[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein medizinisches System, insbesondere klinisches
Gerätesystem, zur zentralen Versorgung von medizinischen Vorrichtungen, einen Klinikbereich
umfassend ein medizinisches System, insbesondere klinisches Gerätesystem, zur zentralen
Versorgung von medizinischen Vorrichtungen sowie ein Verfahren zum Betrieb eines medizinischen
Systems, insbesondere klinischen Gerätesystems, zur zentralen Versorgung von medizinischen
Vorrichtungen.
[0002] Die Entwicklung von medizinischen Anwendungseinheiten schreitet in einer großen Geschwindigkeit
voran. Dadurch erhält eine immer größere Anzahl an medizinischen Anwendungseinheiten
zur Diagnostik und/oder zur Durchführung einer medizinischen Behandlung Einzug in
Behandlungsräume wie etwa Operationssäle. Auch die Methoden zur Diagnostik und/oder
zur Durchführung einer medizinischen Behandlung werden komplexer und benötigen eine
immer größere Anzahl an medizinischen Anwendungseinheiten. Als Folge haben die medizinischen
Anwendungseinheiten einen großen Raumbedarf und nehmen insbesondere in der Nähe zu
einem Patienten einen großen Teil des Behandlungsraumes in Anspruch. Dies führt dazu,
dass Benutzer immer weniger Raum insbesondere in Nähe zum Patienten haben. Dadurch
erschwert sich die Durchführung einer medizinischen Anwendung. Zudem entsteht durch
die Vielzahl an medizinischen Anwendungseinheiten eine Unordnung, die mit einer geringeren
Betriebssicherheit und höheren Unfallgefahreinhergeht.
[0003] Eine medizinische Anwendungseinheit kann eine Versorgungseinheit und eine Vorrichtung
umfassen, wobei die Vorrichtung über eine Leitung mit der Versorgungseinheit verbunden
ist. Folglich steigt mit der Anzahl an medizinischen Anwendungseinheiten auch die
Anzahl an Leitungen, was den beanspruchten Teil des Behandlungsraumes insbesondere
in der Nähe zu dem Patienten erhöht. Es erhöht sich die Gefahr, dass ein Benutzer
eine Anwendung durch ein Stolpern über eine Leitung beeinflusst, beispielsweise indem
eine Vorrichtung mechanisch manipuliert wird oder die Leitung von einer Versorgungseinheit
entkoppelt wird. Weiterhin muss der Benutzer jede Vorrichtung mit der jeweiligen in
dem Behandlungsraum bereitgestellten Versorgungseinheit koppeln. Eine sorgfältige
und sinnvolle Anordnung der Versorgungseinheiten, sodass Leitungen zu den Vorrichtungen
die Anwendung nicht beeinflussen und/oder ein Sicherheitsrisiko darstellen, bedarf
guter Planung und nimmt Zeit in Anspruch. Es resultiert aus der Vielzahl an Leitungen
eine geringere Betriebssicherheit, höhere Unfallgefahr und Erschwerung der Durchführung
einer medizinischen Anwendung.
[0004] Insbesondere auch im Hinblick auf roboter-assistierte medizinische Systeme ergibt
sich die Problematik des immer größer werdenden Raumbedarfs von medizinischen Anwendungseinheiten
und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken sowie der Anordnungsplanung der Versorgungseinheiten.
[0005] Es ist ausgehend vom Stand der Technik eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen
hohen Grad an Effizienz und Sicherheit, insbesondere in einem Behandlungsraum und/oder
im Zusammenhang mit einer Behandlung, zu ermöglichen.
[0006] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein medizinisches System mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, einen Klinikbereich mit den Merkmalen des Anspruchs 24, ein medizinisches
System mit den Merkmalen des Anspruchs 26 und ein Verfahren mit den Merkmalen des
Anspruchs 27.
[0007] Die vorliegende Erfindung sieht vor, ein medizinisches System, insbesondere klinisches
Gerätesystem, bereitzustellen. Das medizinische System umfasst mehrere medizinische
Anwendungseinheiten, die jeweils eine Versorgungseinheit zur Bereitstellung eines
anwendungsbezogenen Signals und/oder Mediums, wie beispielsweise ein Beleuchtungslicht,
ein Fluidstrom, ein HF-Signal, ein Steuersignal oder dergleichen, und jeweils zumindest
eine von der Versorgungseinheit mit dem anwendungsbezogenen Signal und/oder Medium
gespeiste Vorrichtung umfassen, wobei das anwendungsbezogene Signal und/oder Medium
für eine Anwendung der Vorrichtung zuführbar ist und eine zentrale Kopplungseinheit,
umfassend mehrere Vorrichtungsschnittstellen, an die jeweils zumindest eine der Versorgungseinheiten
anbindbar ist, wobei die Vorrichtungen jeweils mit zumindest einer der Vorrichtungsschnittstellen
koppelbar sind, sodass diese über die zentrale Kopplungseinheit von zumindest einer
der Versorgungseinheiten speisbar sind.
[0008] Ferner ist ein Verfahren zum Betrieb eines medizinischen Systems vorgesehen.
[0009] Erfindungsgemäß wird dadurch der Raumbedarf von medizinischen Anwendungseinheiten
insbesondere in der Nähe zu einem Patienten in einem Behandlungsraum reduziert. Ein
Benutzer, beispielsweise ein Arzt oder ein Arzthelfer/-in, hat mehr Raum zur Verfügung,
eine Anwendung, etwa Behandlung oder eine diagnostische Aktion, durchzuführen und/oder
dabei zu unterstützen. Versorgungseinheiten können erfindungsgemäß so angeordnet werden,
dass sie eine Störung einer Anwendung reduzieren. Auch eine Reinigung des Behandlungsraums
wird vereinfacht. Zudem können Leitungen vorteilhaft mit geringerem Raumbedarf und
höherer Ordnung angeordnet werden. Beispielsweise werden die Leitungen zusammengefasst
zu der zentralen Kopplungseinheit geführt, insbesondere über eine Wand, eine Decke
und/oder in eine Wand, eine Decke und/oder einen Boden eingelassen. Weiterhin vereinfacht
die zentrale Kopplungseinheit das Anbinden von Vorrichtungen, da die Vorrichtungsschnittstellen
übersichtlich an der zentralen Kopplungseinheit anordenbar sind. Die vorliegende Erfindung
erhöht damit die Effizienz, insbesondere Raum- und/oder Zeiteffizienz, und Sicherheit,
insbesondere Betriebssicherheit, reduziert die Unfallgefahr und erleichtert das Durchführen
einer medizinischen Anwendung. Zudem können Behandlungsräume effizienter anwendungsbezogen
ausgestattet werden. Außerdem können Synergien zwischen mehreren Versorgungseinheiten
vorteilhafterweise ausgenutzt werden. Eine Vorbereitung einer Anwendung ist mit Zeitersparnis
und möglicherweise weniger Personal durchführbar.
[0010] Die medizinische Anwendungseinheit kann jedes System sein, das für die Anwendung
an einem Patienten einsetzbar ist. Die zumindest eine für die Anwendung benötigte
medizinische Anwendungseinheit richtet sich nach der Anwendung und kann anwendungsspezifisch
ausgewählt werden. Anwendungen können beispielsweise eine diagnostische Aktion, insbesondere
eine Untersuchung mit einem Endoskop und/oder Exoskop, eine Gewebeprobenentnahme und/oder
Untersuchung mittels eines bildgebenden Verfahrens, und/oder eine Behandlung, insbesondere
ein chirurgischer Eingriff, sein oder dieselben umfassen. Die medizinische Anwendungseinheit
ist dazu eingerichtet, einen Benutzer bei der Anwendung zumindest zu unterstützen.
Dies kann beispielsweise durch Bereitstellung von Beleuchtungslicht, Unterdruck, Fluiden,
Gasen, mechanischer Manipulation, mechanischer Unterstützung, Frequenzen, Steuersignalen,
Behandlungslicht und dergleichen geschehen. Die medizinische Vorrichtung ist dazu
eingerichtet, dies dem Benutzer bereitzustellen. Medizinische Vorrichtungen können
beispielsweise Endoskope, Exoskope, aktive chirurgische Vorrichtungen, insbesondere
Bohrer, Sägen, Zangen, Gewebekoagulations-Vorrichtungen und/oder Schrauber, Lichtquellen,
Kameras, Sauger, Atemmasken, Beatmungsschläuche, Vorrichtungen zur Aufrechterhaltung
von Körperfunktionen, Roboterarme, insbesondere Roboterarme eines roboter-assistierten
medizinischen Systems, und/oder Haltevorrichtungen sein.
[0011] Die medizinischen Vorrichtungen werden von Versorgungseinheiten anwendungsbezogen
gespeist. Wenn die Vorrichtungen anwendungsbezogen für eine bestimmte Behandlung gespeist
werden, bedeutet anwendungsbezogen beispielsweise behandlungsbezogen. Das anwendungsbezogene
Signal und/oder Medium kann etwa ein Fluidstrom mit anwendungsbezogenem Druck und/oder
Temperatur, Beleuchtungslicht mit anwendungsbezogener Amplitude und/oder Frequenz,
und/oder ein anwendungsbezogenes Signal zur Steuerung eines Roboters sein oder dieselben
umfassen.
[0012] Das anwendungsbezogene Signal und/oder Medium kann der Vorrichtung auf verschieden
Arten zugeführt werden. Es können Leitungen vorgesehen sein, die das Signal führen.
Beispielsweise können Schläuche, Kabel, Lichtleiter und/oder dergleichen vorgesehen
sein. Das anwendungsbezogene Signal und/oder Medium kann der Vorrichtung auch ohne
eine Leitung zugeführt werden. Beispielsweise kann ein Signal über eine Funkverbindung,
insbesondere Bluetooth und/oder drahtloses Netzwerk, der Vorrichtung zugeführt werden.
[0013] Die zentrale Kopplungseinheit umfasst mehrere Vorrichtungsschnittstellen. Allgemein
stellt eine Vorrichtungsschnittstelle eine Kopplungseinrichtung zur Verfügung, sodass
die Vorrichtung an die zentrale Kopplungseinheit gekoppelt werden kann. Das anwendungsbezogene
Signal und/oder Medium wird der Vorrichtung über zumindest eine Vorrichtungsschnittstelle
bereitgestellt. Die Vorrichtungsschnittstelle kann eine gängige Buchse für einen Stecker
einer Leitung der Vorrichtung umfassen. Vorteilhafterweise kann die Vorrichtungsschnittstelle
genormt und/oder standardisiert sein, um eine universelle Einsetzbarkeit zu erreichen.
Die Vorrichtungsschnittstelle kann alternativ oder zusätzlich eine Vorrichtung zur
Funkkommunikation mit der Vorrichtung umfassen. Die zentrale Kopplungseinheit kann
beispielsweise als mobile Einheit ausgebildet sein. Der Benutzer kann über benötigte
anwendungsbezogene Signale und/oder Medien zentral verfügen. Der Benutzer muss also
nicht aus mehreren im Behandlungsraum angeordneten Versorgungseinheiten die geeignete
Einheit auswählen und dieses unmittelbar zur Speisung der Vorrichtung vorsehen, sondern
es genügt, eine geeignete Vorrichtungsschnittstelle der zentralen Kopplungseinheit
auszuwählen.
[0014] Die zentrale Kopplungseinheit kann zumindest eine der Versorgungseinheiten in Gänze
umfassen. Insbesondere kann es sich als vorteilhaft erweisen, alle Versorgungseinheiten
an der zentralen Kopplungseinheit anzuordnen.
[0015] Erfindungsgemäß muss die Vorrichtung nicht ausschließlich über die zentrale Kopplungseinheit
gespeist werden. Es kann vorgesehen sein, die Vorrichtung zumindest teilweise mittels
einer Versorgungseinheit zu speisen, die nicht an die zentrale Kopplungseinheit angebunden
ist. Beispielsweise kann es vorgesehen sein, die Vorrichtung über einen Stromverteiler
mit elektrischer Leistung zu versorgen. Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen
sein, die Vorrichtung mit digitalen Signalen unmittelbar von einer dazu eingerichteten
Recheneinheit zu speisen. Die Vorrichtung kann mit benötigten anwendungsbezogenen
Signalen und/oder Medien teilweise über die zentrale Kopplungseinheit gespeist werden,
auch wenn die Vorrichtung beispielsweise über den Stromverteiler mit elektrischer
Leistung versorgt wird.
[0016] Das medizinische System kann ferner einen von der Kopplungseinheit räumlich getrennten
Aufnahmeraum umfassen, in dem Komponenten der Versorgungseinheiten anordenbar sind.
Komponenten einer Versorgungseinheit können beispielsweise ein Elektromotor, eine
Pumpe, eine Lichtquelle, eine Frequenzerzeugungsvorrichtung, eine Lasererzeugungsvorrichtung
und/oder dergleichen sein. Es können auch alle zumindest bezüglich des anwendungsbezogenen
Signals und/oder Mediums funktionalen Komponenten einer Versorgungseinheit in dem
räumlich getrennten Aufnahmeraum anordenbar und/oder angeordnet sein. Räumlich getrennt
kann insbesondere voneinander beabstandet und in einigen Fällen durch ein physisches
Objekt wie beispielsweise eine Wandung getrennt bedeuten. Der räumlich getrennte Aufnahmeraum
kann also insbesondere von der Kopplungseinheit beabstandet und beispielsweise davon
abgetrennt und/oder separiert angeordnet sein. Beispielsweise kann der Aufnahmeraum
ein beliebiges Volumen des Behandlungsraums umfassen, in dem die Kopplungseinheit
angeordnet ist. Ferner kann der Aufnahmeraum ein beliebiges Volumen eines dem Behandlungsraum
verschiedenen Raumes, beispielsweise Raum einer Gesundheitseinrichtung, umfassen.
Insbesondere kann der Aufnahmeraum einen Versorgungsraum zumindest teilweise umfassen.
Der Raum kann beispielsweise an einer zentralen Stelle einer Gesundheitseinrichtung
vorgesehen sein. Zusätzlich ist es vorteilhaft, dass in einem Aufnahmeraum angeordnete
Komponenten effizienter gewartet werden können. Zudem können redundante Komponenten
angeordnet sein, wodurch im Ausfall einer Komponente schnell und/oder zumindest teilweise
automatisch die ausgefallene Komponente ersetzt werden kann.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform des medizinischen Systems, können Komponenten der Versorgungseinheiten
in die zentrale Kopplungseinheit integriert sein. Es kann vorteilhaft sein, nicht
alle Komponenten der Versorgungseinheit in dem räumlich getrennten Aufnahmeraum anzuordnen.
Beispielsweise kann es vorteilhaft sein, Komponenten einer Versorgungseinheit in die
zentrale Kopplungseinheit zu integrieren, für die ein Zuleiten des anwendungsbezogenen
Signals und/oder Mediums zu der Kopplungseinheit verlustreich und/oder ineffizient
wäre. Beispiele für Komponenten, die vorteilhafter Weise in die zentrale Kopplungseinheit
integriert werden können, sind etwa die Pumpe eines Absaugsystems und/oder ein Hochleistungsverstärker,
insbesondere eines Piezoaktuators.
[0018] Weiterhin können die in die Kopplungseinheit des medizinischen Systems integrierten
Komponenten der Versorgungseinheiten ansteuerbare mechanische und/oder optische Komponenten
sein. Ferner können die in dem Aufnahmeraum angeordneten Komponenten elektronische
Steuerkomponenten sein, die dazu eingerichtet sind, die mechanischen Komponenten anzusteuern.
Dies kann vorteilhaft sein, um Vorrichtungen präziser, verlustärmer und/oder effizienter
zu betreiben.
[0019] Ferner kann das medizinische System ein gemeinsames Gehäuse umfassen, das zumindest
jeweils eine Komponente von zumindest zwei der Versorgungseinheiten einhaust. Dadurch,
dass die Versorgungseinheiten zumindest teilweise in einem räumlich getrennten Aufnahmeraum
angeordnet werden können, kann es vorteilhaft sein, den Teil, der in dem räumlich
getrennten Aufnahmeraum angeordnet ist, in einem gemeinsamen Gehäuse einzuhausen.
Durch den Wegfall von Gehäusen, können die Vorrichtungseinheiten wirtschaftlicher
hergestellt werden. Zudem wird der Raumbedarf weiter reduziert.
[0020] Gemäß einigen Ausführungsformen des medizinischen Systems kann die zentrale Kopplungseinheit
zumindest teilweise über einem Operationstisch, insbesondere an einer Decke, anordenbar
sein. Eine Anordnung der zentralen Kopplungseinheit über dem Operationstisch führt
dazu, dass Leitungen von der zentralen Kopplungseinheit zu den Vorrichtungen nicht
über den Boden geführt werden. Dies erhöht die Betriebssicherheit und reduziert die
Wahrscheinlichkeit, dass ein Benutzer über eine Leitung stolpert. Außerdem bringt
eine solche Anordnung der zentralen Kopplungseinheit eine kurze Distanz zwischen zentraler
Kopplungseinheit und einem Patienten mit sich. Zudem wird die Ordnung in dem Behandlungsraum
erhöht.
[0021] Ferner kann die zentrale Kopplungseinheit des medizinischen Systems zumindest teilweise
an einem Operationstisch, insbesondere unter einer Liegefläche, anordenbar sein. Dies
trägt zu einer Erhöhung der Ordnung in dem Behandlungsraum sowie zu einer Reduzierung
des Raumbedarfs bei. Weiterhin müssen Leitungen von der zentralen Kopplungseinheit
zu den Vorrichtungen nicht über den Boden geführt werden. Außerdem führt eine solche
Anordnung der zentralen Kopplungseinheit zu einer kurzen Distanz zwischen zentraler
Kopplungseinheit und einem Patienten. Insbesondere können Komponenten von Versorgungseinheiten,
die beispielsweise einen hohen Raumbedarf haben und/oder ein hohes Gewicht haben und
an der zentralen Kopplungseinheit vorgesehen sind, vorteilhafter Weise an dem Operationstisch
angeordnet sein.
[0022] Die zentrale Kopplungseinheit kann zudem ausfahrbar sein. Beispielsweise kann die
zentrale Kopplungseinheit aus dem Operationstisch ausfahrbar sein. Vorteilhafterweise
kann verhindert werden, dass ein steriler Bereich des Behandlungsraums kontaminiert
wird. Weiterhin kann die zentrale Kopplungseinheit sterilisierbar sein. Alternativ
oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die zentrale Kopplungseinheit mit einem
OP-Tray überziehbar ist. In einigen Fällen können beispielsweise zunächst die erforderlichen
Vorrichtungen angekoppelt und anschließend die Kopplungseinheit sterilisiert und/oder
überzogen werden.
[0023] Weiterhin kann es vorgesehen sein, dass zumindest ein Teil der zentralen Kopplungseinheit
über dem Operationstisch, insbesondere an der Decke, und zumindest ein weiterer Teil
zumindest teilweise an dem Operationstisch, insbesondere unter der Liegefläche, angeordnet
ist. Erfindungsgemäß können so Vorteile von beiden Anordnungspositionen kombiniert
werden.
[0024] Außerdem kann das medizinische System eine Benutzerschnittstelle umfassen, die dazu
eingerichtet ist, einem Benutzer Information über die medizinischen Anwendungseinheiten
bereitzustellen. Die Benutzerschnittstelle kann beispielsweise zumindest einen Monitor
in dem Behandlungsraum umfassen. Erfindungsgemäß denkbar sind außerdem Benutzerschnittstellen,
die dem Benutzer Information beispielsweise über visuelle, haptische und/oder akustische
Reize Information über die medizinischen Anwendungseinheiten bereitstellt. Information
über die medizinischen Anwendungseinheiten umfasst beispielsweise jegliche anwendungsbezogene
Information, wie beispielsweise einen aktuellen Betriebszustand, ein Anbindungszustand
an eine Vorrichtungsschnittstelle und/oder zentrale Kopplungseinheit und/oder einen
Kopplungszustand an eine Vorrichtung.
[0025] Vorteilhafterweise können so die Anwendungseinheiten vor, nach und/oder während der
Anwendung überwacht werden. Der Benutzer muss die Anwendungseinheiten somit nicht
notwendigerweise über eine Benutzerschnittstelle an der Anwendungseinheit selbst überwachen
[0026] Ferner kann die Benutzerschnittstelle dazu eingerichtet sein, wahlweise Steuerbefehle
für mehrere der medizinischen Anwendungseinheiten vom Benutzer zu empfangen und zumindest
ein Steuersignal an die jeweilige Anwendungseinheit zu übermitteln. Vorteilhafterweise
kann so die gesamte Anwendung über die Benutzerschnittstelle überwacht sowie gesteuert
werden. Auch dies reduziert den Raumbedarf, da über eine Benutzerschnittstelle mehrere
Anwendungseinheiten überwacht und gesteuert werden. Der Benutzer muss die Anwendungseinheiten
daher nicht über eine Benutzerschnittstelle an der Anwendungseinheit selbst steuern.
Insbesondere kann die Benutzerschnittstelle eine zentrale Benutzerschnittstelle sein.
Die Benutzerschnittstelle kann ferner insbesondere dazu eingerichtet sein, mit der
zentralen Kopplungseinheit zu kommunizieren. Beispielsweise kann über die Benutzerschnittstelle
eine Kopplung einer Vorrichtung erlaubt, bzw. freigeschaltet werden.
[0027] Außerdem kann die Benutzerschnittstelle zumindest eine Datenbrille umfassen. Die
Datenbrille kann beispielsweise eine virtuelle Realitätsbrille (VR-Brille) und/oder
erweiterte Realitätsbrille (AR-Brille) sein. Dies ist insbesondere vorteilhaft, da
dem Benutzer Information in dem Sichtfeld während eines Eingriffes bereitgestellt
werden kann und/oder einem Benutzer anwendungsbezogene Anweisungen angezeigt werden
können. Dies erhöhten beispielsweise die Effizienz und die Sicherheit einer Anwendung.
[0028] Ferner kann die Benutzerschnittstelle dazu eingerichtet sein, Sprachbefehle zu empfangen
und insbesondere zu verarbeiten. Vorteilhafterweise kann der Benutzer der Benutzerschnittstelle
hierdurch beispielsweise anwendungsbezogene Steuerbefehle aus einer Entfernung erteilen,
beispielsweise aus einer Entfernung, aus der er die Benutzerschnittstelle nicht berühren
kann. Zudem kann der Benutzer Befehle eingeben, während er mit beiden Händen arbeitet
bzw. keine Hand für eine Bedienung der Benutzerschnittstelle frei hat. Insbesondere
kann so die Präzision einer Behandlung erhöht werden. Weiterhin kann im Falle eines
Notfalles ein anwendungsbezogenes Signal und/oder Medium verändert werden.
[0029] Gemäß einigen Ausführungsformen können über die Benutzerschnittstelle unterschiedliche
Anwendungsfälle auswählbar sein, und nach Maßgabe eines ausgewählten Anwendungsfalls
eine vorbestimmte Gruppe von Anwendungseinheiten aktivierbar und/oder deaktivierbar
sein. Ein Anwendungsfall kann beispielsweise eine bestimmte Diagnose- und/oder Operationsmethode
sein. Ein aufwändiges Auswählen von Anwendungseinheiten kann so entfallen. Außerdem
kann ein Anwendungsfall eine Patientenakte umfassen. In der Patientenakte könnte beispielsweise
hinterlegt sein, welche Anwendungseinheiten für eine Diagnose- und/oder Operationsmethode
erforderlich ist, und/oder könnte die Diagnose- und/oder Operationsmethode selbst
hinterlegt sein. Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass ein Aktivierungs- und/oder
Deaktivierungszustand und/oder die Dauer zumindest eines der Zustände erfasst wird.
Dies könnte vorteilhafterweise für die Vergabe von Nutzungslizenzen und/oder bei der
Berechnung, insbesondere Abrechnung, von Behandlungskosten einsetzbar sein.
[0030] Weiterhin kann die Benutzerschnittstelle zumindest teilweise in einem mobilen Endgerät
ausgebildet sein. Ein mobiles Endgerät kann ein Smartphone, ein Tablet, eine Smartwatch
und/oder dergleichen sein. Zumindest Information über die Anwendungseinheiten kann
vorteilhafterweise in der Nähe eines Benutzers zur Verfügung gestellt werden. Der
Benutzer muss also nicht beispielsweise auf einen zentralen Monitor klicken, um Information
über die Anwendungseinheiten zu erhalten. Weiterhin kann es vorteilhaft sein, über
das mobile Endgerät Steuerbefehle zu erteilen. Dies kann sicherer, weniger fehlerbehaftet,
ergonomischer und/oder effizienter sein als das Erteilen von Steuerbefehlen über beispielsweise
einen zentralen Monitor.
[0031] Ferner kann über die Benutzerschnittstelle eine Einsetzbarkeit ausgewählter Versorgungseinheiten
aktivierbar und/oder deaktivierbar sein. Vorteilhafterweise sind angebundene Versorgungseinheiten
nicht durchgehend aktiviert. Beispielsweise kann eine deaktivierte Versorgungseinheit
dadurch einer anderen Behandlung verfügbar gemacht werden und/oder eine Lizenz zum
Betrieb einer Versorgungseinheit und/oder Vorrichtung erworben werden. Die Wirtschaftlichkeit
des Betriebs von Versorgungseinheiten kann insgesamt erhöht werden.
[0032] Außerdem kann vorgesehen sein, dass unterschiedliche Anwendungsfälle zumindest teilautomatisch
auswählbar sind, und dass nach Maßgabe eines ausgewählten Anwendungsfalls eine vorbestimmte
Gruppe von Anwendungseinheiten aktivierbar und/oder deaktivierbar sind. Beispielsweise
kann etwa eine mathematische Rechenvorschrift, insbesondere künstliche Intelligenz,
dazu eingerichtet sein, anhand von Bilddaten einen Anwendungsfall zu erkennen und
auszuwählen. Bilddaten können insbesondere solche Bilddaten sein, die während der
Behandlung erfasst wurden, für die eine vorbestimmte Gruppe von Anwendungseinheiten
aktiviert und/oder deaktiviert werden soll. Dadurch kann eine sicherere und präzisere
Behandlung erfolgen. Der Benutzer kann sich auf die Behandlung selbst fokussieren
und muss nicht Anwendungseinheiten und/oder Gruppen von Anwendungseinheiten auswählen,
um diese zu aktiveren und/oder deaktivieren.
[0033] Gemäß einigen Ausführungsformen können sich mehrere der Versorgungseinheiten integrale
Funktionskomponenten teilen. Integrale Funktionskomponenten können beispielsweise
Lichtquellen, Pumpen, Generatoren, Stromquellen, Recheneinheiten, Speicher, Arbeitsspeicher,
Signalquellen und/oder dergleichen sein. Die Versorgungseinheiten können dadurch insgesamt
eine geringere Anzahl an Komponenten umfassen. Die Wirtschaftlichkeit des Betriebs
von Versorgungseinheiten kann dadurch erhöht werden.
[0034] Außerdem kann die zentrale Kopplungseinheit zumindest eine drahtlose Vorrichtungsschnittstelle
umfassen. Eine drahtlose Vorrichtungsschnittstelle kann jede Vorrichtungsschnittstelle
sein, bei der keine Leitung zwischen Vorrichtung und zentraler Kopplungseinheit vorgesehen
ist. Dadurch wird der Raumbedarf reduziert und die Betriebssicherheit erhöht.
[0035] Weiterhin kann zumindest eine der Vorrichtungsschnittstellen derart ausgebildet sein,
dass unterschiedlich ausgebildete Vorrichtungen ankoppelbar sind. Insbesondere können
genormte Vorrichtungsschnittstellen vorgesehen sein. Es lassen sich dadurch verschiedene
Versorgungseinheiten an die Vorrichtungsschnittstelle anbinden und alternativ oder
zusätzlich verschiedene Vorrichtungen an die Vorrichtungsschnittstelle ankoppeln.
Die zentrale Kopplungseinheit ist dadurch vielseitig einsetzbar und erlaubt ein flexibles
Anbinden und/oder Ankoppeln verschiedener Versorgungseinheiten und/oder Vorrichtungen.
Vorteilhafterweise muss also nicht für jeden Anwendungsfall und/oder jede Gruppe von
Anwendungsfällen eine eigene zentrale Kopplungseinheit vorgesehen sein.
[0036] Zudem kann die zentrale Kopplungseinheit dazu eingerichtet sein, eine angekoppelte
Vorrichtung zu erkennen. Dadurch erhöht sich die Betriebssicherheit und die Zuverlässigkeit.
Ein nicht vorgesehener Betrieb einer Vorrichtung kann verhindert werden. Zudem kann
es alternativ oder zusätzlich vorgesehen sein, dass eine Ankopplung einer für einen
Anwendungsfall nicht geeignete Vorrichtung erkannt wird und beispielsweise ein Warnhinweis
generiert wird und/oder ein Betrieb der Vorrichtung verhindert wird. Die Sicherheit
der Anwendung kann so erhöht und die Gefahr von einem Fehler bei der Anwendung reduziert
werden.
[0037] Gemäß einigen Ausführungsformen kann zumindest eine Versorgungseinheit dazu eingerichtet
sein, eine Bereitstellung des anwendungsbezogenen Signals und/oder Mediums in einem
ungekoppelten Zustand einer der zumindest eine Versorgungseinheit zugeordneten Vorrichtungsschnittstelle
zu unterbinden. Dadurch kann beispielsweise Energie eingespart werden und Verschleiß
reduziert werden.
[0038] Außerdem kann zumindest eine der Versorgungseinheiten einen HF-Generator umfassen
und/oder zumindest eine der Versorgungseinheiten ein Pump- und/oder Absaugsystem umfassen
und/oder zumindest eine der Versorgungseinheiten einen Insufflator umfassen und/oder
zumindest eine der Versorgungseinheiten eine Beleuchtungslichtquelle und/oder Messlichtquelle
umfassen und/oder zumindest eine der Versorgungseinheiten eine Motorsteuerung umfassen
und/oder zumindest eine der Versorgungseinheiten einen Elektromotor umfassen und/oder
zumindest eine der Versorgungseinheiten ein Beatmungsgerät umfassen.
[0039] Ferner kann das medizinische System eine Unterkopplungseinheit umfassen, wobei die
Unterkopplungseinheit an die zentrale Kopplungseinheit anbindbar ist, und wobei die
Unterkopplungseinheit bewegbar ist. Beispielsweise kann ein dazu geeigneter Teil der
Vorrichtungsschnittstellen von der zentralen Kopplungseinheit mittels einer gemeinsamen
Leitung an Vorrichtungsschnittstellen der Unterkopplungseinheit angebunden werden.
Die gemeinsame Leitung kann mehrere verschiedene Leitungen, beispielsweise Leitungen
für die Vorrichtungsschnittstellen, insbesondere zumindest eine Leitung für jede Vorrichtungsschnittstelle,
umfassen. Die Unterkopplungseinheit kann näher an dem Patienten vorgesehen sein, sodass
sich die Ordnung und Sicherheit erhöht sowie die Anzahl an Leitungen unmittelbar zwischen
der zentralen Kopplungseinheit und den einzelnen Vorrichtungen reduziert. Vorteilhafterweise
kann die Unterkopplungseinheit mobil sein. Der Benutzer kann die Unterkopplungseinheit
derart platzieren, dass sie ihn bei der Anwendung beispielsweise nicht räumlich beeinträchtigt.
[0040] Gemäß einigen Ausführungsformen kann das medizinische System ferner eine weitere,
insbesondere baugleiche, zentrale Kopplungseinheit umfassen, wobei zumindest eine
der Versorgungseinheiten sowohl an die zentrale Kopplungseinheit als auch an die weitere
zentrale Kopplungseinheit angebunden ist. Vorteilhafterweise kann so eine Versorgungseinheit
mehrere zentrale Kopplungseinheiten versorgen. Auf beispielsweise eine gesamte Gesundheitseinrichtung
bezogen kann erfindungsgemäß dadurch die Anzahl an Versorgungseinheiten reduziert
werden. Weiterhin kann das anwendungsbezogene Signal und/oder Medium einer der zumindest
beiden zentralen Kopplungseinheiten zugeführt werden, während es nicht der zumindest
anderen zentralen Kopplungseinheit zugeführt wird.
[0041] Weiterhin ist erfindungsgemäß ein Klinikbereich vorgesehen, der ein medizinisches
System umfasst. Da Klinikbereich kann zumindest einen Klinikraum umfassen. Beispielsweise
kann das gesamte medizinische System in einem Klinikraum angeordnet sein, alternativ
kann das medizinische System auf zumindest zwei Klinikräume aufgeteilt sein.
[0042] Weiterhin kann der Klinikbereich einen Behandlungsraum und einen außerhalb des Behandlungsraums
angeordneten Versorgungsraum umfassen, der den Aufnahmeraum ausbildet. Insbesondere
kann es vorteilhaft sein, die zentrale Kopplungseinheit in dem Behandlungsraum und
zumindest Komponenten der Versorgungseinheit in dem Versorgungsraum anzuordnen. Etwa
geräuscherzeugende, insbesondere lärmerzeugende, wärmeerzeugende und/oder schwingende
Komponenten können vorzugsweise in dem Versorgungsraum angeordnet sein. Dies reduziert
Störungen für den Benutzer, sodass dieser sich besser auf die Anwendung selbst fokussieren
kann. Ferner kann hierdurch ein Komfort für Patienten erhöht werden.
[0043] Weiterhin kann ein Klinikbereich einen ersten Behandlungsraum, einen zweiten Behandlungsraum
und ein medizinisches System umfassen, wobei das medizinische System zumindest die
zentrale Kopplungseinheit und die weitere zentrale Kopplungseinheit umfasst, wobei
zumindest eine der Versorgungseinheiten sowohl an die zentrale Kopplungseinheit als
auch an die weitere zentrale Kopplungseinheit angebunden ist. Die zentrale Kopplungseinheit
ist dabei in dem ersten Behandlungsraum angeordnet und die weitere zentrale Kopplungseinheit
ist in dem zweiten Behandlungsraum angeordnet. Vorteilhafterweise können so beispielsweise
mit einer Versorgungseinheit, die in einem Versorgungsraum angeordnet ist, zumindest
zwei zentrale Kopplungseinheit, die in zumindest zwei Behandlungsräumen angeordnet
sind, versorgt werden. Dadurch kann die Wirtschaftlichkeit erhöht werden.
[0044] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren beispielhaft erläutert. Die Zeichnung,
die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der
Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und im Rahmen
der Ansprüche sinnvoll in Kombination verwenden.
[0045] Falls von einem bestimmten Objekt mehr als ein Exemplar vorhanden ist, ist ggf. nur
eines davon in den Figuren und in der Beschreibung mit einem Bezugszeichen versehen.
Die Beschreibung dieses Exemplars kann entsprechend auf die anderen Exemplare von
dem Objekt übertragen werden. Sind Objekte insbesondere mittels Zahlenwörtern, wie
beispielsweise erstes, zweites, drittes Objekt etc. benannt, dienen diese der Benennung
und/oder Zuordnung von Objekten. Demnach können beispielsweise ein erstes Objekt und
ein drittes Objekt, jedoch kein zweites Objekt umfasst sein. Allerdings könnten anhand
von Zahlenwörtern zusätzlich auch eine Anzahl und/oder eine Reihenfolge von Objekten
ableitbar sein.
[0046] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Klinikbereich mit einem medizinischen System;
- Fig. 2
- ein medizinisches System, wobei Versorgungseinheiten an einer zentralen Kopplungseinheit
angeordnet sind;
- Fig. 3
- ein medizinisches System, wobei eine Versorgungseinheit räumlich beabstandet von einer
zentralen Kopplungseinheit angeordnet ist;
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform eines medizinischen Systems, wobei ein Aufnahmeraum,
in dem Komponenten von Versorgungseinheiten anordenbar sind, in einem Behandlungsraum
angeordnet ist;
- Fig. 5
- einen weiteren Kinikbereich umfassend einen ersten Behandlungsraum, einen zweiten
Behandlungsraum und ein medizinisches System; und
- Fig. 6
- eine schematische Übersicht über ein medizinisches System.
[0047] Fig. 1 zeigt beispielhaft einen Klinikbereich 62 mit einem medizinischen System 2.
Das medizinische System 2 umfasst sechs medizinische Anwendungseinheiten 4, die je
eine Versorgungseinheit 6 und je eine Vorrichtung 8 umfassen, von denen aus Gründen
einer Übersichtlichkeit nicht alle mit Bezugszeichen versehen sind.
[0048] Komponenten 20 der Versorgungseinheiten 6 sind zumindest teilweise in einem räumlich
getrennten Aufnahmeraum 16 angeordnet. Beispielsweise bildet ein Versorgungsraum 64,
beispielsweise einer Gesundheitseinrichtung, den Aufnahmeraum 16 aus.
[0049] Weiterhin haust ein Gehäuse 22 zumindest einen Teil der Komponenten 20 von drei der
sechs Versorgungseinheiten 6 ein. Gemäß anderen Ausführungsbeispielen kann das Gehäuse
22 zumindest einen Teil der Komponenten 20 aller Versorgungseinheiten 6 einhausen.
[0050] Mehrere der Versorgungseinheiten 6 teilen sich integrale Funktionskomponenten. Beispiele
für Versorgungseinheiten 6 gemäß dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sind
ein HF-Generator 42, ein Pump- und/oder Absaugsystem 44, ein Insufflator 46, eine
Beleuchtungslichtquelle 48, eine Messlichtquelle 50, eine Motorsteuerung 52, ein Elektromotor
54 und ein Beatmungsgerät 56.
[0051] Ein Behandlungsraum 18 umfasst zumindest eine zentrale Kopplungseinheit 10. Gemäß
diesem Ausführungsbeispiel ist ein Teil der zentralen Kopplungseinheit 10 an einer
Decke 26, insbesondere über einem Operationstisch 24, angeordnet. Ein weiterer Teil
der zentralen Kopplungseinheit 10 ist an dem Operationstisch 24, insbesondere unter
einer Liegefläche 28 des Operationstisches 24, angeordnet.
[0052] Die zentrale Kopplungseinheit 10 umfasst mehrere Vorrichtungsschnittstellen 12. Weiterhin
umfasst die zentrale Kopplungseinheit 10 Komponenten 20 der Versorgungseinheiten 6.
Komponenten 20, die an der zentralen Kopplungseinheit 10 angeordnet sind, beziehungsweise
in diese integriert sind, sind beispielsweise Pumpen und/oder andere vorzugsweise
mechanische Komponenten 20. insbesondere sind die in die Kopplungseinheit 10 integrierten
Komponenten 20 der Versorgungseinheiten 6 ansteuerbare mechanische und/oder optische
Komponenten 20, wobei die in dem Aufnahmeraum 16 angeordneten Komponenten 20 elektronische
Steuerkomponenten sind, die dazu eingerichtet sind, die mechanischen Komponenten anzusteuern.
Die Versorgungseinheiten 6 sind an je eine der Vorrichtungsschnittstellen 12 angebunden.
[0053] Gemäß anderen Ausführungsbeispielen kann eine Versorgungseinheit 6 auch an mehrere
Vorrichtungsschnittstellen 12 und alternativ oder zusätzlich an mehrere zentrale Kopplungseinheiten
10 angebunden sein. Je eine Vorrichtung 8 ist an eine der Vorrichtungsschnittstellen
12 angekoppelt. Die teilweise an dem Operationstisch 24 angeordnete zentrale Kopplungseinheit
10 ist teilweise mit einer vorzugsweise mobilen Unterkopplungseinheit 58 verbunden.
An der Unterkopplungseinheit 58 sind Vorrichtungsschnittstellen 12 angeordnet, an
die zumindest eine der Vorrichtungen 8 gekoppelt sowie zumindest eine der Versorgungseinheiten
6 über die zentrale Kopplungseinheit 10 angebunden ist.
[0054] Zumindest teilweise sind die Vorrichtungen 8 über nicht dargestellte genormte und/oder
standardisierte Kopplungseinrichtung angekoppelt. Die Vorrichtungsschnittstellen 12
sind teilweise derart eingerichtet, dass verschiedene Vorrichtungen 8, insbesondere
unterschiedlich ausgebildete Vorrichtungen 8, an die zentrale Kopplungseinheit 10
angekoppelt werden können. Eine der Vorrichtungen 8 ist über eine drahtlose Vorrichtungsschnittstelle
40 an die zentrale Kopplungseinheit 10 angekoppelt. Die weiteren Vorrichtungen 8 sind
über Leitungen 14 an die Vorrichtungsschnittstellen 12 angekoppelt. Die Unterkopplungseinheit
58 ist derart in dem Behandlungsraum 18 angeordnet, dass die Leitungen 14 zwischen
Vorrichtungen 8 und Vorrichtungsschnittstellen 12 der Unterkopplungseinheit 58 einen
verfügbaren Raum bzw. anwesende Personen möglichst wenig beeinträchtigen und/oder
behindern.
[0055] Die Vorrichtungen 8 werden von den Versorgungseinheiten 6 mit einem anwendungsbezogenen
Signal und/oder Medium versorgt. Vorrichtungen 8 sind beliebig für eine bestimmte
Anwendung auswählbar, sofern für sie eine entsprechende Versorgungseinheit 6 und/oder
Vorrichtungsschnittstelle 12 verfügbar ist. Sollte sich beispielsweise eine neuartige
und/oder andere als bisher vorgesehene Vorrichtung 8 für eine bestimmte Anwendung
als vorteilhaft erweisen, kann das medizinische System 2 der bestimmten Anwendung
angepasst werden, sodass die neuartige und/oder andere als bisher vorgesehene Vorrichtung
8 für die bestimmte Anwendung einsetzbar ist. Das medizinische System 2 ist also flexibel
und/oder anwendungsbezogen veränderbar. Beispiele für Vorrichtungen 8 sind ein Exoskop,
ein Endoskop, eine Kamera, eine Zange, ein Bohrer, eine Säge, ein Schrauber, eine
Beatmungsvorrichtung, an Saugkopf, ein Haltearm, ein Roboterarm, eine Gasdüse und/oder
dergleichen. Grundsätzlich ist das medizinische System 2 nicht auf bestimmte Vorrichtungen
8 und/oder bestimmte Versorgungseinheiten 6 und/oder Vorrichtungsschnittstellen 12
beschränkt.
[0056] Weiterhin ist in dem Behandlungsraum 18 eine Benutzerschnittstelle 30 angeordnet.
Die Benutzerschnittstelle 30 ist an die Versorgungseinheiten 6 angebunden.
[0057] Gemäß weiteren Ausführungsbeispielen ist die Benutzerschnittstelle 30 an die Vorrichtungen
8 angebunden. Alternativ oder zusätzlich kann die Benutzerschnittstelle 30 zumindest
teilweise an die Vorrichtungen 8 und Versorgungseinheiten 6 angebunden sein.
[0058] Generell ist die Benutzerschnittstelle 30 an zumindest eine medizinische Anwendungseinheit
4 gebunden. Zudem ist ein Monitor 31, eine Datenbrille 32 wie beispielsweise eine
virtuelle Realitätsbrille und/oder erweiterte Realitätsbrille, ein Mikrofon 36 und
ein mobiles Endgerät 38 an die Benutzerschnittstelle 30 angebunden. Über die Benutzerschnittstelle
30 werden die medizinischen Anwendungseinheiten 4 gesteuert. Zudem ist Information
über die Anwendungseinheiten 4 mittels der Benutzerschnittstelle 30 verfügbar. Der
Monitor 31 macht diese Information beispielsweise visuell verfügbar. Information,
beispielsweise Warnhinweise und/oder Anweisungen, wird auch über weitere Medien, beispielsweise
akustische und/oder haptische Medien, verfügbar gemacht.
[0059] Die Benutzerschnittstelle 30 ist dazu eingerichtet, wahlweise Steuerbefehle für mehrere
medizinischen Anwendungseinheiten 4 zu empfangen. Weiterhin ist die Benutzerschnittstelle
30 dazu eingerichtet zumindest einen Steuerbefehl an eine medizinische Anwendungseinheiten
4 zu leiten. Das anwendungsbezogene Signal und/oder Medium kann über die Benutzerschnittstelle
30 verändert werden. Steuerbefehle können beispielsweise auch über das Mikrofon 36,
die Datenbrille 32 und/oder das mobile Endgerät 38 erteilt werden. Das mobile Endgerät
38 kann beispielsweise eine Smart Watch, in Smartphone, ein Laptop oder ein Tablet
sein. Dieses kann Einrichtungen umfassen, die dazu eingerichtet sind, Steuerbefehle
verschiedener Art zu empfangen. Generell kann ein Steuerbefehl beispielsweise ein
Sprachbefehl sein, eine Bewegung und/oder Geste umfassen und/oder über eine Benutzeroberfläche
zumindest des mobilen Endgeräts 38, des Monitors 31 und/oder der Benutzerschnittstelle
30 erteilbar sein.
[0060] Weiterhin sind die medizinischen Anwendungseinheiten 4 zumindest teilweise über die
Benutzerschnittstelle 30 aktivierbar und/oder deaktivierbar. Zudem sind die medizinischen
Anwendungseinheiten 4 in vorbestimmte Gruppen für Anwendungsfälle unterteilt. Beispielsweise
kann zum einen über die Benutzerschnittstelle ein Anwendungsfall ausgewählt werden
und dadurch eine vorbestimmte Gruppe der medizinischen Anwendungseinheiten 4 aktiviert
und/oder weitere der medizinischen Anwendungseinheiten 4 deaktiviert werden. Weiterhin
kann auch eine mathematische Rechenvorschrift, insbesondere künstliche Intelligenz,
dazu eingerichtet sein, beispielsweise anhand von Bilddaten zumindest teilautomatisch
einen Anwendungsfall auszuwählen. So kann teilautomatisiert die vorbestimmte Gruppe
der medizinischen Anwendungseinheiten 4 aktiviert und/oder weitere der medizinischen
Anwendungseinheiten 4 deaktiviert werden.
[0061] Die Bilddaten können beispielsweise entweder aus einer Patientenakte stammen oder
während der Anwendung, für zumindest eine der medizinischen Anwendungseinheiten 4
aktiviert und/oder deaktiviert werden sollen, generiert worden sein. Außerdem kann
es vorgesehen sein, dass Information über einen Anwendungsfall und/oder eine vorbestimmte
Gruppe an medizinischen Anwendungseinheiten 4 etwa in einer Patientenakte verfügbar
ist, anhand der zumindest eine der medizinischen Anwendungseinheiten 4 aktiviert und/oder
deaktiviert wird.
[0062] Die zentrale Kopplungseinheit 10 ist dazu eingerichtet, zumindest eine der angekoppelten
Vorrichtungen 8 zu erkennen und insbesondere einen Kopplungszustand einer der Vorrichtungen
8 zu erkennen. Weiterhin ist die zentrale Kopplungseinheit 10 dazu eingerichtet, einen
ungekoppelten Zustand zu erkennen. Wird der ungekoppelte Zustand erkannt, kann die
Bereitstellung des anwendungsbezogenen Signals und/oder Medium einer der zumindest
einen Versorgungseinheiten 6 zugeordneten Vorrichtungsschnittstelle 12 unterbunden
werden.
[0063] Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiele eines medizinischen Systems 2'. Eine
zentrale Kopplungseinheit 10' ist in einem Behandlungsraum 18' angeordnet. Die zentrale
Kopplungseinheit 10' ist teilweise an der Decke 26' und teilweise unter der Liegefläche
28' eines Operationstisches 24' angeordnet und umfasst Vorrichtungsschnittstellen
12'. Weiterhin zeigt Fig. 2 medizinische Anwendungseinheiten 4', umfassend Versorgungseinheiten
6' und Vorrichtungen 8'. Die Versorgungseinheiten 6' sind an der zentralen Kopplungseinheit
10' angeordnet, beziehungsweise in diese integriert. Weiterhin sind Komponenten 20'
mehrerer der Versorgungseinheiten 6' näher an den Vorrichtungsschnittstelle 12' angeordnet
als andere Komponenten der, insbesondere derselben, Versorgungseinheiten 6'.
[0064] Fig. 3 zeigt ein medizinisches System 2", bezüglich dessen Ausgestaltung grundsätzlich
auf die obigen Ausführungen Bezug genommen werden kann. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
ist zumindest eine Versorgungseinheit 6" räumlich beabstandet von einer zentralen
Kopplungseinheit 10" angeordnet.
[0065] Fig. 4 zeigt eine weitere Ausführungsform eines medizinischen Systems 2"'. Bezüglich
der Ausgestaltung der in Fig. 4 gezeigte Ausführungsform kann grundsätzlich auf die
obigen Ausführungen Bezug genommen werden. Komponenten 20‴ von Versorgungseinheiten
6‴ sind zumindest teilweise räumlich beabstandet von der zentralen Kopplungseinheit
10‴ in einem räumlich getrennten Aufnahmeraum 16‴ angeordnet. Im Unterschied zur oben
beschriebenen Ausführungsform gemäß Fig. 1 ist jedoch der Aufnahmeraum 16‴ in einem
Behandlungsraum 18‴ angeordnet, in dem auch die zentrale Kopplungseinheit 10‴ angeordnet
ist.
[0066] Weiterhin ist der Aufnahmeraum 16‴ Teil einer mobilen Einheit 70. Die mobile Einheit
70 kann derart in dem Behandlungsraum 18‴ angeordnet werden, dass sie einen Behandler
möglichst geringfügig insbesondere während einer Behandlung beeinflusst und/oder beeinträchtigt.
Die mobile Einheit 70 kann beispielsweise ein Wagen oder allgemein ein bewegbarer
Container sein.
[0067] Die Funktionsweise der medizinischen Systeme 2', 2" und 2‴ kann der Beschreibung
des in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiels entnommen werden.
[0068] Fig. 5 zeigt einen weiteren Klinikbereich 72 umfassend einen ersten Behandlungsraum
66, einen zweiten Behandlungsraum 68 und ein medizinisches System 2, das wie eines
der oben beschriebenen medizinischen Systems 2, 2', 2", 2‴ ausgestaltet sein kann.
Der Klinikbereich 72 umfasst neben dem ersten Behandlungsraum 66 und dem zweiten Behandlung
68 einen Versorgungsraum 64. Der Versorgungsraum 64 ist beispielsweise ein zentraler
Raum, insbesondere Geräteraum, etwa einer Gesundheitseinrichtung.
[0069] In dem ersten Behandlungsraum 66 ist eine zentrale Kopplungseinheit 10 angeordnet.
In dem zweiten Behandlungsraum 68 ist eine weitere zentrale Kopplungseinheit 60 angeordnet.
In dem Versorgungsraum 64 sind Komponenten 20 von Versorgungseinheiten 6 angeordnet.
Die Versorgungseinheiten 6 sind an die zentrale Kopplungseinheit 10 des ersten Behandlungsraums
66 sowie an die weitere zentrale Kopplungseinheit 60 des zweiten Behandlungsraums
68 angebunden. Im Speziellen sind die Versorgungseinheiten 6 jeweils an die zentrale
Kopplungseinheit 10 und an die weitere zentrale Kopplungseinheit 60 angebunden.
[0070] In beiden Behandlungsräumen 66, 68 sind Vorrichtungen angeordnet. Die Vorrichtungen
8 beider Behandlungsräume können zumindest teilweise mittels der Versorgungseinheiten
6 des Versorgungsraums 64 mit einem anwendungsbezogenen Signal und/oder Medium gespeist
werden. Sind Komponenten 20 der Versorgungseinheiten 6 an zumindest einer der zentralen
Kopplungseinheiten 10, 60 angeordnet, werden diese von Komponenten 20, die in dem
Versorgungsraum 64 angeordnet sind, betrieben, gesteuert und/oder dergleichen.
[0071] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel erkennt die zentrale Kopplungseinheit 10 und/oder
die weitere zentrale Kopplungseinheit 60 die Vorrichtungen 8. ist eine der Versorgungseinheiten
6 nicht dazu geeignet, mehrere der Vorrichtungen 8 zeitgleich mit dem anwendungsbezogenen
Signal und/oder Medium zu speisen, wird nach dem Erkennen einer der entsprechenden
Vorrichtungen 8 die Versorgungseinheit 6 behandlungsraumspezifisch deaktiviert. Weiterhin
wird Information über einen Kopplungszustand der medizinischen Vorrichtungen 8 sowie
über einen Betriebszustand der Versorgungseinheiten 6, beispielsweise eine Aktivierung
und/oder eine Deaktivierung, erfasst und bedarfsweise gespeichert, insbesondere auf
einem zentralen Speicher. Die Information wird beispielsweise im Zuge einer Lizenzvergabe
und/oder eine Kostenrechnung berücksichtigt.
[0072] Fig. 5 zeigt eine schematische Übersicht über ein medizinisches System. Das medizinische
System ist in einem Klinikbereich angeordnet. Das medizinische System umfasst Versorgungseinheiten
6, die zumindest teilweise in Komponenten 20 teilbar sind, einen Aufnahmeraum 16,
Behandlungsräume 18, zentrale Kopplungseinheiten 10, Benutzerschnittstellen 30, Vorrichtungen
8 sowie eine beliebige Anzahl an Monitoren 31, Datenbrillen 32, Mikrofonen 36 und/oder
mobilen Endgeräten 38. Die Komponenten 20 der Versorgungseinheiten 6 sind zumindest
teilweise in dem Aufnahmeraum 16 zusammengefasst. Der Aufnahmeraum 16 ist mit zumindest
einem Behandlungsraum 18 verbunden. in jedem Behandlungsraum 18 ist eine der zentralen
Kopplungseinheit 10 angeordnet. An den zentralen Kopplungseinheiten 10 sind Komponenten
20 der Versorgungseinheiten 6 angeordnet. Die Vorrichtungen 8 sind an die zentralen
Kopplungseinheit 10 gekoppelt. Zudem umfasst jeder Behandlungsraum eine Benutzerschnittstelle
30. An die Benutzerschnittstelle 30 kann wahlweise keines oder zumindest eines von
den Monitoren 31, den Datenbrillen 32, den Mikrofonen 36 und/oder den mobilen Endgeräten
38 angebunden sein.
Bezugszeichenliste
[0073]
- 2
- medizinisches System
- 4
- medizinische Anwendungseinheit
- 6
- Versorgungseinheit
- 8
- Vorrichtung
- 10
- zentrale Kopplungseinheit
- 12
- Vorrichtungsschnittstelle
- 14
- Leitung
- 16
- Aufnahmeraum
- 18
- Behandlungsraum
- 20
- Komponente
- 22
- Gehäuse
- 24
- Operationstisch
- 26
- Decke
- 28
- Liegefläche
- 30
- Benutzerschnittstelle
- 31
- Monitor
- 32
- Datenbrille
- 36
- Mikrofon
- 38
- mobiles Endgerät
- 40
- drahtlose Vorrichtungsschnittstelle
- 42
- HF-Generator
- 44
- Pump- und/oder Absaugsystem
- 46
- Insufflator
- 48
- Beleuchtungslichtquelle
- 50
- Messlichtquelle
- 52
- Motorsteuerung
- 54
- Elektromotor
- 56
- Beatmungsgerät
- 58
- Unterkopplungseinheit
- 60
- weitere zentrale Kopplungseinheit
- 62
- Klinikbereich
- 64
- Versorgungsraum
- 66
- ersten Behandlungsraum
- 68
- zweiten Behandlungsraum
- 70
- mobile Einheit
- 72
- Klinkbereich
1. Medizinisches System (2), insbesondere klinisches Gerätesystem, umfassend:
mehrere medizinische Anwendungseinheiten (4), die jeweils eine Versorgungseinheit
(6) zur Bereitstellung eines anwendungsbezogenen Signals und/oder Mediums, wie beispielsweise
ein Beleuchtungslicht, ein Fluidstrom, ein HF-Signal, ein Steuersignal oder dergleichen,
und jeweils zumindest eine von der Versorgungseinheit (6) mit dem anwendungsbezogenen
Signal und/oder Medium gespeiste Vorrichtung (8) umfassen, wobei das anwendungsbezogene
Signal und/oder Medium für eine Anwendung der Vorrichtung (8) zuführbar ist; und
eine zentrale Kopplungseinheit (10), umfassend mehrere Vorrichtungsschnittstellen
(12), an die jeweils zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) anbindbar ist, wobei
die Vorrichtungen (8) jeweils mit zumindest einer der Vorrichtungsschnittstellen (12)
koppelbar sind, sodass diese über die zentrale Kopplungseinheit (10) von zumindest
einer der Versorgungseinheiten (6) speisbar sind.
2. Medizinisches System (2) nach Anspruch 1,
ferner umfassend einen von der Kopplungseinheit (10) räumlich getrennten Aufnahmeraum
(16), in den Komponenten (20) der Versorgungseinheiten (6) anordenbar sind.
3. Medizinisches System (2) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei Komponenten (20) der Versorgungseinheiten (6) in die zentrale Kopplungseinheit
(10) integriert sind.
4. Medizinisches System (2) nach Anspruch 2 und 3,
wobei die in die Kopplungseinheit (10) integrierten Komponenten (20) der Versorgungseinheiten
(6) ansteuerbare mechanische und/oder optische Komponenten (20) sind,
und wobei die in dem Aufnahmeraum (16) angeordneten Komponenten (20) elektronische
Steuerkomponenten sind, die dazu eingerichtet sind, die mechanischen Komponenten anzusteuern.
5. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend ein gemeinsames Gehäuse (22), das zumindest jeweils eine Komponente
(20) von zumindest zwei der Versorgungseinheiten (6) einhaust.
6. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die zentrale Kopplungseinheit (10) zumindest teilweise über einem Operationstisch
(24), insbesondere an einer Decke (26), anordenbar ist.
7. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die zentrale Kopplungseinheit (10) zumindest teilweise an einem Operationstisch
(24), insbesondere unter eine Liegefläche (28), anordenbar ist.
8. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das medizinische System (2) eine Benutzerschnittstelle (30) umfasst, die dazu
eingerichtet ist, einem Benutzer Information über die medizinischen Anwendungseinheiten
(4) bereitzustellen.
9. Medizinisches System (2) nach Anspruch 8,
wobei die Benutzerschnittstelle (30) dazu eingerichtet ist, wahlweise Steuerbefehle
für mehrere der medizinischen Anwendungseinheiten (4) vom Benutzer zu empfangen und
zumindest ein Steuersignal an die jeweilige Anwendungseinheit (4) zu übermitteln.
10. Medizinisches System (2) nach Anspruch 8 oder 9,
wobei die Benutzerschnittstelle (30) zumindest eine Datenbrille (32) umfasst.
11. Medizinisches System (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
wobei die Benutzerschnittstelle (30) dazu eingerichtet ist, Sprachbefehle zu empfangen
und insbesondere zu verarbeiten.
12. Medizinisches System (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
wobei über die Benutzerschnittstelle (30) unterschiedliche Anwendungsfälle auswählbar
sind,
und wobei nach Maßgabe eines ausgewählten Anwendungsfalls eine vorbestimmte Gruppe
von Anwendungseinheiten (4) aktivierbar und/oder deaktivierbar sind.
13. Medizinisches System (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
wobei die Benutzerschnittstelle (30) zumindest teilweise in einem mobilen Endgerät
(38) ausgebildet ist.
14. Medizinisches System (2) nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
wobei über die Benutzerschnittstelle (30) eine Einsetzbarkeit ausgewählter Versorgungseinheiten
(6) aktivierbar und/oder deaktivierbar ist.
15. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei unterschiedliche Anwendungsfälle zumindest teilautomatisch auswählbar sind,
und wobei nach Maßgabe eines ausgewählten Anwendungsfalls eine vorbestimmte Gruppe
von Anwendungseinheiten aktivierbar und/oder deaktivierbar sind.
16. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei sich mehrere der Versorgungseinheiten (6) integrale Funktionskomponenten teilen.
17. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die zentrale Kopplungseinheit (10) zumindest eine drahtlose Vorrichtungsschnittstelle
(40) umfasst.
18. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zumindest eine der Vorrichtungsschnittstellen (12) derart ausgebildet ist, dass
unterschiedlich ausgebildete Vorrichtungen (8) ankoppelbar sind.
19. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die zentrale Kopplungseinheit (10) dazu eingerichtet ist, eine angekoppelte
Vorrichtung (8) zu erkennen.
20. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zumindest eine Versorgungseinheit (6) dazu eingerichtet ist, eine Bereitstellung
des anwendungsbezogenen Signals und/oder Mediums in einem ungekoppelten Zustand einer
der zumindest eine Versorgungseinheit (6) zugeordneten Vorrichtungsschnittstelle (12)
zu unterbinden.
21. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) einen HF-Generator (42) umfasst;
und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) ein Pump- und/oder Absaugsystem
(44) umfasst; und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) einen Insufflator (46) umfasst;
und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) eine Beleuchtungslichtquelle (48)
und/oder Messlichtquelle (50) umfasst; und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) eine Motorsteuerung (52) umfasst;
und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) einen Elektromotor (54) umfasst;
und/oder
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) ein Beatmungsgerät (56) umfasst.
22. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend eine Unterkopplungseinheit (58),
wobei die Unterkopplungseinheit (58) an die zentrale Kopplungseinheit (10) (10) anbindbar
ist,
und wobei die Unterkopplungseinheit (58) bewegbar ist.
23. Medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
ferner umfassend eine weitere zentrale Kopplungseinheit (60),
wobei zumindest eine der Versorgungseinheiten (6) sowohl an die zentrale Kopplungseinheit
(10) als auch an die weitere zentrale Kopplungseinheit (60) angebunden ist.
24. Klinikbereich (62), umfassend ein medizinisches System (2) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
25. Klinikbereich (62) nach Anspruch 24,
umfassend:
einen Behandlungsraum (18); und
einen außerhalb des Behandlungsraums (18) angeordneten Versorgungsraum (64), der den
Aufnahmeraum (16) ausbildet.
26. Klinikbereich (72), umfassend:
einen ersten Behandlungsraum (66);
einen zweiten Behandlungsraum (68); und
ein medizinisches System (2) zumindest nach Anspruch 23, wobei die zentrale Kopplungseinheit
(10) in dem ersten Behandlungsraum (66) angeordnet ist und wobei die weitere zentrale
Kopplungseinheit (60) in dem zweiten Behandlungsraum (68) angeordnet ist.
27. Verfahren zum Betrieb eines medizinischen Systems (2) nach einem der Ansprüche 1 bis
23.