[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Grobspanplatte. Gemäß einem
zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Grobspanplatten-Herstellvorrichtung mit
(a) einer Presse, insbesondere einer Bandpresse, zum Verpressen von zumindest einer
Vorproduktlage zu einer Roh-Grobspanplatte, (b) einer Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung
zum Aufbringen einer Flüssigkeit auf die Roh-Grobspanplatte, (c) einer Flüssigkeitsquelle,
die mit der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung verbunden ist und die Flüssigkeit enthält
und (d) einer Saugvorrichtung, die ausgebildet ist zum Anlegen eines Unterdrucks an
eine Seitenfläche der Roh-Grobspanplatte und zum automatischen Anlegen des Unterdrucks
für eine solche Saugzeit, dass die Flüssigkeit in eine Randzone der Roh-Grobspanplatte
gesaugt wird, und/oder einer Druckaufbringvorrichtung zum Anlegen eines Überdrucks
an die erste Seitenfläche, sodass die Flüssigkeit in eine Randzone der Roh-Grobspanplatte
gedrückt wird.
[0002] Grobspanplatten, die auch als OSBs (oriented strand boards) bekannt sind, sind Holzwerkstoffplatten
aus langen, schlanken Spänen, die gegenüber anderen Holzwerkstoffplatten eine erhöhte
mechanische Festigkeit besitzen. Nachteilig an Grobspanplatten ist, dass sie nur schlecht
beschichtet und/oder an ihrer Oberfläche veredelt werden können. Außerdem gasen Grobspanplatten
stärker aus als andere Holzwerkstoffplatten, da sie aus Nadelhölzern mit hohem Harzgehalt
hergestellt werden. Zudem sind Grobspanplatten in der Regel empfindlich gegen Wasser,
da dieses über die Oberfläche schnell in die Grobspanplatte eindringt und dort zu
Anquellungen oder Ablösungen von Spänen führen kann.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Grobspanplatten mit verbesserten Eigenschaften
herstellbar zu machen.
[0004] Die Erfindung löst das Problem durch ein Verfahren zum Herstellen einer Grobspanplatte
mit den Schritten (a) Herstellen einer Roh-Grobspanplatte, die eine erste Seitenfläche,
eine zweiten Seitenfläche, die parallel zur ersten Seitenfläche verläuft, und Kantenflächen,
die die Seitenflächen miteinander verbinden, aufweist, (b) Aufbringen einer Flüssigkeit,
die Paraffin und/oder Wachs enthält, zumindest auf die erste Seitenfläche, (c) Anlegen
eines Unterdrucks an die zweite Seitenfläche, sodass die Flüssigkeit in eine Randzone
der Roh-Grobspanplatte gesaugt wird und/oder Anlegen eines Überdrucks an die erste
Seitenfläche, sodass die Flüssigkeit in die Roh-Grobspanplatte gedrückt wird, und
gegebenenfalls (d) Erwärmen der ersten Seitenfläche, sodass das Paraffin und/oder
das Wachs anschmilzt und in die Oberfläche der Grobspanplatte eindringt.
[0005] Die Erfindung löst das Problem zudem durch ein Verfahren zum Behandeln einer Roh-Grobspanplatte,
die eine erste Seitenfläche, eine zweite Seitenfläche, die parallel zur ersten Seitenfläche
verläuft, und Kantenflächen, die die Seitenflächen miteinander verbinden, aufweist,
mit den Schritten (b), (c) und (d) von Anspruch 1.
[0006] Gemäß einem zweiten Aspekt löst die Erfindung das Problem durch eine gattungsgemäße
Grobspanplatten-Herstellvorrichtung, bei der die Flüssigkeit Paraffin und/oder Wachs
enthält. Günstig ist es, wenn die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung eine in Materialflussrichtung
hinter der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung angeordnete Heizvorrichtung aufweist,
die ausgebildet und angeordnet ist zum automatischen Erwärmen einer ersten Seitenfläche,
die der zweiten Seitenfläche gegenüberliegt, auf eine Temperatur, bei der das Paraffin
und/oder das Wachs anschmilzt und nicht zersetzt wird.
[0007] Erfindungsgemäß ist zudem eine Grobspanplatten- Beschichtungsvorrichtung (a) einer
Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung zum Aufbringen einer Flüssigkeit auf die Roh-Grobspanplatte,
(b) einer Flüssigkeitsquelle, die mit der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung verbunden
ist und die Flüssigkeit enthält, und (c) einer Saugvorrichtung, die ausgebildet ist
zum Anlegen eines Unterdrucks an eine zweite Seitenfläche der Roh-Grobspanplatte und
zum automatischen Anlegen des Unterdrucks für eine solche Saugzeit, dass die Flüssigkeit
in eine Randzone der Roh-Grobspanplatte gesaugt wird und/oder einer Druckaufbringvorrichtung
zum Anlegen eines Überdrucks an die erste Seitenfläche, sodass die Flüssigkeit in
eine Randzone der Roh-Grobspanplatte gedrückt wird, aufweist, wobei (d) die Flüssigkeit
Paraffin und/oder Wachs enthält und (e) die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung eine
in Materialflussrichtung hinter der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung angeordnete Heizvorrichtung
aufweist, die ausgebildet und angeordnet ist zum automatischen Erwärmen einer ersten
Seitenfläche, die der zweiten Seitenfläche gegenüberliegt, auf eine Temperatur, bei
der das Paraffin und/oder das Wachs anschmilzt und nicht zersetzt wird. Wenn im Folgenden
von der Grobspanplatten-Herstellvorrichtung gesprochen wird, ist allgemein auch die
Grobspanplatten-Beschichtungsvorrichtung mit gemeint.
[0008] Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass eine Grobspanplatte mit einer höheren Widerstandsfähigkeit
gegen Wasser hergestellt werden kann, ohne dass dazu organische Lösungsmittel und/oder
nachvernetzende Substanzen verwendet werden müssen.
[0009] In der Regel können zudem Ablösungen von Spänen vermieden werden, wenn die Grobspanplatte
mit Wasser in Kontakt kommt. Das erweitert das Einsatzspektrum von Grobspanplatten.
[0010] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird unter Paraffin ein Gemisch acyclischer
Alkane verstanden. Paraffin ist reaktionsträge und ungiftig, was vorteilhaft ist.
[0011] Unter Wachs wird ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen verstanden, die bei über 40°C
ohne Zersetzung schmelzen und dann eine Flüssigkeit niedriger Viskosität bilden. Vorzugsweise
Als Wachse werden sowohl Naturwachse als auch industriell gefertigte Wachse verstanden.
Dazu zählen insbesondere tierische Wachse, pflanzliches Wachse, Mineralwachse, Erdölwachse
und synthetische Wachse. Wachse sind insbesondere bei 20°C knetbar, fest bis brüchig
hart, grob- bis feinkristallin, durchscheinend bis opak, jedoch nicht glasartig. Vorzugsweise
ist das Wachs so gewählt, dass es bei 20° nicht brüchig ist.
[0012] Unter dem Merkmal, dass die Flüssigkeit Paraffin und/oder Wachs enthält, wird insbesondere
verstanden, dass die Flüssigkeit Standardparaffin, Intermediates, Microwachse, Hartparaffin
und/oder Gemische daraus enthält. Vorzugsweise ist die Flüssigkeit wasserbasiert und
enthält einen Emulgator.
[0013] Unter dem Merkmal, dass die erste Seitenfläche erwärmt wird, sodass das Paraffin
und/oder das Wachs anschmilzt, wird insbesondere verstanden, dass die Temperatur der
Seitenfläche, beispielsweise durch Infrarotstrahler oder mittels warmer Luft, so weit
erhitzt wird, dass das Paraffin und/oder das Wachs zumindest teilweise schmilzt und
zumindest abschnittsweise einen Film bildet.
[0014] Vorzugsweise enthält die Flüssigkeit ein anorganisches Lösungsmittel. Beispielsweise
ist das Lösungsmittel hydrophil, insbesondere wasserbasiert. Bei der Flüssigkeit handelt
es sich vorzugsweise um eine Dispersion oder eine Emulsion.
[0015] Vorzugsweise wird der Unterdruck so angelegt, dass der an der Seitenfläche anliegende
Druck höchstens 300 hPa, insbesondere höchstens 200 hPa, beträgt.
[0016] Vorzugsweise wird der Überdruck so angelegt, dass der an der Seitenfläche anliegende
Druck zumindest 300 hPa, insbesondere höchstens 200 hPa, beträgt.
[0017] Werden sowohl ein Unter- als auch ein Überdruck angelegt, beträgt die Druckdifferenz
zwischen den beiden Seitenflächen vorzugsweise zumindest 1000 hPa.
[0018] Die Grobspanplatte hat vorzugsweise eine Länge von 2800 bis 5600 mm und/oder einer
Breite von 2000 ± 100 mm.
[0019] Vorzugsweise ist die Flüssigkeit nicht nachvernetzend. Um einen Nachvernetzung zu
erreichen, müssen in der Regel organische Lösungsmittel verwendet werden, was unerwünscht
ist und zu einer Umweltbelastung führen kann. Durch das Anschmelzen des Paraffins
und/oder des Wachses wird erreicht, dass sich eine Paraffin- und/oder Wachsschicht
bildet, ohne dass es organischer Lösungsmittel bedarf.
[0020] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird die Flüssigkeit mit einer solchen Auftragsmenge
aufgetragen, dass die Grobspanplatte eine Grobspanplatten-Wasserdampfdurchlässigkeit
hat, die zumindest 30%, insbesondere zumindest 40%, kleiner ist als eine Roh-Grobspanplatten-Wasserdampfdurchlässigkeit
der Roh-Grobspanplatte. Um diese Forderung zu erreichen können sukzessive die Auftragsmenge
und/oder die Konzentration an Paraffin und/oder Wachs in der Flüssigkeit erhöht werden,
bis das angegebene Kriterium erfüllt ist.
[0021] Die Messung der Wasserdampfdurchlässigkeit erfolgt vorzugsweise gemäß DIN 53122-1.
Als Trockenmittel kann Phosphorpentoxid verwendet werden. Ein mit Trockenmittel gefüllter
Prüfbehälter wird durch eine kreisförmige Probe mit einem Durchmesser von 9 cm verschlossen.
Die Probe verläuft dabei horizontal. Auf die Grobspanplatte wird zentral ein Tropfen
von 5 ml Wasser aufgetropft und die Wasserzunahme im Prüfbehälter aufgrund des durch
die Probe permeierenden Wassers durch Wiegen bestimmt. Der Rand der Grobspanplatte
kann mit Silikon gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet werden. Die Messung wird
an drei unabhängigen Mustern durchgeführt.
[0022] Ist die Grobspanplatte -einer bevorzugten Ausführungsform entsprechend - nur einseitig
mit Paraffin und/oder Wachs beschichtet, ist die beschichtete Seite vom Probenbehälter
abgewandt.
[0023] Vorzugsweise beträgt die Grobspanplatten-Wasserdampfdurchlässigkeit höchstens 20
Gramm Wasser pro Quadratmeter und Tag.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Flüssigkeit Feststoffpartikel,
beispielsweise aus einem Hartstoff. Vorzugsweise hat der Hartstoff eine Härte von
zumindest 530 HV 10, insbesondere zumindest 790 HV 10, insbesondere zumindest 1100
HV 10, insbesondere zumindest 1400 HV 10, insbesondere zumindest 1900 HV 10.
[0025] Es ist möglich, nicht aber notwendig, dass die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
eine Heizvorrichtung, die ausgebildet und angeordnet ist zum Anschmelzen des Paraffins
und/oder des Wachses, aufweist.
[0026] Vorzugsweise beträgt die Korngröße zwischen F120 und F80 (FEPA-Standard) und/oder
Korngröße, gemessen als Siebmaß, von 70-110 µm.
[0027] Günstig ist es, wenn zwischen 30 Gramm pro Quadratmeter und 100 Gramm pro Quadratmeter
an Feststoffpartikel aufgebracht werden. Es hat sich herausgestellt, dass dies zu
einer hinreichend hohen Erhöhung der Rutschfestigkeit führt. Die Rutschfestigkeit
ist ein Maß für den Hafttreibkoeffizienten. Beispielsweise wird die Rutschfestigkeit
gemessen als der Neigungswinkel, bei dem ein Stahlquader mit einer Auflagefläche,
mit der der Stahlquader auf der Seitenfläche aufliegt, von 40 cm x 10 cm einer Masse
von mit 500 g, zu rutschen beginnt.
[0028] Vorzugsweise enthält die Flüssigkeit elementaren Kohlenstoff, insbesondere Ruß und/oder
Graphit.
[0029] Es ist dann zudem möglich, nicht aber notwendig, dass die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
eine Heizvorrichtung, die ausgebildet und angeordnet ist zum Anschmelzen des Paraffins
und/oder des Wachses, aufweist. Bekannte Grobspanplatten besitzen eine vergleichsweise
geringe Absorptionsfähigkeit für Infrarotstrahlung. Durch das Auftragen der Flüssigkeit
mit elementarem Kohlenstoff wird die Absorptionsfähigkeit für Infrarotstrahlung auf
einfache Weise deutlich erhöht.
[0030] Vorzugsweise sind eine Konzentration an elementarem Kohlenstoff in der Flüssigkeit
und eine Auftragsmenge an Flüssigkeit so gewählt, dass ein Grobspanplatten- Reflexionsvermögen
der Grobspanplatte in Richtung einer Normalen auf die Seitenfläche der Grobspanplatte,
auf die die Flüssigkeit aufgebracht wurde, bei 23°C bei Licht mit einer Wellenläge
von 350 nm um zumindest 0,05, insbesondere zumindest 0,075, besonders bevorzugt zum
indest 0,1, insbesondere zum indest 0,15, kleiner ist als ein Roh-Grobspanplatten-Reflexionsvermögen
der Roh-Grobspanplatte. Je größer die Konzentration an elementarem Kohlenstoff und
die Auftragsmenge, desto größer wird die Differenz zwischen den Emissionsgraden der
Roh-Grobspanplatte und der Grobspanplatte. Das Reflexionsvermögen wird bestimmt durch
Einstrahlen von Licht der angegebenen Wellenlänge, Messen der Intensität des reflektierten
Lichts der gleichen Wellenlänge und bilden des Quotienten aus eingestrahlten Licht
stärker und reflektierter Lichtstärke.
[0031] Bekannte Grobspanplatten haben zudem den Nachteil, dass sie sich bei niedriger relativer
Luftfeuchte leicht elektrostatisch aufladen. Zudem besitzen sie nach der Produktion
eine niedrige Restfeuchte, was diesen Effekt noch steigert. Gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform enthält die Flüssigkeit ein Salz. Auf diese Weise erhöht sich die
Leitfähigkeit der Grobspanplatte in ihrer Randzone. Vorzugsweise sind eine Konzentration
des zumindest einen Salzes in der Flüssigkeit und eine Aufbringmenge der Flüssigkeit
auf die Roh-Grobspanplatte so gewählt, dass eine elektrische Grobspanplatten-Leitfähigkeit
der Grobspanplatte zumindest 50%, insbesondere zumindest 100%, größer ist als eine
elektrische Roh-Grobspanplatten-Leitfähigkeit der Roh-Grobspanplatte. Die Leitfähigkeit
steigt mit der Konzentration des Salzes in der Flüssigkeit und der Auftragsmenge.
Durch sukzessives Erhöhen von einer oder beiden Größen kann so diejenige Konzentration
und diejenige Auftragsmenge bestimmt werden, die zu Grobspanplatten führt, die die
angegebene Eigenschaft haben.
[0032] Vorzugsweise sind die Konzentration und die Aufbringmenge so gewählt, dass die Grobspanplatten-Leitfähigkeit
zumindest fünffach, Endsumme zumindest zehnfach, so groß ist wie die Roh-Grobspanplatten-Leitfähigkeit.
Die Messung der Leitfähigkeit erfolgt durch Aufdrücken zweier Kupfer-Elektroden mit
einer runden Kontaktfläche mit einem Durchmesser von 1 cm mit einer Kraft von 10 Newton
in Normalenrichtung auf die Seitenfläche, auf die die Flüssigkeit aufgetragen wurde.
Es werden Messungen an fünf verschiedenen Orten der Grobspanplatte durchgeführt und
das arithmetische Mittel berechnet.
[0033] Günstig ist es, wenn die Flüssigkeit einen Farbstoff enthält. So kann die Grobspanplatte
mit geringem Aufwand eingefärbt werden.
[0034] Die Flüssigkeit wird vorzugsweise mittels Düsen und/oder Walzen aufgebracht, beispielsweise
von oben oder von unten.
[0035] Es ist zudem möglich, dass die Flüssigkeit von unten auf die Seitenfläche aufgebracht
wird. Beim Aufbringen hat die Flüssigkeit mit ihrer zumindest im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Flüssigkeitsoberfläche vorzugsweise Kontakt mit der Seitenfläche.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird der Überdruck mittels der Flüssigkeit
aufgebaut. Das ist besonders vorteilhaft, wenn die Flüssigkeit von unten auf die Seitenfläche
aufgebracht wird. Häufig ist es jedoch vorteilhaft, die Flüssigkeit von oben aufzubringen,
um etwaige Fehler beim Aufbringen der Flüssigkeit leichter zu erkennen.
[0037] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte (a) Drücken eines Applikators der
Druckaufbringvorrichtung an die Roh-Grobspanplatte, sodass zwischen dem Applikator
und der Roh-Grobspanplatte ein Einbringraum gebildet wird, der von einer Dichtung
des Applikators abgedichtet wird, (b) Einpressen von Flüssigkeit in den Einbringraum
und (c) danach Vermindern eines Einbringdrucks im Einbringraum, insbesondere auf Umgebungsdruck.
Der Applikator wird von unten oder von oben gegen die Roh-Grobspanplatte gedrückt.
Auf diese Weise kann prozesssicher Flüssigkeit in die Roh-Grobspanplatte eingebracht
werden.
[0038] Vorzugsweise umfasst das Verfahren die Schritte (a) nach dem Vermindern eines Einbringdrucks
Bewegen des Applikators relativ zur Roh-Grobspanplatte (b) erneutes Drücken des Applikators
an die Roh-Grobspanplatte, (c) Einpressen von Flüssigkeit in den Einbringraum, (d)
Vermindern eines Einbringdrucks (p
e) im Einbringraum, insbesondere auf Umgebungsdruck und (e) Wiederholen der vorgenannten
Schritte, bis die Roh-Grobspanplatte mit der Flüssigkeit versehen ist.
[0039] Vorzugsweise wird der Unterdruck mittels einer Saughaube an einer Saugfläche angelegt.
Günstig ist es, wenn die Saugfläche einer Druckfläche entspricht, an der die Flüssigkeit
eingepresst wird. Die Saugfläche ist derjenige Teil der entsprechenden Seitenfläche,
an der der Unterdruck (gegenüber dem Umgebungsdruck) anliegt. Die Druckfläche ist
entsprechend diejenige Fläche der (gegenüberliegenden) Seitenfläche, an der der Druck
(gegenüber dem Umgebungsdruck) anliegt. Unter dem Merkmal, dass die Saugfläche der
Druckfläche entspricht, wird insbesondere verstanden, dass die Projektion der Saugfläche
auf die Ebene, in der sich die Druckfläche erstreckt, mit der Druckfläche einer Schnittmenge
bildet, deren Flächeninhalt zumindest dem 0,75-fachen, insbesondere dem 0,8-fachen,
bevorzugt dem 0,85-fachen, besonders bevorzugt dem 0,95-fachen, des Flächeninhalts
der Druckfläche entspricht.
[0040] Vorzugsweise wird der Applikator beim Einpressen der Flüssigkeit zumindest zeitweise
relativ zur Roh-Grobspanplatte bewegt. Alternativ oder zusätzlich wird die Roh-Grobspanplatte
zumindest zeitweise bewegt und der Applikator mitgeführt. Auf diese Weise kann die
Flüssigkeit mit einer lokal erhöhten Konzentration aufgebracht werden.
[0041] Hilfsweise sind eine Konzentration an Paraffin und/oder Wachs und die Aufbringmenge
sowie der Unterdruck und die Saugzeit so gewählt, dass eine Innen-Konzentration an
Paraffin und/oder Wachs in einem inneren Dicken-Quintil einer Dickenausdehnung von
der ersten Seitenfläche zur zweiten Seitenfläche höchstens das 0,8-fache, insbesondere
höchstens das 0,6-fache, bevorzugt höchstens das 0,4-fache, besonders bevorzugt höchstens
das 0,1-fache, einer Außen-Konzentration in einem äußersten Dicken-Quintil, das sich
bis zur ersten Seitenfläche erstreckt, beträgt. Auf diese Weise wird eine besonders
hohe wasserabweisende Wirkung erreicht, ohne dass viel Paraffin und/oder Wachs eingebracht
werden muss.
[0042] Vorzugsweise erfolgt das Aufbringen der Flüssigkeit so, dass die Randzone von zumindest
90% eines Seitenflächen-Flächeninhalts der Grobspanplatte Paraffin und/oder Wachs
enthält. In der Regel müssen die Bereiche entfernt werden, die keinen hinreichend
hohen Gehalt an Paraffin und/oder Wachs aufweisen. Durch ein Aufbringen der Flüssigkeit
auf zumindest 90% der entsprechenden Seitenfläche wird der Verschnitt vermindert.
[0043] Das Aufbringen der Flüssigkeit umfasst oder ist beispielsweise ein Aufsprühen, Auftragen,
Aufgießen und/oder Auffluten.
[0044] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Auftragsmenge so gewählt, dass zumindest
75 g/m
2, insbesondere zumindest 85 g/m
2, besonders bevorzugt zumindest 90 g/m
2, Paraffin und/oder Wachs auf die Seitenfläche aufgebracht wird. Es hat sich gezeigt,
dass so eine gute Reduktion der Wasserdampfdurchlässigkeit erreichbar ist.
[0045] Vorzugsweise entspricht eine Konzentration an Wachs und/oder Paraffin in der Flüssigkeit
zumindest 25 Gewichtsprozent, insbesondere zumindest 30 Gewichtsprozent, besonders
bevorzugt zumindest 35 Gewichtsprozent, insbesondere zumindest 40 Gewichtsprozent.
Auf diese Weise wird wenig Lösungsmittel, insbesondere Wasser, in die Roh-Grobspanplatte
eingebracht, was ein optional vorhandenes, nachfolgendes Trocknen erleichtert.
[0046] Vorzugsweise enthält die Flüssigkeit einen Farbstoff. Bei diesem Farbstoff handelt
es sich vorzugweise nicht um elementaren Kohlenstoff.
[0047] Vorzugsweise liegt eine Temperatur der Flüssigkeit beim Aufbringen auf die Seitenfläche
unterhalb einer Schmelztemperatur des Paraffins und/oder des Wachses. Auf diese Weise
wird ein vorzeitiges Bilden von großen Paraffin- und/oder Wachs-Partikeln verhindert.
[0048] Günstig ist es, wenn das Erwärmen der ersten Seitenfläche auf eine Temperatur von
zumindest 50°C erfolgt. Auf diese Weise schmilzt das Paraffin hinreichend schnell
an.
[0049] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren die Schritte (a) nach
dem Einbringen der Flüssigkeit in die Randzone der ersten Seitenfläche Drehen der
Roh-Grobspanplatte, (b) Aufbringen der Flüssigkeit auf die zweite Seitenfläche und
(c) Anlegen eines Unterdrucks an die erste Seitenfläche, sodass die Flüssigkeit in
eine Randzone der zweiten Seitenfläche der Roh-Grobspanplatte gesaugt wird, sodass
die Grobspanplatte entsteht.
[0050] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Saugvorrichtung ausgebildet zum automatischen
Anlegen des Unterdrucks für eine solche Saugzeit, dass die Flüssigkeit nicht durch
die Roh, Grobspanplatte hindurchgesaugt wird. Alternativ oder zusätzlich ist die Druckaufbringvorrichtung
ausgebildet zum automatischen Anlegen des Überdrucks für eine solche Überdruckzeit,
dass die Flüssigkeit nicht durch die Roh-Grobspanplatte hindurchgedrückt wird.
[0051] Vorzugsweise ist die die Druckaufbringvorrichtung ausgebildet ist zum Anlegen des
Überdrucks an eine Druckfläche, die mindestens 50%, vorzugsweise mindestens 80%, besonders
bevorzugt mindestens 90%, einer Fläche der Grobspanplatte entspricht. Auf diese Weise
kann die Flüssigkeit schnell in die Roh-Grobspanplatte eingebracht werden.
[0052] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besitzt die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
(a) einen Applikator, der zum Drücken gegen die Roh-Grobspanplatte, sodass zwischen
dem Applikator und der Roh-Grobspanplatte ein Einbringraum gebildet wird, der von
einer Dichtung des Applikators abgedichtet wird, ausgebildet ist, und (b) eine Steuereinheit,
die ausgebildet ist zum automatischen Durchführen eines Verfahrens mit den Schritten
Ansteuern des Applikators (i) sodass dieser Flüssigkeit in den Einbringraum eingepresst,
und (ii) danach einen Einbringdruck im Einbringraum, insbesondere auf Umgebungsdruck,
reduziert.
[0053] Vorzugsweise weist der Applikator einen Aktor zum Drücken des Applikators gegen die
Roh-Grobspanplatte auf.
[0054] Die Saugvorrichtung ist vorzugsweise zum Anlegen eines Unterdrucks an eine Saugfläche
angeordnet, die der Druckfläche entspricht.
[0055] Erfindungsgemäß ist zudem eine Grobspanplatte, die eine Innen-Konzentration an Paraffin
und/oder Wachs in einem inneren Dicken-Quintil einer Dickenausdehnung von der ersten
Seitenfläche zur zweiten Seitenfläche hat, die höchstens dem 0,5-fachen, insbesondere
höchstens dem 0,25-fachen, besonders bevorzugt höchstens dem 0,1-fachen, einer Außen-Konzentration
in einem ersten äußersten Dicken-Quintil, das sich bis zur ersten Seitenfläche erstreckt,
entspricht.
[0056] Alternativ oder zusätzlich beträgt eine Zweitdezil-Konzentration an Paraffin und/oder
Wachs im zweiten Dicken-Dezil der Dickenausdehnung, das in Richtung auf eine Mitte
der Dickenausdehnung neben dem ersten, äußersten Dicken-Dezil (D1) liegt, höchstens
das 0,5-fache, insbesondere höchstens das 0,25-fache, sodass bevorzugt höchstens das
0,1-fache, der Außen-Konzentration. Eine solche Grobspanplatte hat eine geringe Wasserdampfdurchlässigkeit
bei einem vergleichsweise geringen Gehalt an Paraffin und/oder Wachs.
[0057] Vorzugsweise ist auf zumindest 50% der Seitenfläche elementarer Kohlenstoff, insbesondere
Ruß oder Graphit, aufgebracht.
[0058] Alternativ oder zusätzlich besitzt die Grobspanplatte vorzugsweise zumindest 30 g
pro Quadratmeter an Hartstoffpartikeln, die eine Korngröße zwischen 70 und 150 µm
haben, wobei die Hartstoffpartikel durch Paraffin und/oder Wachs an Grobspäne gebunden
sind.
[0059] Wiederum alternativ oder zusätzlich beträgt eine flächenspezifische Aufbringmenge
an elementarem Kohlenstoff zumindest 10 g/m
2 und/oder höchstens 100 g/m
2.
[0060] Eine Dicke der Grobspanplatte liegt vorzugsweise zwischen 8 und 35 mm.
[0061] Im Folgenden wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Grobspanplatten-Herstellungsvorrichtung zum Durchführen eines
erfindungsgemäßen Verfahrens einer erfindungsgemäßen Grobspanplatte,
- Figur 2
- eine Detailansicht der Grobspanplatten-Herstellvorrichtung gemäß Figur 1,
- Figur 3
- in Teilfigur 3a einen schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Grobspanplatte,
in Teilfigur 3b die Innen-Konzentration an Paraffin und/oder Wachs einer erfindungsgemäßen
Grobspanplatte gemäß einer ersten Ausführungsform und in Teilfigur 3c die Innen-Konzentration
an Paraffin und/oder Wachs gemäß einer zweiten Ausführungsform und
- Figur 4
- eine Detailansicht einer Grobspanplatten-Herstellvorrichtung gemäß einer zweiten Ausführungsform
mit einer Saugvorrichtung und einer Druckaufbringvorrichtung
- Figur 5
- eine schematische Detailansicht einer Grobspanplatten-Herstellvorrichtung, die einen
Applikator aufweist und
- Figur 6
- in Teilfigur 6a eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
mit einem bewegbaren Applikator und einer bewegbaren Saughaube in Teilfigur 6b die
Grobspanplatten-Herstellvorrichtung gemäß Teilfigur 6a in einer Ansicht von oben und
in Teilfigur 6c eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Grobspanplatte,
Herstellvorrichtung mit einem bewegbaren Applikator gemäß einer zweiten Ausführungsform.
[0062] Figur 1 zeigt schematisch eine Grobspanplatten-Herstellvorrichtung 10, die eine Presse
12 in Form einer kontinuierlichen Bandpresse zum Verpressen von zumindest einer Vorproduktlage
14, im vorliegenden Fall von 3 Vorproduktlagen 14.1, 14.2, 14.3 zu einer Roh-Grobspanplatte
16 aufweist. Die zumindest eine Vorproduktlage 14 wird durch eine Streuvorrichtung
18 erzeugt.
[0063] Im vorliegenden Fall umfasst die Streuvorrichtung 18 einen ersten Streuer 20.1 zum
Streuen der ersten Vorproduktlage 14.1 in Form einer ersten Deck-Spanschicht, einen
zweiten Streuer 20.2 zum Streuen einer zweiten Vorproduktlage 14.2 in Form einer Mittel-Spanschicht
und einen dritten Streuer 20.3 zum Streuen einer dritten Vorproduktlage 14.3 in Form
einer zweiten Deck-Spanschicht.
[0064] Nach dem Verpressen mittels der Presse 12 hat die entstandene Roh-Grobspanplatte
eine erste Deckschicht 22.1, eine Mittelschicht 22.2 und eine zweite Deck-Schicht
22.3. Die Presse wird beispielsweise mittels eines Thermofluids 24 beheizt, das in
Heizrohren 26.j (j = 1, ...)) Strömt. Die Wärme des Thermofluids 24 wird auf ein umlaufendes
Pressband 28 übertragen, das mittels Druckrollen 30.k (k = 1, 2, ...) auf die Vorproduktlage
14.1, 14.2, 14.3 gedrückt wird. Selbstständig können mehr oder weniger als drei Vorproduktlagen
vorhanden sein.
[0065] In einer Materialflussrichtung hinter der Presse 12 ist eine Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung
32 angeordnet, mittels der eine Flüssigkeit 34 auf eine erste Seitenfläche S1 der
Roh-Grobspanplatte 16 aufgebracht wird. Die Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung 32 umfasst
ein Flüssigkeitsreservoir 38 sowie eine Pumpe 40, mittels der die Flüssigkeit 34 unter
einem Flüssigkeitsdruck p
34 zu zumindest einer Düse 41 geleitet wird. Die Düse 41 erzeugt einen Sprühnebel 42,
der sich auf der ersten Seitenfläche S1 absetzt. Die Düse 41 kann Teil einer Düsenleiste
43 (siehe Figur 2) sein, die 2, 3 oder mehr Düsen aufweist. Die Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung
32 kann eine Temperiervorrichtung 45 aufweisen, die die Flüssigkeit 34 auf einer vorgegebenen
Temperatur T34 hält.
[0066] Die Flüssigkeit 34 ist eine Suspension oder Emulsion und enthält Paraffin und/oder
Wachs sowie Feststoffpartikel. Eine Auftragsmenge Q
34 an Flüssigkeit 34 beträgt Q
34 = 300 g/m
2. Der Gehalt an Paraffin und/oder Wachs in der Flüssigkeit 34 ist so groß, dass dies
einer Paraffin/Wachs-Auftragsmenge von Q
PW = 300 g/m
2 entspricht. Die Feststoffpartikel sind im vorliegenden Fall aus Korund und haben
eine Partikelgröße F 120 gemäß FEPA-Standard. Der Gehalt der Feststoffpartikel in
der Flüssigkeit 34 ist so groß, dass eine Feststoffpartikel-Auftragsmenge von Q
FP = 50 g/m
2 entsteht.
[0067] In Materialflussrichtung M hinter der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung 32 ist eine
Heizvorrichtung 37 angeordnet, die beispielsweise zumindest einen Infrarotstrahler
37a, 37b aufweist. Mittels der Heizvorrichtung 37 wird eine Flüssigkeitsschicht 39,
die von der Flüssigkeit auf der Roh-Grobspanplatte 18 gebildet wird, getrocknet. Zudem
wird das Paraffin und/oder das Wachs in der Flüssigkeitsschicht 38 soweit erwärmt,
dass es anschmilzt. Auf diese Weise bildet sich eine dünne Paraffin/WachsSchicht 39'.
[0068] Mittels einer Saugvorrichtung 36, die eine Saughaube 47 und eine umlaufende Dichtung
44 aufweist, mittels der die zweite Seitenfläche S2 gegenüber einem Saugraum 46 abgedichtet
wird, wird im Saugraum 46 ein Unterdruck angelegt, sodass ein Druck p
46 im Saugraum 46 weniger als p
46 = 500 hPa, insbesondere weniger als p
46 = 200 hPa, beträgt. Durch den Unterdruck wird die Flüssigkeit 34 in eine erste Randzone
50.1 der Roh-Grobspanplatte 16 gesaugt.
[0069] Die Saugvorrichtung 36 besitzt Stützen 48.m (m = 1, 2, ...) zum Vermindern oder Verhindern
einer Durchbiegung der Roh-Grobspanplatte 16 aufgrund des Unterdrucks.
[0070] Figur 2 zeigt eine vergrößerte Ansicht der Saugvorrichtung 36. Der Saugraum 46 ist
mittels einer Vakuumleitung 49 mit einer Vakuumpumpe 52 verbunden. Die Flüssigkeit
34 kann alternativ oder zusätzlich zu den zur zumindest einen Düse 41 mittels einer
Aufbringwalze 53 oder einer anderen Vorrichtung auf die erste Seitenfläche S1 aufgebracht
werden.
[0071] Figur 3 a zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Grobspanplatte
54, die eine erste Kantenfläche K1 und eine zweite Kantenflächen K2 besitzt.
[0072] In Figur 3b ist der Verlauf einer Konzentration c
PW an Paraffin und/oder Wachs in der Grobspanplatte 54 in Abhängigkeit vom Abstand z
von der jeweils nächstliegenden Seitenfläche S1, S2 angegeben. Es ist zu erkennen,
dass die Konzentration c
PW,Q1 im ersten, also äußersten Quintil Q1 deutlich größer ist, insbesondere um den Faktor
10 oder mehr als in einem inneren Dicken-Quintil Q3, also dem Quintil mit dem größten
Abstand zu beiden Seitenflächen S1, S2. Es ist möglich, dass - wie in Figur 3b gezeigt
- nur auf eine Seite der Grobspanplatte 54 Paraffin und/oder Wachs aufgebracht wird.
Wird, wie gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, die Roh-Grobspanplatte
16 nach dem Aufbringen der Flüssigkeit 34 gewendet und wird die Flüssigkeit 34 auf
die gegenüberliegende seitliche aufgebracht, ergibt sich beispielsweise der mit gestrichelte
Linie gezeichnete Verlauf der Konzentration c
FP.
[0073] Figur 3 c zeigt eine Unterteilung in Dezile. Es ist zu erkennen, dass eine Zweitdezil-Konzentration
c
PW,D2 an Paraffin und/oder Wachs im zweiten Dezil D2, das in Richtung auf eine Mitte der
Dickenausdehnung neben dem ersten, äußersten Dicken-Dezil D1 liegt, kleiner sein kann
als ein Drittel einer Erstdezil-Konzentration c
PW,D1.
[0074] Figur 4 zeigt eine Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung 32 einer erfindungsgemäßen Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
10, die eine Druckaufbringvorrichtung 56 aufweist, die mittels der Pumpe 40 Flüssigkeit
34 aus dem Flüssigkeitsreservoir 38 in einen Einbringraum 58 unter einem Einbringdruck
p
E eindringt. Der Einbringraum 58 wird von einer Dichtung 60 der Druckaufbringvorrichtung
56 begrenzt. Die Druckaufbringvorrichtung 56 kann zum Aufbringen der Flüssigkeit 34
wie in Figur 4 gezeigt von unten oder aber von oben ausgebildet sein.
[0075] Mittels der Vakuumpumpe 52 der Saugvorrichtung 36 wird über die Vakuumleitung 49
beispielsweise ein Druck von p
46 = 100 hPa im Saugraum 46 eingestellt.
[0076] Figur 5 zeigt schematisch, dass die Saugvorrichtung 36 zum Aufbringen eines lokalen
Unterdrucks ausgebildet sein kann. In diesem Fall ist eine Saugfläche Fs kleiner als
die Fläche der Roh-Grobspanplatte 16. Im vorliegenden Fall ist die Saugfläche Fs kleiner
als ein Zehntel der Fläche der Roh-Grobspanplatte 16. Die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
kann zudem eine zweite Saugvorrichtung 36' aufweisen, die vorzugsweise baugleich ist
zur ersten Saugvorrichtung 36.
[0077] Eine Druckfläche F
D, an der die Druckaufbringvorrichtung 56 an dem Einbringdruck p
e anliegt, entspricht im Wesentlichen, also beispielsweise mit einer Abweichung von
höchstens Faktor 2, insbesondere höchstens Faktor 1,1, insbesondere höchstens Faktor
1,25, der Saugfläche Fs.
[0078] Figur 6a zeigt eine Positioniervorrichtung 62, beispielsweise einen Roboter, zum
Positionieren eines Applikators 64 und zum Drücken des Applikators 64 gegen die Roh-Grobspanplatte
16. Dazu besitzt die Positioniervorrichtung 62 beispielsweise einen Arm 66. Der Arm
66 kann 2 oder mehr Teil-Arme 68.1, 68.2 aufweisen, die miteinander gelenkig verbunden
sein können. Mittels eines Antriebs 70 kann der Applikator 64 automatisch auf eine
vorgebbare Position relativ zur Roh-Grobspanplatte 16 positioniert werden.
[0079] Mittels einer flexiblen Leitung 72 wird der Applikator 64 mit unter Druck stehender
Flüssigkeit 34 versorgt, die auf die Roh-Grobspanplatte 16 aufgesprüht und/oder unter
Druck in die Roh-Grobspanplatte 16 eingedrückt wird.
[0080] Unabhängig von den ansonsten für die vorliegende Ausführungsform genannten Merkmalen
kann die Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung 10 eine Saugvorrichtung 36 aufweisen,
die eine an einem vorgebbaren Ort positionierbare Saughaube 47 aufweist. Die Saugvorrichtung
36 ist so ausgebildet, dass die Saughaube 47 stets gegenüber dem Applikator 64 angeordnet
wird. Dazu wird der Antrieb 70 von einer Steuereinheit 76 der Holzwerkstoffplatten-Herstellvorrichtung
10 sprechend angesteuert. Mittels einer flexiblen Vakuumleitung ist die Saughaube
47 mit der Vakuumpumpe 52 verbunden.
[0081] Figur 6c zeigt eine weitere Ausführungsform einer Druckaufbringvorrichtung 56, bei
der die flammschutzmittelhaltige Flüssigkeit 34 mittels einer Düse 78 in den Einbringraum
58 eingebracht wird. Mittels einer Druckquelle 80, die über eine Druckleitung 82 mit
dem Einbringraum 58 verbunden ist, kann der Einbringdruck p
e eingestellt werden.
[0082] Es ist möglich, den Applikator 64 und gegebenenfalls die Saughaube 47 zu bewegen,
während ein Über-und/oder Unterdruck anliegt. Alternativ wird der Druck im Saugraum
und/oder der Einbringdruck vorm Bewegen des Applikators und/oder der Saughaube dem
Umgebungsdruck angenähert, insbesondere vollständig angenähert.
[0083] Die Steuereinheit 76 wird in allen Ausführungsformen der Grobspanplatten-Herstellvorrichtung
10 verwendet, um die Saugvorrichtung 36 und/oder die Druckaufbringvorrichtung 56 so
anzusteuern, dass ein vorgegebener Unterdruck für eine vorgegebene Saugzeit t
saug und/oder ein vorgegebener Überdruck für eine vorgegebene Überdruckzeit t
druck an die Roh-Grobspanplatte 16 angelegt wird.
Ausführungsbeispiel 1: Oberflächenversiegelung
[0084] Auf eine ungeschliffene Grobspanplatte mit einer Dicke d von d = 16 mm OSB wird mit
Hilfe einer Auftragswalze eine Flüssigkeit 34 in Form einer Paraffinemulsion/- dispersion
in einer Auftragsmenge von Q
34= 100 g /m
2 aufgetragen. Es wird Druck p
46 = 100 hPa an die zweite Seitenfläche S2 angelegt. Die Saugzeit beträgt t
saug = 30 sec. Dann ist die Emulsion insoweit in die Platte eingezogen, dass keine Flüssigkeit
mehr zu beobachten ist. Die Platte wird mit Hilfe einer Heizvorrichtung 37 in Form
eines Infrarotstrahlers getrocknet und das Wachs angeschmolzen, sodass es sich auf
der Oberfläche verteilt. Je nach Anwendungsbereich kann ein Weichparaffin, ein Microwachs
oder ein Hartparaffin eingesetzt werden.
[0085] Die Grobspanplatte wird nach dem Trocknen und Abkühlen mit Hilfe eines Wasserauflegetests
geprüft. Dabei wurden 5 ml Wasser auf die Oberfläche aufgelegt und mit einem Uhrglas
abgedeckt. Eine unbehandelte Grobspanplatte wurde mitgeprüft. Während bei der unbehandelten
Grobspanplatte das Wasser nach einer Stunde in die Platte eingezogen war, konnte auf
der behandelten OSB das Wasser nach zwei Tagen zurückgewonnen werden.
[0086] Ein Wasserdampfdurchlässigkeitstest in Anlehnung an die DIN 53122-1 wurde ebenfalls
durchgeführt. Als Aussenklima wurde 90% rel. LF, 23°C gewählt. Im Kolben auf den die
Probe aufgelegt war, befand sich Phophorpentoxid als Trockenmittel. Die Werte ergaben
sich zu 16 g/m2 × d ( Paraffinbeschichtung ) und 29 g/(m
2 × d) (Nullprobe). Die Wasserdampfdurchlässigkeit konnte also mit dieser Beschichtung
nahezu halbiert werden. Durch eine Variation der Auftragsmengen des Paraffins lässt
die Durchlässigkeit von Wasser steuern.
Ausführungsbeispiel 2: Oberflächenversiegelung mit Antirutscheigenschaften
[0087] Auf eine ungeschliffene 16 mm Grobspanplatte wird mit Hilfe einer Auftragswalze ein
Gemisch aus Paraffinemulsion/-dispersion und Korund in zwei Korngrößen, nämlich F
120 und F 80 nach FEPA-Standard, aufgetragen. Die Paraffin/Wachs-Auftragsmenge ist
Q
PW = 100 g, die Feststoffpartikel-Auftragsmenge ist Q
FP = 50 g Korund pro Quadratmeter aufgetragen. Der Feststoffgehalt an der Emulsion/Dispersion
beträgt 50 Gewichtsprozent. Es wird ein Druck von p
46 = 100 mbar angelegt, die Saugzeit beträgt t
saug = 30 sec. Dann ist die Emulsion/Dispersion insoweit in die Platte eingezogen, dass
keine Flüssigkeit mehr zu beobachten ist.
[0088] Die Platte wird mit Hilfe einer Heizvorrichtung 37 in Form eines Infrarotstrahlers
getrocknet und das Wachs angeschmolzen, sodass es sich besser auf der Oberfläche verteilt
und eine gute Einbindung der Feststoffpartikel in den Paraffinfilm gewährleistet.
Je nach Anwendungsbereich kann ein Weichparaffin, ein Microwachs oder ein Hartparaffin
eingesetzt werden. Eine zweite Grobspanplatte wird statt mit Korund mit der gleichen
Menge an Glaskugeln ausgerüstet. Deren Korngröße liegt zwischen 70 und 110 µm.
[0089] Eine weitere Grobspanplatte wurde ohne Hartstoffpartikel nur mit Paraffin hergestellt.
Eine Grobspanplatte ohne Oberflächenbehandlung wurde ebenfalls geprüft. An allen Grobspanplatten
wurde dann mit Hilfe eines kleinen Metallblocks (500 g) die Rutschfestigkeit bestimmt.
Dabei wurde an einem 40 cm langen und 10 cm breiten Prüfkörper der Metallblock an
dem einen Ende aufgelegt und dann an diesem Ende die Grobspanplatte langsam nach oben
bewegt. Der Neigungswinkel ab dem das Metallstück anfängt zu rutschen, ist das Maß
für die Rutschfestigkeit. Dies wurde sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand
geprüft. Für die Messung im nassen Zustand wurden 100 g Wasser pro Quadratmeter aufgebracht.
[0090] Die folgende Tabelle zeigt, dass die mit Paraffin und Korund behandelten Grobspanplatten
deutliche Vorteile hinsichtlich der Rutschfestigkeit gegenüber der Nullprobe und der
mit Glaskugeln behandelten Grobspanplatte haben.
Tabelle 1: Rutschtest
| Höhe [cm] |
Winkel [°] |
trocken / nass |
Blindprobe |
Emulsion 50 g Paraffin fest / m2 |
Emulsion (50 g Paraffin fest/m2)+ Glas (70-100 µm) |
Emulsion (50g fest/m2) + Korund (F 120, FEPA-Standard) |
Emulsion (50g fest /m2) + Korund (F 80, FEPA-Standard) |
| 13 |
15 |
trocken |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| nass |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
| 15 |
17 |
trocken |
- |
+ |
+ |
+ |
+ |
| nass |
+ |
+ |
- |
+ |
+ |
| 17 |
20 |
trocken |
- |
- |
- |
+ |
+ |
| nass |
+ |
+ |
- |
+ |
+ |
| 19 |
23 |
trocken |
- |
- |
- |
+ |
+ |
| nass |
+ |
- |
- |
+ |
+ |
| 20 |
24 |
trocken |
- |
- |
- |
+ |
+ |
| nass |
- |
- |
- |
- |
+ |
| 22 |
27 |
trocken |
- |
- |
- |
- |
+ |
| nass |
- |
- |
- |
- |
+ |
Bezugszeichenliste
| 10 |
Grobspanplatten-Herstellvorrichtung |
54 |
Grobspanplatte |
| |
|
56 |
Druckaufbringvorrichtung |
| 12 |
Presse |
58 |
Einbringraum |
| 14 |
Vorproduktlage |
60 |
Dichtung |
| 16 |
Roh-Grobspanplatte |
62 |
Positioniervorrichtung |
| 18 |
Streuvorrichtung |
64 |
Applikator |
| 20 |
Streuer |
66 |
Arm |
| 22.1 |
erste Deckschicht |
68 |
Teil-Arm |
| 22.2 |
Mittelschicht |
70 |
Antrieb |
| 22.2 |
zweite Deckschicht |
72 |
Leitung |
| 24 |
Thermofluid |
76 |
Steuereinheit |
| 26 |
Heizrohr |
|
|
| 28 |
Pressband |
cFP |
Feststoffpartikel-Konzentration |
| 30 |
Druckrolle |
cPW |
Paraffin/Wachs- Konzentration |
| 32 |
Flüssigkeit-Aufbringvorrichtung |
d |
Dicke |
| 34 |
Flüssigkeit |
D |
Dezil |
| 36 |
Saugvorrichtung |
Fs |
Saugfläche |
| 37 |
Heizvorrichtung |
FD |
Druckfläche |
| 37a, 37b |
Infrarotstrahler |
pE |
Einbringdruck |
| 38 |
Flüssigkeitsreservoir |
p46 |
Druck im Saugraum |
| 39 |
Flüssigkeitsschicht |
Q |
Quintil |
| 39' |
Paraffin/Wachs-Schicht |
Q1 |
äußerstes Quintil |
| 40 |
Pumpe |
Q3 |
Innen-Quintil |
| 41 |
Düse |
Q34 |
Auftragsmenge |
| 42 |
Sprühnebel |
QFP |
Feststoffpartikel-Auftragsmenge |
| 43 |
Düsenleiste |
QPW |
Paraffin/Wachs-Auftragsmenge |
| 44 |
Dichtung |
S1 |
erste Seitenfläche |
| 45 |
Temperiervorrichtung |
S2 |
zweite Seitenfläche |
| 46 |
Saugraum |
tdruck |
Überdruckzeit |
| 47 |
Saughaube |
tsaug |
Saugzeit |
| 48 |
Stütze |
|
|
| 50 |
Randzone |
|
|
| 52 |
Vakuumpumpe |
|
|
1. Verfahren zum Herstellen einer Grobspanplatte, mit den Schritten:
(a) Herstellen einer Roh-Grobspanplatte (16), die
eine erste Seitenfläche (S1),
eine zweite Seitenfläche (S2), die parallel zur ersten Seitenfläche (S1) verläuft,
und
Kantenflächen, die die Seitenflächen (S1, S2) miteinander verbinden, aufweist,
(b) Aufbringen einer Flüssigkeit (34), die Paraffin und/oder Wachs enthält, zumindest
auf die erste Seitenfläche (S1),
(c) Anlegen eines Unterdrucks an die zweite Seitenfläche (S2), sodass die Flüssigkeit
(34) in eine Randzone (50) der Roh-Grobspanplatte (16) gesaugt wird, und/oder
Anlegen eines Überdrucks an die erste Seitenfläche (S1), sodass die Flüssigkeit (34)
in eine Randzone (50) der Roh-Grobspanplatte (16) gedrückt wird, und
(d) Erwärmen der ersten Seitenfläche (S1), sodass das Paraffin und/oder das Wachs
anschmilzt, sodass die Grobspanplatte (54) entsteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (34) mit einer solchen Auftragsmenge (Q34) aufgetragen wird, dass die Grobspanplatte (54) eine Grobspanplatten-Wasserdampfdurchlässigkeit
der Grobspanplatte (54) hat, die zumindest 30%, insbesondere zumindest 40%, kleiner
ist als eine Roh-Grobspanplatten-Wasserdampfdurchlässigkeit der Roh-Grobspanplatte
(16).
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Flüssigkeit (34) Feststoffpartikel, insbesondere aus einem Hartstoff, enthält.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (34) elementaren Kohlenstoff enthält, insbesondere Ruß und/oder Graphit.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Konzentration an elementarem Kohlenstoff in der Flüssigkeit (34) und eine Auftragsmenge
(Q
34) so gewählt sind, dass
ein Grobspanplatten-Reflexionsvermögen der Grobspanplatte (54) in Richtung einer Normalen
auf die Grobspanplatte (54) bei 23°C bei IR-Licht mit einer Wellenläge von 700 nm
um zumindest 0,05, insbesondere zumindest 0,075, kleiner ist als
ein Roh-Grobspanplatten- Reflexionsvermögen der Roh-Grobspanplatte (16).
6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Flüssigkeit (34) ein Salz enthält und
eine Konzentration des zumindest einen Salzes in der Flüssigkeit (34) und eine Aufbringmenge
der Flüssigkeit (34) auf die Roh-Grobspanplatte (16) so gewählt sind, dass eine elektrische
Grobspanplatten-Leitfähigkeit der Grobspanplatte (54) zumindest 50%, insbesondere
zumindest 100%, größer ist als eine elektrische Roh-Grobspanplatten-Leitfähigkeit
der Roh-Grobspanplatte (16).
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flüssigkeit (34) einen Farbstoff enthält.
8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Flüssigkeit (34) mittels Düsen (41) und/oder Walzen aufgebracht wird und/oder
(b) die Flüssigkeit (34) von unten auf die Seitenfläche (S1, S2) aufgebracht wird,
wobei die Flüssigkeit (34) beim Aufbringen mit ihrer zumindest im Wesentlichen horizontal
verlaufenden Flüssigkeitsoberfläche in Kontakt mit der Seitenfläche (S1, S2) ist.
9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von oben ein Unterdruck angelegt wird,
wobei der Unterdruck vorzugsweise mittels einer Saughaube (47) an einer Saugfläche
(Fs) angelegt wird, die einer Druckfläche (FD) entspricht, an der die Flüssigkeit eingepresst wird.
10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) der Applikator (64) beim Einpressen der Flüssigkeit (34) relativ zur Roh-Grobspanplatte
(16) bewegt wird und/oder
(b) die Roh-Grobspanplatte (16) bewegt und der Applikator (64), insbesondere geführt,
mitgeführt wird.
11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Konzentration an Paraffin und/oder Wachs und die Aufbringmenge so gewählt sind
und
der Unterdruck und die Saugzeit (tsaug) so gewählt sind, dass eine Innen-Konzentration (cF,Q3) an Paraffin und/oder Wachs in einem inneren Dicken-Quintil (Q) einer Dickenausdehnung
von der ersten Seitenfläche (S1) zur zweiten Seitenfläche (S2) höchstens das 0,8-fache
einer Außen-Konzentration (cF,Q1) in einem ersten äußersten Dicken-Quintil (Q1), das sich bis zur ersten Seitenfläche
(S1) erstreckt, beträgt.
12. Grobspanplatten-Herstellvorrichtung (10) mit
(a) einer Presse (12) , insbesondere einer Bandpresse, zum Verpressen von zumindest
einer Vorproduktlage (14) zu einer Roh-Grobspanplatte (16),
(b) einer Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung (32) zum Aufbringen einer Flüssigkeit (34)
auf die Roh-Grobspanplatte (16),
(c) einer Flüssigkeitsquelle, die mit der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung (32) verbunden
ist und die Flüssigkeit (34) enthält, und
(d) einer Saugvorrichtung (36), die
ausgebildet ist zum Anlegen eines Unterdrucks an eine zweite Seitenfläche (S2) der
Roh-Grobspanplatte (16) und zum automatischen Anlegen des Unterdrucks für eine solche
Saugzeit (tsaug), dass die Flüssigkeit (34) in eine Randzone (50) der Roh-Grobspanplatte (16) gesaugt
wird und/oder
einer Druckaufbringvorrichtung (56) zum Anlegen eines Überdrucks an die erste Seitenfläche,
sodass die Flüssigkeit (34) in eine Randzone (50) der Roh-Grobspanplatte (16) gedrückt
wird, aufweist
dadurch gekennzeichnet, dass
(e) die Flüssigkeit (34) Paraffin und/oder Wachs enthält und
(f) die Grobspanplatten-Herstellvorrichtung (10) eine in Materialflussrichtung hinter
der Flüssigkeits-Aufbringvorrichtung (32) angeordnete Heizvorrichtung (37) aufweist,
die ausgebildet und angeordnet ist zum automatischen Erwärmen einer ersten Seitenfläche,
die der zweiten Seitenfläche gegenüberliegt, auf eine Temperatur, bei der das Paraffin
und/oder das Wachs anschmilzt und nicht zersetzt wird.
13. Grobspanplatten-Herstellvorrichtung (10) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
(a) die Saugvorrichtung (36) ausgebildet ist zum automatischen Anlegen des Unterdrucks
für eine solche Saugzeit (tsaug), dass die Flüssigkeit (34) nicht durch die Roh-Grobspanplatte (16) hindurchgesaugt
wird und/oder
(b) die Druckaufbringvorrichtung (56) ausgebildet ist zum automatischen Anlegen des
Überdrucks für eine solche Überdruckzeit (tdruck), dass die Flüssigkeit (34) nicht durch die Roh-Grobspanplatte (16) hindurchgedrückt
wird.
14. Grobspanplatte, dadurch gekennzeichnet, dass
(a) eine Innen-Konzentration an Paraffin und/oder Wachs in einem inneren Dicken-Quintil
(Q) einer Dickenausdehnung von der ersten Seitenfläche (S1) zur zweiten Seitenfläche
(S2) höchstens das 0,5-fache einer Außen-Konzentration in einem ersten äußersten Dicken-Quintil
(Q1), das sich bis zur ersten Seitenfläche (S1) erstreckt und/oder
(b) eine Zweitdezil-Konzentration (cF,D2) an Paraffin und/oder Wachs im zweiten Dicken-Dezil (D2) der Dickenausdehnung, das
in Richtung auf eine Mitte der Dickenausdehnung neben dem ersten, äußersten Dicken-Dezil
(D) liegt, zumindest das 0,1-fache einer Erstdezil-Konzentration (cF,D1) im ersten äußersten Dicken-Dezil (D) beträgt.
15. Grobspanplatte nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Grobspanplatten-Oberfläche der Grobspanplatte
(a) auf zumindest 50% ihrer Fläche elementaren Kohlenstoff, insbesondere Ruß oder
Graphit, und/oder
(b) zumindest 30 g pro Quadratmeter an Hartstoffpartikeln, die eine Korngröße zwischen
70 und 150 µm haben, enthält