[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zum Umfüllen von verflüssigtem
Gas aus einem Vorratsspeicher in einen zweiten Fahrzeugtank.
[0002] Verflüssigtes Gas wie z.B. Wasserstoff wird typischerweise in Behältern oder Tanks,
also in Vorratsspeichern, gelagert bzw. gespeichert. Für z.B. das Betanken von Fahrzeugen
mit Wasserstoff bzw. allgemein verflüssigtem Gas ist es nötig, das verflüssigte Gas
von dem Vorratsspeicher in einen anderen Fahrzeugtank umzufüllen. Dabei ist zu beachten,
dass Behälter, in den das verflüssigte Gas umgefüllt werden soll, in der Regel einen
gewissen freien Raum, ein sog. Gaspolster, aufweisen müssen. Dies kann schwierig einzuhalten
sein, insbesondere bei kleinen Behältern wie Fahrzeugtanks.
[0003] Vor diesem Hintergrund stellt sich die Aufgabe, eine Möglichkeit bereitzustellen,
ein Umfüllen von verflüssigtem Gas aus Vorratsspeicher in einen Fahrzeugtank sicherer
zu gestalten.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Anlage zum Umfüllen von verflüssigtem
Gas mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen
sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteile der Erfindung
[0005] Die Erfindung beschäftigt sich mit dem Speichern von verflüssigtem Gas (auch flüssiges
Gas oder Flüssiggas) in Vorratsspeichern sowie dem Umfüllen von verflüssigtem Gas
aus einem solchen Vorratsspeicher in einen Fahrzeugtank. Als verflüssigtes Gas kommt
dabei besonders bevorzugt Wasserstoff bzw. verflüssigter Wasserstoff in Betracht.
Nichtsdestotrotz können auch andere Gase in Betracht gezogen werden bzw. das Verfahren
kann auch für andere Gase verwendet werden.
[0006] Beim Speichern von verflüssigtem Gas in einem Behälter wie einem Vorratsspeicher
oder auch einem Fahrzeugtank - es handelt sich dann insbesondere um einen sog. kryogenen
Behälter, da dieser entsprechend tiefen Temperaturen ausgesetzt ist - ist in der Regel
vorgesehen, dass ein gewisser Raum in dem Behälter von verflüssigtem Gas freibleiben
muss; es handelt sich um ein sog. Gaspolster.
[0007] Bei stationären und insbesondere großen Behältern wie z.B. Vorratsspeichern (oder
Lagertanks) kann hierzu eine Füllstandsmessung vorgenommen werden, d.h. der Füllstand
von verflüssigtem Gas im Behälter kann gemessen werden. Dies kann über einen Differenzdruck
erfolgen. In geschlossenen, drucküberlagerten Behältern führt der hydrostatische Druck
der Flüssigkeitssäule zu einer Druckdifferenz. Diese Druckdifferenz führt zu einer
Auslenkung eines Messelementes, das dem hydrostatischen Druck proportional ist. Es
kann dann jeweils ein Sensor oberhalb des höchsten Flüssigkeitsspiegels und ein Sensor
unten am Behälter installiert und einer entsprechenden Auswerteeinheit zugeführt werden.-Eine
solche Füllstandsmessung kann auch über einen Überlauf realisiert werden, z.B. mit
einem Ablauf in Höhe der maximal zulässigen Füllmenge.
[0008] Bei diesem Methoden der Füllstandsmessung wird allerdings der Zustand der Flüssigkeit
bzw. des verflüssigtem Gases, insbesondere dessen Temperatur und/oder Dichte, nicht
berücksichtigt. Während dies bei großen Behältern wie Vorratsspeichern vernachlässigt
werden kann (z.B. aufgrund des Verhältnisses von Messgenauigkeit zu Füllgeschwindigkeit),
gilt dies bei kleineren Behältern wie Fahrzeugtanks, in der Regel nicht. Eine zuverlässige
Füllstandsmessung ist hier mit den genannten Methoden nicht möglich. Hier kann dann
keine oder zumindest keine zuverlässige Aussage darüber getroffen werden, wieviel
an verflüssigtem Gas (Restgas) sich noch im Behälter bzw. Fahrzeugtank befindet.
[0009] Wird ein - z.B. vermeintlich leerer - Fahrzeugtank befüllt, kann es zu einer Überfüllung
kommen, da der Fahrzeugtank z.B. noch mehr Restgas bzw. Restflüssigkeit enthalten
hat als angenommen worden war. Das benötigte Gaspolster kann somit nicht mehr sichergestellt
bzw. eingehalten werden.
[0010] Vor diesem Hintergrund wird nunmehr vorgeschlagen, den Fahrzeugtank, in den das verflüssigte
Gas um- bzw. eingefüllt werden soll, zunächst zu entleeren, d.h. flüssigkeitsleer
zu machen. Hierzu kann z.B. in dem Fahrzeugtank befindliches verflüssigtes Gas in
den Vorratsspeicher transferiert werden, insbesondere unter Verwendung einer Mengenmesseinrichtung.
Damit kann bestimmt werden, wieviel verflüssigtes Gas noch in dem Fahrzeugtank vorhanden
war.
[0011] Außerdem kann das aus dem Fahrzeugtank entnommene verflüssigte Gas, insbesondere
unter Verwendung der Mengenmesseinrichtung, noch über eine Aufbereitungsvorrichtung
geführt werden, bevor es dem Vorratsspeicher, z.B. einem Lagertank an einer Tankstelle,
zugeführt wird. Dort kann es dann wiederverwendet werden. Mittels der Aufbereitungsvorrichtung
kann z.B. sichergestellt werden, dass etwaige Verunreinigungen entfernt werden. Die
Aufbereitungsvorrichtung kann z.B. auch Teil der Mengenmesseinrichtung sein, dort
z.B. in einen Tank integriert sein.
[0012] Als Vorratsspeicher kommen dabei insbesondere stationäre Behälter wie z.B. Lagertanks
an Tankstellen in Betracht. Denkbar wären aber auch (dann relativ große) mobile Behälter,
z.B. auf einem Tankfahrzeug. Zweckmäßig ist es beispielsweise, das verflüssigte Gas
von einem stationären Vorratsspeicher, z.B. von einer Tankstelle, in einen Fahrzeugtank
umzufüllen. Unter einem Fahrzeugtank ist hierbei insbesondere ein Tank eines Fahrzeugs
zu verstehen, in dem das verflüssigte Gas, insbesondere Wasserstoff, gespeichert wird,
welches zum Antrieb des Fahrzeugs, z.B. einer Brennstoffzelle, die wiederum einen
Elektromotor des Fahrzeugs versorgt, dient. Der Fahrzeugtank weist dabei eine Fluid-Verbindung
zu einem Antriebsteil auf. Es kann dabei auch von einem Kraftstofftank des Fahrzeugs
gesprochen werden. Als Fahrzeug kommen hierbei insbesondere Lastkraftwagen (LKWs)
und Personenkraftwagen (PKWs), aber auch alle anderen Arten von Fahrzeugen, die z.B.
als Transport- und/oder Fortbewegungsmittel dienen, in Betracht, z.B. Wasserfahrzeuge,
Schienenfahrzeuge, Luftfahrzeuge sowie andere Landfahrzeuge.
[0013] Nachdem der Fahrzeugtank entleert ist, wird eine in Abhängigkeit von einem Füllvolumen
und/oder einer zulässigen Füllmenge des Fahrzeugtanks vorgegebene Menge verflüssigten
Gases aus dem Vorratsspeicher in den Fahrzeugtank transferiert bzw. umgefüllt. Da
aufgrund des vorangegangenen Entleerens sichergestellt ist, dass der Fahrzeugtank
leer ist, kann auf diese Weise sichergestellt werden, dass der Fahrzeugtank nicht
überfüllt wird und somit das nötige Gaspolster eingehalten wird. Beispielsweise kann
genau diejenige Menge an verflüssigtem Gas aus dem Vorratsspeicher in den Fahrzeugtank
transferiert werden, die als zulässige, maximale Füllmenge des Fahrzeugtank vorgesehen
ist; dies können z.B. 90% oder 95% des Volumens des Fahrzeugtank sein, d.h. in diesem
Fall wären 10% bzw. 5% des Volumens als freier Raum (Gaspolster) vorgesehen.
[0014] Wenn die zuvor beim Entleeren entnommene Menge an verflüssigtem Gas z.B. mittels
der Mengenmesseinrichtung bestimmt wurde, kann auch eine netto in den Fahrzeugtank
gefüllte Menge an verflüssigtem Gas bestimmt werden.
[0015] Zweckmäßig ist es, wenn die vorgegebene Menge verflüssigten Gases aus dem Vorratsspeicher
unter Verwendung einer Mengenmesseinrichtung in den Fahrzeugtank transferiert wird.
Bei dieser Mengenmesseinrichtung kann es sich insbesondere um diejenige handeln, die
ggf. auch für das Entleeren verwendet wird. Eine solche Mengenmesseinrichtung erlaubt
es, die gewünschte Menge an verflüssigtem Gas möglichst genau zu erreichen bzw. zu
bestimmen. Grundsätzlich denkbar ist jedoch auch, die Menge anderweitig zu bestimmen,
z.B. durch Füllstandsänderung des Vorratsspeichers. Eine solche Mengenmesseinrichtung
kann z.B. eine Waage umfassen, auf der ein Fahrzeug mit dem Fahrzeugtank abzustellen
ist, oder z.B. auch eine in die Fluid-Verbindung geschaltete Messeinrichtung wie z.B.
eine auf Coriolis-Kraft basierende Messeinrichtung, die z.B. auch eichbar ist.
[0016] Vorzugsweise wird die vorgegebenen Menge verflüssigten Gases aus dem Vorratsspeicher
über eine Konditioniereinheit in den Fahrzeugtank transferiert; mittels der Konditioniereinheit
können z.B. eine Temperatur und/oder eine Dichte des zu transferierenden verflüssigten
Gases angepasst werden, das verflüssigte Gas kann in eine definierten Zustand gebracht
werden, um ein Volumen bzw. die maximale Füllmenge des Fahrzeugtanks möglichst optimal
auszunutzen. Die Konditioniereinheit kann z.B. auch mit der Mengenmesseinrichtung
kombiniert sein, sie kann z.B. ein Tank der Mengenmesseinrichtung sein. Damit kann
die maximale Füllmenge noch genauer eingehalten bzw. erreicht werden, da auch etwaige
Dichteänderungen berücksichtigt werden können.
[0017] Zweckmäßig ist es, wenn das verflüssigte Gas dann aus dem Vorratsspeicher der Konditioniereinheit
und dann ggf. der Mengenmesseinheit zugeführt wird, und von dort dann in den Fahrzeugtank
gefüllt wird. Etwaige Anpassungen in der Konditioniereinheit können dann bei der Mengenbestimmung
direkt berücksichtigt werden.
[0018] Gegenstand der Erfindung ist weiterhin eine Anlage zum Umfüllen von verflüssigtem
Gas aus einem Vorratsspeicher in einen Fahrzeugtank; die Anlage weist hierbei den
Vorratsspeicher auf. Es kann also auch von einer Anlage zum Befüllen des Fahrzeugtank
mit verflüssigtem Gas gesprochen werden. Bei einer solchen Anlage kann es sich z.B.
um eine Tankstelle, z.B. eine Wasserstoff-Tankstelle, oder dergleichen handeln.
[0019] Die Anlage ist dazu eingerichtet, den Fahrzeugtank, wenn er mit dem Vorratsspeicher
verbunden ist, zu entleeren und eine in Abhängigkeit von einem Füllvolumen und/oder
einer zulässigen Füllmenge des Fahrzeugtanks vorgegebene Menge verflüssigten Gases
aus dem Vorratsspeicher in den Fahrzeugtank zu transferieren. Hierzu kann z.B. auch
eine entsprechende Pumpe vorgesehen sein. Insbesondere ist die Anlage also derart
eingerichtet, dass, wenn der Fahrzeugtank angeschlossen (worden) ist und ein Befüllvorgang
gestartet wird, zunächst der Fahrzeugtank (automatisch) entleert wird und erst dann
verflüssigtes Gas aus dem Vorratsspeicher in den Fahrzeugtank transferiert wird.
[0020] Hinsichtlich weiterer Ausgestaltungen und Vorteile der Transfervorrichtung sei auch
auf obige Ausführungen zum Verfahren verwiesen, die hier entsprechend gelten.
[0021] Gegenstand der Erfindung ist auch eine Verwendung einer erfindungsgemäßen Transfervorrichtung
zum Umfüllen von verflüssigtem Gas aus einem Vorratsspeicher in einen Fahrzeugtank,
insbesondere bei einem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0022] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
[0023] Kurze Beschreibung der Zeichnung
- Figur 1
- zeigt schematisch eine Anordnung mit einer erfindungsgemäßen Anlage in einer bevorzugten
Ausführungsform.
- Figur 2
- zeigt schematisch einen Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahren in einer bevorzugten
Ausführungsform.
Ausführliche Beschreibung der Zeichnung
[0024] In Figur 1 ist schematisch eine Anordnung mit einer erfindungsgemäßen Anlage 100
in einer bevorzugten Ausführungsform dargestellt. Die Anlage 100 dient zum Umfüllen
von verflüssigtem Gas M aus einem Vorratsspeicher 110 in einen Fahrzeugtank 120. Dabei
weist die Anlage 100 den Vorratsspeicher 110 auf. Bei der Anlage 100 kann es sich
z.B. um eine Tankstelle, insbesondere eine Wasserstoff-Tankstelle, handeln. Insofern
kann es sich bei dem verflüssigten Gas M, das z.B. im Vorratsspeicher 110 vorgehalten
wird, um verflüssigtem Wasserstoff handeln. Ein Speichervolumen des Vorratsspeicher
kann z.B. zwischen 3 und 100 m
3 betragen, bei z.B. 1,01 bis 12 bar.
[0025] Die Anlage 100 weist weiterhin eine Mengenmesseinrichtung 112, eine Aufbereitungsvorrichtung
114, eine Konditioniereinheit 116 und eine Boil-Off-Einrichtung 118 auf. Die Anlage
110 weist außerdem beispielhaft eine Pumpe 102 sowie ein Kupplungsventil oder eine
Kupplung 104 auf.
[0026] Die Mengenmesseinrichtung 112 ist zum einen über die Konditioniereinheit 116 mit
dem Vorratsspeicher 110 verbunden (über hier nicht näher bezeichneten Verbindungsleitungen
für das verflüssigten Gas). Die Konditioniereinheit 116 ist wiederum mit der Boil-Off-Einrichtung
118 verbunden, sodass etwaiges Gas abdampfen kann.
[0027] Die Mengenmesseinrichtung 112 ist zum anderen über die Aufbereitungseinrichtung 114
mit dem Vorratsspeicher 110 verbunden (über hier nicht näher bezeichneten Verbindungsleitungen
für das verflüssigten Gas). Weiterhin ist die Mengenmesseinrichtung 112 beispielhaft
über die Pumpe 102 an das Kupplungsventil 104 angebunden. Es sei erwähnt, dass dies
z.B. für eine auf Coriolis-Kraft basierende Messeinrichtung gilt, bei der das verflüssigte
Gas über die Messeinrichtung geführt werden muss. Im Falle z.B. einer Waage als Mengenmesseinrichtung
ist keine Fluidverbindung nötig.
[0028] Weiterhin ist ein Fahrzeug 122, hier beispielhaft ein LKW, gezeigt, der einen Fahrzeugtank
120 aufwiest. Der Fahrzeugtank 120 kann z.B. über einen (hier nicht gezeigten) Tankstutzen
und eine geeignete Verbindungsleitung an das Kupplungsventil 104 angeschlossen werden,
wenn der Fahrzeugtank mit verflüssigtem Gas aus dem Vorratsspeicher 110 der Anlage
100 befüllt werden soll. Es versteht sich, dass die gezeigten Anschlüsse hier rein
beispielhaft sind.
[0029] Der Fahrzeugtank 120 weist beispielhaft eine bestimmte (maximal) zulässige Füllmenge
für verflüssigtes Gas auf, die hier mittels der Linie 124 angedeutet ist. Dies bedeutet,
dass verflüssigtes Gas z.B. nur bis zum dem mit der Linie 124 angezeigten Füllstand
befüllt werden darf.
[0030] Die Anlage 100 ist nun dazu eingerichtet, den Fahrzeugtank 120, wenn er mit dem Vorratsspeicher
110 verbunden ist, wie z.B. in Figur 1 gezeigt, zu entleeren und eine in Abhängigkeit
von einem Füllvolumen und/oder der zulässigen Füllmenge 124 des Fahrzeugtanks 120
vorgegebene Menge verflüssigten Gases aus dem Vorratsspeicher 110 in den Fahrzeugtank
120 zu transferieren. Hierzu kann, wenn es sich z.B. um eine Tankstelle handelt, ein
Bedientableau oder dergleichen vorgesehen sein, über das ein Befüllvorgang gestartet
werden kann; hierbei wird dann zunächst der Fahrzeugtank entleert, bevor der Fahrzeugtank
120 dann befüllt wird.
[0031] In Figur 2 ist schematisch ein Ablauf eines erfindungsgemäßen Verfahren in einer
bevorzugten Ausführungsform als Flussdiagramm dargestellt. Für das Verfahren kann
z.B. die in Figur 1 gezeigte Anlage 100 verwendet werden, worauf nachfolgend auch
Bezug genommen werden soll.
[0032] Hierbei kann in einem Schritt 200 der Fahrzeugtank 120 mit dem Vorratsspeicher 110
verbunden werden, und zwar z.B. indem - wie in Bezug auf Figur 1 erläutert - der Fahrzeugtank
120 über einen Tankstutzen und eine geeignete Verbindungsleitung an das Kupplungsventil
104 angeschlossen wird.
[0033] In einem Schritt 210 kann der Tankvorgang dann gestartet werden, wobei zunächst der
Fahrzeugtank 120 entleert wird. Hierzu wird z.B. mittels der Pumpe 102 (bei geöffnetem
Kupplungsventil 104) das in dem Fahrzeugtank 120 vorhandene, verflüssigte Gas über
die Mengenmesseinrichtung 112 und die Aufbereitungseinrichtung 114 in den Vorratsspeicher
gepumpt bzw. transferiert. Hierbei kann mittels der Mengenmesseinrichtung 112 auch
bestimmt werden, wieviel bzw. welche Menge 212 verflüssigtes Gas in dem Fahrzeugtank
noch vorhanden war. Im Falle einer Waage als Mengenmesseinrichtung könnte z.B. die
Abnahme der Masse bzw. des Gewichts des Fahrzeugs 122 überwacht werden, um die Menge
212 zu bestimmen.
[0034] In einem Schritt 220 folgt dann der Befüllvorgang. Hier wird z.B. mittels der Pumpe
102 (bei geöffnetem Kupplungsventil 104) aus dem Vorratsspeicher 110 verflüssigtes
Gas M über die Konditioniereinheit 116 und die Mengenmesseinrichtung 112 in den Fahrzeugtank
120 gepumpt bzw. transferiert. Dabei wird jedoch die zu pumpende bzw. transferierende
Menge 222 z.B. von der zulässigen Füllmenge 124 des Fahrzeugtanks 120 abhängig gemacht;
die zu transferierende Menge kann insbesondere der zulässigen Füllmenge entsprechen,
kann jedoch auch weniger sein, sollte jedoch nicht mehr sein.
[0035] Diese zulässige Füllmenge 124 ist für typische Fahrzeugtanks bekannt und kann als
zu transferierende Menge 222 z.B. in dem erwähnten Bedientableau eingegeben werden.
Durch die Mengenmesseinrichtung 112 kann dabei sichergestellt werden, dass die zu
transferierende Menge 222 nicht überschritten wird.
[0036] Nach Abschluss des Befüllvorgangs kann, in Schritt 230, z.B. noch die netto in den
Fahrzeugtank gefüllte Menge 232 an verflüssigtem Gas bestimmt werden, nämlich durch
Bildung der Differenz der zu transferierenden (und dann auch transferierten) Menge
222 und der zuvor entleerten Menge 212. Diese Menge 232 kann z.B. als Referenzmenge
für ein Bezahlung verwendet werden.
1. Verfahren zum Umfüllen von verflüssigtem Gas (M) aus einem Vorratsspeicher (110) in
einen Fahrzeugtank (120), wobei der zweite Fahrzeugtank (120) entleert wird, und wobei
eine in Abhängigkeit von einem Füllvolumen und/oder einer zulässigen Füllmenge (124)
des Fahrzeugtanks (120) vorgegebene Menge (222) verflüssigten Gases (M) aus dem Vorratsspeicher
(110) in den Fahrzeugtank (120) transferiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die vorgegebene Menge (222) verflüssigten Gases aus
dem Vorratsspeicher (110) unter Verwendung einer Mengenmesseinrichtung (112) in den
Fahrzeugtank (120) transferiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die vorgegebenen Menge verflüssigten Gases
aus dem Vorratsspeicher (110) über eine Konditioniereinheit (116) in den Fahrzeugtank
(120) transferiert wird
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei mittels der Konditioniereinheit (116) eine Temperatur
und/oder eine Dichte des zu transferierenden verflüssigten Gases (M) angepasst wird.
5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das in dem Fahrzeugtank (120)
befindliche verflüssigte Gas über eine Aufbereitungsvorrichtung (114) in den Vorratsspeicher
(110) transferiert wird.
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das in dem Fahrzeugtank (120)
befindliche verflüssigte Gas unter Verwendung einer Mengenmesseinrichtung (112) in
den Vorratsspeicher (110) transferiert wird.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem ein stationärer oder ein
mobiler Behälter als Vorratsspeicher (110) verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem ein Kraftstofftank als Fahrzeugtank
(120) verwendet wird.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei dem verflüssigter Wasserstoff
als verflüssigtes Gas (M) verwendet wird.
10. Anlage (100) zum Umfüllen von verflüssigtem Gas (M) aus einem Vorratsspeicher (110)
in einen Fahrzeugtank (120), wobei die Anlage (100) den Vorratsspeicher (110) aufweist
und dazu eingerichtet ist, den Fahrzeugtank (120), wenn er mit dem Vorratsspeicher
(110) verbunden ist, zu entleeren und eine in Abhängigkeit von einem Füllvolumen und/oder
einer zulässigen Füllmenge (124) des Fahrzeugtanks (120) vorgegebene Menge (222) verflüssigten
Gases (M) aus dem Vorratsspeicher (110) in den Fahrzeugtank (120) zu transferieren.
11. Anlage (100) nach Anspruch 10, die weiterhin eine Mengenmesseinrichtung (112) aufweist,
mittels welcher eine Füllmenge des Fahrzeugtanks (120) bestimmbar ist.
12. Anlage (100) nach Anspruch 10 oder 11, die dazu eingerichtet ist, ein Verfahren nach
einem der Ansprüche 1 bis 9 durchzuführen.