[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Druckvorrichtung und ein Druckverfahren für
eine mehrfarbige Nummerierung; mithin ein mehrfarbiges Druckverfahren. Derartige Druckmaschinen
sind aus dem Stand der Technik bereits bekannt und beispielsweise in den Druckschriften
DE 100 25 996 C1 oder
DE 10 2013 223 826 A1 beschrieben. Farbmischungen sind dabei zumeist nur in Axialrichtung der Druckvorrichtung
möglich, wobei Farbmischungen in Umfangsrichtung wünschenswert wären. Weiterer Stand
der Technik ist in den Druckschriften
DE 10 2017 202 381 A1 oder
EP 2 114 677 A2 beschrieben, bei denen eine Umfangsvermischung angestrebt wird.
[0002] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine verbesserte Druckvorrichtung
sowie ein verbessertes Druckverfahren für eine mehrfarbige Nummerierung anzugeben.
[0003] Diese Aufgabe wird durch eine Druckvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und durch ein Druckverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 13 gelöst. Die abhängigen
Ansprüche enthalten weitere, vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0004] Die erfindungsgemäße Druckvorrichtung umfasst insbesondere
- einen ersten Walzenzug eines ersten Farbwerks zum Einfärben einer ersten Farbauftragswalze
mit einer ersten Druckfarbe, wobei die erste Farbauftragswalze nur vorzugsweise erste
Bildinformationen bereitstellt,
- einen zweiten Walzenzug eines zweiten Farbwerks zum Einfärben einer zweiten Farbauftragswalze
mit einer zweiten Druckfarbe, wobei die zweite Farbauftragswalze nur vorzugsweise
zweite Bildinformationen bereitstellt, und
- einen Nummerierwerkzylinder, der mindestens ein Nummerierwerk umfasst, welcher derart
mit der ersten Farbauftragswalze in Wirkverbindung steht, dass das Nummerierwerk mit
der ersten Druckfarbe zumindest teilweise, vorzugsweise nur teilweise, eingefärbt
wird,
und welcher derart mit der zweiten Farbauftragswalze in Wirkverbindung steht, dass
das, vorzugsweise nur teilweise, mit der ersten Druckfarbe eingefärbte Nummerierwerk
auch mit der zweiten Druckfarbe eingefärbt wird.
[0005] Durch die erfindungsgemäße Druckvorrichtung ist es möglich, Farbmischungen in beliebiger
Ausrichtung im Speziellen für Nummerierungen zu realisieren. Dadurch werden die Druckfarben,
insbesondere von der ersten Farbauftragswalze und/oder von der zweiten Farbauftragswalze
unmittelbar, auf ein Nummerierwerk übertragen und vermischen sich zumindest teilweise,
insbesondere in Umfangsrichtung, bevor sie vom Nummerierwerkzylinder unmittelbar auf
das Substrat übertragen werden. Es liegt also in anderen Worten ein direktes Hochdruckverfahren
vor. Mithilfe der Druckvorrichtung wird ein Druckverfahren geschaffen, das Farbmischungen
innerhalb des Druckprozesses erzeugt. Insbesondere Echtfarbmischungen in Umfangsrichtung
zur Maschinentransportrichtung sind mit der erfindungsgemäßen Lösung möglich. Die
erste Farbauftragswalze wird dabei von dem ersten Farbwerk gespeist und die erste
Farbauftragswalze stellt erste Bildinformationen bereit. Es liegt in diesem Fall also
eine Art Druckform bei der ersten Farbauftragswalze vor. Die zweite Farbauftragswalze
wird dabei von dem zweiten Farbwerk gespeist und die zweite Farbauftragswalze stellt
vorzugsweise zweite Bildinformationen bereit. Es liegt in diesem Fall also eine Art
Druckform bei der zweiten Farbautragswalze vor. Somit stellen also vorzugsweise auch
die beiden Farbauftragswalzen die bildgebenden Informationen bereit und stellen auf
ihre Art einen Teil der Druckform dar.
[0006] Vorzugsweise ist das Nummerierwerk mit einer Mehrzahl von Ziffern gebildet, wobei
das Nummerierwerk eingerichtet ist, die Ziffern zu verändern zwischen dem Bedruckvorgang
eines ersten Substrats und dem Bedruckvorgang eines zweiten Substrats. Auf diese Weise
ist es möglich, dass jedes Substrat mit einer anderem Nummerierung versehen wird.
[0007] In analoger Weise ist die bevorzugte Möglichkeit gegeben, dass der Nummerierwerkzylinder
derart mit den Farbauftragswalzen in Wirkverbindung steht, dass die Druckfarben in
dem Randbereich des Nummerierwerks vermischt werden. Dadurch ist es möglich, Ziffern
über das Nummerierwerk mit unterschiedlichen Farbmischungen in Umfangsrichtung zu
drucken.
[0008] Um die einzelnen Walzen bzw. Zylinder der Druckvorrichtung hinreichend genau anzutreiben,
hat es sich als bevorzugt erwiesen, wenn der ersten Farbauftragswalze ein erster Direktantrieb
zugeordnet ist, wenn der zweiten Farbauftragswalze ein zweiter Direktantrieb zugeordnet
ist, und wenn dem Nummerierwerkzylinder ein dritter Direktantrieb zugeordnet ist.
Durch den Direktantrieb der Farbauftragswalzen und des Nummerierwerkszylinders lässt
sich jederzeit eine Winkelsynchronität schaffen.
[0009] In vorteilhafter Ausführung ist eine Steuerungseinrichtung vorhanden, die eingerichtet
ist, die Direktantriebe anzusteuern. Die Kommunikation zwischen den Antrieben und
der Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise mittels eines Datenbus realisiert.
[0010] Hierbei ist die Möglichkeit vorhanden, dass die Steuerungseinrichtung eingerichtet
ist, dass der Direktantrieb der ersten Farbauftragswalze angesteuert und veranlasst
wird, dem Direktantrieb des Nummerierwerkzylinders vorzueilen oder nachzueilen. Hierdurch
ergibt sich ein vordefiniertes Druckbild, welches eine erhöhte Fälschungssicherheit
bietet.
[0011] Alternativ oder ergänzend ist die Möglichkeit vorhanden, dass die Steuerungseinrichtung
eingerichtet ist, dass der Direktantrieb der zweiten Farbauftragswalze angesteuert
und veranlasst wird, dem Direktantrieb des Nummerierwerkzylinders vorzueilen oder
nachzueilen. Auch hierdurch lässt sich ein noch fälschungssichereres Druckbild auf
dem Substrat realisieren.
[0012] Vorzugsweise sind die Farbauftragswalzen an vordefinierten Bereichen ausgespart,
wobei der Farbtransport entsprechend unterbrochen ist.
[0013] Um verschiedene Kombinationen aus Ziffern drucken zu können, ist es von Vorteil,
wenn das Nummerierwerk mehrere Ziffern umfasst, und wenn jede der Ziffern einzeln
austauschbar ist.
[0014] Es ist möglich und bevorzugt, dass eine Mehrzahl an Nummerierwerken am Nummerierwerkzylinder
vorhanden ist, um eine Vielzahl von Drucken mit Nummerierungen zu realisieren.
[0015] Es ist für ein gutes Druckergebnis von Vorteil, wenn der Umfang der ersten Farbauftragswalze
ein ganzzahliges Vielfaches des Umfangs des Nummerierwerkzylinders ist. Entsprechendes
gilt, wenn der Umfang der zweiten Farbauftragswalze ein ganzzahliges Vielfaches des
Umfangs des Nummerierwerkzylinders ist. Es ist die Möglichkeit vorhanden, dass der
Umfang der Farbauftragswalze dem Umfang des Nummerierwerkzylinders entspricht.
[0016] Das erfindungsgemäße Druckverfahren zum Bedrucken eines Substrats umfasst insbesondere
die folgenden Schritte:
- Einfärben einer ersten Farbauftragswalze mit einer ersten Druckfarbe, wobei die erste
Farbauftragswalze nur vorzugsweise erste Bildinformationen bereitstellt,
- Einfärben einer zweiten Farbauftragswalze mit einer zweiten Druckfarbe, wobei die
zweite Farbauftragswalze nur vorzugsweise zweite Bildinformationen bereitstellt,
- Übertragen der ersten Druckfarbe von der ersten Farbauftragswalze, vorzugsweise unmittelbar,
insbesondere nur teilweise, auf ein Nummerierwerk eines Nummerierwerkzylinders,
- Übertragen der zweiten Druckfarbe von der zweiten Farbauftragswalze, vorzugsweise
unmittelbar, insbesondere nur teilweise, auf das Nummerierwerk des Nummerierwerkzylinders,
und
- Übertragen der beiden Druckfarben des Nummerierwerks, vorzugsweise unmittelbar, auf
ein Substrat.
[0017] Vorzugsweise wird die erste Farbauftragswalze mit einem ersten Direktantrieb angetrieben,
wobei die zweite Farbauftragswalze mit einem zweiten Direktantrieb angetrieben wird.
Außerdem wird der Nummerierwerkzylinder vorzugsweise mit einem dritten Direktantrieb
angetrieben wird, wobei eine Steuerungseinrichtung vorhanden ist, die die Direktantriebe
über einen Datenbus ansteuert, und wobei wenigstens einer der Direktantriebe der Farbauftragswalzen
angesteuert und veranlasst wird, dem Direktantrieb des Nummerierwerkzylinders vorzueilen
oder nachzueilen. Auf diese Weise erhält man ein Verwischen und Vermischen der Farben,
insbesondere in Umfangsrichtung der Walzen bzw. der Zylinder.
[0018] In diesem Zusammenhang ist es also bevorzugt, wenn die Druckfarben von den Farbauftragswalzen
an das Nummerierwerk, vorzugsweise unmittelbar, übertragen werden, wobei sich in dem
Randbereich des Nummerierwerks die Druckfarben , vorzugsweise in Umfangsrichtung,
vermischen. Dadurch werden Farbmischungen in Umfangsrichtung zur Maschinentransportrichtung
realisiert. Diese Farbmischungen bei Nummerierungen werden dann beispielsweise bei
Banknoten oder als Sicherheitsdruck verwendet.
[0019] Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden im
Folgenden anhand von Ausführungsvarianten unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren
näher beschrieben. Alle bisher und im Folgenden beschriebenen Merkmale sind dabei
sowohl einzeln als auch in einer beliebigen Kombination miteinander vorteilhaft. Die
im Folgenden beschriebenen Ausführungsvarianten stellen lediglich Beispiele dar, welche
den Gegenstand der Erfindung jedoch nicht beschränken.
[0020] Die Figuren sind nicht notwendigerweise detailgetreu und maßstabsgetreu und können
vergrößert oder verkleinert dargestellt sein, um einen besseren Überblick zu bieten.
Daher sind hier offenbarte funktionale Einzelheiten nicht einschränkend zu verstehen,
sondern lediglich als anschauliche Grundlage, die dem Fachmann auf diesem Gebiet der
Technik Anleitung bietet, um die vorliegende Erfindung auf vielfältige Weise einzusetzen.
[0021] Der hier verwendete Ausdruck "und/oder", wenn er in einer Reihe von zwei oder mehreren
Elementen benutzt wird, bedeutet, dass jedes der aufgeführten Elemente alleine verwendet
werden kann, oder es kann jede Kombination von zwei oder mehr der aufgeführten Elemente
verwendet werden. Wird beispielsweise eine Zusammensetzung beschrieben, dass sie die
Komponenten A, B und/oder C, enthält, kann die Zusammensetzung A alleine; B alleine;
C alleine; A und B in Kombination; A und C in Kombination; B und C in Kombination;
oder A, B, und C in Kombination enthalten. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine stark vereinfachte Darstellung der Wirkverbindung von Farbauftragswalzen und
Nummerierwerkzylinder, und
- Fig. 2
- ein stark vereinfachtes Antriebskonzept der Druckvorrichtung.
[0022] In Figur 1 ist stark vereinfacht eine Druckvorrichtung 100, beispielsweise zur Realisierung
eines Irisdrucks, für mehrfarbige Nummerierungen von beispielsweise Banknoten oder
Sicherheitsdrucken, gezeigt. Diese Druckvorrichtung 100 umfasst ein erstes Farbwerk
mit einem ersten Walzenzug 102 zum Einfärben einer ersten Farbauftragswalze 104 mit
einer ersten Druckfarbe 202. Ferner ist ein zweites Farbwerk mit einem zweiten Walzenzug
106 zum Einfärben einer Farbauftragswalze 108 mit einer zweiten Druckfarbe 204 vorhanden.
Die vorliegend dargestellten Walzenzüge 102, 106 sind lediglich schematisch zu verstehen
und können auch eine abweichende Gestaltung besitzen. Außerdem kann auch ein weiteres
Farbwerk mit einer weiteren Farbauftragswalze vorliegen, sodass also auch mehr als
zwei der Walzenzüge 102, 106 mit abschließender Farbauftragswalze 104, 108 vorliegen
können. Die vorteilhafte Ausgestaltung der Druckvorrichtung 100 sieht vor, dass die
Farbauftragswalzen 104, 108 an vordefinierten Bereichen ausgespart sind, wobei der
Farbtransport entsprechend unterbrochen ist
[0023] Die Druckvorrichtung 100 umfasst außerdem einen Nummerierwerkzylinder 150, der mindestens
ein Nummerierwerk 152 umfasst. Vorliegend liegt über den Umfang, insbesondere gleichverteilt,
eine Mehrzahl an Nummerierungswerken 152 vor. Der Nummerierwerkzylinder 150 steht
mit der ersten Farbauftragswalze 104 in Wirkverbindung, sodass das Nummerierwerk 152
mit der ersten Druckfarbe 202 zumindest teilweise eingefärbt wird. Ferner steht der
Nummerierwerkzylinder 150 derart mit der zweiten Farbauftragswalze 108 in Wirkverbindung,
sodass das mit der ersten Druckfarbe 202 eingefärbte Nummerierwerk 152 auch mit der
zweiten Druckfarbe 204 eingefärbt wird. Das Nummerierwerk 152 umfasst dabei mehrere
Ziffern, wobei jede der Ziffern einzeln austauschbar ist. Das ermöglicht eine variable
Zahlenkombination beispielsweise auf Banknoten darzustellen. Hierbei ist die vorteilhafte
Möglichkeit gegeben, dass das Nummerierwerk 152 mit einer Mehrzahl an Ziffern gebildet
ist, und dass das Nummerierwerk 152 eingerichtet ist, die Ziffern zu verändern zwischen
dem Bedruckvorgang eines ersten Substrats 200, vorzugsweise in Form eines Substratbogens,
und dem Bedruckvorgang eines zweiten Substrats 200, vorzugsweise ebenfalls in Form
eines Substratbogens. Daraus ergibt sich der Vorteil, dass die Ziffern auf jedem Substratbogen
unterschiedlich sind, weil diese Ziffern bzw. das Nummerierwerk 152 entsprechend weiter
schalten.
[0024] Figur 1 zeigt, dass das Bedrucken des Substrats 200 nach dem Druckverfahren eines
direkten Hochdrucks erfolgt. Die Farbe wird von dem Nummerierwerkzylinder 150 unmittelbar
auf das Substrat 200 gegeben; die Nummerierung wird also direkt auf das Substrat 200
aufgebracht. Durch die gewählte Konfiguration der Druckvorrichtung 100 wird eine Farbmischung
bereits innerhalb des Druckprozesses selbst erzeugt, und zwar in Umfangsrichtung,
in axialer Richtung sowie in 360 Grad zur Antriebsrichtung der einzelnen Walzen und
Zylinder. In der Druckvorrichtung 100 steht der Nummerierwerkzylinder 150 dabei vorzugsweise
derart mit den Farbauftragswalzen 104, 108 in Wirkverbindung, dass die Druckfarben
202, 204 in dem Randbereich des Nummerierwerks 152 vermischt werden.
[0025] Das Verhältnis aus dem Umfang der ersten Farbauftragswalze 104 und dem Umfang des
Nummerierwerkzylinders 150 beträgt vorliegend 1. Das Verhältnis aus dem Umfang der
zweiten Farbauftragswalze 108 und dem Umfang des Nummerierwerkzylinders 150 beträgt
vorliegend 1. Als Widerlager beim Bedrucken des Substrats 200 ist vorliegend ein Gegendruckzylinder
116 vorhanden.
[0026] In Figur 2 ist schematisch das Antriebskonzept der Druckvorrichtung 100 aus Figur
1 gezeigt. Die Druckvorrichtung 100 umfasst einen ersten Direktantrieb 130, welcher
der ersten Farbauftragswalze 104 zugeordnet ist. Ferner ist ein zweiter Direktantrieb
132 vorhanden, der der zweiten Farbauftragswalze 108 zugeordnet ist. Auch dem Nummerierwerkzylinder
150 ein dritter Direktantrieb 136 zugeordnet ist. Es ist die Möglichkeit vorhanden,
dass auch dem Gegendruckzylinder 116 ein vierter Direktantrieb 134 zugeordnet ist,
dies ist aber nicht erfindungswesentlich. Das Antriebskonzept sieht außerdem eine
Steuerungseinrichtung 138 vor, die eingerichtet ist, die Direktantriebe 130, 132,
134, 136 anzusteuern. Für die Kommunikation zwischen den Antrieben und der Steuerungseinrichtung
138 ist ein Datenbus vorhanden. Die Steuerungseinrichtung 138 ist dabei insbesondere
eingerichtet, alle Direktantriebe 130, 132, 134, 136 anzusteuern und zu veranlassen,
dass die erste Farbauftragswalze 104, die zweite Farbauftragswalze 108 und der Nummerierwerkzylinder
150 winkelsynchron umlaufen. Es kann jedoch gewünscht sein, dass eine Walze einer
anderen Walze voreilt oder auch nacheilt. Deshalb ist die Steuerungseinrichtung 138
außerdem derart eingerichtet, dass wenigstens einer der Direktantriebe 130, 132 der
Farbauftragswalzen 104, 108 angesteuert und veranlasst wird, einem anderen der Direktantriebe
134, 136, nämlich dem Direktantrieb 134 des Nummerierwerkzylinders 150 vorzueilen
oder nachzueilen. Es ist die Möglichkeit gegeben, eine sinusartige Umfangsverreibung
zu realisieren. Hierzu ist die Steuerungseinrichtung 138 außerdem eingerichtet, wenigstens
einem der Direktantriebe 130, 132 der Farbauftragswalzen 104, 108 gegenüber einem
anderen der Direktantriebe 134, 136, nämlich dem Direktantrieb 134 des Nummerierwerkzylinders
150 alternierend vorzueilen und nacheilen zu lassen.
[0027] Zur Realisierung eines qualitativ hochwertigen Druckergebnisses ist die Steuerungseinrichtung
138 darüber hinaus eingerichtet, die Direktantriebe 130, 132 der ersten Farbauftragswalze
104 und der zweiten Farbauftragswalze 108 derart anzusteuern, dass die erste Farbauftragswalze
104 und die zweite Farbauftragswalze 108 ein Umfangsregister einhalten.
[0028] Ein Druckverfahren zum Bedrucken eines Substrats 200 mit der obengenannten Druckvorrichtung
100 umfasst die folgenden Schritte:
- Einfärben einer ersten Farbauftragswalze 104 mit einer ersten Druckfarbe 202, wobei
die erste Farbauftragswalze 104 erste Bildinformationen bereitstellt,
- Einfärben einer zweiten Farbauftragswalze 108 mit einer zweiten Druckfarbe 204, wobei
die zweite Farbauftragswalze 108 zweite Bildinformationen bereitstellt,
- Übertragen der ersten Druckfarbe 202 von der ersten Farbauftragswalze 104 auf ein
Nummerierwerk 152 eines Nummerierwerkzylinders 150,
- Übertragen der zweiten Druckfarbe 204 von der zweiten Farbauftragswalze 108 auf das
Nummerierwerk 152 des Nummerierwerkzylinders 150, und
- Übertragen der beiden Druckfarben 202, 204 des Nummerierwerks 152 auf ein Substrat
200.
[0029] Das Bedrucken des Substrats 200 erfolgt nach dem Druckverfahren eines direkten Hochdrucks.
Die Farbe wird durch das Nummerierwerk 152 unmittelbar auf das Substrat 200 aufgebracht.
[0030] Beim Übertragen der Druckfarben 202, 204 von den Farbauftragswalzen 104, 108 auf
das Nummerierwerk 152 können sich in dem Randbereich des Nummerierwerks 152 die Druckfarben
202, 204 vermischen.
[0031] Mit der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung 100 sowie dem Druckverfahren 200, ist
es möglich, Farbmischungen insbesondere auch für Banknoten oder den Sicherheitsdruck
schon während des Druckprozesses selbst zu erzeugen. Es wurde gezeigt, dass neben
den Nummerierwerken 152 als Druckformträger auch die beiden Farbauftragswalzen 104,
108 bildgebende Informationen aufgrund ihrer jeweiligen Aussparungen 120, 124 bereitstellen
können. Die Farbmischungen der einzelnen Ziffern werden über die Nummerierwerke 152
realisiert.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0032]
- 100
- Druckvorrichtung
- 102
- erster Walzenzug
- 104
- erste Farbauftragswalze
- 106
- zweiter Walzenzug
- 108
- zweite Farbauftragswalze
- 116
- Gegendruckzylinder
- 120
- erste Aussparungen
- 124
- zweite Aussparungen
- 126
- Bildstelle
- 128
- Nichtbildstelle
- 130
- erster Direktantrieb
- 132
- zweiter Direktantrieb
- 134
- vierter Direktantrieb
- 136
- dritter Direktantrieb
- 138
- Steuerungseinrichtung
- 150
- Nummerierwerkzylinder
- 152
- Nummerierwerk
- 200
- Substrat
- 202
- erste Druckfarbe
- 204
- zweite Druckfarbe
1. Druckvorrichtung (100), umfassend
- einen ersten Walzenzug (102) eines ersten Farbwerks zum Einfärben einer ersten Farbauftragswalze
(104) mit einer ersten Druckfarbe (202), wobei die erste Farbauftragswalze (104) erste
Bildinformationen bereitstellt,
- einen zweiten Walzenzug (106) eines zweiten Farbwerks zum Einfärben einer zweiten
Farbauftragswalze (108) mit einer zweiten Druckfarbe (204), wobei die zweite Farbauftragswalze
(108) zweite Bildinformationen bereitstellt, und
- einen Nummerierwerkzylinder (150), der mindestens ein Nummerierwerk (152) umfasst,
welcher derart mit der ersten Farbauftragswalze (104) in Wirkverbindung steht, dass
das Nummerierwerk (152) mit der ersten Druckfarbe (202) zumindest teilweise eingefärbt
wird, und
welcher derart mit der zweiten Farbauftragswalze (108) in Wirkverbindung steht, dass
das mit der ersten Druckfarbe (202) eingefärbte Nummerierwerk (152) auch mit der zweiten
Druckfarbe (204) eingefärbt wird.
2. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Nummerierwerk (152) mit einer Mehrzahl von Ziffern gebildet ist, und dass das
Nummerierwerk (152) eingerichtet, die Ziffern zu verändern zwischen dem Bedruckvorgang
eines ersten Substrats (200) und dem Bedruckvorgang eines zweiten Substrats (200).
3. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Nummerierwerkzylinder (150) derart mit den Farbauftragswalzen (104, 108) in Wirkverbindung
steht, dass die Druckfarben (202, 204) in dem Randbereich des Nummerierwerks (152)
vermischt werden.
4. Druckvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der ersten Farbauftragswalze (104) ein erster Direktantrieb (130) zugeordnet ist,
dass der zweiten Farbauftragswalze (108) ein zweiter Direktantrieb (132) zugeordnet
ist, und dass dem Nummerierwerkzylinder (150) ein dritter Direktantrieb (136) zugeordnet
ist.
5. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuerungseinrichtung (138) vorhanden ist, die eingerichtet ist, die Direktantriebe
(130, 132, 134, 136) über einen Datenbus anzusteuern.
6. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (138) eingerichtet ist, dass der Direktantrieb (130) der
ersten Farbauftragswalze (104) angesteuert und veranlasst wird, dem Direktantrieb
(136) des Nummerierwerkzylinders (150) vorzueilen oder nachzueilen.
7. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungseinrichtung (138) eingerichtet ist, dass der Direktantrieb (132) der
zweiten Farbauftragswalze (108) angesteuert und veranlasst wird, dem Direktantrieb
(136) des Nummerierwerkzylinders (150) vorzueilen oder nachzueilen.
8. Druckvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Farbauftragswalzen (104, 108) an vordefinierten Bereichen ausgespart sind, wobei
der Farbtransport entsprechend unterbrochen ist.
9. Druckvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Nummerierwerk (152) mehrere Ziffern umfasst, und dass jede der Ziffern einzeln
austauschbar ist.
10. Druckvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang der ersten Farbauftragswalze (104) ein ganzzahliges Vielfaches des Umfangs
des Nummerierwerkzylinders (150) ist.
11. Druckvorrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang der zweiten Farbauftragswalze (108) ein ganzzahliges Vielfaches des Umfangs
des Nummerierwerkzylinders (150) ist.
12. Druckvorrichtung (100) nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Umfang der Farbauftragswalze (104, 108) dem Umfang des Nummerierwerkzylinders
(150) entspricht.
13. Druckverfahren zum Bedrucken eines Substrats (200) mit einer Druckvorrichtung (100)
nach einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend die Schritte:
- Einfärben einer ersten Farbauftragswalze (104) mit einer ersten Druckfarbe (202),
wobei die erste Farbauftragswalze (104) erste Bildinformationen bereitstellt,
- Einfärben einer zweiten Farbauftragswalze (108) mit einer zweiten Druckfarbe (204),
wobei die zweite Farbauftragswalze (108) zweite Bildinformationen bereitstellt,
- Übertragen der ersten Druckfarbe (202) von der ersten Farbauftragswalze (104) auf
ein Nummerierwerk (152) eines Nummerierwerkzylinders (150),
- Übertragen der zweiten Druckfarbe (204) von der zweiten Farbauftragswalze (108)
auf das Nummerierwerk (152) des Nummerierwerkzylinders (150), und
- Übertragen der beiden Druckfarben (202, 204) des Nummerierwerks (152) auf ein Substrat
(200).
14. Druckverfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Farbauftragswalze (104) mit einem ersten Direktantrieb (130) angetrieben
wird, dass die zweite Farbauftragswalze (108) mit einem zweiten Direktantrieb (132)
angetrieben wird, dass der Nummerierwerkzylinder (150) mit einem dritten Direktantrieb
(136) angetrieben wird, wobei eine Steuerungseinrichtung (138) vorhanden ist, die
die Direktantriebe (130, 132, 134, 136) über einen Datenbus ansteuert, und wobei wenigstens
einer der Direktantriebe (130, 132) der Farbauftragswalzen (104, 108) angesteuert
und veranlasst wird, dem Direktantrieb (136) des Nummerierwerkzylinders (150) vorzueilen
oder nachzueilen.
15. Druckverfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckfarben (202, 204) von den Farbauftragswalzen (104, 108) an das Nummerierwerk
(152) übertragen werden, wobei sich in dem Randbereich des Nummerierwerks (152) die
Druckfarben (202, 204) vermischen.