Technisches Gebiet
[0001] Es werden ein Formwerkzeug zur Herstellung von dreidimensionalen Erzeugnissen aus
einem faserhaltigen Material und ein Verfahren zur Regelung einer Temperaturverteilung
in einem Formwerkzeug zur Herstellung von dreidimensionalen Erzeugnissen beschrieben.
[0002] Faserhaltige Materialen werden vermehrt eingesetzt, um bspw. Verpackungen für Lebensmittel
(bspw. Schalen, Kapseln, Boxen, etc.) und Konsumgüter (bspw. elektronische Geräte
etc.) sowie Getränkebehälter herzustellen. Es werden auch Alltagsgegenstände, wie
bspw. Einwegbesteck und -geschirr, aus faserhaltigem Material hergestellt. Faserhaltige
Materialien umfassen natürliche Fasern oder künstliche Fasern. In letzter Zeit wird
vermehrt faserhaltiges Material eingesetzt, welches Naturfasern aufweist oder aus
solchen besteht, die bspw. aus nachwachsenden Rohstoffen oder Altpapier gewonnen werden
können. Die Naturfasern werden in einer sogenannten Pulpe mit Wasser und ggf. weiteren
Zusätzen, wie z.B. Stärke, vermischt. Zusätze können zudem Auswirkungen auf die Farbe,
die Barriereeigenschaften und mechanische Eigenschaften haben. Diese Pulpe kann einen
Anteil von Naturfasern von bspw. 0,1 bis 10 Gew.-% aufweisen. Der Anteil an Naturfasern
variiert in Abhängigkeit des Verfahrens, welches zur Herstellung von Verpackungen
etc. angewandt wird, und der Produkteigenschaften des herzustellenden Produkts.
Hintergrund
[0003] Die Herstellung von faserhaltigen Produkten bzw. dreidimensionalen Erzeugnissen aus
einer Pulpe erfolgt in der Regel in mehreren Arbeitsschritten. Hierzu weist eine Faserverarbeitungseinrichtung
mehrere Stationen bzw. Formstationen auf. In einer Formstation kann bspw. ein Ansaugen
von Fasern in einer Kavität eines Ansaugwerkzeugs erfolgen, wodurch ein Vorformling
geformt bzw. gebildet wird. Dazu wird die Pulpe in einem Pulpe-Vorrat bereitgestellt
und das Ansaugwerkzeug mit mindestens einer Ansaugkavität, dessen Geometrie im Wesentlichen
dem herzustellenden Erzeugnis entspricht, zumindest teilweise in die Pulpe getaucht.
Während des Eintauchens erfolgt ein Ansaugen über Öffnungen in der Ansaugkavität,
die mit einer entsprechenden Saug-Einrichtung in Verbindung stehen, wobei sich Fasern
aus der Pulpe an der Oberfläche der Ansaugkavität ansammeln. Die angesaugten Fasern
bzw. ein Vorformling können anschließend über das Ansaugwerkzeug in ein Vorpresswerkzeug
gebracht werden, wobei der Vorformling vorgepresst wird. Während dieses Vorpressvorgangs
werden die Fasern im Vorformling verpresst und der Wassergehalt des Vorformlings reduziert.
Alternativ kann die Bereitstellung von Vorformlingen mittels Schöpfen erfolgen, wobei
ein Schöpfwerkzeug in die Pulpe getaucht wird und sich beim Hochfahren Fasern an Formteilen
des Schöpfwerkzeugs ablagern.
[0004] Danach werden Vorformlinge in einer Heißpresse zu fertigen Erzeugnissen verpresst.
Hierbei werden Vorformlinge in ein Heißpresswerkzeug eingebracht, welches bspw. eine
untere Werkzeughälfte und eine obere Werkzeughälfte aufweist, die beheizt werden.
In dem Heißpresswerkzeug werden die Vorformlinge in einer Kavität unter Wärmeeintrag
verpresst, wobei durch den Druck und die Wärme Restfeuchte ausgebracht wird, so dass
der Feuchtigkeitsgehalt der Vorformlinge von ca. 60 Gew.-% vor dem Heißpressen auf
bspw. 5-10 Gew.-% nach dem Heißpressen reduziert wird. Der beim Heißpressen entstehende
Wasserdampf wird während des Heißpressens über Öffnungen in den Kavitäten und Kanäle
im Heißpresswerkzeug abgesaugt.
[0005] Ein Heißpresswerkzeug und ein Herstellungsverfahren mit dem vorstehend beschriebenen
Heißpressverfahren sind bspw. aus
DE 10 2019 127 562 A1 bekannt.
[0006] Probleme ergeben sich bei vorstehend beschriebenen Faserformeinrichtungen insbesondere
dadurch, dass es vor allem bei Erzeugnissen mit verhältnismäßig großen Formtiefen
(bspw. > 50 mm), wie bspw. Becher, Schalen, etc., zu großen Temperaturunterschieden
an den Formflächen der Formeinrichtungen (Kavität und zugehöriges Formteil) eines
Formwerkzeugs zum Heißpressen (Heißpresswerkzeug) kommt. Hierbei ist zu beachten,
dass gerade bei Erzeugnissen mit großen Formtiefen eine sogenannte Plattenheizung,
bei welcher die Beheizung von Kavitäten und Formteilen nur über eine beheizbare Werkzeugplatte
erfolgt, nachteilig ist. Ein Problem besteht darin, dass die benötigte Wärme an den
Formflächen der Kavität und eines korrespondierenden Formteils, welches zur Ausbildung
eines Formraums und zum Verpressen des darin aufgenommenen faserhaltigen Materials
relativ in die Kavität bewegt wird, nur über die Werkzeugkörper bzw. Werkzeugplatte(n)
bereitgestellt werden kann, an denen die Kavitäten und Formteile angeordnet sind.
Das bedeutet, dass die Werkzeugplatte(n) sehr stark erwärmt werden muss bzw. müssen,
da die Formflächen bei Kontakt mit feuchtem faserhaltigem Material und beim Verpressen
durch das im faserhaltigen Material austretende Wasser stark abkühlen, weil das Wasser
den Kavitäten und Formteilen Energie zum Verdampfen entzieht. Infolgedessen wird die
Werkzeugplatte für die Kavität und das Formteil stärker erwärmt und dabei auf Temperaturen
gebracht, die deutlich höher liegen, wie für das Verpressen benötigt. Insbesondere
eine Regelung zum Beheizen von Werkzeugplatten versagt dann, wenn die Oberflächentemperatur
der Formflächen gemessen wird, weil diese durch den Kontakt mit feuchtem Material
und Wasser zyklisch stark abfällt. Dabei ist zudem zu beachten, dass die in Werkzeugplatten
und auch in den Kavitäten und Formteilen gespeicherte Wärmeenergie "nachfließt".
[0007] Ferner können die Oberflächentemperaturen an den Formflächen von Kavitäten und Formteilen
von weiteren, verschiedenen Faktoren abhängen. Bspw. von der Anzahl an Formeinrichtungen
pro Werkzeugplatte, dem Werkzeugmaterial bzw. Materialpaarung, dem verwendeten Material
für die Vorformlinge, deren Feuchtigkeitsgehalt, dem Wärmespeichervermögen der Formeinrichtungen
etc.
[0008] Es ist jedoch keine Möglichkeit bekannt, eine gleichmäßige Temperaturverteilung an
den Formflächen eines Formwerkzeugs, insbesondere für dreidimensionale Erzeugnisse
mit großen Formtiefen bereitzustellen. Gerade bei Heißpresswerkzeugen für Erzeugnisse
mit großen Formtiefen werden Formeinrichtungen (Kavitäten und Formteile) verwendet,
die austauschbar mit einer Werkzeugplatte verbunden werden können. Dies ermöglicht
die Verwendung einer Werkzeugplatte für verschiedene Formeinrichtungen und Erzeugnisse.
Die Beheizung befindet sich innerhalb der Werkzeugplatte und erfolgt über die Kontaktflächen
zwischen den Formeinrichtungen und der Werkzeugplatte. Ein Nachteil besteht hierbei
darin, dass die Beheizung bei unterschiedlichen Geometrien der Formeinrichtungen auch
einen unterschiedlichen Wärmeübergang bereitstellen kann, wodurch der Heißpressprozess
eine zusätzliche Anpassung erfordert.
[0009] Zusätzlich besteht bei großen Formtiefen für Erzeugnisse mit großen Höhen, in der
Regel größer 50 mm, lokal ein unterschiedlicher Leistungsbedarf, insbesondere auch
im Hinblick auf die Lage der Formeinrichtungen an einer Werkzeugplatte. Ferner kann
es aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnung (Werkzeugplatte, Formeinrichtungen)
zu einem Verklemmen oder ähnlichem kommen.
Aufgabe
[0010] Demgegenüber besteht die Aufgabe darin, eine gleichmäßige Temperaturverteilung an
den Formflächen von Formeinrichtungen eines Formwerkzeugs bereitzustellen, insbesondere
für Erzeugnisse mit großen Formtiefen. Ferner besteht die Aufgabe darin, eine Alternative
zum Stand der Technik bereitzustellen sowie für eine Vielzahl von unterschiedlichen
Erzeugnisgeometrien eine verbesserte Herstellung zu gewährleisten.
Lösung
[0011] Die vorstehend genannte Aufgabe wird durch ein Formwerkzeug zur Herstellung von dreidimensionalen
Erzeugnissen aus einem faserhaltigen Material gelöst, aufweisend mindestens eine erste
Werkzeugkomponente und mindestens eine zweite Werkzeugkomponente, wobei die erste
Werkzeugkomponente und die zweite Werkzeugkomponente jeweils einen Werkzeugkörper
aufweisen, wobei der Werkzeugkörper der ersten Werkzeugkomponente mindestens eine
Kavität und der Werkzeugkörper der zweiten Werkzeugkomponente mindestens ein zur mindestens
einen Kavität korrespondierendes Formteil aufweist, wobei das mindestens eine Formteil
und die mindestens eine Kavität zur Ausbildung eines Formraums zwischen korrespondierenden
Oberflächen der mindestens einen Kavität und des mindestens einen Formteils relativ
zueinander bewegbar und zum Verpressen eines in den Formraum einbringbaren faserhaltigen
Materials verpressbar sind, und wobei die erste Werkzeugkomponente und/oder die zweite
Werkzeugkomponente mindestens eine Heizeinrichtung aufweisen, wobei die mindestens
eine Heizeinrichtung derart angeordnet ist, dass aufgrund der Anordnung der mindestens
einen Heizeinrichtung mindestens ein erster Heizkreis im Werkzeugkörper und mindestens
ein zweiter Heizkreis in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder dem mindestens
einen Formteil ausgebildet sind.
[0012] Durch die Anordnung der mindestens einen Heizeinrichtung und die Ausbildung eines
ersten Heizkreises und eines zweiten Heizkreises können die Temperaturen im Werkzeugkörper
und einer zugehörigen Kavität oder Formteil individuell geregelt werden, um eine optimale
Temperatur für den Herstellungsprozess zu erreichen, ohne dass Werkzeugkomponenten
zu stark oder zu schwach beheizt werden, um eine Durchschnittstemperatur zu erreichen,
welche einen Kompromiss darstellt. Dabei können bspw. in einem Werkzeugkörper und
der zugehörigen mindestens einen Formeinrichtung (Kavität oder Formteil) unterschiedliche
Temperaturen erreicht werden, wobei über die Werkzeugplatte eine Grundbeheizung bspw.
im Bereich von 200 bis 300°C erfolgen kann. Bspw. kann eine Werkzeugplatte auf etwa
250 °C erwärmt werden. Die Beheizung der mindestens einen Formeinrichtung (Kavität
oder Formteil) kann bspw. im Bereich von 170 bis 250°C erfolgen. Bei einer Beheizung
der Werkzeugplatte auf 250 °C kann bspw. ein Heizen der Formeinrichtungen auf 220
°C erfolgen.
[0013] Vorteilhafterweise wird damit erreicht, dass die Temperatur des Werkzeugkörpers im
Betrieb im Wesentlichen konstant gehalten wird, wodurch die Ausdehnung des Werkzeugkörpers
aufgrund der eingebrachten thermischen Energie sich im Betrieb nicht oder nur unwesentlich
ändert, so dass es zu keinem Verklemmen oder ähnlichem kommt. Die Grundbeheizung des
Werkzeugkörpers kann bspw. auch in einem Standby-Betrieb aufrechterhalten werden.
Die Formeinrichtungen selbst können demgegenüber auf eine geringere oder höhere Temperatur
gebracht werden, welche ausreichend hoch für den Heißpressprozess ist. Dabei ist die
Temperatur der Grundbeheizung auf die erforderliche Heißpresstemperatur an den Formflächen
angepasst, so dass es durch das "Nachfließen" von Wärme aus dem Werkzeugkörper nicht
zu einer Erhöhung der Oberflächentemperatur kommt bzw. die Oberflächentemperatur an
den Oberflächen der Formflächen nicht die erforderliche Heißpresstemperatur übersteigt
(bspw. 220 °C).
[0014] In weiteren Ausführungen kann die Temperatur von Formeinrichtungen höher sein, wie
eine Grundbeheizung in einem Werkzeugkörper, wobei ein "Nachfließen" von Wärme aus
den Formeinrichtungen in einen Werkzeugkörper in der Regel nicht stattfindet, da den
Formeinrichtungen zyklisch thermische Energie durch das Verdampfen von im faserhaltigen
Material gespeichertem Wasser entzogen wird. Dabei kann die vorherrschende Temperaturdifferenz
den Verlust an thermischer Energie beim Verdampfen von Wasser im Wesentlichen ausgleichen.
[0015] In weiteren Ausführungen kann die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein
Heizelement aufweisen, das asymmetrisch im Werkzeugkörper und in der zugehörigen mindestens
einen Kavität oder Formteil angeordnet ist. Eine asymmetrische Anordnung liegt bspw.
dann vor, wenn z.B. ein als Heizpatrone ausgebildetes Heizelement größtenteils im
Werkzeugkörper liegt, wobei ein geringer Anteil in die Formeinrichtung ragt. Hierzu
weisen die Formeinrichtungen (Kavitäten, Formteile) Aufnahmen für den entsprechenden
kleineren Teil einer solchen Heizpatrone auf. Die Aufnahmen sind dabei stets an die
Anordnung und Ausbildung der entsprechenden Heizeinrichtung anzupassen.
[0016] In weiteren Ausführungen kann eine symmetrische Anordnung der mindestens einen Heizeinrichtung
vorgesehen sein, wobei eine individuelle Temperaturverteilung dabei nach Maßgabe der
Ausgestaltung und Anordnung innerhalb eines Werkzeugkörpers und den Formeinrichtungen
erfolgen kann. Dabei kann bspw. über den Abstand eines Heizelements zu einer Oberfläche
bzw. Formfläche eine individuelle Temperaturverteilung erreicht werden. Bspw. kann
ein "Nachfließen" von Wärme bei größeren Abständen zwischen einem Heizelement und
einer Formfläche bei einer Formeinrichtung dazu führen, dass die Oberflächentemperatur
geringer ist, wie bei einer Ausführung mit einem geringeren Abstand. Auch die Temperaturverteilung
in einem Werkzeugkörper ist verschieden zu der Temperaturverteilung in den Formeinrichtungen,
so dass in diesen Ausführungen auch durch eine symmetrische Anordnung eine individuelle
Temperatureinstellung in den Komponenten des Formwerkzeugs erreicht werden kann.
[0017] In weiteren Ausführungen kann eine wirksame Heizfläche des mindestens einen Heizelements
flächenmäßig eine größere Erstreckung innerhalb des Werkzeugkörpers gegenüber einer
flächenmäßigen Erstreckung innerhalb der zugehörigen mindestens einen Kavität oder
Formteil aufweisen, so dass ein größerer Wärmeübergang im Werkzeugkörper erfolgt,
oder eine wirksame Heizfläche des mindestens einen Heizelements kann flächenmäßig
eine größere Erstreckung innerhalb mindestens einer Kavität oder Formteil gegenüber
einer flächenmäßigen Erstreckung innerhalb des Werkzeugkörpers aufweisen, so dass
ein größerer Wärmeübergang in die Formeinrichtungen erfolgt, welche zyklisch durch
das Verdampfen von Wasser gekühlt werden.
[0018] Für die Ausbildung mindestens eines ersten Heizkreises im Werkzeugkörper und mindestens
eines zweiten Heizkreises in den Formeinrichtungen kann in weiteren Ausführungen ein
Heizelement mindestens zwei Heizzonen aufweisen, welche eine unterschiedliche Beheizung
bereitstellen können und entsprechend so angeordnet sind, dass eine erste Heizzone
im Werkzeugkörper und eine zweite Heizzone in einer zugehörigen Formeinrichtung angeordnet
sind.
[0019] In weiteren Ausführungen kann die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein
erstes Heizelement und mindestens ein zweites Heizelement aufweist, wobei das mindestens
eine erste Heizelement im Werkzeugkörper und das mindestens eine zweite Heizelement
in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder Formteil angeordnet sind. Das erste
Heizelement und das zweite Heizelement können separate Heizelemente sein, die unabhängig
voneinander ansteuerbar sind und eine zueinander unterschiedliche Beheizung bereitstellen
können, um in einem Werkzeugkörper und mindestens einer zugehörigen Formeinrichtung
unterschiedliche Temperaturen zu erzeugen. Das mindestens eine erste Heizelement ist
dabei Bestandteil des ersten Heizkreises und das mindestens eine zweite Heizelement
ist Bestandteil des zweiten Heizkreises.
[0020] In weiteren Ausführungen kann ein Formwerkzeug mehrere Kavitäten und zugehörige Formteile
aufweisen, wobei Heizelemente der mindestens einen Heizeinrichtung in Bezug auf Lage
und/oder Orientierung zueinander und/oder zu den zugehörigen Kavitäten oder Formteilen
unterschiedlich angeordnet sind. Die Lage und Orientierung kann sich bspw. auf die
Ausrichtung und den Abstand zu Oberflächen des Werkzeugkörpers und der Formflächen
beziehen.
[0021] In weiteren Ausführungen kann mindestens ein Heizelement mindestens einer Heizeinrichtung
für eine Kavität oder Formteil unterschiedlich zu mindestens einem Heizelement mindestens
einer Heizeinrichtung für eine weitere Kavität oder Formteil einer ersten Werkzeugkomponente
und/oder einer zweiten Werkzeugkomponente angeordnet und/oder ansteuerbar sein. Damit
kann nicht nur eine unterschiedliche Beheizung von Werkzeugkörpern und zugehörigen
Formeinrichtungen erreichet werden, sondern es können auch einzelne Formeinrichtungen
unterschiedlich zu weiteren Formeinrichtungen eines zugehörigen Werkzeugkörpers beheizt
werden. Darüber hinaus können auch Zonen eines Werkzeugkörpers unterschiedlich beheizt
werden.
[0022] In weiteren Ausführungen können das mindestens eine erste Heizelement und das mindestens
eine zweite Heizelement aufgrund ihrer Ausgestaltung eine zueinander unterschiedliche
Heizleistung aufweisen. Bspw. können Heizelemente unterschiedlich große Heizflächen
und darüber unterschiedliche Heizleistungen aufweisen.
[0023] In weiteren Ausführungen kann ein Formwerkzeug zusätzlich mindestens eine Kühleinrichtung
aufweisen, wobei über die mindestens eine Heizeinrichtung und die mindestens eine
Kühleinrichtung die Temperatur des Formwerkzeugs, insbesondere des mindestens einen
Werkzeugkörpers im Betrieb zwischen einer Standby-Temperatur und einer maximalen Produktionstemperatur
eines Produktionstemperaturbereichs regelbar ist, wobei die Standby-Temperatur kleiner
ist wie eine minimale Produktionstemperatur. Dies ermöglicht die Kühlung in einem
Heizpressmodus, wie sie normalerweise durch den Kontakt mit feuchtem Fasermaterial
und beim Verdampfen entsteht, zu simulieren, so dass bspw. die Beheizung in den Formeinrichtungen
aufrechterhalten werden kann, wenn keine Vorformlinge eingebracht werden und der Heißpressprozess
pausiert. Damit wird erreicht, dass bspw. keine Anpassung oder Änderung der Heizsteuerung
vorgenommen werden muss. Dies ist bspw. bei verhältnismäßig kurzen Pausen von wenigen
Minuten (bis 60 Minuten) eine Möglichkeit, ohne Abschaltung der Beheizung das Formwerkzeug
in einem Heißpressmodus zu halten.
[0024] Darüber hinaus kann das Formwerkzeug mindestens ein Sensorelement zum Erfassen der
Temperatur des Werkzeugkörpers und/oder der mindestens einen Formeinrichtung (Kavität,
Formteil) aufweisen, um die mindestens eine Heizeinrichtung nach Maßgabe der erfassten
Temperatur zu steuern. Bspw. kann mindestens eine Sensorelement vorgesehen sein, welches
die Oberflächentemperatur der Formflächen der mindestens einen Formeinrichtung erfasst.
[0025] In weiteren Ausführungen kann die Anordnung/Orientierung der mindestens einen Heizeinrichtung
und von Heizelementen sowie deren Ansteuerung zum Beheizen der entsprechenden Komponenten
(Werkzeugkörper und Formeinrichtungen) vorab in einer Simulation bestimmt werden.
Die Ausbildung des Formwerkzeugs erfolgt dann anhand der ermittelten optimalen Anordnung.
[0026] Die vorstehend genannte Aufgabe wird auch durch ein Verfahren zur Regelung einer
Temperaturverteilung in einem Formwerkzeug zur Herstellung von dreidimensionalen Erzeugnissen
aus einem faserhaltigen Material gelöst, wobei in dem Formwerkzeug Vorformlinge unter
Druck und Temperatur zu Erzeugnissen verpresst werden, wobei das Formwerkzeug mindestens
eine erste Werkzeugkomponente und mindestens eine zweite Werkzeugkomponente aufweist,
wobei die erste Werkzeugkomponente und die zweite Werkzeugkomponente jeweils einen
Werkzeugkörper aufweisen, wobei der Werkzeugkörper der ersten Werkzeugkomponente mindestens
eine Kavität und der Werkzeugkörper der zweiten Werkzeugkomponente mindestens ein
zur mindestens einen Kavität korrespondierendes Formteil aufweist, wobei das mindestens
eine Formteil und die mindestens eine Kavität zur Ausbildung eines Formraums zwischen
korrespondierenden Oberflächen der mindestens einen Kavität und des mindestens einen
Formteils relativ zueinander bewegt und zum Formen eines in den Formraum einbringbaren
faserhaltigen Materials verpresst werden, wobei die erste Werkzeugkomponente und/oder
die zweite Werkzeugkomponente mindestens eine Heizeinrichtung aufweisen, wobei durch
die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein erster Heizkreis im Werkzeugkörper
und mindestens ein zweiter Heizkreis in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder
dem mindestens einen Formteil gebildet wird, und wobei die Temperatur des Werkzeugkörpers
der ersten Werkzeugkomponente und/oder der zweiten Werkzeugkomponente und die Temperatur
der zugehörigen mindestens einen Kavität oder des mindestens einen Formteils durch
die mindestens eine Heizeinrichtung individuell geregelt werden.
[0027] Durch die Aufteilung in einen ersten Heizkreis und einen zweiten Heizkreis kann eine
individuelle Steuerung und Regelung der Temperatur erfolgen. Die individuelle Regelung
bzw. Steuerung bedeutet dabei, dass die Temperaturen unabhängig voneinander vorgegeben
und eingestellt werden können. Beim Heißpressen fällt die Oberflächentemperatur der
Formflächen durch den Kontakt mit feuchtem faserhaltigem Material und das Verdampfen
von Wasser ab. Bspw. kann die Oberflächentemperatur um ca. 100 bis 130 °C, bspw. 120
°C, abfallen. Die vom Werkzeugkörper unabhängige direkte Beheizung über bspw. ein
separates Heizelement in der mindestens einen Formeinrichtung ermöglicht ein schnelles
Wiederaufheizen im tatsächlich benötigten Umfang, wobei die Formeinrichtung nicht
höher geheizt wird als bspw. eine im Vorfeld ermittelte optimale Heißpresstemperatur.
Der Vorteil der schnelleren Aufheizung wird gegenüber bekannten Ausführungen, bei
welchen nur eine Heizung über einen Werkzeugkörper bereitgestellt wird, dadurch erreicht,
dass die Wärme aus dem Werkzeugkörper nicht erst "nachfließen" muss, sondern direkt
über die erste Heizeinrichtung in der Formeinrichtung bereitgestellt wird.
[0028] In weiteren Ausführungen kann die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein
erstes Heizelement und mindestens ein zweites Heizelement aufweisen und das mindestens
eine erste Heizelement kann im Werkzeugkörper und das mindestens eine zweite Heizelement
kann in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder Formteil angeordnet sein, wobei
die Temperatur im Werkzeugkörper und die Temperatur in der mindestens einen zugehörigen
Kavität oder dem mindestens einen zugehörigen Formteil über das mindestens eine erste
Heizelement und das mindestens eine zweite Heizelement individuell geregelt werden.
Dabei können das mindestens eine erste Heizelement und das mindestens eine zweite
Heizelement bspw. unterschiedlich beheizt werden.
[0029] In weiteren Ausführungen können die Beheizung des Werkzeugkörpers der ersten Werkzeugkomponente
und/oder der zweiten Werkzeugkomponente und der zugehörigen mindestens einen Kavität
oder des mindestens einen Formteils hinsichtlich der bereitgestellten Temperatur und
Heizdauer über das mindestens eine erste Heizelement und das mindestens eine zweite
Heizelement individuell geregelt werden. So kann bspw. nicht nur die Heiztemperatur
unterschiedlich eingestellt und angepasst werden, sondern auch die Heizdauer angepasst
werden. Hierbei kann bspw. verhindert werden, dass Formeinrichtungen überhitzen, wenn
der Heißpressprozess kurzfristig unterbrochen oder ein Standby-Modus aktiviert wird,
in welchen kein Heißpressen erfolgt und damit keine Kühlung der Formflächen stattfindet.
[0030] In weiteren Ausführungen können mehrere einem Werkzeugkörper zugeordnete Kavitäten
und/oder Formteile des zweiten Heizkreises unterschiedlich beheizt werden, um so auch
einem individuellen Wärmebedarf Rechnung zu tragen und die optimale Temperatur an
den Formflächen zu erreichen. Insbesondere bei Multikavitätenwerkzeugen beeinflussen
sich die Formeinrichtungen je nach Lage an dem Werkzeugkörper und ihrer Ausgestaltung
thermisch, so dass bspw. für Formeinrichtungen am Rand eine andere Beheizung erforderlich
ist, wie für Formeinrichtungen in einer mittleren Position am Werkzeugkörper.
[0031] In weiteren Ausführungen erfolgt eine Regelung einer Temperaturverteilung in einem
Formwerkzeug für dreidimensionale Erzeugnisse, insbesondere Erzeugnisse aus einem
faserhaltigen Material, wobei in dem Formwerkzeug Vorformlinge unter Druck zu fertigen
Erzeugnissen verpresst werden, wobei das Formwerkzeug mindestens zwei Formeinrichtungen
[Kavität und Formteil] und mindestens zwei Heizeinrichtungen aufweist, wobei die mindestens
zwei Heizeinrichtungen zur Erreichung einer definierbaren Temperaturverteilung an
Formflächen der mindestens zwei Formeinrichtungen unterschiedlich ansteuerbar sind
und/oder der Abstand einer Heizeinrichtung der mindestens zwei Heizeinrichtungen zu
mindestens einer zugeordneten Formfläche einer Formeinrichtung größer oder kleiner
ist wie der Abstand einer weiteren Heizeinrichtung der mindestens zwei Heizeinrichtungen
zu mindestens einer zugeordneten Formfläche einer weiteren Formeinrichtung.
[0032] In weiteren Ausführungen können die Ansteuerung und damit die Beheizung der mindestens
einen Heizeinrichtung bzw. der Heizelemente unterschiedlich zueinander und/oder die
Heizelemente können zu den ihnen zugeordneten Formflächen einen ungleichen Abstand
aufweisen. Damit kann bei gleichen Heizeinrichtungen, die bspw. nicht unterschiedlich
angesteuert bzw. beheizt werden können, über den Abstand der Heizeinrichtungen zu
den Formflächen eine gewünschte Temperaturverteilung erreicht werden.
[0033] Weiterhin können - zusätzlich oder alternativ - die Heizeinrichtungen unterschiedlich
angesteuert bzw. beheizt werden, so dass sich an den Formflächen der Formeinrichtungen
eine gleichmäßige Temperaturverteilung einstellt. Insbesondere kann dadurch erreicht
werden, dass sämtliche Formflächen eines Formwerkzeugs in einem definierbaren Temperaturbereich
liegen. Formeinrichtungen können beispielsweise als Positiv und/oder Negativ der herzustellenden
Erzeugnisse ausgebildet sein und dabei in eine Werkzeugplatte des Formwerkzeugs hineinragen
oder von einer Werkzeugplatte abstehen. Zum Formen von Erzeugnissen werden Negative
und Positive der Formeinrichtungen zueinander gebracht, so dass sich dazwischen Kavitäten
ausbilden. Ebenso kann die Anordnung und Orientierung von Heizelementen bewusst so
gewählt werden, dass eine nicht homogene Wärmeverteilung an den Oberflächen von Formflächen
vorliegt, um bspw. bei Erzeugnissen mit unterschiedlichen dicken Abschnitten der Materialdicke
und daher dem entsprechend geringeren oder größeren Wärmebedarf Rechnung zu tragen.
[0034] Weitere Merkmale, Ausgestaltungen und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Darstellung von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die Figuren.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0035] In den Zeichnungen zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Faserverarbeitungseinrichtung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung eines Formwerkzeugs zum Heißverpressen von Vorformlingen
aus einem faserhaltigen Material gemäß dem Stand der Technik;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Ausführung einer Werkzeugkomponente eines Formwerkzeugs
gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer Ausführung eines Formwerkzeugs gemäß der hierin
offenbarten technischen Lehre;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente eines
Formwerkzeugs gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer noch weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente
eines Formwerkzeugs gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre; und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung einer noch weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente
eines Formwerkzeugs gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre.
Detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen
[0036] Nachfolgend werden mit Bezug auf die Figuren Ausführungsbeispiele der hierin beschriebenen
technischen Lehre dargestellt. Für gleiche Komponenten, Teile und Abläufe werden in
der Figurenbeschreibung gleiche Bezugszeichen verwendet. Für die hierin offenbarte
technische Lehre unwesentliche oder für einen Fachmann sich erschließende Komponenten,
Teile und Abläufe werden nicht explizit wiedergegeben. Im Singular angegebene Merkmale
sind auch im Plural mitumfasst, sofern nicht explizit etwas anderes ausgeführt ist.
Dies betrifft insbesondere Angaben wie "ein" oder "eine".
[0037] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Faserverarbeitungseinrichtung 1000
zur Herstellung von dreidimensionalen Erzeugnissen aus einem faserhaltigen Material.
Das faserhaltige Material für die Herstellung von Formteilen wird im gezeigten Ausführungsbeispiel
in einem Pulpebecken 200 der Faserverarbeitungseinrichtung 1000 aufbereitet. Hierzu
können über eine Flüssigkeitszufuhr bspw. Wasser und Faserstoffe sowie ggf. Zusätze
in ein Pulpebecken 200 eingebracht und die Pulpe in dem Pulpebecken 200 durch Vermischen
der einzelnen Komponenten unter Wärmeeintrag und von Hilfsmitteln, wie bspw. eines
Rührers, aufbereitet werden.
[0038] Als Pulpe wird eine wässrige Lösung bezeichnet, die Fasern aufweist, wobei der Fasergehalt
an der wässrigen Lösung in einem Bereich von 0,1 bis 10 Gew.-% vorliegen kann. Zusätzlich
können Zusätze, wie bspw. Stärke, chemische Zusätze, Wachs, etc. enthalten sein. Bei
den Fasern kann es sich bspw. um natürliche Fasern, wie Cellulosefasern, oder Fasern
aus einem faserhaltigen Ursprungsmaterial (z.B. Altpapier) handeln. Eine Faseraufbereitungsanlage
bietet die Möglichkeit, Pulpe in großer Menge aufzubereiten und mehreren Faserverarbeitungseinrichtungen
1000 zur Verfügung zu stellen.
[0039] Über die Faserverarbeitungseinrichtung 1000 lassen sich bspw. biologisch abbaubare
Becher 3000 und andere Erzeugnisse herstellen, welche große Höhen (> 50mm) aufweisen.
Da als Ausgangsmaterial für die Erzeugnisse eine faserhaltige Pulpe mit natürlichen
Fasern verwendet wird, können die so hergestellten Erzeugnisse nach ihrer Verwendung
selbst wieder als Ausgangsmaterial für die Herstellung von derartigen Erzeugnissen
dienen oder kompostiert werden, weil diese in der Regel vollständig zersetzt werden
können und keine bedenklichen, umweltgefährdenden Stoffe enthalten.
[0040] Die in Fig. 1 gezeigte Faserverarbeitungseinrichtung 1000 weist einen Rahmen 100
auf, der von einer Verkleidung umgeben sein kann. Die Versorgungseinheiten 300 der
Faserverarbeitungseinrichtung 1000 umfassen bspw. Schnittstellen für die Zufuhr von
Medien (bspw. Wasser, Pulpe, Druckluft, Gas, etc.) und Energie (Stromversorgung),
eine zentrale Steuereinheit 310, mindestens eine Ansaugeinrichtung 320, Leitungssysteme
für die verschiedenen Medien, Pumpen, Ventile, Leitungen, Sensoren, Messeinrichtungen,
ein BUS-System, etc. sowie Schnittstellen für eine bidirektionale Kommunikation über
eine drahtgebundene und/oder drahtlose Datenverbindung. Anstelle einer drahtgebundenen
Datenverbindung kann auch eine Datenverbindung über eine Glasfaserleitung bestehen.
Die Datenverbindung kann bspw. zwischen der Steuereinheit 310 und einer zentralen
Steuerung für mehrere Faserverarbeitungseinrichtungen 1000, zu einer Faseraufbereitungsanlage,
zu einer Service-Stelle und/oder weiteren Einrichtungen bestehen. Es kann über eine
bidirektionale Datenverbindung auch eine Steuerung der Faserverarbeitungseinrichtung
1000 über eine mobile Einrichtung, wie bspw. ein Smartphone, Tablet-Computer oder
dergleichen erfolgen.
[0041] Die Steuereinheit 310 steht über ein BUS-System oder eine Datenverbindung mit einem
HMI-Panel 700 in bidirektionaler Kommunikation. Das HMI (Human-Machine-Interface)-Panel
700 weist ein Display auf, welches Betriebsdaten und Zustände der Faserverarbeitungseinrichtung
1000 für auswählbare Bestandteile oder die gesamte Faserverarbeitungseinrichtung 1000
anzeigt. Das Display kann als Touch-Display ausgebildet sein, so dass hierüber Einstellungen
per Hand von einem Operator der Faserverarbeitungseinrichtung 1000 vorgenommen werden
können. Zusätzlich oder alternativ können an dem HMI-Panel 700 weitere Eingabemittel,
wie bspw. eine Tastatur, ein Joystick, ein Tastenfeld etc. für Operatoreingaben vorgesehen
sein. Hierüber können Einstellungen verändert und Einfluss auf den Betrieb der Faserverarbeitungseinrichtung
1000 vorgenommen werden.
[0042] Die Faserverarbeitungseinrichtung 1000 weist einen Roboter 500 auf. Der Roboter 500
ist als sogenannter 6-Achs Roboter ausgebildet und damit in der Lage innerhalb seines
Aktionsradius Teile aufzunehmen, zu rotieren und in sämtliche Raumrichtungen zu bewegen.
Anstelle des in den Figuren gezeigten Roboters 500 können auch andere Handling-Einrichtungen
vorgesehen sein, die dazu ausgebildet sind, Produkte aufzunehmen und zu verdrehen
beziehungsweise zu rotieren und in die verschiedenen Raumrichtungen zu bewegen. Darüber
hinaus kann eine derartige Handling-Einrichtung auch anderweitig ausgebildet sein,
wobei hierzu die Anordnung der entsprechenden Stationen der Faserverarbeitungseinrichtung
1000 von dem gezeigten Ausführungsbeispiel abweichen kann.
[0043] An dem Roboter 500 ist ein Saugwerkzeug 520 angeordnet. Das Saugwerkzeug 520 weist
in dem gezeigten Ausführungsbeispiel als Negativ der zu formenden dreidimensionalen
Formteile, wie bspw. von Bechern 3000, ausgebildete Kavitäten als Ansaugkavitäten
auf. Die Kavitäten können bspw. eine netzartige Oberfläche aufweisen, an der sich
Fasern aus der Pulpe während des Ansaugens anlagern. Hinter den netzartigen Oberflächen
stehen die Kavitäten über Kanäle im Saugwerkzeug 520 mit einer Saugeinrichtung in
Verbindung. Die Saugeinrichtung kann bspw. durch eine Ansaugeinrichtung 320 realisiert
werden. Über die Saugeinrichtung kann Pulpe angesaugt werden, wenn sich das Saugwerkzeug
520 so innerhalb des Pulpebeckens 200 befindet, dass sich die Kavitäten zumindest
partiell in der wässrigen Faserlösung, der Pulpe, befinden. Ein Vakuum bzw. ein Unterdruck
zum Ansaugen von Fasern, wenn sich das Saugwerkzeug 520 in dem Pulpebecken 200 und
der Pulpe befindet, können über die Ansaugeinrichtung 320 bereitgestellt werden. Hierzu
weist die Faserverarbeitungseinrichtung 1000 entsprechende Mittel bei den Versorgungseinheiten
300 auf. Das Saugwerkzeug 520 weist Leitungen zur Bereitstellung des Vakuums/Unterdrucks
von der Ansaugeinrichtung 320 bei den Versorgungseinheiten 300 zu dem Saugwerkzeug
520 und den Öffnungen in den Kavitäten auf. In den Leitungen sind Ventile angeordnet,
die über die Steuereinheit 310 angesteuert werden können und damit das Ansaugen der
Fasern regeln. Es kann durch die Ansaugeinrichtung 320 anstelle eines Ansaugens auch
ein "Ausblasen" erfolgen, wozu die Ansaugeinrichtung 320 entsprechend ihrer Ausgestaltung
in einen anderen Betriebsmodus geschaltet wird.
[0044] Bei der Herstellung von Formteilen aus einem Fasermaterial wird das Saugwerkzeug
520 in die Pulpe getaucht und ein Unterdruck/Vakuum an den Öffnungen der Kavitäten
angelegt, so dass Fasern aus der Pulpe angesaugt werden und sich bspw. an dem Netz
der Kavitäten des Saugwerkzeugs 520 anlagern.
[0045] Danach hebt der Roboter 500 das Saugwerkzeug 520 aus dem Pulpebecken 200 und bewegt
es mit den an den Kavitäten anhaftenden Fasern, die noch einen relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt
von bspw. über 80 Gew.-% an Wasser aufweisen, an die Vorpressstation 400 der Faserverarbeitungseinrichtung
1000, wobei zur Übergabe der Unterdruck in den Kavitäten aufrechterhalten wird. Die
Vorpressstation 400 weist ein Vorpresswerkzeug mit Vorpressformen auf. Die Vorpressformen
können bspw. als Positiv der zu fertigenden Formteile ausgebildet sein und zur Aufnahme
der in den Kavitäten anhaftenden Fasern eine entsprechende Größe im Hinblick auf die
Gestalt der Formteile aufweisen.
[0046] Bei der Herstellung von Formteilen wird das Saugwerkzeug 520 mit den in den Kavitäten
anhaftenden Fasern so zu der Vorpressstation 400 bewegt, dass die Fasern in die Kavitäten
gedrückt werden. Dabei werden die Fasern in den Kavitäten miteinander verpresst, so
dass hierüber eine stärkere Verbindung zwischen den Fasern erzeugt wird. Zudem wird
dabei der Feuchtigkeitsgehalt der aus den angesaugten Fasern gebildeten Vorformlinge
reduziert, so dass die nach dem Vorpressen gebildeten Vorformlinge nur noch einen
Feuchtigkeitsgehalt von bspw. 60 Gew.-% aufweisen. Zum Auspressen von Wasser können
flexible Vorpressformen zum Einsatz kommen, die bspw. mittels Druckluft (Prozessluft)
aufgebläht werden und dabei die Fasern gegen die Wand einer Kavität eines weiteren
Saugwerkzeugteils drücken. Durch das "Aufblasen" wird sowohl Wasser ausgepresst als
auch die Dicke der angesaugten Faserschicht reduziert.
[0047] Während des Vorpressens kann Flüssigkeit bzw. Pulpe über das Saugwerkzeug 520 und/oder
über weitere Öffnungen in Vorpressformen bzw. -werkzeugteilen (Kavitäten) abgesaugt
und zurückgeführt werden. Die beim Ansaugen über das Saugwerkzeug 520 und/oder beim
Vorpressen in der Vorpressstation 400 austretende Flüssigkeit bzw. Pulpe kann in das
Pulpebecken 200 oder einer Pulpe-Aufbereitung zurückgeführt werden.
[0048] Nach dem Vorpressen in der Vorpressstation 400 werden die so erzeugten Vorformlinge
an dem Saugwerkzeug 520 über den Roboter 500 zu einer Heißpressstation 600 bewegt,
die ein Formwerkzeug 610 für die finale Formgebung und Trocknung der Vorformlinge
zu dreidimensionalen Erzeugnissen aufweist. Hierzu wird der Unterdruck am Saugwerkzeug
520 aufrechterhalten, damit die Vorformlinge in den Kavitäten verbleiben. Die Vorformlinge
werden über das Saugwerkzeug 520 auf einen unteren Werkzeugkörper 622 einer ersten
Werkzeugkomponente des Formwerkzeugs 610 übergeben, welcher entlang der Fertigungslinie
aus der Heißpressstation 600 verfahrbar ist. Befindet sich der untere Werkzeugkörper
622 in seiner ausgefahrenen Position, wird das Saugwerkzeug 520 so zu dem unteren
Werkzeugkörper 622 bewegt, dass die Vorformlinge auf Formeinrichtungen bzw. Formteilen
624 des unteren Werkzeugkörpers 622 aufgesetzt werden können. Anschließend wird über
die Öffnungen im Saugwerkzeug 520 ein Überdruck erzeugt, so dass die Vorformlinge
aktiv von den Kavitäten im Saugwerkzeug abgelegt werden, oder das Ansaugen wird beendet,
sodass die Vorformlinge schwerkraftbedingt auf den Formeinrichtungen bzw. Formteilen
624 des unteren Werkzeugkörpers 622 verbleiben. Durch eine Bereitstellung von Überdruck
an den Öffnungen der Kavitäten des Saugwerkzeugs können vorgepresste Vorformlinge,
die in den Kavitäten des Saugwerkzeugs anliegen/anhaften, gelöst und abgegeben werden.
[0049] Danach wird das Saugwerkzeug 520 über den Roboter 500 wegbewegt und das Saugwerkzeug
520 wird in das Pulpebecken 200 getaucht, um weitere Fasern zur Herstellung von Formteilen
aus faserhaltigem Material anzusaugen.
[0050] Der untere Werkzeugkörper 622 des Formwerkzeugs 610 verfährt nach der Übergabe der
Vorformlinge in die Heißpressstation 600. In der Heißpressstation 600 erfolgt unter
Wärmeeintrag und hohem Druck ein Verpressen der Vorformlinge zu fertigen Erzeugnissen,
wozu ein oberer Werkzeugkörper 632 einer zweiten Werkzeugkomponente 630 des Formwerkzeugs
610 über eine Presse auf den unteren Werkzeugkörper 622 gebracht wird. Der obere Werkzeugkörper
632 weist zu den Formeinrichtungen bzw. Formteilen 624 korrespondierende Kavitäten
634 auf. Nach dem Heißpressvorgang werden der untere Werkzeugkörper 622 und der obere
Werkzeugkörper 632 relativ voneinander wegbewegt und der obere Werkzeugkörper 632
entlang der Faserverarbeitungseinrichtung 1000 in Fertigungsrichtung bewegt, wobei
nach dem Heißpressen die gefertigten Erzeugnisse über den oberen Werkzeugkörper 632
angesaugt werden und damit innerhalb der Kavitäten verbleiben. Somit werden die gefertigten
Erzeugnisse aus der Heißpressstation 600 verbracht und über den oberen Werkzeugkörper
632 nach dem Verfahren auf einem Transportband einer Fördereinrichtung 800 abgelegt.
Nach dem Ablegen wird das Ansaugen über den oberen Werkzeugkörper 632 beendet und
die Erzeugnisse verbleiben auf dem Transportband. Der obere Werkzeugkörper 632 fährt
zurück in die Heißpressstation 600 und ein weiterer Heißpressvorgang kann durchgeführt
werden.
[0051] Die Faserverarbeitungseinrichtung 1000 weist weiterhin eine Fördereinrichtung 800
mit einem Transportband auf. Auf das Transportband können die gefertigten Erzeugnisse
aus faserhaltigen Material nach dem finalen Formen und dem Heißpressen in der Heißpressstation
600 abgelegt und aus der Faserverarbeitungseinrichtung 1000 ausgebracht werden. In
weiteren Ausführungen kann nach dem Ablegen der Erzeugnisse auf das Transportband
der Fördereinrichtung 800 eine weitere Bearbeitung erfolgen, wie bspw. ein Befüllen
und/oder ein Stapeln der Erzeugnisse. Das Stapeln kann bspw. über einen zusätzlichen
Roboter oder eine andere Einrichtung erfolgen.
[0052] Die Faserverarbeitungseinrichtung 1000 aus Fig. 1 zeigt eine mögliche Ausführungsform.
Es kann eine Faserverarbeitungseinrichtung gemäß der hierin beschriebenen technischen
Lehre auch nur eine Formstation mit einem auswechselbaren Werkzeug, bspw. ein Saugwerkzeug
520 oder ein Heißpresswerkzeug, in dem faserhaltiges Material verarbeitbar ist, wobei
verschiedene Werkzeuge zur Herstellung unterschiedlicher dreidimensionaler Erzeugnisse
in der mindestens einen Formstation aufnehmbar sind, aufweisen. Die weiteren für die
Faserverarbeitungseinrichtung 1000 von Fig. 1 gezeigten Stationen und Vorrichtungen
sind zur Umsetzung der technischen Lehre nicht zwingend erforderlich.
[0053] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Formwerkzeugs 610 zum Heißverpressen
von Vorformlingen aus einem faserhaltigen Material gemäß dem Stand der Technik. Das
Formwerkzeug 610 weist eine erste Werkzeugkomponente 620 und eine zweite Werkzeugkomponente
630 auf. Die erste Werkzeugkomponente 620 weist einen Werkzeugkörper 622 und die zweite
Werkzeugkomponente 630 weist einen Werkzeugkörper 632 auf. An den einander zugewandten
Flächen sind Formeinrichtungen angeordnet bzw. mit den Werkzeugkörpern 622, 632 verbunden.
In der in Fig. 2 gezeigten Ausführung sind an der Oberfläche des Werkzeugkörpers 622
als Formteile 624 ausgebildete Formeinrichtungen angeordnet. An der der ersten Werkzeugkomponente
620 zugewandten Oberfläche des Werkzeugkörpers 632 sind als Kavitäten 634 ausgebildete
Formeinrichtungen angeordnet, welche korrespondierend zu den Formteilen 624 ausgebildet
sind, so dass im geschlossenen Zustand des Formwerkzeug 610 ein Formraum zwischen
den Oberflächen der Formteile 624 und den Oberflächen der Kavitäten 634 ausgebildet
wird.
[0054] Die Formeinrichtungen (Formteile 624, Kavitäten 634) sind austauschbar mit den Werkzeugkörpern
622, 632 verbunden, so dass verschiedene Erzeugnisse mit dem Formwerkzeug 610 einer
Heißpressstation 600 hergestellt werden können. Bspw. können die Formeinrichtungen
mittels Schrauben mit den Werkzeugkörpern 622, 632 verbunden sein.
[0055] Zur Beheizung des Formwerkzeugs 610 sind in dem Werkzeugkörper 622 ein erstes Heizelement
625 und in dem Werkzeugkörper 632 ein erstes Heizelement 635 angeordnet. Die ersten
Heizelemente 625 und 685 können bspw. als Heizpatronen ausgebildet sein. Über die
Heizelemente 625 und 635 werden die Werkzeugkörper 622, 632 sowie die damit verbundenen
Formeinrichtungen (Formteile 624, Kavitäten 634) beheizt. Die Komponenten des Formwerkzeugs
610 bestehen hierzu aus einem wärmeleitenden Material, wie bspw. Aluminium. Die Komponenten
des Formwerkzeugs 610 können Kanäle und Öffnungen zum An- und Absaugen von Wasser
bzw. Wasserdampft aufweisen, welches bei einem Verpressen (Heißpressen) von feuchten
Vorformlingen austritt.
[0056] Die in Fig. 2 gezeigte Ausführung gemäß dem Stand der Technik weist den Nachteil
auf, dass die Beheizung des Formwerkzeugs 610 für einen Heißpressprozess keine bedarfsoptimierte
Temperaturverteilung zulässt. Die über die ersten Heizelemente 625, 635 eingebrachte
Wärme verteilt sich in den Werkzeugkörpern 622, 632 und von dort in den Formeinrichtungen.
Damit ist der Wärmeübergang sehr träge und weist mehrere Nachteile auf. Einerseits
ist die Temperatur an den Oberflächen der Formeinrichtungen nur über den von den Heizelementen
625, 635 bereitgestellten Wärmeeintrag abhängig und andererseits kann einem unterschiedlichen
Leistungsbedarf, wie er bei Formwerkzeugen mit mehreren Formeinrichtungen ("Multikavitäten"-Werkzeug)
in der Regel vorherrscht, nicht Rechnung getragen werden, so dass die Qualität der
hergestellten Erzeugnisse und die Zykluszeit des Heißpressprozesses darunter leiden.
Die Anforderungen an die Variabilität der Beheizung nach Maßgabe der Position einer
Formeinrichtung an einem Werkzeugkörper 622, 632 nimmt bei großen Formtiefen bzw.
Erzeugnishöhen mit steigender Höhe umso mehr zu.
[0057] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführung einer Werkzeugkomponente
620 eines Formwerkzeugs 610 gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre, welche
die Probleme des Stands der Technik behebt. Gegenüber der Ausbildung von Fig. 2 weist
die erste Werkzeugkomponente 620 bei den Formteilen 624 jeweils mindestens ein zweites
Heizelement 626 auf, so die Formteile 624 über diese direkt beheizt werden können
und die Temperatur an den Formflächen der Formteile 624 von der Temperatur weiterer
Formteile 624 variieren kann. Zudem kann dabei eine Grundbeheizung eines Werkzeugkörpers
622 erfolgen, wie eingangs beschrieben, welche für die Einhaltung einer Stichmaßtemperatur
erforderlich ist und die eine Grundbeheizung bereitstellt, wobei jedoch die Temperatur
der Formteile 624 geringer oder gleich hoch ist, wie die Grundbeheizung. Solche zweiten
Heizelemente 626 können bspw. als Heizpatronen ausgebildet sein. Für eine Verbindung
mit einer Steuereinheit können die Formteile 624 und der Werkzeugkörper 622 Kanäle
aufweisen, in welchen Leitungen aufgenommen sind. Die Kanäle und Verbindungstellen
zwischen Kanälen in Formteilen 624 und einem Werkzeugkörper 622 können in weiteren
Ausführungen Isolierungen aufweisen. Ferner können diese so angeordnet sein, dass
die Belastung auf solche Leitungen minimiert sind.
[0058] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführung eines Formwerkzeugs 610
gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre, wobei sowohl die Formteile 624 als
auch die Kavitäten 634 mindestens ein zweites Heizelement 636 aufweisen, so dass eine
individuelle Beheizung der Kavitäten 634 und der korrespondierenden Formteile 624
erfolgen kann. Hierbei kann insbesondere nach Maßgabe der Position der Formeinrichtungen
bzw. der Formeinrichtungspaare (Kavität 634 und zugehöriges Formteil 624) eine individuelle
Beheizung erfolgen. In dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel weisen bspw. die
Kavitäten 634 mehrere zweite Heizelemente 636 auf, die in einem Randbereich angeordnet
sind. Hierbei kann bspw. einer Abkühlung durch das Verdampfen von Wasser beim Heißpressen
von feuchten Vorformlingen aus faserhaltigem Material entgegengewirkt werden, da die
Wärme nicht wie bisher aus dem Stand der Technik aus dem Werkzeugkörper 632 nachfließen
muss, sondern direkt in die Formflächen eingebracht werden kann bzw. der Wärmefluss
konstant in unmittelbarer Nähe der gekühlten Bereiche der Formflächen besteht. Dabei
ist es insbesondere auch nicht notwendig, die Temperatur der Grundbeheizung über den
Werkzeugkörper zu erhöhen, um ein schnelleres Nachheizen der Formflächen zu erreichen.
Die Grundbeheizung der Werkzeugkörper 622, 632 verhindert zudem ein Abkühlen der wärmeleitenden
Komponenten des Formwerkzeugs 610.
[0059] Bei der Ausführung von Fig. 4 sind auch mehrere erste Heizelemente 625, 635 in den
Werkzeugkörpern 622, 632 angeordnet, so dass hierüber auch die Grundbeheizung lokal
angepasst werden kann.
[0060] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente
620 eines Formwerkzeugs 610 gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre, wobei
Heizelemente 627 vorgesehen sind, die einen ersten Heizbereich 627A und einen zweiten
Heizbereich 627B aufweisen. Die beiden Heizbereiche 627A, 627B können unterschiedlich
angesteuert werden und damit eine zueinander unterschiedliche Beheizung bereitstellen.
Die Formteile 624 können in einer solchen Ausführung bspw. Öffnungen aufweisen. Bei
der Verbindung von Formteilen 624 mit dem zugehörigen Werkezugkörper 622 können die
Formteile 624 mit den Öffnungen auf die abstehenden Bereiche bzw. Heizbereiche 627B
gesteckt und anschließend bspw. mittels Schrauben fest mit dem Werkzeugkörper 622
verbunden werden.
[0061] In noch weiteren Ausführungen können Heizelemente so angeordnet werden, dass nur
ein Teil deren wirksamer Heizfläche in Formeinrichtungen aufgenommen ist, so dass
flächenmäßig ein größerer Wärmeübergang im Bereich der Werkzeugkörper 622, 632 erfolgt
als in den Formeinrichtungen.
[0062] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung einer noch weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente
620 eines Formwerkzeugs 610 gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre, welche
das Konzept der hierin offenbarten technischen Lehre zur Behebung der aus dem Stand
der Technik bekannten Probleme zeigt, wobei die Aufteilung der Beheizung für eine
Werkzeugkomponente 620 gezeigt ist. Die Aufteilung der Beheizung gilt dabei ebenso
für eine zweite Werkzeugkomponente 630 mit Kavitäten 634 als Formeinrichtungen.
[0063] Über mindestens ein erstes Heizelement 625 wird eine erste Heizzone A im Werkzeugkörper
622 bereitgestellt. Über mindestens ein zweites Heizelement 626 je Formteil 624 wird
eine zweite Heizzone B bereitgestellt.
[0064] Die Aufteilung in zwei unterschiedliche Heizzonen A und B ermöglicht eine individuelle
Beheizung der Formeinrichtungen unter Berücksichtigung der tatsächlich benötigten
Wärmeenergie zum Verdampfen von Wasser nach Maßgabe der Position an dem Werkzeugkörper
622, 632 und der Geometrie des herzustellenden Erzeugnisses. Es ist damit auch möglich
unterschiedliche Erzeugnisse in einem Heißpressprozess herzustellen, weil die Beheizung
an den Formflächen der Formeinrichtungen individuell eingestellt werden kann.
[0065] Fig. 7 zeigt eine schematische Darstellung einer noch weiteren Ausführung einer Werkzeugkomponente
620 eines Formwerkzeugs 610 gemäß der hierin offenbarten technischen Lehre, wobei
die Anordnung von mehreren Formteilen 624 gezeigt ist. Aufgrund der gegenseitigen
Beeinflussung und aufgrund des Wärmeflusses über eine Grundbeheizung durch mindestens
ein erstes Heizelement 625 oder 635 kann für jedes Formteil 624 (und auch jede Kavität
634) eine unterschiedliche Beheizung erforderlich sein. Das Erfordernis der unterschiedlichen
Beheizung kann auch durch Unterschiede beim Abtransport von beim Heißpressprozess
entstehendem Wasserdampf begründet sein, wobei ein angesaugter Luftstrom mit Wasserdampf
Kanäle und damit den Werkzeugkörper 622 kühlen kann. Dabei ist ferner zu berücksichtigen,
wie sich die Grundbeheizung des Werkzeugkörpers 622 auf die Beheizung auswirkt.
[0066] In dem exemplarischen Beispiel von Fig. 7 werden die Formteile 624 mit unterschiedlicher
maximaler Leistung (70-100%) betrieben, so dass die Formteile 624 unterschiedlich
stark beheizt werden. In dem Ausführungsbeispiel sind nur sechs Formteile 624 gezeigt.
Bei Formwerkzeugen 610 mit mehreren Formeinrichtungen kann die benötigte Wärmeenergie
sich noch weiter unterscheiden.
[0067] Die Bestimmung der benötigen Heizleistung kann vor einem Heißpressprozess bspw. mit
Hilfe eines Berechnungsprogramms in einer Simulation erfolgen.
[0068] Bei der Bestimmung der Beheizung für ein Formwerkzeugs 610 ist die Gestalt und Ausbildung
eines herzustellenden Erzeugnisses maßgeblich, wobei Erzeugnisse mit verhältnismäßig
großen Formtiefen (bspw. > 50 mm) eine direkte Beheizung der Formeinrichtungen benötigen.
Bei einer direkten Beheizung werden Heizelemente, die Bestandteil von Heizeinrichtungen
sein können, so zu den Formflächen der Formeinrichtungen angeordnet, dass diese einen
definierbaren Abstand zu den Formflächen aufweisen. Bei einer direkten Beheizung können
Heizeinrichtungen und Heizelemente sich auch um eine Formeinrichtung herum erstrecken
und/oder bspw. parallel zu Seitenwänden der Formeinrichtungen verlaufen. Zusätzlich
ist in der Regel eine indirekte Beheizung über den zugehörigen Werkzeugköper vorgesehen.
[0069] Es ist zudem die maximale Anzahl an Formeinrichtungen je verfügbarer Fläche eines
Werkzeugkörpers 622, 632 im Hinblick auf die bereitstellbare Wärmemenge bei Erreichung
von möglichst kurzen Heißpresszeiten zu bestimmen. Dabei ist nicht nur die maximal
flächenmäßig größte Belegung einer Werkzeugfläche maßgeblich, sondern auch die Kühlwirkung
aufgrund der eingebrachten Vorformlinge. Es gilt dabei zu beachten, dass ein zu starkes
Abkühlen ein längeres Heißpressen erfordert.
[0070] Bei der Bestimmung der Beheizung kann anhand der Produktgeometrie, Wandstärke und
Zielmaterial der herzustellenden Erzeugnisse eine (erste) Abschätzung der benötigten
Trocknungsenergie durchgeführt werden.
[0071] Danach kann ein Entwurf der Beheizung durchgeführt werden. Dies kann bspw. jeweils
für eine erste Werkzeugkomponente 622 (Unterwerkzeug) und eine zweite Werkzeugkomponente
632 (Oberwerkzeug) allein oder für beide gemeinsam erfolgen.
[0072] Dabei können geeignete Heizeinrichtungen und Heizelemente ausgewählt werden. Bspw.
können elektrisch ansteuerbare Heizpatronen ausgewählt werden, wobei zusätzlich eine
Auswahl von Heizpatronen (einheitlich oder unterschiedliche Typen), bspw. je nach
verfügbarem Bauraum zum Platzieren dieser (inkl. Beachtung von Verdrahtung, Dampf
und Luftkanälen) erfolgen kann.
[0073] In einem weiteren Schritt kann eine erste, grobe Verteilung der Heizpatronen oder
anderer Heizeinrichtungen/Heizelemente erfolgen. Hierzu kann bspw. nach Maßgabe eines
Heizungskonzepts anhand der Speichermasse des Werkzeugmaterials (insbesondere des
Werkzeugmaterials für die Formeinrichtungen) die Verteilung von Heizeinrichtungen/Heizelementen
und deren Ausrichtung sowie Orientierung im Werkzeug erfolgen. Weiterhin kann dabei
erreicht werden, möglichst gleiche Abstände zur Produktoberfläche, d.h. zu den Formflächen,
herzustellen.
[0074] In einem weiteren Schritt kann nach Maßgabe der Vorgaben und Annahmen ein FEM-Model
aufgebaut werden und eine Berechnung der Temperaturverteilung und eine mögliche Verformung
der Werkzeuge (Formeinrichtungen und/oder Werkzeugkörper 622, 632) nach Maßgabe eines
Berechnungsmodell erfolgen. Bspw. kann hierzu ein dynamisches Berechnungsmodell zum
Einsatz kommen.
[0075] In einem weiteren Schritt werden die Ergebnisse der Berechnung der Temperaturverteilung
und/oder Verformung analysiert und eine Optimierung der Auswahl und Verteilung der
Heizeinrichtungen/Heizelemente (z.B. Heizpatronen) vorgenommen. So können bspw. Abstände
vergrößert und/oder verringert, die Ausrichtung und/oder Orientierung von Heizeinrichtungen/Heizelementen
verändert und/oder die Heizleistung verändert werden, um definierbare Temperaturverteilungen
an allen/ausgewählten Formflächen zu erreichen. Anschließend kann in einem weiteren
Schritt eine erneute FEM-Berechnung des Werkzeuges (Formeinrichtungen und/oder Werkzeugkörper
622, 632) erfolgen, bis die Temperaturgradienten global unter einem definierbaren
Wert liegen. Ein solcher Wert kann bspw. in einem Bereich von 30 °C bis 100 °C liegen.
In einem Ausführungsbeispiel liegt die Schwelle für den Temperaturgradienten bei 50
°C.
[0076] In einem weiteren Schritt kann eine Einteilung der Heizeinrichtungen/Heizelemente
(z.B. Heizpatronen) in Leistungszonen (individuell für erste Werkzeugkomponente 620
und zweite Werkzeugkomponente 630; Heizzone A, B) erfolgen. Bspw. kann eine zusätzliche
Einteilung in Zonen hinsichtlich der Erstreckung über die Oberfläche eines Werkzeugkörpers
622, 632 (Innen - außen und/oder Formeinrichtungsspezifisch bei großen Produkten)
erfolgen.
[0077] In einem weiteren Schritt kann eine Änderung der spezifischen Heizleistungen im FEM-Modell
durchgeführt werden und danach eine Berechnung der Temperaturverteilung und eine mögliche
Verformung der Werkzeuge (Formeinrichtungen und/oder Werkzeugkörper 622, 632) erfolgen.
[0078] In einem weiteren Schritt kann eine Iteration erfolgen, bis ein Temperaturgradient
kleiner 5 bis 30 °C, vorzugsweise kleiner 10 °C, erreicht worden ist. Sofern es nicht
möglich ist, einen Temperaturgradienten kleiner 10 °C zu erreichen, kann die Auslegung
der Heizung neu gestartet werden.
[0079] Nach Erreichen des vorgegeben Temperaturgradienten kann in einem weiteren Verfahrensschritt
ein Auslesen der spezifischen Heizleistung erfolgen und die Auswahl an Einrichtungen,
Materialien, etc. sowie Anordnung und Ansteuerung dokumentiert und als Vorgabewerte
für die Heizungssteuerung in einer Heißpresse, einem Formwerkzeug 610 und/oder einer
Faserverarbeitungseinrichtung 1000 übernommen werden.
[0080] Sofern bereits bei der ersten Berechnung ein Temperaturgradient kleiner 10 °C erreicht
worden ist, kann die vorhergehende Ermittlung der Parameter und Auswahl bereits beendet
werden und als Vorgabe übernommen werden. Darüber hinaus können mehrere Iterationsschritte
durchlaufen werden, bis der vorgegebene Temperaturgradient erreicht worden ist.
[0081] In weiteren Ausführungen kann, wenn für eine ausgewählte Heizeinrichtungs- und/oder
Heizelementart in einer definierbaren Anzahl an Schritten kein Unterschreiten des
erforderlichen Temperaturgradienten erreicht werden kann, automatisch eine neue Berechnung
für eine Heizeinrichtungs- und/oder Heizelementart erfolgen. Darüber hinaus kann in
weiteren Ausführungen die vorstehende Änderung für eine mögliche Anpassung der Heizleitung
und/oder der Ausrichtung/Orientierung und/oder Abstand zwischen Formflächen und Heizeinrichtungen/Heizelementen
erfolgen.
[0082] In weiteren Ausführungen können im Betrieb eines Formwerkzeugs 610 über Sensoren
und Messrichtungen Temperaturen, Drücke und Produkteigenschaften des herzustellenden
bzw. hergestellten Erzeugnisses sowie von in ein Formwerkzeug 610 eingebrachten Vorformlingen
und dessen Ursprungsmaterial (Pulpe) überwacht und bei einer Veränderung (automatisch)
eine Anpassung der Ansteuerung der Heizeinrichtungen vorgenommen werden.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 100
- Rahmen
- 200
- Pulpebecken
- 300
- Versorgungseinheiten
- 310
- Steuereinheit
- 320
- Ansaugeinrichtung
- 400
- Vorpressstation
- 500
- Roboter
- 520
- Saugwerkzeug
- 600
- Heißpressstation
- 610
- Formwerkzeug
- 620
- erste Werkzeugkomponente
- 622
- Werkzeugkörper
- 624
- Formteil
- 625
- erstes Heizelement
- 626
- zweites Heizelement
- 627
- Heizelement
- 627A
- ersten Heizbereich
- 627B
- zweiter Heizbereich
- 630
- zweite Werkzeugkomponente
- 632
- Werkzeugkörper
- 634
- Kavität
- 635
- erstes Heizelement
- 636
- zweites Heizelement
- 700
- HMI-Panel
- 800
- Fördereinrichtung
- 810
- Kamera
- 900
- Wärmetauscher
- 1000
- Faserverarbeitungseinrichtung
- 3000
- Becher
1. Formwerkzeug zur Herstellung von dreidimensionalen Erzeugnissen aus einem faserhaltigen
Material, aufweisend mindestens eine erste Werkzeugkomponente und mindestens eine
zweite Werkzeugkomponente, wobei die erste Werkzeugkomponente und die zweite Werkzeugkomponente
jeweils einen Werkzeugkörper aufweisen, wobei der Werkzeugkörper der ersten Werkzeugkomponente
mindestens eine Kavität und der Werkzeugkörper der zweiten Werkzeugkomponente mindestens
ein zur mindestens einen Kavität korrespondierendes Formteil aufweist, wobei das mindestens
eine Formteil und die mindestens eine Kavität zur Ausbildung eines Formraums zwischen
korrespondierenden Oberflächen der mindestens einen Kavität und des mindestens einen
Formteils relativ zueinander bewegbar und zum Verpressen eines in den Formraum einbringbaren
faserhaltigen Materials verpressbar sind, und wobei die erste Werkzeugkomponente und/oder
die zweite Werkzeugkomponente mindestens eine Heizeinrichtung aufweisen, wobei die
mindestens eine Heizeinrichtung derart angeordnet ist, dass aufgrund der Anordnung
der mindestens einen Heizeinrichtung mindestens ein erster Heizkreis im Werkzeugkörper
und mindestens ein zweiter Heizkreis in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder
Formteil ausgebildet sind.
2. Formwerkzeug nach Anspruch 1, wobei die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens
ein Heizelement aufweist, das asymmetrisch im Werkzeugkörper und in der zugehörigen
mindestens einen Kavität oder Formteil angeordnet ist.
3. Formwerkzeug nach Anspruch 2, wobei eine wirksame Heizfläche des mindestens einen
Heizelements flächenmäßig eine größere Erstreckung innerhalb
- des Werkzeugkörpers gegenüber einer flächenmäßigen Erstreckung innerhalb der zugehörigen
mindestens einen Kavität oder Formteil, oder
- mindestens einer Kavität oder Formteil gegenüber einer flächenmäßigen Erstreckung
innerhalb des Werkzeugkörpers aufweist.
4. Formwerkzeug nach Anspruch 1, wobei die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens
ein erstes Heizelement und mindestens ein zweites Heizelement aufweist, wobei das
mindestens eine erste Heizelement im Werkzeugkörper und das mindestens eine zweite
Heizelement in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder Formteil angeordnet sind.
5. Formwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, aufweisend mehrere Kavitäten und zugehörige
Formteile, wobei Heizelemente der mindestens einen Heizeinrichtung in Bezug auf Lage
und/oder Orientierung zueinander und/oder zu den zugehörigen Kavitäten oder Formteilen
unterschiedlich angeordnet sind.
6. Formwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei mindestens ein Heizelement mindestens
einer Heizeinrichtung für eine Kavität oder Formteil unterschiedlich zu mindestens
einem Heizelement mindestens einer Heizeinrichtung für eine weitere Kavität oder Formteil
einer ersten Werkzeugkomponente und/oder einer zweiten Werkzeugkomponente angeordnet
und/oder ansteuerbar sind.
7. Formwerkzeug nach Anspruch 4, wobei das mindestens eine erste Heizelement und das
mindestens eine zweite Heizelement aufgrund ihrer Ausgestaltung eine zueinander unterschiedliche
Heizleistung aufweisen.
8. Verfahren zur Regelung einer Temperaturverteilung in einem Formwerkzeug zur Herstellung
von dreidimensionalen Erzeugnissen aus einem faserhaltigen Material, wobei in dem
Formwerkzeug Vorformlinge unter Druck und Temperatur zu Erzeugnissen verpresst werden,
wobei das Formwerkzeug mindestens eine erste Werkzeugkomponente und mindestens eine
zweite Werkzeugkomponente aufweist, wobei die erste Werkzeugkomponente und die zweite
Werkzeugkomponente jeweils einen Werkzeugkörper aufweisen, wobei der Werkzeugkörper
der ersten Werkzeugkomponente mindestens eine Kavität und der Werkzeugkörper der zweiten
Werkzeugkomponente mindestens ein zur mindestens einen Kavität korrespondierendes
Formteil aufweist, wobei das mindestens eine Formteil und die mindestens eine Kavität
zur Ausbildung eines Formraums zwischen korrespondierenden Oberflächen der mindestens
einen Kavität und des mindestens einen Formteils relativ zueinander bewegt und zum
Formen eines in den Formraum einbringbaren faserhaltigen Materials verpresst werden,
wobei die erste Werkzeugkomponente und/oder die zweite Werkzeugkomponente mindestens
eine Heizeinrichtung aufweisen,
wobei durch die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein erster Heizkreis im
Werkzeugkörper und mindestens ein zweiter Heizkreis in der zugehörigen mindestens
einen Kavität oder Formteil gebildet wird, und wobei die Temperatur des Werkzeugkörpers
der ersten Werkzeugkomponente und/oder der zweiten Werkzeugkomponente und die Temperatur
der zugehörigen mindestens einen Kavität oder des mindestens einen Formteils durch
die mindestens eine Heizeinrichtung individuell geregelt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei die mindestens eine Heizeinrichtung mindestens ein
erstes Heizelement und mindestens ein zweites Heizelement aufweist und das mindestens
eine erste Heizelement im Werkzeugkörper und das mindestens eine zweite Heizelement
in der zugehörigen mindestens einen Kavität oder Formteil angeordnet sind, wobei die
Temperatur im Werkzeugkörper und die Temperatur in der mindestens einen zugehörigen
Kavität oder dem mindestens einen zugehörigen Formteil über das mindestens eine erste
Heizelement und das mindestens eine zweite Heizelement individuell geregelt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei die Beheizung des Werkzeugkörpers der ersten Werkzeugkomponente
und/oder der zweiten Werkzeugkomponente und der zugehörigen mindestens einen Kavität
oder Formteils hinsichtlich der bereitgestellten Temperatur und Heizdauer über das
mindestens eine erste Heizelement und das mindestens eine zweite Heizelement individuell
geregelt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei mehrere einem Werkzeugkörper zugeordnete
Kavitäten und/oder Formteile unterschiedlich beheizt werden.