[0001] Die Erfindung betrifft ein Steckverbindersystem mit einem Steckverbinder und einem
zugehörigen Verbindungspartner, der ebenfalls ein Steckverbinder ist.
[0002] Elektrofahrzeuge und andere elektrische Geräte im Außenbereich sind häufig extremen
Umgebungseinflüssen wie etwa hohe oder niedrige Temperaturen, UV-Einstrahlung, Vibrationen,
Feuchtigkeit und Regen ausgesetzt. Zugleich benötigen derartige Geräte häufig hohe
Betriebs- oder Ladeströme. Insbesondere werden Steckverbindersysteme verwendet, um
derartige Geräte zum Aufladen eingebauter Akkumulatoren an externe Ladeportale oder
Ladesäulen anzuschließen. Dabei muss neben dem eigentlichen Ladestrom häufig noch
ein Steuer- oder Signalstrom übertragen werden.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein einfach herzustellendes Steckverbindersystem der
genannten Art bereitzustellen, welches unter extremen Umgebungseinflüssen und Witterungsbedingungen
zuverlässig und dauerhaft funktioniert und zugleich die Übertragung hoher Antriebs-
und Ladeströme zulässt.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Steckverbindersystem gemäß Anspruch
1.
[0005] Demnach ist ein Steckverbindersystem mit einem Steckverbinder und einem zugehörigen
Verbindungspartner vorgesehen, wobei
- der Steckverbinder ein eine Aufnahme umschließendes Steckergehäuse aufweist,
- die Aufnahme durch eine Abdeckplatte verschlossen ist,
- in der Aufnahme mehrere die Abdeckplatte durchdringende Federkontaktstifte und/oder
Buchsen zur Ausbildung von elektrischen Kontakten verankert sind,
- in der Aufnahme eine Anzahl von Magneten angeordnet ist, die die Federkontaktstifte
und/oder Buchsen umgeben,
- der verbleibende Raum in der Aufnahme mit einer elektrisch isolierenden und als Feuchtigkeitsbarriere
wirksamen Gießmasse vergossen ist,
wobei die Magnete in Relation zu zugeordneten Magneten des Verbindungspartners derart
angeordnet sind, dass sich der Steckverbinder und sein Verbindungspartner bei korrekter
Ausbildung der elektrischen Kontakte anziehen.
[0006] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere, dass die Vorteile
der an sich bekannten und bewährten Federkontaktstifte mit einer wasserdichten Kapselung
und mit einer Magnetkopplung kombiniert werden, welche bei korrekter Ausrichtung der
Steckerelemente deren Zusammenhalt im zusammengesteckten Zustand unterstützt.
[0007] Durch das Vergießen ist der Steckverbinder ein Einwegartikel. Bei einem Defekt muss
man den gesamten Stecker inklusive Anschlusskabel wechseln.
[0008] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Magnete in Relation zu zugeordneten Magneten
des Verbindungspartners derart angeordnet sind, dass sich der Steckverbinder und sein
Verbindungspartner bei fehlerhafter Zuordnung der elektrischen Kontakte abstoßen.
Damit wird eine Falschmontage erheblich erschwert oder sogar unmöglich gemacht.
[0009] In vorteilhafter Ausgestaltung sind mehrere, insbesondere vier, der Federkontaktstifte
und/oder Buchsen zur Leitung eines Antriebs- oder Ladestroms mit einer Stromstärke
von mehr als 10 Ampere ausgelegt. Des Weiteren sind vorteilhafterweise mehrere, insbesondere
acht, der Federkontaktstifte und/oder Buchsen zur Leitung eines Steuer- oder Signalstroms
mit einer Stromstärke von weniger als 1 Ampere ausgelegt.
[0010] Vorteilhafterweise sind die Federkontaktstifte und/oder Buchsen in einer Trägerplatte
verankert und durchdringen diese.
[0011] Für eine hohe magnetische Anziehungs- oder Abstoßungskraft bei zugleich geringem
Platzbedarf sind die Magnete bevorzugt Neodymmagnete. Im Allgemeinen ist es bevorzugt,
wenn die Magnete in einem schalen- oder ringförmigen Raum um die Federkontaktstifte
und/oder Buchsen herum angeordnet sind. In besonders bevorzugter Ausgestaltung sind
die Magnete im Steckverbinder zwei halbschalenförmige Magnete.
[0012] Ein hinsichtlich Verarbeitbarkeit, elektrischer Isolationswirkung und Wasserdichtigkeit
geeignetes Material für die Gießmasse ist beispielsweise Epoxidharz.
[0013] Die Abdeckplatte ist vorzugsweise mittels Rasthaken unlösbar in der Aufnahme des
Steckergehäuses verrastet und weist vorteilhafterweise innenliegend Stützflächen für
die Magnete auf, sowie außenliegend Führungs- und Ausrichtelemente zur Ausbildung
einer mechanischen Verdrehsicherung zwischen dem Steckverbinder und seinem Verbindungspartner.
Die mechanische Verdrehsicherung ist zusätzlich zur oben beschriebenen magnetischen
Verdrehsicherung wirksam.
[0014] Vorteilhafterweise taucht im zusammengesteckten Zustand der Verbindungspartner teilweise
in den Steckverbinder ein, wobei im zusammengesteckten Zustand zweckmäßigerweise ein
Dichtring einen Spalt zwischen dem Steckverbinder und seinem Verbindungspartner abdichtet,
und wobei der Dichtring mittels einer durch die Magnete bewirkten Anpresskraft zur
Erreichung maximaler Dichtigkeit zusammengedrückt wird.
[0015] Der Steckverbinder kann ein Einbaustecker, ein Stecker, eine Kupplung oder eine Buchse
sein. Sein Gegenstück, sprich der Verbindungspartner, ist ein Steckverbinder von einem
dazu passenden Typ und grundsätzlich analog aufgebaut.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen genauer
erläutert. Es zeigt:
- FIG. 1
- einen Einbaustecker in Explosionsdarstellung,
- FIG. 2
- den Einbaustecker aus FIG. 1 im zusammengesetzten Zustand in perspektivischer Ansicht,
- FIG. 3
- eine zugehörige Kupplung in Explosionsdarstellung,
- FIG. 4
- die Kupplung aus FIG. 3 im zusammengesetzten Zustand in perspektivischer Ansicht,
- FIG. 5
- ein mit Epoxidharz vergossenes Steckergehäuse,
- FIG. 6 bis 8
- weitere Varianten von Steckelementen für Steckverbindungen.
[0017] FIG. 1 zeigt eine Explosionsdarstellung eines männlichen Einbausteckers 2, der zum
festen Einbau in ein Gerätegehäuse vorgesehen ist. Der Einbaustecker 2 ist ein repräsentatives
Beispiel für einen Steckverbinder 1. FIG. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht des
Einbausteckers im zusammengesetzten Zustand. FIG. 3 zeigt eine Explosionsdarstellung
eines zugehörigen weiblichen Gegenstücks oder Verbindungspartners 44, nämlich einer
Kupplung 4, die an einem Kabelende montiert ist. FIG. 4 zeigt eine perspektivische
Ansicht der Kupplung 4 im zusammengesetzten Zustand, sowie eine Draufsicht auf das
Steckkontaktfeld. Einbaustecker 2 und Kupplung 4 sind Bestandteile eines Steckverbindersystems
und bilden im miteinander verbundenen Zustand eine elektrische Steckverbindung aus.
[0018] Diejenigen Elemente des Verbindungspartners 44, die analog zu jenen des in FIG. 1
und 2 dargestellten Steckverbinders 1 aufgebaut sind, sind in FIG. 3 und 4 mit einem
Strich versehen.
[0019] Zentraler Bestandteil des Steckverbindersystems sind eine Mehrzahl von Federkontaktstiften
6, die auch als Pogo-Pins bekannt sind, und zugehörige Buchsen oder Kontaktpartner.
Im vorliegenden Beispiel weist der männliche Einbaustecker 2 (Chassis-Buchse) vier
sogenannte Power Pins 8 auf, nämlich vergleichsweise groß dimensionierte Federkontaktstifte
6, die jeweils für den Fluss eines elektrischen Stroms, insbesondere eines Antriebs-
oder Ladestroms, mit einer Stromstärke von beispielsweise bis zu 10 Ampere bei einer
Spannung von 48 Volt ausgelegt sind. Die Kupplung 4 weist zugehörige Buchsen für die
genannten vier Federkontaktstifte 6 auf. Weiterhin weist die Kupplung 4 acht sogenannte
Control Pins 10 auf, nämlich etwas kleiner dimensionierte Federkontaktstifte 6, die
jeweils für den Fluss eines Steuer- oder Signalstroms mit einer Stromstärke von beispielsweise
bis zu 0,5 Ampere bei einer Spannung von 48 Volt ausgelegt sind. Der Einbaustecker
2 weist zugehörige Buchsen für diese acht Federkontaktstifte 6 auf. Im vorliegenden
Fall weist also der hinsichtlich der Power Pins 8 männliche Stecker hinsichtlich der
Control Pins 10 weiblichen Charakter auf und umgekehrt. Dies ist aber nicht zwingend.
Vielmehr könnte der Einbaustecker 2 sowohl Federkontaktstifte 6 für die Power Pins
8 als auch für die Control Pins 10 aufweisen, also komplett männlich ausgebildet sein,
während die entsprechenden Buchsen alle in der Kupplung 4 liegen - oder umgekehrt.
[0020] In einer Draufsicht auf das die Anschlussbelegung kennzeichnende Kontaktfeld gemäß
dem herausgegriffenen Detail in FIG. 4 sind die vier Power Pins 8 und die acht Control
Pins 8 in einem regelmäßigen Muster nebeneinander angeordnet, wobei je nach Steckertyp
verschiedene Muster realisierbar sind.
[0021] Üblicherweise besteht der jeweilige Federkontakt aus drei Bauteilen: einem Führungsröhrchen
(auch Stifthülse oder Gehäuse genannt), einer Druckfeder und einem Kolben. Die drei
Bauteile werden beispielsweise durch spezielle Crimptechniken auf solche Weise miteinander
verbaut, dass sie nicht mehr auseinanderfallen können, der Kolben aber dennoch in
Längsrichtung einen gewissen Federweg frei ausführen kann. Beim Verbauen der Einzelteile
wird die Druckfeder vorgespannt, wodurch der Federkontaktstift in seiner Nullstellung
schon über eine gewisse Anfangskraft verfügt - üblich als Vorspannung bezeichnet.
Bei hergestellter Steckverbindung drückt die Druckfeder den Kolben mit seinem vorn
liegenden Tastkopf fest an den zugehörigen Kontakt der gegenüberliegenden Buchse,
so dass eine zuverlässige elektrische Verbindung besteht. Pogo-Pins haben eine extrem
hohe Toleranz und vermindern so die Wahrscheinlichkeit für Fehlfunktionen, auch bei
starken Vibrationen, signifikant. Sie haben ferner eine wesentlich höhere Lebensdauer
als vergleichbare Konnektor-Typen aufgrund des geringen Abriebs zwischen den Konnektorteilen.
[0022] Der Einbaustecker 2 weist gemäß FIG. 1 ein zum Einbau in eine Wand oder ein Gerätegehäuse
vorgesehenes Steckergehäuse 12 (Steckerkorb) mit einer nach vorne offenen zylindrischen
Aufnahme 14 auf, wobei an der offenen Rückseite eine Durchführung für ein Anschlusskabel
16 ausgebildet ist. Das mehradrige Anschlusskabel 16 weist innerhalb eines Kabelmantels
18 vier zum Anschluss an die Power Pins 8 vorgesehene Drähte 20 und acht zum Anschluss
an die Control Pins 10 vorgesehene Drähte 20 auf. Die aus dem Kabelmantel 18 herausgeführten
und abisolierten Drahtenden sind also im zusammenmontierten Zustand an die entsprechenden
Federkontaktstifte 6 und/oder Buchsen angeschlossen, insbesondere verlötet. Die Federkontaktstifte
6 und/oder Buchsen - sowohl die Power Pins 8 als auch die Control Pins 10 - werden
durch eine gemeinsame Trägerplatte 22, durch die sie hindurchgesteckt sind, relativ
zueinander in der gewünschten Position gehalten bzw. fixiert. Die Trägerplatte 22
sitzt im Montageendzustand zentral in der zylindrischen Aufnahme 14. An der Vorderseite
werden die Federkontaktstifte 6 und/oder Buchsen durch passgenaue Aussparungen in
einer Abdeckplatte 24 hindurchgeführt, die zur Abdeckung der zylindrischen Aufnahme
14 vorgesehen ist.
[0023] Der Einbaustecker 2 und die Kupplung 4 sind jeweils als Magnetstecker ausgeführt,
die sich beim Einstecken der Kupplung 4 in den Einbaustecker 2 bei passender Ausrichtung,
sprich bei passendem Drehwinkel zueinander, gegenseitig anziehen und dadurch einen
zuverlässigen elektrischen Kontakt unterstützen. Bei falscher Ausrichtung erfolgt
jedoch eine starke Abstoßung, die - im Zusammenspiel einer weiter unten beschriebenen
mechanischen Verdrehsicherung - eine Falschmontage unmöglich macht. Zu diesem Zweck
sind innerhalb der Aufnahme 14 im Einbaustecker 2 zwei halbschalenartige Magnete 26
vorgesehen, die im zusammenmontierten Zustand eine konzentrisch zur Mittelachse des
Steckers ausgerichtete Schale bilden, welche den Kontaktbereich mit der Trägerplatte
22 und den Federkontaktstiften 6 und/oder Buchsen umgibt. Bei dem in FIG. 1 oberen
Magneten 26 weist beispielsweise der Nordpol nach vorne in Richtung zur Abdeckplatte
24, während der Südpol hach hinten in Richtung Anschlusskabel 16 weist. Beim unteren
Magneten 26 ist es umgekehrt, so dass sich beiden Magnete 26 innerhalb der Aufnahme
14 wechselseitig anziehen und dadurch die Schalenkonfiguration, in der sie sich befinden,
stabilisieren.
[0024] In der zugehörigen Kupplung 2 gemäß FIG. 3 und 4 befindet sich eine korrespondierende
Magnetanordnung, die derart ausgerichtet ist, dass sich der beschriebene Anziehungs-
oder Abstoßungseffekt in Abhängigkeit von der korrekten Ausrichtung der Verbindungspartner
zueinander ausbildet.
[0025] Zur Erzielung permanent hoher Anziehungs- oder Abstoßungskräfte handelt es bei den
Magneten 26 bevorzugt um Neodymmagnete oder vergleichbare Permanentmagnete.
[0026] Wenden wir uns nun wieder FIG. 1 und 2 zu. Im zusammenmontierten Zustand sitzen die
mit den Drähten 20 verbundenen elektrischen Kontaktelemente und die sie umgebenden
Magnete 26 in der Aufnahme 14 des Steckergehäuses 12 und werden vorne von der Abdeckplatte
24 abgedeckt. Die Abdeckplatte 24 ist am Rand mit nach innen gerichteten Rasthaken
28 versehen, die beim Einsetzen in die Aufnahme 14 zugeordnete Rastvorsprünge oder
Rücksprünge in der Wand der Aufnahme 14 hintergreifen und damit unlösbar verrasten.
Durch innenliegende Führungs- und Ausrichtelemente kann eine gewünschte Winkelausrichtung
der Abdeckplatte 24 gegenüber der Aufnahme 14 forciert werden. Die Abdeckplatte 24
weist weiterhin an ihrer Innenseite Konturen auf, die als Stützflächen für die Magnete
26 dienen und diese in einer gewünschten Lage fixieren bzw. stabilisieren.
[0027] Nach erfolgte Grundmontage des Einbausteckers 2, also nach dem Einsetzen der Federkontaktstifte
6 und/oder Buchsen, dem Anschließen der Drähte 20, dem Einsetzen der Magnete 26 und
dem Einsetzen der Abdecklatte 24 wird der vorne durch Abdeckplatte 24 und umlaufend
durch die Wand bzw. Mantelfläche des Steckergehäuses 12 begrenzte Innenraum der Aufnahme
14 durch Einbringen eines aushärtenden Epoxidharzes oder einer sonstigen elektrisch
isolierenden und gegen Flüssigkeit abdichtenden Gießmasse 42 vergossen. Die Gießmasse
wird durch das offene hintere Ende des Steckergehäuses 12 eingebracht, wobei die hinreichend
dicht an der Gehäusewand anliegende Abdeckplatte 24 ein Herauslaufen der Gießmasse
am vorderen Ende verhindert. Damit bildet das Steckergehäuse 12 mit den in der Aufnahme
14 befindlichen Komponenten - insbesondere Trägerplatte 22, Federkontaktstifte 6 und/oder
Buchsen, Drähte 20 und Magnete 26 - eine kompakte Einheit, in der die Komponenten
gegen Verrutschen gesichert und zugleich gegen eindringendes Wasser und sonstige Umwelteinflüsse
geschützt sind. Die so gebildete Einheit, in der die Pogo Pins und die Anschlussdrähte
hermetisch verschlossen sind, ist exemplarisch in FIG. 5 dargestellt.
[0028] Ferner befinden sich an der Außenseite der Abdeckplatte 24 Führungs- und Ausrichtelemente
30 in Gestalt von Vor- oder Rücksprüngen, Stegen, Nocken oder dergleichen, die im
Zusammenspiel mit komplementär geformten Führungs- und Ausrichtelementen an der Außenseite
einer analog aufgebauten Abdeckplatte der Kupplung 4 das lagerrichtige Einführen der
Kupplung 4 in den Einbaustecker 2 forcieren. Mit anderen Worten ist damit - über den
magnetischen Verdrehschutz hinaus - ein mechanischer Verdrehschutz geschaffen.
[0029] Im Montageendzustand sitzt die Abdeckplatte 24 in einer definierten Tiefe versenkt
in der Aufnahme 14 des Steckergehäuses 2. Ein umlaufender Vorsprung in der Wand der
Aufnahme 14 bildet einen Anschlag für den gewünschten Sitz der Abdeckplatte 24. Auf
diese Weise bildet der außen liegende Wandabschnitt der Aufnahme 14 im Steckergehäuse
12 eine Einfassung 32 für den vorderen Einsteckabschnitt 34 der Kupplung 4.
[0030] Die in FIG. 3 in Explosionsdarstellung und in FIG. 4 im zusammenmontierten Zustand
als Beispiel für einen Verbindungspartner 44 für den Steckverbinder 1 dargestellte
Kupplung 4 ist grundlegend analog aufgebaut zum Einbaustecker 2. Auch hier ist also
das die elektrischen Anschlüsse, Federkontaktstifte 6' und/oder Buchsen sowie die
Magnete 26' aufnehmende und haltende Steckergehäuse 12' vorne mit einer Abdeckplatte
24' versehen und mit Epoxidharz oder dergleichen vergossen. Die wesentlichen Unterschiede
zum Einbaustecker 2 bestehen darin, dass die Kupplung 4 an einem freien Kabelende
montiert ist und nicht zum Einbau in ein umliegendes Gehäuse oder dergleichen vorgesehen
ist. Zudem ist wie bereits erwähnt am vorderen Ende des Steckergehäuses 12' der Kupplung
4 ein Einsteckabschnitt 34 zum Einstecken in das Steckergehäuse 12 des Einbausteckers
2 ausgebildet. Ein nach hinten versetzter umlaufender radialer Vorsprung 36 oder Ringsteg
begrenzt den Einsteckabschnitt 34, auf den ein Dichtring 38 bzw. O-Ring aufgeschoben
ist. Eine kegelartige Knickschutztülle 46, die das Anschlusskabel 16' umgreift und
von hinten auf das Steckergehäuse 12' aufgeschraubt wird, hat die Funktion, dass das
Anschlusskabel 16' beim Austritt aus dem Steckergehäuse 12' bei starken Biegeradien
nicht bricht.
[0031] Bei der Herstellung der Steckverbindung wird der Einsteckabschnitt 34 der Kupplung
4 unter Ausbildung der gewünschten Kontaktierung der Federkontaktstifte 6, 6' mit
ihren Gegenkontakten in die passgenaue Einfassung 32 des Steckergehäuses 12 des Einbausteckers
2 gesteckt. Die magnetische und die mechanische Verdrehsicherung forcieren dabei das
lagerichtige Einstecken. Die Magnete 26, 26' bewirken zudem den sicheren Zusammenhalt
der Steckverbindung bei auslegungsgemäßer betrieblicher Belastung, indem sich die
beiden Verbindungspartner anziehen. Dabei wird der zwischen dem umlaufenden Vorsprung
36 der Kupplung 4 und dem vorderen (Montage-) Flansch 40 des Einbausteckers 2 befindliche
Dichtring 38 durch den magnetischen Anpressdruck derart zusammengedrückt, dass eine
hohe Dichtwirkung gegen eindringende Flüssigkeit oder Feuchtigkeit besteht.
[0032] Bislang wurden ein Einbaustecker 2 und eine zugehörige Kupplung 4 beschrieben. Es
versteht sich, dass die beschriebenen Merkmale auch bei anderen Steckverbinder-Kombinationen
verwirklicht werden können. Beispielsweise kann der männliche Teil ein Stecker sein,
der an ein freies Kabelende gehört, und der weibliche Teil kann eine Buchse sein,
die zum festen Einbau in ein Gerätegehäuse vorgesehen ist. Entsprechende Varianten
sind exemplarisch in FIG. 6 bis 8 dargestellt.
[0033] Die beschriebenen Steckerkombinationen können insbesondere bei elektrischen Golf-Trolleys
(Elektro Golf-Trolleys) verwendet werden. Die witterungsbedingten Umstände in diesem
Anwendungsbereich sind herausfordernd, d. h. man hat Außentemperaturen zwischen 0
°C und 45 °C, direkte UV-Licht-Einstrahlung, Vibrationen und Feuchtigkeit (Nebel,
Regen, Starkregen, etc.). Wie in Tests überprüft wurde, erfüllen die beschriebenen
Steckerkombinationen derartige Anforderungen problemlos. Die Steckerkombination kann
aber auch diversen anderen elektrischen Außengeräten verwendet werden, etwa bei Gartenwerkzeugen,
Rasenmähern, Pumpen, Motoren und dergleichen. Der Einsatz bei Elektrofahrrädern, Elektrorollern,
Elektroscootern und ähnlichen Fahrzeugen kommt ebenfalls in Betracht.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Steckverbinder
- 2
- Einbaustecker
- 4
- Kupplung
- 6
- Federkontaktstift
- 8
- Power Pin
- 10
- Control Pin
- 12
- Steckergehäuse
- 14
- Aufnahme
- 16
- Anschlusskabel
- 18
- Kabelmantel
- 20
- Draht
- 22
- Trägerplatte
- 24
- Abdeckplatte
- 26
- Magnet
- 28
- Rasthaken
- 30
- Führungs- und Ausrichtelement
- 32
- Einfassung
- 34
- Einsteckabschnitt
- 36
- Vorsprung
- 38
- Dichtring
- 40
- Flansch
- 42
- Gießmasse
- 44
- Verbindungspartner
- 46
- Knickschutztülle
1. Steckverbindersystem mit einem Steckverbinder (1) und einem zugehörigen Verbindungspartner
(44), wobei
• der Steckverbinder (1) ein eine Aufnahme (14) umschließendes Steckergehäuse (12)
aufweist,
• die Aufnahme (14) durch eine Abdeckplatte (24) verschlossen ist,
• in der Aufnahme (14) mehrere die Abdeckplatte (24) durchdringende Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen zur Ausbildung von elektrischen Kontakten verankert sind,
• in der Aufnahme (14) eine Anzahl von Magneten (26) angeordnet ist, die die Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen umgeben,
• der verbleibende Raum in der Aufnahme (14) mit einer elektrisch isolierenden und
als Feuchtigkeitsbarriere wirksamen Gießmasse (42) vergossen ist,
wobei die Magnete (26) in Relation zu zugeordneten Magneten (26') des Verbindungspartners
(44) derart angeordnet sind, dass sich der Steckverbinder (1) und sein Verbindungspartner
(44) bei korrekter Ausbildung der elektrischen Kontakte anziehen.
2. Steckverbindersystem nach Anspruch 1, wobei sich der Steckverbinder (1) und sein Verbindungspartner
(44) bei fehlerhafter Zuordnung der elektrischen Kontakte abstoßen.
3. Steckverbindersystem nach Anspruch 1 oder 2, wobei mehrere, insbesondere vier, der
Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen zur Leitung eines Antriebs- oder Ladestroms
mit einer Stromstärke von mehr als 10 Ampere ausgelegt sind.
4. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mehrere, insbesondere
acht, der Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen zur Leitung eines Steuer- oder Signalstroms
mit einer Stromstärke von weniger als 1 Ampere ausgelegt sind.
5. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen in einer Trägerplatte (22) verankert sind und diese durchdringen.
6. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Magnete (26)
Neodymmagnete sind.
7. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Magnete (26)
die Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen ring- oder schalenartig umgeben.
8. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Magnete (26)
im Steckverbinder (1) zwei halbschalenförmige Magnete (26) sind.
9. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Gießmasse (42)
ein Epoxidharz ist.
10. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Abdeckplatte
(24) mittels Rasthaken (28) unlösbar in der Aufnahme (14) verrastet ist.
11. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Abdeckplatte
(24) außenliegend Führungs- und Ausrichtelemente (30) zur Ausbildung einer mechanischen
Verdrehsicherung zwischen dem Steckverbinder (1) und seinem Verbindungspartner (44)
aufweist.
12. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Abdeckplatte
(24) innenliegend Stützflächen für die Magnete (26) aufweist.
13. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im zusammengesteckten
Zustand der Verbindungspartner (44) teilweise in den Steckverbinder (1) eintaucht.
14. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im zusammengesteckten
Zustand ein Dichtring (38) einen Spalt zwischen dem Steckverbinder (1) und seinem
Verbindungspartner (44) abdichtet.
15. Steckverbindersystem nach Anspruch 14, wobei im zusammengesteckten Zustand der Dichtring
(38) mittels einer durch die Magnete (26) bewirkten Anpresskraft zusammengedrückt
wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Steckverbindersystem mit einem Steckverbinder (1) und einem zugehörigen Verbindungspartner
(44), wobei
• der Steckverbinder (1) ein eine Aufnahme (14) umschließendes Steckergehäuse (12)
aufweist,
• die Aufnahme (14) durch eine Abdeckplatte (24) verschlossen ist,
• in der Aufnahme (14) mehrere die Abdeckplatte (24) durchdringende Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen zur Ausbildung von elektrischen Kontakten verankert sind,
• in der Aufnahme (14) eine Anzahl von Magneten (26) angeordnet ist, die die Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen umgeben,
• die Magnete (26) in Relation zu zugeordneten Magneten (26') des Verbindungspartners
(44) derart angeordnet sind, dass sich der Steckverbinder (1) und sein Verbindungspartner
(44) bei korrekter Ausbildung der elektrischen Kontakte anziehen,
• die Magnete (26) im Steckverbinder (1) zwei halbschalenförmige Magnete sind, die
die Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen ring- oder schalenartig umgeben,
dadurch gekennzeichnet, dass
• der verbleibende Raum in der Aufnahme (14) mit einer elektrisch isolierenden und
als Feuchtigkeitsbarriere wirksamen Gießmasse (42) vergossen ist,
• im zusammengesteckten Zustand ein mittels einer durch die Magnete (26) bewirkten
Anpresskraft zusammengedrückter Dichtring (38) einen Spalt zwischen dem Steckverbinder
(1) und seinem Verbindungspartner (44) abdichtet,
• die Abdeckplatte (24) mittels Rasthaken (28) unlösbar in der Aufnahme (14) verrastet
ist,
• mehrere, insbesondere vier, der Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen zur Leitung
eines Antriebs- oder Ladestroms mit einer Stromstärke von mehr als 10 Ampere ausgelegt
sind, weiterhin mehrere, insbesondere acht, der Federkontaktstifte (6) und/oder Buchsen
zur Leitung eines Steuer- oder Signalstroms mit einer Stromstärke von weniger als
1 Ampere ausgelegt sind, und
• die Magnete (26) Neodymmagnete sind.
2. Steckverbindersystem nach Anspruch 1, wobei sich der Steckverbinder (1) und sein Verbindungspartner
(44) bei fehlerhafter Zuordnung der elektrischen Kontakte abstoßen.
3. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Federkontaktstifte
(6) und/oder Buchsen in einer Trägerplatte (22) verankert sind und diese durchdringen.
4. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Gießmasse (42)
ein Epoxidharz ist.
5. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Abdeckplatte
(24) außenliegend Führungs- und Ausrichtelemente (30) zur Ausbildung einer mechanischen
Verdrehsicherung zwischen dem Steckverbinder (1) und seinem Verbindungspartner (44)
aufweist.
6. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Abdeckplatte
(24) innenliegend Stützflächen für die Magnete (26) aufweist.
7. Steckverbindersystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei im zusammengesteckten
Zustand der Verbindungspartner (44) teilweise in den Steckverbinder (1) eintaucht.