[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einer HPEM-Anlage (High Power Electromagnetics).
Die HPEM-Anlage enthält eine HPEM-Antenne zur Abstrahlung von HPEM-Pulsen.
[0002] Aus der Praxis ist bezüglich HPEM folgendes bekannt:
Bestehende Konzepte zum Schutz von Fahrzeugen basieren auf Softkill-Lösungen (Stören,
Jamming der angreifenden Objekt) mit Hilfe von HPEM oder Hardkill-Lösungen (Abwehr
der Objekte mit Projektilen).
[0003] Mit Hilfe der HPEM-Pulse können Bedrohungen, z.B. eine das Fahrzeug angreifende Drohne,
abgewehrt werden. Mit einer derartigen Anlage ist insbesondere ein Nah- und Nächstbereichsschutz
(NNbS) des Fahrzeuges möglich.
[0004] Die derzeitige Lösung besteht in der nachträglichen Anbringung von deutlich sichtbaren
HPEM Antennen auf der Außenhaut des Fahrzeuges. Bisherige HPEM-Schutzkonzepte gegen
Kleindrohnen (Ausrüstung des Fahrzeuges mit der HPEM-Anlage) sehen daher deutlich
sichtbare Antennen auf der Fahrzeughülle vor.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Verbesserungen in Bezug auf Fahrzeuge
mit derartigen HPEM-Anlagen anzugeben.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Fahrzeug gemäß Patentanspruch 1. Bevorzugte oder
vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sowie anderer Erfindungskategorien ergeben
sich aus den weiteren Ansprüchen, der nachfolgenden Beschreibung sowie den beigefügten
Figuren.
[0007] Die Erfindung geht dabei davon aus, dass das Fahrzeug üblicherweise wenigstens ein
Anbauteil aufweist und dass das Anbauteil an der Außenhülle des Fahrzeuges angebracht
ist. "Üblicherweise" ist wie folgt zu verstehen: Für die Erfindung wird ein bestehendes
Fahrzeug bzw. ein entsprechender Fahrzeugtyp bzw. ein Fahrzeug dieses Typs vorausgesetzt,
welches herkömmlicherweise - also ohne die Erfindung auf dieses anzuwenden - ein entsprechendes
"herkömmliches / übliches" Anbauteil, z.B. einen Nebeltopf, aufweist. Das "herkömmliche
/ übliche" Anbauteil wird dabei ebenfalls als bekannt vorausgesetzt. Durch die Erfindung
kann dann ein tatsächlich bestehendes Fahrzeug umgerüstet oder ein neues Fahrzeug
geschaffen werden, das dem bisherigen Fahrzeugtyp entspricht.
[0008] Das erfindungsgemäße Fahrzeug enthält eine HPEM Anlage. Die HPEM Anlage weist wenigstens
eine HPEM Antenne auf. Diese ist eingerichtet bzw. dient zum Aussenden von HPEM Pulsen.
[0009] Das Fahrzeug enthält wenigstens eine Anbauteil-Attrappe. Die Attrappe ist dem (bekannten,
üblichen) Anbauteil nachgebildet. Dabei weist die Attrappe eine gleichbleibende äußere
Erscheinung in Bezug auf das herkömmliche / übliche Anbauteil auf. Mit anderen Worten
ist durch einen Betrachter durch äußerliche Betrachtung nicht erkennbar, dass es sich
nicht um das herkömmliche Anbauteil, sondern dessen Nachbildung in Form der Attrappe
handelt. Herkömmliches Anbauteil und Attrappe sind also äußerlich gleich bzw. weisen
eine gleiche äußere Erscheinung / Erscheinungsbild auf.
[0010] Die Attrappe enthält wenigstens eine der Antennen oder die Attrappe ist eine der
Antennen, stellt also eine solche dar. Die Attrappe ist anstelle des üblicherweise
vorhandenen Anbauteils oder zusätzlich zu dem üblicherweise vorhandenen Anbauteil
an der Außenhülle des Fahrzeuges angebracht.
[0011] "Anstelle" ist also so zu verstehen, dass andere Fahrzeuge des gleichen Fahrzeugtyps
das herkömmliche Anbauteil aufweisen. Ein erfindungsgemäßes Fahrzeug enthält jedoch
nicht dieses Anbauteil, sondern anstelle dessen die Attrappe. Mit anderen Worten ist
ausgehend von einem bestimmten Fahrzeug / -typ wenigstens eines der Anbauteile zu
einer Attrappe hin verändert oder zusätzlich zu dem herkömmlichen Anbauteil befindet
sich eine gleich erscheinende Attrappe am Fahrzeug.
[0012] Das Fahrzeug ist insbesondere ein Landfahrzeug und / oder auch ein Wasserfahrzeug.
[0013] Gemäß der Erfindung kann ein HPEM Schutzkonzept / die dies leistende HPEM-Anlage
besonders vorteilhaft in ein Fahrzeug integriert werden. Die HPEM-Anlage bzw. deren
Antenne ist von außen nicht oder nur schwer erkennbar. So kann ein taktischer Vorteil
erzielt werden.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Fahrzeug bzw. der Fahrzeugtyp üblicherweise
mehrere der Anbauteile auf. Nur ein Teil (also eines oder mehrere) der Anbauteile
ist durch jeweils eine der Attrappen ersetzt. Insbesondere bleibt bezüglich des herkömmliche
üblichen Fahrzeuges / -typs die Anzahl der Anbauteile gleich, lediglich eines oder
mehrere der Anbauteile sind durch Attrappen mit HPEM Antennen ersetzt. Bezüglich des
Fahrzeugs / -typs sind also die mit HPEM Antennen ausgerüsteten Fahrzeuge äußerlich
nicht von solchen mit nur herkömmlichen Anbauteilen unterscheidbar.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die HPEM-Anlage eine Selbstschutzanlage
für das Fahrzeug. Die Anlage ist insbesondere eine Anlage zum Nah- und Nächstbereichsschutz.
Gemäß der Erfindung ist das Fahrzeug damit effektiv und taktisch vorteilhaft geschützt.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Fahrzeug ein militärisches Fahrzeug.
Für derartige Fahrzeuge ist die Erfindung besonders wirkungsvoll einsetzbar, insbesondere
hinsichtlich des taktischen Vorteils.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Fahrzeug ein Panzerfahrzeug. Insbesondere
handelt es sich dabei um einen Panzer, z.B. Kampfpanzer, insbesondere ein MGCS (Main
Ground Combat System). Für Panzerfahrzeug ist ein entsprechender Nah- und Nächstbereichsschutz
besonders wichtig, der durch die Erfindung besonders vorteilhaft realisiert ist.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Attrappe eine Hülle auf. Die Hülle
ist aus einem für die HPEM-Pulse durchlässigen Material gefertigt. Die Antenne befindet
sich insbesondere innerhalb der Hülle. Die Hülle kann aber auch Teil der Antenne sein.
Auch dann ist ein hierfür geeignetes Material gewählt. Insbesondere weicht das Material
der Hülle von dem Material des üblichen Anbauteils (der Hülle) ab. Falls jedoch das
übliche Material bereits ein geeignetes Material ist, braucht eine entsprechende Materialanpassung
in der Attrappe nicht stattzufinden. Somit können trotz Vorhandensein der Attrappe
die HPEM Pulse ungehindert von der Antenne abgestrahlt werden.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das übliche Anbauteil und damit auch die
Attrappe (da nicht unterscheidbar) eine Grundform auf, die einer Grundform der Antenne
entspricht, insbesondere wenn die Antenne in einer Hülle aufzunehmen ist.
[0020] Diese Grundform ist insbesondere ein gerader Kreiszylinder. Somit kann die Antenne
besonders raumeffektiv in der Attrappe / Hülle, welche dann die gleiche Grundform
wie das Anbauteil aufweist, untergebracht werden. Die "Grundform" meint nicht unbedingt
die äußere Erscheinungsform bis ins letzte Detail, sondern lediglich den geometrischen
Grundcharakter von Anbauteil / Attrappe, wie zum Beispiel Zylinder, Quader, Würfel,
Dreieck, Pyramide, ...
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Anbauteil ein Nebeltopf
(Nebelgranate, Rauchgranate, Nebelwurfkörper) einer Nebelwurfanlage (Nebelmittelwurfanlage)
des Fahrzeugs. An bestimmten Fahrzeugen sind üblicherweise eine Reihe solcher Nebeltöpfe,
zum Beispiel acht Stück (vier links, vier rechts) angebracht. Gemäß der Erfindung
können dann zum Beispiel zwei der Nebeltöpfe (einer links, einer rechts) durch jeweils
eine Nebeltopf-Attrappe ersetzt werden, um die Antennen der HPEM Anlage beidseitig
am Fahrzeug zu integrieren.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die Antenne einen HPEM Resonator oder
die Antenne ist ein HPEM Resonator. Derartige Resonatoren lassen sich besonders gut
in entsprechenden Attrappen verbergen.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Anbauteil üblicherweise über eine Halterung
am Fahrzeug bzw. entsprechenden Fahrzeugtyp angebracht. Die Anbauteil-Attrappe ist
dann ebenfalls über die übliche unveränderte Halterung am Fahrzeug angebracht. Alternativ
ist auch die Halterung durch eine Halterungs-Attrappe ersetzt und die Anbauteil-Attrappe
ist über die Halterungs-Attrappe am Fahrzeug angebracht. Auch die Halterungs-Attrappe
ist dann der Halterung bei gleichbleibender äußerer Erscheinung nachgebildet. Mit
anderen Worten wird dann eine Gesamt-Attrappe gebildet, die das übliche Anbauteil
sowie seine übliche Halterung nachbildet. Die Gesamtattrappe kann dann auch als einziges
Bauteil integriert ausgeführt sein.
[0024] Eine Zuleitung (Leistung und/oder Signale) der HPEM-Anlage (z.B. von einem Generator
oder einer Quelle / Steuerung aus) zur Antenne ist dann durch die Halterung bzw. deren
Halterungs-Attrappe gebildet oder verläuft in / innerhalb der Halterung oder deren
Halterungs-Attrappe. Die Zuleitung verläuft also vom Fahrzeuginneren zur Antenne.
So kann auch die Zuleitung zur Antenne besonders unauffällig bzw. von außen nicht
sichtbar am Fahrzeug integriert werden.
[0025] Die Aufgabe der Erfindung wird auch gelöst durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch
11. Das Verfahren dient bzw. ist eingerichtet zum Ausrüsten eines bzw. des Fahrzeuges
mit einer bzw. der HPEM-Anlage. Sowohl das entsprechende Fahrzeug als auch die HPEM
Anlage wurden oben bereits erläutert. Bei dem Verfahren wird die oben erläuterte Attrappe
des Anbauteils, durch Nachbildung des üblichen Anbauteils geschaffen. Auch die Attrappe
wurde bereits oben beschrieben. Die Attrappe wird anstelle des üblicherweise vorhandenen
Anbauteils oder zusätzlich zu diesem an der Außenhülle des Fahrzeuges angebracht.
[0026] Das Verfahren und zumindest ein Teil dessen möglicher Ausführungsformen sowie die
jeweiligen Vorteile wurden sinngemäß bereits im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Fahrzeug erläutert.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird das Ausrüsten in Form eines
Umrüstens an einem bereits vorhandenen Fahrzeug durchgeführt. Hierbei wird entweder
wenigstens eine der Attrappen zusätzlich am Fahrzeug angebracht. Alternativ oder zusätzlich
wird ein vorhandenes Anbauteil vom Fahrzeug entfernt und durch die Attrappe ersetzt.
Entsprechendes gilt optional auch für die oben genannten optional vorhandenen Halterungen
bzw. Halterungs-Attrappen.
[0028] Die Erfindung beruht auf folgenden Erkenntnissen, Beobachtungen bzw. Überlegungen
und weist noch die nachfolgenden bevorzugten Ausführungsformen auf. Diese Ausführungsformen
werden dabei teils vereinfachend auch "die Erfindung" genannt. Die Ausführungsformen
können hierbei auch Teile oder Kombinationen der oben genannten Ausführungsformen
enthalten oder diesen entsprechen und/oder gegebenenfalls auch bisher nicht erwähnte
Ausführungsformen einschließen.
[0029] Die Erfindung beruht auf der Idee, einen HPEM- (High Power Electromagnetics) NNbS
(Nah- und Nächstbereichsschutz) im Rahmen von elektromagnetischen Schutzkonzepten
für Fahrzeuge, zum Beispiel für das künftige MGCS (Main Ground Combat System) vorzuschlagen.
[0030] Eine Grundidee der Erfindung ist es, die Antennen / Resonatoren einer entsprechenden
HPEM-Anlage in Nachbildungen (Attrappen) der Nebeltöpfe an den Aufhängungen der bestehenden
Nebelwurfanlage zu integrieren. Damit wird die herausfordernde Platzierung und Anbringung
der notwendigen Antennen erheblich vereinfacht.
[0031] Die Erfindung beruht auf der Überlegung, dass für die Anbringung von weiteren Antennen
auf der Außenhaut des Fahrzeuges zusätzlicher Platz geschaffen werden muss. Auf Grund
des minimal verfügbaren restlichen Raumbudgets auf militärischen Fahrzeugen kann Platz
nur schwer verfügbar gemacht werden. Zudem müssen zusätzliche Halterungen integriert
werden und gewährleistet sein, dass bestehende Funktionen des Fahrzeuges, z.B. wie
die Einsatzfähigkeit der Waffenanlage, nicht beeinträchtigt werden. Eine Integration
des Schutzkonzeptes (der Antennen) in ein bestehendes System umgeht die Nachteile
einer aufwändigen Integration und senkt damit die Kosten. Zudem kann der Schutz von
außen nicht, oder nur schwer erkennbar gestaltet werden. Indem der Schutz nicht oder
kaum von den konventionellen Nebeltöpfen zu unterscheiden ist, kann ein taktischer
Vorteil erzielt werden.
[0032] Die Erfindung bietet folgende Vorteile: Das HPEM-NNbS-Schutzkonzept wird durch die
Erfindung leicht auf allen gängigen militärischen Fahrzeugen integrierbar, da die
Nebeltöpfe NATO-weit standardisiert sind. Auf leicht abweichende Abmaße bei Standards
außerhalb des Bündnisses, ist das System leicht adaptierbar. Durch die jahrzehntelange
Nutzung von Nebelwurfanlagen existieren Montagekonzepte für nahezu jegliches militärisches
Fahrzeug, auf die direkt zurückgegriffen werden kann. Hiermit werden Zeit und Kosten
gespart und eine eventuelle Erweiterung einfach ermöglicht. Zudem kann der Schutz
von außen nicht ohne Weiteres erkennbar gestaltet werden und bietet damit taktische
Vorteile.
[0033] Die Erfindung beruht auf folgender Beobachtung bzw. Überlegung: Die aus der Praxis
bekannten bzw. vorhandenen/derzeit üblichen DS-Resonatoren als strahlendes Element
des HPEM-NNbS-Schutzkonzeptes können dahingehend angepasst werden, dass sie in den
Abmessungen eines Standard Nebeltopfes (also in einer dem Standard Nebeltopf nachgebildeten
Attrappe) verborgen werden können. Die Außenhülle des Nebeltopfes (bzw. seiner Attrappe)
muss dafür aus einem nichtleitenden Material bestehen, um die ungedämpfte Passage
der abgestrahlten elektromagnetischen Wellen zu ermöglichen. Wird eine Bedrohung,
zum Beispiel eine anfliegende Kleindrohne erkannt, wird das System aktiviert und stört
oder zerstört elektromagnetisch das anfliegende Objekt. Ein Landen auf oder am Fahrzeug
wird dadurch verhindert und das Fahrzeug gegen Ansprengungen durch an der Drohne angebrachte
Sprengladungen geschützt.
[0034] Für die Montage können die bestehenden Halterungen bzw. bestehende Konzepte von Nebelwurfanlagen
verwendet werden. Diese sind für alle gängigen militärischen Fahrzeuge verfügbar.
Damit entfällt eine zeit- und kostenintensive Neukonstruktion und Qualifizierung.
[0035] Die emittierten elektromagnetischen Felder sind hinsichtlich des Personenschutzes
unbedenklich und bergen keine direkten Gefahren für nebenstehendes Personal im Falle
einer Fehlauslösung. Durch die Integration in die bestehende Nebelwurfanalage kann
das System von außen schwer erkennbar gestaltet werden.
[0036] Gemäß der Erfindung ergibt sich also insbesondere ein nebeltopfintegrierter Resonator.
[0037] Gemäß der Erfindung können für den Nah- und Nächstbereichsschutz von militärischen
Fahrzeugen gegen Kleindrohnen übliche bzw. aus der Praxis bekannte, als elektromagnetisches
Wirkmittel hergestellten Resonatoren in die vorhandenen Nebeltöpfe der Nebelwurfanlage
integriert werden und sind damit von außen nicht von herkömmlichen Nebeltöpfen unterscheidbar.
[0038] Weitere Merkmale, Wirkungen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung sowie der beigefügten
Figuren. Dabei zeigen, jeweils in einer schematischen Prinzipskizze:
- Figur 1
- einen Ausschnitt eines erfindungsgemäß ausgerüsteten Fahrzeugs in perspektivischer
Ansicht,
- Figur 2a
- die Attrappe aus Figur 1 in symbolischer Seitenansicht,
- Figur 2b
- einen Schnitt durch Figur 2a,
- Figur 3
- ein Anbauteil und eine HPEM-Antenne in perspektivischer Ansicht.
[0039] Figur 1 zeigt einen Ausschnitt aus einem Fahrzeug 2. Das Fahrzeug 2 ist ein militärisches
Fahrzeug, hier ein Panzerfahrzeug, hier ein Kampfpanzer.
[0040] Das Fahrzeug 2 bzw. der entsprechende Fahrzeugtyp weist üblicherweise eine Nebelwurfanlage
4 wie folgt auf. Diese enthält insgesamt acht Nebeltöpfe 6, wobei jeweils vier der
Nebeltöpfe 6 an der linken und vier an der rechten Fahrzeugseite angeordnet sind.
Figur 1 zeigt die vier Nebeltöpfe 6a-d der rechten Fahrzeugseite. Jeder der Nebeltöpfe
6 bildet ein Anbauteil 8 des Fahrzeugs 2, das an einer Außenhülle 10 des Fahrzeugs
2 angebracht ist.
[0041] Das in Figur 1 dargestellte Fahrzeug 2 wurde gegenüber dem oben beschriebenen Fahrzeug
2 bzw. Fahrzeugtyp durch Umrüsten eines üblichen entsprechenden Fahrzeuges 2 geschaffen.
Hierzu wurde das (somit nicht mehr dargestellte) Anbauteil 8 in Form des Nebeltopfes
6c (daher in der Figur in Klammern gesetzt) durch eine Attrappe 12 des Anbauteils
8, also des Nebeltopfes 6c ersetzt. Das Fahrzeug 2weist also üblicherweise acht der
Anbauteile 8 auf, wobei nur ein Teil derer, nämlich der Nebeltopf 6c sowie einer der
(nicht dargestellten) Nebeltöpfe 6 auf der anderen Fahrzeugseite durch je eine der
Attrappen 12 ersetzt sind.
[0042] Die Attrappe 12 weist gegenüber dem ersetzten und auch den restlichen Anbauteilen
8 bzw. Nebeltöpfen 6a,b und d eine gleichbleibende bzw. unveränderte äußere Erscheinung
auf, ist diesen also außen optisch nachgebildet.
[0043] Die Attrappe 12 enthält eine (siehe Figur 2b) HPEM-Antenne 14. Die HPEM-Antenne 14
ist Teil einer HPEM Anlage 16, die hier nicht weiter dargestellt ist und mit der das
Fahrzeug 2 ausgerüstet ist. Die HPEM Anlage 16 bzw. -Antenne 14 dient zum Aussenden
von HPEM Pulsen 18, die hier lediglich in Form von Pfeilen symbolisch angedeutet sind.
Durch die HPEM-Anlage 16 bzw. -Pulse 18 wird ein Nah- und Nächstbereichsschutz des
Fahrzeuges 2 realisiert, indem angreifende, elektromagnetisch empfindliche Objekte,
wie zum Beispiel Kleindrohnen, durch die HPEM-Pulse 18 bekämpft werden. Die HPEM Anlage
16 ist also eine Selbstschutzanlage für das Fahrzeug 2.
[0044] Vorliegend ist also die Attrappe 12 anstelle des üblicherweise vorhandenen Anbauteils
8 in Form des Nebeltopfes 6c an der Außenhülle 10 des Fahrzeuges 2 angebracht. Die
restlichen Anbauteile 8 in Form der Nebeltöpfe 6a,b,d sind im Vergleich zu anderen
üblichen Fahrzeugen 2 unverändert vorhanden.
[0045] Jeder der Nebeltöpfe 6 ist über eine Halterung 20 am Fahrzeug 2 bzw. dessen Außenhülle
10 befestigt. Die Attrappe 12 ist dagegen durch eine Halterungs-Attrappe 22 an der
Außenhülle 10 des Fahrzeugs 2 befestigt. Die Halterungs-Attrappe 22 ist - wie die
Attrappe 12 in Bezug auf das Anbauteil 8 - ebenfalls eine Nachbildung der Halterung
20 bei gleichbleibender äußerer Erscheinung.
[0046] Figur 2a zeigt in symbolischer Darstellung die Attrappe 12 aus Figur 1 ohne das Fahrzeug
2. Die Attrappe 12 ist äußerlich, d.h. von außen nicht von einem der anderen Nebeltöpfe
6 bzw. den üblichen Nebeltöpfen 6 des Fahrzeugs 2 bzw. von Fahrzeugen dieses Typs
unterscheidbar. Sie weist die gleichen Abmessungen und daher Standardabmessungen auf
und ist dadurch kompatibel mit üblichen bzw. bestehenden Halterungen 20 am Fahrzeug
2 für die Nebeltöpfe 6.
[0047] Die Attrappe 12 ist durch ihre Standardabmessungen kompatibel auch mit den bestehenden
Halterungen bzw. üblichen Halterungen 20 oder Halterungs-Attrappen 22 am Fahrzeug
2, wie dies in Figur 2a angedeutet ist. Dadurch ist die Attrappe 12 am Fahrzeug 2
kostengünstig einrüstbar.
[0048] Figur 2b zeigt einen Schnitt durch Figur 2a, also durch die Attrappe 12 und hier
auch durch die Halterungs-Attrappe 22. Hierbei ist zu erkennen, dass im "Nebeltopf"
in Form der Attrappe 12 ein HPEM-Resonator 24, hier ein DS-Resonator (damped sinusoidal)
verborgen ist. Die HPEM Antenne 14 ist hier in Form eines Resonators 24 ausgeführt.
"Verborgen", da dieser äußerlich nicht erkennbar ist, sondern dank der Attrappe 12
als "Nebeltopf" erscheint. Eine Leitungszuführung in Form einer Zuleitung 26 zur HPEM-Antenne
14, welche hier nur symbolisch gestrichelt angedeutet ist, verläuft im Inneren der
Halterungs-Attrappe 22. Die Zuleitung 26 bildet eine Leitungszuführung von einem nicht
dargestellten, innen im Fahrzeug 2 verbauten Pulsgenerator zur HPEM Antenne 14. Somit
ergibt sich eine Ausführung als disloziertes und synchronisiertes System.
[0049] Eine Hülle 28 der Attrappe 12 ist aus einem für die HPEM Pulse 18 durchlässigen Material
gefertigt, das hier vom üblichen Material der Nebeltöpfe 6, nämlich Metall, abweicht.
[0050] Figur 3 zeigt den üblichen Nebeltopf 6c, also das Anbauteil 8, der bzw. das vom Fahrzeug
2 in Figur 1 entfernt wurde und durch die Attrappe 12 ersetzt wurde. Dieses sowie
die hier nicht dargestellte Attrappe 12 weisen eine Grundform 30 auf, hier die eines
geraden Kreiszylinder. Figur 3 zeigt auch die HPEM Antenne 14, bevor diese in der
Attrappe 12 verbaut wurde, in Form des Resonators 24. Die Antenne 14 weist ebenfalls
die selbe Grundform 30 auf und kann damit besonders raumfüllend und effektiv bzw.
platzsparend in der Attrappe 12 bzw. deren Hülle 28 untergebracht werden.
[0051] Das Fahrzeug aus Figur 1 ist wie folgt entstanden: Beim Ausrüsten des Fahrzeugs 2
mit der HPEM Anlage 16 wird von dem Fahrzeug 2 ausgegangen, welches üblicherweise
das Anbauteil 8 in Form des Nebeltopfes 6c enthält, wobei das Anbauteil 8 an der Außenhülle
10 angebracht ist. Die HPEM Anlage 16 weist die HPEM Antenne 14 zum Aussenden der
HPEM Pulse 18 auf. Bei dem Verfahren wurde die Anbauteil-Attrappe 12 geschaffen. Dies
geschieht so, dass die Attrappe 12 dem Anbauteil 8 bei gleichbleibender äußerer Erscheinung
nachgebildet wird und die Attrappe 12 die Antenne 14 enthält. Die Attrappe 12 wurde
dann anstelle des üblicherweise vorhandenen Anbauteils 8 in Form des Nebeltopfes 10
an der Außenhülle 10 des Fahrzeuges 2 angebracht. Hierzu könnte die Attrappe 12 entweder
in die tatsächlich vorhandene übliche Halterung 20 des Nebeltopfes 6c eingesetzt werden,
mit anderen Worten die Originalhalterung 20 des Nebeltopfes 6c weiterverwendet. Alternativ
und hier vorliegend wurde die Halterung 20 ebenfalls durch die Halterungs-Attrappe
22 ersetzt.
[0052] Das Fahrzeug 2 aus Figur 1 kann auch durch Umrüsten eines schon bestehenden Fahrzeuges
2 geschaffen werden. Hierbei wird bei diesem der tatsächlich vorhandene Nebeltopf
6c, gegebenenfalls auch die Halterung 20 entfernt und durch die Attrappe 12, gegebenenfalls
auch die Halterungs-Attrappe 22 ersetzt.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 2
- Fahrzeug
- 4
- Nebelwurfanlage
- 6,6a-d
- Nebeltopf
- 8
- Anbauteil
- 10
- Außenhülle (Fahrzeug)
- 12
- Attrappe (Anbauteil)
- 14
- HPEM-Antenne
- 16
- HPEM-Anlage
- 18
- HPEM-Puls
- 20
- Halterung
- 22
- Halterungs-Attrappe
- 24
- HPEM-Resonator
- 26
- Zuleitung
- 28
- Hülle (Attrappe)
- 30
- Grundform
1. Fahrzeug (2), wobei das Fahrzeug (2) üblicherweise wenigstens ein Anbauteil (8) aufweist,
das an dessen Außenhülle (10) angebracht ist,
- mit einer HPEM-Anlage (16), die wenigstens eine HPEM-Antenne (14) zum Aussenden
von HPEM-Pulsen (18) aufweist,
- mit wenigstens einer Anbauteil-Attrappe (12), die dem Anbauteil (8) bei gleichbleibender
äußerer Erscheinung nachgebildet ist und die wenigstens eine der Antennen (14) enthält
oder ist,
- wobei die Attrappe (12) anstelle des üblicherweise vorhandenen Anbauteils (8) oder
zusätzlich zu diesem an der Außenhülle (10) des Fahrzeuges (2) angebracht ist.
2. Fahrzeug (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fahrzeug (2) üblicherweise mehrere der Anbauteile (8) aufweist, und nur ein Teil
der Anbauteile (8) durch jeweils eine Attrappe (12) ersetzt ist.
3. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die HPEM-Anlage (16) eine Selbstschutzanlage für das Fahrzeug (2) ist.
4. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fahrzeug (2) ein militärisches Fahrzeug ist.
5. Fahrzeug (2) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Fahrzeug (2) ein Panzerfahrzeug ist.
6. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Hülle (28) der Attrappe (12) aus einem für die HPEM-Pulse (18) durchlässigen
Material gefertigt ist.
7. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anbauteil (8) und die Attrappe (12) eine Grundform (30) aufweist, die einer Grundform
(30) der Antenne (14) entspricht.
8. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anbauteil (8) ein Nebeltopf (6,6a-d) einer Nebelwurfanlage (4) des Fahrzeugs
(2) ist.
9. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Antenne (14) einen HPEM-Resonator (24) enthält oder ein solcher ist.
10. Fahrzeug (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Anbauteil (8) üblicherweise über eine Halterung (20) am Fahrzeug (2) angebracht
ist, und die Attrappe (12) ebenfalls über die Halterung (20) oder eine Halterungs-Attrappe
(22) am Fahrzeug (2) angebracht ist, die der Halterung (20) bei gleichbleibender äußerer
Erscheinung nachgebildet ist, und eine Zuleitung (26) der HPEM-Anlage (16) zur Antenne
(14) in der Halterung (20) oder deren Attrappe (22) verläuft oder durch diese gebildet
ist.
11. Verfahren zum Ausrüsten eines Fahrzeuges (2) mit einer HPEM-Anlage (16), wobei das
Fahrzeug (2) üblicherweise wenigstens ein Anbauteil (8) aufweist, das an dessen Außenhülle
(10) angebracht ist, wobei die HPEM-Anlage (16) wenigstens eine HPEM-Antenne (14)
zum Aussenden von HPEM-Pulsen (18) aufweist, bei dem:
- wenigstens eine Anbauteil-Attrappe (12) geschaffen wird, die dem Anbauteil (8) bei
gleichbleibender äußerer Erscheinung nachgebildet wird, und die wenigstens eine der
Antennen (14) enthält oder ist,
- die Attrappe (12) anstelle des üblicherweise vorhandenen Anbauteils (8) oder zusätzlich
zu diesem an der Außenhülle (10) des Fahrzeuges (2) angebracht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ausrüsten in Form eines Umrüstens an einem bereits vorhandenen Fahrzeug (2) durchgeführt
wird, wobei wenigstens eine der Attrappen (12) zusätzlich am Fahrzeug (2) angebracht
wird und/oder wenigstens ein ursprünglich vorhandenes Anbauteil (8) vom Fahrzeug (2)
entfernt und durch jeweils eine der Attrappen (12) ersetzt wird.