TECHNISCHES GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die Erfindung betrifft eine Durchflusszentrifuge, bei der zumindest temporär einer
Zentrifugationskammer mindestens ein Medium (insbesondere ein Fluid, eine Flüssigkeit,
eine Suspension u. ä.) zugeführt wird und/oder ein Medium aus der Zentrifugationskammer
abgeführt wird, während die Zentrifugationskammer rotiert. Das Medium kann dabei in
einem Behältnis in der Zentrifugationskammer angeordnet sein. Bei dem mindestens einen
Medium handelt es sich insbesondere um das zu zentrifugierende Medium, eine Spülflüssigkeit,
eine Wasch- oder Buffer-Lösung, ein aus dem zentrifugierten Medium extrahiertes, modifiziertes
Medium und/oder ein Sediment in der Zentrifugationskammer.
[0002] Um lediglich einige die Erfindung nicht beschränkende Beispiele zu nennen, kann es
sich bei der Durchflusszentrifuge um eine Blutzentrifuge handeln, bei der das zu zentrifugierende
Medium Blut ist und das extrahierte modifizierte Medium oder das Sediment Blutkörper
oder-partikel sind, oder um eine Durchflusszentrifuge handeln, mittels welcher aus
einem Medium Zellen, Mikroträger oder anderweitige, in dem Medium enthaltene Partikel
gewonnen werden sollen. Möglich ist auch, dass es sich bei dem zentrifugierten Medium
nicht um eine reine Flüssigkeit handelt, sondern das Medium eine Lösung oder Suspension
mit Partikeln wie Zellen, Zelltrümmern oder -teilen usw. ist.
[0003] Die Durchflusszentrifuge findet beispielsweise Einsatz für die Erzeugung biopharmazeutischer
Produkte in biopharmazeutischen Unternehmen oder in bio-verarbeitenden Anwendungen.
Die Durchflusszentrifuge kann dabei bspw. der Gewinnung und/oder Klärung der Zellen
oder Mikroträger dienen, wobei die derart gewonnenen Zellen auch Einsatz finden können
für die Zelltherapie. Ein weiteres Anwendungsgebiet der Durchflusszentrifuge ist bspw.
die Herstellung von Impfstoffen.
STAND DER TECHNIK
[0004] Gattungsgemäße Durchflusszentrifugen werden bspw. von dem Unternehmen Sartorius AG,
Otto-Brenner-Straße 20, 37079 Göttingen, Deutschland, und verbundenen Unternehmen
unter der Kennzeichnung "Ksep" (eingetragene Marke) vertrieben. Auf der diese Durchflusszentrifugen
betreffenden Internet-Seite
www.sartorius.com/en/products/process-filtration/cell-harvesting/ksep-systems (Datum
der Einsichtnahme: 06.07.2022) wird das Funktionsprinzip einer Durchflusszentrifuge,
wie dieses auch für die vorliegende Erfindung Einsatz finden kann, auf Grundlage eines
verlinkten Videos wie folgt beschrieben:
[0005] Ein Rotor der Durchflusszentrifuge weist vier Zentrifugationskammern auf, die als
an einem Rotorkörper gehaltene Blutbeutel ausgebildet sein können und gleichmäßig
über den Umfang verteilt sind. Die Zentrifugationskammern sind mit gleichen radialen
Abständen von der Rotationsachse des Rotors angeordnet. Eine erste Anschlussleitung
mündet radial innenliegend in eine Zentrifugationskammer, während eine zweite Anschlussleitung
radial außenliegend in die Zentrifugationskammer mündet. In einer ersten Betriebsphase
wird ein beispielsweise als Blut ausgebildetes erstes Medium über die zweite Anschlussleitung
der Zentrifugationskammer zugeführt, während die Zentrifugationskammer mit dem Rotor
rotiert. In der Zentrifugationskammer lagern sich infolge der Zentrifugation in dem
Blut enthaltene Partikel (bspw. Blutkörper) radial außenliegend ab, während aus der
Zentrifugationskammer radial innenliegend über die erste Anschlussleitung das Restmedium
(also das radial außenliegend zugeführte Medium vermindert um die radial nach außen
gedrängten Partikel) abgeführt wird. In dieser ersten Betriebsphase ist somit die
erste Anschlussleitung eine Abführleitung, während die zweite Anschlussleitung eine
Zuführleitung ist. Mit Fortsetzung dieses Betriebs erhöht sich der Anteil der Partikel
und deren Konzentration in der Zentrifugationskammer, bis diese weitestgehend und
schließlich vollständig mit den Partikeln gefüllt ist. In einer folgenden optionalen
zweiten Betriebsphase erfolgt ein Waschen der Partikel in der Zentrifugationskammer.
Zu diesem Zweck wird eine Wasch- oder Bufferlösung über die zweite Anschlussleitung
in die Zentrifugationskammer geleitet. Die Wasch- oder Bufferlösung durchspült die
Zentrifugationskammer und wird radial innenliegend über die erste Anschlussleitung
abgeführt. Auch in dieser Betriebsphase rotiert die Zentrifugationskammer mit dem
Rotor, so dass infolge der wirkenden Zentrifugationskraft die Partikel daran gehindert
sind, mit der Wasch- oder Bufferlösung über die erste Anschlussleitung aus der Zentrifugationskammer
auszutreten. Auch während der zweiten Betriebsphase dient die erste Anschlussleitung
als Abführleitung für die Wasch- oder Bufferlösung, während die erste Anschlussleitung
als Zuführleitung für die Wasch- oder Bufferlösung dient. In einer anschließenden
dritten Betriebsphase erfolgt weiterhin die Verdrehung der Zentrifugationskammer mit
dem Rotor. In der dritten Betriebsphase wird die Durchströmungsrichtung durch die
Zentrifugationskammer umgekehrt und die Partikel werden über die zweite Anschlussleitung
aus der Zentrifugationskammer entnommen, während über die erste Anschlussleitung Wasch-
oder Bufferlösung in die Zentrifugationskammer nachgeführt werden kann. Die dritte
Betriebsphase endet dann, wenn sämtliche Partikel aus der Zentrifugationskammer entnommen
sind. Hieran können sukzessive weitere Zyklen mit den erläuterten drei Betriebsphasen
anschließen.
[0006] EP 3 936 601 A1 ist die Gestaltung eines Medium-Netzwerks zu entnehmen, welches an die Anschlussleitungen
angeschlossen ist und die unterschiedlichen Betriebsphasen gewährleistet. Hinsichtlich
dieses Medium-Netzwerks, der enthaltenen Pumpenanordnung, der Prozess-Steuereinheit,
einer zusätzlichen Filteranordnung, Aufnahmebehältern für die unterschiedlichen Medien
und hinsichtlich des Prozessablaufs wird ergänzend auf
EP 3 936 601 A1,
EP 2 310 486 B1 und
EP 2 485 846 B1 verwiesen.
[0007] EP 2 485 846 B1 beschreibt, dass in Durchflusszentrifugen fluidische Verbindungen zu mit dem Rotor
rotierenden Anschlussleitungen mittels Drehdurchführungen problematisch sind, da die
Drehdurchführungen anfällig gegenüber Leckagen sind und die Gefahr mit sich bringen,
dass eine unerwünschte Kontamination der Medien erfolgt. Andererseits wird erläutert,
dass gemäß
US 4,216,770,
US 4,419,089,
US 4,389,206 und
US 5,665,048 Verbindungsstränge Einsatz finden, in die die Anschlussleitungen integriert sein
können. Ein Endbereich des Verbindungsstrangs ist dabei gehäusefest angeordnet, während
der andere Endbereich des Verbindungsstrangs an dem Rotor befestigt ist und mit dem
Rotor verdreht wird. Um zu vermeiden, dass die Verdrillung des Verbindungsstrangs
infolge der Verdrehung des Rotors und der relativen Verdrehung der Endbereiche des
Verbindungsstrangs immer größer wird, ist der Verbindungsstrang zusätzlich in einer
als Führungsrohr ausgebildeten Führungseinrichtung geführt. Das Führungsrohr verfügt
über einen Teilabschnitt, der die Form eines abgerundeten U mit leicht auseinander
gespreizten Seitenschenkeln unterschiedlicher Längen aufweist. Die Öffnung des U weist
dabei in Richtung der Rotationsachse des Rotors. Der Verbindungsstrang tritt, ausgehend
von dem gehäusefesten Endbereich unter Krümmung nach außen in einen Seitenschenkel
des U ein. In dem U-förmigen Teilabschnitt wird der Verbindungsstrang durch das Führungsrohr
um den Rotor herumgeführt. Der freie Endbereich des anderen Seitenschenkels des U
des Führungsrohrs ist so zurück gekrümmt, dass dieser koaxial zur Drehachse des Rotors
angeordnet ist und unmittelbar benachbart zu dem Eintritt des Verbindungsstrangs in
den Rotor angeordnet ist. Das Führungsrohr wird dann mit der halben Drehzahl des Rotors
angetrieben.
EP 2 485 846 B1 verweist zur Erläuterung der Vermeidung der zunehmenden Verdrillung des Verbindungsstrangs
durch Einsatz des rotierenden Führungsrohrs auf die Druckschrift
US 3,586,413.
AUFGABE DER ERFINDUNG
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Durchflusszentrifuge hinsichtlich
der Gewährleistung vorbestimmter Betriebsbedingungen zu verbessern.
LÖSUNG
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs gelöst. Weitere bevorzugte erfindungsgemäße Ausgestaltungen sind den
abhängigen Patentansprüchen zu entnehmen.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0010] Die Erfindung betrifft eine Durchflusszentrifuge. Die Durchflusszentrifuge weist
einen Rotor auf, der über (mindestens) eine Zentrifugationskammer verfügt. In der
Zentrifugationskammer kann unmittelbar oder in einem geeigneten Behältnis das zu zentrifugierende
Medium angeordnet werden und diese kann mit weiteren Medien wie einer Wasch- oder
Bufferlösung durchspült werden. In der Durchflusszentrifuge wird der Rotor mit einer
Rotordrehzahl um die Rotorachse verdreht. Die Durchflusszentrifuge verfügt über einen
Verbindungsstrang. Der Verbindungsstrang weist eine Anschlussleitung auf, über die
im Betrieb der Durchflusszentrifuge mit rotierendem Rotor der Zentrifugationskammer
(insbesondere einem in der Zentrifugationskammer angeordneten Behältnis) ein Medium
zuführbar ist. Des Weiteren weist der Verbindungsstrang eine Anschlussleitung auf,
über die ein Medium von der Zentrifugationskammer (insbesondere einem in der Zentrifugationskammer
angeordneten Behältnis) abführbar ist. Je nach vorliegender Betriebsphase können sich
die Strömungsrichtungen durch die Anschlussleitungen umkehren. Ein Endbereich des
Verbindungsstrangs ist gehäusefest angeordnet, während der andere Endbereich des Verbindungsstrangs
mit dem Rotor verdreht wird. Um eine Verdrillung des Verbindungsstrangs zu vermeiden,
ist der Verbindungsstrang in einer Führungseinrichtung, insbesondere einem Führungsrohr,
geführt. Die Führungseinrichtung wird mit der halben Rotordrehzahl um die Rotorachse
verdreht. Insoweit kann die Durchflusszentrifuge beispielsweise so ausgebildet sein
wie die eingangs angeführten Durchflusszentrifugen des Stands der Technik.
[0011] In einer Durchflusszentrifuge soll die Zentrifugation des Mediums in der Zentrifugationskammer
und die Zu- und Abfuhr der Medien möglichst unter definierten Betriebsbedingungen
erfolgen, was umfasst, dass die Temperatur des zu zentrifugierenden Mediums innerhalb
eines vorbestimmten Temperaturbereichs gehalten wird. Aus diesem Grund finden in Durchflusszentrifugen
Rotorkammer-Temperierkreisläufe Einsatz. Der Rotorkammer-Temperierkreislauf verfügt
dabei in der Regel über eine in eine Wandung eines Kessels der Durchflusszentrifuge
integrierte Rotorkammer-Temperierschleife, die im Wärmeaustausch mit der Rotorkammer,
in welcher der Rotor verdreht wird, steht. Ein unter Umständen ebenfalls in den Kessel
der Rotorkammer integrierter Temperatursensor erfasst die Temperatur in der Rotorkammer.
Auf Grundlage des Signals des Temperatursensors kann dann eine Regelung der Temperierleistung
des Rotorkammer-Temperierkreislaufs derart erfolgen, dass die Temperatur in der Rotorkammer
möglichst konstant gehalten wird, womit gemäß dem Stand der Technik davon ausgegangen
wird, dass auch das zu zentrifugierende Medium eine konstante Temperatur aufweist.
[0012] Der Erfindung zugrunde liegende Überlegungen haben sich zunächst mit den Ursachen
für eine Veränderung der Temperaturen in einer Durchflusszentrifuge beschäftigt. Eine
Ursache für eine Erwärmung des Innenraums der Rotorkammer ist, dass die in der Rotorkammer
angeordnete Luft infolge der Rotationsbewegung des Rotors beschleunigt und verwirbelt
wird, was zu einer Erwärmung der Luft führen kann. Des Weiteren kann bspw. ein Wärmeeintrag
in die Rotorkammer von einem Zentrifugenantrieb oder infolge von Reibung, beispielsweise
in der Lagern einer Rotorwelle, erfolgen. Diesen Erwärmungen kann mittels des bekannten
Rotorkammer-Temperierkreislaufs entgegengewirkt werden.
[0013] Als weitere Ursache eines Wärmeeintrags ist anhand der der Erfindung zugrunde liegenden
Überlegungen erkannt worden, dass der Verbindungsstrang infolge seiner Randbedingungen,
nämlich der festen Verbindung eines Endbereichs mit dem Gehäuse, der Verdrehung des
anderen Endbereichs mit dem Rotor und der Führung des Verbindungsstrangs mittels der
Führungseinrichtung, die mit der halben Rotordrehzahl um die Rotorachse verdreht wird,
verformt wird, was insbesondere zu einer Walkarbeit in dem Verbindungsstrang führt,
die zu einer Erwärmung des Verbindungsstrangs führt. Des Weiteren kann die Reibung
des Verbindungsstrangs mit der Führungseinrichtung zu einer Erwärmung des Verbindungsstrangs
führen.
[0014] Herkömmliche Durchflusszentrifugen berücksichtigen die unterschiedlichen Eintragmöglichkeiten
für Wärme nicht, so dass die unterschiedlichen Eintragmöglichkeiten für die Wärme
nur gemittelt und gemeinsam über den Rotorkammer-Temperierkreislauf berücksichtigt
werden. Selbst dann, wenn im Idealfall die bekannte Steuerung oder Regelung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs
zu einer vorbestimmten Temperatur des Temperatursensors in der Wandung des Kessels
führt, können sich dennoch lokale Abweichungen der Temperatur ergeben. Vorzugsweise
ergibt sich im Bereich des Verbindungsstrangs infolge der entstehenden Walkarbeit
und Reibung eine unerwünscht hohe Temperatur. Durchströmen dann die Medien die Anschlussleitungen
in dem Verbindungsstrang, kommt es zu einer unerwünschten Erwärmung der Medien.
[0015] Auf Grundlage dieser Erkenntnis schlägt die Erfindung vor, dass sich in der erfindungsgemäßen
Durchflusszentrifuge durch den Verbindungsstrang eine Temperier-Zuführleitung und
eine Temperier-Abführleitung erstrecken. Die Temperier-Zuführleitung und die Temperier-Abführleitung
werden in entgegengesetzte Strömungsrichtungen von einem Verbindungsstrang-Temperierfluid
durchströmt. Die Temperier-Zuführleitung und die Temperier-Abführleitung sind damit
insbesondere Teil eines Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs, über den gezielt im
Bereich des Verbindungsstrangs eine Kühlung herbeigeführt werden kann, die im Idealfall
die infolge der Walkarbeit und Reibung im Bereich des Verbindungsstrangs entstehende
Wärme kompensiert. Somit kann erfindungsgemäß unmittelbar an dem Ort der Entstehung
einer Temperaturerhöhung entgegengewirkt werden. Dies führt dazu, dass in der Durchflusszentrifuge,
nämlich im Bereich des Verbindungsstrangs, die Betriebsbedingungen, hier die Temperatur,
exakt oder innerhalb vorbestimmter Temperaturbereiche eingehalten werden können/kann.
[0016] Die Temperier-Zuführleitung, die Temperier-Abführleitung und die Anschlussleitungen
(sowie beliebige etwaige andere Bestandteile des Verbindungsstrangs), können beliebig
über den Querschnitt des Verbindungsstrangs verteilt angeordnet sein, beispielsweise
nebeneinander oder übereinander. Für einen Vorschlag der Erfindung sind die Temperier-Zuführleitung,
die Temperier-Abführleitung und die Anschlussleitungen in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs
in Umfangsrichtung um eine Längsachse des Verbindungsstrangs verteilt angeordnet,
wobei diese vorzugsweise in Umfangsrichtung gesehen jeweils unmittelbar an einer benachbarten
Leitung anliegen.
[0017] Die Reihenfolge der Anordnung der genannten Leitungen in Umfangsrichtung ist grundsätzlich
beliebig. Für einen Vorschlag der Erfindung sind die Temperier-Zuführleitung, die
Temperier-Abführleitung und die Anschlussleitungen in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs
in Umfangsrichtung so um die Längsachse des Verbindungsstrangs verteilt angeordnet,
dass in beide Umfangsrichtungen um die Längsachse jeweils zwischen der Temperier-Zuführleitung
und der Temperier-Abführleitung mindestens eine Anschlussleitung angeordnet ist. Dies
bedeutet, dass die mindestens eine Anschlussleitung "sandwichartig" zwischen der Temperier-Zuführleitung
und der Temperier-Abführleitung angeordnet ist, so dass die mindestens eine Anschlussleitung
sowohl mit der Temperier-Zuführleitung als auch mit der Temperier-Abführleitung in
Wärmeaustausch steht. Dies ermöglicht eine besonders gute Wärmeübertragung zwischen
den Temperierleitungen und den Anschlussleitungen.
[0018] Vorzugsweise sind in der erfindungsgemäßen Durchflusszentrifuge die Temperier-Zuführleitung
und die Temperier-Abführleitung über eine Umkehrverbindung miteinander verbunden.
Hierbei kann die Umkehrverbindung als U-förmiges Verbindungsstück ausgebildet sein.
In diesem Fall kann ein Schenkel des U mit einem Endbereich der Temperier-Zuführleitung
verbunden sein, während der andere Schenkel des U mit dem Endbereich der Temperier-Abführleitung
verbunden sein kann. Diese Verbindungen können beispielsweise dadurch erfolgen, dass
der jeweilige Schenkel in die Temperierleitung eingeführt ist und in der Temperierleitung
(beispielsweise durch einen Form- und/oder Reibschluss oder ein Verklemmen; in einigen
Fällen auch unter Zwischenordnung einer Dichtung oder eines Dichtmittels) gesichert
ist, wobei auch möglich ist, dass die Temperierleitung und der Schenkel des Verbindungsstücks
plastisch miteinander verpresst sind. Hierbei ist die Umkehrverbindung vorzugsweise
in dem mit dem Rotor verdrehten Endbereich des Verbindungsstrangs und der Temperierleitungen
verbunden. Die Umkehrverbindung gewährleistet die gegenläufige Durchströmung der Temperierleitungen.
[0019] Gemäß einem Vorschlag der Erfindung weist der Verbindungsstrang ein flexibles Rohr
oder einen flexiblen Schlauch auf. In diesem Fall erstrecken sich die Temperier-Zuführleitung,
die Temperier-Abführleitung und die Anschlussleitungen durch das flexible Rohr oder
den flexiblen Schlauch. Das Rohr oder der Schlauch können eine glatte Außenfläche
gewährleisten, um die Verwirbelung in der Rotorkammer klein zu halten. Möglich sind
auch nicht glatte Außengeometrien des Rohrs oder Schlauchs, wobei beispielsweise auch
ein flexibles Wellrohr Einsatz finden kann. Das flexible Rohr oder der flexible Schlauch
hält die Temperierleitungen und die Anschlussleitungen in einem kompakten Zustand
und gewährleistet auch einen Schutz der Temperierleitungen und der Anschlussleitungen.
Möglich ist auch, dass der Schlauch oder das Rohr zu einer thermischen Kapselung des
Verbindungsstrangs genutzt wird.
[0020] Möglich ist, dass sich die Temperier-Zuführleitung und die Temperier-Abführleitung
lediglich von dem Gehäuse über einen Teil der Längserstreckung des Verbindungsstrangs
erstrecken, wobei diese Längserstreckung vorzugsweise mit dem Bereich des Verbindungsstrangs
übereinstimmt, in welchem die zuvor erläuterte Walkarbeit und/oder Reibung auftritt.
In diesem Fall ist möglich, dass die Umkehrverbindung am Ende der Erstreckung der
Temperierleitungen angeordnet ist, was zur Folge hat, dass die Umkehrverbindung oder
das U-förmige Verbindungsstück im Inneren des Verbindungsstrangs, insbesondere im
Inneren des flexiblen Rohrs oder flexiblen Schlauchs angeordnet ist. Für einen anderen
Vorschlag ist die Umkehrverbindung in dem Austrittsbereich der Temperier-Zuführleitung
und der Temperier-Abführleitung aus dem flexiblen Rohr oder Schlauch angeordnet, so
dass sich die Temperierleitungen über die gesamte Länge des Verbindungsstrangs erstrecken.
Die Anordnung der Umkehrverbindung in dem Austrittsbereich nutzt dann einen außerhalb
des Rohrs oder Schlauchs verfügbaren größeren Bauraum.
[0021] Für einen weiteren Vorschlag der Erfindung ist die Umkehrverbindung U-förmig ausgebildet.
In diesem Fall kann die U-förmige Umkehrverbindung mindestens eine Anschlussleitung
zumindest teilweise umschließen. Möglich ist, dass die Anschlussleitung mit dem Austritt
aus dem Rohr oder Schlauch nach außen abgewinkelt ist. In diesem Fall können der Austrittsbereich
und die Abwinklung zumindest Teilweise im Inneren des U der U-förmigen Umkehrverbindung
angeordnet sein, womit eine zusätzliche Führung und/oder ein Schutz sowie eine Positionsvorgabe
mindestens einer Anschlussleitung möglich ist. Andererseits führt das teilweise Umschließen
der Anschlussleitung durch die Umkehrverbindung zu einer besonders kompakten Bauweise.
[0022] Möglich ist auch, dass sich in der erfindungsgemäßen Durchflusszentrifuge mindestens
eine elektrische Leitung durch den Verbindungsstrang erstreckt. In diesem Fall kann
auch eine etwaige Erwärmung des Verbindungsstrangs und damit der Medien in den Anschlussleitungen
infolge einer Erwärmung der elektrischen Leitung vermieden werden durch die Regelung
des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs. Um lediglich einige die Erfindung nicht
beschränkende Beispiele zu nennen, kann es sich bei der elektrischen Leitung um eine
beliebige Messleitung, eine elektrische Versorgungsleitung für einen Sensor, der in
dem Rotor angeordnet ist oder an dem Rotor angebracht ist, eine elektrische Steuerleitung
für ein Ventil des Rotors u. ä. handeln.
[0023] In der erfindungsgemäßen Durchflusszentrifuge kann eine Steuerung oder Regelung in
dem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf auf beliebige Weise und unter Berücksichtigung
beliebiger Signale von Temperatursensoren, Durchflusssensoren und/oder unter Berücksichtigung
beliebiger Betriebsparameter der Durchflusszentrifuge (Drehzahl, Außentemperatur,
Innentemperatur, Ausgestaltung und/oder Bestückung des Rotors; Zentrifugationsprogramm
und -parameter, ...) erfolgen. Für einen Vorschlag der Erfindung erfolgt eine Steuerung
oder Regelung der Temperatur des Verbindungsstrang-Temperierfluids und/oder des Stroms
(insbesondere des Massestroms und/oder Volumenstroms) des Verbindungsstrang-Temperierfluids
unter Berücksichtigung einer Temperatur des Mediums, welches sich in mindestens einer
Anschlussleitung befindet und/oder durch diese gefördert wird. Vorzugsweise erfolgt
die Steuerung oder Regelung unter Berücksichtigung einer Temperaturdifferenz in den
Anschlussleitungen. Wird beispielsweise die Temperatur im Austrittsbereich einer Anschlussleitung
gemessen, aus welcher das Medium von der Zentrifugationskammer abgeführt wird, sowie
eine Temperatur im Eintrittsbereich der anderen Anschlussleitung gemessen, die das
Medium der Zentrifugationskammer zuführt, gibt die Temperaturdifferenz Aufschluss
über die dem Medium zwischen den beiden Messstellen zugeführte Wärme. Mit einer Vergrößerung
der Wärme ist eine größere Kühlleistung erforderlich, die mittels der Steuerung oder
Regelung der Temperatur und/oder des Stroms des Verbindungsstrang-Temperierfluids
bereitgestellt werden kann. Beispielsweise kann eine Steuerung oder Regelung mit dem
Ziel erfolgen, dass die Temperaturdifferenz Null ist oder unterhalb eines Schwellwertes
liegt. Mindestens ein Sensor zur Erfassung der Temperatur oder beide Sensoren zur
Erfassung der Temperaturdifferenz können dabei auch in dem Gehäuse in dem zugeordneten
Endbereich der Anschlussleiltung(en) und damit ortsfest angeordnet sein.
[0024] Für einen Vorschlag der Erfindung weist die Durchflusszentrifuge mindestens eine
elektronische Steuereinheit auf, wobei im Fall von mehreren elektronischen Steuereinheiten
die Steuereinheiten miteinander verbunden oder vernetzt sein können. Die elektronische
Steuereinheit weist Steuerlogik auf, mittels welcher eine Steuerung oder Regelung
der Verbindungsstrang-Temperierleistung des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs
erfolgt.
[0025] Vorzugsweise ist in der Durchflusszentrifuge zusätzlich zu einem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf
auch ein Rotorkammer-Temperierkreislauf vorhanden. Vorzugsweise ist der Rotorkammer-Temperierkreislauf
ortsfest angeordnet, insbesondere mit einer in die Wandung des Kessels integrierten
Kühlschleife. Möglich ist, dass der Verbindungsstrang-Temperierkreislauf einerseits
und der Rotorkammer-Temperierkreislauf andererseits fluidisch unabhängig voneinander
sind, wobei dann eine Koordination der Kreisläufe über mindestens eine Steuereinheit
erfolgen kann. Durchaus möglich ist aber auch, dass in dem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf
einerseits und dem Rotorkammer-Temperierkreislauf auch eine fluidische Verbindung
vorhanden ist oder gemeinsame Elemente genutzt werden können. So kann beispielsweise
dasselbe Temperierfluid verwendet werden. Alternativ oder kumulativ möglich ist, dass
dieselbe Druckquelle, insbesondere Pumpe oder ein Druckbehälter, für die Bereitstellung
des Flusses des Temperierfluids durch die beiden Temperierkreisläufe genutzt wird.
[0026] Die Erfindung schlägt auch vor, dass eine elektronische Steuereinheit vorhanden ist,
die Steuerlogik aufweist, die die Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs
steuert oder regelt. Hierbei kann diese elektronische Steuereinheit separat von der
Steuereinheit des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs ausgebildet sein oder diese
können zu einer Gesamt-Steuereinheit vereinigt sein.
[0027] Für die Gestaltung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs gibt es im Rahmen der Erfindung
vielfältige Möglichkeiten. Für eine Ausgestaltung der Erfindung ist ein Temperatursensor
vorhanden, der die Temperatur einer Rotorkammer (unmittelbar oder mittelbar) erfasst.
Beispielsweise kann der Temperatursensor in eine Wandung des Kessels, einen Deckel
u. ä. der Durchflusszentrifuge integriert sein oder hiervon in die Rotorkammer hineinragen
oder an die Rotorkammer angrenzen. Möglich ist auch, dass der Temperatursensor an
dem Rotor angeordnet ist und mit diesem rotiert. Vorzugsweise ist der Temperatursensor
in einem strömungsberuhigten Bereich des Innenraums der Rotorkammer angeordnet. Die
Steuerlogik regelt den Rotorkammer-Temperierkreislauf unter Berücksichtigung eines
Temperatursignals des Temperatursensors, wobei vorzugsweise eine Regelung auf einen
Sollwert der Temperatur erfolgt. Hierbei kann eine beliebige Regelungsstrategie zum
Einsatz kommen.
[0028] Für einen Vorschlag der Erfindung sind die Steuerlogiken einerseits der Steuerung
oder Regelung der Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs
und andererseits die Steuerung oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung
des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs nicht unabhängig voneinander, sondern miteinander
koordiniert. Dies kann beispielsweise bedeuten, dass eine Erhöhung der Rotorkammer-Temperierleistung
von der Steuerlogik automatisch gekoppelt wird mit einer Erhöhung der Verbindungsstrang-Temperierleistung.
Möglich ist aber auch, dass die Steuerlogiken dafür Sorge tragen, dass die Summe der
Rotorkammer-Temperierleistung einerseits und der Verbindungsstrang-Temperierleistung
andererseits konstant bleibt, einen Schwellwert nicht unter- und/oder überschreitet
oder einem von den Betriebsparametern abhängigen Kennfeld oder einem Kurvenverlauf
entspricht.
[0029] Für eine besondere Ausgestaltung der Steuerlogik berücksichtigt diese für die Steuerung
oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung eine Wärmekapazität der Medien,
welche die Anschlussleitungen durchströmen. Erfolgt beispielsweise eine Umschaltung
der Zu- und/oder Abführung von dem zu zentrifugierenden Medium und/oder einem Restmedium
durch die Anschlussleitungen zu einer Zuführung einer Spül- oder Bufferlösung, können
das Medium einerseits und die Spül- oder Bufferlösung andererseits unterschiedliche
Wärmekapazitäten aufweisen. Unter der lediglich der Erläuterung dienenden, vereinfachenden
Annahme, dass von den Medien dieselbe Wärme pro Zeit aufgenommen wird, führt dann
die Wärmeaufnahme bei dem Medium mit der höheren Wärmekapazität zu einer geringeren
Temperaturänderung als bei dem Medium mit der niedrigeren Wärmekapazität. Somit muss
für die Regelung auf Grundlage der Temperaturdifferenz ein anderer Verstärkungsfaktor
der Temperaturdifferenz für die Ermittlung des Signals zur Steuerung oder Regelung
für die Verbindungsstrang-Temperierleistung berücksichtigt werden. Das Entsprechende
gilt für den Fluss der Medien, die die Anschlussleitungen durchströmen: Erfolgt hier
eine Regelung auf Grundlage der Temperaturdifferenz in den Anschlussleitungen, ist
bei Annahme desselben Wärmeeintrags für einen größeren Fluss eine kleinere Wärmeänderung
festzustellen als bei einem niedrigeren Fluss. Unter Umständen kann auch in der Steuerung
oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung die Rotordrehzahl Berücksichtigung
finden, da die Walkarbeit in dem Verbindungsstrang von der Rotordrehzahl abhängig
ist.
[0030] Ein weiterer Aspekt der Erfindung widmet sich der Tatsache, dass in dem Verbindungsstrang
an den unterschiedlichen Stellen ein unterschiedlicher Wärmeeintrag erfolgt: So wird
die Wärme bevorzugt in den Bereichen erzeugt, in denen die Walkarbeit auftritt, während
nicht verformte oder gewalkte Teilabschnitte des Verbindungsstrangs nicht oder in
geringerem Ausmaß erwärmt werden. Dieser Beobachtung schlägt die Erfindung dadurch
Rechnung, dass der Verbindungsstrang-Temperierkreislauf so gestaltet ist, dass in
unterschiedlichen Teilabschnitten des Verbindungsstrangs eine unterschiedlich große
Kühlleistung abgegeben wird. Im Folgenden werden lediglich einige nicht beschränkende
Beispiele genannt:
- Dies kann für eine erste Variante dadurch herbeigeführt werden, dass sich die Querschnittsfläche
der Temperier-Zuführleitung und/oder der Temperier-Abführleitung über die Längserstreckung
verändert, womit sich auch je nach Querschnittsfläche unterschiedliche Strömungsbedingungen
und damit unterschiedliche Kühlleistungen ergeben.
- Alternativ oder kumulativ möglich ist, dass die Querschnittsgeometrie der Temperier-Zuführleitung
und/oder der Temperier-Abführleitung variiert. Möglich ist beispielsweise, dass in
einem Teilabschnitt die Querschnittsgeometrie so ist, dass sich eine große Mantelfläche
ergibt, womit ein guter Wärmeübergang gewährleistet ist, während in einem anderen
Teilabschnitt die Querschnittsgeometrie so gewählt ist, dass sich eine kleinere Mantelfläche
mit daraus resultierendem verschlechterten Wärmeübergang ergibt.
- Möglich ist in diesem Rahmen auch, dass in den Bereichen, in denen eine erhöhte Abgabe
von Kühlleistung gewünscht ist, eine Verzweigung der Temperier-Zuführleitung und/oder
der Temperier-Abführleitung erfolgt.
- Für einen weiteren alternativen oder kumulativen Vorschlag kann in den unterschiedlichen
Abschnitten der Wärmeübergangskoeffizient einer Wandung oder Ummantelung der Temperier-Zuführleitung
und/oder der Temperier-Abführleitung entsprechend der gewünschten Kühlleistung verringert
oder erhöht werden, was durch den Einsatz unterschiedlicher Wandungs- und/oder Ummantelungsmaterialien
und/oder unterschiedlicher Wandstärken der Wandung und/oder Ummantelungen in den Teilabschnitten
erreicht werden kann.
- Möglich ist auch, dass in Teilabschnitten Drosseln oder andere, die Strömungsverhältnisse
beeinflussende fluidische Bauelemente eingesetzt sind.
[0031] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0032] Die in der Beschreibung genannten Vorteile von Merkmalen und von Kombinationen mehrerer
Merkmale sind lediglich beispielhaft und können alternativ oder kumulativ zur Wirkung
kommen, ohne dass die Vorteile zwingend von erfindungsgemäßen Ausführungsformen erzielt
werden müssen.
[0033] Hinsichtlich des Offenbarungsgehalts - nicht des Schutzbereichs - der ursprünglichen
Anmeldungsunterlagen und des Patents gilt Folgendes: Weitere Merkmale sind den Zeichnungen
- insbesondere den dargestellten Geometrien und den relativen Abmessungen mehrerer
Bauteile zueinander sowie deren relativer Anordnung und Wirkverbindung - zu entnehmen.
Die Kombination von Merkmalen unterschiedlicher Ausführungsformen der Erfindung oder
von Merkmalen unterschiedlicher Patentansprüche ist ebenfalls abweichend von den gewählten
Rückbeziehungen der Patentansprüche möglich und wird hiermit angeregt. Dies betrifft
auch solche Merkmale, die in separaten Zeichnungen dargestellt sind oder bei deren
Beschreibung genannt werden. Diese Merkmale können auch mit Merkmalen unterschiedlicher
Patentansprüche kombiniert werden. Ebenso können in den Patentansprüchen aufgeführte
Merkmale für weitere Ausführungsformen der Erfindung entfallen, was aber nicht für
die unabhängigen Patentansprüche des erteilten Patents gilt.
[0034] Die in den Patentansprüchen und der Beschreibung genannten Merkmale sind bezüglich
ihrer Anzahl so zu verstehen, dass genau diese Anzahl oder eine größere Anzahl als
die genannte Anzahl vorhanden ist, ohne dass es einer expliziten Verwendung des Adverbs
"mindestens" bedarf. Wenn also beispielsweise von einem Element die Rede ist, ist
dies so zu verstehen, dass genau ein Element, zwei Elemente oder mehr Elemente vorhanden
sind. Die in den Patentansprüchen angeführten Merkmale können durch weitere Merkmale
ergänzt werden oder die einzigen Merkmale sein, die der Gegenstand des jeweiligen
Patentanspruchs aufweist.
[0035] Die in den Patentansprüchen enthaltenen Bezugszeichen stellen keine Beschränkung
des Umfangs der durch die Patentansprüche geschützten Gegenstände dar. Sie dienen
lediglich dem Zweck, die Patentansprüche leichter verständlich zu machen.
KURZBESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0036] Im Folgenden wird die Erfindung anhand in den Figuren dargestellter bevorzugter Ausführungsbeispiele
weiter erläutert und beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt in einer räumlichen Darstellung stark schematisiert eine Durchflusszentrifuge
in einem Halblängsschnitt.
- Fig. 2
- zeigt ein Detail II der Durchflusszentrifuge gemäß Fig. 1 .
- Fig. 3 und 4
- zeigen unterschiedliche Gestaltungen eines Querschnitts eines Verbindungsstrangs einer
Durchflusszentrifuge gemäß Fig. 1 und 2.
- Fig. 5
- zeigt ein Blockschaltbild für eine Steuerung oder Regelung einer Durchflusszentrifuge.
FIGURENBESCHREIBUNG
[0037] In den Figuren werden Bauelemente oder Merkmale, welche sich entsprechen oder ähneln,
teilweise mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet, wobei diese Bauelemente oder
Merkmale dann durch den zusätzlichen Buchstaben a, b, ... voneinander unterschieden
sein können. In diesem Fall kann mit oder ohne den ergänzenden Buchstaben auf diese
Bauteile oder Merkmale Bezug genommen werden, womit dann eines der Bauteile oder Merkmale,
mehrere oder sämtliche Bauteile oder Merkmale angesprochen sein können.
[0038] Fig. 1 zeigt stark schematisiert eine Durchflusszentrifuge 1 in einer räumlichen Darstellung
in einem Halblängsschnitt. Die Durchflusszentrifuge 1 verfügt über ein Gehäuse 2 und
insbesondere einen Kessel 3 mit einer Wandung 4. Die Wandung 4 des Kessels 3 begrenzt
eine Rotorkammer 5, in der ein Rotor 6 mit einer Rotordrehzahl um eine Rotorachse
7 verdreht wird. Von dem Rotor 6 sind in der schematischen Darstellung gemäß Fig.
1 lediglich in der Zentrifugatrionskammer des Rotors 6 angeordnete Behältnisse 8a,
8b (hier zwei Behältnisse 8a, 8b, wobei auch eine beliebige andere Anzahl von Behältnissen
8 vorhanden sein kann) dargestellt, bei denen es sich beispielsweise um Blutbeutel
9 oder beliebige andere Behältnisse handeln kann. Die Behältnisse 8 sind dabei gleichmäßig
in Umfangsrichtung um die Rotorachse 7 verteilt angeordnet und verfügen über denselben
Abstand von der Rotorachse 7.
[0039] Die Durchflusszentrifuge 1 verfügt über einen Rotorkammer-Temperierkreislauf 10,
von dem in Fig. 1 lediglich eine Rotorkammer-Temperierschleife 11 dargestellt ist.
Die Rotorkammer-Temperierschleife 11 ist in die Wandung 4 des Kessels 3 integriert
und windet sich mit mehreren Windungen um die Rotorachse 7 und die Rotorkammer 5.
[0040] In Fig. 1 ist des Weiteren ein Verbindungsstrang 12 zu erkennen. Der Verbindungsstrang
12 weist einen flexiblen Schlauch oder ein flexibles Rohr 13 auf. Durch den Schlauch
oder das Rohr 13 erstrecken sich eine Temperier-Zuführleitung 14, eine Temperier-Abführleitung
15 (wobei auf diese auch gemeinsam mit der Bezeichnung als "Temperierleitung" Bezug
genommen wird) sowie zwei Anschlussleitungen 16, 17, die in den unterschiedliche Betriebsphasen
des Zentrifugationsprozesses in unterschiedliche Richtungen durchströmt werden. In
einem Endbereich 18 ist der Verbindungsstrang 12 an dem Gehäuse 2 oder einer Wandung
4 des Kessels 3 befestigt, während der Verbindungsstrang 12 in einem anderen Endbereich
19 an dem Rotor 6 befestigt ist und mit diesem verdreht wird. Die mit der halben Rotordrehzahl
rotierende Führungseinrichtung, insbesondere ein Führungsrohr, ist in der schematischen
Fig. 1 nicht dargestellt (vgl. hierzu den eingangs genannten Stand der Technik).
[0041] Fig. 2 zeigt ein Detail II gemäß Fig. 1. In diesem Detail ist der Endbereich 19 des Verbindungsstrangs
12 zu erkennen sowie der Austritt der Temperierleitungen 14, 15 aus dem Schlauch oder
Rohr 13 sowie deren Verbindung mit den Behältnissen 8a, 8b. Als optionale Besonderheit
ist hier zu erkennen, dass die Behältnisse 8a, 8b jeweils mit einzelnen Anschlussleitungen
17a, 17b verbunden sind, welche in dieselbe Richtung von dem Medium durchströmt werden,
während die Behältnisse 8a, 8b für die Strömung des Mediums in die andere Richtung
mit einer gemeinsamen Anschlussleitung 16 verbunden sind. Kann über eine Ventil- oder
Umschalteinrichtung einzeln oder unterschiedlich der Fluss durch die Anschlussleitung
17a, 17b gesteuert oder geregelt werden, kann eine spezifische und unterschiedliche
Beaufschlagung der Behältnisse 8a, 8b mit dem Medium ausgesteuert werden. So kann
beispielsweise die Befüllung lediglich eines einzigen Behältnisses 8a, 8b erfolgen
oder eine Entnahme von zentrifugierten Sedimenten aus den Behältnissen 8a, 8b kann
an unterschiedlichen Zeitpunkten begonnen und/oder beendet werden.
[0042] Mit dem Austritt aus dem Rohr oder Schlauch 13 ist die Anschlussleitung 16 über eine
Verzweigung 20 mit zwei Verbindungsleitungen 21a, 21b verbunden, welche wiederum jeweils
mit einem zugeordneten Behältnis 8a, 8b verbunden sind. Die Anschlussleitungen 17a,
17b sind unmittelbar über zugeordnete Verbindungsleitungen 22a, 22b mit dem zugeordneten
Behältnis 8a, 8b verbunden. Im Bereich des Übergangs von den Anschlussleitungen 16,
17 zu den Verbindungsleitungen 21, 22 sind jeweils Abwinklungen um 90° vorhanden,
so dass sich die Verbindungsleitungen 21, 22 in einer quer zu der Rotorachse 7 erstreckenden
Ebene erstrecken.
[0043] Die Temperierleitungen 14, 15 sind unmittelbar benachbart dem Ende des Rohrs oder
Schlauchs 13 über eine Umkehrverbindung 23, die hier als U-förmiges Verbindungsstück
24 ausgebildet ist, miteinander verbunden. Durch das Innere des U-förmigen Verbindungsstücks
24 erstrecken sich die Abwinklungen und Übergangsbereiche zwischen den Anschlussleitungen
16, 17 und den Verbindungsleitungen 21, 22. Dies führt dazu, dass die Umkehrverbindung
23 mindestens eine Anschlussleitung 16, 17 zumindest teilweise umschließt. Das U-förmige
Verbindungsstück 24 kann auch eine Lagefixierung der Abwinklungen und der Verbindungsleitungen
21, 22 gewährleisten.
[0044] Fig. 3 zeigt einen Querschnitt des Verbindungsstrangs 12. Hier ist zu erkennen, dass die
Temperierleitungen 14, 15 sowie die Anschlussleitungen 16, 17a, 17b auf einem Kreisbogen
in Umfangsrichtung verteilt angeordnet sind und in Umfangsrichtung unmittelbar aneinander
anliegen sowie radial außenliegend an der Innenfläche des Rohrs oder Schlauchs 13
anliegen. Hierbei ist vorzugsweise die Reihenfolge in Umfangsrichtung derart gewählt,
dass zwischen den Temperierleitungen 14, 15 in beide Umfangsrichtungen jeweils mindestens
eine Anschlussleitung 16, 17 angeordnet ist. So ist in eine Umfangsrichtung zwischen
den Temperierleitungen 14, 15 die Anschlussleitung 16 angeordnet, während in die andere
Umfangsrichtung zwischen den Temperierleitungen 14, 15 die beiden Anschlussleitungen
17a, 17b angeordnet sind.
[0045] Möglich ist auch, dass gemäß
Fig. 4 in dem Querschnitt lediglich vier Leitungen, nämlich die Temperierleitungen 14, 15
sowie die Anschlussleitungen 16, 17 angeordnet sind. In diesem Fall können die Anschlussleitungen
16, 17 jeweils eine Verzweigung zu den unterschiedlichen Behältnissen 8a, 8b aufweisen.
Es versteht sich, dass über eine andere Gestaltung von Verzweigungen und/oder eine
andere Anzahl von Leitungen auch mehr als zwei Behältnisse 8 in dem Rotor 6 vorhanden
sein können und mit den unterschiedlichen Medien beaufschlagt werden können.
[0046] Fig. 5 zeigt schematisch eine Steuereinrichtung einer Durchflusszentrifuge 1:
Der Rotorkammer-Temperierkreislauf 10 verfügt über eine Bereitstellungseinheit 25,
in welcher das Rotorkammer-Temperierfluid in gesteuerter oder geregelter Weise mit
dem erforderlichen Fluss und der erforderlichen Temperatur bereitgestellt wird. Das
Rotorkammer-Temperierfluid wird dann der Rotorkammer-Temperierschleife 11, die in
eine Wandung 4 der Rotorkammer 5 integriert sein kann, in einem geschlossenen Kreislauf
zugeführt. Ein Temperatursensor 26 erfasst die Temperatur in der Rotorkammer 5, wobei
der Temperatursensor 26 vorzugsweise in die Wandung 4 der Rotorkammer 5 integriert
ist oder an dieser gehalten ist. Das Messsignal des Temperatursensors 26 wird über
eine Sensorsignalverbindung 27 einer elektronischen Steuereinheit 28 zugeführt. Die
Steuereinheit 28 verfügt über Steuerlogik, die in einer Steuerleitung 29 ein Steuer-
oder Regelsignal für die Ansteuerung der Bereitstellungseinheit 25 zur Gewährleistung
des geregelten Flusses mit der geregelten Temperatur des Rotorkammer-Temperierfluids
herbeiführt.
[0047] Ein Zentrifugation-Medienkreislauf 30 verfügt über eine Bereitstellungseinheit 31,
welche in dem Zentrifugation-Medienkreislauf 30 die unterschiedlichen eingangs genannten
Betriebsphasen gewährleistet und die Medien, insbesondere das zu zentrifugierende
Medium sowie eine Spül- oder Bufferlösung, mit den erforderlichen Flüssen und den
Strömungsrichtungen in den unterschiedlichen Betriebsphasen bereitstellt. In dem Endbereich
18 der Anschlussleitungen 16, 17 des Zentrifugation-Medienkreislaufs 30 ist jeweils
ein Temperatursensor 32, 33 angeordnet, der die Temperatur des der Zentrifugationskammer
oder den Behältnissen 8 zugeführten Medien sowie der abgeführten Medien erfasst. Die
Temperatursignale der Temperatursensoren 32, 33 werden über Sensorsignalverbindungen
34, 35 an die Steuereinheit 28 übertragen. Die Steuereinheit 28 verfügt über Steuerlogik,
die aus den Temperatursignalen der Temperatursensoren 32, 33 eine Temperaturdifferenz
ermittelt, die wie im Folgenden noch erläutert wird, für Steuerungs- oder Regelungszwecke
des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs 36 verwendet wird. Über eine Steuerleitung
37 steuert oder regelt die Steuereinheit 28 die Bereitstellungseinheit 31 zur Gewährleistung
der erforderlichen Flüsse und der unterschiedlichen Betriebsphasen.
[0048] In dem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf 36 erfolgt die Bereitstellung des Verbindungsstrang-Temperierfluids
mittels einer Bereitstellungseinheit 38. Die Steuereinheit 28 steuert die Bereitstellungseinheit
38 über eine Steuerleitung 39 derart, dass das in den Temperierleitungen 14, 15 zirkulierende
Verbindungsstrang-Temperierfluid die gewünschte Kühlleistung bereitstellt. Hierbei
erfolgt vorzugsweise die Regelung der Bereitstellungseinheit 38 durch die Steuereinheit
28 auf Grundlage der Temperaturdifferenz der Temperatursignale der Temperatursensoren
32, 33.
[0049] Es ist zu unterstreichen, dass Fig. 5 lediglich eine sehr schematische Darstellung
ist, wobei einzelne separat in Fig. 5 dargestellte Komponenten auch tatsächlich zu
einer Komponente vereinigt sein können. Dies ist bereits daraus ersichtlich, dass
der Verbindungsstrang-Temperierkreislauf 36 mit den Temperierleitungen 14, 15 separat
von der Rotorkammer 5 dargestellt sind, obwohl sich die Temperierleitungen 14 ,15
in die Rotorkammer 5 erstrecken. Möglich ist, dass die beiden Temperierkreisläufe
10, 36 abweichend zu Fig. 5 nicht separat ausgebildet sind, sondern vielmehr eine
fluidische Kopplung der beiden Kreisläufe 10, 36 vorhanden ist. So kann eine einzige
gemeinsame Bereitstellungseinheit dasselbe Temperierfluid für den Rotorkammer-Temperierkreislauf
10 und den Verbindungsstrang-Temperierkreislauf 36 bereitstellen, wobei dann über
geeignete Drosseleinrichtungen, Ventile oder anderweitige fluidische Bauelemente die
Flüsse und Temperaturen in den beiden Kreisläufen 10, 36 gewährleistet werden.
[0050] Abweichend zu der obigen Beschreibung und den Figuren kann auch eine Regelung in
dem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf 36 auf Grundlage eines Temperatursensors
erfolgen, der in den Verbindungsstrang 12 integriert ist.
[0051] Bei den erläuterten Sensorsignalverbindungen 27, 34, 35 kann es sich um drahtgebundene
oder drahtlose Verbindungen handeln. Möglich ist auch, dass eine Bereitstellung der
Sensorsignale über ein Bussystem erfolgt. Das Entsprechende gilt für die Steuerleitungen
29, 37, 39.
[0052] In Fig. 5 ist lediglich eine Steuereinheit 28 dargestellt, welche hier die Steuerung
oder Regelung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs 10, des Zentrifugation-Medienkreislaufs
30 und des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs 36 gewährleistet. Möglich ist, dass
diese Aufgaben von mehreren Steuereinheiten übernommen werden, die dann auch miteinander
verbunden oder vernetzt sein können.
[0053] Die infolge der Walkarbeit erzeugte Wärme und damit von dem Verbindungsstrang-Temperierkreislauf
bereitzustellende Kühlleistung kann beispielsweise maximal 50 Watt bis 200 Watt, insbesondere
0 Watt bis 150 Watt betragen. Handelt es sich bei dem zu zentrifugierenden Medium
um Blut, kann ein Schwellwert der Temperatur, die nicht überschritten werden sollte,
beispielsweise um 37 °C handeln.
[0054] Wird in einer Betriebsphase das zu zentrifugierende Medium durch die Anschlussleitungen
gefördert und in eine andere Betriebsphase ein Spülfluid durch die Anschlussleitungen
gefördert, kann für die unterschiedlichen Betriebsphasen eine unterschiedliche Steuerung
oder Regelung erfolgen. Insbesondere kann die Verarbeitung einer in den Anschlussleitungen
gemessenen Temperaturdifferenz unterschiedlich oder mit unterschiedlichen Verstärkungsfaktoren
erfolgen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0055]
- 1
- Durchflusszentrifuge
- 2
- Gehäuse
- 3
- Kessel
- 4
- Wandung
- 5
- Rotorkammer
- 6
- Rotor
- 7
- Rotorachse
- 8
- Behältnis
- 9
- Blutbeutel
- 10
- Rotorkammer-Temperierkreislauf
- 11
- Rotorkammer-Temperierschleife
- 12
- Verbindungsstrang
- 13
- Schlauch, Rohr
- 14
- Temperier-Zuführleitung
- 15
- Temperier-Abführleitung
- 16
- Anschlussleitung
- 17
- Anschlussleitung
- 18
- Endbereich
- 19
- Endbereich
- 20
- Verzweigung
- 21
- Verbindungsleitung
- 22
- Verbindungsleitung
- 23
- Umkehrverbindung
- 24
- Verbindungsstück
- 25
- Bereitstellungseinheit
- 26
- Temperatursensor
- 27
- Sensorsignalverbindung
- 28
- Steuereinheit
- 29
- Steuerleitung
- 30
- Zentrifugation-Medienkreislauf
- 31
- Bereitstellungseinheit
- 32
- Temperatursensor
- 33
- Temperatursensor
- 34
- Sensorsignalverbindung
- 35
- Sensorsignalverbindung
- 36
- Verbindungsstrang-Temperierkreislauf
- 37
- Steuerleitung
- 38
- Bereitstellungseinheit
- 39
- Steuerleitung
1. Durchflusszentrifuge (1) mit
a) einem Rotor (6) mit einer Zentrifugationskammer, wobei der Rotor (6) mit einer
Rotordrehzahl um eine Rotorachse (7) verdreht werden kann, und
b) einem Verbindungsstrang (12) mit einer Anschlussleitung (16; 17), über welche im
Betrieb der Durchflusszentrifuge (1) mit rotierendem Rotor (6) der Zentrifugationskammer
ein Medium zuführbar ist, und mit einer Anschlussleitung (17; 16), über welche ein
Medium von der Zentrifugationskammer abführbar ist,
c) wobei ein Endbereich (18) des Verbindungsstrangs (12) gehäusefest angeordnet ist
und der andere Endbereich (19) des Verbindungsstrangs (12) mit dem Rotor (6) verdreht
wird und
d) zur Vermeidung einer Verdrillung des Verbindungsstrangs (12) der Verbindungsstrang
(12) in einer Führungseinrichtung geführt ist, die mit der halben Rotordrehzahl um
die Rotorachse (7) verdreht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) sich durch den Verbindungsstrang (12) eine Temperier-Zuführleitung (14) und eine
Temperier-Abführleitung (15) erstrecken, wobei die Temperier-Zuführleitung (14) und
die Temperier-Abführleitung (16) in entgegengesetzte Strömungsrichtungen von einem
Verbindungsstrang-Temperierfluid durchströmt werden.
2. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen
(16, 17) in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs (12) in Umfangsrichtung um eine
Längsachse des Verbindungsstrangs (12) verteilt angeordnet sind.
3. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen
(16, 17) in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs (12) in Umfangsrichtung so um
die Längsachse des Verbindungsstrangs (12) verteilt angeordnet sind, dass in beide
Umfangsrichtungen um die Längsachse jeweils zwischen der Temperier-Zuführleitung (14)
und der Temperier-Abführleitung (15) mindestens eine Anschlussleitung (16, 17) angeordnet
ist.
4. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14) und die Temperier-Abführleitung (15) über eine Umkehrverbindung
(23) miteinander verbunden sind.
5. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsstrang (12) ein flexibles Rohr oder einen flexiblen Schlauch (13)
aufweist, durch welches oder welchen sich zumindest teilweise die Temperier-Zuführleitung
(14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen (16, 17) erstrecken.
6. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 5 in Rückbeziehung auf Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Umkehrverbindung (23) in dem Austrittsbereich der Temperier-Zuführleitung (14)
und der Temperier-Abführleitung (15) aus dem flexiblen Rohr oder Schlauch (13) angeordnet
ist.
7. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umkehrverbindung (23) U-förmig ausgebildet ist und mindestens eine Anschlussleitung
(16, 17) zumindest teilweise umschließt.
8. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens eine elektrische Leitung durch den Verbindungsstrang (12) erstreckt.
9. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung oder Regelung
a) der Temperatur des Verbindungsstrang-Temperierfluids und/oder
b) des Stroms des Verbindungsstrang-Temperierfluids
unter Berücksichtigung einer Temperatur des Mediums in einer Anschlussleitung (16;
17), insbesondere unter Berücksichtigung einer Temperaturdifferenz in den Anschlussleitungen
(16, 17), erfolgt.
10. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine elektronische Steuereinheit (28) vorhanden ist, die Steuerlogik aufweist,
die die Verbindungsstrang-Temperierleistung eines Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs
(36) steuert oder regelt.
11. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotorkammer-Temperierkreislauf (10) vorhanden ist.
12. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine elektronische Steuereinheit (28) vorhanden ist, die Steuerlogik aufweist,
die die Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs (10) steuert
oder regelt.
13. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatursensor (26) vorhanden ist, der die Temperatur einer Rotorkammer (5)
erfasst, und die Steuerlogik den Rotorkammer-Temperierkreislauf (10) unter Berücksichtigung
eines Temperatursignals des Temperatursensors (26) steuert oder regelt.
14. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 12 oder 13 in Rückbeziehung auf Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerlogiken für
a) die Steuerung oder Regelung der Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs
(10) und
b) die Steuerung oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs
(36)
miteinander koordiniert sind.
15. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 10 oder einem der Ansprüche 11 bis 14 in Rückbeziehung
auf Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerlogik für die Steuerung oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung
a) eine Wärmekapazität der Medien, welche die Anschlussleitungen (16, 17) durchströmen,
und/oder
b) eine Wärmekapazität des Verbindungsstrang-Temperierfluids und/oder
c) den Fluss der Medien, welche die Anschlussleitungen (16, 17) durchströmen, und/oder
d) die Rotordrehzahl berücksichtigt.
16. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine Querschnittfläche der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) und/oder
b) eine Querschnittsgeometrie der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) und/oder
c) ein Wärmeübergangskoeffizient einer Wandung oder Ummantelung der Temperier-Zuführleitung
(14) und/oder der Temperier-Abführleitung (15)
für die Temperier-Zuführleitung (14) und die Temperier-Abführleitung (15) unterschiedlich
ist oder über die Längserstreckung der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) nicht konstant sind/ist.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Durchflusszentrifuge (1) mit
a) einem Rotor (6) mit einer Zentrifugationskammer, wobei der Rotor (6) mit einer
Rotordrehzahl um eine Rotorachse (7) verdreht werden kann, und
b) einem Verbindungsstrang (12) mit einer Anschlussleitung (16; 17), über welche im
Betrieb der Durchflusszentrifuge (1) mit rotierendem Rotor (6) der Zentrifugationskammer
ein Medium zuführbar ist, und mit einer Anschlussleitung (17; 16), über welche ein
Medium von der Zentrifugationskammer abführbar ist,
c) wobei ein Endbereich (18) des Verbindungsstrangs (12) gehäusefest angeordnet ist
und der andere Endbereich (19) des Verbindungsstrangs (12) mit dem Rotor (6) verdreht
wird und
d) zur Vermeidung einer Verdrillung des Verbindungsstrangs (12) der Verbindungsstrang
(12) in einer Führungseinrichtung geführt ist, die mit der halben Rotordrehzahl um
die Rotorachse (7) verdreht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
e) sich durch den Verbindungsstrang (12) eine Temperier-Zuführleitung (14) und eine
Temperier-Abführleitung (15) erstrecken, wobei die Temperier-Zuführleitung (14) und
die Temperier-Abführleitung (16) in entgegengesetzte Strömungsrichtungen von einem
Verbindungsstrang-Temperierfluid durchströmt werden, und
f) mindestens eine elektronische Steuereinheit (28) vorhanden ist, die Steuerlogik
aufweist, die die Verbindungsstrang-Temperierleistung eines Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs
(36) steuert oder regelt.
2. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen
(16, 17) in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs (12) in Umfangsrichtung um eine
Längsachse des Verbindungsstrangs (12) verteilt angeordnet sind.
3. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen
(16, 17) in einem Querschnitt des Verbindungsstrangs (12) in Umfangsrichtung so um
die Längsachse des Verbindungsstrangs (12) verteilt angeordnet sind, dass in beide
Umfangsrichtungen um die Längsachse jeweils zwischen der Temperier-Zuführleitung (14)
und der Temperier-Abführleitung (15) mindestens eine Anschlussleitung (16, 17) angeordnet
ist.
4. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperier-Zuführleitung (14) und die Temperier-Abführleitung (15) über eine Umkehrverbindung
(23) miteinander verbunden sind.
5. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsstrang (12) ein flexibles Rohr oder einen flexiblen Schlauch (13)
aufweist, durch welches oder welchen sich zumindest teilweise die Temperier-Zuführleitung
(14), die Temperier-Abführleitung (15) und die Anschlussleitungen (16, 17) erstrecken.
6. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 5 in Rückbeziehung auf Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Umkehrverbindung (23) in dem Austrittsbereich der Temperier-Zuführleitung (14)
und der Temperier-Abführleitung (15) aus dem flexiblen Rohr oder Schlauch (13) angeordnet
ist.
7. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umkehrverbindung (23) U-förmig ausgebildet ist und mindestens eine Anschlussleitung
(16, 17) zumindest teilweise umschließt.
8. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich mindestens eine elektrische Leitung durch den Verbindungsstrang (12) erstreckt.
9. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerung oder Regelung
a) der Temperatur des Verbindungsstrang-Temperierfluids und/oder
b) des Stroms des Verbindungsstrang-Temperierfluids
unter Berücksichtigung einer Temperatur des Mediums in einer Anschlussleitung (16;
17), insbesondere unter Berücksichtigung einer Temperaturdifferenz in den Anschlussleitungen
(16, 17), erfolgt.
10. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rotorkammer-Temperierkreislauf (10) vorhanden ist.
11. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine elektronische Steuereinheit (28) vorhanden ist, die Steuerlogik aufweist,
die die Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs (10) steuert
oder regelt.
12. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperatursensor (26) vorhanden ist, der die Temperatur einer Rotorkammer (5)
erfasst, und die Steuerlogik den Rotorkammer-Temperierkreislauf (10) unter Berücksichtigung
eines Temperatursignals des Temperatursensors (26) steuert oder regelt.
13. Durchflusszentrifuge (1) nach Anspruch 11 oder 12 in Rückbeziehung auf einen der Ansprüche
1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerlogiken für
a) die Steuerung oder Regelung der Rotorkammer-Temperierleistung des Rotorkammer-Temperierkreislaufs
(10) und
b) die Steuerung oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung des Verbindungsstrang-Temperierkreislaufs
(36)
miteinander koordiniert sind.
14. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 oder einem der Ansprüche
10 bis 13 in Rückbeziehung auf einen der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerlogik für die Steuerung oder Regelung der Verbindungsstrang-Temperierleistung
a) eine Wärmekapazität der Medien, welche die Anschlussleitungen (16, 17) durchströmen,
und/oder
b) eine Wärmekapazität des Verbindungsstrang-Temperierfluids und/oder
c) den Fluss der Medien, welche die Anschlussleitungen (16, 17) durchströmen, und/oder
d) die Rotordrehzahl
berücksichtigt.
15. Durchflusszentrifuge (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine Querschnittfläche der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) und/oder
b) eine Querschnittsgeometrie der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) und/oder
c) ein Wärmeübergangskoeffizient einer Wandung oder Ummantelung der Temperier-Zuführleitung
(14) und/oder der Temperier-Abführleitung (15)
für die Temperier-Zuführleitung (14) und die Temperier-Abführleitung (15) unterschiedlich
ist oder über die Längserstreckung der Temperier-Zuführleitung (14) und/oder der Temperier-Abführleitung
(15) nicht konstant sind/ist.