[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebsvorrichtung für einen Auszug eines Gargeräts
mit einem Garraum der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art und ein Gargerät
der im Oberbegriff des Patentanspruchs 10 genannten Art.
[0002] Gargeräte mit einem Garraum sind aus dem Stand der Technik in einer Vielzahl von
Ausführungsformen bereits vorbekannt und umfassen ein Gehäuse, einen in dem Gehäuse
angeordneten und von Garraumwänden begrenzten Garraum, eine zwischen einer Schließlage
und einer Öffnungslage hin und her überführbare Garraumtür zum Verschließen einer
Garraumöffnung des Garraums in der Schließlage der Garraumtür und zum Zugriff auf
den Garraum mittels der Garraumöffnung in der Öffnungslage der Garraumtür und einen
an mindestens einer Garraumwand der Garraumwände angeordneten Auszug zur Halterung
eines separaten Zubehörteils des Gargeräts zur Aufnahme eines Garguts, wobei der Auszug
zwischen einer Einschublage, in der der Auszug vollständig in dem Garraum aufgenommen
ist, und einer Auszugslage, in der der Auszug zumindest teilweise aus dem Garraum
ausgefahren ist, manuell hin und her überführbar ist. Ferner sind auch Ausführungsformen
von derartigen Gargeräten bekannt, bei denen das Gargerät eine Antriebsvorrichtung
zum automatischen Antrieb des Auszugs aufweist. Hierdurch ist der Bedienkomfort für
einen Benutzer des erfindungsgemäßen Gargeräts wesentlich verbessert. Ferner ist dadurch
die Verletzungsgefahr für den Benutzer des erfindungsgemäßen Gargeräts erheblich reduziert,
da der Benutzer beispielsweise, anders als bei einer manuellen Betätigung des Auszugs,
nicht in ungewünschter Weise in Kontakt mit heißen Oberflächen des Gargeräts gelangt.
[0003] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, eine Antriebsvorrichtung für einen Auszug
eines Gargeräts und ein Gargerät mit einem Auszug zu verbessern.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch eine Antriebsvorrichtung für einen Auszug
eines Gargeräts mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst, das dadurch gekennzeichnet
ist, dass die Antriebsvorrichtung eine Überlastschutzvorrichtung zum Schutz der Antriebsvorrichtung
vor einer Beschädigung durch eine unsachgemäße Bedienung der Garraumtür und/oder des
Auszugs umfasst, wobei die Überlastschutzvorrichtung als eine Rutschkupplung mit einer
ersten Kontaktfläche und einer mit der ersten Kontaktfläche im Nicht-Überlastfall
kraftübertragend verbundenen zweiten Kontaktfläche ausgebildet ist, und wobei die
beiden vorgenannten Kontaktflächen jeweils als eine Reibfläche und/oder als eine Formschlussfläche
ausgebildet sind, und wobei die Überlastschutzvorrichtung derart ausgebildet ist,
dass eine Anpresskraft zwischen der ersten Kontaktfläche und der zweiten Kontaktfläche
ohne jegliche Demontage der Antriebsvorrichtung von einem Rest des Gargeräts mittels
eines Nachstellelements der Überlastschutzvorrichtung manuell nachstellbar ist. Ferner
wird dieses Problem durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs 10 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den
nachfolgenden Unteransprüchen.
[0005] Der mit der Erfindung erreichbare Vorteil besteht insbesondere darin, dass eine Antriebsvorrichtung
für einen Auszug eines Gargeräts und ein Gargerät mit einem Auszug verbessert sind.
Durch die erfindungsgemäße Überlastschutzvorrichtung ist die Antriebsvorrichtung zum
einen wirksam vor einer Beschädigung bei einer unsachgemäßen Bedienung der Garraumtür
und/oder des Auszugs geschützt. Beispielsweise kann so ein Fall eintreten, falls ein
zu schweres Gargut auf dem durch den Auszug gehaltenen separaten Zubehörteil abgelegt
worden ist, falls die Garraumtür mit einer zu hohen Geschwindigkeit bewegt wird, der
Auszug auf fehlerhafte Weise manuell bewegt wird oder ein separates Zubehörteil, beispielsweise
das mit dem Auszug gehaltene separate Zubehörteil, nicht ordnungsgemäß positioniert
ist. Aufgrund der Überlastschutzvorrichtung ist es ferner möglich, die einzelnen für
die automatische Bewegung des Auszugs relevanten Bauteile des erfindungsgemäßen Gargeräts
materialsparender zu konstruieren und zu fertigen. Auch ist es möglich, die vorgenannten
Bauteile mit größeren Toleranzen und damit kostengünstiger herzustellen. Somit ermöglicht
die vorgenannte Nachjustierung der Überlastschutzvorrichtung eine vereinfachte Montage
bei der Herstellung des mit der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung ausgestatteten
erfindungsgemäßen Gargeräts. Dies deshalb, weil durch die Möglichkeit der Nachjustierung
beispielsweise Bauteil- und Montagetoleranzen leicht ausgeglichen werden können. Zum
anderen ermöglicht die erfindungsgemäße Ausbildung der Überlastschutzvorrichtung der
Antriebsvorrichtung eine Nachjustierung der Überlastschutzvorrichtung vor Ort und
damit nach erfolgter Inbetriebnahme bei dem Endkunden. Eine derartige Nachjustierung
kann beispielsweise dann erforderlich sein, wenn die zwischen der ersten und der zweiten
Kontaktfläche wirkende Anpresskraft aufgrund von Abnutzung und Materialverschleiß
eine für eine ordnungsgemäße Funktion der Überlastschutzvorrichtung erforderliche
Untergrenze unterschreitet. Der Begriff "Antriebsstange" ist hier allgemein auszulegen
und umfasst beispielsweise auch schienenartige oder plattenartige Ausführungsformen.
[0006] Grundsätzlich sind die erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung und das erfindungsgemäße
Gargerät nach Art, Funktionsweise, Material und Dimensionierung in weiten geeigneten
Grenzen frei wählbar. Beispielsweise kann es sich bei dem erfindungsgemäßen Gargerät
um einen Backofen oder ein anderes Gargerät mit einem Garraum handeln. Beispielhaft
sei hier lediglich auf Dampfgarer, Mikrowellengeräte oder Kombinationsgargeräte, also
Gargeräte mit voneinander verschiedenen Beheizungsarten, verwiesen. Entsprechend ist
auch die Ausbildung des an dem Auszug gehaltenen separaten Zubehörteils des Gargeräts
in weiten geeigneten Grenzen frei wählbar. Beispielsweise kann es sich bei dem separaten
Zubehörteil um ein Backblech oder ein Grillrost handeln. Ferner kann das erfindungsgemäße
Gargerät als ein Haushaltsgerät oder als ein gewerbliches Gargerät, also ein Gargerät
für den professionellen Einsatz, ausgebildet sein. Der Auszug kann auch als ein sogenannter
Vollauszug ausgebildet sein, der in dessen Auszugslage vollständig aus dem Garraum
des Gargeräts ausgezogen ist. In diesem Fall ist der Zugriff auf den Auszug, ein auf
den Auszug abgelegtes separates Zubehörteil oder auf das Gargut zusätzlich erleichtert.
Bei einer Mehrzahl von Einschubebenen des erfindungsgemäßen Gargeräts kann der Auszug
gemäß der Erfindung grundsätzlich in jeder der Einschubebenen platziert sein. Darüber
hinaus ist das erfindungsgemäße Gargerät für alle denkbaren Größen von Gargeräten
mit Garraum geeignet und vorteilhaft einsetzbar. Besonders vorteilhaft ist es, wenn
die Antriebsvorrichtung derart ausgebildet ist, dass die automatische Überführung
des Auszugs einerseits zwischen dessen Einschublage und dessen Auszugslage mittels
der Antriebsvorrichtung in Abhängigkeit von der Überführung der Garraumtür zwischen
deren Schließlage und deren Öffnungslage und/oder andererseits zwischen dessen Auszugslage
und dessen Einschublage mittels der Antriebsvorrichtung in Abhängigkeit von der Überführung
der Garraumtür zwischen deren Öffnungslage und deren Schließlage erfolgt. Dies deshalb,
weil dadurch sichergestellt ist, dass bei der automatischen Bewegung des Auszugs und
bei der automatischen oder manuellen Bewegung der Garraumtür eine Kollision zwischen
Auszug und Garraumtür wirksam verhindert ist.
[0007] Eine besonders vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
sieht vor, dass die Überlastschutzvorrichtung derart ausgebildet ist, dass das vorgenannte
Nachstellen lediglich mittels Handhabung eines einzigen Nachstellelements der Überlastschutzvorrichtung
durchführbar ist. Auf diese Weise ist die vorgenannte Nachjustierung der Überlastschutzvorrichtung
wesentlich vereinfacht.
[0008] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
sieht vor, dass die Überlastschutzvorrichtung im Wesentlichen in einem Überlastschutzgehäuse
angeordnet und an dem Überlastschutzgehäuse gelagert ist, wobei das Überlastschutzgehäuse
mit einem Gehäuse des Gargeräts lösbar oder unlösbar verbindbar ist. Hierdurch ist
die Überlastschutzvorrichtung zum einen vor für die Funktion der Überlastschutzvorrichtung
nachteiligen Umgebungseinflüssen wirksam geschützt. Zum anderen ist die Überlastschutzvorrichtung
im Wesentlichen als eine Baueinheit handhabbar, so dass die Herstellung der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung und des damit ausgestatteten Gargeräts zusätzlich vereinfacht
ist.
[0009] Eine andere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
sieht vor, dass die Antriebsvorrichtung eine mit einem Scharnier der Garraumtür kraftübertragend
koppelbare Antriebsgabel mit der ersten Kontaktfläche und eine mit dem Auszug direkt
oder indirekt kraftübertragend gekoppelte Zahnscheibe mit der zweiten Kontaktfläche
aufweist, wobei die Zahnscheibe und die Antriebsgabel auf einer gemeinsamen Lagerwelle
der Antriebsvorrichtung drehmomentübertragend gelagert und mittels einer Feder der
Überlastschutzvorrichtung und des Nachstellelements gegeneinander vorspannbar sind,
bevorzugt, dass an der Antriebsgabel oder an der Zahnscheibe ein die erste Kontaktfläche
oder die zweite Kontaktfläche aufweisender Reib- und/oder Formschlussbelag verdrehsicher
angeordnet ist. Auf diese Weise ist die erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung auf konstruktiv
und fertigungstechnisch besonders einfache und robuste Art umsetzbar. Darüber hinaus
ist bei der vorliegenden Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung ein
Elektromotor und dessen signalübertragende und energieübertragende Verbindung mit
einer Steuerung des Gargeräts entbehrlich. Die erfindungsgemäße Antriebsvorrichtung
für den automatischen Antrieb des Auszugs gemäß dieser Weiterbildung ist mit rein
mechanischen Mitteln umsetzbar. Die bevorzugte Ausführungsform dieser Weiterbildung
hat darüber hinaus den weiteren Vorteil, dass beispielsweise ein Reibwert zwischen
der ersten und der zweiten Kontaktfläche mittels des Reib- und/oder Formschlussbelags
zum einen leicht einstellbar ist. Zum anderen ist es mittels des Reib- und/oder Formschlussbelags
möglich, beispielsweise den vorgenannten Reibwert unabhängig von der Antriebsgabel
oder der Zahnscheibe einzustellen, so dass für das vorgenannte Bauteil der Antriebsvorrichtung
eine größere Freiheit in der Auswahl des Materials gegeben ist.
[0010] Eine vorteilhafte Weiterbildung der vorgenannten Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung, rückbezogen auf Anspruch 3, sieht vor, dass die Lagerwelle mit
einem ersten Ende der Lagerwelle und einem ersten Lagerelement der Antriebsvorrichtung
an einer dem Garraum des Gargeräts zugewandten Seite des Überlastschutzgehäuses und
mit einem zweiten Ende der Lagerwelle und einem zweiten Lagerelement der Antriebsvorrichtung
an einer der vorgenannten Seite gegenüberliegenden Seite des Überlastschutzgehäuses
gelagert ist, wobei das erste und das zweite Lagerelement im Vergleich zu einer direkten
Lagerung der Lagerwelle an dem Überlastschutzgehäuse jeweils reibungsmindernd ausgebildet
sind, bevorzugt, dass das zweite Lagerelement die Antriebsgabel mit der Lagerwelle
formschlüssig verbindend ausgebildet ist, besonders bevorzugt, dass die Lagerwelle
eine mit dem zweiten Lagerelement und mit der Zahnscheibe formschlüssig ineinandergreifende
Kontur aufweist. Hierdurch ist die Reibung zwischen der Lagerwelle und dem Überlastschutzgehäuse
wesentlich reduziert. Die bevorzugte und insbesondere die besonders bevorzugte Ausführungsform
dieser Weiterbildung ermöglichen darüber hinaus eine weiter vereinfachte Konstruktion
und Montage sowie eine Einsparung an Bauteilen und Material.
[0011] Eine vorteilhafte Weiterbildung der letztgenannten Weiterbildung der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung sieht vor, dass die Lagerwelle an dem zweiten Ende ein Außengewinde
aufweist und das Nachstellelement als eine Nachstellmutter mit einem zu dem Außengewinde
korrespondierenden Innengewinde ausgebildet ist. Auf diese Weise ist das Nachstellelement
sowie dessen Wirkverbindung mit einem Rest der Überlastschutzvorrichtung auf konstruktiv
und fertigungstechnisch besonders einfache Art realisiert.
[0012] Eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung nach einem
der Ansprüche 4 bis 6 sieht vor, dass die Zahnscheibe und die Antriebsgabel zwischen
der Feder und dem Nachstellelement angeordnet sind, bevorzugt, dass die Feder als
mindestens eine Tellerfeder ausgebildet ist. Hierdurch ist eine besonders kompakte
und funktionssichere Anordnung der Zahnscheibe und der Antriebsgabel der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung ermöglicht. Die bevorzugte Ausführungsform dieser Weiterbildung
hat ferner den weiteren Vorteil, dass die Feder durch die mindestens eine Tellerfeder
einerseits sehr kompakt und andererseits sehr flexibel, beispielsweise durch eine
geeignete Serienschaltung und/oder Parallelschaltung einzelner Tellerfedern bei einer
Mehrzahl von Tellerfedern, gestaltbar ist.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
sieht vor, dass die Überlastschutzvorrichtung derart ausgebildet ist, dass die Überlastschutzvorrichtung
sowohl eine Fehlbedienung des Auszugs in Richtung von dessen Einschublage wie auch
eine Fehlbedienung des Auszugs in Richtung von dessen Auszugslage kompensiert. Auf
diese Weise ist der Schutz der Antriebsvorrichtung vor einer Überlastung weiter verbessert.
[0014] Ferner sieht eine vorteilhafte Weiterbildung der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung
vor, dass die Überlastschutzvorrichtung mittels der Antriebsvorrichtung derart an
dem Gehäuse des Gargeräts angeordnet ist, dass das Nachstellelement von außen unmittelbar
zugänglich ist. Hierdurch ist ein Zugriff auf das Nachstellelement zwecks einer Nachjustierung
der Anpresskraft zwischen der ersten und der zweiten Kontaktfläche der Überlastschutzvorrichtung
zusätzlich vereinfacht. Beispielsweise ist es so entbehrlich, vorab eine das Nachstellelement
verdeckende Abdeckung oder dergleichen entfernen zu müssen.
[0015] Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Gargeräts sieht vor, dass die
Antriebsvorrichtung eine außerhalb des Garraums angeordnete und mit einem Scharnier
der Garraumtür mechanisch gekoppelte Antriebseinheit zur Erzeugung eines Drehmoments,
eine mit der Antriebseinheit drehmomentübertragend verbundene und durch eine der Garraumwände
im Wesentlichen dicht hindurchgeführte Antriebswelle und eine mit der Antriebswelle
drehmomentübertragend und mit dem Auszug kraftübertragend verbundene Antriebsstange
aufweist, wobei die Überlastschutzvorrichtung als ein integraler Bestandteil der Antriebseinheit
ausgebildet ist. Aufgrund der Anordnung der Antriebseinheit außerhalb des Garraums
ist die Antriebsvorrichtung bis auf die Antriebswelle und die Antriebsstange außerhalb
des Garraums angeordnet, so dass der in dem Garraum verfügbare Platz lediglich in
sehr geringem Umfang durch die Antriebsvorrichtung belegt ist. Entsprechend ist das
Volumen des Garraums im Wesentlichen für den Garvorgang verfügbar. Sofern in dem Garraum
Seitengitter oder dergleichen angeordnet sind, ist ein Bauraumkonflikt zwischen den
Seitengittern oder dergleichen auf der einen Seite und der Antriebsvorrichtung auf
der anderen Seite erfindungsgemäß im Wesentlichen verhindert. Somit kann bei der Ausstattung
des Garraums auf bereits existierendes Zubehör, wie beispielsweise bereits existierende
Seitengitter oder dergleichen, zurückgegriffen werden. Eine Anpassung des vorgenannten
Zubehörs auf die Ausstattung des erfindungsgemäßen Gargeräts mit der Antriebsvorrichtung
ist somit nicht erforderlich.
[0016] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gargeräts mit der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung in einer teilweisen Frontalansicht, mit der Garraumtür in deren
Öffnungslage,
- Figur 2
- das Ausführungsbeispiel in einer teilweisen Detailansicht im Bereich des Auszugs,
mit dem Auszug bei dessen Überführung in dessen Auszugslage bei der Garraumtür in
75°-Lage, in perspektivischer Darstellung,
- Figur 3
- das Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 2 in einer teilweisen Draufsicht und
- Figur 4
- das Ausführungsbeispiel in einer vergrößerten und um 180° gedrehten Detailansicht
im Bereich der Überlastschutzvorrichtung, in teilweiser, geschnittener Seitendarstellung.
[0017] In den Fig. 1 bis 4 ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Gargeräts mit
der erfindungsgemäßen Antriebsvorrichtung rein exemplarisch dargestellt.
[0018] Das Gargerät 2 ist als ein Haushaltsbackofen ausgebildet und umfasst ein Gehäuse
4, einen in dem Gehäuse 4 angeordneten und von Garraumwänden 6, 8, 10, 12, 14 begrenzten
Garraum 16, eine zwischen einer Schließlage und einer Öffnungslage hin und her überführbare
Garraumtür 18 zum Verschließen einer Garraumöffnung 20 des Garraums 16 in der Schließlage
der Garraumtür 18 und zum Zugriff auf den Garraum 16 mittels der Garraumöffnung 20
in der Öffnungslage der Garraumtür 18 und einen an zwei einander gegenüberliegend
angeordneten Garraumseitenwänden 10, 12 der Garraumwände 6 bis 14 angeordneten Auszug
22 zur Halterung eines nicht dargestellten und als Backblech ausgebildeten separaten
Zubehörteils des Gargeräts 2 zur Aufnahme eines ebenfalls nicht dargestellten Garguts,
wobei der Auszug 22 zwischen einer Einschublage, in der der Auszug 22 vollständig
in dem Garraum 16 aufgenommen ist, und einer Auszugslage, in der der Auszug 22 zumindest
teilweise aus dem Garraum 16 ausgefahren ist, hin und her überführbar ist. Der Auszug
22 ist in der Fig. 1 nicht dargestellt.
[0019] Ferner weist das Gargerät 2 eine Antriebsvorrichtung 24 zum automatischen Antrieb
des Auszugs 22 auf, wobei die Antriebsvorrichtung 24 eine außerhalb des Garraums 16
angeordnete Antriebseinheit 26 zur Erzeugung eines Drehmoments, eine mit der Antriebseinheit
26 drehmomentübertragend verbundene und durch den Garraumboden 6 der Garraumwände
6 bis 14 im Wesentlichen dicht hindurchgeführte Antriebswelle 28 und eine mit der
Antriebswelle 28 drehmomentübertragend und mit dem Auszug 22 kraftübertragend verbundene
Antriebsstange 30 aufweist.
[0020] Die Antriebseinheit 26 ist bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel somit unterhalb
des Garraumbodens 6 angeordnet, wobei die Antriebswelle 28 durch den Garraumboden
6 hindurchgeführt ist.
[0021] Ferner ist die Antriebseinheit 26 hier als ein mit der Garraumtür 18, nämlich mit
einem Scharnier 32 der Garraumtür 18, mechanisch gekoppeltes Getriebe ausgebildet.
[0022] Die als Getriebe ausgebildete Antriebseinheit 26 weist ein Zahnradpaar auf, wobei
das eine Zahnrad 34 der Zahnradpaarung mit der Garraumtür 18, nämlich mit dem Scharnier
32, und das andere Zahnrad 36 der Zahnradpaarung mit der Antriebswelle 28 mechanisch
gekoppelt ist. Beide Zahnräder 34, 36 weisen hier jeweils eine Stirnverzahnung auf,
wobei das Zahnrad 34 lediglich als Zahnradsegment, also als Zahnscheibe, ausgebildet
ist.
[0023] Die Garraumtür 18, nämlich das Scharnier 32, weist ferner einen Kupplungsbolzen 38
und die mit der Garraumtür 18, nämlich mit dem Scharnier 32, mechanisch gekoppelte
Antriebseinheit 26 weist eine zu dem Kupplungsbolzen 38 korrespondierend ausgebildete
Antriebsgabel 40 auf, wobei der Kupplungsbolzen 38 und die Antriebsgabel 40 derart
aufeinander abgestimmt ausgebildet und angeordnet sind, dass der Kupplungsbolzen 38
bei der Überführung der Garraumtür 18 von deren Schließlage in deren Öffnungslage
und/oder von deren Öffnungslage in deren Schließlage zumindest teilweise unabhängig
von der Antriebsgabel 40 bewegbar ist. Dies wird im Nachfolgenden noch näher erläutert.
[0024] Der Auszug 22 ist bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel an den zwei einander gegenüberliegend
angeordneten Garraumseitenwänden 10, 12 der Garraumwände 6 bis 14 angeordnet, wobei
der Auszug 22 eine an der einen Garraumseitenwand 10 angeordnete linke und eine an
der anderen Garraumseitenwand 12 angeordnete rechte Auszugsschiene 42, 44 zur Halterung
des separaten Zubehörteils aufweist, die mittels einer Verbindungsschiene 46 miteinander
fest verbunden sind. Die Verbindungsschiene 46 ist, bezogen auf die Einschublage des
Auszugs 22, an einem der Garraumöffnung 20 abgewandten Ende des Auszugs 22 an den
beiden Auszugsschienen 42, 44 angeordnet, wobei die Antriebsstange 30 mit der Verbindungsschiene
46 kraftübertragend verbunden ist. Hierfür greift die Antriebsstange 30 mit einem
nicht dargestellten Kulissenstein in eine ebenfalls nicht dargestellte Kulisse der
Verbindungsschiene 46 kraftübertragend ein.
[0025] Wie aus den Fig. 2 und 3 ebenfalls ersichtlich ist, ist der Auszug 22 mittels der
beiden Auszugsschienen 42, 44 an jeweils einem an der zugeordneten Garraumseitenwand
10, 12 angeordneten Seitengitter 48, 50 lösbar gehalten. Die Seitengitter 48, 50 können
derart ausgebildet sein, dass an den beiden Seitengittern 48, 50 zusätzlich zu dem
Auszug 22 mindestens ein nicht dargestelltes weiteres separates Zubehörteil des Gargeräts
2 zur Aufnahme eines weiteren nicht dargestellten Garguts, beispielsweise ein weiteres
Backblech oder ein Grillrost, halterbar ist.
[0026] Erfindungsgemäß weist die Antriebsvorrichtung 24 eine Überlastschutzvorrichtung 60
zum Schutz der Antriebsvorrichtung 24 vor einer Beschädigung durch eine unsachgemäße
Bedienung der Garraumtür 18 und/oder des Auszugs 22 auf, wobei die Überlastschutzvorrichtung
60 als eine Rutschkupplung mit einer ersten Kontaktfläche 62 und einer mit der ersten
Kontaktfläche 62 im Nicht-Überlastfall kraftübertragend verbundenen zweiten Kontaktfläche
64 ausgebildet ist, und wobei die beiden vorgenannten Kontaktflächen 62, 64 jeweils
als eine Reibfläche ausgebildet sind, und wobei die Überlastschutzvorrichtung 60 derart
ausgebildet ist, dass eine Anpresskraft zwischen der ersten Kontaktfläche 62 und der
zweiten Kontaktfläche 64 ohne jegliche Demontage der Antriebsvorrichtung 24 von einem
Rest des Gargeräts 2 mittels eines Nachstellelements 65 der Überlastschutzvorrichtung
60 manuell nachstellbar ist. Die Überlastschutzvorrichtung 60 ist hier als ein integraler
Bestandteil der Antriebseinheit 26 ausgebildet.
[0027] Wie nachfolgend noch näher erläutert ist, ist die Überlastschutzvorrichtung 60 hier
derart ausgebildet, dass das vorgenannte Nachstellen lediglich mittels Handhabung
des einzigen Nachstellelements 65 der Überlastschutzvorrichtung 60 durchführbar ist.
[0028] Die Überlastschutzvorrichtung 60 ist bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel im
Wesentlichen in einem Überlastschutzgehäuse 67 angeordnet und an dem Überlastschutzgehäuse
67 gelagert, wobei das Überlastschutzgehäuse 67 mit dem Gehäuse 4 des Gargeräts 2
lösbar oder unlösbar verbindbar ist.
[0029] Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel weist die Antriebsgabel 40 die erste Kontaktfläche
62 und die Zahnscheibe 34 die zweite Kontaktfläche 64 auf, wobei die Zahnscheibe 34
und die Antriebsgabel 40 auf einer gemeinsamen Lagerwelle 70 der Antriebsvorrichtung
24 drehmomentübertragend gelagert und mittels einer Feder 72 der Überlastschutzvorrichtung
60 und des Nachstellelements 65 gegeneinander vorspannbar sind, und wobei an der Antriebsgabel
40 ein die erste Kontaktfläche 62 aufweisender Reibbelag 66 verdrehsicher angeordnet
ist. Die Zahnscheibe 34 und die Antriebsgabel 40 sind zwischen der als Tellerfeder
ausgebildeten Feder 72 und dem Nachstellelement 65 angeordnet.
[0030] Die Lagerwelle 70 ist mit einem ersten Ende der Lagerwelle 70 und einem ersten Lagerelement
74 der Antriebsvorrichtung 24 an einer dem Garraum 16 des Gargeräts 2 zugewandten
Seite 68 des Überlastschutzgehäuses 67 und mit einem zweiten Ende der Lagerwelle 70
und einem zweiten Lagerelement 76 der Antriebsvorrichtung 24 an einer der vorgenannten
Seite 68 gegenüberliegenden Seite 69 des Überlastschutzgehäuses 67 gelagert, wobei
das erste und das zweite Lagerelement 74, 76 im Vergleich zu einer direkten Lagerung
der Lagerwelle 70 an dem Überlastschutzgehäuse 67 jeweils reibungsmindernd ausgebildet
sind. Ferner verbindet das zweite Lagerelement 76 die Antriebsgabel 40 mit der Lagerwelle
70 formschlüssig, wobei die Lagerwelle 70 eine mit dem zweiten Lagerelement 76 und
mit der Zahnscheibe 34 formschlüssig ineinandergreifende Kontur aufweist. Die Kontur
ist hierbei halbmondförmig ausgebildet.
[0031] Ferner weist die Lagerwelle 70 an deren zweiten Ende ein Außengewinde auf und das
Nachstellelement 65 ist als eine Nachstellmutter mit einem zu dem Außengewinde korrespondierenden
Innengewinde ausgebildet. Nicht dargestellte Anschläge an dem Überlastschutzgehäuse
67 sorgen dafür, dass ein Nachstellen der Anpresskraft lediglich mittels der Handhabung
des einzigen Nachstellelements 65 ermöglicht ist. Dies deshalb, weil eine Drehbewegung
der Lagerwelle 70 bei dem Nachstellen der Anpresskraft mittels der vorgenannten Anschläge
wirksam verhindert ist. Darüber hinaus verhindert ein Mitdrehen des zweiten Lagerelements
76 mit der Lagerwelle 70 ein unbeabsichtigtes Lösen des als Nachstellmutter ausgebildeten
Nachstellelements 65 von der Lagerwelle 70. Aufgrund der Tatsache, dass die Lagerwelle
70 mit deren zweiten Ende aus dem Überlastschutzgehäuse 67 nach unten herausragt,
ist eine Handhabung des Nachstellelements 65 ohne jegliche Demontage der Antriebsvorrichtung
24 von dem Gehäuse 4 des Gargeräts 2 ermöglicht.
[0032] Darüber hinaus ist die Überlastschutzvorrichtung 60 bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel
mittels der Antriebsvorrichtung 24 derart an dem Gehäuse 4 des Gargeräts 2 angeordnet,
dass das Nachstellelement 65 von außen unmittelbar zugänglich ist.
[0033] Nachfolgend wir die Funktionsweise des erfindungsgemäßen Gargeräts mit der erfindungsgemäßen
Antriebsvorrichtung gemäß dem vorliegenden Ausführungsbeispiel anhand der Fig. 1 bis
4 näher erläutert.
[0034] Zunächst befindet sich das Gargerät 2 in einem Nicht-Betriebszustand und die Garraumtür
18 ist in deren Schließlage. Der Auszug 22 befindet sich in dessen Einschublage.
[0035] Der Benutzer möchte nun das Gargut, beispielsweise ein Stück Fleisch, auf das an
dem Auszug 22 gehaltene und als Backblech ausgebildete separate Zubehörteil auflegen.
Der Benutzer, das Gargut und das separate Zubehörteil sind in den Fig. 1 bis 4 nicht
dargestellt.
[0036] Hierfür ergreift der Benutzer die Garraumtür 18 und überführt diese manuell von deren
Schließlage in deren Öffnungslage. Dabei verändert sich die Lage der Garraumtür 18
sukzessive von deren Schließlage, also von 0°, bis zu deren Öffnungslage, nämlich
90°. Diese Überführung ist nicht näher dargestellt, wobei die Fig. 2 und 3 mit einer
75°-Lage und die Fig. 1 mit der 90°-Lage der Garraumtür 18 korrespondieren. Von der
Garraumtür 18 ist in den Fig. 2 und 3 lediglich das Scharnier 32 der Garraumtür 18
mit einem Scharnierschwert 33 zu sehen.
[0037] Bei der vorgenannten manuellen Überführung der Garraumtür 18 von deren Schließlage
in deren Öffnungslage wird der Auszug 22 aufgrund der mechanischen Kopplung mittels
der Antriebsvorrichtung 24 automatisch von dessen Einschublage in dessen Auszugslage
überführt. Bei der Überführung der Garraumtür 18 von deren Schließlage in deren Öffnungslage
wird eine mit einem Ende an dem Scharnierschwert 33 drehgelenkig gehaltene Betätigungsstange
52 des Scharniers 32 automatisch mitbewegt. An der Betätigungsstange 52 ist der Kupplungsbolzen
38 angeordnet, so dass der Kupplungsbolzen 38 dabei ebenfalls automatisch mitbewegt
wird. Die Betätigungsstange 52 ist mit einem dem vorgenannten Ende gegenüberliegend
angeordneten anderen Ende längsverschieblich und gelenkig an einem Rest des Scharniers
32 festgelegt. Hierfür weist der vorgenannte Rest des Scharniers 32 einen Haltebolzen
54 und die Betätigungsstange 52 eine dazu korrespondierende Längsführung 56 auf.
[0038] Bei der Bewegung der Garraumtür 18 von deren 0°-Lage, also deren Schließlage, bis
etwa zu deren 55°-Lage verbleibt der Auszug 22 in dessen Einschublage. Der Kupplungsbolzen
38 wird also zunächst unabhängig von der Antriebsgabel 40 bewegt.
[0039] Nach dem Überschreiten von etwa der 55°-Lage der Garraumtür 18 greift der Kupplungsbolzen
38 in die Antriebsgabel 40 ein, so dass bei der weiteren Überführung der Garraumtür
18 von deren Schließlage in deren Öffnungslage der Kupplungsbolzen 38 die Zahnscheibe
34 mittels der Antriebsgabel 40 automatisch mitbewegt. Durch diese Drehung der Zahnscheibe
34 werden das Zahnrad 36, die Antriebswelle 28 und die mit der Antriebswelle 28 drehmomentübertragend
verbundene Antriebsstange 30 ebenfalls gedreht. Aufgrund der Tatsache, dass die Antriebsstange
30 mit dem nicht dargestellten Kulissenstein in die ebenfalls nicht dargestellte Kulisse
der Verbindungsschiene 46 kraftübertragend eingreift, wird die vorgenannte Drehbewegung
der Antriebswelle 28 mittels der Antriebsstange 30 und der vorgenannten Kulissenstein-Kulissen-Paarung
in eine Linearbewegung des Auszugs 22 parallel zu den beiden Seitengittern 48, 50
umgewandelt, so dass der Auszug 22 automatisch von dessen Einschublage in dessen Auszugslage
überführt wird. Siehe hierzu die Fig. 2 und 3.
[0040] Gemäß der Fig. 1 liegt die Garraumtür 18 in deren Öffnungslage, also in deren 90°-Lage,
vor. Der Auszug 22 befindet sich in dessen Auszugslage. Der Benutzer kann, wie gewünscht,
das Gargut auf das an dem Auszug 22 gehaltene separate Zubehörteil, nämlich das Backblech,
auflegen.
[0041] Nachdem dies geschehen ist, möchte der Benutzer den Auszug 22 wieder in dessen Einschublage
überführen und die Garraumtür 18 zwecks Durchführung eines Garvorgangs schließen.
Hierfür ergreift der Benutzer die Garraumtür 18 und überführt diese manuell von deren
Öffnungslage in deren Schließlage. Hierbei wird die bereits oben erläuterte Bewegung
der Garraumtür 18 wieder, allerdings in umgekehrter Richtung, durchlaufen. Die Antriebsvorrichtung
24 ist derart ausgebildet, dass der Auszug 22 bei der Bewegung der Garraumtür 18 von
deren 90°-Lage, also deren Öffnungslage, in Richtung von deren Schließlage auf die
oben erläuterte Art und Weise sofort automatisch mitbewegt wird, ohne, dass der Auszug
22 dabei mit der Garraumtür 18 kollidiert. Eine von der Antriebsgabel 40 zunächst
unabhängige Bewegung des Kupplungsbolzens 38 ist somit bei der Überführung der Garraumtür
18 von deren Öffnungslage in deren Schließlage und damit bei der Überführung des Auszugs
22 von dessen Auszugslage in dessen Einschublage nicht vorgesehen. Die Antriebsgabel
40 wird also sofort von dem Kupplungsbolzen 38 mitbewegt. Bei der vorgenannten Überführung
der Garraumtür 18 von deren Öffnungslage in deren Schließlage bewegt der Kupplungsbolzen
38 die Zahnscheibe 34 mittels der Antriebsgabel 40 automatisch mit, so dass das Zahnrad
36 und damit die Antriebswelle 28 sowie die Antriebsstange 30 ebenfalls gedreht werden.
Aufgrund der Tatsache, dass die Antriebsstange 30 mit dem nicht dargestellten Kulissenstein
in die ebenfalls nicht dargestellte Kulisse der Verbindungsschiene 46 kraftübertragend
eingreift, wird die vorgenannte Drehbewegung der Antriebswelle 28 mittels der Antriebsstange
30 und der vorgenannten Kulissenstein-Kulissen-Paarung wiederum in eine Linearbewegung
des Auszugs 22 parallel zu den beiden Seitengittern 48, 50 umgewandelt, so dass der
Auszug 22 automatisch von dessen Auszugslage in dessen Einschublage überführt wird.
[0042] Um die Antriebsvorrichtung 24 vor einer Beschädigung durch eine Überlastung zu schützen,
weist die Antriebsvorrichtung 24 erfindungsgemäß zusätzlich die als Rutschkupplung
ausgebildete Überlastschutzvorrichtung 60 auf.
[0043] Der an der Antriebsgabel 40 befestigte und als Gummibelag ausgebildete Reibbelag
66 wird mittels der Feder 72 gegen die Zahnscheibe 34 vorgespannt. Eine Federkraft
der Feder 72 ist erfindungsgemäß einstellbar und nachstellbar, so dass eine Normalkraft,
also die Anpresskraft, mit der die beiden Kontaktflächen 62, 64 aneinandergedrückt
werden, vorab oder bei einer Wartung des Gargeräts 2 auf die oben erläuterte Art und
Weise einstellbar oder nachstellbar ist. Wird die Garraumtür 18 in deren Schließlage
oder in deren Öffnungslage überführt, so werden die Antriebsgabel 40 auf der einen
Seite und die Zahnscheibe 34 auf der anderen Seite dabei mittels der beiden Kontaktflächen
62, 64 wieder miteinander synchronisiert, nämlich zueinander ordnungsgemäß ausgerichtet.
Die Überlastschutzvorrichtung 60 ist somit derart ausgebildet, dass die vorgenannte
Synchronisation bei jeder Überführung der Garraumtür 18 in deren Schließlage und in
deren Öffnungslage automatisch erfolgt. Die Überlastschutzvorrichtung 60 ist bei dem
vorliegenden Ausführungsbeispiel also gleichzeitig als ein Synchronisator zur automatischen
Ausrichtung der Antriebsgabel 40 und der Zahnscheibe 34 in eine ordnungsgemäße Lage
dieser beiden Teile der Antriebseinheit 26 der Antriebsvorrichtung 24 relativ zueinander
ausgebildet. Aufgrund der vorgenannten Ausbildung der Rutschkupplung 60 kann diese
eine Überlast in beide Drehrichtungen der Zahnscheibe 34 kompensieren. Entsprechend
ist die Überlastschutzvorrichtung 60 derart ausgebildet, dass die Überlastschutzvorrichtung
60 sowohl eine Fehlbedienung des Auszugs 22 in Richtung von dessen Einschublage wie
auch eine Fehlbedienung des Auszugs 22 in Richtung von dessen Auszugslage kompensiert.
[0044] Alternativ oder zusätzlich zu den beiden Kontaktflächen 62, 64, also zu einem reinen
Kraftschluss, ist es auch denkbar, dass die Rutschkupplung in anderen Ausführungsformen
in einem Nicht-Überlastfall einen reinen Formschluss oder eine Kombination aus Formschluss
und Kraftschluss ausbildet. Somit können die beiden Kontaktflächen der Rutschkupplung
in anderen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Gargeräts jeweils als eine reine
Formschlussfläche oder als eine Reibfläche und gleichzeitig eine Formschlussfläche
ausgebildet sein. Anstelle des Gummibelags 66 sind auch andere Beläge, beispielsweise
Materialkombinationen, denkbar. Selbstverständlich sind auch Rutschkupplungen vorstellbar,
bei denen überhaupt kein Belag verwendet wird, sondern bei denen die beiden Kontaktflächen
beispielsweise direkt an der Antriebsgabel und an der Zahnscheibe ausgebildet sind.
Die Rutschkupplung kann alternativ auch an anderer Stelle der Antriebsvorrichtung
angeordnet sein. Beispielsweise wäre es denkbar, dass hierfür die Antriebswelle zweigeteilt
ist, wobei die Rutschkupplung dann an der Kraftübertragungsstelle des einen Teils
der Antriebswelle auf den anderen Teil der Antriebswelle ausgebildet ist. Ferner wäre
es in wieder anderen Ausführungsformen möglich, dass die Verbindungsstelle zwischen
der Antriebswelle und der Antriebsstange als die Rutschkupplung ausgebildet ist.
[0045] Aufgrund der erfindungsgemäßen Ausbildung des Gargeräts 2 mit der Antriebsvorrichtung
24 ist die Antriebsvorrichtung 24 zum einen wirksam vor einer Beschädigung bei einer
unsachgemäßen Bedienung der Garraumtür 18 und/oder des Auszugs 22 geschützt. Ferner
ist es möglich, die einzelnen für die automatische Bewegung des Auszugs 22 relevanten
Bauteile des erfindungsgemäßen Gargeräts 2 materialsparender zu konstruieren und zu
fertigen. Auch ist es dadurch möglich, die vorgenannten Bauteile mit größeren Toleranzen
und damit kostengünstiger herzustellen. Somit ermöglicht die vorgenannte Nachjustierung
der Überlastschutzvorrichtung 60 eine vereinfachte Montage bei der Herstellung des
mit der Antriebsvorrichtung 24 ausgestatteten Gargeräts 2. Dies deshalb, weil durch
die Möglichkeit der Nachjustierung beispielsweise Bauteil- und Montagetoleranzen leicht
ausgeglichen werden können. Zum anderen ermöglicht die Überlastschutzvorrichtung 60
der Antriebsvorrichtung 24 eine Nachjustierung der Überlastschutzvorrichtung 60 vor
Ort und damit nach erfolgter Inbetriebnahme bei dem Endkunden. Eine derartige Nachjustierung
kann beispielsweise dann erforderlich sein, wenn die zwischen der ersten und der zweiten
Kontaktfläche 62, 64 wirkende Anpresskraft aufgrund von Abnutzung und Materialverschleiß
eine für eine ordnungsgemäße Funktion der Überlastschutzvorrichtung 60 erforderliche
Untergrenze unterschreitet. Der Begriff "Antriebsstange" ist hier allgemein auszulegen
und umfasst beispielsweise auch schienenartige oder plattenartige Ausführungsformen.
[0046] Die Bauart der Antriebsvorrichtung 24, nämlich der Antriebseinheit 26 mit der darin
integrierten Überlastschutzvorrichtung 60, ermöglicht eine definierte Einstellung
des zwischen den beiden Kontaktflächen 62, 64 wirkenden Reibwerts, da der Reibbelag
66 mit der ersten Kontaktfläche 62 lediglich an der zweiten Kontaktfläche 64 entlangreibt.
Die nicht dargestellten Anschläge an dem Überlastschutzgehäuse 67 sorgen dafür, dass
ein Nachstellen der Anpresskraft lediglich mittels der Handhabung des einzigen Nachstellelements
65 ermöglicht ist. Dies deshalb, weil eine Drehbewegung der Lagerwelle 70 bei dem
Nachstellen der Anpresskraft mittels der vorgenannten Anschläge wirksam verhindert
ist. Ferner verhindert das Mitdrehen des zweiten Lagerelements 76 mit der Lagerwelle
70 ein unbeabsichtigtes Lösen des als Nachstellmutter ausgebildeten Nachstellelements
65 von der Lagerwelle 70. Aufgrund der Tatsache, dass die Lagerwelle 70 mit deren
zweiten Ende aus dem Überlastschutzgehäuse 67 nach unten herausragt, ist darüber hinaus
eine Handhabung des Nachstellelements 65 ohne jegliche Demontage der Antriebsvorrichtung
24 von dem Gehäuse 4 des Gargeräts 2 ermöglicht.
[0047] Die Erfindung ist nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel beschränkt. Siehe
hierzu beispielsweise die diesbezüglichen Ausführungen in der Beschreibungseinleitung
sowie die in dem Beschreibungstext genannten Alternativen.
1. Antriebsvorrichtung (24) für einen Auszug (22) eines Gargeräts (2) mit einem durch
eine Garraumtür (18) verschließbaren Garraum (16) zum automatischen Antrieb des Auszugs
(22), dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (24) eine Überlastschutzvorrichtung (60) zum Schutz der Antriebsvorrichtung
(24) vor einer Beschädigung durch eine unsachgemäße Bedienung der Garraumtür (18)
und/oder des Auszugs (22) umfasst, wobei die Überlastschutzvorrichtung (60) als eine
Rutschkupplung mit einer ersten Kontaktfläche (62) und einer mit der ersten Kontaktfläche
(62) im Nicht-Überlastfall kraftübertragend verbundenen zweiten Kontaktfläche (64)
ausgebildet ist, und wobei die beiden vorgenannten Kontaktflächen (62, 64) jeweils
als eine Reibfläche und/oder als eine Formschlussfläche ausgebildet sind, und wobei
die Überlastschutzvorrichtung (60) derart ausgebildet ist, dass eine Anpresskraft
zwischen der ersten Kontaktfläche (62) und der zweiten Kontaktfläche (64) ohne jegliche
Demontage der Antriebsvorrichtung (24) von einem Rest des Gargeräts (2) mittels eines
Nachstellelements (65) der Überlastschutzvorrichtung (60) manuell nachstellbar ist.
2. Antriebsvorrichtung (24) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlastschutzvorrichtung (60) derart ausgebildet ist, dass das vorgenannte Nachstellen
lediglich mittels Handhabung eines einzigen Nachstellelements (65) der Überlastschutzvorrichtung
(60) durchführbar ist.
3. Antriebsvorrichtung (24) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlastschutzvorrichtung (60) im Wesentlichen in einem Überlastschutzgehäuse
(67) angeordnet und an dem Überlastschutzgehäuse (67) gelagert ist, wobei das Überlastschutzgehäuse
(67) mit einem Gehäuse (4) des Gargeräts (2) lösbar oder unlösbar verbindbar ist.
4. Antriebsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (24) eine mit einem Scharnier (32) der Garraumtür (18) kraftübertragend
koppelbare Antriebsgabel (40) mit der ersten Kontaktfläche (62) und eine mit dem Auszug
(22) direkt oder indirekt kraftübertragend gekoppelte Zahnscheibe (34) mit der zweiten
Kontaktfläche (64) aufweist, wobei die Zahnscheibe (34) und die Antriebsgabel (40)
auf einer gemeinsamen Lagerwelle (70) der Antriebsvorrichtung (24) drehmomentübertragend
gelagert und mittels einer Feder (72) der Überlastschutzvorrichtung (60) und des Nachstellelements
(65) gegeneinander vorspannbar sind, bevorzugt, dass an der Antriebsgabel (40) oder
an der Zahnscheibe ein die erste Kontaktfläche (62) oder die zweite Kontaktfläche
aufweisender Reib- und/oder Formschlussbelag (66) verdrehsicher angeordnet ist.
5. Antriebsvorrichtung (24) nach Anspruch 4, rückbezogen auf Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerwelle (70) mit einem ersten Ende der Lagerwelle (70) und einem ersten Lagerelement
(74) der Antriebsvorrichtung (24) an einer dem Garraum (16) des Gargeräts (2) zugewandten
Seite (68) des Überlastschutzgehäuses (67) und mit einem zweiten Ende der Lagerwelle
(70) und einem zweiten Lagerelement (76) der Antriebsvorrichtung (24) an einer der
vorgenannten Seite (68) gegenüberliegenden Seite (69) des Überlastschutzgehäuses (67)
gelagert ist, wobei das erste und das zweite Lagerelement (74, 76) im Vergleich zu
einer direkten Lagerung der Lagerwelle (70) an dem Überlastschutzgehäuse (67) jeweils
reibungsmindernd ausgebildet sind, bevorzugt, dass das zweite Lagerelement (76) die
Antriebsgabel (40) mit der Lagerwelle (70) formschlüssig verbindend ausgebildet ist,
besonders bevorzugt, dass die Lagerwelle (70) eine mit dem zweiten Lagerelement (76)
und mit der Zahnscheibe (34) formschlüssig ineinandergreifende Kontur aufweist.
6. Antriebsvorrichtung (24) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerwelle (70) an dem zweiten Ende der Lagerwelle (70) ein Außengewinde aufweist
und das Nachstellelement (65) als eine Nachstellmutter mit einem zu dem Außengewinde
korrespondierenden Innengewinde ausgebildet ist.
7. Antriebsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnscheibe (34) und die Antriebsgabel (40) zwischen der Feder (72) und dem Nachstellelement
(65) angeordnet sind, bevorzugt, dass die Feder (72) als mindestens eine Tellerfeder
ausgebildet ist.
8. Antriebsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlastschutzvorrichtung (60) derart ausgebildet ist, dass die Überlastschutzvorrichtung
(60) sowohl eine Fehlbedienung des Auszugs (22) in Richtung von dessen Einschublage
wie auch eine Fehlbedienung des Auszugs (22) in Richtung von dessen Auszugslage kompensiert.
9. Antriebsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Überlastschutzvorrichtung (60) mittels der Antriebsvorrichtung (24) derart an
dem Gehäuse (4) des Gargeräts (2) angeordnet ist, dass das Nachstellelement (65) von
außen unmittelbar zugänglich ist.
10. Gargerät (2), umfassend ein Gehäuse (4), einen in dem Gehäuse (4) angeordneten und
von Garraumwänden (6, 8, 10, 12, 14) begrenzten Garraum (16), eine zwischen einer
Schließlage und einer Öffnungslage hin und her überführbare Garraumtür (18) zum Verschließen
einer Garraumöffnung (20) des Garraums (16) in der Schließlage der Garraumtür (18)
und zum Zugriff auf den Garraum (16) mittels der Garraumöffnung (20) in der Öffnungslage
der Garraumtür (18) und einen an mindestens einer Garraumwand (10, 12) der Garraumwände
(6, 8, 10, 12, 14) angeordneten Auszug (22) zur Halterung eines separaten Zubehörteils
des Gargeräts (2) zur Aufnahme eines Garguts, wobei der Auszug (22) zwischen einer
Einschublage, in der der Auszug (22) vollständig in dem Garraum (16) aufgenommen ist,
und einer Auszugslage, in der der Auszug (22) zumindest teilweise aus dem Garraum
(16) ausgefahren ist, mittels einer Antriebsvorrichtung (24) des Gargeräts (2) für
den Auszug (22) automatisch hin und her überführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (24) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet ist.
11. Gargerät (2) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (24) eine außerhalb des Garraums (16) angeordnete und mit
einem Scharnier (32) der Garraumtür (18) mechanisch gekoppelte Antriebseinheit (26)
zur Erzeugung eines Drehmoments, eine mit der Antriebseinheit (26) drehmomentübertragend
verbundene und durch eine der Garraumwände (6) im Wesentlichen dicht hindurchgeführte
Antriebswelle (28) und eine mit der Antriebswelle (28) drehmomentübertragend und mit
dem Auszug (22) kraftübertragend verbundene Antriebsstange (30) aufweist, wobei die
Überlastschutzvorrichtung (60) als ein integraler Bestandteil der Antriebseinheit
(26) ausgebildet ist.