[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Antriebsvorrichtung für eine Verschluss-
oder Schutzeinrichtung sowie ein Verfahren zur Bereitstellung einer solchen Antriebsvorrichtung.
[0002] Derartige Antriebsvorrichtungen eignen sich insbesondere als integrierte Antriebe
für Rollläden, Rolltore, Markisen, Jalousien und dergleichen. Die Antriebsvorrichtungen
sind üblicherweise als Rohrmotor gestaltet und dazu ausgebildet, in einen Hohlprofilkörper
eingesetzt zu werden, um diesen rotatorisch anzutreiben. Auf diese Weise kann beispielsweise
ein Panzer eines Rollladens oder eine Bahn einer Markise aufgewickelt und/oder abgewickelt
werden.
[0003] Ausgestaltungen von Verschluss- oder Schutzeinrichtungen, die insbesondere als Rollladen,
Rolltor oder Markise gestaltet sind, sind aus der
EP 3 388 610 A1 und der
EP 3 441 554 A1 bekannt. Eine allgemeine Gestaltung einer Aufrollvorrichtung für Rollläden und dergleichen
ist ferner aus der
EP 0 479 719 A1 bekannt.
[0004] Aus der
WO 2022/117679 A2 ist ein elektromechanischer Antrieb zum Antreiben eines Wickelrohrs bekannt. Der
Antrieb umfasst ein Gehäuse, eine Drehmomentstütze und einen Deckel für die Drehmomentstütze.
Der Deckel weist eine Öffnung auf, durch die die Drehmomentstütze drehfest mit einem
gebäudeseitigen Auflager verbindbar ist.
[0005] Bei der Verwendung zum Antrieb von Rollläden sitzen integrierte Antriebsvorrichtungen
als sogenannte Rohrmotoren innerhalb eines Hohlprofilkörpers, auf den der Panzer des
Rollladens aufgewickelt werden kann. Die Antriebsvorrichtung stützt sich üblicherweise
an zumindest einer Seite an einer gestellfesten Drehmomentstütze ab, beispielsweise
direkt oder indirekt am Mauerwerk, an Seitenteilen von Rollladenkästen oder dergleichen.
Ein Abtrieb der Antriebsvorrichtung ist über einen Mitnehmer mit dem Hohlprofilkörper
gekoppelt, um diesen in Rotation zu versetzen. Auf diese Weise kann der Panzer aufgewickelt
und abgewickelt werden. Als Rohrmotor gestaltete Antriebsvorrichtungen sind üblicherweise
konzentrisch zu einer Drehachse des Hohlprofilkörpers orientiert.
[0006] Antriebsvorrichtungen der eingangs genannten Art können sowohl bei Neueinbauten als
auch für Nachrüstungen/Umrüstungen genutzt werden. Im Falle einer Nachrüstung wird
beispielsweise ein manueller Rollladenantrieb (Riemen oder Handkurbel) durch eine
motorisierte Antriebsvorrichtung ersetzt.
[0007] Am Markt gibt es eine Vielzahl verschiedener Größen und Varianten von Rollläden,
Rolltore und Markisen. Ferner gibt es verschiedene Anbieter, die spezifische Lösungen
für die Einhausung, Lagerung und Drehmomentabstützung nutzen.
[0008] Dies erfordert aus Kundensicht eine hohe Variantenvielfalt bei der Antriebsvorrichtung.
Aus der Perspektive des Herstellers, Händlers und Installateurs ist eine hohe Variantenvielfalt
nachteilig, weil dies den Aufwand für Beschaffung, Logistik und Lagerung erhöht.
[0009] Ferner wird aus Kundensicht häufig ein erhöhter Funktionsumfang gewünscht. Klassische
motorisierte Antriebe für Verschluss- oder Schutzeinrichtungen sind in dieser Hinsicht
häufig beschränkt. Beispielsweise war es lange verbreitet, motorisierte Rollläden
über Ein/Aus-Schalter zu öffnen und zu schließen. Zwischenzeitlich sind zeitgesteuerte
Schaltvorgänge und gegebenenfalls umweltabhängige Schaltvorgänge (abhängig von Tageszeit,
Sonnenstand, Wind und dergleichen) wünschenswert.
[0010] Ferner besteht der Wunsch nach bestimmten Betriebsmodi mit Auswirkungen auf die Fahrgeschwindigkeit.
Dies kann beispielsweise einen sogenannten Kriechgang (Schleichmodus für besonders
langsames und leises Öffnen oder Schließen) umfassen, der idealerweise eine Ruhephase
oder Schlafphase des Anwenders nicht beeinträchtigt. Ferner kann dies einen sogenannten
Notöffnungsmodus umfassen, bei dem in einem Notfall mit Maximalgeschwindigkeit geöffnet
wird. Daneben kann es noch einen Normalbetriebsmodus mit moderater Öffnungsgeschwindigkeit
und Schließgeschwindigkeit geben. Weitere Betriebsmodi sind denkbar.
[0011] Hierzu ist es wünschenswert, eine Antriebssteuerung des Motors der Antriebsvorrichtung
variantenspezifisch oder anwenderspezifisch zu programmieren. Dies würde jedoch grundsätzlich
die Variantenvielfalt weiter erhöhen. Zuweilen ist auch eine Programmierung im Einbauzustand
von Vorteil, etwa zur Berücksichtigung konkreter lokaler Anwendungs- und Umgebungsbedingungen.
Dies erhöht den Aufwand weiter.
[0012] Antriebsvorrichtungen für Rollläden, Rolltor, Markisen und dergleichen werden zuweilen
auch in Gebäudeautomationssysteme (smart home, smart building) eingebunden, damit
der Betrieb von einer übergeordneten Instanz gesteuert werden kann. Auch die Schaffung
der erforderlichen Schnittstellen erhöht die Variantenvielfalt.
[0013] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Offenbarung die Aufgabe zugrunde, eine
als Rohrmotor gestaltete Antriebsvorrichtung für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung,
insbesondere für einen Rollladen, ein Rolltor oder eine Markise, anzugeben, die aus
Sicht des Anwenders eine hohe Variantenvielfalt ermöglicht, aus Sicht des Herstellers
jedoch hohe Losgrößen bei geringer Variantenvielfalt erlaubt. Vorzugsweise kann die
Antriebsvorrichtung mit geringem Aufwand individualisiert werden. Vorzugsweise kann
die Antriebsvorrichtung endkundennah programmiert und eingestellt werden. Ferner soll
im Rahmen der vorliegenden Offenbarung ein Verfahren zur Bereitstellung einer solchen
Antriebsvorrichtung angegeben werden.
[0014] Gemäß einem ersten Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf eine als Rohrmotor
gestaltete Antriebsvorrichtung für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung, insbesondere
für einen Rollladen, ein Rolltor oder eine Markise, die Folgendes aufweist:
- ein rohrartiges Antriebsgehäuse,
- einen Antriebsmotor, der insbesondere als bürstenloser Gleichstrommotor gestaltet
ist,
- ein Getriebe, das eingangsseitig mit dem Antriebsmotor koppelbar ist und ausgangsseitig
einen relativ zum Antriebsgehäuse rotierbaren Abtrieb aufweist, der dazu ausgebildet
ist, einen Hohlprofilkörper rotatorisch anzutreiben,
- eine mit dem Antriebsmotor gekoppelte Steuereinrichtung, die eine obligatorische Antriebssteuerung
sowie eine Schnittstelle für eine variantenspezifische Zusatzplatine aufweist,
- einen Gehäusestopfen bei einer vom Abtrieb abgewandten Stirnseite des Antriebsgehäuses,
- eine durch eine Montageöffnung im Gehäusestopfen gesteckte Zusatzplatine, die mit
der Antriebssteuerung gekoppelt ist, und
- ein den Gehäusestopfen nach außen abdeckendes Kopfstück.
[0015] Auf diese Weise ergibt sich die Möglichkeit zur kundennahen Variantenbildung. Das
rohrartige Antriebsgehäuse kann eine Basisbaugruppe der Antriebsvorrichtung beherbergen,
die durch die gesteckte Zusatzplatine komplettiert wird. Auf diese Weise kann durch
verschiedenartige Zusatzplatinen die gewünschte Funktionalität bewerkstelligt werden.
Ferner kann das den Gehäusestopfen abdeckende Kopfstück einerseits die Platine abdecken
und abdichten und andererseits eine Schnittstelle zur Montage bereitstellen, so dass
über das Kopfstück eine Drehmomentabstützung gewährleistet ist. Das Kopfstück und
der Gehäusestopfen sind Bestandteil der Drehmomentabstützung. Das Kopfstück ist also
gemäß dieser Ausgestaltung nicht nur ein Deckel, der an der Drehmomentenübertragung
nicht beteiligt ist.
[0016] Die Variantenbildung erfolgt in einer Ausgestaltung durch Wahl und Montage einer
geeigneten Zusatzplatine. Die Zusatzplatine kann in verschiedenen Varianten bereitgestellt
werden. Die Varianten können beispielsweise verschiedenartige Programmierschnittstellen
zur externen Programmierung umfassen. Die Zusatzplatine kann auch zur Hinterlegung
bestimmter Betriebsmodi (Normalmodus, Schleichmodus, Notöffnungsmodus und Ähnliches)
genutzt werden. Die Zusatzplatine kann auch zur Anpassung vorhandener Standardbetriebsmodi
genutzt werden, die beispielsweise bei der Steuereinrichtung oder deren Antriebssteuerung
hinterlegt sind. Die Zusatzplatine kann auch zur Implementierung verschiedener Kommunikationssysteme
genutzt werden, beispielsweise zu Zwecken der kabellosen Kommunikation.
[0017] Die Steuereinrichtung der Antriebsvorrichtung umfasst die integrierte Antriebssteuerung
sowie die Zusatzplatine. Die integrierte Antriebssteuerung dient zur unmittelbaren
Ansteuerung des Antriebsmotors. Insbesondere bei Verwendung eines bürstenlosen Gleichstrommotors
ist eine Antriebssteuerung zur Kommutierung erforderlich. Ein bürstenloser Gleichstrommotor
kann auch als sogenannter BLDC-Motor bezeichnet werden. Der Motor kann mehrere Phasen
aufweisen. Üblicherweise ist der Rotor eines BLDC-Motors mit Permanentmagneten bestückt.
Die Spulen sitzen üblicherweise am feststehenden Stator. Die Antriebssteuerung erzeugt
ein über die Spulen wanderndes magnetisches Feld, das den permanenterregten Rotor
antreibt.
[0018] Da ein bürstenloser Gleichstrommotor ohnehin mit einer Antriebssteuerung betrieben
werden sollte, sinkt der Zusatzaufwand für die Implementierung weiterer Funktionen.
Ein bürstenloser Gleichstrommotor kann feinfühlig angesteuert werden. Beispielsweise
ist eine kontrollierte Langsamfahrt mit minimaler Geschwindigkeit möglich.
[0019] Die Zusatzplatine erlaubt nun, geeignete Fahrmodi zu hinterlegen, auf deren Basis
die Antriebssteuerung den Antriebsmotor betreibt. Auf diese Weise kann bei einer möglichst
geringen Variantenvielfalt (aus Sicht des Herstellers der Basisbaugruppe) aus Kundensicht
eine hohe Variantenvielfalt bereitgestellt werden, indem eine geeignete Zusatzplatine
verbaut wird. In beispielhaften Ausgestaltungen erlaubt die Zusatzplatine eine externe
Programmierung, so dass weiter individualisiert werden kann.
[0020] Die Gestaltung als Rohrmotor erlaubt der Antriebsvorrichtung eine Anordnung innerhalb
eines Hohlprofilkörpers, um den Hohlprofilkörper rotatorisch anzutreiben. Auf diese
Weise kann beispielsweise ein Rollladenpanzer oder eine Bahn aufgewickelt und abgewickelt
werden. Die Antriebsvorrichtung ist sowohl für Neuinstallationen als auch für Nachrüstungen/Umrüstungen
geeignet. Auch hier ist es vorteilhaft, wenn über die Wahl der Zusatzplatine und die
Möglichkeit zur Programmierung verschiedene Varianten implementierbar sind. Dies kann
entlang der Vertriebskette zwischen dem Hersteller der Basisbaugruppe und dem Endkunden
erfolgen.
[0021] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung dichtet das Kopfstück im montierten
Zustand die Zusatzplatine nach außen ab. Wenn also die Zusatzplatine eingesteckt ist,
kann diese Seite der Antriebsvorrichtung durch Aufsetzen des Kopfstücks abgedichtet
werden. Auf diese Weise ist die Elektronik der Antriebsvorrichtung gut gegen Umwelteinflüsse
geschützt. Somit kann einerseits die Variantenbildung und andererseits die Abdichtung
gewährleistet werden
[0022] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Kopfstück auf den Gehäusestopfen
aufgesteckt, wobei das Kopfstück und der Gehäusestopfen zur Drehmomentabstützung formschlüssig
ineinandergreifen. Auf diese Weise kann sich der Antriebsmotor der Antriebsvorrichtung
über das Antriebsgehäuse, den Gehäusestopfen und das Kopfstück an einer Drehmomentstütze
abstützen, zumindest in beispielhaften Ausgestaltungen.
[0023] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung durchragt die Zusatzplatine im
montierten Zustand des Kopfstücks den Gehäusestopfen, wobei die Zusatzplatine von
einer Platinenausnehmung des Kopfstücks abgedeckt ist. Auf diese Weise erhöht sich
der axiale Bauraum der Antriebsvorrichtung nur unwesentlich. Die Zusatzplatine kann
während der Montage gut geführt werden. Die Zusatzplatine kann bei demontiertem Kopfstück
bedarfsweise demontiert werden, zumindest in beispielhaften Ausgestaltungen
[0024] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist das Kopfstück auf seiner
vom Antriebsgehäuse abgewandten Seite eine Montageschnittstelle zur Aufnahme an einer
Drehmomentstütze auf. Auf diese Weise wird ein vom Antriebsmotor erzeugtes Gegenmoment
(komplementär zum Antriebsmoment) in ein umgebendes Gehäuse (zum Beispiel Rollladenkasten
oder dergleichen) bzw. in eine umgebende Wand abgeleitet. Die Drehmomentstütze ist
gestellfest oder wandfest festgelegt.
[0025] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist das Kopfstück eine vom Antriebsmotor
abgewandte Formschlusskontur auf, die direkt oder indirekt mit der Drehmomentstütze
verbindbar ist. Auf diese Weise kann auch das Kopfstück selbst zur Drehmomentübertragung
an das Auflager bzw. die Drehmomentstütze genutzt werden. Dies kann direkt oder indirekt
erfolgen. Eine Abstützung der Antriebsvorrichtung über das Kopfstück an der Drehmomentstütze
kann mittels Formschluss und/oder Kraftschluss erfolgen.
[0026] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist das Kopfstück mit zumindest
einem Adapterstück kombinierbar, wodurch eine Anpassung an unterschiedliche Aufnahmekonturen
der Drehmomentstütze erfolgt. Auf diese Weise erhöht sich die Eignung zur Variantenbildung.
Gemäß dieser Ausgestaltung wird angestrebt, auf Basis eines einzigen Kopfstücks oder
auf Basis weniger verschiedenartiger Kopfstücke eine Vielzahl von Aufnahmekonturen
der Drehmomentstütze zu berücksichtigen. Dies kann durch eine geeignete Gestaltung
entsprechender Formschlusskonturen des Kopfstücks erfolgen. Das Kopfstück kann über
die Formschlusskontur direkt mit der Drehmomentstütze zusammenwirken. Es ist jedoch
auch vorstellbar, dass das Kopfstück mittelbar über ein Adapterstück mit der Drehmomentstütze
zusammenwirkt. Vorzugsweise eignet sich das Kopfstück zur direkten oder indirekten
Befestigung an unterschiedlichen Typen von Drehmomentstützen.
[0027] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist die Antriebsvorrichtung ferner
weisend eine mit dem Antriebsmotor gekoppelte Bremse auf, die insbesondere als Fliehkraftbremse
gestaltet ist. Die Fliehkraftbremse ist als mechanische Bremse gestaltet. Die Fliehkraftbremse
öffnet bei einer bestimmten definierten Drehzahl des Antriebsmotors. Auf diese Weise
wird einerseits sichergestellt, dass bei inaktivem Motor ein Ist-Zustand der Verschluss-
oder Schutzeinrichtung gesichert ist. Damit wird also beispielsweise bei einem Rollladen
verhindert, dass sich der Panzer von alleine bewegt, wenn der Antriebsmotor stillsteht.
Bei stillstehendem Motor hält die Fliehkraftbremse den Panzer oder die Bahn in ihrer
jeweiligen Position.
[0028] Umgekehrt erlaubt eine Fliehkraftbremse eine Mitnahme des Hohlprofilkörpers bei verhältnismäßig
geringen Drehzahlen. Der Antriebsmotor wird üblicherweise durch ein Getriebe stark
untersetzt (Übersetzung ins Langsame), so dass im Ergebnis eine definierte Langsamfahrt
(Kriechgang) ermöglicht ist. Dies kann beispielsweise dazu genutzt werden, die Verschluss-
oder Schutzeinrichtung so leise wie möglich zu öffnen oder zu schließen. Ferner erlaubt
die Befähigung zur Langsamfahrt ein besonders sanftes Anlaufen oder Anfahren der Verschluss-
oder Schutzeinrichtung. Auf diese Weise lassen sich Stöße oder ruckartige Bewegungen
beim Anfahren minimieren oder vermeiden.
[0029] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist im Antriebsgehäuse, entlang
der Längserstreckung des Antriebsgehäuses, folgende Anordnung gegeben:
- das Getriebe mit dem Abtrieb,
- der Antriebsmotor,
- die Bremse, sofern vorhanden,
- die Steuereinrichtung mit der Antriebssteuerung,
- der Gehäusestopfen,
- die Zusatzplatine, gekoppelt mit der Antriebssteuerung als Bestandteil der Steuereinrichtung,
und
- das Kopfstück,
wobei die Zusatzplatine den Gehäusestopfen durchragt.
[0030] Das Antriebsgehäuse ist beispielsweise kartuschenartig gestaltet, um die weiteren
Komponenten zu beherbergen. Das Antriebsgehäuse erstreckt sich vom Getriebe hin zum
Gehäusestopfen. Das Kopfstück kann mit dem Gehäusestopfen und zumindest mittelbar
mit dem Antriebsgehäuse verbunden werden. Die Anordnung erfolgt also bei dieser Ausgestaltung
in genau dieser Reihenfolge. Auf diese Weise kann die Zusatzplatine von außen durch
den Gehäusestopfen hindurch mit der Antriebsteuerung gekoppelt werden. Dies erlaubt
eine einfache Variantenbildung auf Basis einer Basisbaugruppe, die durch die Zusatzplatine
und das Kopfstück ergänzt wird.
[0031] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung stellt die Antriebssteuerung zumindest
drei verschiedene Fahrmodi für den Antriebsmotor bereit, umfassend einen Normalmodus,
einen Kriechmodus und einen Schnellfahrmodus. Die Antriebssteuerung wird insbesondere
durch die Zusatzplatine ertüchtigt, um diese Fahrmodi bereitzustellen und/oder zu
beeinflussen.
[0032] Der Schnellfahrmodus kann beispielhaft auch als Notöffnungsmodus bezeichnet werden.
Im Schnellfahrmodus wird jeweils eine maximal mögliche Fahrgeschwindigkeit erreicht,
wobei in Kauf genommen wird, dass die Fahrgeschwindigkeit über einen vollständigen
Öffnungsvorgang oder Schließvorgang nicht konstant ist. Der Kriechmodus erlaubt einen
besonders leisen Betrieb.
[0033] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung wird im Schnellfahrmodus lastabhängig
einen nicht-konstante Fahrgeschwindigkeit genutzt. Damit wird darauf Rücksicht genommen,
dass der Antriebsmotor über die verschiedenen Phasen eines Öffnungsvorgangs oder Schließvorgangs
unterschiedlich beansprucht wird. Beispielsweise werden bei einem vollständig geschlossenen
Rollladen zunächst einzelne Lamellen angehoben, Stück für Stück, bis schließlich der
gesamte Panzer angehoben ist. Daher kann die Verfahrgeschwindigkeit ganz am Anfang
zunächst relativ hoch sein. Es folgt eine Phase mit geringerer Öffnungsgeschwindigkeit,
weil die Belastung des Motors durch das Gewicht des Panzers ansteigt. Zum Ende des
Öffnungsvorgangs, wenn schon ein beträchtlicher Teil des Panzers aufgewickelt ist,
kann die Verfahrgeschwindigkeit wieder steigen. Es wird also in Kauf genommen, dass
die Fahrgeschwindigkeit nicht konstant ist. Dafür wird insgesamt eine Minimierung
der Öffnungszeit bzw. Schließzeit angestrebt.
[0034] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist die Steuereinrichtung ein
Kommunikationsmodul für einen externen Zugriff auf, wobei das Kommunikationsmodul
insbesondere Bestandteil der Zusatzplatine ist. Auf diese Weise kann die Antriebssteuerung
extern programmiert werden. Auf diese Weise können beispielsweise zusätzliche Betriebsmodi
hinterlegt werden. Zusätzlich können auf diese Weise Parameter hinterlegt werden.
[0035] Grundsätzlich ist eine kabelgebundene Programmierung vorstellbar. Ferner ist eine
Programmierung mittels Funk (Datenfunk, WiFi, Bluetooth, NFC o. ä.) vorstellbar. In
beispielhaften Ausgestaltungen weist die Zusatzplatine eine Programmierschnittstelle
auf, die mit einem externen Gerät ansprechbar ist. Bei dem externen Gerät handelt
es sich insbesondere um ein Mobilgerät, beispielsweise um ein Mobiltelefon (Smartphone),
ein Tablet, einen Laptop oder dergleichen. Grundsätzlich ist auch die Verwendung eines
dedizierten Mobilgeräts für Programmierzwecke vorstellbar.
[0036] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung erlaubt das Kommunikationsmodul
eine Programmierung mittels kabelloser, funkfreier Datenübertragung. Mit anderen Worten
ist das Kommunikationsmodul für eine Programmierung mittels kabelloser, funkfreier
Datenübertragung eingerichtet. Damit kann eine robuste, manipulationsresistente Programmierung
durchgeführt werden.
[0037] Im Sinne der vorliegenden Offenbarung handelt es sich bei einer funkfreien Datenübertragung
um eine Datenübertragung, die bewusst auf die Übertragung mittels Funk verzichtet.
Funk ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Datenübertragung mithilfe modulierter
elektromagnetischer Wellen im Radiofrequenzbereich.
[0038] Im Sinne der vorliegenden Offenbarung kann eine funkfreie Datenübertragung beispielsweise
mittels Licht, Schall und/oder Vibrationen/Körperschall erfolgen. Hierbei handelt
es sich um robuste Signalträger, die auch in einem anspruchsvollen Umfeld (Baustellen,
enge Einbausituation, etc.) nutzbar sind.
[0039] In einer beispielhaften Ausgestaltung erfolgt die Datenübertragung vom Mobilgerät
hin zur Antriebsvorrichtung unidirektional (simplex). In einer beispielhaften Ausgestaltung
erfolgt die Datenübertragung bidirektional (duplex), also in beiden Richtungen.
[0040] Das gewählte Trägersignal kann beispielsweise moduliert werden (Amplitudenmodulation,
Frequenzmodulation) um die Informationsdichte und damit die Übertragungskapazität
zu erhöhen. Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung ist auch eine diskrete Signalfolge
(Morsesignal und Ähnliches) ein moduliertes Signal.
[0041] Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung ist das Kommunikationsmodul unter Nutzung
der funkfreien Datenübertragung über ein Mobilgerät ansprechbar. Hierbei kann es sich
beispielsweise um Licht (umfassend sichtbares Licht und Infrarotstrahlung) oder Schall
(umfassend ebenso Körperschall, Vibrationen) handeln. Handelsübliche Mobiltelefon
und vergleichbare Geräte verfügen häufig über eingebaute Lautsprecher, Vibrationsgeber
und/oder Lichtquellen (LED-Blitzlicht).
[0042] Häufig ist auch entsprechende Sensorik verbaut, um derartige Signale erfassen zu
können (Beschleunigungssensor, Mikrofon, Fotodioden bzw. Bildsensoren). Auf diese
Weise eignen sich Mobiltelefone und ähnliche Geräte sowohl für die unidirektional
als auch für die bidirektionale Signalübertragung.
[0043] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist das Kommunikationsmodul einen
akustischen Sensor auf, der zur Erfassung modulierter Tonsignale ausgebildet ist.
Die Programmierung kann bedarfsweise direkt beim Kunden erfolgen. Auf diese Weise
kann die Steuereinrichtung bzw. die Antriebssteuerung von außen programmiert werden,
auch wenn die Antriebsvorrichtung verbaut ist. Tonsignale können beispielsweise mittels
Amplitudenmodulation (Lautstärke) und Frequenzmodulation (Tonhöhe) moduliert werden.
Tonsignale können auch als diskrete Signale (Tonimpulse) mit einem bestimmten Zeitschema
(vergleiche Morsecode) moduliert und übertragen werden.
[0044] Die Nutzung von akustischen Signalen (gegebenenfalls auch umfassend Körperschall)
ist nicht zwingend auf eine freie Sicht zwischen Sender und Empfänger angewiesen.
Daher kann auf diese Weise auch eine in ein Gehäuse (beispielsweise Rollladenkasten)
integrierte Antriebsvorrichtung programmiert werden.
[0045] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung weist das Kommunikationsmodul einen
optischen Sensor auf, der zur Erfassung modulierter Lichtsignale ausgebildet ist.
Die Nutzung von Lichtsignalen erlaubt eine robuste Programmierung, wobei auf handelsübliche
oder spezifisch angepasste Mobilgeräte zurückgegriffen werden kann. Die Programmierung
kann bedarfsweise direkt beim Kunden erfolgen.
[0046] Lichtsignale können mittels Amplitudenmodulation (Intensität) und Frequenzmodulation
(Farbe) moduliert werden. Lichtsignale können beispielsweise auch als diskrete Signale
(Lichtimpulse) mit einem bestimmten Zeitschema (vergleiche Morsecode) moduliert und
übertragen werden.
[0047] Lichtsignale umfassen sichtbares Licht und gegebenenfalls Infrarotstrahlung. Ein
optischer Sensor ist ein lichtsensitiver Sensor. Beispielsweise gibt es einen Lichtschacht
im Rollladenkasten, der auch im eingebauten Zustand der Antriebsvorrichtung eine Programmierung
erlaubt. In einer beispielhaften Ausgestaltung kann der optische Sensor angesteuert
werden, wenn die Antriebsvorrichtung zumindest teilweise freiliegt. Dies kann beispielsweise
bei einem Rollladen durch den Schlitz für den Panzer und/oder seitliche Führungsschlitze
im Rollladenkasten gegeben sein. Es kann gegebenenfalls auch eine Teildemontage des
Rollladenkastens erfolgen. Allgemein genügt eine kleine Öffnung, durch die Licht eindringen
kann. Die Lichtführung kann beispielsweise über einen Lichtleiter erfolgen, der eine
Öffnung - etwa beim Führungsschlitz - optisch mit der Zusatzplatine koppelt.
[0048] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist die Antriebssteuerung dazu
ausgebildet, den Antriebsmotor gezielt gepulst anzusteuern, um eine auf Antriebsimpulsen
des Antriebsmotors basierende Signalfolge auszugeben. Dies kann eine Signalfolge umfassen,
die als Schall oder Körperschall wahrgenommen werden kann. Auf diese Weise kann die
Antriebsvorrichtung Feedback geben. Mit anderen Worten werden bei dieser Ausgestaltung
unterschiedliche Signalpfade für die Signalübertragung vom Mobilgerät hin zu Antriebsvorrichtung
und von der Antriebsvorrichtung zurück zum Mobilgerät genutzt. Es versteht sich, dass
in einer beispielhaften Ausgestaltung ein und dasselbe Mobilgerät für beide Signalübertragungsrichtungen
genutzt wird, so dass das Mobilgerät Sender und Empfänger ist. In alternativen Ausgestaltungen
werden zwei unterschiedliche Mobilgeräte genutzt, von denen eines ein Sender und ein
anderes ein Empfänger ist.
[0049] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung umfasst die Steuereinrichtung eine
fest installierte Antriebssteuerung sowie eine variantenspezifische Zusatzplatine.
Die fest installierte Antriebssteuerung ermöglicht eine universelle Grundfunktionalität
und den Betrieb des Antriebsmotors als solches. Die variantenspezifische Zusatzplatine
ermöglicht eine spezifische Programmierung. In einer beispielhaften Ausgestaltung
ist die Zusatzplatine erforderlich, um die Antriebssteuerung soweit zu ertüchtigen,
dass generelle Funktionsfähigkeit gegeben ist.
[0050] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung umschließt das Antriebsgehäuse
eine baulich integrierte Basisbaugruppe, die an ihrer vom Abtrieb abgewandten Stirnseite
durch den Gehäusestopfen begrenzt ist, wobei die Zusatzplatine und das Kopfstück zur
Variantenbildung separat montierbar sind. Mit anderen Worten kann also die Basisbaugruppe
mit geringer Variantenvielfalt hergestellt werden, die Variantenbildung kann später
durch Montage von Zusatzplatine und Kopfstück erfolgen.
[0051] In einer beispielhaften Ausgestaltung ist die Zusatzplatine eine steckbare Zusatzplatine,
die von außen durch den Gehäusestopfen hindurch eingesteckt werden kann. Das Kopfstück
bildet einen Abschluss des Antriebsmotors an der vom Abtrieb abgewandten Stirnseite.
Das Kopfstück wiederum erlaubt eine Montage des Antriebsmotors an verschiedenen Auflagern
mit unterschiedlichen Drehmomentstützen.
[0052] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung ist die Antriebsvorrichtung in
einen Hohlprofilkörper integriert, der dazu ausgebildet ist, einen Panzer zu tragen,
der auf den Hohlprofilkörper aufgewickelt und vom Hohlprofilkörper abgewickelt werden
kann. Auf diese Weise kann die Antriebsvorrichtung beispielsweise als Rollladenantrieb
oder Rolltorantrieb genutzt werden.
[0053] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf ein Verfahren
zur Bereitstellung einer als Rohrmotor gestalteten Antriebsvorrichtung für eine Verschluss-
oder Schutzeinrichtung, insbesondere für einen Rollladen, ein Rolltor oder eine Markise,
mit den folgenden Schritten:
- Bereitstellung einer Basisbaugruppe, die ein rohrartiges Antriebsgehäuse, einen Antriebsmotor,
der insbesondere als bürstenloser Gleichstrommotor gestaltet ist, ein Getriebe, das
eingangsseitig mit dem Antriebsmotor koppelbar ist und ausgangsseitig einen relativ
zum Antriebsgehäuse rotierbaren Abtrieb aufweist, der dazu ausgebildet ist, einen
Hohlprofilkörper rotatorisch anzutreiben, eine mit dem Antriebsmotor gekoppelte Steuereinrichtung,
die eine obligatorische Antriebssteuerung sowie eine Schnittstelle für eine variantenspezifische
Zusatzplatine aufweist, und einen Gehäusestopfen bei einer vom Abtrieb abgewandten
Stirnseite des Antriebsgehäuses aufweist,
- Bereitstellung einer Zusatzplatine und eines Kopfstücks,
- Montage der Zusatzplatine durch eine Montageöffnung im Gehäusestopfen zur Kopplung
der Zusatzplatine mit der Antriebssteuerung, und
- Montage des Kopfstücks auf dem Gehäusestopfen.
[0054] Insbesondere bezieht sich das Verfahren auf die Bereitstellung einer Antriebsvorrichtung
gemäß zumindest einer der hierin beschriebenen Ausgestaltungen. Die Variantenbildung
kann unabhängig von der Herstellung der Basisbaugruppe erfolgen. Dies vereinfacht
die Logistik und die Verfügbarkeit.
[0055] In einer beispielhaften Ausgestaltung dient das Kopfstück als Abdichtung für die
Zusatzplatine nach außen. Beispielhaft umfasst die Bereitstellung der Zusatzplatine
eine Auswahl einer Zusatzplatine aus einer Mehrzahl verschiedenartiger Zusatzplatinen.
Auf diese Weise ergibt sich die Variantenbildung, etwa hinsichtlich des gewählten
Kommunikationsmoduls.
[0056] Das Verfahren kann ferner den Schritt der Bereitstellung und Montage eines Adapterstücks
zur Montage der Antriebsvorrichtung mit dem Kopfstück an einem Auflager mit Drehmomentstütze
anschließen.
[0057] Das Verfahren kann ferner den Schritt der Programmierung der Steuereinrichtung über
eine bei der Zusatzplatine vorgesehene Programmierschnittstelle umfassen. In einer
beispielhaften Ausgestaltung erfolgt die Programmierung mittels kabelloser, funkfreier
Datenübertragung.
[0058] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale der Offenbarung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern
auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen
der vorliegenden Offenbarung zu verlassen.
[0059] Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung mehrerer
bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine Teilansicht eines Längsschnitts durch eine Ausführungsform einer Verschluss-
oder Schutzeinrichtung, die als Rollladen gestaltet ist;
- Fig. 2
- eine auf der Ansicht gemäß Fig. 1 basierende Teildarstellung mit teilweise demontierten
Komponenten;
- Fig. 3:
- eine schematische Ansicht verschiedener Varianten von Zusatzplatinen;
- Fig. 4:
- eine perspektivische Teilansicht einer Basisbaugruppe einer Antriebsvorrichtung, die
mit einer Zusatzplatine und einem Kopfstück komplettierbar ist;
- Fig. 5:
- eine auf Fig. 4 beruhende perspektivische Schnittansicht eines Gehäusestopfens und
eines daran angepassten Kopfstücks (mit unterschiedlicher Orientierung zur Veranschaulichung
der einander zugewandten Seiten von Gehäusestopfen und Kopfstück);
- Fig. 6:
- eine auf den Figuren 4 und 5 basierende perspektivische Teilansicht einer komplettierten
Antriebsvorrichtung zur Veranschaulichung der Montage an einem Auflager mit Drehmomentstütze;
- Fig. 7:
- eine stirnseitige Ansicht einer Antriebsvorrichtung zur Veranschaulichung einer Montageschnittstelle;
- Fig. 8:
- eine mit Fig. 7 korrespondierende stirnseitige Ansicht eines Auflagers mit Drehmomentstütze
zur Montage der Antriebsvorrichtung gemäß Fig. 7;
- Fig. 9:
- eine schematische perspektivische Ansicht einer als Rollladen gestalteten Verschluss-
oder Schutzeinrichtung, die mit einem Mobilgerät programmierbar ist;
- Fig. 10:
- ein schematisches Blockdiagramm zur Veranschaulichung einer Ausgestaltung eines Verfahrens
zur Bereitstellung einer Antriebsvorrichtung für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung;
und
- Fig. 11:
- ein schematisches Blockdiagramm zur Veranschaulichung einer Ausgestaltung eines Verfahrens
zur Montage und Programmierung einer Antriebsvorrichtung für eine Verschluss- oder
Schutzeinrichtung.
[0060] Fig. 1 zeigt anhand einer schematisch vereinfachten Darstellung eine insgesamt mit
10 bezeichnete Verschluss- oder Schutzeinrichtung. Die Verschluss- oder Schutzeinrichtung
10 ist beispielhaft als Rollladen 12 gestaltet. Es versteht sich, dass auch eine Gestaltung
als Rolltor, Markise oder dergleichen vorstellbar ist. Der Rollladen 12 umfasst einen
Panzer 14, der aufgewickelt und abgewickelt werden kann. Die Verschluss- oder Schutzeinrichtung
10 ist beispielhaft an einer Wand 16 festgelegt. Die Befestigung an der Wand 16 kann
auch mittelbar über einen Rollladenkasten oder ein ähnliches Gehäuse erfolgen (in
Fig. 1 nicht dargestellt).
[0061] Die Verschluss- oder Schutzeinrichtung 10 umfasst im Ausführungsbeispiel eine Antriebsvorrichtung
20, die ein Antriebsgehäuse 22 aufweist. Fig. 2 zeigt ergänzend zu Fig. 1 Komponenten
der Antriebsvorrichtung 20 in einem teilweise explodierten Zustand. Das Antriebsgehäuse
22 ist rohrartig oder kartuschenartig gestaltet. Das Antriebsgehäuse 22 sitzt in einem
Hohlprofilkörper 24, um den der Panzer 14 aufgewickelt werden kann. Die Antriebsvorrichtung
20 dient zum rotatorischen Antrieb des Hohlprofilkörpers 24, um den Rollladen 12 zu
öffnen oder zu schließen.
[0062] Die Antriebsvorrichtung 20 ist auf einem Auflager 30 bei der Wand 16 gelagert. Das
Auflager 30 umfasst im Ausführungsbeispiel eine Drehmomentstütze 32 zur Momentenabstützung.
Auf diese Weise kann sich die Antriebsvorrichtung 20 mittelbar an der Wand 16 abstützen,
wenn der Hohlprofilkörper 24 durch die Antriebsvorrichtung 20 rotiert wird.
[0063] Die Antriebsvorrichtung 20 umfasst einen Antriebsmotor 36, der vom Antriebsgehäuse
22 beherbergt wird. Der Antriebsmotor 36 ist insbesondere als sogenannter bürstenloser
Gleichstrommotor (BLDC-Motor) ausgestaltet. Der Antriebsmotor 36 ist mit einem Getriebe
38 gekoppelt, das eine Drehbewegung des Antriebsmotors 36 ins langsame untersetzt.
Das Getriebe 38 kann eine oder mehrere Getriebestufen umfassen. Das Getriebe 38 mündet
in einen Abtrieb 42, der im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 mit einem Mitnehmer 44
gekoppelt ist. Über den Mitnehmer 44 kann der Hohlprofilkörper 24 des Rollladen 12
mitgenommen und in Rotation versetzt werden.
[0064] Ferner weist die Antriebsvorrichtung 20 eine Bremse 48 auf, die mit dem Antriebsmotor
36 gekoppelt ist. Im Ausführungsbeispiel ist die Bremse 48 als Fliehkraftbremse gestaltet.
Die Bremse 48 ist eine mechanische Bremse oder Kupplung, die bei einer bestimmten
Drehgeschwindigkeit des Antriebsmotors 36 öffnet oder schließt. Auf diese Weise wird
sichergestellt, dass bei stillstehendem Antriebsmotor 36 der Panzer 14 des Rollladens
12 sicher gehalten ist. Umgekehrt öffnet die Bremse 48 bei relativ niedrigen Drehzahlen
des Antriebsmotors, so dass eine geringe Minimalgeschwindigkeit ermöglicht ist. Dies
erlaubt ein besonders sanftes Anfahren sowie einen Kriechgang mit besonders niedrigem
Geräuschpegel.
[0065] Im Ausführungsbeispiel beherbergt das Antriebsgehäuse 22 den Antriebsmotor 36, die
Bremse 48 und das Getriebe 38. Ferner umfasst die Antriebsvorrichtung 20 eine Steuereinrichtung
52, die zumindest eine Antriebssteuerung 54 umfasst. Bei der Antriebssteuerung 54
handelt sich beispielhaft um eine bestückte Leiterplatte mit Komponenten zur Steuerung
des Antriebsmotors 36. Auch die Antriebsteuerung 54 ist in Antriebsgehäuse 22 beherbergt.
[0066] Die Steuereinrichtung 52 umfasst ferner auf ihrer vom Antriebsmotor 36 abgewandten
Seite eine Schnittstelle 56 für eine Zusatzplatine 80 sowie eine Schnittstelle 58
für eine Versorgungsleitung 74. Die Schnittstelle 56 ist beispielsweise als Steckschnittstelle
für eine steckbare Platine ausgebildet. Die Schnittstelle 58 umfasst beispielsweise
eine Buchse für einen Stecker.
[0067] Der Antrieb 42 durchragt einen Gehäusestopfen 62, der zwischen dem Getriebe 38 und
dem Mitnehmer 44 angeordnet ist. Beim vom Abtrieb 42 abgewandten Ende des Antriebsgehäuses
22 ist ein Gehäusestopfen 64 angeordnet, der eine Stirnseite 70 der Antriebsvorrichtung
20 abdeckt bzw. ausbildet. Im Ausführungsbeispiel ist der Gehäusestopfen 64 drehfest
mit dem Antriebsgehäuse 22 verbunden. Auf dem oder bei dem Gehäusestopfen 64 ist ein
Lagerring 66 angeordnet, auf dem der Hohlprofilkörper 24 gelagert ist. Beim Betrieb
der Antriebsvorrichtung 20 kann am Abtrieb 42 eine Drehbewegung bereitgestellt werden,
die über den Mitnehmer 44 auf den Hohlprofilkörper 24 einwirkt. Auf diese Weise kann
der Hohlprofilkörper 24 relativ zum Antriebsgehäuse 22 der Antriebsvorrichtung 20
rotieren.
[0068] Zur Bereitstellung elektrischer Energie kann eine Versorgungsleitung 74, die einen
Stecker 76 aufweist, mit der Schnittstelle 58 im Gehäusestopfen 64 gekoppelt werden.
Auf den Gehäusestopfen 64 kann ein Kopfstück 84 gesetzt werden. Das Kopfstück 84 schließt
die Stirnseite 70 des Antriebsgehäuses 22 nach außen ab. Im montierten Zustand ist
die Versorgungsleitung 74 mit dem Stecker 76 in eine Montageöffnung 90 beim Gehäusestopfen
64 eingeführt und dort mit der Schnittstelle 58 verbunden.
[0069] Der Gehäusestopfen 64 weist eine Formschlusskontur 92 zur Aufnahme des Kopfstücks
84 auf. Das Kopfstück 84 weist eine an die Formschlusskontur 92 angepasste Formschlusskontur
100 auf. Ferner kann auch eine Verschraubung o. ä. zur Befestigung des Kopfstücks
84 am Gehäusestopfen 64 vorgesehen sein. Dies kann auch zu Zwecken der Abdichtung
und/oder Lagesicherung genutzt werden. Das Kopfstück 84 und der Gehäusestopfen 64
sind gemeinsam zur Drehmomentübertragung ausgebildet. Auf diese Weise kann eine Drehmomentabstützung
am Auflager 30 realisiert werden. Das Kopfstück 84 und der Gehäusestopfen 64 sind
Bestandteil der Drehmomentabstützung, wenn die Antriebsvorrichtung 20 am Auflager
30 festgelegt ist.
[0070] Der Gehäusestopfen 64 weist ferner eine mit 88 bezeichnete Montageöffnung für die
Zusatzplatine 80 auf. Die Zusatzplatine 80 kann durch die Montageöffnung 88 hindurch
gesteckt werden. Die Zusatzplatine 88 kann montiert werden, wenn das Kopfstück 84
noch nicht montiert ist. Wenn das Kopfstück 84 montiert ist, sitzt die Zusatzplatine
in der nach außen geschlossenen Platinenausnehmung 96 des Kopfstücks 84. Das Kopfstück
84 weist ferner eine Freisparung 98 auf, die eine Verlegung der Versorgungsleitung
94 von der Schnittstelle 58 nach außen ermöglicht.
[0071] Das Kopfstück 84 weist eine universelle Montageschnittstelle 78 auf. Dies umfasst
beispielsweise an der von der Formschlusskontur 100 abgewandten Seite des Kopfstücks
84 eine weitere Formschlusskontur 102 auf, die ein Bestandteil der Montageschnittstelle
78 ist und zur Drehmomentabstützung am Auflager 30 dient.
[0072] In Fig. 2 sind unter anderem das Kopfstück 84, die Versorgungsleitung 74, die Zusatzplatine
80, der Lagerring 66 und der Mitnehmer 44 in einem nicht montierten Zustand gezeigt.
Insbesondere durch Wahl einer geeigneten Zusatzplatine 80 und Wahl eines geeigneten
Kopfstücks 84 kann auf Basis einer aus Herstellersicht möglichst geringen Variantenvielfalt
einer Basisbaugruppe aus Kundensicht eine hohe Variantenvielfalt erzeugt werden.
[0073] Fig. 3 veranschaulicht anhand schematischer Darstellungen optisch gleichartige, funktional
aber unterschiedliche Zusatzplatinen 80, 112, 122, 132. Die Zusatzplatine 80 weist
eine Schnittstelle 104 zur Montage an der Schnittstelle 56 der Steuereinrichtung 52
auf. Die Zusatzplatine 80 umfasst ein Kommunikationsmodul 106, wobei in der beispielhaften
Ausgestaltung Signale kabelgebunden über die Versorgungsleitung 74 und die zugehörige,
mit der Antriebssteuerung 54 gekoppelte Schnittstelle 58 indirekt zum Kommunikationsmodul
106 übertragen werden können. Auf diese Weise muss kein separates Kabel bereitgestellt
werden.
[0074] Die Zusatzplatine 112 weist eine Schnittstelle 114 zur Montage an der Schnittstelle
56 der Steuereinrichtung 52 auf. Die Zusatzplatine 112 umfasst ein Kommunikationsmodul
116 mit einem lichtsensitiven Sensor 118. Die Zusatzplatine 122 weist eine Schnittstelle
124 zur Montage einer Schnittstelle 56 der Steuereinrichtung 52 auf. Die Zusatzplatine
122 umfasst ein Kommunikationsmodul 126 mit einem (Körper-) Schallsensor 128. Die
Zusatzplatine 132 weist eine Schnittstelle 134 zur Montage an der Schnittstelle 56
der Steuereinrichtung 52 auf. Die Zusatzplatine 132 umfasst ein Kommunikationsmodul
136 mit einem Funkempfänger 138 zum Empfang von Funk-Signalen (WiFi, Bluetooth, NFC,
etc.).
[0075] Es versteht sich, dass über den Kabelanschluss 108 gegebenenfalls auch bidirektional
Signale ausgetauscht werden können. Es versteht sich, dass das Kommunikationsmodul
116 neben dem lichtsensitiven Sensor 118 auch einen Sendeabschnitt mit einer Lichtquelle
120 zum Emittieren von Licht aufweisen kann. Es versteht sich, dass das Kommunikationsmodul
126 neben dem Schallsensor 128 gegebenenfalls auch einen Sendeabschnitt mit einer
Schallquelle 130 aufweisen kann. Es versteht sich, dass das Kommunikationsmodul 136
neben dem Funkempfänger 138 gegebenenfalls auch einen Sender 140 für Funksignale aufweisen
kann. Weitere Varianten und Kombinationen sind denkbar.
[0076] Je nach spezifischer Ausgestaltung sind die Kommunikationsmodule 106, 116, 126, 136
als Empfänger und gegebenenfalls zusätzlich auch als Sender gestaltet. Entsprechende
Sender (Emitter) und Empfänger (Sensoren) können bedarfsweise als diskrete Bauteile
oder integrierte Bauteile gestaltet sein. Zumindest die Zusatzplatinen 112, 122 sind
zur kabellosen, funkfreien Kommunikation geeignet. Auf diese Weise kann bei aufgesteckter
Zusatzplatine 112, 122 eine Programmierung der Steuereinrichtung 52 erfolgen.
[0077] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht auf die Stirnseite 70 der Antriebsvorrichtung
20, bei der der Gehäusestopfen 64 am Antriebsgehäuse 22 befestigt ist. Das Antriebsgehäuse
22 beherbergt eine Basisbaugruppe 142 der Antriebsvorrichtung 20 (und bildet einen
Teil davon). Die Basisbaugruppe 142 kann mit geringer Variantenvielfalt in hohen Stückzahlen
vorgefertigt werden. Eine Individualisierung kann über die aufgesteckte Zusatzplatine
80 erfolgen (vergleiche die Zusatzplatinen 80, 112, 122, 132 in Fig. 3). Die Stirnseite
70 wird sodann durch das Kopfstück 84 verschlossen.
[0078] Die Antriebsvorrichtung 20 ist insgesamt als Rohrmotor 144 gestaltet, dessen Kontur
durch das rohrartiges Antriebsgehäuse 22 vorgegeben ist. Beim Ausführungsbeispiel
gemäß Fig. 4 weist der Gehäusestopfen 64 eine Formschlusskontur 148 auf, die an das
Antriebsgehäuse 22 angepasst ist. Auf diese Weise ist eine Drehmomentübertragung zur
Drehmomentabstützung ermöglicht. Die perspektivische Ansicht gemäß Fig. 4 zeigt die
Stirnseite 70 des Gehäusestopfens 64 und dort die Montageöffnung 88 für die Zusatzplatine
80 (oder eine andere der in Fig. 3 gezeigten Zusatzplatinen 80, 112, 122, 132) sowie
die Montageöffnung 90 für die Versorgungsleitung 74 (vergleiche Fig. 1 und Fig. 2).
In Fig. 4 ist ferner ein Einschub 94 zur Führung der Zusatzplatine 80 angedeutet.
[0079] Ferner ist eine hier ebenso als Öffnung gestaltete Formschlusskontur 92 vorgesehen,
an die eine Formschlusskontur 100 des Kopfstücks 84 angepasst ist (vergleiche Fig.
5). Das Kopfstück 84 kann mit seiner Formschlusskontur 100 in die korrespondierende
Formschlusskontur 92 beim Gehäusestopfen 64 eingeführt werden. In Fig. 4 und Fig.
5 weist der Gehäusestopfen 64 zwei Ausnehmungen/Vertiefungen auf, die die Formschlusskontur
92 bilden. Beim Kopfstück 84 sind zwei Vorsprünge vorgesehen, die die Formschlusskontur
100 bilden und in die Formschlusskontur 92 einrücken können.
[0080] Fig. 4 zeigt ferner beim Kopfstück 84 eine beispielhafte Ausgestaltung der Freisparung
98, die hier als V-förmiger Einschnitt gestaltet ist. Die Versorgungsleitung 74 kann
aus der Montageöffnung 90 beim Gehäusestopfen 64 herausgeführt und durch die Freisparung
98 hindurchgeführt werden. Auf diese Weise wird eine Energieversorgung für die Antriebsvorrichtung
20 ermöglicht. Die Versorgungsleitung 74 kann je nach baulichen Gegebenheiten etwa
axial oder radial von der Antriebsvorrichtung 20 weggeführt werden, die Freisparung
98 stellt entsprechenden Bauraum bereit.
[0081] Fig. 4 ist ferner eine beispielhafte Ausgestaltung der vom Gehäusestopfen 64 abgewandten
universellen Montageschnittstelle 78 beim Kopfstück 84 entnehmbar. Die Montageschnittstelle
78 umfasst eine Formschlusskontur 102, die beispielhaft als Vertiefung an der Stirn
des Kopfstücks 84 ausgebildet ist. Dort kann beispielhaft eine Lasche eines Adapterstücks
zur Aufnahme an einer wandseitigen Drehmomentstütze 32 aufgenommen werden. Das Kopfstück
84 weist bei der Montageschnittstelle 78 weitere Konturen zu Drehmomentübertragung
auf, vergleiche zwei voneinander abgewandte Vorsprünge 150, 152 zwischen denen sich
im Ausführungsbeispiel die vertiefte Formschlusskontur 102 erstreckt. Die beiden Vorsprünge
150, 152 sind etwa als Zähne gestaltet und in können entsprechende Gegenkonturen einrücken.
Ferner zeigt Fig. 4 eine Nut 156, die beim Vorsprung 150 und beim Vorsprung 152 (in
Fig. 4 verdeckt) ausgebildet ist. In die Nut 156 kann ein Sicherungselement einrücken.
Daneben weist die Stirnseite des Kopfstücks 84 zwei Befestigungsöffnungen 158 auf,
die beispielhaft zur Schraubbefestigung nutzbar sind. Schließlich umfasst die Montageschnittstelle
78 des Kopfstücks 84 gemäß den Figuren 4-6 ferner ein zentrales Halteprofil 164 mit
einem Profil zur Drehmomentübertragung auf. Beispielhaft ist auch der Gehäusestopfen
64 mit einem solchen zentralen Halteprofil 162 versehen. Es verseht sich, dass die
Montageschnittstelle 78 in anderen Ausgestaltungen auch nur eine Teilmenge der Elemente
102, 150, 152, 158, 164 aufweisen kann.
[0082] Fig. 5 zeigt der Anlehnung an Fig. 4 einen Teilschnitt durch den Gehäusestopfen 64
und das Kopfstück 84. Beim Gehäusestopfen 64 wird die Gestaltung der Montageöffnungen
88, 90 ersichtlich. Beim Kopfstück 84 ist die Gestaltung der Platinenausnehmung 96
sichtbar. Die erhabene Formschlusskontur 100 kann in die vertiefte Formschlusskontur
92 einrücken. Die Vorsprünge der Formschlusskontur 100 sind beispielhaft jeweils mit
einem Schraubloch 168 versehen, durch das eine Schraube oder dergleichen eingeführt
werden kann. Entsprechend können die Vertiefungen der Formschlusskontur 92 als Schraubdome
gestaltet sein, so dass eine zusätzliche Lagesicherung zwischen dem Kopfstück 84 und
dem Gehäusestopfen 64 mit Schrauben ermöglicht ist.
[0083] Fig. 6 zeigt in Anlehnung an die Figuren 4 und 5 eine perspektivische Teilansicht
der Antriebsvorrichtung 20 mit auf dem Gehäusestopfen 64 montiertem Kopfstück 84.
In diesem Zustand ist die Zusatzplatine 80 bereits eingesteckt (in Fig. 6 nicht sichtbar).
An der Stirnseite des Kopfstücks 84 ist die Montageschnittstelle 78 ausgebildet, die
beispielhaft durch die Formschlusskontur 102 und/oder weitere Elemente gebildet ist.
Fig. 6 zeigt ferner ein Adapterstück 170, das ein Halteprofil 172 aufweist, das an
die Formschlusskontur 102 angepasst ist. Auf diese Weise kann ein Drehmoment übertragen
werden. Eine zusätzliche Sicherung kann etwa durch eine Verschraubung unter Nutzung
der Befestigungsöffnungen 158, 176 erfolgen.
[0084] In seinem Zentrum weist das Adapterstück 170 ein weiteres Halteprofil 178 auf, das
im Ausführungsbeispiel an eine Vierkant-Aufnahmekontur 180 des Auflagers 30 angepasst
ist. Folglich kann die Antriebsvorrichtung 20 unter Verwendung des Adapterstücks 170
drehfest mit der Aufnahmekontur 180 des Auflagers 30 verbunden werden, so dass auch
eine Momentenabstützung gewährleistet ist. Die Aufnahmekontur 180 kann fallweise in
das Halteprofil 178 des Adapterstücks 170 und/oder das Halteprofil 164 des Kopfstücks
84 und/oder das Halteprofil 162 des Gehäusestopfens 64 (in Fig. 6 nicht sichtbar)
einrücken.
[0085] Fig. 7 und Fig. 8 veranschaulichen eine direkte Befestigung (ohne Adapterstück) der
Antriebsvorrichtung 20 über das Kopfstück 84 an einem Auflager 30 mit Drehmomentabstützung
32. In Fig. 7 und in Fig. 8 ist jeweils eine Stirnseite gezeigt, die im montierten
Zustand einander zugewandt sind. Im Ausführungsbeispiel deutet in Fig. 8 eine gestrichelte
Linie die Orientierung des Kopfstücks 84 im montierten Zustand am Auflager 30.
[0086] Das Kopfstück 84 weist zwei Vorsprünge 150, 152 auf, die an eine Aufnahmekontur 182
beim Auflager 30 angepasst sind. Konkret können die Vorsprünge 150, 152 in Lücken
zwischen Vorsprüngen 184 der Aufnahmekontur 182 beim Auflager 30 einrücken. Auf diese
Weise wird eine hinreichende Momentenabstützung gewährleistet.
[0087] Fig. 9 veranschaulicht anhand einer perspektivischen Darstellung eine Verschluss-
oder Schutzeinrichtung 10 in einer typischen Einbausituation mit einem Gehäuse oder
Kasten 186. In dem Kasten 186 ist die als Rohrmotor 144 gestaltete Antriebsvorrichtung
20 mit der Steuereinrichtung 52 beherbergt. Innerhalb des Kastens 186 ist ferner der
Hohlprofilkörper 24 angeordnet, der den Panzer 14 aufwickeln und abwickeln kann.
[0088] Fig. 9 zeigt ferner ein Mobilgerät 200, mit dessen Hilfe eine Programmierung der
Steuereinrichtung 52 bzw. deren Antriebssteuerung 54 (vergleiche die Figuren 1 und
2) erfolgen kann. Das Mobilgerät 200 ist beispielhaft als Smartphone, Tablet-Computer,
Laptop oder dergleichen gestaltet. Es ist auch vorstellbar, ein dediziertes Mobilgerät
für die Programmierung zu nutzen. Das Mobilgerät 200 weist im Ausführungsbeispiel
eine Blitzlichtquelle 204 sowie einen Lautsprecher 206 auf. Ferner ist beispielhaft
ein Mikrofon 208 vorgesehen. Es versteht sich, dass auch ein lichtempfindlicher Sensor
(Fotosensor oder dergleichen) vorgesehen sein kann.
[0089] Die Antriebsvorrichtung 20 wurde in geeigneter Weise mit einer Zusatzplatine (beispielsweise
die Zusatzplatine 112 oder 122 gemäß Fig. 3) versehen. Demgemäß ist im Kasten 186
beispielhaft eine Öffnung 212 für Licht vorgesehen oder erzeugbar, über die Lichtsignale
vom Mobilgerät 200 an einen optischen Sensor 118 übermittelt werden können. Dies kann
beispielsweise die Nutzung des ohnehin für den Panzer 14 vorgesehenen Schlitzes im
Kasten 186 umfassen. Alternativ ist auch eine gezielte Erzeugung einer dauerhaften
oder temporären Öffnung (Lichtspalt) im Kasten 186 denkbar. Die Öffnung 212 ist in
geeigneter Weisung mit der Steuereinrichtung 52 gekoppelt, damit Lichtsignale übertragen
werden können.
[0090] Alternativ oder zusätzlich kann ein Akustiksensor 214 (gegebenenfalls verdeckt innerhalb
der Baugruppe des Rohrmotors 144) beim oder innerhalb des Kastens 186 vorgesehen sein.
Beispielhaft entspricht der Akustiksensor 214 dem Schallsensor 128 der Zusatzplatine
122 in Fig. 3. In Fig. 9 veranschaulicht ein mit 216 bezeichneter Pfeil eine unidirektionale
Signalübertragung vom Mobilgerät 200 hin zur Antriebsvorrichtung. Dies erfolgt beispielhaften
mittels kabelloser, funkfreier Datenübertragung.
[0091] In Fig. 9 kennzeichnen ferner Pfeile 218, 220 eine Signalübertragung von der Antriebsvorrichtung
20 hin zum Mobilgerät 200. Beispielhaft bezieht sich der Pfeil 218 auf akustische
Signale, die vom Mikrofon 208 des Mobilgeräts erfasst werden können. Diese Signale
können beispielhaft über eine Schallquelle 130 der Zusatzplatine 122 erzeugt werden
(Fig. 3). Ein mit 220 bezeichneter Pfeil bezieht sich beispielhaft auf akustische
oder optische Signale, die durch gezielte Ansteuerung der Antriebsvorrichtung 20 durch
die Antriebssteuerung 54 (vergleiche Fig. 1) erzeugt werden können.
[0092] Mit anderen Worten kann also der Antriebsmotor 36 gepulst angesteuert werden, so
dass sich entsprechende gepulste Bewegungen ergeben, die wiederum zu akustischen Signalen
führen, die vom Mikrofon 208 des Mobilgeräts erfasst werden können. Grundsätzlich
kann eine akustische Rückmeldung auch über einen integrierten Schallgeber/Lautsprecher
erfolgen. Es versteht sich, dass in ähnlicher Weise auch eine Rückkopplung von Lichtsignalen
an das Mobilgerät 200 erfolgen kann, wenn eine Lichtquelle verbaut ist. Es ist auch
vorstellbar, den Antriebsmotor 36 gezielt anzusteuern, um über die Bewegung des Panzers
14 eine optische Rückmeldung auszugeben.
[0093] In beispielhaften Ausgestaltungen genügt eine unidirektionale Signalübertragung vom
Mobilgerät 200 hin zur Antriebsvorrichtung 20, vergleiche den Pfeil 216. In beispielhaften
Ausgestaltungen ist eine bidirektionale Signalübertragung zwischen dem Mobilgerät
200 und der Antriebsvorrichtung 20 vorgesehen. Über die Wahl einer geeigneten Zusatzplatine
80, 112, 122, 132 kann definiert werden, auf welche Art und Weise die Antriebssteuerung
54 programmierbar ist.
[0094] Mit Bezugnahme auf Fig. 10 wird anhand eines schematischen Blockdiagramms eine beispielhafte
Ausgestaltung eines Verfahrens zur Bereitstellung einer Antriebsvorrichtung für eine
Verschluss- oder Schutzeinrichtung veranschaulicht.
[0095] Das Verfahren beginnt bei einem Schritt S10 und endet bei einem Schritt S24. Ein
Schritt S12 umfasst die Bereitstellung einer Basisbaugruppe. Die Basisbaugruppe umfasst
beispielhaft einen Rohrmotor, der innerhalb eines Antriebsgehäuses angeordnet ist
und an einem Ende einen Abtrieb zum Antrieb eines Hohlprofilkörpers und an einem hiervon
abgewandten Ende einen Gehäusestopfen aufweist. Die Basisbaugruppe ist noch nicht
komplettiert und individualisiert. Die Basisbaugruppe kann in großen Stückzahlen bei
geringer Variantenvielfalt hergestellt werden.
[0096] Ein weiterer Schritt S14 umfasst die Auswahl einer geeigneten Zusatzplatine. Beispielhaft
lässt sich aus einer Mehrzahl von unterschiedlichen Zusatzplatinen eine geeignete
Zusatzplatine auswählen, die eine Programmierung einer Steuereinrichtung mit Antriebssteuerung
der Antriebsvorrichtung mit einem externen Mobilgerät erlaubt. Die Programmierung
erfolgt in einer beispielhaften Ausgestaltung mittels kabelloser, funkfreier Datenübertragung.
[0097] Ein sich an den Schritt S14 anschließender Schritt S16 umfasst die Bereitstellung
der im Schritt S14 ausgewählten Zusatzplatine. Dies kann auf verschiedenen Ebenen
entlang der Lieferkette zwischen dem ursprünglichen Hersteller der Basisbaugruppe
und dem Endkunden erfolgen. In einem Schritt S18, der auf die Schritte S12 und S16
folgt, wird die Zusatzplatine montiert. Dies kann ein Einstecken der Zusatzplatine
durch den Gehäusestopfen hindurch umfassen. Beispielhaft weist die Antriebssteuerung
eine Schnittstelle auf, in die die Zusatzplatine eingesteckt werden kann.
[0098] Ein weiterer Schritt S20 betrifft die Bereitstellung eines Kopfstücks. Das Kopfstück
wird in einem Schritt S22 montiert und insbesondere auf den Gehäusestopfen aufgesteckt.
Auf diese Weise wird einerseits die Antriebsvorrichtung komplettiert und andererseits
die eingesteckte Zusatzplatine hermetisch nach außen abgedichtet. Bei einem Schritt
S24 endet das Verfahren, zumindest in dieser Ausgestaltung.
[0099] Mit Bezugnahme auf Fig. 11 wird anhand eines schematischen Blockdiagramms eine beispielhafte
Ausgestaltung eines Verfahrens zur Montage und Programmierung einer Antriebsvorrichtung
für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung veranschaulicht. Das Verfahren basiert
auf dem anhand der Fig. 10 veranschaulichten Verfahren zur Bereitstellung der Antriebsvorrichtung.
Das Verfahren beginnt bei einem Schritt S50 und endet bei einem Schritt S64.
[0100] In einem Schritt S52 wird eine Antriebsvorrichtung zur weiteren Verwendung bereitstellt.
Die Antriebsvorrichtung wurde gemäß dem anhand der Fig. 10 veranschaulichten Verfahren
durch Montage einer Zusatzplatine und eines Kopfstücks komplettiert. In einem Schritt
S54 wird ein geeignetes Adapterstück zur Montage der Antriebsvorrichtung an einem
Auflager mit Drehmomentstütze ausgewählt. Auf diese Weise ergibt sich eine Eignung
für diverse Bauprinzipien, so dass die Antriebsvorrichtung nicht nur für Neuinstallationen,
sondern auch für Nachrüstungen nutzbar ist. Ein Schritt S56 betrifft folglich die
Bereitstellung des Adapterstücks. Die Schritte S54 und S56 sind optional. Es ist auch
vorstellbar, dass das Kopfstück der Antriebsvorrichtung ohne zusätzliche Adapter an
einem Auflager mit Drehmomentstütze montierbar ist.
[0101] Ein Schritt S58 betrifft die Montage der Antriebsvorrichtung am Auflager mit Drehmomentstütze.
Dies kann je nach verbautem Auflager mit Drehmomentstütze mit oder ohne Adapterstück
erfolgen.
[0102] Es schließt sich im Ausführungsbeispiel der Schritt S60 an, der eine Abdeckung der
Antriebsvorrichtung durch einen Kasten (beispielsweise Rollladenkasten) o. ä. umfasst.
Üblicherweise ist die Antriebsvorrichtung dann innerhalb eines Hohlprofilkörpers angeordnet,
der dazu ausgebildet ist, einen Panzer oder eine Bahn aufzuwickeln oder abzuwickeln.
Demgemäß ist die Antriebsvorrichtung nicht ohne weiteres für eine Programmierung erreichbar.
Jedoch weist die Antriebsvorrichtung abhängig von der gewählten Zusatzplatine eine
Programmierschnittstelle auf, die auch im verbauten oder teilweise verbaut Zustand
zugänglich ist. Insbesondere kann es sich um eine kabellose, funkfreie Programmierung
handeln.
[0103] Folglich bezieht sich ein Schritt S62 auf die Programmierung einer Steuereinrichtung
mit Antriebssteuerung. Dies kann beispielhaft mittels eines Mobilgeräts erfolgen,
insbesondere kabellos und funkfrei. Auf diese Weise können robuste Datenübertragungstechnologien
genutzt werden, um auch in einem zumindest teilweise verbauten Zustand eine Programmierung
zu ermöglichen. Dies kann beispielhaft die Hinterlegung von Endlagen und/oder Zwischenpositionen
umfassen. Dies kann jedoch auch die Programmierung bestimmter Betriebsmodi oder Fahrmodi
umfassen. Das Verfahren endet im Ausführungsbeispiel bei einem Schritt S64.
1. Als Rohrmotor (144) gestaltete Antriebsvorrichtung (20) für eine Verschluss- oder
Schutzeinrichtung (10), insbesondere für einen Rollladen (12), ein Rolltor oder eine
Markise, die Folgendes aufweist:
- ein rohrartiges Antriebsgehäuse (22),
- einen Antriebsmotor (36), der insbesondere als bürstenloser Gleichstrommotor gestaltet
ist,
- ein Getriebe (38), das eingangsseitig mit dem Antriebsmotor (36) koppelbar ist und
ausgangsseitig einen relativ zum Antriebsgehäuse (22) rotierbaren Abtrieb (42) aufweist,
der dazu ausgebildet ist, einen Hohlprofilkörper (24) rotatorisch anzutreiben,
- eine mit dem Antriebsmotor (36) gekoppelte Steuereinrichtung (52), die eine obligatorische
Antriebssteuerung (54) sowie eine Schnittstelle (56) für eine variantenspezifische
Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) aufweist,
- einen Gehäusestopfen (64) bei einer vom Abtrieb (42) abgewandten Stirnseite (70)
des Antriebsgehäuses (22),
- eine durch eine Montageöffnung (88) im Gehäusestopfen (64) gesteckte Zusatzplatine
(80, 112, 122, 132), die mit der Antriebssteuerung (54) gekoppelt ist, und
- ein den Gehäusestopfen (64) nach außen abdeckendes Kopfstück (84).
2. Antriebsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, wobei das Kopfstück (84) auf den Gehäusestopfen
(64) aufgesteckt ist, und wobei das Kopfstück (84) und der Gehäusestopfen (64) zur
Drehmomentabstützung formschlüssig ineinandergreifen.
3. Antriebsvorrichtung (20) nach Anspruch 2, wobei die Zusatzplatine (80, 112, 122, 132)
im montierten Zustand des Kopfstücks (84) den Gehäusestopfen (64) durchragt und von
einer Platinenausnehmung (96) des Kopfstücks (84) abgedeckt ist, und wobei insbesondere
das Kopfstück (84) im montierten Zustand die Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) nach
außen abdichtet.
4. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-3, wobei das Kopfstück (84) auf
seiner vom Antriebsgehäuse (22) abgewandten Seite eine Montageschnittstelle (78) zur
Aufnahme an einer Drehmomentstütze (32) aufweist.
5. Antriebsvorrichtung (20) nach Anspruch 4, wobei das Kopfstück (84) eine vom Antriebsmotor
(36) abgewandte Formschlusskontur (92) aufweist, die direkt oder indirekt mit der
Drehmomentstütze (32) verbindbar ist, und wobei das Kopfstück (84) insbesondere mit
zumindest einem Adapterstück (170) kombinierbar ist, wodurch eine Anpassung an unterschiedliche
Aufnahmekonturen (180, 182) der Drehmomentstütze (32) erfolgt.
6. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-5, ferner aufweisend eine mit
dem Antriebsmotor (36) gekoppelte Bremse (48), die insbesondere als Fliehkraftbremse
gestaltet ist.
7. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-6, wobei im Antriebsgehäuse (22),
entlang der Längserstreckung des Antriebsgehäuses (22), beginnend beim Abtrieb (42)
folgende Anordnung gegeben ist:
- das Getriebe (38) mit dem Abtrieb (42),
- der Antriebsmotor (36),
- die Bremse (48), sofern vorhanden,
- die Steuereinrichtung (52) mit der Antriebssteuerung (54),
- der Gehäusestopfen (64),
- die Zusatzplatine (80, 112, 122, 132), gekoppelt mit der Antriebssteuerung (54)
als Bestandteil der Steuereinrichtung (52), und
- das Kopfstück (84),
wobei die Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) den Gehäusestopfen (64) durchragt.
8. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-7, wobei die Antriebssteuerung
(54) zumindest drei verschiedene Fahrmodi für den Antriebsmotor (36) bereitstellt,
umfassend einen Normalmodus, einen Kriechmodus und einen Schnellfahrmodus, und insbesondere
wobei im Schnellfahrmodus lastabhängig einen nicht-konstante Fahrgeschwindigkeit genutzt
wird.
9. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-8, wobei die Steuereinrichtung
(52) ein Kommunikationsmodul (106, 116, 126, 136) für einen externen Zugriff aufweist,
und wobei das Kommunikationsmodul (106, 116, 126, 136) insbesondere Bestandteil der
Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) ist.
10. Antriebsvorrichtung (20) nach Anspruch 9, wobei das Kommunikationsmodul (106, 116,
126, 136) für eine Programmierung mittels kabelloser, funkfreier Datenübertragung
eingerichtet ist.
11. Antriebsvorrichtung (20) nach Anspruch 10, wobei das Kommunikationsmodul (106, 116,
126, 136) einen akustischen Sensor (128) aufweist, der zur Erfassung modulierter Tonsignale
ausgebildet ist, und/oder wobei das Kommunikationsmodul (106, 116, 126, 136) einen
optischen Sensor (118) aufweist, der zur Erfassung modulierter Lichtsignale ausgebildet
ist.
12. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-11, wobei die Antriebssteuerung
(54) dazu ausgebildet ist, den Antriebsmotor (36) gezielt gepulst anzusteuern, um
eine auf Antriebsimpulsen des Antriebsmotors (36) basierende Signalfolge auszugeben.
13. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-12, wobei die Steuereinrichtung
(52) eine fest installierte Antriebssteuerung (54) sowie eine variantenspezifische
Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) umfasst.
14. Antriebsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1-13, wobei das Antriebsgehäuse
(22) eine baulich integrierte Basisbaugruppe (142) umschließt, die an ihrer vom Abtrieb
(42) abgewandten Stirnseite (70) durch den Gehäusestopfen (64) begrenzt ist, wobei
die Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) und das Kopfstück (84) zur Variantenbildung
separat montierbar sind, und/oder wobei die Antriebsvorrichtung (20) in einen Hohlprofilkörper
(24) integriert ist, der dazu ausgebildet ist, einen Panzer (14) zu tragen, der auf
den Hohlprofilkörper (24) aufgewickelt und vom Hohlprofilkörper (24) abgewickelt werden
kann.
15. Verfahren zur Bereitstellung einer als Rohrmotor (144) gestalteten Antriebsvorrichtung
(20) für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung (10), insbesondere für einen Rollladen
(12), ein Rolltor oder eine Markise, mit den folgenden Schritten:
- Bereitstellung einer Basisbaugruppe, die ein rohrartiges Antriebsgehäuse (22), einen
Antriebsmotor (36), der insbesondere als bürstenloser Gleichstrommotor gestaltet ist,
ein Getriebe (38), das eingangsseitig mit dem Antriebsmotor (36) koppelbar ist und
ausgangsseitig einen relativ zum Antriebsgehäuse (22) rotierbaren Abtrieb (42) aufweist,
der dazu ausgebildet ist, einen Hohlprofilkörper (24) rotatorisch anzutreiben, eine
mit dem Antriebsmotor (36) gekoppelte Steuereinrichtung (52), die eine obligatorische
Antriebssteuerung (54) sowie eine Schnittstelle (56) für eine variantenspezifische
Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) aufweist, und einen Gehäusestopfen (64) bei einer
vom Abtrieb (42) abgewandten Stirnseite (70) des Antriebsgehäuses (22) aufweist,
- Bereitstellung einer Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) und eines Kopfstücks (84),
- Montage der Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) durch eine Montageöffnung (88) im
Gehäusestopfen (64) zur Kopplung der Zusatzplatine (80, 112, 122, 132) mit der Antriebssteuerung
(54), und
- Montage des Kopfstücks (84) auf dem Gehäusestopfen (64).