[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmwalzen von metallenem Walzgut unter
Verwendung wenigstens einer Walzvorrichtung, wobei das Verfahren die Bereitstellung
von Halbzeug mit einer Dicke von größer gleich 150 mm als Walzgut umfasst und wobei
das Walzgut von einem ersten großen Anstichquerschnitt unter schrittweiser Dickenabnahme
auf einen verhältnismäßig kleineren Zielquerschnitt gewalzt wird.
[0002] Im Stand der Technik werden tafelförmige oder plattenförmige Grobbleche häufig durch
Warmwalzen aus Strangguss-Brammen mit verhältnismäßig großen Ausgangsdicken bzw. großem
Ausgangsquerschnitt hergestellt. Bei der Grobblechherstellung sind zur Formgebung,
aber auch zur Erzielung mechanischtechnologischer Eigenschaften der Bleche unterschiedliche
Prozessstufen erforderlich. In einem Walzwerk werden zunächst Brammen als Ausgangsmaterial
erwärmt und zu Blechtafeln ausgewalzt. Für Endwalzdicken von bis etwa 200 mm werden
dabei typischerweise Brammen mit einer Dicke von 300 bis 500 mm verwendet. Es werden
meist Strangguss-Brammen ausgewalzt, die von einem vorgelagerten Stahlwerk bereitgestellt
oder zugekauft werden. Alternativ werden Brammen aus gegossenen Blöcken mit einer
Dicke von bis zu etwa 1000 mm ausgewalzt.
[0003] Ausgehend von dem Erfordernis, Blöcke oder Brammen mit einer hohen Anfangsdicke,
beispielsweise für die Herstellung von Dickblechen, auszuwalzen, werden die Blöcke
oder Brammen zunächst in sogenannten Vorgerüsten einer ersten Dickenreduzierung unterzogen.
Die Vorgerüste sind normalerweise dazu ausgelegt, größere Anstichquerschnitt des Walzguts
walzen zu können. Die Vorgerüste können in einer Vorgerüstgruppe innerhalb der Walzlinie
angeordnet sein und sind so beschaffen, dass ein großer Walzenaufgang der Arbeitswalzen
gewährleistet ist. In einem nachgelagerten Fertigungsschritt werden die Brammen in
sogenannten Fertiggerüsten auf die gewünschte Zieldicke heruntergewalzt. Dabei kommt
den Fertiggerüsten die Aufgabe zu, mittels geeigneter Maßnahmen zur Einstellung der
Dicke und Kontur des Walzspalts die für das Fertigprodukt geforderten Dickentoleranzen
und die gewünschte Planheit sicherzustellen.
[0004] Der Aufbau einer solchen Walzstraße umfasst die Bereitstellung wenigstens zweier
verschiedener Walzvorrichtungen mit unterschiedlichen Walzgerüst Typen. Die Investitionskosten
für eine so beschaffene Produktionslinie/Walzlinie sind hoch. Für Wartung und Instandhaltung
ist ein entsprechend hoher Aufwand erforderlich.
[0005] Je nach Anzahl und Abstand der Vorgerüste und der Fertiggerüste voneinander kann
es erforderlich sein, dass Walzgut zwischenzeitlich zu erwärmen, um das für den Umformvorgang
gewünschte Temperaturfenster zu halten. Daraus ergibt sich ein hoher Energieverbrauch.
[0006] Um die Produktivität einer Walzstraße zu verbessern, ist es grundsätzlich wünschenswert,
Halbzeuge mit einem möglichst großen Anstichquerschnitt zu verarbeiten. Hierzu wird
beispielsweise in der
DE 28 32 073 A ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem das erhitzte Walzgut in der Verlängerung der
Walzlinie an der der Walzstraße abgewandten Seite aus einem Stoßofen in Reversierstichen
auf den Anstichquerschnitt der kontinuierlichen oder halbkontinuierlichen Walzstraße
heruntergewalzt wird und unter Hindurchführen durch den Stoßofen in dem ersten Gerüst
der Walzstraße zum Anstich gebracht wird.
[0007] Walzgerüste mit einem hohen Aufgang der Arbeitswalzen mit Arbeitswalzen-biege-und
Verschiebesystemen sind im Stand der Technik grundsätzlich bekannt, beispielsweise
aus der
WO 2020/18710 A1.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wirtschaftliches Walzverfahren zur
Herstellung von Blechen bereitzustellen, dass sich neben geringen Investitionskosten
bei der Anschaffung durch einen geringen Energieverbrauch und folglich auch durch
verringerte CO
2-Emissionen auszeichnet.
[0010] Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der Patentansprüche
1 und 8. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Ein Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmwalzen von metallenem
Walzgut unter Verwendung wenigstens einer Walzvorrichtung, wobei das Verfahren die
Bereitstellung von Halbzeug mit einer Dicke von größer gleich 150 mm als Walzgut umfasst,
wobei das Walzgut in der Walzstraße von einem ersten großen Anstichquerschnitt unter
schrittweiser Dickenabnahme auf einen verhältnismäßig kleineren Zielquerschnitt gewalzt
wird, wobei die Dickenabnahme von dem Anstichquerschnitt auf den Zielquerschnitt ausschließlich
mittels einer einzigen Walzvorrichtung oder mittels einer Vielzahl gleichartiger Walzvorrichtungen
eines einzigen Walzgerüst Typs erzielt wird.
[0012] Die Erfindung lässt sich dahingehend zusammenfassen, das erfindungsgemäß Halbzeug
mit einem großen Ausgangsquerschnitt und einer großen Ausgangsdicke nur in einem einzigen
Walzgerüst oder ausschließlich in Walzgerüsten gleichen Typs vom Anstichquerschnitt
bzw. von der Anstichdicke auf die Zieldicke fertiggewalzt wird, wobei erfindungsgemäß
eine Unterteilung der Walzstraße in Vorgerüste und Fertiggerüste nicht vorgesehen
ist. Hierdurch lassen sich die Investitionskosten für eine Walzanlage deutlich reduzieren.
Dies wird durch die Verwendung eines Walzgerüsts mit einem besonders hohen Walzenaufgang
gewährleistet.
[0013] Zweckmäßigerweise wird als Walzgut ein durch Block- oder Strangguss erhaltenes Halbzeug
in Form von Brammen mit einer Dicke von größer gleich 550 mm bereitgestellt.
[0014] Im Rahmen der Erfindung ist es vorteilhaft, wenn die Dickenabnahme des Walzguts von
dem Anstichquerschnitt bis zu dem Zielquerschnitt in einer einzigen Hitze des Walzguts
erzielt wird, d. h., dass alle Walzstiche ohne weitere Erhitzung des Walzguts in einem
gewünschten Temperaturfenster durchgeführt werden.
[0015] Eine bevorzugte Variante des Verfahrens gemäß der Erfindung ist gekennzeichnet durch
die ausschließliche Verwendung einer Walzvorrichtung mit einer Arbeitswalzen -Axialverschiebe-
und Biegevorrichtung und weiterhin vorzugsweise mit wenigstens einem Arbeitswalzenpaar
mit einer Walzenbombierung besonders bevorzugt mit einem S-förmigen Schliff ausgebildet.
Durch gegensinniges Verschieben der Arbeitswalzen ergibt sich der Effekt einer kontinuierlich
veränderlichen Kontur des Walzspalts.
[0016] Hierdurch kann eine gezielte Beeinflussung der Walzspaltkontur von dem ersten bis
zu dem letzten Walzgerüst bzw. von der ersten bis zu der letzten Walzrichtung innerhalb
einer Walzlinie durchgeführt werden. Hierdurch wird eine höhere Stichabnahme bzw.
Dickenabnahme erzielt, wodurch insgesamt die Anzahl der in der Walzstraße benötigten
Walzvorrichtungen verringert wird.
[0017] Zweckmäßigerweise zeichnet sich das Verfahren durch die Verwendung von Walzvorrichtung
mit einem maximalen Walzenaufgang von wenigstens 900 mm, vorzugsweise von wenigstens
1000 mm aus.
[0018] Insbesondere für das Auswalzen sogenannter Dickbleche mit Endwalzdicken von 150 mm
und mehr sind hoher Ausgangsdicken des Walzguts erforderlich, da für eine gute Kernbeschaffenheit
des Blechs ein bestimmtes Verhältnis Ausgangsdicke zu Endwalzdicke nicht unterschritten
werden sollte. Deswegen ist es vorteilhaft, wenn das Verfahren gemäß der Erfindung
vorsieht, dass das Verhältnis (Umformgrad) einer Ausgangsdicke des Ausgangsquerschnitts
des Walzguts zu einer Zieldicke des Zielquerschnitts des Walzguts zwischen 2 und 3,
vorzugsweise zwischen 2 und 5 beträgt.
[0019] Erfindungsgemäß umfasst das Verfahren die Verwendung wenigstens einer Walzvorrichtung
mit wenigstens einer oberen und einer unteren Arbeitswalze sowie mit wenigstens einer
oberen und einer unteren Stützwalze, wobei die Arbeitswalzen und die Stützwalzen in
einem gemeinsamen Walzgerüst gelagert sind, die Arbeitswalzen zur Einstellung eines
vorgegebenen Walzspalts relativ zueinander verstellbar sind und die Arbeitswalzen
jeweils mit wenigstens einer Biegevorrichtung in Wirkverbindung stehen, wobei eine
erste Biegevorrichtung der oberen Arbeitswalze und eine zweite Biegevorrichtung der
unteren Arbeitswalze zugeordnet ist, die zweite Biegevorrichtung Biegezylinder umfasst,
die vertikal ortsfest angeordnet sind und die obere Arbeitswalze mittels der ersten
Biegevorrichtung zur vertikalen Einstellung der Höhe des Walzspalts zwischen den Walzstichen
nachstellbar oder mitführbar ist. Die Walzvorrichtung gemäß der Erfindung zeichnet
sich insbesondere dadurch aus, dass die erste Biegevorrichtung Biegearme umfasst,
die mit ortsfest angeordneten Biegezylindern zusammenwirken und wobei die Arbeitswalzen
vorzugsweise axial und vertikal verstellbar sind.
[0020] Unter einem Biegearm im Sinne der Erfindung ist ein Verbindungselement zu verstehen,
das eine räumliche Trennung vom Biegezylinder zum Wirkort der Biegekraft auf die Arbeitswalzeneinbaustücke
überbrückt. Durch die bauliche und räumliche Trennung der ersten Biegevorrichtung
von der zweiten Biegevorrichtung wird ein maximaler Walzenaufgang von mindestens 900
mm, bevorzugt 1200 mm, besonders bevorzugt von 1350 mm ermöglicht.
[0021] Zur Mitführung der oberen Arbeitswalze bei der Einstellung des Walzspalts folgt der
Hub der ersten Biegevorrichtung dem Verfahrweg der vertikalen Einstellung der Höhe
des Walzspalts, sodass für den Walzvorgang ein Kontakt zwischen der oberen Arbeitswalze
und der oberen Stützwalze sichergestellt ist. Dabei ist die erste Biegevorrichtung
baulich von einer Walzenanstellung getrennt.
[0022] Bei den für das Verfahren gemäß der Erfindung verwendeten Walzgerüsten ist im Wesentlichen
eine Entkopplung der Biegevorrichtung für die obere Arbeitswalze von einem Balanciersystem
für die obere Stützwalze vorgesehen. Dadurch, dass die Biegezylinder der ersten Biegevorrichtung
vertikal ortsfest und vorzugsweise deutlich oberhalb der Arbeitswalzeneinbaustücke
angeordnet sind, ist ein verhältnismäßig hoher Walzenaufgang bei guter Führung der
Arbeitswalzeneinbaustücke im Ständerfenster gewährleistet. Durch die Entkopplung vereinfacht
sich die Zugänglichkeit der beiden Vorrichtungen zu Wartungszwecken.
[0023] Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, dass die Biegearme der ersten Biegevorrichtung
die obere Arbeitswalze mitführen, wenn die Höhe des Walzspalts vertikal eingestellt
wird.
[0024] Die Höhe des Walzspalts wird vor dem Walzbeginn (Walzstich) voreingestellt. Dazu
verfährt eine obenliegende Walzenanstellung die obere Stützwalze auf die Position,
in welcher sie durch die Stützwalzenbalancierung gegen die Gewichtskraft gehalten
wird. Die obere Arbeitswalze folgt dieser vertikalen Bewegung nach, wobei sie durch
die Arme der Biegeeinrichtung gehalten wird. Die Biegezylinder und damit auch die
obere Arbeitswalze folgen zwischen den Walzstichen zunächst der Bewegung der oberen
Stützwalze. Ein zusätzlicher Hub der Biegezylinder bewirkt ein Biegen der Arbeitswalze
und damit die gewünschte Beeinflussung der Kontur des Walzspalts während des Stiches.
Zusätzlich kann die Walzspaltkontur durch axiale Verschiebung der bombierten Arbeitswalzen
beeinflusst werden.
[0025] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine Warmwalzanlage gemäß Anspruch
8.
[0026] Unmittelbar hintereinander im Sinne der vorliegenden Erfindung bedeutet, dass zwischen
den einzelnen Walzgerüsten keine Aggregate wie Öfen oder dergleichen angeordnet sind.
Allerdings können zwischen den Walzgerüsten Seitenführungseinrichtungen für das Walzgut
vorgesehen sein.
[0027] Vorzugsweise ist wenigstens eine der Walzvorrichtungen mit einer Arbeitswalzen -
Axialverschiebe- und Biegevorrichtung und weiterhin vorzugsweise mit wenigstens einem
Arbeitswalzenpaar mit einer Walzenbombierung besonders bevorzugt mit einem S-förmigen
Schliff ausgebildet.
[0028] Die Warmwalzanlage der vorstehend beschriebenen Art umfasst wenigstens eine Walzvorrichtung
mit wenigstens einer oberen und einer unteren Arbeitswalze sowie mit wenigstens einer
oberen und einer unteren Stützwalze, wobei die Arbeitswalzen und die Stützwalzen in
einem gemeinsamen Walzgerüst gelagert sind, die Arbeitswalzen zur Einstellung eines
vorgegebenen Walzspalts relativ zueinander verstellbar sind und die Arbeitswalzen
jeweils mit wenigstens einer Biegevorrichtung in Wirkverbindung stehen, wobei eine
erste Biegevorrichtung der oberen Arbeitswalze und eine zweite Biegevorrichtung der
unteren Arbeitswalze zugeordnet ist, die zweite Biegevorrichtung Biegezylinder umfasst,
die vertikal ortsfest angeordnet sind und die obere Arbeitswalze mittels der ersten
Biegevorrichtung zur vertikalen Einstellung der Höhe des Walzspalts zwischen den Walzstichen
nachstellbar oder mitführbar ist. Die Walzvorrichtung gemäß der Erfindung zeichnet
sich insbesondere dadurch aus, dass die erste Biegevorrichtung Biegearme umfasst,
die mit ortsfest angeordneten Biegezylindern zusammenwirken und wobei die Arbeitswalzen
vorzugsweise axial und vertikal verstellbar sind.
[0029] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
erläutert.
[0030] Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Walzanlage gemäß der Erfindung,
- Figur 2
- einen Längsschnitt durch eine erste Variante einer Walzvorrichtung mit einem Arbeitswalzenpaar
und einem Stützwalzenpaar, die bei dem Walzverfahren gemäß der Erfindung Anwendung
finden kann,
- Figur 3
- einen Querschnitt entlang der Linie B-B in Figur 1, der eine erste Variante einer
Axialverschiebeeinrichtung für die obere Arbeitswalze zeigt,
- Figur 4
- eine der Figur 3 entsprechende Ansicht, die eine zweite Variante einer Axialverschiebeeinrichtung
für die obere Arbeitswalze zeigt,
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch eine Walzvorrichtung gemäß einer zweiten Variante,
- Figur 6
- einen Querschnitt durch das obere Querhaupt des Walzenständers der Walzvorrichtung
in Figur 5, der eine alternative Ausgestaltung der Befestigung der Biegezylinder der
oberen Biegevorrichtung veranschaulicht, und
- Figur 7
- einen Querschnitt entlang der Linie B-B in Figur 6.
[0031] Es wird zunächst Bezug genommen auf die Figur 1. Dargestellt ist das Layout einer
Walzanlage 100 umfassend eine einzige Walzvorrichtung 1, der Halbzeug mit einer Dicke
von größer gleich 150 mm als Walzgut über einen Zuführrollgang 101 aufgegeben wird.
Das Walzgut wird in der reversierend betriebenen Walzvorrichtung 1 mit mehreren Stichen
beispielsweise auf einen Enddicke von 5mm reduziert. Die Breite des Walzguts wird
über ein hinter der Walzvorrichtung 1 in der Walzlinie angeordnetes Stauchgerüst 102
vorgegeben. Über einen Auslaufrollgang 103 gelangt das fertig gewalzte Erzeugnis erst
in eine Vorrichtmaschine 104 und dann in eine Warmrichtmaschine 105. Die üblichen
Aggregate zur Entzunderung des Ausgangsmaterials vor der Walzvorrichtung 1 sowie zur
Kühlung des fertig gewalzten Erzeugnisses sind in dem Ausführungsbeispiel nicht näher
bezeichnet.
[0032] Die Figur 2 zeigt eine Walzvorrichtung 1 zur Verwendung bei dem Verfahren und in
der Walzanlage gemäß der Erfindung. Die Walzvorrichtung 1 umfasst ein Walzgerüst 2
mit zwei Arbeitswalzen, 3 und 4 und zwei Stützwalzen 5, 6. Das in den Ausführungsbeispielen
beschriebene Walzgerüst 2 ist als Vierwalzengerüst ausgebildet, dieses kann aber auch
eine andere Konfiguration aufweisen. Zwischen den Arbeitswalzen 3, 4 ist eine Walzspalt
7 ausgebildet, in welchen beim Betrieb der Walzvorrichtung 1 das Walzgut eingezogen
wird. Die Höhe 8 des Walzspalts 7, die auch als Walzenaufgang bezeichnet wird, ist
bei der Walzvorrichtung 1 gemäß der Erfindung verstellbar, und zwar über eine obere
Walzenanstellung 28 und eine nicht dargestellte untere Walzenanstellung. Darüber hinaus
sind die Arbeitswalzen 3, 4 auch axial verstellbar, wie nachstehend noch beschrieben
wird, sodass auch über die Axialverstellung der Arbeitswalzen 3, 4 relativ zueinander
eine Beeinflussung der Kontur des Walzspalts 6 möglich ist.
[0033] Die Arbeitswalzen 3, 4 und die Stützwalzen 5, 6 sind in einem Walzgerüst 2 gehalten,
welches zwei Walzenständer 31 umfasst, einen auf der Bedienseite und einen auf der
Antriebsseite. Die Walzenständer 31 sind als geschlossene Rahmen ausgeführt, in denen
alle Walzkräfte über innere Kräfte im Gleichgewicht gehalten werden. Das Walzgerüst
2 nimmt Stützwalzeneinbaustücke 9, 10 sowie Arbeitswalzeneinbaustücke 11, 12 auf,
die jeweils innerhalb der von den Walzenständern gebildeten Fenstern 32 verschiebbar
angeordnet sind. Die Stützwalzeneinbaustücke 9, 10 lagern die untere und obere Stützwalze
5, 6, wobei das in der Zeichnung dargestellte Stützwalzeneinbaustück 10 die obere
Stützwalze 6 und das Stützwalzeneinbaustück 9 die untere Stützwalze 5 lagert.
[0034] Zwischen den Stützwalzeneinbaustücken 9, 10 sind Arbeitswalzeneinbaustücke 11, 12
angeordnet, innerhalb derer die Arbeitswalzen 3, 4 gelagert sind. Das obere Arbeitswalzeneinbaustück
12 lagert die obere Arbeitswalze 4, wohingegen das untere Arbeitswalzeneinbaustücke
11 die untere Arbeitswalze 3 lagert.
[0035] Die Arbeitswalzeneinbaustücke 11, die die untere Arbeitswalze 3 aufnehmen, sind in
ortsfesten Blöcken 13 verschiebbar angeordnet. Die Blöcke 13 nehmen Biegezylinder
14 auf, um die untere Arbeitswalze 3 biegen zu können. Die Biegezylinder 14, die auf
die Arbeitswalzeneinbaustücke 11 für die untere Arbeitswalze 3 einwirken, sind Teil
der zweiten, unteren Biegevorrichtung. Alternativ zu den Blöcken kann das Walzgerüst
2 auch Verdickungen zur Aufnahme der Biegezylinder 14 aufweisen (nicht dargestellt).
[0036] An dem Stützwalzeneinbaustück 10 für die obere Stützwalze 6 greifen Balancierarme
33 an, über die mittels nicht dargestellter Balancierzylinder das Eigengewicht der
Stützwalze 6 kompensierbar ist. Die Balancierarme 33 sind hierfür mit hakenförmigen
Verdickungen ausgestattet, die entsprechende Vorsprünge des Stützwalzeneinbaustücks
10 untergreifen.
[0037] Die Arbeitswalzenbiegung und/oder Arbeitswalzenbalancierung der oberen Arbeitswalze
4 wird über Biegezylinder 15 realisiert, die über Biegearme 16 mit der oberen Arbeitswalze
4 in Wirkverbindung stehen. Die Biegezylinder 15 und die Biegearme 16 sind Teil der
ersten, oberen Biegevorrichtung. Die Biegezylinder 15 sind an einem oberen Querhaupt
34 des Walzenständers 2 ortsfest gelagert bzw. auf dem oberen Querhaupt 34 des Walzenständers
2 abgestützt und durchsetzen Ausnehmungen 35 des Walzenständers 2. Die Biegezylinder
15 erstrecken sich im Wesentlichen vertikal. In Verlängerung der Biegezylinder 15
sind an diesen die Biegearme 16 befestigt, die jeweils am unteren Ende Verdickungen
17 aufweisen. Die Verdickungen 17 der Biegearme 16 untergreifen seitliche ohrenförmige
Vorsprünge des Arbeitswalzeneinbaustücks 12 der oberen Arbeitswalze 4.
[0038] Die Biegezylinder sind vorzugsweise für einen großen Hub ausgelegt, der den Arbeitswalzenabschliff
zuzüglich dem Walzenaufgang überschreitet.
[0039] Die Biegearme 16 sind mittels Führungselementen 18 vertikal in Ausnehmungen 36 des
Walzgerüsts 2 bzw. der Walzenständer 31 des Walzgerüsts 2 geführt. Die obere Arbeitswalze
4 und die obere Stützwalze 6 werden über die Biegearme 16, die mit den Verdickungen
17 das Arbeitswalzeneinbaustück 12 untergreifen, mitgeführt, wenn die Höhe 8 des Walzspalts
7 eingestellt wird.
[0040] Die Biegezylinder 14, 15 wirken auf die äußeren Randbereiche der Arbeitswalzen 3,
4 ein und üben damit im Randbereich der Arbeitswalzen 3, 4 eine vertikal vom Walzspalt
7 auswärts gerichtete Kraft aus entsprechend der im mittleren Bereich der Arbeitswalzen
3, 4 wirksamen Kraft des Walzguts, um einem Auseinanderbiegen der Arbeitswalzen 3,
4 durch das Walzgut entgegenzuwirken.
[0041] Die Biegezylinder 14, 15 dienen bei dem in Figur 2 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung dazu, eine sogenannte positive Arbeitswalzenbiegung zu erzielen. Zur
Erhöhung des Stellbereichs für die Profilbeeinflussung durch eine sogenannte negative
Arbeitswalzenbiegung sind zusätzliche Kolben-Zylinder-Systeme 19, 20 vorgesehen, die
jeweils vertikal wirken.
[0042] Figur 5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der Walzvorrichtung 1 gemäß der Erfindung.
Gleiche Bauteile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Im Gegensatz zu dem Ausführungsbeispiel
gemäß Figur 2 tauchen dort die Biegezylinder 15 der ersten, oberen Biegevorrichtung
teilweise von unten im oberen Bereich des Fensters 32 in köcherförmige Ausnehmungen
35 des oberen Querhaupts 34 des Walzgerüsts 2 ein.
[0043] Das Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 unterscheidet sich weiterhin dahingehend von
demjenigen gemäß Figur 2, dass in den Biegearmen 16 fensterartige Ausnehmungen 36
vorgesehen sind, in die entsprechend ausgebildete Leisten 37 der Arbeitswalzeneinbaustücke
12 für die obere Arbeitswalze 4 eingreifen. Damit sind die Arbeitswalzeneinbaustücke
12 für die obere Arbeitswalze 4 in vertikal entgegengesetzte Richtungen festgelegt,
sodass die obere Arbeitswalze 4 mittels der Biegezylinder 15 sowohl positiv wie auch
negativ gebogen werden kann.
[0044] Figur 6 zeigt eine alternative Variante der ortsfesten Befestigung der Biegezylinder
15 an dem Walzengerüst 2. Hier sind mehrere Biegezylinder 15 außen an dem Walzenständer
31 des Walzgerüsts 2 angeordnet und wirken jeweils auf Verlängerungen 30 der Biegearme
16.
[0045] Die Walzvorrichtung 1 gemäß der Erfindung umfasst ebenfalls Axialverschiebevorrichtungen
21, die jeweils an den äußeren Randbereichen der Arbeitswalzen 3, 4 angeordnet sind.
[0046] Die Axialverschiebevorrichtungen 21 zur Axialverschiebung der Arbeitswalzen 3, 4
sind an den bedienungsseitigen Arbeitswalzeneinbaustücken 11, 12 vorgesehen und umfassen
hydraulisch betätigbare Kolben-Zylinder-Einheiten. Dabei ist jeweils der Kolben der
Kolben-Zylindereinheit mit in den entsprechenden Einbaustücken geführten Haltearmen
24 verbunden. Verriegelungen, die an der Außenseite der beiden Holme des bedienungsseitigen
Walzenständers 31 angeordnet sind, verhindern während des Walzbetriebs eine horizontale
Bewegung der Haltearme 24 und damit eine axiale Bewegung eines Kolbens 22 der Kolben-Zylinder-Einheit.
Durch Druckbeaufschlagung auf der Kolbenseite oder der Stangenseite der Kolben-Zylinder-Einheit
wird eine axiale Verschiebung der in den Arbeitswalzeneinbaustücken 11, 2 gelagerten
Arbeitswalzen 3, 4 realisiert.
[0047] Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch die Walzvorrichtung 1 gemäß Figur 5, entlang
der Linien B-B in Figur 5, der den Aufbau einer Axialverschiebevorrichtungen 21 und
deren Zusammenwirken mit der oberen Arbeitswalze 4 veranschaulicht. Die Axialverschiebevorrichtungen
21 umfasst wenigstens einen hydraulischen wirkenden Kolben 22, der über ein Widerlager
25 an den Haltearmen 24 angeordnet ist. Die Haltearme 24 sind in den Arbeitswalzeneinbaustücken
11, 12 horizontal gleitend angeordnet und werden von seitlichen Haltevorrichtungen
29 umgriffen, die auf der Außenseite des Walzgerüsts 2 festgelegt sind und eine horizontale
Bewegung der Haltearme 24 in Richtung der Walzenachse 23 verhindern. Damit ist auch
der Kolben 22 der Axialverschiebevorrichtungen 21 in axialer Richtung festgelegt.
Die Haltearme 24 sind in den seitlichen Haltevorrichtungen 29 in vertikaler Richtung
beweglich.
[0048] Aus dem in Figur 3 gezeigten Querschnitt ist auch das Zusammenwirken der Führungselemente
18 der profilierten Außenseiten der Biegearme mit entsprechend ausgebildeten Führungsnuten
38 des Walzenständers 31 bzw. der Holme des Walzenständers 31 zu erkennen.
[0049] Die Figur 4 zeigt eine alternative Ausgestaltung der Axialverschiebevorrichtungen
21. Gleiche Bauteile sind in Figur 4 mit gleichen Bezugszeichen versehen. Die Axialverschiebevorrichtung
21 gemäß Figur 4 unterscheidet sich dahingehend von derjenigen, die in Figur 3 dargestellt
ist, dass die Haltevorrichtungen 29 an den Biegearmen 16 befestigt sind und somit
bei der Einstellung der Höhe 8 des Walzspalts 7 mitgeführt werden.
[0050] Figur 7 zeigt eine alternative Ausgestaltung der Führung der Biegearme 16 innerhalb
des Walzgerüsts. An ihren den Holmen des Walzenständers 31 zugekehrten Seiten sind
die Biegearme 16 mit Führungsnuten 38 versehen, die ein entsprechendes Führungsprofil
39 der Holme des Walzenständers 31 umgreifen.
Bezugszeichenliste
[0051]
| 1 |
Walzvorrichtung |
22 |
Kolben |
| 2 |
Walzgerüst |
23 |
Achse der Arbeitswalze |
| 3 |
untere Arbeitswalze |
24 |
Haltearm |
| 4 |
obere Arbeitswalze |
25 |
Widerlager |
| 5 |
untere Stützwalze |
26 |
Lager |
| 6 |
obere Stützwalze |
27 |
Zylindergehäuse |
| 7 |
Walzspalt |
28 |
obere Walzenanstellung |
| 8 |
Höhe des Walzspalts |
29 |
seitliche Haltevorrichtung |
| 9 |
Stützwalzeneinbaustück |
30 |
Verlängerung des Biegearms |
| 10 |
Stützwalzeneinbaustück |
31 |
Walzenständer |
| 11 |
Arbeitswalzeneinbaustück |
32 |
Fenster |
| 12 |
Arbeitswalzeneinbaustück |
33 |
Balancierarme obere SW |
| 13 |
Biegeblock |
34 |
Querhaupt |
| 14 |
Biegezylinder untere Arbeitswalze |
35 |
Ausnehmungen-QH |
| 15 |
Biegezylinder obere Arbeitswalze |
36 |
Ausnehmungen-WS |
| 16 |
Biegearme |
37 |
Leisten |
| 17 |
Verdickung des Biegearms |
38 |
Führungsnuten |
| 18 |
Führungselement |
39 |
Führungsprofil |
| 19 |
Kolben-Zylinder-System |
100 |
Walzanlage |
| 20 |
Kolben-Zylinder-System |
101 |
Zuführrollgang |
| 21 |
Axialverschiebeeinrichtung |
102 |
Stauchgerüst |
| 103 |
Auslaufrollgang |
104 |
Vorrichtmaschine |
| 105 |
Warmrichtmaschine |
|
|
1. Verfahren zum Warmwalzen von metallenem Walzgut unter Verwendung wenigstens einer
Walzvorrichtung, wobei das Verfahren die Bereitstellung von Halbzeug mit einer Dicke
von größer gleich 150 mm als Walzgut umfasst, wobei das Walzgut von einem ersten großen
Anstichquerschnitt unter schrittweiser Dickenabnahme auf einen verhältnismäßig kleineren
Zielquerschnitt gewalzt wird, wobei die Dickenabnahme von dem Anstichquerschnitt auf
den Zielquerschnitt ausschließlich mittels einer einzigen Walzvorrichtung oder mit
einer Vielzahl gleichartiger Walzvorrichtungen eines einzigen Walzgerüsttyps erzielt
wird, wobei wenigstens eine der Walzvorrichtungen (1) wenigstens eine obere und untere
Arbeitswalze (3,4) aufweist, wobei die Walzvorrichtung (1) wenigstens eine obere und eine untere Stützwalze (5,6) umfasst, wobei die Arbeitswalzen (3,4) und die Stützwalzen (5,6) in einem gemeinsamen Walzgerüst
(2) gelagert sind, die Arbeitswalzen (3,4) zur Einstellung eines vorgegebenen Walzspalts
(7) relativ zueinander verstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitswalzen (3,4) jeweils mit wenigstens einer Biegevorrichtung in Wirkverbindung
stehen, wobei wenigstens eine erste Biegevorrichtung der oberen Arbeitswalze (4) zugeordnet
ist und wenigstens eine zweite Biegevorrichtung der unteren Arbeitswalze (3) zugeordnet
ist, die zweite Biegevorrichtung Biegezylinder (14) umfasst, die vertikal ortsfest
angeordnet sind und die obere Arbeitswalze (4) mittels der ersten Biegevorrichtung
mit einer vertikalen Einstellung der Höhe (8) des Walzspalts (7) nachstellbar oder
mitführbar ist, wobei die erste Biegevorrichtung Biegearme (16) umfasst, die mit ortsfest
angeordneten Biegezylindern (15) zusammenwirken und wobei die Arbeitswalzen (3,4)
vorzugsweise axial und vertikal verstellbar sind, wobei die Biegezylinder (15) der
ersten Biegevorrichtung an einem oberen Querhaupt (34) eines Walzenständers (31) ortsfest
gelagert sind oder sich auf dem oberen Querhaupt (34) des Walzenständers (2) abstützen
und Ausnehmungen (35) des Walzenständers (2) durchsetzen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Walzgut ein durch Blockguss oder Strangguss erhaltenes Halbzeug in Form von Brammen
mit einer Dicke von größer gleich 550 mm bereitgestellt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dickenabnahme von dem Anstichquerschnitt bis zu dem Zielquerschnitt in einer
einzigen Hitze des Walzguts erzielt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die ausschließliche Verwendung von Walzvorrichtungen mit einer Arbeitswalzen - Axialverschiebe
- und Biegevorrichtung vorzugsweise mit einem Arbeitswalzenpaar mit einer Walzenbombierung,
besonders bevorzugt mit einer S-förmig geschliffenen Walzenform.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verwendung von Walzvorrichtungen mit einem maximalen Walzenaufgang von wenigstens
900 mm, vorzugsweise von wenigstens 1000 mm.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis einer Ausgangsdicke des Ausgangsquerschnitts des Walzguts zu einer
Zieldicke des Zielquerschnitts des Walzguts zwischen 2 und 5, vorzugsweise zwischen
2 und 3 beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Biegearme (16) der ersten Biegevorrichtung die obere Arbeitswalze (4) mitnehmen,
wenn die Höhe (8) des Walzspalts (7) eingestellt wird.
8. Warmwalzanlage zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei
eine einzige Walzvorrichtung oder eine Vielzahl gleichartiger Walzvorrichtungen eines
einzigen Walzgerüsttyps, die in einer Walzlinie vorzugsweise unmittelbar hintereinander
angeordnet sind, wobei wenigstens eine der Walzvorrichtungen (1) wenigstens eine obere
und untere Arbeitswalze (3,4) sowie wenigstens eine obere und eine untere Stützwalze
(5,6) aufweist, wobei die Arbeitswalzen (3,4) und die Stützwalzen (5,6) in einem gemeinsamen
Walzgerüst (2) gelagert sind, die Arbeitswalzen (3,4) zur Einstellung eines vorgegebenen
Walzspalts (7) relativ zueinander verstellbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Arbeitswalzen (3,4) jeweils mit wenigstens einer Biegevorrichtung in Wirkverbindung
stehen, wobei wenigstens eine erste Biegevorrichtung der oberen Arbeitswalze (4) zugeordnet
ist und wenigstens eine zweite Biegevorrichtung der unteren Arbeitswalze (3) zugeordnet
ist, die zweite Biegevorrichtung Biegezylinder (14) umfasst, die vertikal ortsfest
angeordnet sind und die obere Arbeitswalze (4) mittels der ersten Biegevorrichtung
mit einer vertikalen Einstellung der Höhe (8) des Walzspalts (7) nachstellbar oder
mitführbar ist, wobei die erste Biegevorrichtung Biegearme (16) umfasst, die mit ortsfest
angeordneten Biegezylindern (15) zusammenwirken und wobei die Arbeitswalzen (3,4)
vorzugsweise axial und vertikal verstellbar sind, wobei die Biegezylinder (15) der
ersten Biegevorrichtung an einem oberen Querhaupt (34) eines Walzenständers (31) ortsfest
gelagert sind oder sich auf dem oberen Querhaupt (34) des Walzenständers (2) abstützen
und Ausnehmungen (35) des Walzenständers (2) durchsetzen.
9. Warmwalzanlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Walzvorrichtungen in der Walzlinie eine Arbeitswalzen-Axialverschiebe-
und Biegevorrichtung mit einem Arbeitswalzenpaar mit einer Walzenbombierung, besonders
bevorzugt mit einer S-förmig geschliffenen Walzenform aufweist.
1. Method for hot-rolling metal rolling material with use of at least one rolling device,
wherein the method comprises provision of a semi-finished product with a thickness
greater than or equal to 150 mm as rolling material, wherein the rolling material
is rolled from a first, large initial pass cross-section to a comparatively smaller
target cross-section with stepped thickness reduction, wherein the thickness reduction
from the initial pass cross-section to the target cross-section is achieved exclusively
by means of a single rolling device or with a plurality of identical rolling devices
of a single roll stand type, wherein at last one of the rolling devices (1) comprises
at least one upper and lower work roll (3, 4), wherein the rolling device (1) comprises
at least one upper and one lower backing roll (5, 6), wherein the work rolls (3, 4)
and the backing rolls (5, 6) are mounted in a common roll stand (2), the work rolls
(3, 4) being adjustable relative to one another for setting a predetermined rolling
gap (7), characterised in that the work rolls (3, 4) are each in operative connection with at least one bending
device, wherein at least one first bending device is associated with the upper work
roll (4) and at least one second bending device is associated with the lower work
roll (3), the second bending device comprises bending cylinders (14) which are arranged
vertically in stationary location and the upper work roll (4) is resettable or entrainable
by means of the first bending device with a vertical setting of the height (8) of
the rolling gap (7), wherein the first bending device comprises bending arms (16)
which co-operate with bending cylinders (15) arranged in stationary location and wherein
the work rolls (3, 4) are preferably axially and vertically adjustable, wherein the
bending cylinders (15) of the first bending device are mounted in stationary location
on an upper crosshead (34) of a roll housing (31) or are supported on the upper crosshead
(34) of the roll housing (2) and pass through recesses (35) of the roll housing (2).
2. Method according to claim 1, characterised in that a semi-finished product, which is obtained by ingot casting or continuous casting,
in the form of slabs with a thickness greater than or equal to 550 mm is provided
as rolling material.
3. Method according to one of claims 1 and 2, characterised in that the thickness reduction from the initial pass cross-section to the target cross-section
is achieved in a single heat of the rolling material.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised by exclusive use of rolling devices with a work-roll axial displacing and bending device,
preferably with a work roll pair with a roll camber, particularly preferably with
a roll form ground to S-shape.
5. Method according to any one of claims 1 to 4, characterised by use of rolling devices with a maximum roll rise of at least 900 mm, preferably of
at least 1,000 mm.
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the ratio of an exit thickness of the exit cross-section of the rolling material
to a target thickness of the target cross-section of the rolling material is between
2 and 5, preferably between 2 and 3.
7. Method according to claim 1, characterised in that the bending arm (16) of the first bending device entrains the upper work roll (4)
when the height (8) of the rolling gap (7) is set.
8. Hot-rolling mill for carrying out the method according to any one of claims 1 to 7,
wherein a single rolling device or a plurality of identical rolling devices, which
are arranged in a rolling line preferably directly in succession, of a single roll
stand type, wherein at least one the rolling devices (1) comprises at least one upper
and lower work roll (3, 4) and at least one upper and one lower backing roll (5, 6),
wherein the work rolls (3, 4) and the backing rolls (5, 6) are mounted in a common
roll stand (2), the work rolls (3, 4) being adjustable relative to one another for
setting a predetermined rolling gap (7), characterised in that the work rolls (3, 4) are each in operative connection with at least one bending
device, wherein at least one first bending device is associated with the upper work
roll (4) and at least one second bending device is associated with the lower work
roll (3), the second bending device comprises bending cylinders (14) which are arranged
vertically in stationary location and the upper work roll (4) is resettable or entrainable
by means of the first bending device with a vertical setting of the height (8) of
the rolling gap (7), wherein the first bending device comprises bending arms (16)
which co-operate with bending cylinders (15) arranged in stationary location and wherein
the work rolls (3, 4) are preferably axially and vertically adjustable, wherein the
bending cylinders (15) of the first bending device are mounted in stationary location
on an upper crosshead (34) of a roll housing (31) or are supported on the upper crosshead
(34) of the roll housing (2) and pass through recesses (35) of the roll housing (2).
9. Hot-rolling mill according to claim 8, characterised in that at least one of the rolling devices in the rolling line comprises a work-roll axial
displacing and bending device with a work roll pair with a roll camber, particularly
preferably with a roll form ground to S-shape.
1. Procédé de laminage à chaud d'un produit laminé métallique à l'aide d'au moins un
dispositif de laminage, le procédé comprenant la fourniture d'une ébauche ayant une
épaisseur d'au moins 150 mm en tant que produit à laminer, le produit à laminer étant
laminé à partir d'une section d'entrée initiale importante en réduisant progressivement
l'épaisseur jusqu'à une section finale relativement plus petite, ladite réduction
d'épaisseur de la section d'entrée à la section finale étant réalisée exclusivement
à l'aide d'un seul dispositif de laminage ou d'une pluralité de dispositifs de laminage
similaires d'un même type de cage de laminage, au moins un des dispositifs de laminage
(1) comprenant au moins une paire de cylindres de travail supérieur et inférieur (3,
4), le dispositif de laminage (1) comprenant au moins une paire de cylindres de support
supérieur et inférieur (5, 6), les cylindres de travail (3, 4) et les cylindres de
support (5, 6) étant montés dans une même cage de laminage (2), les cylindres de travail
(3, 4) étant réglables entre eux pour définir une fente de laminage (7) prédéterminée,
caractérisé en ce que les cylindres de travail (3, 4) sont chacun en liaison fonctionnelle avec au moins
un dispositif de flexion, au moins un premier dispositif de flexion étant associé
au cylindre de travail supérieur (4), et au moins un second dispositif de flexion
étant associé au cylindre de travail inférieur (3), le second dispositif de flexion
comprenant des vérins de flexion (14) disposés de manière fixe en position verticale,
et le cylindre de travail supérieur (4) pouvant être ajusté ou accompagné dans son
réglage vertical de la hauteur (8) de la fente de laminage (7) à l'aide du premier
dispositif de flexion, le premier dispositif de flexion comprenant des bras de flexion
(16) coopérant avec des vérins de flexion fixes (15), les cylindres de travail (3,
4) étant de préférence réglables axialement et verticalement, les vérins de flexion
(15) du premier dispositif de flexion étant fixés sur une traverse supérieure (34)
d'un bâti de cylindres (31) ou soutenus sur la traverse supérieure (34) du bâti de
cylindres (2) et traversant des évidements (35) du bâti de cylindres (2).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le produit à laminer est fourni sous forme d'une ébauche obtenue par coulée en lingotière
ou coulée continue sous forme de brames ayant une épaisseur d'au moins 550 mm.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que la réduction d'épaisseur de la section d'entrée à la section finale est réalisée
en une seule chauffe du produit à laminer.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé par l'utilisation exclusive de dispositifs de laminage équipés de dispositifs de translation
axiale et de flexion des cylindres de travail, de préférence d'une paire de cylindres
de travail ayant un profil de bombage, particulièrement préféré avec une forme de
cylindre meulée en S.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé par l'utilisation de dispositifs de laminage ayant un dégagement maximal des cylindres
d'au moins 900 mm, de préférence d'au moins 1000 mm.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le rapport entre l'épaisseur initiale de la section d'entrée et l'épaisseur finale
de la section finale du produit à laminer est compris entre 2 et 5, de préférence
entre 2 et 3.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les bras de flexion (16) du premier dispositif de flexion accompagnent le cylindre
de travail supérieur (4) lors du réglage de la hauteur (8) de la fente de laminage
(7).
8. Installation de laminage à chaud pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une quelconque
des revendications 1 à 7, comprenant un dispositif de laminage unique ou une pluralité
de dispositifs de laminage similaires d'un même type de cage de laminage, disposés
de préférence en ligne de laminage immédiatement les uns derrière les autres, au moins
un des dispositifs de laminage (1) comprenant au moins une paire de cylindres de travail
supérieur et inférieur (3, 4) ainsi qu'au moins une paire de cylindres de support
supérieur et inférieur (5, 6), les cylindres de travail (3, 4) et les cylindres de
support (5, 6) étant montés dans une même cage de laminage (2), les cylindres de travail
(3, 4) étant réglables entre eux pour définir une fente de laminage (7) prédéterminée,
caractérisé en ce que les cylindres de travail (3, 4) sont chacun en liaison fonctionnelle avec au moins
un dispositif de flexion, au moins un premier dispositif de flexion étant associé
au cylindre de travail supérieur (4), et au moins un second dispositif de flexion
étant associé au cylindre de travail inférieur (3), le second dispositif de flexion
comprenant des vérins de flexion (14) disposés de manière fixe en position verticale,
et le cylindre de travail supérieur (4) pouvant être ajusté ou accompagné dans son
réglage vertical de la hauteur (8) de la fente de laminage (7) à l'aide du premier
dispositif de flexion, le premier dispositif de flexion comprenant des bras de flexion
(16) coopérant avec des vérins de flexion fixes (15), les cylindres de travail (3,
4) étant de préférence réglables axialement et verticalement, les vérins de flexion
(15) du premier dispositif de flexion étant fixés sur une traverse supérieure (34)
d'un bâti de cylindres (31) ou soutenus sur la traverse supérieure (34) du bâti de
cylindres (2) et traversant des évidements (35) du bâti de cylindres (2).
9. Installation de laminage à chaud selon la revendication 8, caractérisée en ce qu'au moins un des dispositifs de laminage de la ligne de laminage est équipé d'un dispositif
de translation axiale et de flexion des cylindres de travail, avec un profil de bombage,
particulièrement préféré avec une forme de cylindre meulée en S.