[0001] Die Erfindung betrifft einen Patientenlifter mit einem Gestell, auf dem ein Mast
montiert ist. An dem Mast ist ein Tragarm schwenkbar angeordnet, der über einen elektromotorischen
Linearantrieb in seinem Winkel gegenüber dem Mast verstellbar ist, wodurch eine am
Tragarm angeordnete Patientenaufnahme sich entlang einer vorbestimmten Trajektorie
bewegt. Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zum Steuern eines Patientenlifters.
[0002] Patientenlifter werden im Pflegebereich eingesetzt und unterstützen das Anheben,
Umlagern oder Transportieren von Patienten. Sie können weiter als Aufstehhilfe für
die Patienten genutzt werden, wofür sie i. d. R. um eine Knieanlagefläche ergänzt
werden. Als einfacher und funktioneller Aufbau hat sich bei Patientenliftern etabliert,
einen Mast auf einem Gestell, häufig einem Fahrgestell, anzuordnen, an dessen oberem
Ende ein Tragarm schwenkbar montiert ist. Ein solcher Aufbau ist beispielsweise in
der Druckschrift
DE 199 50 689 A1 gezeigt, wobei der Tragarm gegenüber dem Mast mithilfe eines elektromotorischen Linearantriebs
verschwenkbar ist, um den Patienten anzuheben bzw. ihm Aufstehhilfe zu gewähren.
[0003] Es sind Patientenlifter bekannt, die in ihrer Geometrie an die eine oder die andere
der beiden Funktionen - Anheben bzw. Transportieren des Patienten gegenüber der Aufstehhilfe
- angepasst sind. Darüber hinaus ist aus der Druckschrift
DE 20 2017 003 987 U1 ein Patientenlifter bekannt, dessen Mast teleskopierbar ist und in zwei verschiedenen
Betriebsstellungen eingesetzt werden kann, wobei die Betriebsstellung, in der der
Mast kürzer ist, für die Funktion als Aufstehhilfe vorteilhaft ist, wohingegen die
zweite Betriebsstellung, in der der Mast länger ist, vorteilhaft für das Anheben bzw.
Transportieren des Patienten ist. Der Mast weist zwei ineinanderfahrbare Abschnitte
auf, die z.B. durch das Einstecken eines Bolzens in entsprechende Bohrungen in der
einen oder anderen Betriebsstellung festgelegt werden kann. Der Wechsel zwischen den
beiden Betriebsstellungen erfolgt vor der Verwendung des Patientenlifters in der einen
oder anderen Art und ist mit einem entsprechenden Aufwand für das Pflegepersonal verbunden.
[0004] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Patientenlifter der eingangs
genannten Art zu schaffen, der flexibel für verschiedene Funktionen wie das Anheben
bzw. Umlagern sowie als Aufstehhilfe eingesetzt werden kann, wobei ein Funktionswechsel
möglichst unaufwändig möglich sein soll.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Patientenlifter und ein Verfahren zum Steuern
eines Patientenlifters mit den Merkmalen des jeweiligen unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0006] Ein erfindungsgemäßer Patientenlifter der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch
aus, dass mindestens ein weiterer elektromotorischer Antrieb vorhanden ist, über den
die Patientenaufnahme entlang einer weiteren Trajektorie bewegbar ist, die sich von
der vorbestimmten Trajektorie unterscheidet. Es wird also erfindungsgemäß mindestens
ein weiterer elektromotorischer Antrieb genutzt, um der Bewegung des freien Endes
des Tragarms einen weiteren Freiheitsgrad zu geben. Durch die Verwendung des elektromotorischen
Antriebs kann die zusätzliche Bewegung bequem umgesetzt werden, was den Aufwand für
das Pflegepersonal verringert. Zudem kann diese zusätzliche Bewegung entlang der weiteren
Trajektorie, ggf. auch kombiniert mit einer Bewegung entlang der vorgegebenen Trajektorie,
auch während einer Nutzung des Patientenlifters abgefahren werden, was eine flexiblere
Anpassung des Bewegungsablaufs situationsbedingt ermöglicht.
[0007] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Patientenlifters ist der Mast gegenüber
dem Gestell verschwenkbar angeordnet und kann mittels des mindestens einen weiteren
elektromotorischen Antriebs verschwenkt werden. Alternativ kann der Mast zweiteilig
ausgebildet sein, wobei ein unterer Abschnitt fest in einem vorgegebenen Winkel am
Gestell befestigt ist und ein oberer Abschnitt gegenüber dem unteren Abschnitt mithilfe
des mindestens einen weiteren elektromotorischen Antriebs verschwenkt werden kann.
[0008] Auch ist es möglich, den unteren Abschnitt schwenkbar am Gestell zu befestigen und
mithilfe des mindestens einen weiteren elektromotorischen Antriebs zu verschwenken.
Der obere Abschnitt ist dann an dem unteren Abschnitt schwenkbar gelagert und über
eine Parallel- oder Trapezführung in seiner Ausrichtung gegenüber dem Gestell zwangsgeführt.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Patientenlifters ist der Tragarm
zweiteilig ausgebildet, wobei ein erster Abschnitt am Mast befestigt ist und ein zweiter
Abschnitt gegenüber dem ersten Abschnitt mithilfe des mindestens einen weiteren elektromotorischen
Antriebs in einer senkrechten Ebene verschwenkt werden kann.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Mast teleskopierbar ausgebildet
und in seiner Länge über den mindestens einen weiteren elektromotorischen Antrieb
verstellbar.
[0011] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Tragarm teleskopierbar ausgebildet
und in seiner Länge über den mindestens einen weiteren elektromotorischen Antrieb
verstellbar.
[0012] In allen fünf genannten Fällen ermöglicht der weitere elektromotorische Antrieb eine
Veränderung der Geometrie der tragenden Elemente des Patientenlifters, also Gestell,
Mast und Tragarm zueinander. Dadurch bewegt sich zum einen beim Betätigen des weiteren
elektromotorischen Antriebs das freie Ende des Tragarms auf einer Trajektorie, die
durch das Ändern des Schwenkwinkels des Tragarms gegenüber dem Mast nicht erreichbar
ist. Zum anderen verändert eine geänderte Einstellung des weiteren elektromotorischen
Antriebs auch die Trajektorie, entlang der sich das freie Ende des Tragarms bewegt,
wenn dieser gegenüber dem Mast verschwenkt wird.
[0013] Durch Voreinstellung eines der beiden Antriebe ergibt sich beim Betätigen des anderen
Antriebs eine für den geplanten Anwendungszweck des Patientenlifters geeignete Bewegung
des freien Endes des Tragarms, an dem üblicherweise eine Patientenaufnahme angeordnet
ist, z.B. ein Griff oder eine Schlingen- bzw. Gurtanordnung. Alternativ ist eine koordinierte
gleichzeitige Betätigung beider Antriebe denkbar, um eine definierte und optimierte
Trajektorie der Patientenaufnahme abzufahren.
[0014] Als weiterer elektromotorischer Antrieb kann in einer vorteilhaften Ausgestaltung
ein Linearantrieb eingesetzt werden. Alternativ kann ein Schwenkantrieb, ggf. mit
zusätzlichem Hebelwerk eingesetzt werden.
[0015] Als Gestell wird vorteilhaft ein Fahrgestell eingesetzt, um den Patientenlifter räumlich
flexibel und auch zu Transportzwecken nutzen zu können. Weiter ist, bevorzugt am Mast
angeordnet, eine Steuereinheit vorhanden, die den elektromotorischen Linearantrieb
und den weiteren elektromotorischen Antrieb ansteuert und mit Betriebsstrom versorgt.
Die Steuereinheit ist weiter bevorzugt mit einer Stromversorgungseinheit, z.B. einer
wiederaufladbaren Batterie, gekoppelt oder ausgestattet.
[0016] Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient der Steuerung eines Patientenlifters, der einen
Tragarm mit einer Patientenaufnahme aufweist, wobei die Patientenaufnahme mithilfe
eines elektromotorischen Linearantriebs entlang einer vorbestimmten Trajektorie und
mithilfe eines weiteren elektromotorischen Antriebs entlang einer weiteren Trajektorie
bewegbar ist. Das Verfahren weist die folgenden Schritte auf: Es wird eine Position
der Patientenaufnahme und/oder eine auf die Patientenaufnahme wirkenden Kraft ermittelt.
Der elektromotorische Linearantrieb und/oder der weitere elektromotorische Antrieb
werden dann abhängig von der ermittelten Position und/oder Kraft angesteuert.
[0017] Erfindungsgemäß werden demnach beim Ansteuern der beiden Antriebe, also des elektromotorischen
Linearantrieb und des weiteren Antriebs, Messdaten der Position der Patientenaufnahme
und/oder der auf sie wirkenden Kraft berücksichtigt. So kann ein gewünschter Positions-
bzw. Kraftverlauf bei der Bewegung des Patientenlifters abgefahren werden.
[0018] Insbesondere kann vorteilhaft zur Steuerung des Patientenlifters eine vorgegebene
Trajektorie, die sich aus Bewegungen entlang der vorbestimmten Trajektorie und/oder
der weiteren Trajektorie zusammensetzt, anhand der ermittelten Position und/oder unter
Berücksichtigung der aufgebrachten Kraft abgefahren werden. Auf diese Weise können
ergonomisch günstige Bewegungsabläufe, insbesondere zur Aufstehhilfe, umgesetzt werden.
[0019] Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die vorgegebene Trajektorie so abgefahren wird,
dass ein vorgegebener Maximalkraftverlauf nicht überschritten wird. Auf diese Weise
wird eine natürliche Aufstehbewegung des Patienten unterstützt und der Patient gleichzeitig
gefordert und damit trainiert wird.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mithilfe von Figuren
näher erläutert. Die Figuren zeigen:
- Fig. 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 4
- ein viertes Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 5
- ein fünftes Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht;
und
- Fig. 6
- ein sechstes Ausführungsbeispiel eines Patientenlifters in einer schematischen Seitenansicht.
[0021] Die Figuren 1-6 zeigen jeweils ein Ausführungsbeispiel eines anmeldungsgemäßen Patientenlifters
in einer schematischen Seitenansicht. In allen Figuren kennzeichnen gleiche Bezugszeichen
gleiche oder gleich wirkende Elemente. Im Folgenden beziehen sich die Angaben wie
"rechts", "links", "oben" und "unten" auf die Figuren, wobei die Angaben "oben", "unten"
ebenso wie "vertikal und "horizontal" den üblichen Raumrichtungen entsprechen. Die
Angaben "vorne" und "hinten" bezeichnen die Richtungen zum Patienten hin ("vorne")
bzw. die dazu entgegengesetzte Richtung ("hinten").
[0022] Der Patientenlifter gemäß Fig. 1 weist ein als Fahrgestell 1 ausgebildetes Gestell
auf, das zwei v-förmig oder u-förmig angeordnete und nach vorne in Richtung des Patienten
weisende horizontale Ausleger umfasst, die jeweils mit einem Rad vorne und einem Rad
hinten versehen sind. Die Räder sind mit Bremsen versehen, die in der schematischen
Zeichnung der Fig. 1 nicht dargestellt sind. An der hinteren, vom Patienten wegweisenden
Seite des Patientenlifters (in der Fig. 1 links) ist auf dem Fahrgestell 1 ein Mastfuß
2 angeordnet, der einen nach oben ragenden Mast 3 trägt. Am Mast 3 ist ein Griff 4
montiert, an dem der Patientenlifter vom Pflegepersonal geschoben bzw. gezogen und
positioniert werden kann. Weiter ist i. d. R. am Mast 3 eine Steuereinheit des Patientenlifters
montiert, die in den Figuren dieser Anmeldung aus Gründen der einfacheren Darstellung
nicht wiedergegeben ist. Die Steuereinheit dient der Steuerung des Patientenlifters
und umfasst üblicherweise auch seine Energieversorgung in Form von wiederaufladbaren
Batterien. Die Funktionsweise der Steuereinheit wird weiter unten im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren noch näher erläutert.
[0023] Im Bereich des oberen Endes des Masts 3 ist schwenkbar ein Tragarm 5 angeordnet,
der nach vorne in Richtung des Patienten über das Fahrgestell 1 ragt.
[0024] Der Tragarm 5 ist im dargestellten Beispiel gewinkelt ausgebildet. Andere Geometrien
sind ebenfalls möglich. Der Tragarm 5 ist schwenkbar an einem Gelenk mit dem Mast
3 verbunden, von dem in der Fig. 1 eine Schwenkachse 31 sichtbar ist.
[0025] Am vorderen, freien Ende des Tragarms 5 ist eine Patientenaufnahme 6 vorhanden, die
in den hier dargestellten Figuren nur angedeutet ist. Die Patientenaufnahme 6 kann
je nach Nutzung des Patientenlifters Haltegriffe, Bügel und/oder Schlingen oder Gurte
umfassen.
[0026] Eine Schwenkstellung des Tragarms 5 gegenüber dem Mast 3 kann durch einen elektromotorischen
Linearantrieb 7 verstellt werden, wodurch die Patientenaufnahme 6 entlang einer kreisbogenförmigen
Trajektorie angehoben oder abgesenkt werden kann. Der elektromotorische Linearantrieb
7 ist dazu schwenkbar sowohl mit dem Mast 3 als auch mit dem Tragarm 5 verbunden.
Am Mast 3 ist eine Lasche 32 angeordnet, die ein Lager 33 für den elektromotorischen
Linearantrieb 7 bereitstellt. In vergleichbarer Weise ist ein Lager 51 am Tragarm
5 für ein gegenüberliegendes Ende des elektromotorischen Linearantriebs 7 vorhanden.
An den Enden des elektromotorischen Linearantriebs 7 sind beispielsweise Lageraugen
ausgebildet, durch die jeweils eine Achse des Lagers 33, 51 geführt ist.
[0027] Anmeldungsgemäß weist der Patientenlifter gemäß Fig. 1 einen weiteren elektromotorischen
Antrieb 8 auf, mit dem eine elektromotorische Verstellung der Patientenaufnahme 6
entlang einer anderen Trajektorie erfolgt, als bei Betätigung des elektromotorischen
Linearantriebs 7.
[0028] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 ist der Mast 3 nicht in einem festen Winkel im
Mastfuß 2 montiert, sondern ist um ein Gelenk verschwenkbar am Fahrgestell 1 gelagert.
Die Ebene, in der diese Verschwenkbarkeit erfolgt, ist die durch den Mast 3 und den
Tragarm 5 aufgespannte Vertikalebene. Von dem Gelenk ist in der Fig. 1 eine Schwenkachse
21 dargestellt.
[0029] Der weitere elektromotorische Antrieb 8 ist beispielhaft ebenfalls ein Linearantrieb,
der zwischen dem Mastfuß 2 bzw. einer daran befestigten Lasche 22 und der Lasche 32
am Mast 3 angeordnet ist. In vergleichbarer Weise wie der elektromotorische Linearantrieb
7 ist der weitere elektromotorische Antrieb 8 jeweils in Lagern 23 bzw. 34 an der
jeweiligen Lasche 22 bzw. 32 befestigt. Vorteilhaft wird beim gezeigten Beispiel die
gleiche Lasche 32 für den weiteren elektromotorischen Linearantrieb 8 verwendet, an
der auch der elektromotorische Linearantrieb 7 montiert ist. In alternativen Ausgestaltungen
können auch separate Laschen zur Kopplung des Masts 3 mit den beiden Antrieben 7,
8 vorgesehen sein.
[0030] Die Betätigung des weiteren elektromotorischen Antriebs 8 verschwenkt den Mast 3
um die Schwenkachse 21, wie das durch einen Bewegungspfeil 9 in der Fig. 1 angedeutet
ist. Durch den so hinzugefügten zusätzlichen Freiheitsgrad kann der Mast 3 für den
vorgesehenen Verwendungszweck des Patientenlifters optimal in seiner Neigung eingestellt
werden. Beispielsweise kann der Mast 3 für das Anheben bzw. Umlagern eines Patienten
vorteilhaft steiler ausgerichtet werden und für eine Funktion des Patientenlifters
als Aufstehhilfe vorteilhaft weiter nach hinten vom Patienten weg geneigt werden.
Für den Einsatz als Aufstehhilfe kann optional eine hier nicht gezeigte Knie- oder
Schienbeinanlagefläche an das Fahrgestell 1 oder den Mast 3 anmontiert werden.
[0031] Der weitere elektromotorische Antrieb 8 kann auch während des Einsatzes des Patientenlifters
betätigt werden, beispielsweise um beim Einsatz als Aufstehhilfe die Patientenaufnahme
6 vorrangig vor- und zurückbewegen zu können und nicht vorrangig auf und ab, wie es
durch den Einsatz des elektromotorischen Linearantriebs 7 erfolgt.
[0032] Der weitere elektromotorische Antrieb 8 ist im Betrieb nur druckbelastet, was einen
einfacheren Aufbau ermöglicht, wenn der weitere elektromotorische Antrieb 8 als Linearantrieb
ausgebildet ist. Ein weiterer Vorteil eines nur auf Druck belasteten Antrieb ist,
dass er so ausgelegt werden kann, dass Zugkräfte gar nicht aufgebracht werden können.
Bei einem Auftreffen auf ein Hindernis, welches in Zugrichtung liegt, ist so das Risiko
minimiert, etwas oder jemanden einzuklemmen.
[0033] Weiter kann vorgesehen sein, die Antriebe 7, 8 koordiniert so anzusteuern, dass die
Patientenaufnahme 6 einer gewünschten Trajektorie folgt. Insbesondere ein Aufstehvorgang
kann so optimal unterstützt werden.
[0034] Fig. 2 zeigt ein gegenüber Fig. 1 modifiziertes Ausführungsbeispiel. Bezüglich des
Grundaufbaus wird im Zusammenhang mit allen nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispielen
auf die Ausführung zur Fig. 1 verwiesen. Im Folgenden wird bei Fig. 2 und auch bei
den weiteren Fig. 3-5 jeweils im Wesentlichen auf Unterschiede zum ersten Ausführungsbeispiel
eingegangen.
[0035] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 ist der Mast 3 in zwei Abschnitte 3a, 3b unterteilt,
die schwenkbar um eine Schwenkachse 21 miteinander verbunden sind. Der weitere elektromotorische
Antrieb 8, hier ebenfalls als Linearantrieb ausgebildet, ist mit jeweils einem der
Abschnitte 3a, 3b gekoppelt. Dieses erfolgt über jeweils eine Lasche 35, 37, die an
dem Abschnitt 3a bzw. 3b angeordnet ist und mit der der weitere elektromotorische
Antrieb 8 jeweils über ein Lager 36, 38 verbunden ist.
[0036] Wie beim Ausführungsbeispiel der Fig. 1 führt das obere Ende des Masts 3 eine Schwenkbewegung
um die Schwenkachse 21 aus, wenn der elektromotorische Antrieb 8 betätigt wird. Die
sich ergebende Bewegung des oberen Endes des Masts 3 ist wieder durch einen Bewegungspfeil
9 symbolisiert. Die Bewegung der Patientenaufnahme 6 beim Betätigen des weiteren elektromotorischen
Antriebs 8 unterscheidet sich von der des ersten Ausführungsbeispiels zum einen dadurch,
dass der Abstand zwischen der Schwenkachse 21 und dem oberen Ende des Masts 3 beim
Ausführungsbeispiel der Fig. 2 kürzer ist als bei dem der Fig. 1 und zum anderen dadurch,
dass beim ersten Ausführungsbeispiel eine Betätigung des weiteren elektromotorischen
Antriebs 8 keinen Einfluss auf die Relativposition der beiden Anbindungspunkte in
den Lagern 33 und 51 des elektromotorischen Linearantriebs 7 zueinander hat. Dieses
ist beim Ausführungsbeispiel der Fig. 2 anders, da eine Betätigung des weiteren elektromotorischen
Antriebs 8 die Position des oberen Lagers 51 des elektromotorischen Linearantriebs
7 relativ zum unteren Lager 33 verändert. Bei koordinierter Ansteuerung beider Antriebe
7, 8 kann auch bei diesem Beispiel eine gewünschte definierte Trajektorie für die
Patientenaufnahme 6 umgesetzt werden.
[0037] Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 3 ist wie beim Beispiel der Fig. 1 ein einteiliger
Mast 3 vorgesehen und der Tragarm 5 weist zwei gegeneinander um eine Schwenkachse
52 verschwenkbare Abschnitte 5a, 5b auf. An jedem der Abschnitte 5a, 5b des Tragarms
5 ist eine Lasche 53, 55 angeordnet, an denen der weitere elektromotorische Antrieb
in Lagern 54, 56 befestigt ist. Das Betätigen des weiteren elektromotorischen Antriebs
8 verschwenkt den Abschnitt 5b des Tragarms 5 gegenüber dem Abschnitt 5a. Die sich
bei Betätigung des weiteren elektromotorischen Antriebs 8 ergebende Trajektorie der
Patientenaufnahme 6 wird durch die Geometrie der Abschnitte 5a, 5b des Tragarms 5
beeinflusst.
[0038] Im dargestellten Fall ist der Abschnitt 5b des Tragarms 5 gerade ausgebildet und
der Abschnitt 5a in sich nach oben abgewinkelt. Wie bei den vorherigen Ausgestaltungen
kann eine für den jeweiligen Anwendungsfall optimierte Positionierung und Bewegungstrajektorie
für die Patientenaufnahme 6 durch eine geeignete Voreinstellung einer der beiden Antriebe
7, 8 und Betätigen des jeweils anderen Antriebs 7,8 oder durch synchrone Betätigung
beider Antriebe 7, 8 erreicht werden.
[0039] Die Ausführungsbeispiele der Fig. 4 und 5 zeigen jeweils die Verwendung eines weiteren
elektromotorischen Antriebs 8, um entweder den Mast 3 (Fig. 4) oder den Tragarm 5
(Fig. 5) zu teleskopieren.
[0040] Beim Beispiel der Fig. 4 ist der Mast 3 in zwei Abschnitte 3a, 3b unterteilt, die
gegeneinander verschiebbar gelagert sind. Beispielsweise ist, wie in dem dargestellten
Beispiel, der Abschnitt 3b mit einem kleineren Profildurchmesser ausgebildet, so dass
er in den Abschnitt 3a einfahren kann. An jedem der Abschnitte 3a, 3b ist wiederum
eine Lasche 35, 37 angeordnet, an denen der weitere elektromotorische Antrieb 8 in
Lagern 36, 38 montiert ist. Da die beiden Abschnitte 3a, 3b eine Linearbewegung ausführen,
ist im Betrieb eine Verschwenkbarkeit in den Lagern 36, 38 nicht erforderlich, sie
vereinfachen jedoch gegenüber einer starren Verbindung den Einbau und ermöglichen
einen Toleranzausgleich.
[0041] Beim Beispiel der Fig. 5 ist der Tragarm 5 in zwei Abschnitte 5a, 5b unterteilt,
wobei auch hier wieder einer der Abschnitte, konkret der vordere Abschnitt 5b, in
seinem Querschnitt kleiner als der Abschnitt 5a ausgebildet ist, so dass der Abschnitt
5b in den Abschnitt 5a einfahren kann. Der weitere elektromotorische Antrieb 8 ist
vergleichbar über Laschen 53, 55 mit den Abschnitten 5a, 5b verbunden, wobei eine
Anbindung an den weiteren elektromotorischen Antrieb 8 über Lager 54, 56 erfolgt.
[0042] In beiden Ausgestaltungen kann eine Führung des Abschnitts 3b im Abschnitt 3a bzw.
des Abschnitts 5b im Abschnitt 5a beispielsweise über Gleitlager erfolgen.
[0043] Wie bei den vorhergehenden Ausführungsbeispielen ermöglicht die hier lineare Verschiebbarkeit
einen weiteren Freiheitsgrad in der Bewegung der Patientenaufnahme 6, wobei z.B. einer
der beiden Antriebe 7, 8 voreingestellt wird, so dass sich beim Betätigen des anderen
Antriebs 7, 8 eine für den Anwendungszweck des Patientenlifters geeignete Bewegung
der Patientenaufnahme 6 ergibt. Alternativ ist eine koordinierte gleichzeitige Betätigung
beider Antriebe 7, 8 denkbar, um eine definierte und optimierte Trajektorie der Patientenaufnahme
6 abzufahren.
[0044] Das Ausführungsbeispiel der Fig. 6 zeigt eine Art Kombination und Weiterbildung der
Ausführungsbeispiele der Figuren 1 und 2.
[0045] Wie beim Beispiel der Fig. 2 ist der Mast 3 geteilt und weist zwei Abschnitte 3a,
3b auf. Im Unterschied zum Beispiel der Fig. 2 und vergleichbar mit dem Beispiel der
Fig. 1 ist der Mast 3 mit seinem unteren Abschnitt 3a um eine Schwenkachse 21 verschwenkbar
im Mastfuß 2 gelagert. Dieses Verschwenken erfolgt angetrieben durch den weiteren
elektromotorischen Antrieb 8.
[0046] Der obere Abschnitt 3b des Masts 3 ist dann in einer Schwenkachse 24 an dem unteren
Abschnitt 3a gelagert. Am unteren Ende des oberen Abschnitts 3a ist eine Lasche 37
angeordnet, die über eine Parallelführungsstange 26 mit einer Lasche 22 am Mastfuß
2 gekoppelt ist. Die Parallelführungsstange 26 ist in Lagern 39 bzw. 25 an den Laschen
37 bzw. 22 gelagert. Durch die so gebildete Parallelführung bewegt sich der obere
Abschnitt 3b des Masts 3 bei Betätigung des weiteren elektromotorischen Antriebs 8
zwangsgeführt auf einer Kreisbahn vor und zurück (vgl. Bewegungspfeil 9), ohne seine
Ausrichtung zu ändern. Die Auswirkung des Verschwenkens des unteren Abschnitts 3a
des Masts 3 mittels dem weiteren elektromotorischen Antrieb 8 wirkt sich so nur minimal
auf die Hubhöhe des Tragarms 5 aus. Dieser ist durch einen elektromotorischen Linearantrieb
7 gegenüber dem oberen Abschnitt 3b des Masts 3 verschwenkbar um eine Schwenkachse
31 gelagert.
[0047] Die Parallelführungsstange 26 kann alternativ auch auf der vorderen Seite des Masts
3 (d.h. in der Fig. 6 rechts vom Abschnitt 3a) angeordnet sein. Anstelle der Parallelführungsstange
26 können zudem auch andere Kraftübertragungsmittel zur Parallelführung verwendet
werden, z.B. eine Zugkette. Weiter kann anstelle einer reinen Parallelführung auch
eine leicht trapezförmige Führung vorgesehen sein, wodurch die Auswirkung des Verschwenkens
des unteren Abschnitts 3a des Masts 3 auf die Hubhöhe des Tragarms 5 weiter minimiert
werden kann.
[0048] Wie zuvor bereits erwähnt, ist zur Steuerung des Patientenlifters eine Steuereinheit
vorhanden, beispielsweise montiert am Mast 3 oder auch an einem der beiden Antriebe,
also an dem elektromotorischen Linearantrieb 7 oder dem weiteren elektromotorischen
Antrieb 8.
[0049] Insbesondere ist die Steuereinheit dazu eingerichtet, eine vorgegebene und z.B. in
der Steuereinheit hinterlegte Trajektorie für die Patientenaufnahme 6 abzufahren.
[0050] Konstruktionsbedingt ist jedem der beiden Antriebe eine bestimmte Trajektorie für
die Patientenaufnahme 6 verbunden. Diese Trajektorie, die sich aufgrund der Geometrie
des Patientenlifters und der Einbausituation des jeweiligen Antriebs ergibt, stellt
in der Regel nicht den physiologisch besten und gewünschten Bewegungsablauf für eine
bestimmte Aktion des Patientenlifters dar.
[0051] Um eine vorgegebene Trajektorie eines gewünschten Bewegungsablaufs abzufahren, ist
eine gleichzeitige korrelierte Ansteuerung der Antriebe mit gegebenenfalls unterschiedlichen
Geschwindigkeiten und/oder Richtungen erforderlich. Entsprechend ist die Steuereinheit
bevorzugt so eingerichtet, dass sie beide Antriebe mit stufenloser Geschwindigkeit
ansteuern kann. Dieses ist zum Beispiel über eine Pulsweiten-modulierte (PWM)-Ansteuerung
der Motoren der Antriebe möglich. Die Modulationsfrequenz ist dabei bevorzugt so hoch,
dass sie in einem kontinuierlichen Betrieb der Antriebe resultiert. Es ist aber auch
denkbar, die Frequenz so niedrig zu wählen, dass sich der Antrieb in (bevorzugt kleinen)
diskreten Schritten bewegt.
[0052] Um die beiden Antriebe in jede Richtung verfahren zu können, weist die Steuereinheit
eine Möglichkeit zur Richtungsumkehr der Antriebe auf. Diese kann durch einen Umpolungsschalter
mithilfe von Relais realisiert sein. Vorteilhaft werden die Antriebe jedoch über einer
Brückenschaltung mit Halbleiterschaltern bestromt - insbesondere eine H-Brückenanordnung
- wodurch sowohl die Pulsweitenmodulation, als auch die Umpolung realisiert werden
kann.
[0053] Um eine gewünschte vorgegebene Trajektorie möglichst exakt und unabhängig von der
Belastungssituation abfahren zu können, sind bevorzugt Einrichtungen zur direkten
oder indirekten Positionserfassung der Patientenaufnahme 6 vorhanden. Solche Einrichtung
zur Positionserfassung können z.B. Winkelsensoren sein, die an Gelenken des Patientenlifters,
z.B. den Lagern 33, 34, 36, 38, 39 positioniert sind. Auch Beschleunigungssensoren,
die einen Winkel gegenüber dem Normalenvektor der Erdbeschleunigung messen, oder Wegsensoren,
die eine Position eines der Antriebe erfassen, können zur Positionserfassung genutzt
werden. Es ist denkbar, die Wegsensoren unmittelbar in den Antrieben oder aber auch
außerhalb der Antriebe anzuordnen.
[0054] Die Sensoren können Absolutpositionen messen oder auch Inkrementalwerte ausgeben.
Im letzteren Fall wird dann eine Absolutposition ausgehend von einer bekannten Referenzposition,
die z.B. mittels Endschaltern detektiert wird, berechnet.
[0055] Als Wegsensoren können z.B. Potentiometer oder Hallsensoren dienen. Auch optisch
arbeitende Wegsensoren können verwendet werden.
[0056] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltunge eines Wegsensors, die mit geringen zusätzlichen
Aufwand an einem Antrieb umgesetzt werden kann, basiert auf der Messung von Induktions-Gegenspannungspulse,
die beim Kommutieren der Motoren der Antriebe entstehen und erfasst werden können.
Die erfassten Pulse erlauben eine Drehzahlmessung des Motors und damit eine inkrementelle
Positionsbestimmung. Diese Methode ist auch als "Ripple-Count" oder Gegen-EMK (elektromotorische
Kraft) Messung bekannt.
[0057] In der Regel wird durch die Sensoren nicht unmittelbar die Position der Patientenaufnahme
6 erfasst, sondern ein damit korrelierter Wert. Es ist denkbar, die erfassten Werte
der verschiedenen Sensoren mithilfe von Umrechnungstabellen und/oder Umrechnungsfunktionen
in eine Absolutposition der Patientenaufnahme 6 umzurechnen. In dem Fall kann die
abzufahrende Trajektorie für die Position der Patientenaufnahme 6 ebenfalls in Absolutwerten
angegeben sein.
[0058] Alternativ ist es denkbar, dass im Vorfeld eine gewünschte abzufahrende Trajektorie
für die Patientenaufnahme 6 auf die korrelierenden Sensorwerte umgerechnet wird und
in der Steuereinheit in der Form abgespeichert wird. Beim Abfahren der Trajektorie
kann ein Regelkreis, dessen Ausgang die Antriebe ansteuert, dann unmittelbar mit den
Sollwerten für die verschiedenen Sensoren arbeiten. Auf diese Weise wird zusätzlicher
Rechenaufwand innerhalb der Steuereinheit, der in Echtzeit erbracht werden müsste,
verringert.
[0059] Bevorzugt werden Trajektorien geregelt abgefahren, d.h. rückgekoppelt unter Verwendung
von Messwerten, aus denen die aktuelle Position der Patientenaufnahme abgeleitet werden
kann. Alternativ ist es auch denkbar, eine Trajektorie gesteuert abzufahren, indem
Motoren für bestimmte Zeiten mit bestimmten PWM-Werten angesteuert werden. Um auch
in dem Fall des nur gesteuerten, nicht geregelten Abfahrens der Trajektorie eine Belastungsabhängigkeit
zu verhindern oder zu minimieren, kann die Belastung der Motoren zur Korrektur der
vorgegebenen Zeiten verwendet werden. Je nach Belastung werden entsprechend die nominell
angegebenen Zeiten mit einem bestimmten, ebenfalls vorgegebenen Faktor verlängert
oder verkürzt. Die Motorbelastung wird dabei sensorisch bestimmt, wobei zum Beispiel
eine Messung des Motorstroms und/oder einer Drehzahl bei einem bestimmten Motorstrom
zugrunde gelegt werden kann. Weitere Sensorik, mit der direkt oder indirekt Kräfte
auf die Patientenaufnahme 6 bestimmt werden können, können ebenfalls zur Anpassung
der Zeiten bei einem solchen zeitgesteuerten Abfahren der Trajektorie eingesetzt werden.
[0060] Zusätzlich zum Abfahren der Trajektorie kann vorgesehen sein, eine Vorgabe für den
Verlauf einer Maximalkraft während des Abfahrens der Trajektorie einzuhalten. Auf
diese Weise wird beispielsweise eine natürliche Aufstehbewegung des Patienten forciert,
da er selbst einen Teil der Kraft zum Aufstehen aufbringen muss und der Patientenlifter
nur unterstützend wirkt. Die Kraftsteuerung kann zudem dahingehend zeitabhängig sein,
dass die Unterstützung im Laufe der Zeit ansteigt und die Unterstützung sukzessive
gesteigert wird. Dadurch wird verhindert, dass Patienten, die die geforderte Eigenkraft
nicht oder nicht in dem eigentlich gewünschten Maße erbringen können, nach einer gewissen
Zeit stärker unterstützt werden, so dass sie den geplanten Bewegungsablauf ausführen
können.
[0061] Die maximal von dem Patientenlifter aufzubringende Kraft kann für verschiedene Bewegungsrichtungen
der Patientenaufnahme unterschiedlich hoch sein, die Maximalkraft kann daher Punkt-
oder Abschnittsweise entlang der Trajektorie ggf. mehrdimensional angegeben sein.
[0062] Um die von dem Patientenlifter aufgebrachte Kraft entsprechend einschränken zu können,
wird sie beim Ansteuern der Antriebe gemessen und mit der Maximalkraft verglichen.
[0063] Zum Messen der Kraft können Sensoren in oder außerhalb eines jeden Antriebs angeordnet
sein oder es können Sensoren in oder am Gestell des Patientenlifters, insbesondere
im Bereich von Gelenken, angeordnet sein. Als Kraftsensoren können beispielsweise
Dehnungsmessstreifen oder Federelemente mit Federwegerfassung genutzt werden. Auch
eine Messung mithilfe von Piezo-Sensoren ist möglich. Weiter können Motorstrommessungen
bzw. eine Drehzahlerfassung bei vorgegebener Bestromung des Motors vorgenommen werden,
aus denen sich indirekt auf die wirkenden Kräfte schließen lässt. Zudem kann eine
vom Motor induzierte Spannung, beispielsweise in den Austast-Zeiten der Pulsweitenmodulation,
gemessen werden, aus der auch auf die Belastung des Motors des Antriebs und damit
auf die von ihm erbrachte Kraft geschlossen werden kann.
[0064] Um eine Maximalkraft am Antrieb zu reduzieren, kann sowohl die zuvor genannte Pulsweitenmodulation
eingesetzt werden und/oder auch die Betriebsspannung der Antriebe variiert werden.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 1
- Fahrgestell
- 2
- Mastfuß
- 21,24
- Schwenkachse
- 22
- Lasche
- 23,25
- Lager
- 26
- Parallelführung
- 3
- Mast
- 3a, b
- Abschnitt des Masts
- 31
- Schwenkachse
- 32, 35, 37
- Lasche
- 33, 34, 36, 38, 39
- Lager
- 4
- Griff
- 5
- Tragarm
- 5a, b
- Abschnitt des Tragarms
- 51
- Lager
- 52
- Schwenkachse
- 53,55
- Lasche
- 54,56
- Lager
- 6
- Patientenaufnahme
- 7
- elektromotorischer Linearantrieb
- 8
- weiterer elektromotorischer Antrieb
- 9
- Bewegungspfeil
1. Patientenlifter mit einem Gestell, auf dem ein Mast (3) montiert ist, an dem ein Tragarm
(5) schwenkbar angeordnet ist, der über einen elektromotorischen Linearantrieb (7)
in seinem Winkel gegenüber dem Mast (3) verstellbar ist, wodurch eine am Tragarm (5)
angeordnete Patientenaufnahme (6) sich entlang einer vorbestimmten Trajektorie bewegt,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens ein weiterer elektromotorischer Antrieb (8) vorhanden ist, über den die
Patientenaufnahme entlang einer weiteren Trajektorie bewegbar ist, die sich von der
vorbestimmten Trajektorie unterscheidet.
2. Patientenlifter nach Anspruch 1, bei dem der Mast (3) gegenüber dem Gestell verschwenkbar
angeordnet und mittels des mindestens einen weiteren elektromotorischen Antriebs (8)
verschwenkt werden kann.
3. Patientenlifter nach Anspruch 1 oder 2, bei dem der Mast (3) zweiteilig ausgebildet
sind und einen unteren Abschnitt (3a) und einen oberen Abschnitt (3b) aufweist.
4. Patientenlifter nach Anspruch 3, bei dem der untere Abschnitt (3a) fest in einem vorgegebenen
Winkel am Gestell befestigt ist und der obere Abschnitt (3b) gegenüber dem unteren
Abschnitt (3a) mithilfe des mindestens einen weiteren elektromotorischen Antriebs
(8) verschwenkt werden kann.
5. Patientenlifter nach Anspruch 3, bei dem der untere Abschnitt (3a) schwenkbar am Gestell
befestigt ist und mithilfe des mindestens einen weiteren elektromotorischen Antriebs
(8) verschwenkt werden kann, wobei der obere Abschnitt (3b) an dem unteren Abschnitt
(3a) schwenkbar gelagert ist und über eine Parallel- oder Trapezführung in seiner
Ausrichtung gegenüber dem Gestell zwangsgeführt ist.
6. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem der Tragarm (5) zweiteilig
ausgebildet sind, wobei ein erster Abschnitt (5a) am Mast (3) befestigt ist und ein
zweiter Abschnitt (5b) gegenüber dem ersten Abschnitt (5b) mithilfe des mindestens
einen weiteren elektromotorischen Antriebs (8) in einer senkrechten Ebene verschwenkt
werden kann.
7. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem der Mast (3) teleskopierbar
ausgebildet und in seiner Länge über den mindestens einen weiteren elektromotorischen
Antrieb (8) verstellbar ist.
8. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der Tragarm (5) teleskopierbar
ausgebildet und in seiner Länge über den mindestens einen weiteren elektromotorischen
Antrieb (8) verstellbar ist.
9. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem der mindestens eine weitere
elektromotorische Antrieb (8) ein Linearantrieb ist.
10. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, bei dem das Gestell ein Fahrgestellt
(1) ist.
11. Patientenlifter nach einem der Ansprüche 1 bis 10, aufweisend eine Steuereinheit zur
Ansteuerung des elektromotorischen Linearantriebs (7) und des mindestens einen weiteren
elektromotorischen Antriebs (8).
12. Patientenlifter nach Anspruch 11, bei dem die Steuereinheit dazu eingerichtet ist,
den elektromotorischen Linearantrieb (7) und den mindestens einen weiteren elektromotorischen
Antrieb (8) gleichzeitig zu betreiben.
13. Patientenlifter nach Anspruch 11 oder 12, bei dem die Steuereinheit eine wiederaufladbare
Batterie zur Stromversorgung des elektromotorischen Linearantriebs (7) und des mindestens
einen weiteren elektromotorischen Antriebs (8) umfasst.
14. Verfahren zur Steuerung eines Patientenlifters, der einen Tragarm (5) mit einer Patientenaufnahme
(6) aufweist, wobei die Patientenaufnahme (6) mithilfe eines elektromotorischen Linearantriebs
(7) entlang einer vorbestimmten Trajektorie und mithilfe eines weiteren elektromotorischen
Antriebs (8) entlang einer weiteren Trajektorie bewegbar ist, aufweisend die folgenden
Schritte:
- Ermitteln einer Position der Patientenaufnahme (6) und/oder einer auf die Patientenaufnahme
(6) wirkenden Kraft, und
- Ansteuern des elektromotorischen Linearantriebs (7) und/oder des weiteren elektromotorischen
Antriebs (8) in Abhängigkeit von der ermittelten Position und/oder Kraft.
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem zur Steuerung des Patientenlifters eine vorgegebene
Trajektorie, die sich aus Bewegungen entlang der vorbestimmten Trajektorie und/oder
der weiteren Trajektorie zusammensetzt, anhand der ermittelten Position und/oder unter
Berücksichtigung der aufgebrachten Kraft abgefahren wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, bei dem zur Steuerung des Patientenlifters die vorgegebene
Trajektorie so abgefahren wird, dass ein vorgegebener Maximalkraftverlauf nicht überschritten
wird.