TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine Durchflusszentrifuge, bei der zumindest temporär einer
Zentrifugationskammer mindestens ein Medium (insbesondere ein Fluid, eine Flüssigkeit,
eine Suspension u. ä.) zugeführt wird und/oder ein Medium aus der Zentrifugationskammer
abgeführt wird, während die Zentrifugationskammer rotiert. Das Medium kann dabei in
einem Behältnis in der Zentrifugationskammer angeordnet sein. Bei dem mindestens einen
Medium handelt es sich insbesondere um das zu zentrifugierende Medium, eine Spülflüssigkeit,
eine Wasch- oder Buffer-Lösung, ein aus dem zentrifugierten Medium extrahiertes, modifiziertes
Medium und/oder ein Sediment in der Zentrifugationskammer.
[0002] Um lediglich einige die Erfindung nicht beschränkende Beispiele zu nennen, kann es
sich bei der Durchflusszentrifuge um eine Blutzentrifuge handeln, bei der das zu zentrifugierende
Medium Blut ist und das extrahierte modifizierte Medium oder das Sediment Blutkörper
oder-partikel sind, oder um eine Durchflusszentrifuge handeln, mittels welcher aus
einem Medium Zellen, Mikroträger oder anderweitige, in dem Medium enthaltene Partikel
gewonnen werden sollen. Möglich ist auch, dass es sich bei dem zentrifugierten Medium
nicht um eine reine Flüssigkeit handelt, sondern das Medium eine Lösung oder Suspension
mit Partikeln wie Zellen, Zelltrümmern oder -teilen usw. ist.
[0003] Die Durchflusszentrifuge findet beispielsweise Einsatz für die Erzeugung biopharmazeutischer
Produkte in biopharmazeutischen Unternehmen oder in bio-verarbeitenden Anwendungen.
Die Durchflusszentrifuge kann dabei bspw. der Gewinnung und/oder Klärung der Zellen
oder Mikroträger dienen, wobei die derart gewonnenen Zellen auch Einsatz finden können
für die Zelltherapie. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Durchflusszentrifuge ist bspw.
die Herstellung von Impfstoffen.
[0004] Die Erfindung betrifft auch eine Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung.
STAND DER TECHNIK
[0005] Gattungsgemäße Durchflusszentrifugen werden bspw. von dem Unternehmen Sartorius AG,
Otto-Brenner-Straße 20, 37079 Göttingen, Deutschland, und verbundenen Unternehmen
unter der Kennzeichnung "Ksep" (eingetragene Marke) vertrieben. Auf der diese Durchflusszentrifugen
betreffenden Internet-Seite
www.sartorius.com/en/products/process-filtration/cell-harvesting/ksep-systems (Datum
der Einsichtnahme: 06.07.2022)
wird das Funktionsprinzip einer Durchflusszentrifuge, wie dieses auch für die vorliegende
Erfindung Einsatz finden kann, auf Grundlage eines verlinkten Videos wie folgt beschrieben:
Ein Rotor der Durchflusszentrifuge weist eine beliebige Anzahl (bspw. zwei oder vier)
von Zentrifugationskammern auf, die als an einem Rotorkörper gehaltene Blutbeutel
ausgebildet sein können und gleichmäßig über den Umfang verteilt sind. Die Zentrifugationskammern
sind mit gleichen radialen Abständen von der Rotationsachse des Rotors angeordnet.
Eine erste Anschlussleitung mündet radial innenliegend in eine Zentrifugationskammer,
während eine zweite Anschlussleitung radial außenliegend in die Zentrifugationskammer
mündet. In einer ersten Betriebsphase wird ein beispielsweise als Blut ausgebildetes
erstes Medium über die zweite Anschlussleitung der Zentrifugationskammer zugeführt,
während die Zentrifugationskammer mit dem Rotor rotiert. In der Zentrifugationskammer
lagern sich infolge der Zentrifugation in dem Blut enthaltene Partikel (bspw. Blutkörper)
radial außenliegend ab, während aus der Zentrifugationskammer radial innenliegend
über die erste Anschlussleitung das Restmedium (also das radial außenliegend zugeführte
Medium vermindert um die radial nach außen gedrängten Partikel) abgeführt wird. In
dieser ersten Betriebsphase ist somit die erste Anschlussleitung eine Abführleitung,
während die zweite Anschlussleitung eine Zuführleitung ist. Mit Fortsetzung dieses
Betriebs erhöht sich der Anteil der Partikel und deren Konzentration in der Zentrifugationskammer,
bis diese weitestgehend und schließlich vollständig mit den Partikeln gefüllt ist.
In einer folgenden optionalen zweiten Betriebsphase erfolgt ein Waschen der Partikel
in der Zentrifugationskammer. Zu diesem Zweck wird eine Wasch- oder Bufferlösung über
die zweite Anschlussleitung in die Zentrifugationskammer geleitet. Die Wasch- oder
Bufferlösung durchspült die Zentrifugationskammer und wird radial innenliegend über
die erste Anschlussleitung abgeführt. Auch in dieser Betriebsphase rotiert die Zentrifugationskammer
mit dem Rotor, so dass infolge der wirkenden Zentrifugationskraft die Partikel daran
gehindert sind, mit der Wasch- oder Bufferlösung über die erste Anschlussleitung aus
der Zentrifugationskammer auszutreten. Auch während der zweiten Betriebsphase dient
die erste Anschlussleitung als Abführleitung für die Wasch- oder Bufferlösung, während
die erste Anschlussleitung als Zuführleitung für die Wasch- oder Bufferlösung dient.
In einer anschließenden dritten Betriebsphase erfolgt weiterhin die Verdrehung der
Zentrifugationskammer mit dem Rotor. In der dritten Betriebsphase wird die Durchströmungsrichtung
durch die Zentrifugationskammer umgekehrt und die Partikel werden über die zweite
Anschlussleitung aus der Zentrifugationskammer entnommen, während über die erste Anschlussleitung
Wasch- oder Bufferlösung in die Zentrifugationskammer nachgeführt werden kann. Die
dritte Betriebsphase endet dann, wenn sämtliche Partikel aus der Zentrifugationskammer
entnommen sind. Hieran können sukzessive weitere Zyklen mit den erläuterten drei Betriebsphasen
anschließen.
[0006] EP 3 936 601 A1 ist die Gestaltung eines Medium-Netzwerks zu entnehmen, welches an die Anschlussleitungen
angeschlossen ist und die unterschiedlichen Betriebsphasen gewährleistet. Hinsichtlich
dieses Medium-Netzwerks, der enthaltenen Pumpenanordnung, der Prozess-Steuereinheit,
einer zusätzlichen Filteranordnung, Aufnahmebehältern für die unterschiedlichen Medien
und hinsichtlich des Prozessablaufs wird ergänzend auf
EP 3 936 601 A1,
EP 2 310 486 B1 und
EP 2 485 846 B1 verwiesen.
[0007] EP 2 485 846 B1 beschreibt, dass in Durchflusszentrifugen fluidische Verbindungen zu mit dem Rotor
rotierenden Anschlussleitungen mittels Drehdurchführungen problematisch sein können,
da die Drehdurchführungen anfällig gegenüber Leckagen sind und die Gefahr mit sich
bringen, dass eine unerwünschte Kontamination der Medien erfolgt. Andererseits wird
erläutert, dass gemäß
US 4,216,770,
US 4,419,089,
US 4,389,206 und
US 5,665,048 Verbindungsstränge Einsatz finden, in die die Anschlussleitungen integriert sein
können. Ein Endbereich des Verbindungsstrangs ist dabei gehäusefest angeordnet, während
der andere Endbereich des Verbindungsstrangs an dem Rotor befestigt ist und mit dem
Rotor verdreht wird. Um zu vermeiden, dass die Verdrillung des Verbindungsstrangs
infolge der Verdrehung des Rotors und der relativen Verdrehung der Endbereiche des
Verbindungsstrangs immer größer wird, ist der Verbindungsstrang zusätzlich in einer
als Führungsrohr ausgebildeten Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung geführt. Das Führungsrohr
verfügt über einen Teilabschnitt, der die Form eines abgerundeten U mit leicht auseinander
gespreizten Seitenschenkeln unterschiedlicher Längen aufweist. Die Öffnung des U weist
dabei in Richtung der Rotationsachse des Rotors. Der Verbindungsstrang tritt, ausgehend
von dem gehäusefesten Endbereich unter Krümmung nach außen in einen Seitenschenkel
des U ein. In dem U-förmigen Teilabschnitt wird der Verbindungsstrang durch das Führungsrohr
um den Rotor herumgeführt. Der freie Endbereich des anderen Seitenschenkels des U
des Führungsrohrs ist so zurück gekrümmt, dass dieser koaxial zur Drehachse des Rotors
angeordnet ist und unmittelbar benachbart zu dem Eintritt des Verbindungsstrangs in
den Rotor angeordnet ist. Das Führungsrohr wird dann mit der halben Drehzahl des Rotors
angetrieben.
EP 2 485 846 B1 verweist zur Erläuterung der Vermeidung der zunehmenden Verdrillung des Verbindungsstrangs
durch Einsatz des rotierenden Führungsrohrs auf die Druckschrift
US 3,586,413.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Durchflusszentrifuge sowie eine Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
für eine Durchflusszentrifuge vorzuschlagen, die hinsichtlich der Beanspruchungen
und der Dauerfestigkeit verbessert ist.
LÖSUNG
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche gelöst. Weitere bevorzugte erfindungsgemäße Ausgestaltungen sind den
abhängigen Patentansprüchen zu entnehmen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die Erfindung betrifft eine Durchflusszentrifuge. Die Durchflusszentrifuge weist
einen Rotor auf, der über (mindestens) eine Zentrifugationskammer verfügt. In der
Zentrifugationskammer kann unmittelbar oder in einem geeigneten Behältnis das zu zentrifugierende
Medium angeordnet werden und diese kann mit weiteren Medien wie einer Wasch- oder
Bufferlösung durchspült werden. In der Durchflusszentrifuge wird der Rotor mit einer
Rotordrehzahl um die Rotorachse verdreht. Die Durchflusszentrifuge verfügt über einen
Verbindungsstrang. Der Verbindungsstrang weist eine Anschlussleitung auf, über die
im Betrieb der Durchflusszentrifuge mit rotierendem Rotor der Zentrifugationskammer
(insbesondere einem in der Zentrifugationskammer angeordneten Behältnis) ein Medium
zuführbar ist. Des Weiteren weist der Verbindungsstrang eine Anschlussleitung auf,
über die ein Medium von der Zentrifugationskammer (insbesondere einem in der Zentrifugationskammer
angeordneten Behältnis) abführbar ist. Je nach vorliegender Betriebsphase können sich
die Strömungsrichtungen durch die Anschlussleitungen umkehren. Ein Endbereich des
Verbindungsstrangs ist gehäusefest angeordnet, während der andere Endbereich des Verbindungsstrangs
mit dem Rotor verdreht wird. Um eine Verdrillung des Verbindungsstrangs zu vermeiden,
wird der Verbindungsstrang mit einem Ausgleichsrotor verdreht, wobei der Verbindungsstrang
in einer Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung des Ausgleichsrotors, insbesondere einem
Führungsrohr, geführt wird. Der Ausgleichsrotor und die Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
werden mit der halben Rotordrehzahl um die Rotorachse verdreht. Insoweit kann die
Durchflusszentrifuge beispielsweise so ausgebildet sein wie die eingangs angeführten
Durchflusszentrifugen des Stands der Technik.
[0011] Bei herkömmlichen Durchflusszentrifugen besteht der Verbindungsstrang aus einem flexiblen
Rohr oder Schlauch (vorzugsweise einem Wellrohr), durch welches oder welchen sich
die Anschlussleitungen erstrecken. Durchaus möglich ist, dass die Kosten eines derartigen
Verbindungsstrangs mit den Anschlussleitungen und den Schnittstellen einerseits zu
dem Rotor und andererseits zu dem Medium-Netzwerk im Bereich von € 5.000 bis € 15.000
betragen. Infolge der hohen Beanspruchungen des Verbindungsstrangs während des Betriebs
der Durchflusszentrifuge kann ein Austausch des Verbindungsstrangs schon nach 5 bis
20 Betriebsstunden geboten seien, was einerseits zu hohen Umrüstzeiten und Ausfallzeiten
der Durchflusszentrifuge führt und andererseits beträchtliche Kosten verursacht. Da
in der Regel keine Verlängerung der Betriebsdauer des Verbindungsstrangs durch eine
Reduzierung der Drehzahl des Rotors oder eine stärkere Dimensionierung des Verbindungsstrangs
und/oder Wahl hochfester Materialien für den Verbindungsstrang möglich ist, werden
gemäß dem Stand der Technik derart kurze Lebensdauern des Verbindungsstrangs hingenommen.
[0012] Die Erfindung basiert zunächst auf einer Untersuchung der an dem Verbindungsstrang
im Betrieb der Durchflusszentrifuge wirkenden Beanspruchungen. Die der Erfindung zugrunde
liegenden Untersuchungen haben dabei zu dem Ergebnis geführt, dass der Verbindungsstrang
in der Durchflusszentrifuge komplex beansprucht ist:
- a) Der Verbindungsstrang führt in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung eine relative
Drehbewegung um die Längsachse aus. Diese relative Drehbewegung führt zu einer Reibung
zwischen dem Verbindungsstrang und der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung. Diese
Reibung führt zu einer über die Längserstreckung des Verbindungsstrangs variierenden
Torsionsbeanspruchung des Verbindungsstrangs. Darüber hinaus führt die Reibung zwischen
dem Verbindungsstrang und der Innenwandung der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
zu einem Wärmeeintrag in den Verbindungsstrang im Bereich der Kontakt- und Reibflächen
und unter Umständen zu einem Verschleiß.
- b) Der Verbindungsstrang ist in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung so geführt,
dass der Verbindungsstrang, einem ersten Führungskonturabschnitt der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
folgend, von dem gehäusefesten Endbereich und der dortigen koaxialen Anordnung zu
der Rotorachse nach außen gekrümmt ist. Ab einem Wendepunkt ist dann der Verbindungsstrang
in einem zweiten Führungskonturabschnitt der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung in
die entgegengesetzte Richtung gekrümmt, bis der Verbindungsstrang mit einem parallel
zu der Rotorachse orientierten Abschnitt radial außenliegend an dem Rotor vorbeigeführt
werden kann. Der Verbindungsstrang ist somit in den genannten Führungskonturabschnitten
entsprechend einem langgestreckten S geführt, wobei die beiden Enden des S parallel
zueinander orientiert sind und ein Ende koaxial zur Rotorachse angeordnet ist, während
das andere Ende den maximalen Abstand des Verbindungsstrangs von der Rotorachse aufweist.
Der Verbindungsstrang ist in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung entsprechend
den Führungskonturen der genannten Führungskonturabschnitte gekrümmt und somit aus
seiner langgestreckten Ausgangslage mit einer Biegung beaufschlagt.
Infolge der mechanischen Randbedingungen des Verbindungsstrangs, nämlich
- der Befestigung eines Endbereichs des Verbindungsstrangs an dem ruhenden Gehäuse,
- der Befestigung des anderen Endbereichs des Verbindungsstrangs an dem Rotor, der mit
der Rotordrehzahl rotiert und
- der Führung des Verbindungsstrangs in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung, die
mit der halben Rotordrehzahl verdreht wird,
ist die Biegung des Verbindungsstrangs nicht stationär, sondern diese stellt eine
Umlaufbiegung dar. Abseits einer (imaginären) neutralen Faser ist infolge der Umlaufbiegung
ein jeweils temporär radial außenliegender Materialbereich des Verbindungsstrangs,
insbesondere des flexiblen Schlauchs oder des flexiblen (Well-)Rohrs, abwechselnd
mit einem harmonischen Verlauf einer Wechselspannung, also abwechselnd einer Zug-
und einer Druckspannung, ausgesetzt.
- c) Verfügt der Verbindungsstrang über ein Wellrohr, kann die umlaufende Biegung des
Wellrohrs dazu führen, dass Wellen oder Rippen des Wellrohrs auf der radial innenliegenden
Seite der gekrümmten Führungskontur aneinander zur Anlage kommen, was zu einer Nichtlinearität
in der Steifigkeit des Wellrohrs führen kann, die einen veränderten Beanspruchungsmechanismus
des Wellrohrs zur Folge haben kann.
- d) Der Erfindung zugrunde liegende Überlegungen haben zu dem Ergebnis geführt, dass
auf Längsabschnitte des Verbindungsstrangs (insbesondere den Schlauch oder das (Well-)
Rohr und die darin angeordneten Leitungen und auch auf das in den Leitungen angeordnete
Medium) eine Zentrifugalkraft wirkt, deren Betrag von dem Abstand des jeweiligen Längsabschnittes
von der Rotorachse abhängig ist. Hierbei weist die auf den jeweiligen Längsabschnitt
wirkende Zentrifugalkraft
- eine erste Komponente auf, die in Richtung der Führungsfläche der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
wirkt und somit die Anpresskraft und Reibung zwischen dem Verbindungsstrang und der
Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung erhöht,
- und eine zweite Komponente auf, die in Längsrichtung des Verbindungsstrangs orientiert
ist und zu einer Zug- oder Druckkraft in Längsrichtung des Verbindungsstrangs führt.
Die Aufteilung der Zentrifugalkraft auf die beiden Komponenten ergibt sich aus den
trigonometrischen Funktionen in Abhängigkeit des Winkels, unter dem der Längsabschnitt
gegenüber der Rotorachse geneigt ist. In dem ersten Führungskonturabschnitt führt
die zweite Komponente zu einer Zugkraft, die eine Dehnung des Verbindungsstrangs zur
Folge hat, während diese in dem zweiten Führungskonturabschnitt zu einer Druckkraft
führt, die den Verbindungsstrang komprimiert. Hierbei ist eine Zugkraft infolge der
Zentrifugalkraft in einem ersten Materialbereich des Verbindungsstrangs an einer ersten
Längserstreckungskoordinate des Verbindungsstrangs, der einen kleinen Abstand von
der Rotorachse hat, u. U. größer als die Zugkraft infolge der Zentrifugalkraft in
einem zweiten Materialbereich des Verbindungsstrangs an einer zweiten Längserstreckungskoordinate
des Verbindungsstrangs, der einen größeren Abstand von der Rotorachse hat. Der Grund
hierfür ist, dass radial außenliegend von dem ersten Materialbereich des Verbindungsstrangs
an der ersten Längserstreckungskoordinate des Verbindungsstrangs ein längerer Abschnitt
des Verbindungsstrangs angeordnet ist, der zu einer größeren Zugkraft infolge der
Zentrifugalkraft führen kann.
- e) Je nach den wirkenden Beanspruchungen kann es zu veränderten Randbedingungen in
dem Verbindungsstrang kommen. So kann beispielsweise eine Dehnung einer Anschlussleitung
in dem Schlauch oder (Well-)Rohr dazu führen, dass die Anschlussleitung nicht mehr
an der Innenfläche des Schlauchs oder (Well-)Rohrs anliegt, womit keine innere Abstützung
des Schlauchs oder (Well-)Rohrs mehr gegeben ist und sich eine innere Reibung des
Verbindungsstrangs verändert. Möglich ist auch, dass sich hierdurch eine Längs- und/oder
Biegesteifigkeit des Verbindungsstrangs verändert.
- f) Eine weitere Bedeutung kann eine etwaige Elastizität des Mediums in den Leitungen
des Verbindungsstrangs haben, da die Zentrifugalkraft infolge der Elastizität zu Druckänderungen
im Inneren der Anschlussleitungen, zu einer damit verbundenen veränderten Masseverteilung
und/oder zu einer Veränderung der Steifigkeit führen kann.
[0013] Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen, der Untersuchung der oben erläuterten Beanspruchungen
des Verbindungsstrangs und der Erfindung zugrunden liegenden Versuchen schlägt die
Erfindung vor, dass in einer Durchflusszentrifuge eine Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
Einsatz findet, die eine Führungskontur aufweist, deren Krümmungsradius für einen
ersten Abstand von der Rotorachse größer ist als für einen zweiten Abstand von der
Rotorachse, wobei der erste Abstand kleiner ist als der zweite Abstand.
[0014] Dies soll anhand des die Erfindung nicht beschränkenden vereinfachenden Beispiels
erläutert werden, dass die Führungskontur entsprechend einem in horizontaler Richtung
langgestreckten S ausgebildet ist mit einem unteren linken Endbereich, welcher koaxial
zur Rotorachse orientiert ist und einem oberen, rechten Endbereich, der parallel zur
Rotorachse orientiert ist. Zwischen diesen Endbereichen befindet sich mittig ein Wendepunkt,
im Bereich dessen die Krümmung in mathematischem Sinne das Vorzeichen ändert. Für
dieses vereinfachende Beispiel ist in dem ersten Führungskonturabschnitt zwischen
dem unteren linken Endbereich und dem Wendepunkt der Krümmungsradius konstant entsprechend
einem ersten Krümmungsradius, während in dem zweiten Führungskonturabschnitt zwischen
dem Wendepunkt und dem oberen rechten Endbereich der Krümmungsradius konstant mit
einem zweiten Krümmungsradius ist, wobei der zweite Krümmungsradius kleiner ist als
der erste Krümmungsradius.
[0015] In dem ersten Führungskonturabschnitt werden die Querschnitte an den jeweiligen Längserstreckungskoordinaten
infolge der Umlaufbiegung mit einer Umlaufbiegespannung beaufschlagt, die über die
Längserstreckung in dem ersten Führungskonturabschnitt vom Betrag konstant sein kann,
aber entsprechend des Umlaufes mit einem harmonischen Verlauf ihr Vorzeichen wechselt.
Überlagert ist dieser Umlaufbiegespannung die Zugspannung, die sich infolge der Masse
des Verbindungsstrangs infolge der Zentrifugalkraft entsprechend dem Abstand von der
Rotorachse ergibt und die quadratisch von der Drehzahl abhängig ist. An dem ersten
Ende des ersten Führungskonturabschnitts, wo die Biegung ausgehend von der koaxialen
Ausrichtung zu der Rotorachse beginnt, wirkt dabei die Zentrifugalkraft, die von dem
gesamten Teilabschnitt des Verbindungsstrangs in dem ersten Führungskonturabschnitt
und unter Umständen auch einem Teilabschnitt in dem zweiten Führungskonturabschnitt
erzeugt wird. Für Längserstreckungskoordinaten in dem ersten Führungskonturabschnitt
mit größerem Abstand von der Rotorachse verringert sich die infolge der Zentrifugalkraft
in dem Querschnitt an der Längserstreckungskoordinate wirkende Zugkraft, so dass an
dem ersten Ende die Zugkraft infolge der Zentrifugalkraft und die hierdurch bedingte
Zugspannung maximal ist. In den Querschnitten an den jeweiligen Längserstreckungskoordinaten
kommen dann jeweils die Umlaufbiegespannung und die Zugspannung infolge der Zentrifugalkraft
zur Überlagerung. Führt die Umlaufbiegung temporär zu einer Umlaufbiegedruckspannung,
hat die Überlagerung mit der Zugspannung infolge der Zentrifugalkraft eine Reduzierung
der resultierenden Spannung zur Folge, was für die Materialbeanspruchung vorteilhaft
ist. Derselbe Querschnittsbereich ist dann aber kurze Zeit später für die weiter umlaufende
Biegung auch mit einer Umlaufbiegezugspannung beaufschlagt, für die die Überlagerung
mit der Zugspannung infolge der Zentrifugalkraft dann zu einer Addition der Beträge
der Umlaufbiegezugspannung und der Zugspannung infolge der Zentrifugalkraft führt.
Es ergibt sich somit ein erhöhtes Maximum der resultierenden Beanspruchung, welches
für einen möglichen Erklärungsversuch für die Begrenzung der Lebensdauer des Verbindungsstrangs
verantwortlich sein kann.
[0016] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung kann das Maximum der resultierenden Beanspruchung
reduziert werden, womit die Lebensdauer (u. U. signifikant) erhöht werden kann:
In dem Bereich der Rotorachse oder benachbart zu diesem wird erfindungsgemäß der Krümmungsradius
größer gewählt. Durch die Vergrößerung des Krümmungsradius ist die Amplitude der Umlaufbiegespannung
reduziert, was dann trotz der erläuterten Überlagerung mit der Zugspannung infolge
der Zentrifugalkraft zu einer Reduzierung der maximalen resultierenden Spannung und
damit zu einer Reduzierung der Beanspruchung führen kann.
[0017] Für einen Vorschlag der Erfindung weist die Führungskontur einen ersten Führungskonturabschnitt
und einen zweiten Führungskonturabschnitt auf. Für das vorgenannte Beispiel können
die Führungskonturabschnitte jeweils viertelkreisförmig ausgebildet sein mit Krümmungen
in entgegengesetzte Richtungen, wobei dann die Führungskonturabschnitte unterschiedliche
Radien aufweisen. Möglich ist aber durchaus auch, dass in mindestens einem Führungskonturabschnitt
Führungskonturteilabschnitte mit unterschiedlichen Krümmungsradien vorhanden sind,
wobei der Krümmungsradius in Stufen oder auch kontinuierlich variieren kann. Für diesen
Vorschlag der Erfindung weist der Führungskonturabschnitt eine Krümmung in eine erste
Richtung auf, während der zweite Führungskonturabschnitt eine Krümmung in eine zweite
Richtung aufweist. Der erste Führungskonturabschnitt und der zweite Führungskonturabschnitt
sind durch einen vorzugsweise radial zu der Rotorachse orientierten Zwischenabschnitt
miteinander verbunden. Für das eingangs erläuterte Beispiel mit den viertelkreisförmigen
Führungskonturabschnitten kann der Zwischenabschnitt von der lokalen Verbindungsstelle
der einander zugewandten Enden der Führungskonturabschnitte gebildet sein, wobei auch
möglich ist, dass sich zwischen diesen Enden ein geradliniger, vorzugsweise radial
orientierter Zwischenabschnitt erstreckt. Alternativ oder kumulativ möglich ist, dass
der erste Führungskonturabschnitt und der zweite Führungskonturabschnitt über einen
Wendeabschnitt miteinander verbunden sind, in dem die Krümmung das Vorzeichen wechselt.
Der erste Führungskonturabschnitt weist einen kleineren Abstand von der Rotorachse
auf als der zweite Führungskonturabschnitt. In dem ersten Führungskonturabschnitt
ist der Krümmungsradius größer als der Krümmungsradius in dem zweiten Führungskonturabschnitt.
Um lediglich einige die Erfindung nicht beschränkende Beispiele zu nennen, kann der
Krümmungsradius in dem ersten Führungskonturabschnitt um mindestens 5 %, mindestens
10%, mindestens 15 %, mindestens 20 %, mindestens 25 %, mindestens 30 %, mindestens
40 % oder sogar mindestens 50 % größer sein als der Krümmungsradius in dem zweiten
Führungskonturabschnitt. Dies kann bspw.
- lediglich für einen diskreten Krümmungsradius an einer spezifischen Längserstreckungskoordinate
der Führungskonturabschnitte gelten,
- für einen Teilabschnitt der Führungskonturabschnitte gelten, in dem der Krümmungsradius
konstant ist,
- für gemittelte Krümmungsradien in den Führungskonturteilabschnitten gelten oder
- für sämtliche Krümmungsradien bei einem sich kontinuierlich verändernden Krümmungsradius
in den Führungskonturabschnitten gelten.
[0018] Alternativ oder kumulativ möglich ist, dass der Krümmungsradius in dem ersten Führungskonturabschnitt
in Richtung der Längserstreckung und mit zunehmendem Abstand von der Rotorachse kontinuierlich
oder in Stufen kleiner wird.
[0019] Grundsätzlich kann im Rahmen der Erfindung der Verbindungsstrang beliebig aufgebaut
sein. Vorzugsweise weist der Verbindungsstrang ein Wellrohr auf, durch welches sich
die unterschiedlichen Leitungen, insbesondere Anschlussleitungen, des Verbindungsstrangs
erstrecken können. Das Wellrohr dient dabei bspw. der Bündelung der Leitungen, dem
Schutz der Leitungen und der Führung sowie Kapselung der Leitungen.
[0020] Für einen besonderen Vorschlag der Erfindung wird der Krümmungsradius in dem ersten
Führungskonturabschnitt mit zunehmenden Abstand von der Rotorachse kontinuierlich
kleiner. Möglich ist, dass dies nur für den ersten Führungskonturabschnitt gilt. Vorzugsweise
wird auch der Krümmungsradius in dem zweiten Führungskonturabschnitt mit zunehmenden
Abstand von der Rotorachse kontinuierlich kleiner.
[0021] Wie zuvor erläutert wurde sind die Beanspruchungen des Verbindungsstrangs in der
Führungseinrichtung durchaus komplex, was auch die Anforderungen an die Gestaltung
der Geometrie der Führungskonturabschnitte komplex machen kann. Für eine Ausgestaltung
der Durchflusszentrifuge ist in dem ersten Führungskonturabschnitt und/oder in dem
zweiten Führungskonturabschnitt ein Krümmungsradius an den unterschiedlichen Längserstreckungskoordinaten
derart dimensioniert, dass eine Beanspruchung des in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
geführten Verbindungsstrangs an diesen oder sämtlichen Längserstreckungskoordinaten
konstant ist oder lediglich maximal ± 20 %, maximal ± 15 %, maximal ± 10 % oder maximal
± 5 % variiert. Hierbei wird die Beanspruchung, die konstant bleiben soll oder lediglich
um den angegebenen Prozentsatz variieren soll, ermittelt aus einer Überlagerung zweier
unterschiedlicher Teilbeanspruchungen:
- einer Zugbeanspruchung des Verbindungsstrangs an den Längserstreckungskoordinaten,
die sich infolge der Zentrifugalkraft infolge des Abschnitts des Verbindungsstrangs,
der radial außenliegend von der Längserstreckungskoordinate angeordnet ist, ergibt;
- einer Umlaufbiegebeanspruchung des Verbindungsstrangs an den Längserstreckungskoordinaten,
die sich infolge der umlaufenden Biegung des Verbindungsstrangs entsprechend der Krümmung
desselben ergibt.
[0022] Diese Auslegung basiert einerseits auf der Annahme, dass die beiden genannten Teilbeanspruchungen
maßgeblich für die Festigkeit des Verbindungsstrangs sind, wobei über die angegebenen
prozentuale Variationsbreiten einerseits eine Sicherheit berücksichtigt werden kann
und andererseits weiteren auftretenden Beanspruchungen (Reibung, Erwärmung, Verschleiß,
...) Rechnung getragen werden kann.
[0023] Für ein alternatives oder kumulatives Auslegungskriterium erfolgt eine Dimensionierung
des Krümmungsradius derart, dass die Beanspruchung infolge der vorgenannten beiden
Teilbeanspruchungen über die Längserstreckung des Verbindungsstrangs in dem ersten
Führungskonturabschnitt und/oder in dem zweiten Führungskonturabschnitt mindestens
um einen vorgegebenen Prozentsatz kleiner ist als eine zulässige Beanspruchung des
Verbindungsstrangs. So kann beispielsweise für den Einsatz eines Wellrohrs in dem
Verbindungsstrang eine maximale statische Biegebespannung herstellerseitig vorgegeben
sein, so dass in diesem Fall die aus den beiden Teilbeanspruchungen ermittelte resultierende
Spannung um einen fest vorgegebenen Prozentsatz kleiner ist als diese herstellerseitig
angegebene Biegebespannung. Eine weitere zulässige Beanspruchung, auf die die mit
den Teilbeanspruchungen ermittelte Beanspruchung prozentual bezogen ist, kann eine
maximale dynamische Zug- und/oder Biegespannung oder eine vorgegebene Zugfestigkeit
oder Dauerfestigkeit eines Bestandteils des Verbindungsstrangs oder des gesamten Verbindungsstrangs
sein.
[0024] Eine weitere Lösung der der Erfindung zugrunde liegenden Aufgabe stellt eine Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
dar, die bestimmt ist für eine Durchflusszentrifuge, wie diese zuvor erläutert worden
ist. Die Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung weist ein Führungsrohr auf oder besteht
in einem Führungsrohr, wobei das Führungsrohr eine Führungskontur aufweist mit einem
ersten Führungskonturabschnitt und einem zweiten Führungskonturabschnitt. Der erste
Führungskonturabschnitt weist eine Krümmung in eine erste Richtung auf, während der
zweite Führungskonturabschnitt eine Krümmung in eine zweite Richtung, die entgegengesetzt
zu der ersten Richtung orientiert ist, aufweist. Der erste Führungskonturabschnitt
und der zweite Führungskonturabschnitt sind durch einen vorzugsweise radial zu der
Rotorachse orientierten Zwischenabschnitt oder einen Wendeabschnitt miteinander verbunden.
Der erste Führungskonturabschnitt weist einen kleineren Abstand von der Rotorachse
auf als der zweite Führungskonturabschnitt. Der Krümmungsradius in dem ersten Führungskonturabschnitt
ist kleiner als der Krümmungsradius in dem zweiten Führungskonturabschnitt. Alternativ
oder kumulativ wird in dem Führungsrohr der Krümmungsradius in dem ersten Führungskonturabschnitt
in Richtung des Endbereichs, der dem zweiten Führungskonturabschnitt zugewandt ist,
kleiner, was in Stufen oder kontinuierlich erfolgen kann.
[0025] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0026] Die in der Beschreibung genannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung
kommen, ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt
werden müssen.
[0027] Hinsichtlich des Offenbarungsgehalts - nicht des Schutzbereichs - der ursprünglichen
Anmeldungsunterlagen und des Patents gilt Folgendes: Weitere Merkmale sind den Zeichnungen
- insbesondere den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen mehrerer
Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung - zu entnehmen.
Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der Erfindung oder
von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls abweichend von den gewählten
Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich und wird hiermit angeregt. Dies betrifft
auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt sind oder bei deren
Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen unterschiedlicher
Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können in den Patentansprüchen aufgeführte
Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung entfallen, was aber nicht für
die unabhängigen Patentansprüche des erteilten Patents gilt.
[0028] Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich
ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als
die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs
"mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einem Element die Rede ist, ist
dies so zu verstehen, dass genau ein Element, zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden
sind. Die in den Patentansprüchen angeführten Merkmale können durch weitere Merkmale
ergänzt werden oder die einzigen Merkmale sein, die der Gegenstand des jeweiligen
Patentanspruchs aufweist.
[0029] Die in den Patentansprüchen enthaltenen Bezugszeichen stellen keine Beschränkung
des Umfangs der durch die Patentansprüche geschützten Gegenstände dar. Sie dienen
lediglich dem Zweck, die Patentansprüche leichter verständlich zu machen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0030] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt in einem räumlichen Halblängsschnitt stark schematisiert eine Durchflusszentrifuge
mit einem Verbindungsstrang (ohne Darstellung der Führungseinrichtung).
- Fig. 2
- zeigt einen Verbindungsstrang in einer Führungseinrichtung, wie diese Einsatz finden
können in einer Durchflusszentrifuge gemäß Fig. 1.
- Fig. 3 bis 5
- zeigen Tabellen für die Dimensionierung der Krümmungsradien eines Führungsrohrs einer
Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung.
- Fig. 6
- zeigt einen beispielhaften Verlauf eines Krümmungsradius eines Führungsrohrs einer
Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung sowie einer sich infolge der Zentrifugalkraft
ergebenden Zugkraft in Abhängigkeit von dem Abstand von einer Rotorachse.
- Fig. 7
- zeigt eine schematische Darstellung für eine Hilfsüberlegung zur Ermittlung einer
an einer an einem Längsabschnitt an einer Längserstreckungskoordinate und in einem
Abstand von einer Rotorachse auf ein Rohr oder einen Schlauch des Verbindungsstrangs
wirkenden Zugkraft infolge einer Zentrifugalkraft.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0031] In den Figuren werden Bauelemente oder Merkmale, welche sich entsprechen oder ähneln,
teilweise mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet, wobei diese Bauelemente oder
Merkmale dann durch den zusätzlichen Buchstaben a, b, ... voneinander unterschieden
sein können. In diesem Fall kann mit oder ohne den ergänzenden Buchstaben auf diese
Bauteile oder Merkmale Bezug genommen werden, womit dann eines der Bauteile oder Merkmale,
mehrere oder sämtliche Bauteile oder Merkmale angesprochen sein können.
[0032] Fig. 1 zeigt stark schematisiert eine Durchflusszentrifuge 1 in einer räumlichen Darstellung
in einem Halblängsschnitt. Die Durchflusszentrifuge 1 verfügt über ein Gehäuse 2 und
insbesondere einen Kessel 3 mit einer Wandung 4. Die Wandung 4 des Kessels 3 begrenzt
eine Rotorkammer 5, in der ein Rotor 6 mit einer Rotordrehzahl um eine Rotorachse
7 verdreht wird. Von dem Rotor 6 sind in der schematischen Darstellung gemäß Fig.
1 lediglich in der Zentrifugatrionskammer des Rotors 6 angeordnete Behältnisse 8a,
8b (hier zwei Behältnisse 8a, 8b, wobei auch eine beliebige andere Anzahl von Behältnissen
8 vorhanden sein kann) dargestellt, bei denen es sich beispielsweise um Blutbeutel
9 oder beliebige andere Behältnisse handeln kann. Die Behältnisse 8 sind dabei gleichmäßig
in Umfangsrichtung um die Rotorachse 7 verteilt angeordnet und verfügen über denselben
Abstand von der Rotorachse 7.
[0033] Die Durchflusszentrifuge 1 verfügt über einen Rotorkammer-Temperierkreislauf 10,
von dem in Fig. 1 lediglich eine Rotorkammer-Temperierschleife 11 dargestellt ist.
Die Rotorkammer-Temperierschleife 11 ist in die Wandung 4 des Kessels 3 integriert
und windet sich mit mehreren Windungen um die Rotorachse 7 und die Rotorkammer 5.
[0034] In Fig. 1 ist des Weiteren ein Verbindungsstrang 12 zu erkennen. Der Verbindungsstrang
12 weist einen flexiblen Schlauch oder ein flexibles Rohr 13, bei dem es sich insbesondere
um ein Wellrohr handelt, auf. Durch den Schlauch oder das Rohr 13 erstrecken sich
optional eine Temperier-Zuführleitung 14 und eine Temperier-Abführleitung 15, die
der Temperierung und Kühlung des Verbindungsstrangs dienen können. Durch den Schlauch
oder das Rohr 13 erstrecken sich zwei Anschlussleitungen 16, 17, die in den unterschiedlichen
Betriebsphasen des Zentrifugationsprozesses in unterschiedliche Richtungen von den
Medien durchströmt werden. In einem Endbereich 18 ist der Verbindungsstrang 12 an
dem Gehäuse 2 oder einer Wandung 4 des Kessels 3 befestigt, während der Verbindungsstrang
12 in einem anderen Endbereich 19 an dem Rotor 6 befestigt ist und mit diesem verdreht
wird.
[0035] Um die Rotorachse 7 rotiert auch ein Ausgleichsrotor, wobei die Drehzahl des Ausgleichsrotors
halb so groß ist wie die Drehzahl des Rotors 6. Der Ausgleichsrotor weist eine Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
20 auf, die in
Fig. 2 dargestellt ist und hier als Führungsrohr 21 ausgebildet ist. Das Führungsrohr 21
weist zwei Führungsrohrhälften 22, 23 auf, die durch die strichpunktierte imaginäre
Trennlinie 24 voneinander getrennt sind. Das Führungsrohr 21 weist entlang einer Längserstreckungskoordinate
25 einen konstanten kreisringförmigen Querschnitt auf, wobei die Längserstreckungskoordinate
25 in unterschiedliche Richtungen gekrümmt ist, wie im Folgenden noch näher erläutert
wird. Durch das Führungsrohr 21 erstreckt sich der Verbindungsstrang 12, der hier
als Wellrohr ausgebildet ist. In beiden Endbereichen des Führungsrohrs 21 erstreckt
sich der Verbindungsstrang 12 aus dem Führungsrohr 21 heraus, um dessen Befestigung
an dem Gehäuse 2 bzw. dem Rotor 6 zu ermöglichen. Zwischen einer Innenfläche 26 des
Führungsrohrs 21 und der Mantelfläche des Verbindungsstrangs 12 ergibt sich ein radiales
Spiel, wobei sich je nach Krümmung des Verbindungsstrangs 12 und den zuvor erläuterten
Beanspruchungen desselben der Verbindungsstrang 12 auf einer Seite an die Innenfläche
26 des Führungsrohrs 21 anlegen kann.
[0036] In der Führungsrohrhälfte 22 verfügt das Führungsrohr 21 über eine Führungskontur
27, die von der Innenfläche 26 ausgebildet wird. Die Führungskontur 27 weist einen
ersten Führungskonturabschnitt 28 sowie einen zweiten Führungskonturabschnitt 29 auf,
die über einen Wendeabschnitt 30 unmittelbar miteinander verbunden sind. Der Wendeabschnitt
30 bildet für dieses Ausführungsbeispiel gleichzeitig einen Zwischenabschnitt 31,
im Bereich dessen das Führungsrohr 21 radial zu der Rotorachse 7 orientiert ist. In
dem ersten Führungskonturabschnitt 28 verfügt die Führungskontur 27, insbesondere
die Längserstreckungskoordinate 25 des Führungsrohrs 21, über einen ersten Krümmungsradius
32, während die Führungskontur 27 in dem zweiten Führungskonturabschnitt 29 über einen
zweiten Krümmungsradius 33 verfügt. Für das Ausführungsbeispiel in Fig. 2 ist der
erste Krümmungsradius 32 in dem ersten Führungsabschnitt 28 konstant und auch der
zweite Krümmungsradius 33 in dem zweiten Führungsabschnitt 29 ist konstant, wobei
der zweite Krümmungsradius 33 kleiner ist als der erste Krümmungsradius 32. In dem
ersten Führungskonturabschnitt 28 erfolgt die Krümmung der Längserstreckungskoordinate
25 entgegen dem Uhrzeigersinn, während sich diese in dem Wendeabschnitt 30 umkehrt,
so dass in dem zweiten Führungskonturabschnitt 29 die Krümmung der Längserstreckungskoordinate
25 im Uhrzeigersinn verläuft. Die Führungskonturabschnitte 28, 29 erstrecken sich
jeweils über einen Umfangswinkel von 90°. Möglich sind aber auch kleinere Umfangswinkel,
womit dann das Führungsrohr 21 in dem Wendeabschnitt 30 nicht radial zu der Rotorachse
7 orientiert ist.
[0037] Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, ist ein Endbereich 34 des ersten Führungskonturabschnitts
28 (ungefähr) koaxial zur Rotorachse 7 orientiert, während der andere Endbereich 35
des ersten Führungskonturabschnitts 28 radial zur Rotorachse 7 orientiert ist. Bündig
schließt in dem Wendeabschnitt 30 und Zwischenabschnitt 31 an den Endbereich 35 der
zugewandte Endbereich 36 des zweiten Führungskonturabschnitts 29 an, der ebenfalls
radial zu der Rotorachse 7 orientiert ist. Hingegen ist der andere Endbereich 37 des
zweiten Führungskonturabschnitts 29 parallel zur Rotorachse 7 orientiert, wobei in
diesem Bereich das Führungsrohr 21 den maximalen Abstand von der Rotorachse 7 hat.
Grundsätzlich kann die zweite Führungsrohrhälfte 23 spiegelsymmetrisch zu der Trennlinie
24 der ersten Führungsrohrhälfte 22 ausgebildet sein. Für das dargestellte Ausführungsbeispiel
gilt diese Spiegelsymmetrie lediglich für den zweiten Führungskonturabschnitt 29',
während der erste Führungskonturabschnitt 28' in der zweiten Führungsrohrhälfte 23
ohne Spiegelung an die zweite Führungskonturhälfte 29' angesetzt ist, so dass in Richtung
der Längserstreckungskoordinate 25 beide Führungskonturabschnitte 28', 29' in Uhrzeigerrichtung
gekrümmt sind und zusammen einen Halbring bilden mit sich im Bereich des Wendeabschnitts
30' und Zwischenabschnitts 31' in Richtung der Längserstreckungskoordinate 25 vergrößerndem
Krümmungsradius 32'.
[0038] Für das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 kann das Führungsrohr 21 somit aus zwei
zusammengesetzten Führungskonturteilen, die identisch sind und jeweils die Führungskonturabschnitte
29, 29' bilden, sowie zwei Führungsrohrteilen, die die Führungskonturabschnitte 28,
28' bilden, bestehen, womit unter Umständen der Gleichanteil für die Herstellung des
Führungsrohrs 21 erhöht werden kann. Es versteht sich, dass aber auch eine Fertigung
des Führungsrohrs 21 aus einem Stück je nach eingesetzten Herstellungsverfahren möglich
ist.
[0039] Die in der Fig. 2 dargestellten Führungskonturabschnitte 28, 29 sind lediglich beispielhaft
dargestellt und erläutert, ohne dass hierdurch die Erfindung beschränkt sein soll.
[0040] Für einen ersten Vorschlag ist abweichend zu Fig. 2 der Krümmungsradius 32 in dem
Führungskonturabschnitt 28 nicht konstant. Vielmehr verringert sich dieser in Stufen
oder stufenlos entlang der Längserstreckungskoordinate 25.
[0041] Möglich ist auch, dass sich zunächst der Krümmungsradius 32 kontinuierlich verringert
(beispielsweise lediglich benachbart dem Ende 34), während dieser dann in dem Führungskonturabschnitt
28 konstant bleibt oder sich in Stufen weiter verringert.
[0042] Für sämtliche Ausführungsformen kann dann in dem zweiten Führungskonturabschnitt
29 entsprechend ein konstanter Krümmungsradius 33, ein sich in Stufen verringernder
Krümmungsradius 33 oder auch ein sich in einem Teilabschnitt kontinuierlich verringernder
und in einem anderen Teilabschnitt konstanter oder in Stufen verändernder Krümmungsradius
33 zum Einsatz kommen.
[0043] Im Folgenden wird eine beispielhafte Möglichkeit für eine Ermittlung eines Verlaufs
des Krümmungsradius 32, 33 des Führungsrohrs 21 der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
20 erläutert, wobei hier eine vereinfachende Berechnung mit vereinfachenden Annahmen
erläutert wird und keine Einschränkung der Erfindung auf die derart ermittelten Krümmungsradien
erfolgen soll. Für die folgende beispielhafte Berechnung wird die Annahme getroffen,
dass der Schlauch oder das (Well-)Rohr 13 dem Verlauf der Führungskontur 27 des Führungsrohrs
21 folgt. Wie auch in Fig. 2 zu erkennen ist, ist dies tatsächlich nicht der Fall,
so dass für eine Berechnung mit einer erhöhten Genauigkeit eine Ermittlung des Verlaufs
des Schlauchs oder (Well-)Rohrs 13 in dem Führungsrohr 21 und dann eine entsprechende
Berechnung der Krümmungsradien für diesen Verlauf erfolgen muss.
[0044] Für die beispielhafte Berechnung wird ein Schlauch oder (Well-) Rohr 13 zugrunde
gelegt, der einen Durchmesser D von 0,013 m hat und dessen Federkonstante bei der
Beaufschlagung mit einer in Längsrichtung wirkenden Zugkraft c = 5.000 [Zugkraft in
N / Dehnung] beträgt. Diese Federkonstante c kann herstellerseitig angegeben sein
oder über einen einfachen Zugversuch ermittelt werden.
[0045] In der Tabelle in
Fig. 3 ist für unterschiedliche, auf den Schlauch oder das (Well-)Rohr 13 wirkende Zugkräfte
F
Zug im Bereich von 0 N bis 330 N die sich aus der Federkonstante c ergebende Dehnung
D
Zugkraft des Schlauchs oder (Well-)Rohrs 13

berechnet worden (vgl. erste und zweite Spalte).
[0046] Wird der Schlauch oder das Rohr mit einem Krümmungsradius R gebogen, erfolgt die
Beaufschlagung des hinsichtlich der Krümmung außenliegenden Materialbereichs mit einer
Dehnung, während der innenliegende Materialbereich komprimiert wird. Die Dehnung D
Biegung infolge der Biegung im radial außenliegenden Bereich kann ermittelt werden über

[0047] In der Tabelle in Fig. 3 ist in der vierten Zeile für die in der zweiten Zeile angegebenen
Krümmungsradien R im Bereich von 0,45 m bis 0,175 m jeweils die sich infolge dieser
Biegung ergebende Dehnung D
Biegung angegeben.
[0048] Erfolgt im Betrieb in dem infolge der Biegung maximal gedehnten Materialbereich eine
Überlagerung der Dehnung infolge der Biegung D
Biegung und der Dehnung infolge der Zugkraft D
Zugkraft, so sind in der Tabelle gemäß Fig. 3 die Dehnung infolge der Zugkraft D
Zugkraft einerseits und die Dehnung für eine reine Biegung D
Biegung zu addieren, woraus sich die angegebenen resultierenden Dehnungen D
resultierend ergeben.
[0049] Soll eine Auslegung des Krümmungsradius R derart erfolgen, dass die sich aus der
Überlagerung ergebende resultierende Dehnung D
resultierend immer kleiner als 12 % ist, kommen nur die Krümmungsradien R in Betracht, bei denen
in der Tabelle gemäß Fig. 3 die resultierenden Dehnungen D
resultierend in Fettschrift hervorgehoben sind. Hieraus resultiert, dass für eine resultierende
Dehnung D
resultierend kleiner 12 %
- für Zugkräfte von 0 N bis 60 N (also bei einer weit von der Rotorachse 7 entfernten
Längserstreckungskoordinate 25, bei der vorzugsweise das Führungsrohr 21 parallel
zur Rotorachse 7 orientiert ist und somit keine Zentrifugalkraft wirkt) der Krümmungsradius
R 0,055 m betragen kann,
- für Zugkräfte von 90 N bis 120 N der Krümmungsradius R 0,065 m betragen kann,
- für eine Zugkraft von 150 N bis 180 N der Krümmungsradius R 0,075 m betragen kann,
- für Zugkräfte von 210 N bis 240 N der Krümmungsradius R 0,085 m betragen kann,
- für eine Zugkraft von 270 N der Krümmungsradius R 0,095 m betragen kann,
- für eine Zugkraft von 300 N der Krümmungsradius R 0,105 m betragen kann,
- für eine Zugkraft von 330 N (die sich beispielsweise an einer Längserstreckungskoordinate
25 des Führungsrohrs 21 in dem Führungskonturabschnitt 8 in dem Endbereich 34 ergibt)
der Krümmungsradius R 0,115 m betragen kann.
[0050] (Es kann auch eine entsprechende Berechnung mit kleineren Stufen der Zugkraft oder
mit einer kontinuierlichen Veränderung der Zugkraft erfolgen.)
[0051] In der Tabelle gemäß
Fig. 4 ist in der ersten Spalte eine Länge entlang der Längserstreckungskoordinate 25 des
Führungsrohrs 21 von der Rotorachse 7 im Bereich von 0 m bis 0,21 m angegeben, was
der Länge bis zu der Trennlinie 24 entspricht. In der zweiten Spalte ist ein Winkel
43 eines an der Längserstreckungskoordinate 25 angeordneten Längsabschnitts des Verbindungsstrangs
12 gegenüber einer Orientierung radial zu der Rotorachse 7 im Bogenmaß angegeben.
Bei der Längserstreckungskoordinate 0,00m, also bei dem Eintritt in das Führungsrohr
21, beträgt der Winkel 43 π/2, während der Winkel 43 an dem Wendeabschnitt 30 Null
ist und an dem Endbereich 37 - π/2 beträgt.
[0052] Trifft man die vereinfachende Annahme, dass die beiden Führungskonturabschnitte 28,
29 mit denselben Krümmungsradien R viertelkreisförmig gekrümmt sind, kann für die
jeweilige Längserstreckungskoordinate 25 zwischen diesen charakteristischen Winkeln
43 der Winkel 43 über

wobei hier ein konstanter Krümmungsradius R von 0,105 m angenommen worden ist.
[0053] Der Abstand A eines Längsabschnitts an der Längserstreckungskoordinate 25 ergibt
sich dann über

wobei der Abstand A in Fig.4 in der dritten Spalte dargestellt ist.
[0054] Wird beispielsweise davon ausgegangen, dass die relative Masse m
r des Verbindungsstrangs 12 pro Länge m
r=0,3705 kg/m beträgt, kann die relative Zentripetalbeschleunigung an der jeweiligen
Längserstreckungskoordinate 25, die sich aus dem Quotienten der absoluten Zentripetalbeschleunigung
a
z und der Erdbeschleunigung g ergibt, berechnet werden über

wobei n die Drehzahl der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung 20 ist und für die beispielhafte
Berechnung 36,67 U/sec (2200 U/min) beträgt und wobei g = 9,813 m/s
2 gilt.
[0055] Erfolgt eine Multiplikation der relativen Zentripetalbeschleunigung a
z/g mit der relativen Masse m
r und der Länge ΔL eines Längsabschnitts, wobei ΔL = 0,01 m ist, ergeben sich die Werte,
die in Spalte 5 von Fig. 4 angegeben sind. In dieser Spalte ist somit die, bezogen
auf die Länge ΔL eines Längsabschnitts auf den Längsabschnitt wirkende Zentrifugalkraft
angegeben.
[0056] Soll hieraus die in der letzten Spalte der Tabelle in Fig. 4 angegebene, an einer
Längserstreckungskoordinate 25 wirkende Zugkraft berechnet werden, muss (beginnend
mit dem radial am Weitesten außenliegenden Längsabschnitt an der Längserstreckungskoordinate
25 von 0,21 m) die jeweils an dem Längsabschnitt 25 wirkende Zentrifugalkraft berechnet
werden, die sich aus dem Produkt des zugeordneten Wertes in der fünften Spalte mit
g ergibt, und das Ergebnis muss mit dem Kosinus des Winkels 43 gemäß der zweiten Spalte
der Tabelle in Fig. 4 multipliziert werden, da nur die Komponente gemäß dem Kosinus
des Winkels 43 einen Beitrag zu der in Richtung der Längserstreckungskoordinate 25
wirkenden Zugkraft liefert. Mit dem Übergang zu dem nächsten, radial innenliegend
benachbarten Längsabschnitt 25 ist die zuvor ermittelte Zugkraft zu addieren zu der
für den veränderten Winkel und die veränderte Längserstreckungskoordinate 25 berechnete
Zugkraft für diesen weiteren Längsabschnitt 25. In der letzten Spalte sind in Richtung
der Längserstreckungskoordinaten 25 immer mehr Zugkraftkomponenten der einzelnen radial
außenliegend angeordneten Längsabschnitte aufsummiert.
[0057] Die in der letzten Spalte von Fig. 4 ermittelte Zugkraft an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
25 ist auch in Spalte 2 von Fig. 5 eingetragen. In der dritten Spalte ist dann die
Dehnung in Folge der Zugkraft D
Zugkraft berechnet worden. Entsprechend Fig. 3 sind dann in den folgenden Spalten die sich
ergebenden resultierenden Dehnungen D
resultierend für eine Überlagerung der Dehnung in Folge der Biegung D
Biegung für unterschiedliche Krümmungsradien R und der Dehnung infolge der Zugkraft D
Zugkraft berechnet worden.
[0058] Erfolgt auch hier eine Auslegung derart, dass die resultierende Dehnung D
resultierend kleiner als 12 % bleiben soll, muss der Krümmungsradius R so gewählt, dass sich die
in Fig. 5 fett formatierten resultierenden Dehnungen D
resultierend ergeben. Dies bedeutet, dass für
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,0 m bis 0,05 m der Krümmungsradius
R 0,115 m betragen kann,
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,06 m bis 0,09 m der Krümmungsradius
R 0,105 m betragen kann,
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,10 m bis 0,11 m der Krümmungsradius
R 0,095 m betragen kann.
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,12 m bis 0,14 m der Krümmungsradius
R 0,085 m betragen kann,
eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,15 m bis 0,16 m der Krümmungsradius
R 0,075 m betragen kann,
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,17 m bis 0,18 m der Krümmungsradius
R 0,065 m betragen und
- eine Längserstreckungskoordinate 25 im Bereich von 0,19 m bis 0,21 m der Krümmungsradius
R 0,55 m betragen kann.
[0059] Es kann auch eine Berechnung mit einer feineren Untergliederung der Längserstreckungskoordinaten
25 oder auch eine kontinuierliche Berechnung erfolgen. Eine Vermeidung zu großer Dehnungen
kann auch erfolgen, wenn jeweils größere Krümmungsradien als die in der vorstehenden
Liste angegebenen Krümmungsradien für die jeweiligen Längserstreckungskoordinaten
25 verwendet werden.
[0060] In
Fig. 6 ist in Abhängigkeit von der Koordinate 38 der Längserstreckungskoordinate 25 des
Führungsrohrs 21 bzw. des Schlauchs oder (Well-)Rohrs 13 einerseits die sich infolge
der Zentrifugalkraft ergebende wirkende Zugkraft 39 (vgl. durchgezogene Linie, die
über eine Spline-Approximation der einzelnen ermittelten Zugkräfte ermittelt worden
ist) dargestellt. Andererseits ist hier der Krümmungsradius R 40 dargestellt (s. gestrichelte
Line, die ebenfalls über eine Spline-Approximation ermittelt worden ist), wenn die
resultierende Dehnung D
resultierend maximal 12 % betragen darf.
[0061] Wie zuvor erläutert wurde, sind das Berechnungsverfahren und der Kurvenverlauf gemäß
Fig. 6 lediglich exemplarisch dargestellt und hierbei sind vereinfachende und u. U.
verfälschende Annahmen getroffen worden. Wie ebenfalls zuvor erwähnt wurde, kann der
tatsächlich eingesetzte Krümmungsradius R abweichend zu den Tabellen oder Fig. 6 in
Teilabschnitten, insbesondere in dem Führungskonturabschnitt 28 einerseits und dem
Führungskonturabschnitt 29 andererseits, konstant sein, sofern der Krümmungsradius
R in einem Teilabschnitt benachbart der Rotorachse 7 größer ist als in einem weiter
von der Rotorachse 7 beabstandeten Teilabschnitt. Es können auch dem Kurvenverlauf
gemäß Fig. 6 stückweise folgende, stufenförmig oder beliebig anders angepasste Verläufe
des Krümmungsradius R Einsatz finden.
[0062] In
Fig. 7 ist eine stark vereinfachende (beispielsweise die Reibung zwischen dem Verbindungsstrang
12 und dem Schlauch oder Rohr 13 sowie die Abstützung des Schlauchs oder Rohrs 13
radial nach außen vernachlässigende) schematische Darstellung für eine Hilfsüberlegung
gezeigt. In diesem Fall wird der Verbindungsstrang 12 (insbesondere der Schlauch oder
das Rohr 13 und/oder die Leitungen 14, 15, 16, 17) in gleich große Längsabschnitte
41 unterteilt, die durch den Zusatz "-1", "-2" voneinander unterschieden sind. Diese
Längsabschnitte 41, die infolge der gleichen Größen dieselben Massen Δm aufweisen,
haben jeweils unterschiedliche Abstände A
1, A
2, ... von der Rotorachse 7, welche in Fig. 7 mit dem Bezugszeichen 42 gekennzeichnet
sind und ebenfalls mit dem Zusatz "-1", "-2", ... voneinander unterschieden sind.
Auf jeden Längsabschnitt 41 wirkt die Zentrifugalbeschleunigung a
z, für die gilt

wobei A der jeweilige Abstand 42 der Längsabschnitte 41 von der Rotorachse 7 ist
und n die Drehzahl der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung 20 in [s
-1] ist. Die auf die Längsabschnitte 41 wirkende Zentrifugalkraft F
z ergibt sich dann über

[0063] Für jeden Längsabschnitt 41 führt die Zentrifugalkraft F
z nur mit einer Kraftkomponente, die von dem Winkel 43 für die jeweilige Längserstreckungskoordinate
abhängig ist, zu einer in Richtung der Längserstreckungskoordinate wirkenden Zugkraft.
[0064] Für den ersten Längsabschnitt 41-1, der koaxial zu der Rotorachse 7 angeordnet ist,
ergibt sich bei der hier gewählten vereinfachten Betrachtung die Zugkraft F
Zug, 1, die auf den Längsabschnitt 41-1 wirkt, aus der Summe der Fliehkräfte, die von dem
Längsabschnitt 41-1 gehalten werden müssen, also aus der Summe der in Richtung der
Längserstreckungskoordinate 25 wirkenden Kraftkomponenten der Fliehkräfte, die auf
die Längsabschnitte 41-2, 41-3, ... wirken. Somit gilt für die Zugkraft F
Zug, 1, die auf den Längsabschnitt 41-1 wirkt,

während sich für den nächsten Längsabschnitt 41-2 dann entsprechend die Zugkraft
F
Zug, 2 wie folgt ermitteln lässt:

usw.
[0065] Hierbei beschreibt C einerseits die Umrechnung der auf den Längsabschnitt 41 wirkenden
Zentrifugalkraft in die Kraftkomponente, welche in Richtung der Längserstreckungskoordinate
25 wirkt. Des Weiteren kann in C auch ein anderweitiger Korrekturfaktor, beispielsweise
infolge der Berücksichtigung der Reibung, berücksichtigt werden. Aus obiger vereinfachender
Betrachtung ergibt sich, dass die wirkende Zugkraft F
Zug an dem Längsabschnitt 41-1 am Größten ist und mit zunehmenden Abstand der Längsabschnitte
41 von der Rotorachse 7 die wirkende Zugkraft und damit die Beanspruchung kleiner
wird.
[0066] Unter Umständen kann eine exaktere Modellierung der wirkenden Beanspruchungen erfolgen,
wobei sich an der qualitativen Aussage, dass durch Erhöhung des Krümmungsradius für
Längsabschnitte 41 benachbart der Rotorachse 7 eine Erhöhung der Dauerfestigkeit erreicht
werden kann, nichts ändert.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0067]
- 1
- Durchflusszentrifuge
- 2
- Gehäuse
- 3
- Kessel
- 4
- Wandung
- 5
- Rotorkammer
- 6
- Rotor
- 7
- Rotorachse
- 8
- Behältnis
- 9
- Blutbeutel
- 10
- Rotorkammer-Temperierkreislauf
- 11
- Rotorkammer-Temperierschleife
- 12
- Verbindungsstrang
- 13
- Schlauch, Rohr
- 14
- Temperier-Zuführleitung
- 15
- Temperier-Abführleitung
- 16
- Anschlussleitung
- 17
- Anschlussleitung
- 18
- Endbereich
- 19
- Endbereich
- 20
- Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
- 21
- Führungsrohr
- 22
- Führungsrohrhälfte
- 23
- Führungsrohrhälfte
- 24
- Trennlinie
- 25
- Längserstreckungskoordinate
- 26
- Innenfläche
- 27
- Führungskontur
- 28
- erster Führungskonturabschnitt
- 29
- zweiter Führungskonturabschnitt
- 30
- Wendeabschnitt
- 31
- Zwischenabschnitt
- 32
- erster Krümmungsradius
- 33
- zweiter Krümmungsradius
- 34
- Endbereich
- 35
- Endbereich
- 36
- Endbereich
- 37
- Endbereich
- 38
- Abstand
- 39
- Zugkraft
- 40
- Krümmungsradius
- 41
- Längsabschnitt
- 42
- Abstand
- 43
- Winkel
1. Durchflusszentrifuge (1) mit
a) einem Rotor (6) mit einer Zentrifugationskammer, wobei der Rotor (6) mit einer
Rotordrehzahl um eine Rotorachse (7) verdreht werden kann, und
b) einem Verbindungsstrang (12) mit einer Anschlussleitung (16; 17), über welche im
Betrieb der Durchflusszentrifuge (1) mit rotierendem Rotor (6) der Zentrifugationskammer
ein Medium zuführbar ist, und mit einer Anschlussleitung (17; 16), über welche ein
Medium von der Zentrifugationskammer abführbar ist,
c) wobei ein Endbereich (18) des Verbindungsstrangs (12) gehäusefest angeordnet ist
und der andere Endbereich (19) des Verbindungsstrangs (12) mit dem Rotor (6) verdreht
wird und
d) zur Vermeidung einer Verdrillung des Verbindungsstrangs (12) der Verbindungsstrang
(12) in einer Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) geführt ist, die mit der halben
Rotordrehzahl um die Rotorachse (7) verdreht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) die Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) eine Führungskontur (27) aufweist,
deren Krümmungsradius (32) für einen ersten Abstand von der Rotorachse (7) größer
ist als der Krümmungsradius (33) für einen zweiten Abstand von der Rotorachse (7),
wobei der erste Abstand kleiner ist als der zweite Abstand.
2. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskontur (27) einen ersten Führungskonturabschnitt (28) und einen zweiten
Führungskonturabschnitt (29) aufweist, wobei
a) der erste Führungskonturabschnitt (28) eine Krümmung in eine erste Richtung aufweist
und der zweite Führungskonturabschnitt (29) eine Krümmung in eine zweite Richtung
aufweist,
b) der erste Führungskonturabschnitt (28) und der zweite Führungskonturabschnitt (29)
durch einen vorzugsweise radial zu der Rotorachse (7) orientierten Zwischenabschnitt
(31) und/oder Wendeabschnitt (30) miteinander verbunden sind,
c) der erste Führungskonturabschnitt (28) einen kleineren Abstand von der Rotorachse
(7) aufweist als der zweite Führungskonturabschnitt (29) und
d) ein Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) größer ist
als ein Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) und/oder
der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) in Richtung einer
Längserstreckungskoordinate (25) und mit zunehmendem Abstand von der Rotorachse (7)
kleiner wird.
3. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsstrang (12) ein Wellrohr aufweist.
4. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder der
Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) mit zunehmendem Abstand
von der Rotorachse (7) kontinuierlich kleiner wird.
5. Durchflusszentrifuge nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder in dem zweiten Führungskonturabschnitt
(29) ein Krümmungsradius (32; 33) an unterschiedlichen oder sämtlichen Längserstreckungskoordinaten
(25) derart dimensioniert ist, dass eine Beanspruchung des in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
(20) geführten Verbindungsstrangs (12) an den Längserstreckungskoordinaten (25) infolge
einer Überlagerung
a) einer Zugbeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinaten
(25), die sich infolge der Zentrifugalkraft ergibt, die durch einen Längsabschnitt
des Verbindungsstrangs (12), der radial außenliegend von der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25) angeordnet ist, verursacht wird, und
b) einer Umlaufbiegebeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25), die sich infolge der umlaufenden Biegung des Verbindungsstrangs (12) entsprechend
dem Krümmungsradius (32; 33) ergibt,
über die Längserstreckung konstant ist oder um lediglich maximal ± 20 %, maximal ±
15 %, maximal ± 10 % oder maximal ± 5 % variiert.
6. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder in dem zweiten Führungskonturabschnitt
(29) ein Krümmungsradius (32; 33) an unterschiedlichen oder sämtlichen Längserstreckungskoordinate
(25) derart dimensioniert ist, dass eine Beanspruchung des in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
(20) geführten Verbindungsstrangs (12) an den Längserstreckungskoordinaten (25) infolge
einer Überlagerung
a) einer Zugbeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25), die sich infolge der Zentrifugalkraft ergibt, die durch einen Längsabschnitt
des Verbindungsstrangs (12), der radial außenliegend von der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25) angeordnet ist, verursacht wird, und
b) einer Umlaufbiegebeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate,
die sich infolge der umlaufenden Biegung des Verbindungsstrangs (12) entsprechend
dem Krümmungsradius (32; 33) ergibt,
mindestens um einen vorgegebenen Prozentsatz kleiner ist als eine zulässige Beanspruchung
des Verbindungsstrangs (12).
7. Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) für eine Durchflusszentrifuge (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 6 mit einem Führungsrohr (21), wobei das Führungsrohr (21) eine
Führungskontur (27) aufweist, welche einen ersten Führungskonturabschnitt (28) und
einen zweiten Führungskonturabschnitt (29) aufweist, wobei
a) der erste Führungskonturabschnitt (28) eine Krümmung in eine erste Richtung aufweist
und der zweite Führungskonturabschnitt (29) eine Krümmung in eine zweite Richtung
aufweist,
b) der erste Führungskonturabschnitt (28) und der zweite Führungskonturabschnitt (29)
durch einen vorzugsweise radial zu der Rotorachse (7) orientierten Zwischenabschnitt
(32) und/oder einen Wendeabschnitt (30) miteinander verbunden sind,
c) der erste Führungskonturabschnitt (28) einen kleineren Abstand von der Rotorachse
(7) aufweist als der zweite Führungskonturabschnitt (29) und
d) ein Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) kleiner ist
als ein Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) und/oder
der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) in Richtung des
Endbereiches (35), der dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) zugewandt ist, kleiner
wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Durchflusszentrifuge (1) mit
a) einem Rotor (6) mit einer Zentrifugationskammer, wobei der Rotor (6) mit einer
Rotordrehzahl um eine Rotorachse (7) verdreht werden kann, und
b) einem Verbindungsstrang (12) mit einer Anschlussleitung (16; 17), über welche im
Betrieb der Durchflusszentrifuge (1) mit rotierendem Rotor (6) der Zentrifugationskammer
ein Medium zuführbar ist, und mit einer Anschlussleitung (17; 16), über welche ein
Medium von der Zentrifugationskammer abführbar ist,
c) wobei ein Endbereich (18) des Verbindungsstrangs (12) gehäusefest angeordnet ist
und der andere Endbereich (19) des Verbindungsstrangs (12) mit dem Rotor (6) verdreht
wird und
d) zur Vermeidung einer Verdrillung des Verbindungsstrangs (12) der Verbindungsstrang
(12) in einer Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) geführt ist, die mit der halben
Rotordrehzahl um die Rotorachse (7) verdreht wird,
e) wobei die Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) eine Führungskontur (27) aufweist,
deren Krümmungsradius (32) für einen ersten Abstand von der Rotorachse (7) größer
ist als der Krümmungsradius (33) für einen zweiten Abstand von der Rotorachse (7),
wobei der erste Abstand kleiner ist als der zweite Abstand,
f) die Führungskontur (27) einen ersten Führungskonturabschnitt (28) und einen zweiten
Führungskonturabschnitt (29) aufweist,
g) der erste Führungskonturabschnitt (28) eine Krümmung in eine erste Richtung aufweist
und der zweite Führungskonturabschnitt (29) eine Krümmung in eine zweite Richtung
aufweist,
h) der erste Führungskonturabschnitt (28) und der zweite Führungskonturabschnitt (29)
durch einen vorzugsweise radial zu der Rotorachse (7) orientierten Zwischenabschnitt
(31) oder Wendeabschnitt (30) miteinander verbunden sind,
i) der erste Führungskonturabschnitt (28) einen kleineren Abstand von der Rotorachse
(7) aufweist als der zweite Führungskonturabschnitt (29),
dadurch gekennzeichnet, dass
j) ein Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) größer ist
als ein Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29), wobei vorzugsweise
der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) in Richtung einer
Längserstreckungskoordinate (25) und mit zunehmendem Abstand von der Rotorachse (7)
kleiner wird.
2. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsstrang (12) ein Wellrohr aufweist.
3. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder der
Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) mit zunehmendem Abstand
von der Rotorachse (7) kontinuierlich kleiner wird.
4. Durchflusszentrifuge nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder in dem zweiten Führungskonturabschnitt
(29) ein Krümmungsradius (32; 33) an unterschiedlichen oder sämtlichen Längserstreckungskoordinaten
(25) derart dimensioniert ist, dass eine Beanspruchung des in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
(20) geführten Verbindungsstrangs (12) an den Längserstreckungskoordinaten (25) infolge
einer Überlagerung
a) einer Zugbeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinaten
(25), die sich infolge der Zentrifugalkraft ergibt, die durch einen Längsabschnitt
des Verbindungsstrangs (12), der radial außenliegend von der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25) angeordnet ist, verursacht wird, und
b) einer Umlaufbiegebeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25), die sich infolge der umlaufenden Biegung des Verbindungsstrangs (12) entsprechend
dem Krümmungsradius (32; 33) ergibt,
über die Längserstreckung konstant ist oder um lediglich maximal ± 20 %, maximal ±
15 %, maximal ± 10 % oder maximal ± 5 % variiert.
5. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) und/oder in dem zweiten Führungskonturabschnitt
(29) ein Krümmungsradius (32; 33) an unterschiedlichen oder sämtlichen Längserstreckungskoordinate
(25) derart dimensioniert ist, dass eine Beanspruchung des in der Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung
(20) geführten Verbindungsstrangs (12) an den Längserstreckungskoordinaten (25) infolge
einer Überlagerung
a) einer Zugbeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25), die sich infolge der Zentrifugalkraft ergibt, die durch einen Längsabschnitt
des Verbindungsstrangs (12), der radial außenliegend von der jeweiligen Längserstreckungskoordinate
(25) angeordnet ist, verursacht wird, und
b) einer Umlaufbiegebeanspruchung des Verbindungsstrangs (12) an der jeweiligen Längserstreckungskoordinate,
die sich infolge der umlaufenden Biegung des Verbindungsstrangs (12) entsprechend
dem Krümmungsradius (32; 33) ergibt,
mindestens um einen vorgegebenen Prozentsatz kleiner ist als eine zulässige Beanspruchung
des Verbindungsstrangs (12).
6. Ausgleichsrotor-Führungseinrichtung (20) für eine Durchflusszentrifuge (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 5 mit einem Führungsrohr (21), wobei das Führungsrohr (21) eine
Führungskontur (27) aufweist, welche einen ersten Führungskonturabschnitt (28) und
einen zweiten Führungskonturabschnitt (29) aufweist, wobei
a) der erste Führungskonturabschnitt (28) eine Krümmung in eine erste Richtung aufweist
und der zweite Führungskonturabschnitt (29) eine Krümmung in eine zweite Richtung
aufweist,
b) der erste Führungskonturabschnitt (28) und der zweite Führungskonturabschnitt (29)
durch einen vorzugsweise radial zu der Rotorachse (7) orientierten Zwischenabschnitt
(32) oder einen Wendeabschnitt (30) miteinander verbunden sind,
c) der erste Führungskonturabschnitt (28) einen kleineren Abstand von der Rotorachse
(7) aufweist als der zweite Führungskonturabschnitt (29) und
d) ein Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) größer ist
als ein Krümmungsradius (33) in dem zweiten Führungskonturabschnitt (29), wobei vorzugsweise
der Krümmungsradius (32) in dem ersten Führungskonturabschnitt (28) in Richtung des
Endbereiches (35), der dem zweiten Führungskonturabschnitt (29) zugewandt ist, kleiner
wird.