schlitzwandfräse 10 einen kleinen kompakten Fräsenrahmen 12 aufweist, welcher
keine Führungsflächen zum Führen entlang der Fräswände aufweist.
[0032] Grundsätzlich kann die Hubeinrichtung 6 statt einer Führungsstange auch ein Tragseil
aufweisen, wobei die Schlitzwandfräse 10 dann vorzugsweise einen kastenförmigen Fräsenrahmen
12 mit Führungsflächen aufweist, um die Schlitzwandfräse 10 entlang der Wände des
gebildeten Frässchlitzes zu führen.
[0033] Bei der Schlitzwandfräse 10 gemäß Figur 2 können an einer Oberseite des Fräsenrahmens
12 eine Anschlusseinrichtung für die Hubeinrichtung und an einer Unterseite vorzugsweise
zwei plattenförmige Lagerschilde 14 angeordnet sein, an welchen jeweils zu beiden
Seiten ein erfindungsgemäßes Fräsrad 20 gelagert ist. Die Fräsräder 20 an einem gemeinsamen
Lagerschild 14 bilden ein sogenanntes Paar von Fräsrädern 20, welche um eine gemeinsame
Drehachse drehbar sind. Eine Drehung kann durch einen geeigneten Drehantrieb bewirkt
werden, etwa einen Nabenmotor in den Naben der Fräsräder 20 oder über einen oder mehrere
Antriebsmotore am Fräsenrahmen 12, wobei eine Drehmomentübertragung dann über eine
entsprechende Getriebeanordnung erfolgen kann.
[0034] Ein einzelnes Fräsrad 20 ist näher in Figur 3 dargestellt. Dieses weist vorzugsweise
eine trommelförmige Nabe 22 auf, an deren Außenumfang verteilt radial vorstehende,
plattenförmige Aufnahmen 24 angebracht sind, an welchen jeweils in grundsätzlich bekannter
Weise ein Fräszahn 26 lösbar und auswechselbar gehaltert ist.
[0035] An einer zum Lagerschild 14 gerichteten Innenseite an der Nabe 22 ist eine Halterung
30 für einen Klappzahn 50 angeordnet. Die Halterung 30 kann einen ersten Lagerbock
31 und einen in Umfangsrichtung beabstandeten zweiten Lagerbock 32 aufweisen, zwischen
denen der Klappzahn 50 schwenkbar gelagert ist. Der Klappzahn 50 kann dabei vorzugsweise
einen etwa mittigen Lagerabschnitt 51 aufweisen, an welchen sich radial nach außen
ein Aufnahmeabschnitt 52 zum lösbaren Aufnehmen und Halten eines Fräszahnes 26 anschließt.
Weiterhin kann ein sich radial nach innen vom Lagerabschnitt 51 weg erstreckender
Steuerarm 54 mit einem Gleitelement 56 zum Steuern der Schwenkbewegung des Klappzahnes
50 angeordnet sein. An den vom Klappzahn 50 weg gerichteten Außenseiten der beiden
Lagerböcke 31, 32 können zur Minderung des Verschleißes und zur Verbesserung einer
Abtragsleistung eine oder mehrere Abtragsleisten 35 angebracht sein.
[0036] Eine grundsätzlich bekannte mechanische Steuerung zum Steuern der Bewegung des Klappzahnes
50 während der Drehung des Fräsrades 20 geht aus der schematischen Darstellung nach
Figur 4 hervor. In der Querschnittsdarstellung von Figur 4 ist ein unterer Bereich
eines Lagerschildes 14 dargestellt, zu dessen beiden Seitenflächen jeweils ein nur
teilweise dargestelltes Fräsrad 20 mit einer Nabe 22 angeordnet sind. An den Außenseiten
des Lagerschildes 14 sind jeweils eine ringförmige Steuerleiste 16 mit jeweils einer
nach außen gerichteten Steuerfläche zum Bilden einer Nockensteuerung angeordnet.
[0037] In der Figur 4 sind an dem rechten Fräsrad 20 an der Nabe 22 an einer axialen Au-ßenseite
eine plattenförmige Aufnahme 24 für einen Fräszahn 26 sowie an einer axialen Innenseite
eine Halterung 30 mit einem ersten Lagerbock 31 dargestellt. An der Halterung 30 kann
sich zwischen den Lagerböcken 31, 32 ein vorzugsweise im Wesentlichen zylindrischer
Lagerbolzen 38 erstrecken, welcher eine Schwenkachse 39 für den Klappzahn 50 bildet.
[0038] Der Klappzahn 50 ist mit seinem Lagerabschnitt 51 und einem darin vorgesehenen Durchgangsloch
53 schwenkbar auf dem Lagerbolzen 38 der Halterung 30 gelagert. Nach unten erstreckt
sich der Aufnahmeabschnitt 52 des Klappzahns 50 zum Aufnehmen eines Fräszahnes 26.
Radial in Richtung auf die Nabe 22 ist am Lagerabschnitt 51 des Klappzahnes 50 der
Steuerarm 54 mit einem Gleitelement 56 angeordnet, welcher als eine Art Steuernocke
dient. Der Klappzahn 50 ist dabei so gelagert, dass das Gleitelement 56 gegen die
ringförmige Steuerleiste 16 am Lagerschild 14 gedrückt ist.
[0039] Entsprechend der äußeren Steuerfläche an der Steuerleiste 16 kann der Klappzahn 50
so zwischen einer Rückzugsposition, in welcher der Aufnahmeabschnitt 52 mit dem Fräszahn
26 im Wesentlichen radial zur Nabe 22 und zur Drehachse des Fräsrades 20 gerichtet
ist, und einer in Figur 4 dargestellten Klapp- oder Abtragsposition verschwenkt werden.
In der in Figur 4 dargestellten Abtragsposition ist der Fräszahn 26 am Klappzahn 50
in einen Bereich unterhalb des Lagerschildes 14 verschwenkt, um in dieser Position
Bodenmaterial abzutragen und so zur Schonung des Lagerschildes 14 sowie zur Erhöhung
der Abtragsleistung und zur exakten Führung des Fräsrades 20 im Boden beizutragen.
Der der Klappzahn 50 kann sich während einer Umdrehung über vorzugsweise mehr als
180° in der Klappposition befinden, um so über die gesamte Schlitzlänge den Boden
im Bereich des Lagerschilds 14 abzutragen
[0040] Das erfindungsgemäße Fräsrad 20 mit der Halterung 30 wird nachfolgend näher im Zusammenhang
mit der Teilschnittsdarstellung gemäß Figur 5 erläutert. Die erfindungsgemäße Halterung
30 weist einen ersten Lagerbock 31 mit einem ersten Aufnahmeloch 33 und einen zweiten
Lagerbock 32 mit einem zweiten Aufnahmeloch 34 auf, welches koaxial zum ersten Aufnahmeloch
33 gerichtet ist. Zum Aufnehmen eines Klappzahnes 50 kann der Lagerbozen 38 in die
vorzugsweise jeweils beidseitig offenen Aufnahmelöcher 33, 34 und dabei durch das
Durchgangsloch 53 am Klappzahn 50 hindurch geschoben werden, wie anschaulich in Figur
5 gezeigt ist. An dem feststehenden Lagerbolzen 38 ist der Klappzahn über Buchsen
58 schwenkbar um die Schwenkachse 39 gelagert.
[0041] Weiterhin sind an der erfindungsgemäßen Halterung 30 an dem ersten Lagerbock 31 ein
erstes Arretierloch 41 und an dem zweiten Lagerbock 32 ein zweites Arretierloch 42
ausgebildet, welche jeweils ebenfalls als eine Durchgangsbohrung ausgeführt sind.
In der Darstellung gemäß Figur 5 sind in die beiden Arretierlöcher 41, 42 Blindstopfen
46 eingesetzt, da die Arretierlöcher 41, 42 beim schwenkbaren Halten eines Klappzahns
50 nicht benötigt werden.
[0042] Nach der Erfindung kann ein derartig gelagerter Klappzahn 50 durch einen Festzahn
60 ausgetauscht oder gegebenenfalls hierzu umgebaut werden. In den Figuren 6 und 7
ist eine erfindungsgemäße Möglichkeit dargestellt, wobei zunächst der Klappzahn 50
gemäß Figur 5 durch Lösen des Lagerbolzens 38 aus der Halterung 30 entfernt worden
ist. Anschließend wird ein Festzahn 60 in die Halterung 30 zwischen dem ersten Lagerbock
31 und dem zweiten Lagerbock 32 eingesetzt, wobei der Lagerbolzen 38 wieder in die
beiden Aufnahmelöcher 33, 34 und in ein Durchgangsloch 63 am Festzahn 60 eingeschoben
und befestigt ist.
[0043] Der Festzahn 60 weist ähnlich einem Klappzahn 50 einen Lagerabschnitt 61 und einen
sich radial nach außen anschließenden Aufnahmeabschnitt 62 zum lösbaren Aufnehmen
eines Fräszahnes 26 auf. Allerdings weist im dargestellten Ausführungsbeispiel der
Festzahn 60 keinen Steuerarm zur Interaktion mit einer Steuerleiste am Lagerschild
auf.
[0044] Jedoch schließt sich radial nach innen an den Lagerabschnitt 61 des Festzahnes 60
ein Fixierabschnitt 64 mit Ausnehmungen 66 zum Bilden eines Durchgangslochs an. Zum
Bilden einer Fixiereinrichtung 40 wird in die beiden Arretierlöcher 41, 42 in den
Lagerböcken 31, 32 ein Arretierbolzen 48 eingeführt. Zuvor können gegebenenfalls vorhandene
Blindstopfen 46 aus den Arretierlöchern 41, 42 entfernt werden. Die Arretierlöcher
41, 42 in den Lagerböcken 31, 32 sind dabei so auf den Festzahn 60 am Lagerbolzen
38 abgestimmt, dass diese mit der mindestens einen Ausnehmung 66 koaxial fluchten,
so dass sich der Arretierbolzen 48 von dem ersten Arretierloch 41 in dem ersten Lagerbock
31 durch die Ausnehmungen 66 am Festzahn 60 hindurch bis zum zweiten Arretierloch
42 am Lagerbock 32 erstreckt.
[0045] Somit sitzt der Festzahn 60 sowohl auf dem Lagerbolzen 38 als auch auf dem Arretierbolzen
48, wobei die beiden Bolzen 38, 48 jeweils durch die beiden Lagerböcke 31, 32 gehaltert
sind. Hierdurch ergibt sich eine feststehende, nicht schwenkbare Lagerung des Festzahnes
60 in der Halterung 30. Der am Festzahn 60 gehalterte Fräszahn 26 ist dabei vorzugsweise
radial gerichtet, so dass ein Vorbeilauf am Lagerschild 14 ohne Weiteres ermöglicht
ist.
1. Fräsrad für eine Schlitzwandfräse (10), mit einer trommelförmigen Nabe (22), an deren
Außenumfang Aufnahmen (24) für Fräszähne (26) und mindestens eine Halterung (30) für
einen Klappzahn (50) angeordnet sind, wobei die Halterung (30) einen Lagerbolzen (38)
zum schwenkbaren und lösbaren Halten des Klappzahnes (50) um eine Schwenkachse (39)
aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Halterung (30) eine Fixiereinrichtung (40) angeordnet ist, welche ausgebildet
ist, einen auf dem Lagerbolzen (38) gelagerten Festzahn (60) in einer feststehenden
Position zu halten.
2. Fräszahn nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Halterung (30) zwei Lagerböcke (31, 32) aufweist, welche voneinander beabstandet
sind und zwischen denen sich der Lagerbolzen (38) erstreckt und der daran lösbar gehaltert
ist.
3. Fräsrad nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem ersten Lagerbock (31) ein erstes Aufnahmeloch (33) zum Aufnehmen eines ersten
Endes des Lagerbolzens (38) und an einem zweiten Lagerbock (32) ein zweites Aufnahmeloch
(34) zum Aufnehmen eines zweiten Endes des Lagerbolzens (38) ausgebildet sind.
4. Fräsrad nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Aufnahmeloch (33, 34) als ein Durchgangsloch zum Einschieben und/oder
Ausschieben des Lagerbolzens (38) ausgebildet ist.
5. Fräsrad nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fixiereinrichtung (40) mindestens ein Arretierloch (41, 42) zum Aufnehmen eines
Arretierbolzens (48) in der Halterung (30) aufweist.
6. Fräsrad nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Arretierlöcher (41, 42) vorgesehen sind und
dass ein erstes Arretierloch (41) an dem ersten Lagerbock (31) und ein zweites Arretierloch
(42) an dem zweiten Lagerbock (32) ausgebildet sind.
7. Fräsrad nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden eines Fräsrades (20) mit Klappzahn (50) an der mindestens einen Halterung
(30) ein Klappzahn (50) schwenkbar an dem Lagerbolzen (38) gelagert ist.
8. Fräsrad nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden eines Fräsrades (20) mit Klappzahn (50) in das mindestens eine Arretierloch
(41, 42) ein Blindstopfen (46) eingesetzt ist.
9. Fräsrad nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden eines Fräsrades (20) mit Festzahn (60) an dem Lagerbolzen (38) ein Festzahn
(60) gelagert ist, welcher mittels der Fixiereinrichtung (40) feststehend gehaltert
ist.
10. Fräsrad nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Bilden eines Fräsrades (20) mit dem Festzahn (60) in das mindestens eine Arretierloch
(41, 42) ein Arretierbolzen (48) zum feststehenden Halten des Festzahnes (20) eingesetzt
ist und
dass sich der mindestens eine Arretierbolzen (48) in eine passende Ausnehmung (66) in
dem Festzahn (60) erstreckt und so den Festzahn (60) auf dem Lagerbolzen (38) fixiert.
11. Schlitzwandfräse mit einem Fräsenrahmen (12), an dessen Unterseite mindestens ein
Lagerschild (14) zum drehenden Lagern mindestens eines Fräsrades (20) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Fräsrad (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 angeordnet ist.
12. Verfahren zum Umbau eines Fräsrades (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass an dem Lagerbolzen (38) der mindestens einen Halterung (30) des Fräsrades (20) ein
Klappzahn (50) schwenkbar gelagert ist, welcher gelöst und entfernt wird, und
dass ein Festzahn (60) auf dem Lagerbolzen (38) angeordnet wird, welcher durch die Fixiereinrichtung
(40) an der Halterung (30) in einer feststehenden Position gehaltert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Festzahn (60) an der Halterung (30) des Fräsrades (20) von dem Lagerbolzen (38)
gelöst und entfernt wird und
dass ein Klappzahn (50) auf dem Lagerbolzen (38) angeordnet wird, welcher an dem Lagerbolzen
(38) der mindestens einen Halterung (30) des Fräsrades (20) schwenkbar gelagert ist.