[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Energiegewinnung in einer Elektrolyseanlage.
[0002] Bei einer Elektrolyse handelt es sich um einen chemischen Prozess, bei welchem elektrischer
Strom eine Redoxreaktion hervorruft. Eine Elektrolyse erfordert eine Gleichspannungsquelle,
welche die benötigte elektrische Energie bereitstellt. Der Energiebedarf einer Elektrolyseanlage
ist vergleichsweise hoch, so dass ein Bedarf besteht, die Energieeffizienz einer Elektrolyseanlage
zu steigern.
[0003] Des Weiteren sind bereits Auftriebsenergieanlagen bekannt. Diese zeichnen sich durch
ein Einblasen von Luft in Auftriebskörper aus, welche mit mechanischen Rotationsanlagen
verbunden sind und dadurch Auftriebskraft und Auftriebsgeschwindigkeit über eine Auftriebswegstrecke
in eine Drehbewegung überführen können. Diese Drehbewegung kann zur Energiegewinnung
genutzt werden. Auch derartige Auftriebsenergieanlagen haben wegen der Notwendigkeit
des Einblasens von Luft einen vergleichsweise hohen Energieverbrauch, so dass auch
bei derartigen Auftriebsenergieanlagen der Bedarf besteht, die Energieeffizienz zu
steigern.
[0004] Aus der
DE 20 2019 004 240 U1 ist eine Elektrolysevorrichtung bekannt, welche eine Elektrodenanordnung, ein Wasserstoffsteigrohr,
ein Sauerstoffsteigrohr und eine auftriebskraftumformende Einheit aufweist. Die genannten
Steigrohre sind in Umgebungswasser getaucht. Bei diesem Umgebungswasser kann es sich
um ein Meeresgewässer, ein Binnengewässer, einen Brunnen oder ein Tauchbecken handeln.
Ein derartiges eingetauchtes System mit offenen Gefäßen weist den Nachteil auf, dass
sehr schnell ein unerwünschter Druckausgleich wirksam wird.
[0005] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Energiegewinnung in einer
Elektrolyseanlage anzugeben, bei welchem die Energieeffizienz erhöht ist.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen
gelöst.
[0007] Bei diesem Verfahren zur Energiegewinnung in einer Elektrolyseanlage werden unter
Verwendung einer eine Kathode und eine Anode aufweisenden Gleichspannungsquelle in
einem flüssigen Elektrolyten Gase gebildet, die unter Blasenbildung im flüssigen Elektrolyten
nach oben steigen, wobei die Auftriebskraft der Gase in einer Flüssigkeitssäule des
Elektrolyten zur Energiegewinnung genutzt wird.
[0008] Bei diesem Verfahren wird in vorteilhafter Weise der gesamte Auftrieb der Gasblasen
und somit die gesamte Verdrängung des flüssigen Elektrolyten zur Energieerzeugung
genutzt. Bei diesem Verfahren können folglich ein Auffangen und Sammeln der gebildeten
Gasblasen und eine Übertragung der gesamten Auftriebskräfte des Gases in dem Elektrolyten
auf eine Kraftmaschine erfolgen. Die mittels dieser Kraftmaschine erzeugte Energie
kann zur Reduzierung der zur Durchführung der Elektrolyse benötigten Energie verwendet
werden oder anderen, externen Energieverbrauchern zur Verfügung gestellt werden.
[0009] Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es unabhängig von seiner
konstruktiven Umgebung ist. Es kann sowohl bei in Gewässern eingetauchten Anlagen
als auch bei fest umhüllten Anlagen angewendet werden.
[0010] Weitere vorteilhafte Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus deren nachfolgender
beispielhafter Beschreibung anhand der Figuren.
[0011] Es zeigt
Figur 1 ein Ausführungsbeispiel zur Erläuterung der wesentlichen Merkmale des erfindungsgemäßen
Verfahrens,
Figur 2 ein Ausführungsbeispiel zur Veranschaulichung von in einem flüssigen Elektrolyten
gebildeten Gasblasen,
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel zur Erläuterung einer Auftriebsenergiegewinnungsanlage,
Figur 4 ein erstes Ausführungsbeispiel zur Veranschaulichung der Übertragung der Auftriebskraft
der Gase auf eine Kraftmaschine und
Figur 5 ein zweites Ausführungsbeispiel zur Veranschaulichung der Übertragung der
Auftriebskraft der Gase auf eine Kraftmaschine.
[0012] Die Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel zur Erläuterung der wesentlichen Merkmale
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0013] In der Figur 1 sind eine Kammer A und eine mit der Kammer A verbundene Kammer B dargestellt.
In der Kammer A ist eine Kathode 1 angeordnet. In der Kammer B ist eine Anode 2 angeordnet.
In beide Kammern A und B ist ein flüssiger Elektrolyt C eingebracht, bei dem es sich
um ein Reaktionsprodukt einer vorher erfolgten Elektrolyse handelt.
[0014] In den beiden Kammern A und B erfolgt eine Elektrolyse mit Gasbildung. Dies ist in
der Figur 2 veranschaulicht. Aus der Figur 2 ist ersichtlich, dass sich sowohl in
der Kammer A als auch in der Kammer B im flüssigen Elektrolyten in einem Bereich oberhalb
der aus der Figur 1 ersichtlichen Elektroden 1 und 2 Gasblasen gebildet haben. Diese
steigen -wie noch weiter unten ausgeführt wird - im Bereich einer Wegstrecke, die
einer Säulenhöhe H des Elektrolyten-Gasgemisches entspricht, durch Auftriebskräfte
nach oben
[0015] Bei der in der Figur 1 gezeigten Elektrolyse mit Gasbildung werden die Reaktionsprodukte
Wasserstoff und Sauerstoff gebildet und jeweils oben ausgegeben.
[0016] Bei der Elektrolyse mit Gasbildung steigen die gebildeten Gase getrennt in der Kammer
A über der Kathode 1 und der Kammer B über der Anode 2 im flüssigen Elektrolyten nach
oben. Dieses Aufsteigen der Gase in der Flüssigkeit nach oben erfolgt aufgrund einer
Auftriebskraft F
A. Für diese Auftriebskraft F
A gilt die folgende Beziehung:

wobei
FA die Auftriebskraft,
ρ die Dichte des Elektrolyten,
g die Erdbeschleunigung und
Vv das verdrängte Volumen des Elektrolyten ist.
[0017] Der Auftrieb der Gasblasen erfolgt mit einer Auftriebsgeschwindigkeit v
A, die vom Volumen der Gasblasen abhängig ist.
[0018] Zwischen der Wegstrecke, die die Gasblasen in Abhängigkeit von ihrer Geschwindigkeit
in der Flüssigkeitssäule nach oben zurücklegen und dem dabei verdrängten Volumen des
flüssigen Elektrolyten gilt die folgende Beziehung:

wobei
F eine Kraft,
W die Wegstrecke der Gasblasen,
t die Zeit,
FA die Auftriebskraft und
vA die Auftriebsgeschwindigkeit ist.
[0019] Eine Auswertung dieser Beziehung ermöglicht eine Ermittlung eines Potentials zur
Energiegewinnung.
[0020] Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel zur Erläuterung einer Auftriebsenergiegewinnungsanlage.
Dabei ist in der Figur 3 nur eine der beiden Kammern A oder B veranschaulicht.
[0021] In der Figur 3 ist unten links die Anode 2 gezeigt, die in einem flüssigen Elektrolyten
positioniert ist. An dieser Anode werden Gasblasen gebildet. Diese Gasblasen werden
in einem Gasblasenkonzentrator 3 einem Konzentrierungsvorgang unterworfen und steigen
dann weiter nach oben. Auf ihrem weiteren Weg nach oben werden die Gasblasen in einer
Auffangvorrichtung 4 gesammelt. Diese Auffangvorrichtung ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel
ähnlich einem umlaufenden Paternoster ausgebildet, welcher Auftriebskörper 5 aufweist,
in denen jeweils konzentrierte Gasblasen 6 über eine Auftriebswegstrecke nach oben
steigen. Am oberen Ende der Auftriebswegstrecke werden die nach oben beförderten Gasblasen
aus den Auftriebskörpern ausgegeben. Die Auftriebskörper werden am Ende der Auftriebswegstrecke
wieder nach unten umgeleitet und am unteren Ende der Auftriebswegstrecke wieder mit
neu gebildeten Gasblasen gefüllt, die wiederum nach oben aufsteigen.
[0022] Alternativ dazu kann die Auffangvorrichtung auch eine Turbine aufweisen.
[0023] Die Energiegewinnung in einer Auftriebsenergiegewinnungsanlage ist im Wesentlichen
abhängig vom Gasblasenvolumen, der Auftriebsgeschwindigkeit der Gasblasen, der Auftriebswegstrecke
und der Spannung an der Anode und der Kathode. Diese Abhängigkeiten können einem Skalierungsvorgang
unterworfen werden.
[0024] Die vorstehend beschriebene Erfindung ersetzt nach alledem die Eigenschaften einer
Auftriebsenergiegewinnungsanlage, welche bei bekannten Anlagen mit einer Einblasung
von Luft arbeitet, durch eine gasbildende Elektrolyse.
[0025] Durch die Nutzung der bei der gasbildenden Elektrolyse entstehenden Gasblasen in
einer Auftriebsenergiegewinnungsanlage zur Energiegewinnung wird die Energieeffizienz
der Elektrolyse erhöht, weil die Auftriebskraft zu einem Energiegewinn beiträgt. Gasbildende
Elektrolyse in Anwendung bei bisher druckluftbetriebenen Auftriebskraftwerken erhöht
die Effizienz, weil ein kostenaufwendiges Einblasen von Luft nicht mehr notwendig
ist. Das Verfahren kombiniert die Verfahren der Elektrolyse und die energieaufwendig
druckluftbetriebenen Auftriebskraftwerke zu einem neuen Verfahren mit höherer Energieeffizienz.
[0026] Die Einspeiseposition des flüssigen Elektrolyten ist zur Erhöhung der Energieeffizienz
der Elektrolyseanlage so zu wählen, dass der Einspeisedruck des flüssigen Elektrolyten
grösser ist als der hydrostatische Druck in der Flüssigkeitssäule des Elektrolyten.
Dies wird bei fest umhüllten Anlagen, die auf Bodenniveau aufgebaut sind, dadurch
am besten erreicht, dass sich die Einspeiseposition in Höhe des oberen Endbereiches
flüssigen Elektrolyten befindet, wie es in der Figur 3 mit gestrichelten Linien angedeutet
ist. Bodenversenkte oder eingetauchte Anlagen sind in Bezug auf die Energieeffizienz
noch besser als auf Bodenniveau aufgebaute Anlagen.
[0027] Die Übertragung der Auftriebskraft der Gase direkt auf eine Kraftmaschine findet
in vorteilhafter Weise an einer oder mehreren rotierenden Achsen der jeweils verwendeten
Auftriebskraftübertragungseinheit statt.
[0028] Wird beispielsweise eine Turbine als auftriebskrafterzeugende Einheit verwendet,
dann erfolgt die Energieübertagung an eine als Generator realisierte Kraftmaschine
7 an der Drehachse der Turbine, wie es in der Figur 4 veranschaulicht ist.
[0029] Wird hingegen eine in Form eines Paternosters realisierte auftriebskrafterzeugende
Einheit verwendet, dann kann eine Energieübertragung an eine als Generator realisierte
Kraftmaschine 7 an einer der beiden oder an beide der in der Figur 5 veranschaulichten
Drehachsen vorgenommen werden.
1. Verfahren zur Energiegewinnung in einer Elektrolyseanlage, in welcher unter Verwendung
einer eine Kathode (1) und eine Anode (2) aufweisenden Gleichspannungsquelle in einem
flüssigen Elektrolyten Gase gebildet werden, die unter Blasenbildung im flüssigen
Elektrolyten nach oben steigen, wobei die Auftriebskraft (FA) der Gase in einer Flüssigkeitssäule des Elektrolyten zur Energiegewinnung genutzt
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem in getrennten Kammern (A, B) aus dem flüssigen
Elektrolyten Wasserstoff und Sauerstoff gebildet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem aus dem flüssigen Elektrolyten Chlorgas gebildet
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die gebildeten Gasblasen
auf ihrem Weg nach oben in einer Auffangvorrichtung (4) gesammelt werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die gebildeten Gasblasen
auf ihrem Weg nach oben in Auftriebskörpern (5) der Auffangvorrichtung (4) gesammelt
werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei welchem die gebildeten Gasblasen auf ihrem Weg nach
oben in miteinander verbundenen Auftriebskörpern (5) der Auffangvorrichtung (4) gesammelt
werden,
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, bei welchem die gebildeten Gasblasen auf
ihrem Weg nach oben vor ihrer Sammlung in der Auffangvorrichtung (4) einem Konzentrierungsvorgang
in einem Konzentrator (3) unterworfen werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Auftriebskraft
der Gase direkt auf eine Kraftmaschine übertragen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die Auftriebskraft
der Gase über eine Auftriebswegstrecke zur Energiegewinnung genutzt wird, die einer
Säulenhöhe (H) der Flüssigkeitssäule des Elektrolyten-Gasgemisches entspricht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, bei welchem die Auftriebsenergie des Gases im Elektrolyten-Gasgemisch
von einer Auftriebsgeschwindigkeit (VA) des Gases im Bereich der Auftriebswegstrecke abhängig ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Auftriebskraft (F
A) des Gases durch die folgende Beziehung berechnet wird:

wobei
FA die Auftriebskraft,
ρ die Dichte des Elektrolyten,
g die Erdbeschleunigung und
Vv das verdrängte Volumen des Elektrolyten ist.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Auftrieb von im Elektrolyten-Gasgemisch gebildeten Gasblasen eine Auftriebsgeschwindigkeit
(vA) aufweist, die vom Gasblasenvolumen abhängig ist.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass aus der Wegstrecke, die die Gasblasen in Abhängigkeit von ihrer Geschwindigkeit in
der Flüssigkeitssäule nach oben zurücklegen, und dem dabei verdrängten Volumen des
Elektrolyten ein Potential zur Energiegewinnung durch eine Auswertung der folgenden
Beziehung ermittelt wird:

wobei
F eine Kraft,
W die Wegstrecke der Gasblasen,
t die Zeit,
FA die Auftriebskraft und
vA die Auftriebsgeschwindigkeit ist.