[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Produktionsüberwachung einer Etikettiermaschine
und eine Etikettiermaschine zur Etikettierung von Behältern.
[0002] Bekanntermaßen werden Behälter wie Getränkeflaschen in Etikettiermaschinen industriell
etikettiert, indem die Behälter von einem Transportmittel, beispielsweise einem Behälterkarussell,
laufend, also in Form eines Produktstroms, bereitgestellt und Etiketten von wenigstens
einem Etikettieraggregat an den Behältern aufgeklebt werden. Dort werden die Etiketten
laufend von wenigstens einem Etikettenspeicher beispielsweise vereinzelt als Stapel
oder in noch nicht vereinzelter Form als Etikettenbänder auf Rollen bereitgestellt.
Der Etikettenspeicher umfasst hierfür in der Regel wechselbare Magazine für blattförmige
Etiketten oder abwechselnd arbeitende Abspulvorrichtungen für Etikettenbandrollen
optional auch mit einem Rollenmagazin zum automatischen Nachschub und Wechsel von
Etikettenbandrollen.
[0003] Die Kapazität solcher Etikettenspeicher ist beispielsweise aus Platzgründen oder
wegen häufiger Sortenwechsel aus praktischen Gründen begrenzt, sodass in der laufenden
Produktion Etiketten in den Etikettenspeicher nachgefüllt werden müssen, in der Regel
durch Nachschub vollständig bestückter Magazine oder Etikettenbandrollen. Solche,
die Kapazität des Etikettenspeichers überschreitende Wechselvorgänge erfordern in
der Regel einen Bedienereingriff.
[0004] Um Produktionsunterbrechungen zu vermeiden, muss der Bedarf für Etikettennachschub
in den Etikettenspeicher rechtzeitig erkannt werden. Hierfür kontrollieren Bediener
den Etikettenspeicher beispielsweise regelmäßig visuell, und/oder es werden Warnmeldungen
ausgegeben, wenn eine bestimmte Reservemenge an Etiketten unterschritten wird.
[0005] Aus der
DE 10 2015 119 023 A1 ist beispielsweise ein präventiver Nachschub in einen Etikettenspeicher bekannt,
um ein soeben entleertes Magazin oder eine leere Rolle jeweils durch eine entsprechende
volle Vorratseinheit zu ersetzen. Eine verfügbare Restmenge an Etiketten wird beispielsweise
auf der Grundlage einer Messung des Rollendurchmessers berechnet, oder indem die Anzahl
bereits verbrauchter Etiketten gezählt und von der Menge ursprünglich bereitgestellter
Etiketten subtrahiert wird. Bei Unterschreiten einer bestimmten Restmenge wird dann
ein Signal für einen erforderlichen Nachschub oder Bestückungswechsel ausgegeben.
[0006] Nachteilig ist jedoch weiterhin, dass in Abfüllanlagen für Behälter meist mehrere
Behandlungsmaschinen und/oder Aggregate mit zugeordneten Verbrauchsmittelspeichern
für beispielsweise Leim, Etiketten, Folien, CO
2 oder dergleichen zu überwachen sind. Es kann dann vorkommen, dass mehrere Signale
/ Warnmeldungen und davon ausgelöste Bedienschritte zeitlich zusammenfallen und/oder
die jeweils zur Verfügung stehenden Reaktionszeiten ungenügend sind. Dies kann Produktionsunterbrechungen
und einen unerwünscht hohen Personalbedarf verursachen.
[0007] Es besteht daher Bedarf für demgegenüber verbesserte Verfahren und Vorrichtungen
zur Produktionsüberwachung einer Etikettiermaschine.
[0008] Die gestellte Aufgabe wird mit einem Verfahren nach Anspruch 1 und mit einer Vorrichtung
nach Anspruch 9 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0009] Die laufende Ausgabe einer prognostizierten Restlaufzeit erleichtert eine kontinuierliche
Produktionsplanung und ermöglicht einen effizienten Personaleinsatz für den erforderlichen
Nachschub von Verbrauchsmaterialien.
[0010] Besonders vorteilhaft ist eine gleichzeitige Überwachung von wenigstens zwei Verbrauchsmaterialien
insbesondere an mehreren Etikettieraggregaten der Etikettiermaschine, beispielsweise
des jeweiligen Etiketten- und Leimvorrats.
[0011] Es kann dann beispielsweise übersichtlich angezeigt werden, welches Verbrauchsmaterial
zuerst nachzufüllen ist. Ebenso kann abgeschätzt werden, wann dies erforderlich sein
wird, und ob gegebenenfalls mehrere Bedienereingriffe zum Nachschub von Verbrauchsmaterial
zeitlich überlappen können.
[0012] Dies wird durch fortlaufende graduelle Überwachung wenigstens eines in der Etikettiermaschine
fortlaufend verfügbaren Verbrauchsmaterialvorrats ermöglicht, im Gegensatz zu einer
bloßen Überwachung dahingehend, ob eine Reserveschwelle unterschritten wird. Somit
können zeitliche Verläufe der Füllzustände der jeweiligen Verbrauchsmittelspeicher
ermittelt und auf dieser Grundlage prognostiziert werden, wann der jeweils maschinell
/ automatisch am jeweiligen Aggregat entnehmbare Vorrat eines bestimmten Verbrauchsmittels
bei Produktion mit einer bestimmten Maschinenleistung erschöpft sein wird.
[0013] Unter den beschriebenen laufenden oder fortlaufenden Vorgängen wie Messung, Berechnung
und Datenausgabe ist zu verstehen, dass sich diese regelmäßig wiederholen im Sinne
einer kontinuierlichen oder quasikontinuierlichen Überwachung, beispielsweise im Gegensatz
zu Stichproben, und insbesondere keine Unterbrechung/ Verlangsamung des Produktionsablaufs
erfordern.
[0014] Vorzugsweise wird zur Ermittlung des Füllzustands des Etikettenspeichers die Dicke
eines Etikettenstapels in einem zur Etikettenentnahme aktuell verwendeten Vorratsbehälter
oder der Radius / Durchmesser einer zur Etikettenentnahme aktuell verwendeten Etikettenrolle
laufend berührungslos mittels Abstandssensor gemessen. Alternativ oder ergänzend könnte
der Füllzustand aber auch mit anderen Messmethoden ermittelt werden, beispielsweise
durch Gewichtsmessung (Waage), bildgebende Kontrolle (Kamera) und/oder mechanische
Abtastung (Tastarm).
[0015] Ein bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist zeichnerisch dargestellt: Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung der Etikettiermaschine und des Überwachungssystems;
und
Fig. 2 ein Schema mit Datenströmen und Datenausgabe.
[0016] Wie die Fig. 1 und 2 erkennen lassen, umfasst die zu überwachende Etikettiermaschine
100 zur Etikettierung von Behältern 1, wie beispielsweise Glasflaschen, Kunststoffflaschen,
Pulpeflaschen, Metalldosen, Kunststoffbecher oder dergleichen, ein vorzugsweise als
Karussell ausgebildetes Transportmittel 2 zur fortlaufenden Bereitstellung der Behälter
1 im Sinne eines kontinuierlichen Produktstroms und wenigstens ein in der Peripherie
des Transportmittels 2 angeordnetes / angedocktes Etikettieraggregat 3, 4 zum Anbringen
von Etiketten 5 an den Behältern 1.
[0017] Das Transportmittel 2 umfasst hierzu prinzipiell bekannte Drehaufnahmen (lediglich
schematisch angedeutet) für die Behälter 1, um diese bei der Etikettierung geeignet
zu positionieren.
[0018] Beispielhaft ist hier lediglich zum besseren Verständnis ein erstes Etikettieraggregat
3 als Heißleimaggregat und ein zweites Etikettieraggregat 4 als Kaltleimaggregat an
derselben Etikettiermaschine 100 dargestellt.
[0019] Das erste Etikettieraggregat 3 umfasst beispielsweise einen ersten Etikettenspeicher
6 zur fortlaufenden Bereitstellung der Etiketten 5 für deren Übergabe an die Behälter
1, das zweite Etikettieraggregat beispielsweise eine entsprechend fungierenden zweiten
Etikettenspeicher 7.
[0020] Ferner ist dem ersten Etikettieraggregat 3 beispielsweise ein erster Leimspeicher
8 zugeordnet zur fortlaufenden Bereitstellung von Leim 10, der im ersten Etikettieraggregat
3 auf die Etiketten 5 zu deren Befestigung an den Behältern 1 aufgetragen wird. Dem
zweiten Etikettieraggregat 4 ist beispielsweise ein entsprechend fungierender zweiter
Leimspeicher 9 zugeordnet.
[0021] Der erste Etikettenspeicher 6 stellt die Etiketten 5 beispielsweise zusammenhängend
in Form von Etikettenrollen 5a - 5e fortlaufend bereit. Die Vereinzelung der Etiketten
5 erfolgt dann im ersten Etikettieraggregat 3 auf prinzipiell bekannte Weise.
[0022] Der erste Etikettenspeicher 6 kann in das erste Etikettieraggregat 3 integriert sein,
beispielsweise auf bekannte Weise mit zwei abwechselnd nebeneinander laufenden Etikettenrollen
5a, 5b (nur für die Etikettenrolle 5a dargestellt). Alternativ kann der erste Etikettenspeicher
6 als separater Rollenwechsler (sogenanntes Multireel-System) mit einer Vielzahl darin
vorgehaltener und automatisch wechselbarer Etikettenrollen 5a - 5e ausgebildet und
über eine Pufferstrecke für die abgespulten Etikettenbänder auf prinzipiell bekannte
Weise an das erste Etikettieraggregat 3 angebunden sein (nur schematisch angedeutet).
[0023] Der erste Leimspeicher 8 umfasst beispielsweise einen Leimtank 8a, in welchem der
Leim 10 in geschmolzener Form vorliegt. Der Leimtank 8a kann hierfür beispielsweise
eine separate Entnahmekammer für den geschmolzenen Leim 10 und eine vorgeschaltete
Aufschmelz- und Vorratskammer umfassen (nicht dargestellt).
[0024] Der zweite Etikettenspeicher 7 stellt die Etiketten 5 beispielsweise vereinzelt in
Form von Etikettenstapeln 5f in wechselbaren Vorratsbehältern 5g, wie beispielsweise
Kassetten oder Wannen, zur fortlaufenden Etikettenentnahme bereit.
[0025] Der zugehörige Leim 10 wird dann beispielsweise in einem in den zweiten Leimspeicher
9 wechselbar einsetzbaren Leimbehälter 9a, beispielsweise einem Leimeimer, bei Raumtemperatur
zur prinzipiell bekannten laufenden Entnahme vorgehalten.
[0026] Die Leimspeicher 8, 9 sind über (nicht dargestellte) Leitungen und Pumpen auf prinzipiell
bekannte Weise in die Etikettieraggregate 3, 4 eingebunden.
[0027] Die gemeinsame Darstellung von Heißleimaggregat und Kaltleimaggregat sowie unterschiedlicher
Typen von Etikettenspeichern 6, 7 und Leimspeichern 8, 9 dient hier lediglich dem
besseren Verständnis der beschriebenen Mengenüberwachung von Verbrauchsmaterialien
der Etikettierung, hier der Etiketten 5 und des Leims 10.
[0028] Hierfür umfasst die Etikettiermaschine 100 ein elektronisches Überwachungssystem
11. Dieses dient der Produktionsüberwachung mittels fortlaufender Messung eines jeweils
aktuellen Füllzustands 12, 13 des ersten und/oder zweiten Etikettenspeichers 6, 7
und eines jeweils aktuellen Füllzustands 14, 15 des ersten und/oder zweiten Leimspeichers
8, 9. Das Überwachungssystem 11 ist ferner zur laufenden Messung und/oder Auswertung
einer aktuellen Maschinenleistung 16 bzw. Transportgeschwindigkeit des Transportmittels
2, des ersten Etikettieraggregats 3 und/oder zweiten Etikettieraggregats 4 ausgebildet.
Die Maschinenleistung 16 kann auf prinzipiell bekannte Weise durch Antriebsüberwachung
in der Etikettiermaschine 100 erfasst und an das Überwachungssystem 11 übertragen
werden.
[0029] Das Überwachungssystem 11 umfasst hierzu eine elektronische Auswerteeinheit 17, die
programmiert ist, auf der Grundlage der erfassten Maschinenleistung 16 und der Füllzustände
12, 13, 14, 15 eine voraussichtlich mit den Etiketten 5 und dem Leim 10 jeweils mögliche
Restlaufzeit 18, 19, 20, 21 des ersten und zweiten Etikettieraggregats 3, 4 im Sinne
einer jeweiligen maximalen Restproduktionsdauer zu berechnen und auszugeben.
[0030] Die Restlaufzeiten 18 - 21 sind jeweils aggregatspezifisch, verbrauchsmittelspezifisch
und leistungsspezifisch.
[0031] Die Auswerteeinheit 17 ist in die Etikettiermaschine 100 integriert. Einzelne der
beschriebenen Auswerteschritte können aber zumindest anteilig ausgelagert sein, beispielsweise
in eine Recheneinheit, die Bestandteil eines maschinenübergreifenden Überwachungssystems
200 (sog. Watchdog) ist und dann auf prinzipiell bekannte Weise zum Datenaustausch
mit der Etikettiermaschine 100 verbunden ist.
[0032] Unter einer Ausgabe der Restlaufzeit 18, 19, 20, 21 ist hier zu verstehen, dass wenigstens
ein leistungsspezifischer Prognosewert 18a - 18c, 19a - 19c, 20a - 20c, 21a -21c der
Restlaufzeit 18 - 21, der jeweils einem bestimmten angenommenen weiteren Verlauf 16a,
16b, 16c der Maschinenleistung 16 zugeordnet ist, für das jeweilige Verbrauchsmaterial,
hier die Etiketten 5 und der Leim 10, an der Etikettiermaschine 100 angezeigt und/oder
von dieser in einem geeigneten Datenformat zum externen Abruf beispielsweise mittels
Smartphone oder Smartwatch bereitgestellt wird.
[0033] Erste leistungsspezifische Prognosewerte 18a, 19a, 20a, 21a der Restlaufzeiten 18
- 21 können beispielsweise für eine maximale Maschinenleistung 16, also einen ersten
weiteren Verlauf 16a, berechnet ausgegeben werden. Entsprechende zweite leistungsspezifische
Prognosewerte 18b, 19b, 20b, 21b können beispielsweise für eine jeweils aktuell herrschende
Maschinenleistung 16, also einen zweiten weiteren Verlauf 16b, berechnet und ausgegeben
werden. Entsprechende dritte leistungsspezifische Prognosewerte 18c, 19c, 20c, 21c
können für eine mittlere Maschinenleistung 16, also einen dritten weiteren Verlauf
16c, berechnet und ausgegeben werden. Letzteres erfolgt vorzugsweise auf der Grundlage
eines gleitenden Mittelwerts der gemessenen Maschinenleistung 16, beispielsweise gemittelt
über die jeweils letzte Produktionsstunde.
[0034] Der Füllzustand 12 des ersten Etikettenspeichers 6 kann beispielsweise von einem
mittels Ultraschall oder Laserlicht berührungslos arbeitenden Abstandssensor 22 ermittelt
werden, insbesondere durch Abstandsmessung zum Umfang der jeweils verwendeten Etikettenrolle
5a hin. Alternativ dazu oder ergänzend kann der Abstandssensor 22 auch in Form einer
Kamera, beispielsweise als 3D-Kamera, ausgebildet sein oder induktiv oder anderweitig
optisch abtastend arbeiten. Gegebenenfalls kann zudem die Anzahl für einen automatischen
Nachschub bereitstehender voller Etikettenrollen 5b - 5e ermittelt werden. Auch dies
ist beispielsweise berührungslos mittels Ultraschall oder auch mittels Laserdetektion
möglich (nicht dargestellt).
[0035] Aus dem gemessenen aktuellen Durchmesser der verwendeten Etikettenrolle 5a kann bei
bekannter Etikettendicke und bei bekannter Etikettenanzahl je voller Etikettenrolle
5b - 5e die insgesamt ohne Bedienereingriff jeweils noch am ersten Etikettieraggregat
3 verfügbare Restanzahl 23 von Etiketten 5 ermittelt und für die Berechnung einer
ersten Restlaufzeit 18 des ersten Etikettieraggregats 3 verwendet werden. Die Etikettendicke
kann während des Produktionsbetriebs laufend neu berechnet werden und ist dann immer
als aktueller Ist-Wert bekannt.
[0036] Entsprechend kann der Füllzustand 13 des zweiten Etikettenspeichers 7 von einem beispielsweise
mittels Ultraschall oder Laserlicht berührungslos arbeitenden Abstandssensor 22 ermittelt
werden, insbesondere durch Abstandsmessung zum nachlaufenden Ende des aktuell verwendeten
Etikettenstapels 5f hin.
[0037] Gegebenenfalls kann zudem die Anzahl der für einen automatischen Nachschub bereitstehenden
vollen Vorratsbehälter 5g ermittelt werden. Auch dies ist berührungslos mittels Ultraschall,
induktiv, bildgebend, anderweitig optisch oder auch mittels Laserdetektion möglich
(nicht dargestellt).
[0038] Aus der gemessenen aktuellen Dicke des verwendeten Etikettenstapels 5f kann bei bekannter
Etikettendicke und bei bekannter Etikettenanzahl pro vollem Vorratsbehälter 5f die
insgesamt ohne Bedienereingriff jeweils noch am zweiten Etikettieraggregat 4 verfügbare
Restanzahl 24 von Etiketten 5 ermittelt und für die Berechnung einer ersten Restlaufzeit
20 des zweiten Etikettieraggregats 4 verwendet werden.
[0039] Die in die Berechnung der mit den Etiketten 5 möglichen Restlaufzeiten 18, 20 eingehende
Etikettendicke kann als Sortenparameter vorgegeben, laufend gemessen und/oder anhand
des laufenden Etikettenverbrauchs berechnet werden.
[0040] Der Füllzustand 14 des ersten Leimspeichers 8 kann beispielsweise von einem kapazitiv
arbeitenden Füllstandsensor 25 ermittelt werden. Auch Wägezellen und andere Art von
Sensoren wären hierfür denkbar.
[0041] Der Füllzustand 15 des zweiten Leimspeichers 9 kann beispielsweise von einem mittels
Ultraschall berührungslos arbeitenden Abstandssensor 22 ermittelt werden, insbesondere
durch Abstandsmessung zur Oberfläche des darunter vorhandenen Leims 10 hin.
[0042] Die berührungslos arbeitenden Abstandssensoren 22 und der kapazitive Füllstandsensor
25 sind Bestandteil des beschriebenen Überwachungssystems 11.
[0043] Aus dem aktuellen Füllzustand 14, 15 und der diesem entsprechenden Leimmenge kann
bei bekanntem spezifischen Leimverbrauch 26, 27, beispielsweise pro Etikett 5, die
insgesamt ohne Bedienereingriff mit dem Leim 10 jeweils noch verarbeitbare Anzahl
von Etiketten 5 ermittelt und für die Berechnung einer zweiten Restlaufzeit 19 des
ersten Etikettieraggregats 3 und einer zweiten Restlaufzeit 21 des zweiten Etikettieraggregats
4 verwendet werden.
[0044] Der spezifische Leimverbrauch 26, 27 kann zu Beginn der Produktion jeweils vorgegeben
sein und in der laufenden Produktion durch Überwachung der Füllzustände 14, 15 berechnet
und dadurch aktualisiert und/oder gemittelt werden. Der spezifische Leimverbrauch
26, 27 kann bekanntermaßen auch pro Flächeneinheit angegeben werden.
[0045] Für die Etikettieraggregate 3, 4 können dann entweder sowohl die jeweilige erste
Restlaufzeit 18, 19 betreffend den zugeordneten Etikettenvorrat als auch die jeweilige
zweite Restlaufzeit 20, 21 betreffend den zugeordneten Leimvorrat ausgegeben bzw.
angezeigt werden oder nur die jeweils kürzere Restlaufzeit 18-21. Diese Angabe erfolgt
prinzipiell in Form wenigstens eines leistungsspezifischen Prognosewerts 18a - 18c,
19a- 19c, 20a - 20c, 21a - 21c, also für entsprechende angenommene weitere Verläufe
16a - 16c der Maschinenleistung.
[0046] Die Fig. 2 verdeutlicht beispielhaft und schematisch die Verarbeitung von Messwerten
der Füllzustände 12 - 15 und der Maschinenleistung 16 im Überwachungssystem 11 sowie
die darauf basierende Ausgabe von prognostizierten Restlaufzeiten 18 - 21 der Etikettieraggregate
3, 4, von Füllzuständen 14, 15 der Leimspeicher 8, 9, der jeweils insgesamt verfügbaren
Restanzahl 23, 24 von Etiketten 5 in den Etikettenspeichern 6, 7 und des jeweiligen
spezifischen Leimverbrauchs 26, 27 beispielsweise pro Etikett oder Flächeneinheit.
[0047] Die Auswerteeinheit 17 ist hierfür zur Berechnung wenigstens einer Restlaufzeit 18
- 21 programmiert, um anzugeben, wie lange man bei aktuellem Füllzustand 12 -15 und
bei einem angenommenen Verlauf, beispielsweise bei einem Mittelwert der Maschinenleistung
16 noch etikettieren kann.
[0048] Ferner kann die Auswerteeinheit 17 zur laufenden Ermittlung einer noch zu etikettierenden
Restmenge 28 an Behältern 1 programmiert sein. Darauf basierend kann die Auswerteeinheit
17 eine Vorratsprognose 29 berechnen und ausgeben, ob die Füllzustände 12 - 15 zur
Etikettierung der Restmenge 28 ausreicht.
[0049] Beispielsweise kann angezeigt werden, welches Verbrauchsmaterial an welchem Etikettieraggregat
zuerst zu Ende geht. Bei einem bevorstehenden Sortenwechsel kann prognostiziert werden,
ob die Verbrauchsmaterialien, insbesondere die Etiketten 5, für die zu produzierende
Behältersorte noch ausreicht, entsprechender Nachschub erforderlich ist, oder bereits
für die nächste bzw. neue Sorte aufgelegt werden kann.
[0050] Hierfür kann eine sortentypisch noch zu etikettierende Restmenge 28 an Behältern
1 auf prinzipiell bekannte Weise laufend aktualisiert und auf dieser Grundlage die
Vorratsprognose 29 berechnet und ausgegeben werden. Diese gibt vorzugsweise an, ob
der Füllzustand 12, 13 einzelner Etikettenspeicher 6, 7 und gegebenenfalls auch der
Füllzustand 14, 15 einzelner Leimspeicher 8, 9 zur Etikettierung der Restmenge 28
ausreicht.
[0051] Die Vorratsprognose 29 kann beispielsweise durch farbliche Markierung der jeweiligen
Anzeigewerte, beispielsweise der Restlaufzeiten 18 - 21, und/oder durch separaten
Hinweis im Sinne einer Warnmeldung und/oder Handlungsempfehlung ausgegeben werden.
[0052] Die beschriebene Ausgabe von Messwerten und/oder berechneten Prognosewerten ist zum
einen durch deren ortsgebundene Anzeige 30 an der Etikettiermaschine 100 möglich und
zum anderen durch deren Datenübertragung 31 an ein maschinenübergreifendes Überwachungssystem
200 zur digitalen ortsunabhängigen Überwachung von Maschinenzuständen (Condition Monitoring
Tool / sog. Watchdog), das beispielsweise in einer Daten-Cloud bzw. auf zugehörigen
Servern in prinzipiell bekannter Weise ortsunabhängig bereitgestellt wird.
[0053] Die beschriebene Ausgabe gemessener und/oder berechneter Werte erfolgt somit in einem
zum Datenaustausch mit Anzeigegeräten, wie beispielsweise Touchscreens, und/oder Datenspeichern
geeignet standardisierten Datenformat.
[0054] Die ortsgebundene Anzeige 30 ist beispielsweise an einem dem Transportmittel 2 bzw.
der Grundeinheit der Etikettiermaschine 100 zugeordneten Touchscreen 32 oder anderweitigen
Bildschirm möglich, ebenso an einem der Etikettiermaschine 100 insgesamt (nicht dargestellt)
oder dem ersten und/oder zweiten Etikettieraggregat 3, 4 zugeordneten Touchscreen
33, 34 oder anderweitigen Bildschirm.
[0055] Insbesondere über das maschinenübergreifende Überwachungssystem 200 ist zudem eine
Anzeige auf mobilen Endgeräten 35 möglich, beispielsweise auf einem Smartphone oder
einer Smartwatch. Prinzipiell wäre auch eine im obigen Sinne ortsgebundene Anzeige
30 auf mobilen Endgräten 35 durch deren Einbindung in die Etikettiermaschine 100 mittels
lokal begrenzter Funkverbindung möglich.
[0056] Die von der Auswerteeinheit 17 wie beschrieben verarbeiteten Zustands- und/oder Prognosedaten
können ständig aktualisiert und so flexibel an Apps, Smartwatches, Watchdog-Systeme
oder dergleichen übertragen und dort ständig von Bedienern abgerufen werden. Ebenso
können Warnmeldungen bei Unterschreiten einer bestimmten Vorratsreserve oder dergleichen
auf Smarfiniatches oder Smartphones übertragen und von diesen automatisch ausgegeben
werden.
[0057] In der Fig. 1 ist angedeutet, dass beispielsweise der erste Etikettenspeicher 6 eine
Vielzahl von Etikettenrollen 5a - 5e aufnehmen kann, die für den Etikettennachschub
automatisch und gegebenenfalls selektiv nachgelegt werden. Derartige Systeme, beispielsweise
als Multireel-Systeme bezeichnet, sind üblicherweise durch Pufferstrecken für die
abgespulten Etikettenbänder angeschlossen. Für eine Sortenwechsel können die Etiketten
5 der neuen Sorte dann bereits vorab durch solche Pufferstrecken gefahren werden,
sodass die Etiketten 5 der neuen Sorte beim Sortenwechsel bereits am jeweiligen Etikettieraggregat
3, 4 anstehen.
[0058] Mit dem beschriebenen Überwachungssystem 11 kann beispielsweise wie folgt gearbeitet
werden:
[0059] Bei Verarbeitung von Heißleim können der Füllzustand 14 (Leimfüllstand) im Leimtank
8a (ggf. Entnahmekammer) des Leimspeichers 8 mittels kapazitivem Füllstandsensor 25
und der Füllzustand 12 im zugehörigen Etikettenspeicher 6 (Etikettenfüllstand) mittels
Ultraschallsensoren ermittelt werden. Daraus können die Restlaufzeiten 18, 19 für
die noch vorhandenen Etiketten 5 und für den Leim 10 bei wenigstens einer vorausgesetzten
Maschinenleistung 16 berechnet werden.
[0060] Mit einem kapazitiven Füllstandsensor 25 im jeweiligen Leimtank 8a (ggf. in dessen
Entnahmekammer) kann die Füllhöhe des Leims 10 kontinuierlich gemessen / erfasst werden.
Die Berechnung der zugehörigen Restlaufzeit 19 kann anhand des so erfassten Leim-Füllstands
und vorzugsweise anhand einer durchschnittlichen Maschinenleistung 16 erfolgen. Prognostizierte
Daten zu Füllzustand 14 und Restlaufzeit 19 werden beispielsweise auf einem Touchscreen
der Etikettiermaschine 100 angezeigt. Zusätzlich ist eine aktualisierte Berechnung
und Anzeige des spezifischen Leimverbrauchs 26 beispielsweise pro Etikett 5 und/oder
Flächeneinheit möglich.
[0061] Ist der erste Etikettenspeicher 6 als eigenständiger Rollenwechsler (Multireel-System)
mit mehreren Etikettenrollen 5a - 5e und einer Pufferstrecke zum Etikettieraggregat
3 ausgebildet, umfasst der Füllzustand 12 vorzugsweise sowohl die aktuell verwendete
Etikettenrolle 5a, gegebenenfalls zum automatischen Nachschub bereitstehende Etikettenrollen
5b - 5e sowie die auf der Pufferstrecke vorhandenen Etiketten 5.
[0062] Die zugehörige Restlaufzeit 18 kann dann auch im Bereich des Multireel-Systems ausgegeben
werden. Vorteilhaft ist jedoch eine Anzeige im Bereich des zugeordneten Etikettieraggregats
3 gemeinsam mit der dort für den zugeordneten Leim 10 ermittelten Restlaufzeit 19
oder an der Grundmaschine, also im Bereich des Transportmittels 2, dann vorzugsweise
gemeinsam mit weiteren Restlaufzeiten 20, 21 insbesondere alle in diesem Sinne in
der Etikettiermaschine 100 gerade verwendeten Verbrauchsmaterialien und Aggregate.
[0063] Zur Berechnung und Ausgabe der Restlaufzeiten 18 - 21 und/oder Füllzustände 12 -
15 können die dafür nötigen Daten beispielsweise über eine DMM-Schnittstelle mit einem
maschinenübergreifenden Überwachungssystem 200 zur digitalen ortsunabhängigen Überwachung
von Maschinenzuständen (Condition Monitoring Tool / Watchdog) ausgetauscht werden.
[0064] Der spezifische Leimverbrauch 26, 27 insbesondere pro Etikett 5 könnte auch infolge
einer Übermittlung des Füllzustands 14, 15 (Leimfüllstands) mittels eines Algorithmus
im digitalen Überwachungssystem 200 (Watchdog) berechnet werden. Hierfür könnten dort
zusätzliche Daten eingegeben werden, beispielsweise die Fläche der Etiketten 5, das
vertikale Querschnittsprofil des Leimspeichers 8, 9 und/oder die Dichte des Leims
10. In der Fig. 1 ist der eingesetzte Leimbehälter 9a beispielsweise mit einem sich
im unteren Bereich verjüngenden Querschnittsprofil dargestellt, welches eine möglichst
vollständige Entleerung begünstigt.
[0065] Alternativ oder ergänzend kann der spezifische Leimverbrauch 26, 27 aber ebenso in
der jeweiligen Aggregatsteuerung, beispielsweise im ersten und/oder zweiten Etikettieraggregat
3, 4, in der (übergeordneten) Maschinensteuerung der Etikettiermaschine 100 oder in
einer separaten Steuereinheit (vor Ort) berechnet werden.
[0066] Der spezifische Leimverbrauch 26, 27 kann dann anhand von konfigurierbaren Warnschwellen
und Alarmschwellen im maschinenübergreifenden Überwachungssystem 200 (Watchdog) überwacht
und an geeignete mobile Endgeräte 35 und/oder an wenigstens einen Touchscreen 32 -
34 der Etikettiermaschine 100 zur dortigen Anzeige übermittelt werden. Auch können
auf entsprechende Weise Bedieneraufgaben und/oder Handlungsempfehlungen bei Erreichen
von Schwellenwerten ausgegeben werden.
[0067] Bei Verarbeitung von Kaltleim kann der Füllzustand 15 (Leimfüllstand) im Leimbehälter
9a beispielsweise mittels Ultraschallsensor erfasst werden, der Füllzustand 13 (Etikettenfüllstand)
mittels Laserdistanzsensoren. Die beschriebene Restlaufzeit 20, 21 für die Etiketten
5 und den Leim 10 erfolgt dann wieder für wenigstens eine zur weiteren Produktion
vorausgesetzte Maschinenleistung 16. Der spezifische Leimverbrauch 27 kann wiederum
pro Etikett 5 und/oder pro Flächeneinheit aktualisiert berechnet werden.
[0068] Beispielsweise erfasst ein Abstandssensor 22 (Laserdistanzsensor) dann die Dicke
des Etikettenstapels 5f im aktuell zur Produktion verwendeten Vorratsbehälter 5g.
Für jeden weiteren zum automatischen Nachschub von Etiketten 5 zusätzlich in den Etikettenspeicher
7 einsetzbaren Vorratsbehälter 5g ist dann vorzugsweise je ein weiterer Abstandssensor
22 (beispielsweise Laserdistanzsensor) vorhanden, um die Anzahl gefüllt bereitstehender
Vorratsbehälter 5g zu bestimmen und bei der Ermittlung des Füllzustands 13 (Gesamtfüllstand)
zu berücksichtigen.
[0069] Zur Erfassung des Füllzustands 15 (Leimmenge) und zur Bestimmung des spezifischen
Leimverbrauchs 27 kann der Füllstand im Leimbehälter 9a (Leimeimer) von einem vertikal
ausgerichteten Ultraschallsensor gemessen werden. Auf der Grundlage eines im Etikettieraggregat
4 hinterlegten Querschnittsprofils (Form) des Leimbehälters 9a kann der Füllzustand
15 im Sinne einer Leimmenge aus dem gemessenen Füllstand berechnet werden. Anhand
der Anzahl produzierter Etiketten 5 und der dafür verbrauchten Leimmenge (Gewicht)
kann der spezifische Leimverbrauch 27 beispielsweise pro Etikett 5 und normiert pro
Flächeneinheit berechnet werden.
[0070] Angezeigt werden kann dann beispielsweise: der aktuelle Füllzustand 12, 13 (Etikettenfüllstand)
beispielsweise als Relativwert (%) und/oder als Absolutwert (Stückzahl); eine Warnung
bei zu geringem Füllstand; eine Fehlermeldung bei fehlerhafter Füllstandmessung; die
aktuelle Dicke des Etikettenstapels 5f oder der aktuelle Durchmesser der Etikettenrolle
5a; die gemessene und/oder berechnete Etikettendicke; die Anzahl voller Vorratsbehälter
5g (Kassetten) oder Etikettenrollen 5b - 5e; Restanzahl der Etiketten 5 in aktuell
verwendetem Vorratsbehälter 5g (Kassette) oder auf aktuelle verwendeter Etikettenrolle
5a; Restanzahl 23, 24 der Etiketten 5 gesamt; die zugrunde gelegte Maschinenleistung
16 (beispielsweise im Mittel über die letzte Produktionsstunde); und/oder die berechneten
Prognosewerte 18a, 18b, 18c, 20a, 20b, 20c der Restlaufzeit 18, 20 bei maximaler,
aktueller und mittlerer Maschinenleistung 16.
[0071] Angezeigt werden kann dann beispielsweise: der aktuelle Füllzustand 14, 15 (Leimmenge)
beispielsweise als Relativwert (%) und/oder als Absolutwert (Volumen und/oder Gewicht);
das aktuelle Leimgewicht im Leimbehälter 9a; das aktuelle Leimvolumen im Leimtank
8a oder Leimbehälter 9a; der aktuelle Füllstand (Leimhöhe) im Leimtank 8a oder Leimbehälter
9a; der aktuelle spezifische Leimverbrauch 26, 27, beispielsweise flächenspezifisch,
zeitspezifisch und/oder etikettenspezifisch (pro Etikett 5 bzw. pro Transferelement
des Etikettieraggregats 4); gemessene mittlere Maschinenleistung der letzten Produktionsstunde;
und/oder berechnete Prognosewerte 19a, 19b, 19c 21a, 21b, 21c der Restlaufzeit 19,
21 bei maximaler, aktueller und mittlerer Maschinenleistung 16.
[0072] Ferner ist eine Überblickdarstellung an einem zentralen Touchscreen 32 der Etikettiermaschine
100 denkbar mit den wichtigsten Angaben zu den Füllzuständen 12 - 15 und/oder den
Restlaufzeiten 18 - 21, insbesondere für alle in der Etikettiermaschine 100 verwendete
Verbrauchsmaterialien und für alle damit betriebenen Etikettieraggregate 3, 4.
[0073] Hierbei ist es besonders vorteilhaft darzustellen, welches Verbrauchsmaterial als
nächstes durch Bedienereingriff nachgefüllt werden muss.
[0074] Die beschriebenen Messwerte und Prognosedaten können an eine Daten-Cloud übergeben
und dort von mobilen Endgeräten 35 abgerufen und angezeigt werden.
[0075] Insbesondere im Zusammenhang mit einem maschinenübergreifenden Überwachungssystem
200 ist es möglich, Warnmeldungen und/oder Handlungsanweisungen für bestimmte Füllzustände
12 - 15 frei zu konfigurieren und bei Erreichen entsprechender Schwellenwerte automatisch
auszugeben, beispielsweise das Erreichen von Mindestfüllzuständen und/oder die Aufforderung
zum Nachlegen von Etiketten 5 innerhalb einer bestimmten Zeitspanne.
[0076] Insbesondere im Zusammenhang mit einem maschinenübergreifenden Überwachungssystem
200 ist es möglich, Fehlermeldungen und/oder Steuerungsaktionen frei vorab zu konfigurieren
und bei Erreichen entsprechender Schwellenwerte oder Zustände automatisch auszugeben,
beispielsweise das festgestellte Leerlaufen eines Leimbehälters 9a und/oder das benötigte
Schlie-ßen einer Flaschensperre.
[0077] In entsprechender Weise kann für den spezifischen Leimverbrauch 26, 27 ein Gutfenster
im Sinn eines Sollbereichs definiert und bei Verlassen des Gutfensters eine Warnmeldung
und/ oder Fehlermeldung ausgegeben sowie eine Maschinenaktion ausgelöst werden.
[0078] Ferner kann die aktuelle Güte der Leimverbrauchsberechnung ermittelt und ausgegeben
werden. Sind erst wenige Etiketten 5 verarbeitet worden, ist die Berechnung des spezifischen
Leimverbrauchs 26, 27 noch relativ ungenau, zugehörige Warnmeldungen gegebenenfalls
noch nicht auszugeben und/oder zugehörige Maschinenaktionen gegebenenfalls noch nicht
auszulösen. Anzeigewerte können mit einem Hinweis auf geringe Güte versehen werden.
[0079] Die Berechnung und Überwachung des spezifischen Leimverbrauchs 26, 27 kann sowohl
in der Etikettiermaschine 100 als auch im maschinenübergreifenden Überwachungssystem
200 (Cloud, Watchdog) erfolgen.
[0080] Ferner ist die Ausgabe von Information möglich, ob das jeweilige Verbrauchsmaterial
(Etiketten 5, Leim 10) für die restliche geplante Produktion reicht, oder wie viel
gegebenenfalls zusätzlich noch benötigt wird.
[0081] Um den aktuellen volumetrischen Füllzustand 15 in einem Leimbehälter 9a genau auf
die beschriebene Weise zu ermitteln, wird die Formgebung der eingesetzten Leimbehälter
9a vorzugsweise in der Etikettiermaschine 100 bzw. im Etikettieraggregat 4 parametriert,
beispielsweise der vertikale Verlauf des Innendurchmessers des jeweiligen Leimbehälters
9a. Hierfür können als Sortenparameter unterschiedliche Leimbehälter 9a definiert
werden. Dadurch können beispielsweise Leimbehälter 9a unterschiedlicher Hersteller
samt zugehörigem Querschnittsprofil durch Anwender angewählt und automatisch bei der
beschriebenen Berechnung berücksichtigt werden.
[0082] Prinzipiell könnten bestimmten gemessenen Füllständen auch sortentypische Füllzustände
15 im Sinne von jeweiligen Restleimmengen auf der Grundlage sortentypisch ermittelter
und abgespeicherter Erfahrungswerte zugeordnet werden, die zuvor in Testläufen und/oder
Produktionsläufen mit dem aktuell zur Produktion eingesetzten Format des Leimbehälters
9a gewonnen wurden.
[0083] Zur Bestimmung der für die Berechnung verwendeten Etikettendicke kann die Auswerteeinheit
17 anfangs auf Sollwerte / Herstellerwerte oder dergleichen Default-Werte zurückgreifen.
Im weiteren Produktionsbetrieb wird die tatsächliche Etikettendicke vorzugsweise aus
dem Etikettenverbrauch und der Änderung gemessener Rollendurchmesser oder Stapeldicken
berechnet.
[0084] Die voranstehende Beschreibung des Verfahrens und der Etikettiermaschine 100 beruht
der Übersichtlichkeit halber auf zwei unterschiedlichen Etikettieraggregaten 3, 4.
Es versteht sich, dass die Anzahl verwendeter Etikettieraggregate davon abweichen
kann und/oder in der Regel Etikettieraggregate 3, 4 vom selben Typ in der Etikettiermaschine
100 angeordnet werden.
1. Verfahren zur Produktionsüberwachung einer Etikettiermaschine (100), die ein Transportmittel
(2) zur laufenden Bereitstellung von Behältern (1), wenigstens ein Etikettieraggregat
(3, 4) zur Übergabe von Etiketten (5) an die Behälter und wenigstens einen Etikettenspeicher
(6, 7) zur laufenden Bereitstellung der Etiketten zur Übergabe umfasst,
wobei man den Füllzustand (12, 13) des Etikettenspeichers laufend misst und eine Maschinenleistung
(16) des Transportmittels (2) und/oder des Etikettieraggregats (3, 4) laufend misst
und auf dieser Grundlage wenigstens eine Restlaufzeit (18, 20) berechnet und ausgibt,
die angibt, wie lange man mit dem Füllzustand bei einem angenommenen weiteren Verlauf
(16a - 16c) der Maschinenleistung (16) noch etikettieren kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei man ferner den Füllzustand (14, 15) wenigstens eines
Leimspeichers (8, 9) zur laufenden Bereitstellung von Leim (10) zur Befestigung der
Etiketten (5) an den Behältern (1) laufend misst und wenigstens eine zugehörige Restlaufzeit
(19, 21) berechnet und ausgibt, die angibt, wie lange man mit dem Füllzustand (14,
15) des Leimspeichers (8, 9) bei einem angenommenen weiteren Verlauf (16a - 16c) der
Maschinenleistung (16) noch etikettieren kann.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei man ferner berechnet und ausgibt, welcher der Etikettenspeicher
(6, 7) und Leimspeicher (8, 9) die geringste Restlaufzeit (18 - 21) aufweist und/oder
zuerst nachgefüllt werden muss.
4. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei man ferner eine insbesondere sortentypisch
noch zu etikettierende Restmenge (28) an Behältern (1) laufend ermittelt und auf dieser
Grundlage eine Vorratsprognose (29) berechnet und ausgibt, die angibt, ob der Füllzustand
(12 - 15) zur Etikettierung der Restmenge (28) ausreicht.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei die Ausgabe wenigstens
der Restlaufzeit (18 - 21) durch deren ortsgebundene Anzeige (30) an der Etikettiermaschine
(100) und/oder durch Datenübertragung (31) an ein maschinenübergreifendes Überwachungssystem
(200) zur digitalen ortsunabhängigen Überwachung von Maschinenzuständen erfolgt, insbesondere
einschließlich Datenübertragung und Anzeige an mobilen Endgeräten (35).
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei man zur Ermittlung des
Füllzustands (12, 13) des Etikettenspeichers (6, 7) die Dicke eines Etikettenstapels
(5f) in einem zur Etikettenentnahme aktuell verwendeten Vorratsbehälter (5g) oder
den Radius / Durchmesser einer zur Etikettenentnahme aktuell verwendeten Etikettenrolle
(5a) laufend berührungslos mittels Abstandssensor (22) misst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei eine Dicke der Etiketten (5) anhand einer über einen
Produktionszeitraum gemessenen Abnahme der Dicke des Etikettenstapels (5f) bzw. des
Radius der Etikettenrolle (5a) und der währenddessen verarbeiteten Anzahl von Etiketten
(5) berechnet wird.
8. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei man wenigstens die Restlaufzeiten
(18 - 21) für sämtliche an der Etikettiermaschine (100) laufenden Etikettieraggregate
(3, 4) auf einem dem Transportmittel (2) zugeordneten zentralen Touchscreen (32) oder
anderweitigen zentral zugeordneten Bildschirm anzeigt.
9. Etikettiermaschine (100) zur Etikettierung von Behältern (1), umfassend: ein Transportmittel
(2) zur laufenden Bereitstellung der Behälter; wenigstens ein Etikettieraggregat (3,
4) zum Anbringen von Etiketten (5) an den Behältern; und wenigstens einen Etikettenspeicher
(6, 7) zur laufenden Bereitstellung der Etiketten für deren Anbringen; und ein Überwachungssystem
(11) zur Produktionsüberwachung der Etikettiermaschine insbesondere gemäß dem Verfahren
nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei das Überwachungssystem zur laufenden
Messung des Füllzustands (12, 13) des Etikettenspeichers und zur laufenden Messung
der Maschinenleistung (16) des Transportmittels und/oder des Etikettieraggregats ausgebildet
sowie zur darauf basierenden Berechnung und Ausgabe wenigstens einer zugeordneten
Restlaufzeit (18, 20) programmiert ist, um anzugeben, wie lange man mit dem Füllzustand
(12, 13) bei einem angenommenen weiteren Verlauf (16a - 16c) der Maschinenleistung
noch etikettieren kann.
10. Etikettiermaschine nach Anspruch 9, ferner umfassend wenigstens einen Leimspeicher
(8, 9) zur laufenden Bereitstellung von Leim (10) zur Befestigung der Etiketten (5)
an den Behältern (1), wobei das Überwachungssystem (11) ferner zur laufenden Messung
eines Füllzustands (14, 15) des Leimspeichers ausgebildet sowie zur darauf basierenden
Berechnung und Ausgabe wenigstens einer zugeordneten Restlaufzeit (19, 21) programmiert
ist, um anzugeben, wie lange man mit dem Füllzustand (14, 15) bei einem angenommenen
weiteren Verlauf (16a - 16c) der Maschinenleistung noch etikettieren kann.
11. Etikettiermaschine nach Anspruch 9 oder 10, wobei das Überwachungssystem (11) ferner
zur Ermittlung einer insbesondere sortentypisch noch zu etikettierende Restmenge (28)
an Behältern (1) ausgebildet sowie dazu programmiert ist, auf dieser Grundlage eine
Vorratsprognose (29) zu berechnen und auszugeben, die angibt, ob der Füllzustand (12
- 15) zur Etikettierung der Restmenge (28) ausreicht.
12. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei die Etikettiermaschine
(100) wenigstens einen Touchscreen (32 - 34) zur ortsgebundenen Anzeige (30) wenigstens
der Restlaufzeit (18 - 21) umfasst und/oder das Überwachungssystem (11) zur Datenübertragung
(31) wenigstens der Restlaufzeit (18 - 21) an ein maschinenübergreifendes Überwachungssystem
(200) zur digitalen ortsunabhängigen Überwachung von Maschinenzuständen ausgebildet
ist.
13. Etikettiermaschine nach wenigstens einem der Ansprüche 9 bis 12, wobei das Etikettieraggregat
(3, 4) wenigstens einen berührungslos mittels Ultraschall oder Laserlicht arbeitenden
Abstandssensor (22) umfasst zur: Messung die Dicke eines Etikettenstapels (5f) in
einem zur Etikettenentnahme aktuell verwendeten Vorratsbehälter (5g) und insbesondere
zur Ermittlung der Anzahl zum automatischen Nachschub eingelegter voller Vorratsbehälter
(5g); und/oder zur Messung des Radius / Durchmessers einer zur Etikettenentnahme aktuell
verwendeten Etikettenrolle (5a) und insbesondere zur Ermittlung der Anzahl zum automatischen
Nachschub eingelegter voller Etikettenrollen (5b - 5e).