[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Auszugvorrichtung für einen Schrank, insbesondere
einen Eckschrank. Auszugvorrichtungen für Schränke, insbesondere Eckschränke werden
verwendet, um den Stauraum eines Schranks, insbesondere den in der Ecke eines Eckschranks
liegenden Stauraum besser zugänglich zu machen.
[0002] Auszugvorrichtungen für Schränke bzw. Eckschränke mit entsprechenden Auszügen sind
aus dem Stand der Technik bekannt.
[0003] EP 1 616 503 A2 zeigt einen Eckschrank mit einer außermittig angeordneten Öffnung und mit einem einteiligen
Tablar, das über zwei Lenker abgestützt ist und das nahezu vollständig aus dem Innenraum
des Eckschranks herausbewegbar ist. Die durch die beiden Lenker gesteuerte Bewegung
gibt die äußere Kontur des einteiligen Tablars zur Maximierung der Tablarfläche vor.
Dabei bleiben Teile des Innenraums des Eckschranks ungenutzt.
[0004] WO 2020/079643 A1 zeigt eine Auszugvorrichtung für einen Eckschrank mit einer außermittig angeordneten
Öffnung. Die Auszugvorrichtung umfasst zwei Aufnahmeelemente, die nebeneinander in
dem Eckschrank angeordnet werden können. Die beiden Aufnahmeelemente sind dabei über
ein Antriebsmittel verbunden, das ein System von Führungen und schwenkbeweglichen
Hebeln aufweist, durch die bei dem Auszug des ersten Aufnahmeelements in einer ersten
Auszugrichtung das zweite Auszugelement automatisch zunächst in eine zweite, zur ersten
Auszugrichtung rechtwinkligen Auszugrichtung ausgezogen und anschließend entlang der
ersten Auszugrichtung verlagert wird. Der Innenraum des Eckschranks wird gut ausgenutzt,
jedoch ist die Auszugvorrichtung mechanisch komplex aufgebaut.
[0005] EP 3 804 564 A1 offenbart eine Auszugvorrichtung für einen Eckschrank mit einem ersten und einem
zweiten Ablageelement, die nebeneinander in dem Eckschrank angeordnet werden können.
Das erste Ablageelement kann mit einer translatorischen Bewegung aus dem Eckschrank
heraus bewegt werden. Die beiden Ablageelemente sind schwenkbeweglich miteinander
verbunden, wobei die Drehbewegung mittels einer Steuervorrichtung gesteuert wird.
Das zweite Ablageelement wird beim Verlagern um 180 Grad gedreht. Die Steuervorrichtung
muss eine komplexe Bewegung des zweiten Ablageelements steuern. Zudem bleiben auch
hier Teile des Innenraums des Eckschranks ungenutzt.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Auszugvorrichtung für einen Schrank,
insbesondere einen Eckschrank, sowie einen Eckschrank mit einer solchen Auszugvorrichtung
bereitzustellen, die einfach, kostengünstig und robust aufgebaut sind sowie eine möglichst
große Tablarfläche ermöglichen, die den Innenraum eines Schranks, insbesondere eines
Eckschranks, möglich gut ausnutzt.
[0007] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Auszugvorrichtung für einen Schrank, insbesondere
einen Eckschrank, mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch einen Eckschrank mit
einer solchen Auszugvorrichtung gemäß Anspruch 15.
[0008] Die erfindungsgemäße Auszugvorrichtung für einen Schrank umfasst ein mehrteiliges
Tablar, das zwischen einer Lagerstellung und einer Ausziehstellung verlagerbar ist.
Das mehrteilige Tablar weist einen ersten Tablarabschnitt und zumindest einen zweiten
Tablarabschnitt auf. Die Auszugvorrichtung weist eine den ersten Tablarabschnitt abstützende
erste Führungsvorrichtung und eine den zweiten Tablarabschnitt abstützende zweite
Führungsvorrichtung auf. Die Auszugvorrichtung weist weiterhin eine Koppeleinrichtung
auf. Diese ist um eine Koppelschwenkachse schwenkbar an dem ersten Tablarabschnitt
festgelegt und verbindet den ersten und den zweiten Tablarabschnitt beweglich miteinander.
Der zweite Tablarabschnitt ist um eine Schwenkachse schwenkbar an der zweiten Führungsvorrichtung
festgelegt, und die zweite Führungsvorrichtung ist ausgebildet, den zweiten Tablarabschnitt
bei der Verlagerung zwischen der Lagerstellung und der Ausziehstellung in einer kreisbogenabschnittsförmigen
Bahnkurve zu führen.
[0009] Durch die zweite Führungsvorrichtung, die den zweiten Tablarabschnitt auf einer kreisbogenabschnittsförmigen
Bahnkurve aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung führt, wobei der zweite Tablarabschnitt
um eine Schwenkachse schwenkbar an der zweiten Führungsvorrichtung festgelegt ist,
kann die erfindungsgemäße Auszugvorrichtung mit einfachen Mitteln erstellt werden.
Gleichzeitig ermöglicht sie eine Ausgestaltung des ersten Tablarabschnitts und des
zweiten Tablarabschnitts, durch die die zur Verfügung stehende Gesamttablarfläche
deutlich erhöht und der zur Verfügung stehende Innenraum eines Schranks verbessert
ausgenutzt werden kann.
[0010] Bevorzugt stützen die erste Führungsvorrichtung sowie die zweite Führungsvorrichtung
den ersten Tablarabschnitt und den zweiten Tablarabschnitt jeweils an deren Unterseiten
ab. Dadurch steht die gesamte Tablarfläche zur Aufnahme von Gegenständen zur Verfügung.
[0011] Für eine Abstützung von unten ist es bereits ausreichend, wenn der Teil der ersten
und/oder zweiten Führungsvorrichtung, der unmittelbar mit dem ersten Tablarabschnitt
bzw. dem zweiten Tablarabschnitt verbunden ist, an der Unterseite des jeweiligen Tablarabschnitts
angeordnet ist. Weitere Teile oder Elemente der jeweiligen Führungsvorrichtungen können
auch neben dem oder oberhalb des jeweiligen Tablarabschnitts angeordnet sein.
[0012] Vorzugsweise ist bei einer zur Verwendung in einem Eckschrank ausgebildeten Auszugvorrichtung
der erste Tablarabschnitt zur Lagerung in einem Lagerbereich des Eckschranks und der
zweite Tablarabschnitt zur Lagerung in einem an den Lagerbereich angrenzenden Eckbereich
des Eckschranks ausgebildet. Der in einem Eckschrank zur Verfügung stehende Innenraum
kann durch eine derart ausgebildete Auszugvorrichtung besonders gut ausgenutzt werden.
[0013] Bevorzugt weist die zweite Führungsvorrichtung einen Schwenkarm auf, der um eine
Schwenkarmschwenkachse schwenkbar an einem Schrank festlegbar ist. Durch die Verwendung
eines derartigen Schwenkarms als zweite Führungsvorrichtung kann die kreisbogenabschnittsförmige
Bahnkurve besonders einfach realisiert werden. Ein solcher Schwenkarm ist insbesondere
an einer der Seitenwände eines Schranks festlegbar. Die Auszugvorrichtung kann somit
auch oberhalb weiterer Einbauten in einem Schrank angebaut werden. Der Schwenkarm
kann alternativ oder zusätzlich an dem Boden eines Schranks festgelegt werden. Beispielsweise
kann die Schwenkarmschwenkachse durch eine Tragsäule eines Schranks, insbesondere
eines Eckschranks, realisiert werden. Die Schwenkachse, die Koppelschwenkachse sowie
die Schwenkarmschwenkachse sind hierbei parallel zueinander und vertikal ausgerichtet.
Die Auszugvorrichtung ist einfach aufgebaut.
[0014] Besonders bevorzugt ist der Schwenkarm abgewinkelt. Ein abgewinkelter Schwenkarm
ermöglicht auf einfache Weise eine Bewegung des zweiten Tablarabschnitts entlang einer
kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve, bei der der Schwenkarm insbesondere einen
Eckschrankpfosten eines Eckschranks umgreifend angeordnet ist. Hierdurch kann der
Bewegungsradius bzw. die Länge der kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve länger werden.
[0015] Weiter bevorzugt ist der Schwenkarm oberhalb der ersten Führungsvorrichtung angeordnet.
Dies bedeutet, dass die Ebene, in der der Schwenkarm angeordnet ist, oberhalb der
Ebene liegt, in der die erste Führungsvorrichtung angeordnet ist. Dadurch, dass die
erste und zweite Führungsvorrichtung zumindest abschnittsweise - zumindest im Bereich
des Schwenkarms der zweiten Führungsvorrichtung - auf unterschiedlichen Ebenen angeordnet
sind, kann die Anordnung der ersten und/oder der zweiten Führungsvorrichtung in der
jeweiligen Ebene frei gewählt werden. Insbesondere können die beiden Führungsvorrichtungen
so angeordnet werden, dass sie sich in einer Aufsicht auf die Auszugvorrichtung betrachtet
beim Verlagern der Auszugvorrichtung aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung
kreuzen. Durch die Anordnung in unterschiedlichen Ebenen kommt es trotz einer solchen
Kreuzung nicht zu einer Kollision der Führungsvorrichtungen.
[0016] Weiter besonders bevorzugt ist der Schwenkarm der zweiten Führungsvorrichtung abgewinkelt
und in der Lagerstellung der Auszugvorrichtung und in einer Aufsicht auf die Auszugvorrichtung
den zweiten Tablarabschnitt teilweise umgreifend angeordnet. Durch eine solche Anordnung
des Schwenkarms wird erreicht, dass der Schenkarm beim Verlagern die Fläche oberhalb
des zweiten Tablarabschnitts auch dann nicht überstreicht, wenn er in einer Ebene
über ihr angeordnet ist. Eine Kollision des Schwenkarms mit auf dem zweiten Tablarabschnitt
angeordneten Gegenständen wird so vermieden. Insbesondere kann ein derart ausgestalteter
Schwenkarm auch in derselben Ebene wie der zweite Tablarabschnitt angeordnet werden.
Hierdurch wird eine in der Höhe besonders kompakt bauende Auszugvorrichtung geschaffen,
die dennoch eine Anordnung der ersten und zweiten Führungsvorrichtungen zumindest
teilweise in unterschiedlichen Ebenen und somit sich in der Aufsicht beim Verlagern
der Auszugvorrichtung kreuzende Führungsvorrichtungen ermöglicht.
[0017] Vorzugsweise ist die Koppelschwenkachse im mittleren Quadranten einer an die Form
des ersten Tablarabschnitts optimiert angepassten 3x3-Matrix angeordnet. Die 3x3-Matrix
überdeckt dabei die Fläche des ersten Tablarabschnitts in einer Aufsicht mit 9 gleichgroßen
und gleichgeformten Rechtecken, vorzugsweise Quadraten. Die Abmessungen der Rechtecke
ist dabei so angepasst, dass die Fläche des ersten Tablarabschnitts bestmöglich überdeckt
wird. Die Koppelschwenkachse ist somit in einem mittleren Bereich des ersten Tablarabschnitts
an diesem angeordnet.
[0018] Mit Vorteil beträgt der Abstand der Koppelschwenkachse von einer der seitlichen Konturlinien
des ersten Tablarabschnitts 40 % bis 60 %, vorzugsweise 45 % bis 55 % sowie besonders
bevorzugt 50 % der Breite des ersten Tablarabschnitts. Die Breite ist dabei der kürzeste
Abstand der einander gegenüberliegenden seitlichen Konturlinien des ersten Tablarabschnitts
durch die Koppelschwenkachse.
[0019] Durch die kreisbogenabschnittsförmige Bahnkurve der zweiten Führungsvorrichtung,
die Koppeleinrichtung sowie die um die Schwenkachse schwenkbare Anordnung des zweiten
Tablarabschnitts an der zweiten Führungsvorrichtung ist der zweite Tablarabschnitt
in der Ausziehstellung hinter dem ersten Tablarabschnitt angeordnet. Die Anordnung
der Koppelschwenkachse in einem mittleren Bereich des ersten Tablarabschnitts bewirkt,
dass der zweite Tablarabschnitt in der Ausziehstellung ebenfalls etwa mittig hinter
dem ersten Tablarabschnitt angeordnet ist. Hierdurch kann der in einem Schrank zur
Verfügung stehende Raum besonders gut ausgenutzt werden. Die Gesamttablarfläche der
Auszugvorrichtung kann hierdurch maximiert werden. Eine entsprechende Anordnung des
ersten und zweiten Tablarabschnitts etwa mittig hintereinander in der Ausziehstellung
bewirkt weiterhin ein ansprechendes Erscheinungsbild der Auszugvorrichtung in der
Ausziehstellung.
[0020] Bevorzugt ist der erste Tablarabschnitt spiegelsymmetrisch ausgebildet. Eine symmetrische
Ausgestaltung des ersten Tablarabschnitts bewirkt ein ansprechendes Erscheinungsbild
der Auszugvorrichtung in der Ausziehstellung.
[0021] Vorzugsweise beträgt der Abstand der Koppelschwenkachse von einer hinteren Konturlinie
des ersten Tablarabschnitts 90 % bis 120 %, vorzugsweise 100 % bis 110 % des Abstands
der Koppelschwenkachse von derjenigen seitlichen Konturlinie des ersten Tablarabschnitts,
die in der Lagerstellung dem zweiten Tablarabschnitt benachbart ist. Die Ausrichtung
der Koppelschwenkachse bezüglich der Tiefe des ersten Tablarabschnitts bestimmt in
der vorliegenden Anordnung die mögliche Breite des zweiten Tablarabschnitts, wobei
die Breite den Abstand der seitlichen Konturen eines Tablarabschnitts in der Ausziehstellung
bezeichnet und die Tiefe den Abstand der in der Ausziehstellung vorderen und hinteren
Konturlinien eines Tablarabschnitts. Insbesondere bei typischen rechteckigen Eckschränken
mit Eckschrankabmessungen von insbesondere 60 cm x 120 cm kann der im Innenraum des
Eckschranks zur Verfügung stehende Raum besonders gut ausgenutzt und die Gesamttablarfläche
maximiert werden. Zudem kann der Abstand zwischen dem ersten Tablarabschnitt und dem
zweiten Tablarabschnitt in der Ausziehstellung durch diese Anordnung besonders gering
ausgestaltet werden, was der Auszugvorrichtung in der Ausziehstellung ein wertiges
Erscheinungsbild verleiht.
[0022] Bevorzugt ist die Koppeleinrichtung jeweils an der Unterseite des ersten und zweiten
Tablarabschnitts an diesen angeordnet. Hierdurch wird verhindert, dass der auf Tablarabschnitten
für die Anordnung von Gegenständen zur Verfügung stehende Raum durch die Koppeleinrichtung
beeinträchtigt wird.
[0023] Bevorzugt ist der zweite Tablarabschnitt starr mit der Koppeleinrichtung verbunden.
Die Bewegungen des ersten und zweiten Tablarabschnitts eines mehrteiligen, insbesondere
zweiteiligen Tablars, beim Verlagern sind hierdurch bestimmt. Die in einen Schrank
eingebaute Auszugvorrichtung weist genau die für die Verlagerung zwischen Lagerstellung
und Ausziehstellung notwendigen Freiheitgrade auf. Die Auszugvorrichtung ist einfach
bedienbar. Die starre Verbindung von Koppeleinrichtung und zweitem Tablarabschnitt
erlaubt eine einfache und robust aufgebaute Auszugvorrichtung. Die Koppeleinrichtung
wirkt wie eine Deichsel, mit der zweite Tablarabschnitt am ersten Tablarabschnitt
angebunden ist. Der zweite Tablarabschnitt folgt dabei dem ersten Tablarabschnitt
nach Art eines Anhängers.
[0024] Vorzugsweise weist die kreisbogenabschnittsförmige Bahnkurve der zweiten Führungsvorrichtung
einen Winkel von 100° bis 140°, bevorzugt 110° bis 130°, besonders bevorzugt 125°
auf. In einer alternativen vorzugsweisen Ausführungsform weist die kreisbogenabschnittsförmige
Bahnkurve der zweiten Führungsvorrichtung einen Winkel von 100° bis 150°, bevorzugt
120° bis 140°, besonders bevorzugt 133° auf Eine kreisbogenabschnittsförmige Bahnkurve
mit den angegebenen Winkeln ermöglicht neben der Verlagerung des zweiten Tablarabschnitts
eine teilweise Verlagerung des zweiten Tablarabschnitts aus dem Innenbereich des Schranks
heraus. Der zweite Tablarabschnitt kann dabei in der Ausziehstellung teilweise über
die Ebene einer Öffnung wie einer Türöffnung des Schrankes aus dem Innenraum überstehend
angeordnet werden. Die Zugänglichkeit des zweiten Tablarabschnitts ist hierdurch verbessert.
[0025] Bevorzugt ist die Schwenkachse im mittleren Quadranten einer zur Form des zweiten
Tablarabschnitts optimierten 3x3-Matrix angeordnet. Die 3x3-Matrix überdeckt dabei
die Fläche des zweiten Tablarabschnitts in einer Aufsicht mit 9 gleichgroßen und gleichgeformten
Rechtecken, vorzugsweise Quadraten. Die Abmessungen der Rechtecke sind dabei so angepasst,
dass die Fläche des zweiten Tablarabschnitts bestmöglich überdeckt wird. Die Schwenkachse
ist somit in einem mittleren Bereich des zweiten Tablarabschnitts an diesem angeordnet.
Eine derartige Anordnung ermöglicht die Ausbildung des zweiten und des ersten Tablarabschnitts
derart, dass eine möglichst große Gesamttablarfläche und somit eine besonders gute
Ausnutzung des im Innenraum eines Schranks zur Verfügung stehenden Raumes erreicht
wird.
[0026] Vorzugsweise ist die Schwenkachse in einem Bereich um den Flächenschwerpunkt des
zweiten Tablarabschnitts angeordnet. Die Anordnung in einem Bereich um den Flächenschwerpunkt
des zweiten Tablarabschnitts bedeutet dabei, dass der Abstand der Schwenkachse von
dem Flächenschwerpunkt des zweiten Tablarabschnitts höchstens die Hälfte, bevorzugt
höchstens ein Drittel, besonders bevorzugt höchstens ein Fünftel des durch die Schwenkachse
gemessenen Abstands des Flächenschwerpunkts zur Außenkontur des zweiten Tablarabschnitts
beträgt. Zum einen nimmt bei dieser Anordnung die zweite Führungsvorrichtung die durch
auf dem zweiten Tablarabschnitt angeordnete Gegenstände einwirkenden Kräfte zentral
auf. Die Belastung des zweiten Tablarabschnitts durch Kippmomente kann hierdurch reduziert
werden. Zum anderen ermöglicht diese Anordnung die Ausbildung des zweiten und des
ersten Tablarabschnitts derart, dass eine möglichst große Gesamttablarfläche und somit
eine besonders gute Ausnutzung des im Innenraum eines Schranks zur Verfügung stehenden
Raumes erreicht wird.
[0027] In einer alternativen, bevorzugten Ausführungsform ist die Schwenkachse in der Aufsicht
außerhalb der Außenkontur des zweiten Tablarabschnitts angeordnet. Dies ist insbesondere
bei der Verwendung einer zweiten Führungsvorrichtung mit einem abgewinkelten und in
der Lagerstellung der Auszugvorrichtung und in einer Aufsicht auf die Auszugvorrichtung
den zweiten Tablarabschnitt teilweise umgreifenden Schwenkarm vorteilhaft. Durch eine
Anordnung der Schwenkachse außerhalb der Außenkontur des zweiten Tablarabschnitts
kann der Schwenkarm auf einfache Weise in derselben Ebene wie der zweite Tablarabschnitt
angeordnet werden.
[0028] Bevorzugt ist die erste Führungsvorrichtung dazu ausgebildet, den ersten Tablarabschnitt
in einer rein linearen Bewegung zu führen. Dies ermöglicht einen besonders einfachen
Aufbau der Auszugvorrichtung. Beispielsweise kann die Auszugvorrichtung in einer schubladenähnlichen
Einbausituation verwendet werden. Hierbei kann der erste Tablarabschnitt an seiner
Vorderseite mit einer entsprechenden Blende versehen sein und eine Schublade ausbilden.
Die Auszugvorrichtung kann jedoch auch hinter einer typischerweise von der Auszugvorrichtung
unabhängigen Schranktür eines Schranks angeordnet werden.
[0029] Besonders bevorzugt ist die erste Führungsvorrichtung als Auszugführung ausgebildet.
Eine Auszugführung ermöglicht eine rein lineare, translatorische Verlagerung des ersten
Tablarabschnitts aus dem Innenraum eines Schranks in einen Bereich vor dem Schrank.
Weiter besonders bevorzugt umfasst die Auszugführung zumindest eine mehrteilige Teleskopschiene.
Dies ermöglicht auf einfache Weise, den ersten Tablarabschnitt vollständig aus dem
Innenraum eines Schranks herauszubewegen. Die Auszugführung kann auch mehr als eine
Teleskopschiene, insbesondere zwei parallel zueinander und voneinander beabstandet
angeordnete Teleskopschienen umfassen. Hierdurch kann auf einfache Weise eine Auszugführung
mit erhöhter Stabilität bzw. Belastbarkeit geschaffen werden. Weiter bevorzugt ist
die Auszugführung als Überauszug ausgebildet. Mit einem solchen Überauszug kann der
erste Tablarabschnitt soweit aus dem Innenraum eines Schranks herausbewegt werden,
dass auch Teile des zweiten Tablarabschnitts in der Ausziehstellung teilweise über
die Ebene der Öffnung aus dem Innenraum des Schranks überstehend angeordnet sind.
Die Zugänglichkeit des mehrteiligen Tablars in der Ausziehstellung ist dadurch weiter
verbessert.
[0030] Bevorzugt ist die erste Führungsvorrichtung asymmetrisch in Richtung der in der Lagerstellung
von dem zweiten Tablarabschnitt abgewandten Seite des ersten Tablarabschnitts angeordnet.
Insbesondere ist sie an der in der Lagerstellung von dem zweiten Tablarabschnitt abgewandten
Seite der Koppelschwenkachse am ersten Tablarabschnitt angeordnet. Die asymmetrische
Anordnung der ersten Führungsvorrichtung am ersten Tablarabschnitt ermöglicht auf
einfache Weise die Anordnung der Koppeleinrichtung mit der Koppelschwenkachse an dem
ersten Tablarabschnitt. Diese Anordnung ermöglicht ein Verschwenken der Koppeleinrichtung
um die Koppelschwenkachse ohne eine Gefahr der Kollision mit der ersten Führungsvorrichtung.
Die Auszugvorrichtung kann auf besonders einfache Weise realisiert werden.
[0031] Besonders bevorzugt weist die erste Führungsvorrichtung einen Ausleger auf, über
den der erste Tablarabschnitt an der ersten Führungsvorrichtung festgelegt ist. Der
Ausleger ermöglicht es, den ersten Tablarabschnitt zentrischer mit der asymmetrisch
versetzt angeordneten Führungsvorrichtung zu verbinden. Dies ermöglicht eine zentrale
Aufnahme des ersten Tablarabschnitts, insbesondere eine Aufnahme näher am Flächenschwerpunkt
des ersten Tablarabschnitts. Die auf den ersten Tablarabschnitt wirkenden Kippmomente
durch auf dem ersten Tablarabschnitt stehende Gegenstände werden in dieser Anordnung
verringert. Der erste Tablarabschnitt ist auf einfache Weise stabiler ausgebildet.
Die Auszugvorrichtung ist einfacher konstruiert.
[0032] In einer alternativen, bevorzugten Ausführungsform weist die erste Führungsvorrichtung
zwei parallel zueinander und voneinander beabstandet angeordnete Auszugführungen auf,
wobei die Koppelschwenkachsen zwischen den beiden Auszugführungen angeordnet ist.
Hierdurch wird auf einfache Weise eine erste Führungsvorrichtung mit erhöhter Stabilität
bzw. Belastbarkeit geschaffen.
[0033] Die Koppeleinrichtung ist dabei besonders bevorzugt so ausgebildet, dass diese in
der Lagerstellung der Auszugvorrichtung zwischen der ersten Führungsvorrichtung und
dem ersten Tablarabschnitt angeordnet ist.
[0034] Weiter bevorzugt weist die Koppeleinrichtung einen flachen Verbindungsstab auf. Ein
flacher Verbindungsstab kann besonders einfach in der Lagerstellung zwischen der ersten
Führungsvorrichtung und dem ersten Tablarabschnitt angeordnet werden. Die Auszugvorrichtung
kann auf einfache Weise erhalten werden.
[0035] Weiter bevorzugt umfasst die Koppeleinrichtung ein Führungselement für den Verbindungsstab.
Das Führungselement ist vorzugsweise an der Unterseite des ersten Tablarabschnitts
angeordnet, insbesondere benachbart zur Außenkontur des ersten Tablarabschnitts. Das
Führungselement weist eine Gleitfläche auf und bildet eine Kollisionsbarriere zwischen
dem Verbindungsstab und der ersten Führungsvorrichtung aus. Die Zuverlässigkeit der
Auszugvorrichtung wird erhöht. Insbesondere ist die Gleitfläche ausgebildet, eine
Unterseite des Verbindungsstabs zu unterstützten. Hierdurch wird die Abstützwirkung
der Koppeleinrichtung für den zweiten Tablarabschnitt verbessert. Alternativ oder
zusätzlich kann bei der Verwendung einer entsprechenden, die Unterseite des Verbindungsstabs
abstützenden Gleitfläche der Verbindungsstab besonders flach ausgebildet und dennoch
eine ausreichende Abstützwirkung der Koppeleinrichtung für den zweiten Tablarabschnitt
erzielt werden.
[0036] Bevorzugt ist der erste Tablarabschnitt starr an der ersten Führungsvorrichtung angeordnet.
Während der zweite Tablarabschnitt um eine Schwenkachse schwenkbar an der zweiten
Führungsvorrichtung angelenkt ist, kann der erste Tablarabschnitt fest mit der ersten
Führungsvorrichtung verbunden sein. Die Auszugvorrichtung ist einfacher aufgebaut.
Die Stabilität der Auszugvorrichtung sowie die Belastbarkeit des ersten Tablarabschnitts
sind auf einfache Weise erhöht.
[0037] Vorzugsweise weist der erste Tablarabschnitt eine im Wesentlichen rechteckige Grundform
auf. Diese ermöglicht es, den im Innenraum eines Schranks zur Verfügung stehenden
Raum möglichst gut auszunutzen. Die Gesamttablarfläche kann hierdurch maximiert werden.
[0038] Bevorzugt weist der erste Tablarabschnitt an seiner in der Ausziehstellung dem zweiten
Tablarabschnitt zugewandten Rückseite einen konvexen Abschnitt der Außenkontur auf.
Eine derartige Außenkontur des ersten Tablarabschnitts mit einem konvexen Abschnitt
an der Rückseite ermöglicht die Schwenkbewegung des zweiten Tablarabschnitts um die
Koppelschwenkachse von der in der Lagerstellung neben dem ersten Tablarabschnitt angeordneten
Position in die in der Ausziehstellung hinter dem ersten Tablarabschnitt angeordnete
Position bei einer Maximierung der Gesamttablarfläche.
[0039] Bevorzugt weist der zweite Tablarabschnitt an seiner in der Ausziehstellung dem ersten
Tablarabschnitt zugewandten Vorderseite eine Außenkontur mit einem konkaven Abschnitt
auf. Eine vorderseitige Außenkontur des zweiten Tablarabschnitts mit einem konkaven
Abschnitt ermöglicht die Schwenkbewegung des zweiten Tablarabschnitts um die Koppelschwenkachse
von der in der Lagerstellung neben dem ersten Tablarabschnitt angeordneten Position
in die in der Ausziehstellung hinter dem ersten Tablarabschnitt angeordnete Position
bei einer Maximierung der Gesamttablarfläche.
[0040] In einer alternativen Ausführungsform weist der erste Tablarabschnitt im in Auszugrichtung
vorderen Bereich eine rechteckige Kontur auf, an die sich im in Auszugrichtung rückwärtigen
Bereich eine halbkreisförmige Kontur anschließt. Hierdurch wird auf einfache Weise
eine optisch ansprechende, insbesondere symmetrische Gestaltung des ersten Tablarabschnitts
erzielt, wobei die Außenkontur ein Verschwenken des zweiten Tablarabschnitts um die
Koppelschwenkachse relativ zum ersten Tablarabschnitt und eine entsprechend große
kombinierte Fläche des ersten und zweiten Tablarabschnitts ermöglichende Gestaltung
des zweiten Tablarabschnitts erlaubt.
[0041] Besonders bevorzugt weisen sowohl der erste Tablarabschnitt auf der Rückseite eine
Außenkontur mit einem konvexen Abschnitt als auch der zweite Tablarabschnitt an seiner
in der Ausziehstellung dem ersten Tablarabschnitt zugewandten Vorderseite eine Außenkontur
mit einem konkaven Abschnitt auf. Hierdurch kann der Spalt zwischen erstem Tablarabschnitt
und zweitem Tablarabschnitt in der Ausziehstellung der Auszugvorrichtung verringert
werden. Die Gesamttablarfläche wird vergrö-ßert und das Erscheinungsbild der Auszugvorrichtung
in der Ausziehstellung verbessert.
[0042] Vorzugsweise ist der zweite Tablarabschnitt auf der dem ersten Tablarabschnitt abgewandten
Rückseite asymmetrisch ausgeformt. Hierbei ist die in der Lagerstellung hintere Seite
des zweiten Tablarabschnitts kürzer als die vordere Seite. Durch eine derartige Formgebung
kann die Fläche des zweiten Tablarabschnitts und somit die Gesamttablarfläche maximiert
werden.
[0043] Bevorzugt weist die Auszugvorrichtung eine Tablar-Reling auf, die das mehrteilige
Tablar im Bereich der jeweiligen Umhüllenden des ersten Tablarabschnitts und des zweiten
Tablarabschnitts begrenzt. Eine Tablar-Reling dient dazu, auf dem Tablar angeordnete
Gegenstände gegen ein unbeabsichtigtes Herunterfallen vom Tablar zu schützen. Bei
den vorbekannten Auszugvorrichtungen mit mehrteiligen Tablaren sind die einzelnen
Tablarabschnitte jeweils mit einer eigenen, den jeweiligen Tablarabschnitt begrenzenden
Tablar-Reling versehen. Eine solche herkömmliche Tablar-Reling kann aus einem profilierten
Blech, aus Kunststoff oder aus Aluminium-Strangprofilen gefertigt sein, deren Form
an die Kontur des jeweils zu begrenzenden Tablarabschnitts angepasst wird. Bei den
vorbekannten Auszugvorrichtungen mit mehrteiligen Tablaren müssen Gegenstände jeweils
auf einem der beiden Tablarabschnitte angeordnet sein, wodurch die Möglichkeiten zur
Ausnutzung des vorhandenen Stauraums beschränkt werden. Bei der bevorzugten Lösung
wird das mehrfache Tablar demgegenüber durch eine einzige Tablar-Reling begrenzt,
die dem ersten und dem zweiten Tablarabschnitt zugeordnet ist. Die Tablar-Reling umgrenzt
dabei in etwa die jeweils Umhüllende um den ersten und den zweiten Tablarabschnitt,
deren Form sich in einer Aufsicht auf das mehrteilige Tablar während der Verlagerung
zwischen der Lagerstellung und der Ausziehstellung kontinuierlich verändert.
[0044] Die Tablar-Reling ist ihrerseits so ausgebildet, dass sie ihre Form kontinuierlich
verändern kann. Sie ist somit flexibel. Insbesondere größere Gegenstände können bei
einem mit einer solchen Tablar-Reling eines mehrteiligen Tablars die Tablarabschnitte
übergreifend angeordnet werden. Die Stauraumausnutzung wird verbessert.
[0045] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Tablar-Reling zumindest im
Bereich zwischen dem ersten und dem zweiten Tablarabschnitt, in dem die Tablar-Reling
an keinem der beiden Tablarabschnitte ortsfest angebunden ist, längenveränderlich
ausgebildet. Dies kann dadurch erfolgen, dass die Tablar-Reling zumindest in diesen
Bereich auch einem elastisch verformbaren und längenveränderlichen Material wie einem
entsprechen dehnbaren Elastomer ausgebildet ist. Alternativ oder zusätzlich kann die
Tablar-Reling zumindest in diesem Bereich auch eine Anordnung starrer Elemente umfassen,
der Ausrichtung und Abstand zueinander veränderlich ist.
[0046] In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform weist die Tablar-Reling eine konstante
Länge auf. Eine konstante Länge ist auch dann gegeben, wenn die mögliche Längenänderung
maximal 10 % beträgt, insbesondere aufgrund von Fertigungstoleranzen und/oder der
konkret gewählten Verbindungstechnik bei einer aus gegeneinander verschieblich angeordneten
starren Elementen gebildeten Tablar-Reling. Eine solche Tablar-Reling konstanter Länge
ist relativ zu dem zweiten Tablarabschnitt verschieblich an diesem angeordnet. Bei
dieser alternativen bevorzugten Lösung wird ausgenutzt, dass das aus dem ersten und
zweiten Tablarabschnitt bestehende mehrteilige Tablar beim Verlagern zwischen der
Lagerstellung und der Ausziehstellung Umhüllende mit unterschiedlichen Konturen, jedoch
gleichbleibender Länge aufweist.
[0047] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform umfasst die Auszugsvorrichtung zumindest
eine ortsfest am zweiten Tablar-Abschnitt angeordnete Reling-Führung, wobei die Tablar-Reling
relativ zu der Reling-Führung in Längsrichtung der Tablar-Reling verschieblich ist.
Die Reling-Führung führt die Tablar-Reling dabei zumindest im eingebauten Zustand
der Auszugvorrichtung in Schwerkraftrichtung auf einer konstanten Höhe. Insbesondere
erfolgt die verschiebliche Führung durch geeignete Wahl der Materialien der Reling-Führung
und der Tablar-Reling in Form einer Gleitlagerung. Hierdurch kann die Auszugführung
kostengünstiger realisiert werden.
[0048] In einer alternativen, weiter bevorzugten Ausführungsform umfasst die Auszugvorrichtung
einen Reling-Führarm, der einenends ortsfest an der Tablar-Reling und anderenends
um eine Führarmschwenkachse schwenkbeweglich an dem zweiten Tablarabschnitt angeordnet
ist. Weiterhin ist ein solcher Reling-Führarm längenveränderlich und ausgebildet,
um die Tablar-Reling mit einer diese in Richtung der Führarmschenkachse, d.h. in Richtung
dem zweiten Tablarabschnitt bewegenden Kraft zu beaufschlagen, insbesondere durch
eine Feder. Insbesondere ist die Führarmschwenkachse in der Nähe eines Mittelpunkts
des zweiten Tablarabschnitts angeordnet. Die Auszugsvorrichtung kann auch zwei oder
mehrere Führarme aufweisen. Diese können unabhängig voneinander verschwenkbar oder
relativ zueinander fixiert und gemeinsam um eine gemeinsame Führarmschwenkachse verschwenkbar
sein. Hierüber wird eine Auszugvorrichtung mit geringerem Verschleiß bereitgestellt.
[0049] Auch eine Auszugvorrichtung mit sowohl mindestens einer Reling-Führung als auch mit
mindestens einem Reling-Führarm sind von der vorliegenden Anmeldung umfasst.
[0050] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst durch einen Eckschrank mit der vorbeschriebenen
erfindungsgemäßen Auszugvorrichtung. Der Eckschrank verfügt über einen im Grundriss
rechteckigen Innenraum, der etwa hälftig vorderseitig über eine Öffnung zugängig ist.
Die hinter der Öffnung angeordnete Hälfte des Innenraums bildet dabei einen Lagerbereich
und der daran anschließende Bereich des Innenraums einen Eckbereich aus, in denen
in der Lagerstellung der zweite bzw. der erste Tablarabschnitt der Auszugvorrichtung
angeordnet sind.
[0051] Vorzugsweise befindet sich der erste Tablarabschnitt in der Ausziehstellung vollständig
außerhalb des Innenraums des Eckschranks. Der erste Tablarabschnitt ist dadurch besonders
einfach zugänglich. Weiter bevorzugt ist der zweite Tablarabschnitt in der Ausziehstellung
teilweise über die Ebene der Öffnung aus dem Innenraum überstehend angeordnet. Die
Zugänglichkeit des Tablars in der Ausziehstellung wird somit weiter verbessert.
[0052] Vorzugsweise ist der Mittelpunkt der kreisbogenabschnittförmigen Bahnkurve benachbart
zu einer Öffnung des Eckschranks angeordnet. Ein solcher Eckschrank mit der Auszugvorrichtung
ist besonders einfach gebaut.
[0053] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind der nachfolgenden Figurenbeschreibung
mit beispielhaften erfindungsgemäßen Ausbildungen zu entnehmen. In den Figuren zeigt
auf schematische Weise:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Auszug in einem Eckschrank in der Lagerstellung;
- Fig. 2
- die Auszugvorrichtung nach Fig. 1 in einer Position zwischen der Lagerstellung und
der Ausziehstellung;
- Fig. 3
- die Abbildung gemäß Fig. 1 mit dem zweiteiligen Tablar in der Ausziehstellung;
- Fig. 4 bis Fig. 6
- eine alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Auszugs in einem Eckschrank.
- Fig. 7 bis Fig. 11
- eine weitere alternative Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Auszugs in einem
Eckschrank;
- Fig. 12 bis Fig. 16
- der Auszug gemäß Fig. 7 bis Fig. 11 verwendet nach Art einer Schublade;
- Fig. 17 bis Fig. 19
- der Auszug nach Fig. 7 bis Fig. 11 mit einer Tablar-Reling;
- Fig. 20 bis Fig. 22
- den Auszug nach Fig. 17 bis Fig. 19 in einer Ansicht von schräg oben.
[0054] Gleich oder ähnlich wirkende Teile sind, sofern dienlich, mit identischen Bezugsziffern
versehen. Einzelne technische Merkmale der nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele
können mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche sowie mit den Merkmalen einzelner
vorbeschriebener Ausführungsbeispiele zu erfindungsgemäßen Gegenständen kombiniert
werden.
[0055] Fig. 1 zeigt eine Aufsicht auf einen Eckschrank 2 mit der darin angeordneten Auszugvorrichtung
4. Der Eckschrank 2 weist einen im Grundriss rechteckigen Innenraum 6 auf. Der Innenraum
6 ist etwa zur Hälfte über eine Öffnung 8 für eine nicht dargestellte Eckschranktür
zugänglich. Alternativ kann die Auszugvorrichtung nach Art einer Schublade in dem
Eckschrank angeordnet sein. Hierbei bildet der erste Tablarabschnitt 16 eine Schublade
aus. Insbesondere kann der erste Tablarabschnitt 16 mit einer entsprechenden Blende
versehen sein, die in der Lagerstellung die Öffnung 8 verdeckt. Die hinter der Öffnung
8 angeordneten Hälfte des Innenraums 6 bildet einen Lagerbereich 10 aus, an den sich
ein Eckbereich 12 anschließt.
[0056] Die Auszugvorrichtung 4 umfasst ein vorliegend zweiteilig ausgebildetes mehrteiliges
Tablar 14 mit einem ersten Tablarabschnitt 16 und einem zweiten Tablarabschnitt 18.
Der erste Tablarabschnitt 16 ist über eine als Auszugführung 22 ausgebildete erste
Führungsvorrichtung 20 mit dem Eckschrank 2 verbunden. Der erste Tablarabschnitt 16
wird durch die erste Führungsvorrichtung 20 an seiner Unterseite abgestützt. Der zweite
Tablarabschnitt 18 wird an seiner Unterseite durch eine zweite Führungsvorrichtung
24 abgestützt, die als Schwenkarm 26 ausgebildet ist. Der Schwenkarm 26 ist um eine
Schwenkarmschwenkachse 28 schwenkbar am Eckschrank 2 festgelegt. Die Schwenkarmschwenkachse
28 ist benachbart zur Öffnung 8 angeordnet. Die zweite Führungsvorrichtung 24 ist
ausgebildet, den zweiten Tablarabschnitt 18 bei einer Verlagerung zwischen der Lagerstellung
und der Ausziehstellung auf einer kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve zu führen,
deren Mittelpunkt die Schenkarmschwenkachse 28 bildet. Der zweite Tablarabschnitt
18 ist um eine Schwenkachse 30 schwenkbar mit der zweiten Führungsvorrichtung 24 verbunden.
Die Auszugvorrichtung 4 weist ferner eine Koppeleinrichtung 32 auf, über die der erste
Tablarabschnitt 16 und der zweite Tablarabschnitt 18 des zweiteiligen Tablars 14 verbunden
sind. Die Koppeleinrichtung 32 ist um eine Koppelschwenkachse 34 schwenkbar an dem
ersten Tablarabschnitt 16 festgelegt.
[0057] Die Auszugführung 22 ist asymmetrisch nach außen versetzt unter dem ersten Tablarabschnitt
16 angeordnet. Hierbei ist die Auszugführung 22 unter der in der Lagerstellung dem
zweiten Tablarabschnitt 18 abgewandten Hälfte des ersten Tablarabschnitts 16 angeordnet.
Die Auszugführung 22 weist einen Ausleger 36 auf, über den der erste Tablarabschnitt
16 an der Auszugführung 22 festgelegt ist. Durch den Ausleger 36 wird der erste Tablarabschnitt
16 von der asymmetrisch angeordneten Auszugführung 22 dennoch etwa mittig untergriffen.
Dies erhöht die Belastbarkeit des ersten Tablarabschnitts 16. Die Auszugführung 22
ist als mehrteilige Teleskopschiene und insbesondere als Überauszug ausgebildet. Der
erste Tablarabschnitt 16 ist starr mit der ersten Führungsvorrichtung 20 verbunden.
Die Koppeleinrichtung 32 ist starr mit dem zweiten Tablarabschnitt 18 verbunden.
[0058] Bei der Überführung des zweiteiligen Tablars 14 aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung
wird der erste Tablarabschnitt 16 über die als Auszugführung 22 ausgebildete erste
Führungsvorrichtung 20 in einer rein linearen Bewegung durch die Öffnung 8 des Eckschranks
2 aus dem Innenraum 6 des Eckschranks 2 herausbewegt. Die erste Führungsvorrichtung
20 kann jedoch auch ausgestaltet sein, um andere Bewegungen des ersten Tablarabschnitts
16 zu führen.
[0059] Der über die Koppeleinrichtung 32 mit dem ersten Tablarabschnitt 16 verbundene zweite
Tablarabschnitt 18 folgt der Bewegung des ersten Tablarabschnitts 16 nach Art eines
Anhängers. Hierbei erfolgt eine Schwenkbewegung des zweiten Tablarabschnitts 18 um
die Koppelschwenkachse 34. Die Koppeleinrichtung 32 verbindet den zweiten Tablarabschnitt
18 wie eine Deichsel mit dem ersten Tablarabschnitt 16. Gleichzeitig wird der zweite
Tablarabschnitt 18 durch die als Schwenkarm 26 ausgebildete zweite Führungsvorrichtung
24 auf einer kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve verschwenkt. Der Mittelpunkt der
kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve wird hierbei durch die Schwenkarmschwenkachse
28 des Schwenkarms 26 gebildet. Der zweite Tablarabschnitt 18 wird dabei von einer
in der Lagerstellung neben dem ersten Tablarabschnitt 16 angeordneten Position in
eine in der Ausziehstellung hinter dem ersten Tablarabschnitt 16 angeordnete Position
überführt. Gleichzeitig wird der zweite Tablarabschnitt 18 um die Schwenkachse 30
relativ zur zweiten Führungsvorrichtung 24 verschwenkt.
[0060] Die als Schwenkarm 26 ausgebildete zweite Führungsvorrichtung 24 beschreibt dabei
eine kreisbogenabschnittsförmige Bahnkurve mit einem Winkel von ca. 125 Grad. Hierdurch
wird erreicht, dass der zweite Tablarabschnitt 18 nicht nur innerhalb des Innenraums
6 aus dem Eckbereich 12 in den Lagerbereich 10 überführt, sondern teilweise durch
die Türöffnung 8 aus dem Innenraum 6 herausbewegt wird. Das vorliegend zweiteilige
Tablar 14, insbesondere der zweite Tablarabschnitt 18, ist in der in Fig. 3 dargestellten
Ausziehstellung besonders einfach zugänglich. Hierzu ist die die erste Führungsvorrichtung
20 ausbildende Auszugführung 22 als Überauszug ausgebildet. In dem Ausführungsbeispiel
wird dies dadurch erreicht, dass die Auszugführung 22 ein vierteiliger Teleskopauszug
ist.
[0061] Beim Überführen des zweiteiligen Tablars 14 aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung
wird der zweite Tablarabschnitt 18 um 90 Grad relativ zum ersten Tablarabschnitt 16
gedreht. Zu Beginn der Bewegung erfährt der zweite Tablarabschnitt 18 gesteuert durch
die Bewegung des ersten Tablarabschnitts 16 und die Koppeleinrichtung 32 in einer
ersten Bewegungsphase eine Schwenkbewegung im Uhrzeigersinn. In einer zweiten Phase
wird die Drehrichtung umgekehrt und der zweite Tablarabschnitt 18 erfährt eine Schwenkbewegung
in Gegenrichtung gegen den Uhrzeigersinn relativ zu dem die zweite Führungsvorrichtung
24 ausbildenden Schwenkarm 26 um die Schwenkachse 30.
[0062] Die Schwenkarmschwenkachse 28 ist benachbart zur Öffnung 8 angeordnet. Dies ermöglicht
es, den zweiten Tablarabschnitt 18 mit einer möglichst großen Tablarfläche aus der
Lagerstellung im Eckbereich 12 des Eckschranks in den Lagerbereich 10 des Eckschranks
und anschließend in die Ausziehstellung zu überführen. Der Schwenkarm 26 ist hierbei
gebogen. Hierdurch kann dieser einen neben der Türöffnung 8 angeordneten Eckpfosten
des Eckschranks 2 in der Ausziehstellung der Ausziehvorrichtung umgreifen. Der Schwenkarm
26 mit der Schwenkarmschwenkachse 28 kann dabei an einer Seitenwand des Eckschranks
2 angeordnet sein. Alternativ kann der Schwenkarm 26 mit der Schwenkarmschwenkachse
28 an einer Tragsäule angeordnet sein, die am Boden und/oder an einem Kopfelement
des Eckschranks 2 und/oder ebenfalls an einer Seitenwand des Eckschranks 2 festgelegt
ist.
[0063] Fig. 2 zeigt den Eckschrank 2 mit der Auszugvorrichtung 4 in einer Position zwischen
der Lagerstellung und der Ausziehstellung. Erkennbar ist hier, wie die Formgebung
des ersten Tablarabschnitts 16 und insbesondere des zweiten Tablarabschnitts 18 durch
den rechteckigen Grundriss des Innenraums 6 des Eckschranks 2 sowie die Bewegungen
von erstem Tablarabschnitt 16 und zweitem Tablarabschnitt 18 relativ zueinander und
insbesondere des zweiten Tablarabschnitts 18 innerhalb des Innenraums 6 des Eckschranks
2 bestimmt wird. Der erste Tablarabschnitt 16 ist im Wesentlichen rechteckförmig ausgebildet.
Er wird beim Überführen von der Lagerstellung in die Ausziehstellung über die als
Auszugführung 22 ausgebildete erste Führungsvorrichtung 20 in einer linearen Bewegung
durch die Türöffnung 8 geführt. Die Abmessungen des ersten Tablarabschnitts 16 entsprechen
somit ungefähr den Abmessungen des Lagerbereichs 10 des Innenraums 6 des Eckschranks
2. Die rückwärtige Ecke, die in der Lagerstellung dem zweiten Tablarabschnitt 18 benachbart
ist, weist einen konvexen Abschnitt auf. Wie in Fig. 2 dargestellt, wird beim Überführen
der Auszugvorrichtung aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung der zweite Tablarabschnitt
18 über diese Ecke relativ zu dem ersten Tablarabschnitt 16 verschwenkt. Die gegenüberliegende
hintere Ecke ist bei der dargestellten Ausführungsform ebenfalls konvex ausgebildet,
sodass der erste Tablarabschnitt 16 spiegelsymmetrisch ausgebildet ist. Diese Ausgestaltung
dient dem wertigen und gefälligen Erscheinungsbild der Auszugvorrichtung in der Ausziehstellung.
[0064] Die dem ersten Tablarabschnitt 16 zugewandte Vorderseite des zweiten Tablarabschnitts
18 ist entsprechend konkav ausgebildet. Auch dies dient dazu, die Gesamttablarfläche
so groß wie möglich gestalten zu können. Gleichzeitig nimmt der zweite Tablarabschnitt
18 mit der konkaven Vorderseite die Kontur des ersten Tablarabschnitts 16 mit der
konvexen Rückseite auf, sodass in der Ausziehstellung ein gefälliges Erscheinungsbild
erreicht wird. Die vom ersten Tablarabschnitt 16 abgewandte Rückseite des zweiten
Tablarabschnitts 18 ist asymmetrisch ausgebildet. Die in der Ausziehstellung rechte
Seite des zweiten Tablarabschnitts 18 ist kürzer als die in der Ausziehstellung linke
Seite. Die Übergänge sind durch Kurven ausgestaltet. Diese Gestaltung ist so gewählt,
dass die Gesamttablarfläche so groß wie möglich ist, ohne dass der zweite Tablarabschnitt
18 beim Überführen von der Lagerstellung in die Ausziehstellung mit dem Eckschrank
2 kollidiert.
[0065] Dies gilt auch für die Gestaltung der in der Ausziehstellung vorderen linken Ecke
des zweiten Tablarabschnitts 18. Diese Ecke ist abgeschrägt ausgebildet, um den zweiten
Tablarabschnitt 18 um die seitliche Begrenzung der Öffnung 8 auf der der Schwenkarmschwenkachse
28 benachbarten Seite herumzubewegen und insbesondere eine Kollision mit dem Eckschrankpfosten
zu vermeiden.
[0066] Hierbei sind abweichende Gestaltung von der in dem Ausführungsbeispiel gezeigten
Gestaltung des ersten Tablarabschnitts 16 und des zweiten Tablarabschnitts 18 möglich.
Die jeweilige die Gesamttablarfläche maximierende Ausgestaltung des ersten Tablarabschnitts
16 und des zweiten Tablarabschnitts 18 ist eine Funktion der Anordnung der Schwenkachse
30 am zweiten Tablarabschnitt 18 und/oder der Koppelschwenkachse 34 am ersten Tablarabschnitt
16. Weiterhin wird diese durch die Anordnung des Mittelpunkts der kreisabschnittsförmigen
Bahnkurve beeinflusst.
[0067] Die Figuren 4 bis 6 zeigen ein alternatives Ausführungsbeispiel, bei dem die Koppeleinrichtung
32 durch zwei Stäbe realisiert wird. Beide Stäbe sind schwenkbeweglich um die Koppelschwenkachse
34 am ersten Tablarabschnitt 16 angeordnet. Sie sind beabstandet voneinander um jeweilige
Schwenkachsen am zweiten Tablarabschnitt 18 festgelegt. Die Stäbe bilden somit ein
Dreieck mit fixen Kantenlängen und fixen Winkeln. Kinematisch unterscheidet sich dieses
Ausführungsbeispiel somit nicht von dem vorgenannten Ausführungsbeispiel gemäß den
Fig. 1 bis Fig. 3. Die Koppeleinrichtung 32 ist relativ zu dem zweiten Tablarabschnitt
18 weiterhin starr und nur um die am ersten Tablarabschnitt 16 angeordnete Koppelschwenkachse
34 schwenkbeweglich.
[0068] Die Figuren 7 bis 11 zeigen ein weiteres alternatives Ausführungsbeispiel einer in
einen Eckschrank 2 eingebauten Auszugvorrichtung 4. Fig. 7 zeigt die Auszugvorrichtung
4 in der Lagerstellung. Fig. 11 zeigt die Auszugvorrichtung 11 in der Ausziehstellung.
Fig. 8 bis Fig. 10 zeigen verschiedene Zwischenpositionen während der Verlagerung
der Auszugvorrichtung 4 aus der Lagerstellung in die Ausziehstellung bzw. bei der
Rückverlagerung aus der Ausziehstellung in die Lagerstellung. Der erste Tablarabschnitt
16 weist im vorderen Bereich eine rechteckförmige Kontur auf, an die sich im hinteren
Bereich eine halbkreisförmige Kontur anschließt. Hierdurch wird eine optisch ansprechende
Gestaltung des ersten Tablarabschnitts 16 erreicht, die dennoch eine gute Verschwenkbarkeit
des zweiten Tablarabschnitt 18 um die Koppelschwenkachse 34 der Koppeleinrichtung
32 ermöglicht.
[0069] Die erste Führungsvorrichtung 20 weist bei diesem Ausführungsbeispiel zwei parallel
zueinander angeordnete Auszugführungen 22 auf. Die Auszugführungen 22 sind an der
Unterseite des ersten Tablarabschnitts 16 angeordnet. Hierdurch kann auf einfache
Weise eine Auszugvorrichtung 4 realisiert werden, die besonders stabil und belastbar
ist. Die Koppelschwenkachse 34 ist bei diesem Ausführungsbeispiel zwischen den beiden
Auszugführungen 22 angeordnet, sodass sich die Koppeleinrichtung 32 in der in Fig.
7 dargestellten Lagerstellung zwischen dem ersten Tablarabschnitt 16 und der zwischen
der Koppelschwenkachse 34 und dem zweiten Tablarabschnitt 18 angeordneten Auszugführung
22 erstreckt. Hierzu weist die Koppeleinrichtung 32 einen besonders flach ausgebildeten
Verbindungsstab 33 auf. Eine andere Ausgestaltung der ersten Führungsvorrichtung 20,
beispielsweise mit nur einer Auszugführung 22 wie in den Ausführungsbeispielen gemäß
Fig. 1 bis Fig. 6 ist alternativ ebenfalls möglich.
[0070] Die Koppeleinrichtung 32 dieses Ausführungsbeispiels umfasst ein Führungselement
35. Dieses bildet eine Gleitfläche für den Verbindungsstab 33 der Koppeleinrichtung
32 aus, die den Verbindungsstab 33 auf seiner Unterseite unterstützt. Zudem bildet
das Führungselement 35 eine Kollisionsbarriere aus, durch die verhindert wird, dass
der Verbindungsstab 33 beim Verlagern der Auszugvorrichtung 2 aus der Lagerstellung
in die Ausziehstellung und zurück mit der Auszugführung 22 in Kontakt gerät. Die Zuverlässigkeit
der Auszugvorrichtung 2 wird verbessert. Hierzu ist das Führungselement 35 auf der
Unterseite des ersten Tablarabschnitts 16 angeordnet.
[0071] Die zweite Führungsvorrichtung 24 ist in diesem Ausführungsbeispiel weiterhin mit
einem Schwenkarm 26 ausgebildet, der in derselben Ebene angeordnet ist, in der sich
auch der zweite Tablarabschnitt 18 befindet. Auf diese Weise wird erreicht, dass der
Schwenkarm 26 beim Verlagern der Auszugvorrichtung 4 in die Ausziehstellung die erste
Auszugführung 20 kreuzen kann und nicht mit ihr kollidiert. Dies ist in den Figuren
10 und 11 dargestellt. Der Schwenkarm 26 ist dabei sehr stark abgewinkelt und nimmt
mit seiner Form die Formgebung des zweiten Tablarabschnitts 18 auf. Der zweite Tablarabschnitt
18 wird in der Lagerstellung von dem Schwenkarm 26 umgriffen. Die Schwenkachse 30
ist außerhalb der Außenkontur des zweiten Tablarabschnitts 18 an diesem angeordnet.
Die zweite Führungsvorrichtung 24 weist hierzu ein Unterstützungselement auf, das
an der Unterseite des zweiten Tablarabschnitts 18 angeordnet ist und zusammen mit
dem Schwenkarm 26 die Schwenkachse 30 ausbildet. Die Schwenkachse 30 bzw. das Unterstützungselement
sind in der Lageerstellung der Auszugvorrichtung 2 an dem der Öffnung 8 abgewandten
hinteren Ende des zweiten Tablarabschnitts 18 angeordnet. Durch diese Anordnung der
Schwenkachse 30 wird zudem erreicht, dass die Auszugvorrichtung 4 in der in Fig. 11
dargestellten Ausziehstellung gegenüber den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 bis
Fig. 6 noch weiter über die Ebene der Öffnung 8 hinaus aus dem Eckschrank 2 hinaus
verlagert werden kann. Die Zugänglichkeit insbesondere des zweiten Tablarabschnitts
18 in der Ausziehstellung ist hierdurch noch einmal verbessert.
[0072] Die Auszugführungen 22 sind bei diesem Ausführungsbeispiel als fünfteilige Teleskopschienen
ausgebildet. Fünfteilige Teleskopschienen können auf einfache Weise durch die Kombination
zweier dreiteiliger Teleskopschienen erhalten werden. Die Verwendung von fünfteiligen
Teleskopschienen erlaubt einen besonders großen Auszug. Dies wird auch als Überauszug
bezeichnet.
[0073] Der zweite Tablarabschnitt 18 ist durch die zweite Führungsvorrichtung 24 am Eckschrank
2 abgestützt. Zudem wird der zweite Tablarabschnitt 18 über die Koppeleinrichtung
32 an dem ersten Tablarabschnitt 16 und über die erste Führungsvorrichtung 20 wiederum
am Eckschrank 2 abgestützt. Das Abstützen des zweiten Tablarabschnitt 18 über den
Verbindungsstab 33 der Koppeleinrichtung 32 wird durch das Führungselement 35, das
eine Gleitfläche für den Verbindungstab 33 ausbildet, unterstützt. Hierdurch können
die Lasten im Bereich der Koppelschwenkachse 34 gegenüber einer Lösung ohne ein solches
Führungselement 35 reduziert werden. Die Belastbarkeit des zweiten Tablarabschnitts
18 wird hierdurch erhöht.
[0074] In den Fig. 12 bis Fig. 16 sind die Auszugführung 4 gemäß Fig. 7 bis Fig. 11, die
nach Art einer Schublade in einen Eckschrank 2 eingebaut. Bei einem Einbau der Auszugführung
4 nach Art einer Schublade ist die Anordnung des zweiten Schwenkarms 26 der zweiten
Führungsvorrichtung 20 in derselben Ebene, in der auch der zweite Tablarabschnitt
18 angeordnet ist, besonders vorteilhaft. Hierdurch kann eine in der Höhe kompakte
Gestaltung der Auszugführung 4 und damit der Schublade erzielt werden. Bei einer nach
Art einer Schublade ausgebildeten Auszugführung 2 ist am ersten Tablarabschnitt 16
eine Blende angeordnet. In der Lagerstellung verschließt die Blende in der Höhe zumindest
einen Teil der Öffnung 8 des Eckschrankes 2. In der Breite wird die Öffnung 8 vorzugsweise
vollständig durch die Blende verschlossen.
[0075] Fig. 17 bis Fig. 22 zeigen eine Auszugführung 4 gemäß Fig. 7 bis Fig. 11, die mit
einer Tablar-Reling 38 versehen ist, einmal in einer Aufsicht und einmal in einer
Ansicht schräg von oben, in der die Tablar-Reling 38 verbessert erkennbar ist. Die
Tablar-Reling 38 umfasst dabei beide Tablarabschnitte 16 und 18. Zwischen den Tablarabschnitten
16 und 18 ist keine Tablar-Reling angeordnet. Insbesondere große Gegenstände können
damit tablarabschnittsübergreifend auf dem mehrteiligen Tablar 14 angeordnet werden.
Die Raumausnutzung der Auszugvorrichtung ist verbessert. Dieser Vorteil wird Prinzip
bedingt damit erkauft, dass kleine Gegenstände dann jedoch im Bereich zwischen den
beiden Tablarabschnitten 16 und 18 ungewollt von dem mehrteiligen Tablar 14 herunterfallen
können.
[0076] In den Darstellungen der Fig. 17 bis Fig. 19 in einer Aufsicht ist zu erkennen, dass
die flexible Tablar-Reling 38 beim Verlagern der Auszugführung 4 verschiedene Konturen
einnimmt. Die Gesamtlänge der Tablar-Reling 38 bleibt dabei in etwa konstant. Die
Tablar-Reling 38 ist im vorderen Bereich des ersten Tablarabschnitts 16 ortsfest angeordnet.
Im hinteren Bereich des ersten Tablarabschnitts 16 legt sich die Tablar-Reling 38
beim Verlagern des Auszugvorrichtung 4 zwischen der Ausziehstellung und der Lagerstellung
jeweils um unterschiedliche Abschnitte an der linken bzw. rechten Kante des ersten
Tablarabschnitts16.
[0077] Je nach Ausführung der Tablar-Reling 38 kann diese auch dem zweiten Tablarabschnitt
18 ortsfest angeordnet sein. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass die Tablar-Reling
38 im Bereich zwischen den beiden Tablarabschnitten 16 und 18 in hohem Maße längenveränderlich
ist.
[0078] Alternativ ist die Tablar-Reling 38 gegenüber dem zweiten Tablarabschnitt 18 in ihrer
Längserstreckungsrichtung verschieblich an diesem angeordnet. Hierzu können an dem
zweiten Tablarabschnitt 18 in bestimmten Abständen an der Außenkontur des zweiten
Tablarabschnitts 18 Reling-Führungen ortsfest angeordneten sein. Diese Reling-Führungen
führen die Tablar-Reling vorzugsweise als Gleitlager an der Kontur des zweiten Tablarabschnitts
18 entlang.
[0079] Alternativ oder zusätzlich können insbesondere an der Unterseite des zweiten Tablarabschnitts
18 Reling-Führarme angeordnet sein, die einenends ortsfest an der Tablar-Reling und
anderenends um eine Führarmschwenkachse schwenkbeweglich an dem zweiten Tablarabschnitt
18 angeordnet ist. Derartige Reling-Führarme sind längenveränderlich und ausgebildet,
um die Tablar-Reling mit einer diese in Richtung der Führarmschenkachse, d.h. in Richtung
dem zweiten Tablarabschnitt bewegenden Kraft zu beaufschlagen, insbesondere durch
eine Feder. Auch über solche Reling-Führarme kann die Tablar-Reling 38 beim Verlagern
der Auszugvorrichtung 4 zwischen der Ausziehstellung und der Lagerstellung relativ
zu dem zweiten Tablarabschnitt 18 an dessen Außenkontur entlanggeführt werden.
1. Auszugvorrichtung (4) für einen Schrank (2) mit einem mehrteiligen Tablar (14), das
zwischen einer Lagerstellung und einer Ausziehstellung verlagerbar ist, umfassend
einen ersten Tablarabschnitt (16) und zumindest einen zweiten Tablarabschnitt (18),
mit einer den ersten Tablarabschnitt (16) abstützenden ersten Führungsvorrichtung
(20) sowie einer den zweiten Tablarabschnitt (18) abstützenden zweiten Führungsvorrichtung
(24), wobei die Auszugvorrichtung (4) eine den ersten Tablarabschnitt (16) und den
zweiten Tablarabschnitt (18) beweglich miteinander verbindende Koppeleinrichtung (32)
aufweist, die um eine Koppelschwenkachse (34) schwenkbar an dem ersten Tablarabschnitt
(16) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Tablarabschnitt (18) um eine Schwenkachse (30) schwenkbar an der zweiten
Führungsvorrichtung (24) festgelegt ist und die zweite Führungsvorrichtung (24) den
zweiten Tablarabschnitt (18) bei der Verlagerung zwischen der Lagerstellung und der
Ausziehstellung in einer kreisbogenabschnittsförmigen Bahnkurve führend ausgebildet
ist.
2. Auszugvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Führungsvorrichtung (24) durch einen Schwenkarm (26) ausgebildet ist,
der um eine Schwenkarmschwenkachse (28) schwenkbar an dem Schrank (2) festlegbar ist.
3. Auszugvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwenkarm (26) oberhalb der ersten Führungsvorrichtung (20) angeordnet ist.
4. Auszugvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Lagerstellung der Schwenkarm abgewinkelt und (26) in einer Aufsicht auf die
Auszugvorrichtung (4) den zweiten Tablarabschnitt (18) teilweise umgreifend angeordnet
ist.
5. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelschwenkachse (34) im mittleren Quadranten einer an die Form des ersten
Tablarabschnitts (16) angepassten 3x3 Matrix angeordnet ist.
6. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Tablarabschnitt (18) starr mit der Koppeleinrichtung (32) verbunden ist.
7. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die kreisbogenabschnittsförmige Bahnkurve der zweiten Führungsvorrichtung (24) einen
Kreisbogenabschnitt mit einem Winkel von 100° bis 150°, bevorzugt 110° bis 140°, besonders
bevorzugt 125° bis 133°, aufweist.
8. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsvorrichtung (20) zu einer rein linearen Bewegung des ersten Tablarabschnitts
(16) ausgebildet ist.
9. Auszugvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Führungsvorrichtung (20) zwei voneinander beabstandet am ersten Tablarabschnitt
(16) angeordnete Auszugführungen (22) aufweist, wobei die Koppelschwenkachse (34)
zwischen den beiden Auszugführungen (22) angeordnet ist.
10. Auszugvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppeleinrichtung (32) einen insbesondere flachen Verbindungsstab (33) umfasst.
11. Auszugvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsstab (33) in der Lagerstellung zwischen dem ersten Tablarabschnitt
(16) und der ersten Führungsvorrichtung (20) angeordnet ist.
12. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Tablarabschnitt (16) starr an der ersten Führungsvorrichtung (20) angeordnet
ist.
13. Auszugvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine das mehrteilige Tablar (14) im Bereich der Umhüllenden des ersten Tablarabschnitts
(16) und des zweiten Tablarabschnitts (18) begrenzende Tablar-Reling (38).
14. Auszugvorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Tablar-Reling (38) gegenüber dem zweiten Tablarabschnitt (18) verschieblich an
diesem angeordnet ist.
15. Eckschrank (2) mit einem über eine Eckschranktür etwa zur Hälfte vorderseitig zugänglichen
im Grundriss rechteckigen Innenraum (6), dessen hinter der Öffnung (8) für die Eckschranktür
angeordnete Hälfte des Innenraums (6) einen Lagerbereich (10) und der daran anschließende
Bereich des Innenraums (6) einen Eckbereich (12) ausbildet, umfassend zumindest eine
Auszugvorrichtung (4) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei in der Lagerstellung
der erste Tablarabschnitt (16) im Lagerbereich (10) und der zweite Tablarabschnitt
(18) in dem Eckbereich (12) angeordnet ist.