[0001] Die Erfindung betrifft einen Wasserstoffdruckbehälter mit einem metallischen Innenmantel
und einer den Innenmantel umschließenden Ummantelung.
[0002] Wasserstoffdruckbehälter dienen der Speicherung von gasförmigem Wasserstoff sowohl
für stationäre als auch für mobile Anwendungen.
[0003] Im Bereich der Wasserstoffdruckbehälter sind derzeit vier Typen am Markt erhältlich.
Typ 1 ist ein klassischer Behälter mit metallischen Wandungen und wird üblicherweise
für Drücke von etwa 200 bar eingesetzt. Beim Typ 2 wird ein Behälter mit metallischen
Wandungen mit harzgetränkten Kohle- oder Glasfasern ummantelt. Dies ermöglicht die
Speicherung des Wasserstoffs mit bis zu 1000 bar. Typ 3 zeichnet sich durch einen
metallischen Liner aus, der von harzgetränkten Kohle- oder Glasfasern ummantelt ist,
was einen verhältnismäßig leichten Behälter bildet. Die aus dem Innendruck des Behälters
resultierenden Kräfte werden hier hauptsächlich von der Ummantelung aufgenommen. Typ
3 ermöglicht die Speicherung des Wasserstoffs im Bereich von 350 bar bis 700 bar.
Durch die hohen erreichbaren Drücke bezogen auf das Behältergewicht, eignen sich Typ
3 Behälter insbesondere für mobile Anwendungen. Allerdings sind die Materialkosten
eines Typ 3 Behälters höher als die eines Typ 2 Behälters. Noch leichtere Behälter
werden bei Typ 4 erreicht, da hier der metallische Liner durch einen aus Kunststoff
bestehenden Liner ersetzt wird.
[0004] Die Herstellung eines Behälter nach Typ 2 wird beispielsweise in der
DE 10 2018 210 788 A1 beschrieben. Zunächst wird ein zylindrischer, metallischer Innenmantel des Behälters
bereitgestellt. Anschließend werden Endlosfaser eines Faserverbundwerkstoffes um den
Innenmantel gewickelt, wobei die Endlosfasern zuvor durch ein Bad aus Bindemittel
geführt werden. Beim Umwickeln werden er Innenmantel kontinuierlich gedreht und die
Faserzuführung parallel zur Längsachse des Innenmantels hin und her bewegt. Die ist
allerdings aufwändig.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Wasserstoffdruckbehälter zu schaffen, der
für Drücke bis 700 bar geeignet ist und sich weiterhin durch einen geringen Aufwand
sowie geringe Materialkosten bei dessen Herstellung auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein metallischer Innenmantel des Wasserstoffdruckbehälter
von einer Ummantelung aus Beton mit einer zugfesten Bewehrung umschlossen ist. Der
metallische Innenmantel sorgt hauptsächlich für die Dichtheit gegen ein Entweichen
von Wasserstoff aus dem Innenmantel. Die aus Beton mit zugfester Bewehrung gebildete
Ummantelung nimmt die aus dem Innendruck des Behälters resultierenden Kräfte auf.
Die Ummantelung verhindert damit eine Ausdehnung des unter Druck stehenden Innenmantels
und unterbindet damit ein Bersten des Innenmantels. Im Vergleich zu einer Ummantelung
aus harzgetränkten Glas- oder Kohlefaserns ist die Herstellung einer Ummantelung aus
Beton mit zugfester Bewehrung mit geringerem Aufwand und zu geringeren Materialkosten
möglich. Die Schichtstärke der aus Beton mit zugfester Bewehrung gebildeten Ummantelung
richtet sich nach den für den Wasserstoffdruckbehälter vorgesehen Druckbereich. Je
größer der für den Wasserstoffdruckbehälter vorgesehene Druck ist, umso größer muss
die Schichtstärke ausgeführt werden. Die Schichtstärke kann je nach Ausformung und
Dimensionierung der Ummantelung beispielsweise mittels einer FEM-Berechnung bestimmt
werden. Ebenso kann auch die im Beton integrierte zugfeste Bewehrung entsprechend
auf die Druckverhältnisse sowie die Ausformung und Dimensionierung der Ummantelung
ausgelegt werden.
[0007] In einer vorteilhaften Ausführung besteht die Ummantelung aus zumindest zwei Fertigbetonteilen,
wobei diese Fertigbetonbauteile über Verbindungselemente miteinander verbunden sind.
Jedes der zumindest zwei Fertigbetonbauteile ist dabei je einem Abschnitt des Innenmantels
zugeordnet, wobei vorzugsweise eine Innenkontur der Fertigbetonbauteile im Wesentlichen
kongruent zur Außenkontur des jeweils zugeordneten Abschnitts des Innenmantels ausgebildet
ist.
[0008] Fertigbetonbauteile ermöglichen eine Vorfertigung der Ummantelung. Zur Bildung des
Wasserstoffdruckbehälters wird dann der Innenmantel in die Fertigbetonbauteile eingelegt
und die Fertigbetonteile werden mit einander verbunden. Dies ist beispielsweise beim
Transport des Wasserstoffdruckbehälters zum Aufstellort vorteilhaft, da der Innenmantel
und die Fertigbetonbauteile separat zum Aufstellort transportiert werden können und
somit hinsichtlich kleinerer Verpackungsgrößen als auch hinsichtlich geringerer Gewichte
der Einzelteile Vorteile bei der Logistik entstehen.
[0009] Es wird vorgeschlagen, dass die zugfeste Bewehrung aus Bewehrungsstahl und/oder Kunststofffasern
und/oder Glasfasern und/oder Kohlenstofffasern und/oder textilen Fasern gebildet ist.
Je nach Anforderung an die Kraftaufnahme kann aus diesen Bewehrungen zurückgegriffen
werden. Ebenso sind auch Kombinationen der einzelnen Bewehrungsstoffe möglich.
[0010] In einer vorteilhaften Ausführung ist zwischen dem metallischen Innenmantel und der
aus Beton gebildeten Ummantelung eine Zwischenschicht angeordnet. Insbesondere bei
der Verwendung von Fertigbetonbauteilen können damit Ungleichmäßigen zwischen der
Innenkontur der Fertigbetonbauteile und der Außenkontur des jeweils zugeordneten Abschnitts
des Innenmantels ausgeglichen werden. Weiterhin kann durch die Zwischenschicht auch
die Innenkontur der Fertigbetonbauteile größer als die Außenkontur des jeweils zugeordneten
Abschnitts des Innenmantels ausgeführt werden und der dabei entstehende Zwischenraum
von der Zwischenschicht ausgefüllt werden.
[0011] In einer vorteilhaften Ausführung ist die Zwischenschicht von einem schüttfähigen
Füllstoff gebildet. Dieser kann beispielsweise beim Einlegen des Innenmantels in die
Fertigbetonbauteile in den Zwischenraum zwischen Innenmantel und Fertigbetonbauteilen
eingefüllt werden.
[0012] Eine Ausgestaltung sieht vor, dass der Innenmantel rotationssymmetrisch mit einem
zylindrischen Mittelabschnitt sowie sich beiderseits hieran anschließenden, gewölbten
Endabschnitten ausgeführt ist. Ein Fertigbetonteil der Ummantelung ist zylindrisch
ausgeführt und umschließt den zylindrischen Mittelabschnitt des Innenmantels. Je ein
halbkugelförmiges Fertigbetonteil der Ummantelung ist so angeordnet, dass je einer
der gewölbten Endabschnitte des Innenmantels umschlossen wird.
[0013] Es wird vorgeschlagen, dass eine Auslass- oder Einlassöffnung des Innenmantels durch
eines der halbkugelförmigen Fertigbetonteile hindurch nach außen geführt ist.
[0014] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnungen erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Aufsicht auf eine Ausführung des erfindungsgemäßen Wasserstoffdruckbehälters
- Fig. 2
- eine Stirnansicht auf den Wasserstoffdruckbehälter gemäß Fig. 1
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung des Wasserstoffdruckbehälters 1 entlang der in Fig. 1 gezeigten
Schnittlinie AA.
[0015] Fig.1 zeigt eine Aufsicht auf eine Ausführung des erfindungsgemäßen Wasserstoffdruckbehälters
1.
[0016] Fig. 2 zeigt eine Stirnansicht auf den Wasserstoffdruckbehälter 1 gemäß
Fig. 1.
[0017] Fig. 3 zeigt eine Schnittdarstellung des Wasserstoffdruckbehälters 1 entlang der in
Fig. 1 gezeigten Schnittlinie AA.
[0018] Der Wasserstoffdruckbehälter 1 weist einen metallischen Innenmantel 2 und eine den
Innenmantel 2 umschließenden Ummantelung 3 auf. Die Ummantelung 2 ist aus Beton mit
einer zugfesten Bewehrung gebildet. Die zugfeste Bewehrung kann beispielsweise aus
Bewehrungsstahl und/oder Kunststofffasern und/oder Glasfasern und/oder Kohlenstofffasern
und/oder textilen Fasern gebildet sein. In der Darstellung ist die zugfeste Bewehrung
nicht gezeigt.
[0019] Der Innenmantel 2 ist rotationssymmetrisch ausgeführt und weist einen zylindrischen
Mittelabschnitt 2a sowie sich beiderseits hieran anschließende, gewölbte Endabschnitte
2b, 2c auf. In der dargestellten Ausführung ist die Ummantelung 3 aus drei Fertigbetonteilen
zusammengesetzt. Ein erstes Fertigbetonbauteil 3a ist dem zylindrischen Mittelabschnitt
2a des Innenmantels 2 zugeordnet, wobei dieses Fertigbetonteil 3a zylindrisch ausgeführt
ist und den zylindrischen Mittelabschnitt 2a des Innenmantels 2 umschließt. Ein zweites
Fertigbetonbauteil 3b und ein drittes Fertigbetonbauteil 3c ist jeweils einem der
gewölbten Endabschnitte 2b zugeordnet, wobei das zweite Fertigbetonbauteil 3b und
das dritte Fertigbetonbauteil 3c jeweils halbkugelförmig ausgeführt sind und jeweils
den zugeordneten gewölbten Endabschnitt 2b, 2c des Innenmantels 2 umschließt.
[0020] Die Fertigbetonbauteile 3a, 3b, 3c sind über Verbindungselemente 4 miteinander verbunden.
In der dargestellten Ausführung sind die Verbindungselemente 4 als Schraubverbindungen
ausgeführt, ohne dass die Erfindung allerdings hierauf beschränkt ist.
[0021] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte Ausführung der Fertigbetonbauteile 3a,
3b, 3c beschränkt. Zum einen kann die Ummantelung 3 auch aus zwei oder mehr als Fertigbetonbauteilen
3a, 3b, 3c zusammengesetzt. Zum anderen können die Fertigbetonbauteile 3a, 3b, 3c
auch anders ausgeformt und anderen Abschnitten 2a, 2b, 2c des Innenmantels 2 zugeordnet
sein.
[0022] Zwischen dem metallischen Innenmantel 2 und der aus Beton gebildeten Ummantelung
3 ist eine aus schüttfähigem Füllstoff gebildete Zwischenschicht 5 angeordnet. Diese
Zwischenschicht 5 ist allerdings nicht zwingend.
[0023] Eine Auslass- oder Einlassöffnung 6 des Innenmantels 2 ist durch das halbkugelförmige
Fertigbetonteil 3c hindurch nach außen geführt. An dieser Auslass- oder Einlassöffnung
6 kann beispielsweise ein Ventilblock zur Befüllung oder Entleerung des Wasserstoffdruckbehälters
1 montiert werden. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Verschlussstücke 7 durch
das halbkugelförmige Fertigbetonteil 3b hindurch nach außen geführt.
[0024] In einer nicht dargestellten Ausführung ist zwischen dem Innenmantel und der Ummantelung
keine Zwischenschicht vorgesehen. Die Ummantelung 3 liegt dann direkt an dem Innenmantel
2 an. Bei der Verwendung von Fertigbetonbauteilen 3a, 3b, 3c ist dann eine Innenkontur
der Fertigbetonbauteile 3a, 3b, 3c im Wesentlichen kongruent zur Außenkontur des jeweils
zugeordneten Abschnitts 2a, 2b, 2c des Innenmantels 2 ausgebildet.
[0025] In einer weiteren nicht dargestellten Ausführung ist die Ummantelung 3 dadurch gebildet,
dass der Beton mit einer entsprechenden Schalung und Bewehrung um den Innenmantel
2 gegossen wird und die Schalung nach dem Aushärten des Betons wieder entfernt wird.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Wasserstoffdruckbehälter
- 2
- Innenmantel
- 2a
- zylindrischer Mittelabschnitt des Innenmantels 2
- 2b
- gewölbter Endabschnitt des Innenmantels 2
- 2c
- gewölbter Endabschnitt des Innenmantels 2
- 3
- Ummantelung
- 3a
- zylindrischer Abschnitt der Ummantelung
- 3b
- halbkugelförmiger Abschnitt der Ummantelung
- 3c
- halbkugelförmiger Abschnitt der Ummantelung
- 4
- Verbindungselement
- 5
- Zwischenschicht
- 6
- Auslass- oder Einlassöffnung
- 7
- Verschlussstück
1. Wasserstoffdruckbehälter (1) mit einem metallischen Innenmantel (2) und einer den
Innenmantel (2) umschließenden Ummantelung (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Ummantelung (3) aus Beton mit einer zugfesten Bewehrung gebildet ist.
2. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Ummantelung (3) aus zumindest zwei Fertigbetonteilen (3a, 3b, 3c) besteht und
diese Fertigbetonbauteile (3a, 3b, 3c) über Verbindungselemente (4) miteinander verbunden
sind.
3. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die zugfeste Bewehrung aus Bewehrungsstahl und/oder Kunststofffasern und/oder Glasfasern
und/oder Kohlenstofffasern und/oder textilen Fasern gebildet ist.
4. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem metallischen Innenmantel (2) und der aus Beton gebildeten Ummantelung
(3) eine Zwischenschicht (5) angeordnet ist.
5. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zwischenschicht (5) von einem schüttfähigen Füllstoff gebildet ist.
6. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass der Innenmantel (2) rotationssymmetrisch mit einem zylindrischen Mittelabschnitt
(2a) sowie sich beiderseits hieran anschließenden, gewölbten Endabschnitten (2b, 2c)
ausgeführt ist und dass ein Fertigbetonteil (3a) der Ummantelung (3) zylindrisch ausgeführt
ist und den zylindrischen Mittelabschnitt (2a) des Innenmantels (3a) umschließt und
dass je ein halbkugelförmiges Fertigbetonteil (3b, 3c) der Ummantelung (3) je einen
der gewölbten Endabschnitten (2b, 2c) des Innenmantels (2) umschließt.
7. Wasserstoffdruckbehälter (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auslass- oder Einlassöffnung (6) des Innenmantels (2) durch eines der halbkugelförmigen
Fertigbetonteile (3b, 3c) hindurch nach außen geführt ist.