[0001] Die Erfindung betrifft das technische Gebiet eines Schutzschaltgerätes für einen
Niederspannungsstromkreis mit einer elektronischen Unterbrechungseinheit und ein Verfahren
für ein Schutzschaltgerät für einen Niederspannungsstromkreis mit einer elektronischen
Unterbrechungseinheit.
[0002] Mit Niederspannung sind Spannungen von bis zu 1000 Volt Wechselspannung oder bis
zu 1500 Volt Gleichspannung gemeint. Mit Niederspannung sind insbesondere Spannungen
gemeint, die größer als die Kleinspannung, mit Werten von 50 Volt Wechselspannung
bzw. 120 Volt Gleichspannung, sind.
[0003] Mit Niederspannungsstromkreis bzw. -netz oder -anlage sind Stromkreise mit Nennströmen
bzw. Bemessungsströmen von bis zu 125 Ampere, spezifischer bis zu 63 Ampere gemeint.
Mit Niederspannungsstromkreis sind insbesondere Stromkreise mit Nennströmen bzw. Bemessungsströmen
von bis zu 50 Ampere, 40 Ampere, 32 Ampere, 25 Ampere, 16 Ampere oder 10 Ampere gemeint.
Mit den genannten Stromwerten sind insbesondere Nenn-, Bemessungs- oder/und Abschalt-Ströme
gemeint, d.h. der Strom der im Normalfall maximal über den Stromkreis geführt wird
bzw. bei denen der elektrische Stromkreis üblicherweise unterbrochen wird, beispielsweise
durch eine Schutzeinrichtung, wie ein Schutzschaltgerät, Leitungsschutzschalter oder
Leistungsschalter. Die Nennströme können sich weiter staffeln, von 0,5 A über 1 A,
2 A, 3 A, 4 A, 5 A, 6 A, 7 A, 8 A, 9 A, 10 A, usw. bis 16 A.
[0004] Leitungsschutzschalter sind seit langem bekannte Überstromschutzeinrichtungen, die
in der Elektroinstallationstechnik in Niederspannungsstromkreisen eingesetzt werden.
Diese schützen Leitungen vor Beschädigung durch Erwärmung infolge zu hohen Stromes
und/oder Kurzschluss. Ein Leitungsschutzschalter kann den Stromkreis bei Überlast
und/oder Kurzschluss selbsttätig abschalten. Ein Leitungsschutzschalter ist ein nicht
selbsttätig zurückstellendes Sicherungselement.
[0005] Leistungsschalter sind, im Gegensatz zu Leitungsschutzschaltern, für Ströme größer
als 125 A vorgesehen, teilweise auch schon ab 63 Ampere. Leitungsschutzschalter sind
deshalb einfacher und filigraner aufgebaut. Leitungsschutzschalter weisen üblicherweise
eine Befestigungsmöglichkeit zur Befestigung auf einer so genannten Hutschiene (Tragschiene,
DIN-Schiene, TH35) auf.
[0006] Leitungsschutzschalter sind elektromechanisch aufgebaut. In einem Gehäuse weisen
sie einen mechanischen Schaltkontakt bzw. Arbeitsstromauslöser zur Unterbrechung (Auslösung)
des elektrischen Stromes auf. Üblicherweise wird ein Bimetall-Schutzelement bzw. Bimetall-Element
zur Auslösung (Unterbrechung) bei länger anhaltenden Überstrom (Überstromschutz) respektive
bei thermischer Überlast (Überlastschutz) eingesetzt. Ein elektromagnetischer Auslöser
mit einer Spule wird zur kurzzeitigen Auslösung bei Überschreiten eines Überstromgrenzwerts
bzw. im Falle eines Kurzschlusses (Kurzschlussschutz) eingesetzt. Eine oder mehrere
Lichtbogenlöschkammer(n) bzw. Einrichtungen zur Lichtbogenlöschung sind vorgesehen.
Ferner Anschlusselemente für Leiter des zu schützenden elektrischen Stromkreises.
[0007] Schutzschaltgeräte mit einer elektronischen Unterbrechungseinheit sind relativ neuartige
Entwicklungen. Diese weisen eine halbleiterbasierte elektronische Unterbrechungseinheit
auf. D.h. der elektrische Stromfluss des Niederspannungsstromkreises wird über Halbleiterbauelemente
respektive Halbleiterschalter geführt, die den elektrischen Stromfluss unterbrechen
bzw. leitfähig geschaltet werden können. Schutzschaltgeräte mit einer elektronischen
Unterbrechungseinheit weisen ferner häufig ein mechanisches Trennkontaktsystem auf,
insbesondere mit Trennereigenschaften gemäß einschlägigem Normen für Niederspannungsstromkreise,
wobei die Kontakte des mechanischen Trennkontaktsystems in Serie zur elektronischen
Unterbrechungseinheit geschaltet sind, d.h. der Strom des zu schützenden Niederspannungsstromkreises
wird sowohl über das mechanische Trennkontaktsystem als auch über die elektronische
Unterbrechungseinheit geführt.
[0008] Die vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf Niederspannungswechselstromkreise,
mit einer Wechselspannung, üblicherweise mit einer zeitabhängigen sinusförmigen Wechselspannung
mit der Frequenz f. Die zeitliche Abhängigkeit des momentanen Spannungswertes u(t)
der Wechselspannung ist durch die Gleichung:

beschrieben. Wobei:
u(t) = momentaner Spannungswert zu der Zeit t
U = Amplitude der Spannung
[0009] Eine harmonische Wechselspannung lässt sich durch die Rotation eines Zeigers darstellen,
dessen Länge der Amplitude (U) der Spannung entspricht. Die Momentanauslenkung ist
dabei die Projektion des Zeigers auf ein Koordinatensystem. Eine Schwingungsperiode
entspricht einer vollen Umdrehung des Zeigers und dessen Vollwinkel beträgt 2π (2Pi)
bzw. 360°. Die Kreisfrequenz ist die Änderungsrate des Phasenwinkels dieses rotierenden
Zeigers. Die Kreisfrequenz einer harmonischen Schwingung beträgt immer das 2π-fache
ihrer Frequenz, d.h.:

(T = Periodendauer der Schwingung)
[0010] Häufig wird die Angabe der Kreisfrequenz (ω) gegenüber der Frequenz (f) bevorzugt,
da sich viele Formeln der Schwingungslehre aufgrund des Auftretens trigonometrischer
Funktionen, deren Periode per Definition 2π ist, mit Hilfe der Kreisfrequenz kompakter
darstellen lassen:

[0011] Im Falle zeitlich nicht konstanter Kreisfrequenzen wird auch der Begriff momentane
Kreisfrequenz verwendet.
[0012] Bei einer sinusförmigen, insbesondere zeitlich konstanten, Wechselspannung entspricht
der zeitabhängige Wert aus der Winkelgeschwindigkeit ω und der Zeit t dem zeitabhängigen
Winkel φ(t), der auch als Phasenwinkel φ(t) bezeichnet wird. D.h. der Phasenwinkel
φ(t) durchläuft periodisch den Bereich 0...2π bzw. 0°...360°. D.h. der Phasenwinkel
nimmt periodisch einen Wert zwischen 0 und 2π bzw. 0° und 360° an (φ = n*(0...2π)
bzw. φ = n*(0°...360°), wegen Periodizität; verkürzt: φ = 0...2π bzw. φ = 0°...360°).
[0013] Mit momentanem Spannungswert u(t) ist folglich der momentane Wert der Spannung zum
Zeitpunkt t, d.h. bei einer sinusförmigen (periodischen) Wechselspannung der Wert
der Spannung zum Phasenwinkel φ gemeint (φ = 0...2π bzw. φ = 0°...360°, der jeweiligen
Periode).
[0014] Die deutsche Gebrauchsmusterschrift
DE 20 2009 014 759 U1 offenbart ein Halbleiterrelais mit integriertem mechanischem Schaltelement zur Lastkreisunterbrechung
(Hybridrelais). Halbleiterrelais (1) mit einem durch einen Steuerstrom oder eine Steuerspannung
über die Steuereingänge (11, 12) betätigbaren und kontaktlos schaltenden Ausgangsleistungsschalter
(4) und mit einem in Reihe zum Ausgangsleistungsschalter (4) geschalteten mechanischem
Schaltelement (2), dadurch gekennzeichnet, dass in das aus einem Gehäuseoberteil (16)
und einem Gehäuseunterteil (17) bestehende und über die Schnappverbindungen (20) formschlüssig
und lösbar verbundene, kompakte Gehäuse das Schaltelement (2) integriert und dessen
Handbetätigungshebel bzw. Schaltstellungsanzeige (3) auf der Oberseite (16a) herausgeführt
ist.
[0015] Die deutsche Offenlegungsschrift
DE 10 2018 213 354 A1 beschreibt ein Schaltgerät und Verfahren. Die Erfindung betrifft ein Schaltgerät
für einen mehrere Leiter aufweisenden Nieder-spannungsstromkreis,
- mit einem Gehäuse, mit am Gehäuse angeordneten Anschlusskontakten zum Anschluss von
Leitern des Niederspannungsstromkreises,
- mit einer im Gehäuse befindlichen mechanischen Einheit mit einer Trennfunktion und
einer AUS- oder EIN-Stellung, die Trennkontakte zur galvanischen Unterbrechung der
Leiter des Niederspannungsstromkreises aufweist. Eine elektronische Einheit ist vorgesehen,
die stromflussseitig in Serie zur mechanischen Einheit geschaltet ist, ein mit der
mechanischen Einheit verbundener Hilfsschalter ist vorgesehen, der wiederum mit der
elektronischen Einheit verbunden ist, der Hilfsschalter und die elektronische Einheit
sind derart ausgestaltet, dass bei einem Öffnungsvorgang der mechanischen Einheit
die elektronische Einheit hochohmig wird.
[0016] In der US-amerikanischen Patentanmeldung
US 2020/0366078 A1 wird ein intelligenter Leistungsschalter beschrieben. Ein Leistungsschalter umfasst
einen elektromechanischen Schalter, einen Stromsensor, einen Spannungssensor und einen
Prozessor. Der elektromechanische Schalter ist in Reihe zwischen einem Leitungseingangsanschluss
und einem Lastausgangsanschluss des Leistungsschalters angeschlossen und so konfiguriert,
dass er in einen geschalteten geschlossenen Zustand oder einen geschalteten offenen
Zustand versetzt werden kann. Der Stromsensor ist so konfiguriert, dass er eine Stromstärke
erfasst, die in einem Pfad zwischen dem Leitungseingangsanschluss und dem Lastausgangsanschluss
fließt, und ein Strommesssignal erzeugt. Der Spannungssensor ist so konfiguriert,
dass er eine Spannungsstärke an einem Punkt auf dem Pfad zwischen dem Leitungseingangsanschluss
und dem Lastausgangsanschluss erfasst, und ein Spannungsmesssignal erzeugt. Der Prozessor
ist so konfiguriert, dass er das Strommesssignal und das Spannungsmesssignal empfängt
und verarbeitet, um Betriebsstatusinformationen des Leistungsschalters zu ermitteln
und Stromverbrauchsinformationen einer an den Lastausgangsanschluss angeschlossenen
Last zu ermitteln.
[0017] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schutzschaltgerät eingangs genannter
Art zu verbessern, insbesondere die Sicherheit eines derartigen Schutzschaltgerätes
zu verbessern bzw. eine höhere Sicherheit im durch das Schutzschaltgerät zu schützenden
elektrischen Niederspannungsstromkreis zu erreichen.
[0018] Diese Aufgabe wird durch ein Schutzschaltgerät mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1, sowie durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 16 gelöst.
[0019] Erfindungsgemäß wird ein Schutzschaltgerät zum Schutz eines elektrischen Niederspannungsstromkreises,
insbesondere Niederspannungswechselstromkreises, vorgeschlagen, aufweisend:
- ein Gehäuse mit mindestens einem netzseitigen Anschluss und einem lastseitigen Anschluss,
- eine mechanische Trennkontakteinheit, die in Serie mit einer elektronischen Unterbrechungseinheit
geschaltet ist, wobei die mechanische Trennkontakteinheit dem lastseitigen Anschluss
und die elektronische Unterbrechungseinheit dem netzseitigen Anschluss zugeordnet
ist,
- dass die mechanische Trennkontakteinheit durch ein Öffnen von Kontakten zur Vermeidung
eines Stromflusses oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- dass die elektronische Unterbrechungseinheit durch halbleiterbasierte Schaltelemente
in einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses
oder einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- einer Stromsensoreinheit, zur Ermittlung der Höhe des Stromes des Niederspannungsstromkreises,
- einer Steuerungseinheit, die mit der Stromsensoreinheit, der mechanischen Trennkontakteinheit
und der elektronischen Unterbrechungseinheit verbunden ist, wobei bei Überschreitung
von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises
initiiert wird.
[0020] Zwischen zwei Leitern des Niederspannungsstromkreises ist erfindungsgemäß eine Messimpedanz
vorgesehen. Die Messimpedanz ist einerseits mit der Verbindung zwischen mechanischer
Trennkontakteinheit und elektronischer Unterbrechungseinheit verbunden. Andererseits
ist die Messimpedanz mit dem anderen Leiter verbunden. Insbesondere mit dem anderen
Leiter am netzseitigen Anschluss.
[0021] Das Schutzschaltgerät ist erfindungsgemäß derart ausgestaltet, dass zur Funktionsprüfung
des Schutzschaltgerätes bei geöffneten Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit
und hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit die elektronische
Unterbrechungseinheit (EU) für eine erste Zeitspanne in einen niederohmigen Zustand
geschaltet wird.
[0022] D.h. die elektronischer Unterbrechungseinheit wird ausgehend vom hochohmigen Zustand
für eine erste Zeitspanne in den niederohmigen Zustand geschaltet und ist anschließend
wieder im hochohmigen Zustand.
[0023] Die erste Zeitspanne kann im Bereich 100 µs bis 1 s liegen. Beispielsweise 100 µs,
200 µs, ..., 1 ms, 2 ms, ..., 10 ms, 11 ms, ..., 20 ms, 21 ms, ..., 100 ms, ..., 200
ms, ... 1s.
[0024] Bei Schaltzeiten im Bereich 1 ms bis 2 ms kann eine Spannungsänderung zur Funktionsprüfung
detektiert werden. Bei Zeitspannen von 20 ms bis 100 ms oder 1 Sekunde, kann (mehrfach)
überprüft werden, ob etwa 0 V Spannung (Momentan- bzw. dann auch Effektivwert der
Spannung) über der elektronischen Unterbrechungseinheit anliegen.
[0025] Dies hat den besonderen Vorteil, dass die elektronische Unterbrechungseinheit hinsichtlich
ihrer "Einschaltbarkeit und eingeschalter Zustand" überprüft werden kann.
[0026] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und im Ausführungsbeispiel
angegeben.
[0027] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Schutzschaltgerät derart
ausgestaltet, dass (für einen Leiter) die Höhe der Spannung über der elektronischen
Unterbrechungseinheit ermittelbar ist.
[0028] Dies hat den besonderen Vorteil, dass speziell die Höhe der Spannung zwischen netzseitigen
Verbindungspunkt und lastseitigen Verbindungspunkt der elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelbar ist bzw. ermittelt wird.
[0029] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird bei der Schaltung(-handlung)
der elektronischen Unterbrechungseinheit für die erste Zeitspanne in den niederohmigen
Zustand die Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt.
Bei Überschreiten eines zweiten Spannungsschwellwertes liegt eine zweite Fehlerbedingung
vor, so dass ein weiteres bzw. nachfolgendes niederohmig werden der elektronischen
Unterbrechungseinheit vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird. (D.h.
bei Unterschreitung des zweiten Spannungsschwellwertes liegt keine Fehlerbedingung
vor.)
[0030] Der erste Spannungsschwellwert sollte bevorzug kleiner als 1 V sein. Der erste Spannungsschwellwert
kann zwischen 0 Volt (bzw. größer 0 Volt) und kleiner (z.B. 10 % Kleiner) als der
Momentanwert der momentan angelegten Wechselspannung sein (speziell bei einer Überwachung
bzw. einem Vergleich von Momentanwerten).
[0031] Dies hat den besonderen Vorteil, dass die elektronische Unterbrechungseinheit genauer
hinsichtlich ihrer "Einschaltbarkeit" bzw. des eingeschalteten Zustandes überprüft
werden kann.
[0032] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Schutzschaltgerät derart
ausgestaltet, dass bei geöffneten Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit die
Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit bei hochohmig geschalteter
elektronischer Unterbrechungseinheit ermittelt wird. Bei Unterschreitung eines ersten
Spannungsschwellwertes liegt eine erste Fehlerbedingung vor, so dass ein (ggfs. erneutes
bzw. erstmaliges) niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit vermieden
wird oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird. (D.h. bei Überschreitung des
ersten Spannungsschwellwertes liegt keine Fehlerbedingung vor.)
[0033] Der erste Spannungsschwellwert könnte ein Effektivwert / Mittelwert / rms-Wert der
Wechselspannung sein. Der erste Spannungsschwellwert könnte ein Momentanwert der Spannung
sein. Der Vergleich kann über Effektivwerte oder über zeitliche Momentanwerte erfolgen.
[0034] Dies dient der Überprüfung der elektronischen Unterbrechungseinheit hinsichtlich
ihrer "Ausschaltbarkeit bzw. des ausgeschalteten Zustandes", d.h. dem hochohmig werden
bzw. hochomig sein der halbleiterbasierten Schaltelemente.
[0035] Der erste Spannungsschwellwert beträgt zum Beispiel vorteilhafter Weise 5-15 % der
Nennspannung oder angelegten Spannung des Niederspannungsstromkreises, beispielsweise
10 %. Dies gilt sowohl für Effektivwerte als auch für Momentanwerte der Wechselspannung,
je nach gewählter Vergleichsart. Beispielsweise kann auch zu bestimmten Zeitpunkten
des Momentanwertes der Wechselspannung gemessen werden. Z.B. zum Zeitpunkt, wo der
Momentanwert der Wechselspannung +300 V oder -300 V beträgt.
[0036] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine einfache Überprüfung hinsichtlich des
Ausschalterverhaltens der elektronischen Unterbrechungseinheit gegeben ist.
[0037] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird bei Vorliegen einer (der
beiden) Fehlerbedingung ein Schließen der Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit
vermieden. Insbesondere wird kein Freigabesignal (enable) an die mechanische Trennkontakteinheit
abgegeben. D.h. ein Schließen der Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit durch
eine Handhabe ist nicht möglich.
[0038] Ferner kann ein niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit vermieden
werden.
[0039] Es können noch weitere Fehlerbedingungen existieren.
[0040] Dies hat den besonderen Vorteil, dass nur ein funktionsfähiges Schutzschaltgerät
mit einer funktionsfähigen elektronischen Unterbrechungseinheit einschaltbar ist.
Somit wird die Betriebssicherheit im Niederspannungsstromkreis erhöht. Somit ist sichergestellt,
dass die Einschaltbarkeit und die Ausschaltbarkeit der elektronischen Unterbrechungseinheit
funktioniert.
[0041] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann das Schutzschaltgerät ferner
derart ausgestaltet sein, dass weitere Verfeinerungen vorgesehen sind:
- ein Gehäuse mit einem netzseitigen Neutralleiteranschluss, einem netzseitigen Phasenleiteranschluss,
einem lastseitigen Neutralleiteranschluss, einem lastseitigen Phasenleiteranschluss
des Niederspannungsstromkreises,
- eine, insbesondere zweipolige (speziell bei einem einphasigen Stromkreis), mechanische
Trennkontakteinheit mit lastseitigen Anschlusspunkten und netzseitigen Anschlusspunkten,
wobei die lastseitigen Anschlusspunkte mit den lastseitigen Neutral- und Phasenleiteranschlüssen
verbunden sind, so dass ein Öffnen von Kontakten zur Vermeidung eines Stromflusses
oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- eine, insbesondere einpolige, elektronische Unterbrechungseinheit,
mit einem netzseitigen Verbindungspunkt, der mit dem netzseitigen Phasenleiteranschluss
in elektrischer Verbindung steht, und
einem lastseitigen Verbindungspunkt, der mit einem netzseitigen Anschlusspunkt der
mechanischen Trennkontakteinheit verbunden ist,
wobei die elektronische Unterbrechungseinheit durch halbleiterbasierte Schaltelemente
einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses oder
einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
aufweist,
- eine Stromsensoreinheit, zur Ermittlung der Höhe des Stromes des Niederspannungsstromkreises,
- einer Steuerungseinheit, die mit der Stromsensoreinheit, der mechanischen Trennkontakteinheit
und der elektronischen Unterbrechungseinheit verbunden ist, wobei bei Überschreitung
von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises
initiiert wird.
[0042] Erfindungsgemäß ist die Höhe der Spannung zwischen netzseitigen Verbindungspunkt
und lastseitigen Verbindungspunkt der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelbar
bzw. wird ermittelt.
[0043] Hierzu kann mindestens eine, mit der Steuerungseinheit verbundene, Spannungssensoreinheit
vorgesehen sein. Bei mehreren Spannungssensoreinheiten sind diese mit der Steuerungseinheit
verbunden.
[0044] Mit der Ermittlung der Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit
kann erfindungsgemäß die Funktionsfähigkeit der elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelt werden. Erfindungsgemäß wird somit eine erhöhte Betriebssicherheit eines
Schutzschaltgerätes erzielt. Ferner wird eine neue Architektur bzw. konstruktive Ausgestaltung
eines Schutzschaltgerätes vorgeschlagen.
[0045] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine mit der Steuerungseinheit
verbundene erste Spannungssensoreinheit vorgesehen ist, die die Höhe einer/der ersten
Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit, insbesondere zwischen netzseitigen
Verbindungspunkt und lastseitigen Verbindungspunkt der elektronischen Unterbrechungseinheit,
ermittelt.
[0046] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine einfache Lösung mit nur einer Spannungssensoreinheit
gegeben ist.
[0047] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist alternativ eine mit der Steuerungseinheit
verbundene zweite Spannungssensoreinheit vorgesehen, die die Höhe einer zweiten Spannung
zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss und netzseitigen Phasenleiteranschluss
ermittelt. Weiterhin ist eine mit der Steuerungseinheit verbundene dritte Spannungssensoreinheit
vorgesehen, die die Höhe einer dritten Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss
und lastseitigen Verbindungspunkt der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt.
Das Schutzschaltgerät ist derart ausgestaltet, dass aus der Differenz zwischen zweiter
und dritter Spannung die Höhe einer/der ersten Spannung zwischen netzseitigen Verbindungspunkt
und lastseitigen Verbindungspunkt der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt
wird.
[0048] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine weitere Lösung, basierend auf klassischen
Spannungsmessungen gegeben ist. Zudem wird eine weiterreichende Prüfung des Schutzschaltgerätes
ermöglicht.
[0049] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Stromsensoreinheit stromkreisseitig
zwischen netzseitigen Phasenleiteranschluss und lastseitigen Phasenleiteranschluss
vorgesehen.
[0050] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine kompakte Zweiteilung des Gerätes gegeben
ist, mit einer elektronischen Unterbrechungseinheit im Phasenleiter nebst Stromsensoreinheit
einerseits und einem durchgehenden Neutralleiter andererseits. Ferner wird mit einer
Stromsensoreinheit im Phasenleiter eine weitergehende Überwachung bezüglich Ströme
sowohl im Stromkreis selbst als auch bei Erdfehlerströmen erreicht.
[0051] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist insbesondere zwischen den
netzseitigen Anschlusspunkten der mechanischen Trennkontakteinheit eine Messimpedanz
geschaltet. Insbesondere ist die Messimpedanz ein elektrischer Widerstand oder/und
Kondensator, d.h. ein einzelnes Element oder eine Serien- bzw. Parallelschaltung zweier
Elemente.
[0052] Speziell sollte die Messimpedanz einen hohen Widerstandswert bzw. Impedanzwert haben,
um vorteilhaft die Verluste gering zu halten. Insbesondere sollten Widerstandswerte
von größer 100 KOhm, besser 1 MOhm, 2 MOhm, 3 MOhm, 4 MOhm oder 5 MOhm vorgesehen
sein, spezieller von größer 5 MOhm. In einem 230 Volt Niederspannungsstromkreis führt
der Einsatz eines Messwiderstandes von z.B. 1 MOhm zu etwa 50 mW Verlusten.
[0053] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine bessere Überprüfung der Funktionsfähigkeit
der elektronischen Unterbrechungseinheit gegeben ist, insbesondere bei geöffneten
Trennkontakten, speziell bei der erfindungsgemäßen Architektur des Schutzschalters.
[0054] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Niederspannungsstromkreis
ein Dreiphasenwechselstromkreis. Das Schutzschaltgerät weist mehrere bzw. weitere
netzseitige und lastseitige Phasenleiteranschlüsse auf, um die Phasen des elektrischen
Stromkreises zu schützen. Zwischen jedem der netzseitigen und lastseitigen Phasenleiteranschlüsse
ist jeweils eine elektronische Unterbrechungseinheit mit einer erfindungsgemäßen Spannungsermittlung,
insbesondere ersten Spannungssensoreinheiten vorgesehen. Zwischen jedem der netzseitigen
und lastseitigen Phasenleiteranschlüsse ist zudem ein Kontakt der mechanischen Trennkontakteinheit
vorgesehen. Dies hat den besonderen Vorteil, dass ein Schutz für Dreiphasenwechselstromkreis
ermöglicht wird.
[0055] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Schutzschaltgerät derart
ausgestaltet, dass die Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit durch die Steuerungseinheit
geöffnet, aber nicht geschlossen werden können.
[0056] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine erhöhte Betriebssicherheit erreicht wird,
da die Kontakte versehentlich durch die Steuerungseinheit nicht geschlossen werden
können.
[0057] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die mechanische Trennkontakteinheit
durch eine mechanische Handhabe bedienbar, um ein Öffnen von Kontakten oder ein Schließen
der Kontakte zu schalten.
[0058] Dies hat den besonderen Vorteil, dass die Funktionalität eines klassischen Leitungsschutzschalters
gegeben ist.
[0059] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die mechanische Trennkontakteinheit
derart ausgestaltet, dass ein Schließen der Kontakte durch die mechanische Handhabe
erst nach einer Freigabe (enable), insbesondere einem Freigabesignal, möglich ist.
[0060] Dies hat den besonderen Vorteil, dass ein erhöhter Schutz und eine erhöhte Betriebssicherheit
gegeben ist da ein Einschalten eines defekten Schutzschalters vermieden wird.
[0061] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Energieversorgung, insbesondere
für die Steuerungseinheit, vorgesehen, die mit dem netzseitigen Neutralleiteranschluss
und dem netzseitigen Phasenleiteranschluss verbunden ist. Speziell ist in der Verbindung
zum netzseitigen Neutralleiteranschluss eine Sicherung, insbesondere Schmelzsicherung,
vorgesehen. Vorteilhaft kann speziell die Messimpedanz über die Sicherung mit dem
netzseitigen Neutralleiteranschluss verbunden sein.
[0062] Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine kompakte elektronische Baugruppe ermöglicht
wird. Ferner gibt es im Schutzschaltgerät nur eine Querverbindung zwischen Phasenleiter
und Neutralleiter. Ein Fehler im Schutzschaltgerät, der einen Kurzschluss zwischen
Phasenleiter und Neutralleiter verursacht, kann so leicht geschützt, gesichert bzw.
gefunden werden.
[0063] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist bei geschlossenen Kontakten
der mechanischen Trennkontakteinheit und niederohmiger Unterbrechungseinheit und
- bei einem ermittelten Strom, der einen ersten Stromwert überschreitet, insbesondere
dass der erste Stromwert für eine erste Zeitgrenze überschritten wird, die elektronische
Unterbrechungseinheit hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit geschlossen
bleibt,
- bei einem ermittelten Strom, der einen (höheren) zweiten Stromwert, insbesondere für
eine zweite Zeitgrenze, überschreitet, die elektronische Unterbrechungseinheit hochohmig
wird und die mechanische Trennkontakteinheit geöffnet wird,
- bei einem ermittelten Strom, der einen (noch höheren) dritten Stromwert überschreitet,
die elektronische Unterbrechungseinheit hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit
geöffnet wird.
[0064] Dies hat den besonderen Vorteil, dass ein abgestuftes Abschaltkonzept bei erhöhten
Strömen für ein erfindungsgemäßes Schutzschaltgerät vorliegt.
[0065] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Steuerungseinheit einen
Mikrocontroller auf.
[0066] Dies hat den besonderen Vorteil, dass die erfindungsgemäßen Funktionen zur Erhöhung
der Sicherheit eines Schutzschaltgerätes bzw. des zu schützenden elektrischen Niederspannungsstromkreis
durch ein (anpassbares) Computerprogrammprodukt realisiert werden können. Ferner können
Änderungen und Verbesserungen der Funktion dadurch individuell auf ein Schutzschaltgerät
geladen werden.
[0067] Erfindungsgemäß wird ein korrespondierendes Verfahren für ein Schutzschaltgerät für
einen Niederspannungsstromkreis mit elektronischen (halbleiterbasierten) Schaltelementen
mit den gleichen und weiteren Vorteilen beansprucht.
[0068] Das Verfahren für ein Schutzschaltgerät zum Schutz eines elektrischen Niederspannungsstromkreis
mit:
- einem Gehäuse mit mindestens einem netzseitigen Anschluss und einem lastseitigen Anschluss,
- einer mechanische Trennkontakteinheit, die in Serie mit einer elektronischen Unterbrechungseinheit
geschaltet ist, wobei die mechanische Trennkontakteinheit dem lastseitigen Anschluss
und die elektronische Unterbrechungseinheit dem netzseitigen Anschluss zugeordnet
ist,
- dass die mechanische Trennkontakteinheit durch ein Öffnen von Kontakten zur Vermeidung
eines Stromflusses oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- dass die elektronische Unterbrechungseinheit durch halbleiterbasierte Schaltelemente
in einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses
oder einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- dass die Höhe des Stromes im Niederspannungsstromkreis, insbesondere zwischen netzseitigen
Phasenleiteranschluss und lastseitigen Phasenleiteranschluss, ermittelt wird,
dass bei Überschreitung von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung
eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises initiiert wird,
- dass zwischen zwei Leitern des Niederspannungsstromkreises eine Messimpedanz vorgesehen
ist, wobei die Messimpedanz einerseits mit der Verbindung zwischen mechanischer Trennkontakteinheit
und elektronischer Unterbrechungseinheit verbunden ist.
[0069] Zur Funktionsprüfung des Schutzschaltgerätes wird bei geöffneten Kontakten der mechanischen
Trennkontakteinheit und hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit
die elektronische Unterbrechungseinheit für eine erste Zeitspanne in einen niederohmigen
Zustand geschaltet.
[0070] Mit der Polarität des angelegten Momentanwertes der Wechselspannung, d.h. dem Messzeitpunkt,
kann ermittelt werden, ob ein erstes halbleiterbasiertes Schaltelement (für eine erste
Spannungspolarität) oder ein zweites halbleiterbasiertes Schaltelement (für eine zweite
Spannungspolarität) geprüft wird.
[0071] Bei der Schaltung der elektronischen Unterbrechungseinheit für die erste Zeitspanne
in den niederohmigen Zustand wird die Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelt. Bei Überschreiten eines/des zweiten Spannungsschwellwertes liegt eine zweite
Fehlerbedingung vor, so dass ein weiteres niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit
vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
[0072] Bei geöffneten Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit und hochohmig geschalteter
elektronischer Unterbrechungseinheit (EU) kann ferner die Höhe der Spannung über der
elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt werden. Bei Unterschreitung eines/des
ersten Spannungsschwellwertes liegt eine erste Fehlerbedingung vor, so dass ein niederohmig
werden der elektronischen Unterbrechungseinheit vermieden oder/und Schließen der Kontakte
vermieden wird.
[0073] Erfindungsgemäß wird ein korrespondierendes Computerprogrammprodukt beansprucht.
Das Computerprogrammprodukt umfass Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
einen Mikrocontroller diesen veranlassen die Sicherheit eines derartigen Schutzschaltgerätes
zu verbessern bzw. eine höhere Sicherheit im durch das Schutzschaltgerät zu schützenden
elektrischen Niederspannungsstromkreis zu erreichen.
[0074] Der Mikrocontroller ist Teil des Schutzschaltgerätes, insbesondere der Steuerungseinheit.
[0075] Erfindungsgemäß wird ein korrespondierendes computerlesbares Speichermedium, auf
dem das Computerprogrammprodukt gespeichert ist, beansprucht.
[0076] Erfindungsgemäß wird ein korrespondierendes Datenträgersignal, das das Computerprogrammprodukt
überträgt, beansprucht.
[0077] Alle Ausgestaltungen, sowohl in abhängiger Form rückbezogen auf den Patentanspruch
1 bzw. 16, als auch rückbezogen lediglich auf einzelne Merkmale oder Merkmalskombinationen
von Patentansprüchen, insbesondere auch ein Rückbezug der anhängigen Anordnungsansprüche
auf den unabhängigen Verfahrensanspruch und vice versa, bewirken eine Verbesserung
eines Schutzschaltgerätes, insbesondere eine Verbesserung der Sicherheit eines Schutzschaltgerätes
bzw. des elektrischen Stromkreises, und stellen ein neues Konzept für ein Schutzschaltgerät
bereit.
[0078] Die beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die
Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert werden.
[0079] Dabei zeigt die Zeichnung:
Figur 1 eine erste Darstellung eines Schutzschaltgerätes,
Figur 2 eine zweite Darstellung eines Schutzschaltgerätes,
Figur 3 eine dritte Darstellung eines Schutzschaltgerätes mit ersten Spannungsverläufen,
Figur 4 eine vierte Darstellung eines Schutzschaltgerätes mit zweiten Spannungsverläufen,
Figur 5 eine fünfte Darstellung eines Schutzschaltgerätes.
[0080] Figur 1 zeigt eine Darstellung eines Schutzschaltgerätes SG zum Schutz eines elektrischen
Niederspannungsstromkreises, insbesondere Niederspannungswechselstromkreis, mit einem
Gehäuse GEH, aufweisend:
- einen netzseitigen Neutralleiteranschluss NG, einem netzseitigen Phasenleiteranschluss
LG, einem lastseitigen Neutralleiteranschluss NL, einem lastseitigen Phasenleiteranschluss
LL des Niederspannungsstromkreises;
an der Netzseite GRID ist üblicherweise eine Energiequelle angeschlossen,
an der Lastseite LOAD ist üblicherweise ein Verbraucher angeschlossen;
- eine (zweipolige) mechanische Trennkontakteinheit MK mit lastseitigen Anschlusspunkten
APLL, APNL und netzseitigen Anschlusspunkten APLG, APNG,
wobei für den Neutralleiter ein lastseitiger Anschlusspunkt APNL, für den Phasenleiter
ein lastseitiger Anschlusspunkt APLL, für den Neutralleiter ein netzseitiger Anschlusspunkt
APNG, für den Phasenleiter ein netzseitiger Anschlusspunkt APLG vorgesehen ist. Die
lastseitigen Anschlusspunkte APNL, APLL sind mit den lastseitigen Neutral- und Phasenleiteranschlüssen
NL, LL verbunden, so dass ein Öffnen von Kontakten KKN, KKL zur Vermeidung eines Stromflusses
oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- eine, insbesondere einpolige, elektronische Unterbrechungseinheit EU, (die bei einpoliger
Ausführung insbesondere im Phasenleiter angeordnet ist,)
mit einem netzseitigen Verbindungspunkt EUG, der mit dem netzseitigen Phasenleiteranschluss
LG in elektrischer Verbindung steht, und
einem lastseitigen Verbindungspunkt EUL, der mit dem netzseitigen Anschlusspunkt APLG
der mechanischen Trennkontakteinheit MK in elektrischer Verbindung steht bzw. verbunden
ist, wobei die elektronische Unterbrechungseinheit durch halbleiterbasierte Schaltelemente
einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses oder
einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
aufweist bzw. schaltbar ist,
- eine Stromsensoreinheit SI, zur Ermittlung der Höhe des Stromes des Niederspannungsstromkreises,
die insbesondere im Phasenleiter angeordnet ist,
- einer Steuerungseinheit SE, die mit der Stromsensoreinheit SI, der mechanischen Trennkontakteinheit
MK und der elektronischen Unterbrechungseinheit EU verbunden ist, wobei bei Überschreitung
von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises
initiiert wird.
[0081] Erfindungsgemäß ist das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet, dass die Höhe der
Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelbar ist. D.h. die Höhe
einer ersten Spannung zwischen netzseitigen Verbindungspunkt EUG und lastseitigen
Verbindungspunkt EUL der elektronischen Unterbrechungseinheit EU ist ermittelbar bzw.
wird ermittelt.
[0082] Hierzu ist im Beispiel gemäß Figur 1 eine mit der Steuerungseinheit SE verbundene
erste Spannungssensoreinheit SU1 vorgesehen, die die Höhe der Spannung zwischen netzseitigen
Verbindungspunkt EUG und lastseitigen Verbindungspunkt EUL der elektronischen Unterbrechungseinheit
EU ermittelt.
[0083] Bei der Spannungsmessung durch die erste Spannungssensoreinheit SU1 kann alternativ
auch die Spannung über der Serienschaltung von elektronischer Unterbrechungseinheit
EU und Stromsensor SI ermittelt werden, wie in Figur 1 dargestellt. Die Stromsensoreinheit
SI weist einen sehr geringen Innenwiderstand auf, so dass die Ermittlung der Höhe
der Spannung nicht oder vernachlässigbar beeinträchtigt wird.
[0084] Erfindungsgemäß ist ferner zwischen den netzseitigen Anschlusspunkten APLG, APNG
der mechanischen Trennkontakteinheit MK eine Messimpedanz ZM geschaltet. Die Messimpedanz
ZM kann beispielsweise ein elektrischer Widerstand oder/und Kondensator sein. Die
Messimpedanz kann ferner eine Induktivität sein. Insbesondere kann die Messimpedanz
eine Serienschaltung oder Parallelschaltung eines Widerstandes oder/und Kondensator
oder/und Induktivität sein.
[0085] Vorteilhafterweise kann eine zweite Spannungssensoreinheit SU2 vorgesehen ist, die
die Höhe der Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss NG und netzseitigen
Phasenleiteranschluss LG ermittelt.
[0086] Die erste Spannungssensoreinheit kann auch ersetzt werden, in dem zwei Spannungsmessungen
(vor der elektronischen Unterbrechungseinheit und nach der elektronischen Unterbrechungseinheit)
verwendet werden. Durch eine Differenzbildung wird die Spannung über der elektronischen
Unterbrechungseinheit ermittelt.
[0087] So kann eine/die mit der Steuerungseinheit SE verbundene zweite Spannungssensoreinheit
SU2 vorgesehen sein, die die Höhe einer zweiten Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss
(NG) und netzseitigen Phasenleiteranschluss (LG) ermittelt. Ferner kann eine mit der
Steuerungseinheit verbundene (nicht dargestellte) dritte Spannungssensoreinheit SU3
vorgesehen sein, die die Höhe einer dritten Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss
NG und lastseitigen Verbindungspunkt EUL der elektronischen Unterbrechungseinheit
EU ermittelt. Das Schutzschaltgerät ist derart ausgestaltet, dass aus der Differenz
zwischen zweiter und dritter Spannung die Höhe einer/der ersten Spannung zwischen
netzseitigen Verbindungspunkt EUG und lastseitigen Verbindungspunkt EUL der elektronischen
Unterbrechungseinheit EU ermittelt wird.
[0088] Im Beispiel gemäß Figur 1 ist die elektronische Unterbrechungseinheit EU einpolig
ausgeführt, im Beispiel im Phasenleiter. Hierbei ist der netzseitige Anschlusspunkt
APNG für den Neutralleiter der mechanischen Trennkontakteinheit MK mit den netzseitigen
Neutralleiteranschluss NG des Gehäuses GEH verbunden.
[0089] Das Schutzschaltgerät SG ist vorteilhaft derart ausgestaltet, dass die Kontakte der
mechanischen Trennkontakteinheit MK durch die Steuerungseinheit SE geöffnet, aber
nicht geschlossen werden können, was durch einen Pfeil von der Steuerungseinheit SE
zur mechanischen Trennkontakte Einheit MK angedeutet ist.
[0090] Die mechanische Trennkontakteinheit MK ist durch eine mechanische Handhabe HH am
Schutzschaltgerät SG bedienbar, um ein manuelles (händisches) Öffnen oder ein Schließen
der Kontakte KKL, KKN zu schalten. Die mechanische Handhabe HH zeigt den Schaltzustand
(Offen oder Geschlossen) der Kontakte der mechanischen Trennkontakte Einheit MK an.
[0091] Des Weiteren kann die Kontaktstellung (bzw. die Position der Handhabe, geschlossen
bzw. geöffnet) an die Steuerungseinheit SE übermittelbar sein. Die Kontaktstellung
(bzw. die Position der Handhabe) kann z.B. mittels eines Sensors ermittelt werden.
[0092] Die mechanische Trennkontakteinheit MK ist vorteilhaft derart ausgestaltet, dass
ein (manuelles) Schließen der Kontakte durch die mechanische Handhabe erst nach einer
Freigabe (enable), insbesondere einem Freigabesignal, möglich ist.
[0093] Dies ist ebenfalls durch den Pfeil von der Steuerungseinheit SE zur mechanischen
Trennkontakte Einheit MK angedeutet. D. h., die Kontakte KKL, KKN der mechanischen
Trennkontakteinheit MK können durch die Handhabe HH erst bei Vorliegen der Freigabe
bzw. des Freigabesignals (von der Steuerungseinheit) geschlossen werden. Ohne die
Freigabe bzw. das Freigabesignal kann die Handhabe HH zwar betätigt, die Kontakte
aber nicht geschlossen werden ("Dauerrutscher").
[0094] Das Schutzschaltgerät SG weist eine Energieversorgung NT, beispielsweise ein Netzteil,
auf. Insbesondere ist die Energieversorgung NT für die Steuerungseinheit SE vorgesehen,
was durch eine Verbindung zwischen Energieversorgung NT und Steuerungseinheit SE in
Figur 1 angedeutet ist. Die Energieversorgung NT ist (andererseits) mit dem netzseitigen
Neutralleiteranschluss NG und dem netzseitigen Phasenleiteranschluss LG verbunden.
In die Verbindung zum netzseitigen Neutralleiteranschluss NG (oder/und Phasenleiteranschluss
LG) kann vorteilhaft eine Sicherung SS, insbesondere Schmelzsicherung, vorgesehen
sein.
[0095] Alternativ kann die Messimpedanz ZM über die Sicherung SS mit dem netzseitigen Neutralleiteranschluss
NG verbunden sein. Damit kann vorteilhaft eine dreipolige Elektronikeinheit EE (Fig
5) realisiert werden, beispielsweise als Modul, die drei Anschlusspunkte aufweist,
einen Neutralleiteranschlusspunkt und zwei Phasenleiteranschlusspunkte. Die Elektronikeinheit
EE weist beispielsweise die elektronische Unterbrechungseinheit EU, die Steuerungseinheit
SE, die Energieversorgung NT (insbesondere inklusive Sicherung SS), die Stromsensoreinheit
SI, die erste Spannungssensoreinheit SU1 und optional die zweite Spannungssensoreinheit
SU2 auf.
[0096] Der Niederspannungsstromkreis kann ein Dreiphasenwechselstromkreis sein, mit einem
Neutralleiter und drei Phasenleitern. Das Schutzschaltgerät kann hierfür als dreiphasige
Variante ausgestaltet sein und beispielsweise weitere netzseitige und lastseitige
Phasenleiteranschlüsse aufweisen. Zwischen den weiteren netzseitigen und lastseitigen
Phasenleiteranschlüssen sind in analoger Weise jeweils erfindungsgemäße elektronische
Unterbrechungseinheiten und Spannungsermittlungen (z.B. durch erste Spannungssensoreinheiten)
vorgesehen. Ebenso Kontakte der mechanischen Trennkontakte Einheit.
[0097] Die Meßimpedanz ZM sollte einen sehr hohen Wert (Widerstands- oder Impedanzwert)
haben, um die Verluste gering zu halten. Beispielsweise bei einem Widerstand einem
Wert von z.B. 1 MOhm. Ein Wert von 1 MOhm führt zu Verlusten von etwa 50 mW in einem
230 V Niederspannungsstromkreis.
[0098] Die Meßimpedanz sollte vorteilhaft größer als 100 KOhm sein.
[0099] Mit hochohmig ist ein Zustand gemeint, bei dem nur noch ein Strom vernachlässigbarer
Größe fließt. Insbesondere sind mit hochohmig Widerstandswerte von größer als 1 Kiloohm,
besser größer als 10 Kiloohm, 100 Kiloohm, 1 Megaohm, 10 Megaohm, 100 Megaohm, 1 Gigaohm
oder größer gemeint.
[0100] Mit niederohmig ist ein Zustand gemeint, bei dem der auf dem Schutzschaltgerät angegebene
Stromwert fließen könnte. Insbesondere sind mit niederohmig Widerstandswerte gemeint,
die kleiner als 10 Ohm, besser kleiner als 1 Ohm, 100 Milliohm, 10 Milliohm, 1 Milliohm
oder kleiner sind.
[0101] Figur 2 zeigt eine Abbildung gemäß Figur 1, mit dem Unterschied, dass an der Netzseite
GRID eine Energiequelle EQ mit einer Nennspannung U
N des Niederspannungsstromkreises angeschlossen ist. Ferner an der Lastseite LOAD ein
Verbraucher bzw. Energiesenke ES angeschlossen ist.
[0102] Weiterhin ist bei der Verbindung von Steuerungseinheit SE zur mechanischen Trennkontakte
Einheit MK ein Freigabesignal enable eingezeichnet.
[0103] Die mechanische Trennkontakteinheit MK ist in einem geöffneten Zustand OFF dargestellt,
d. h. mit geöffneten Kontakten KKN, KKL zur Vermeidung eines Stromflusses.
[0104] Das Schutzschaltgerät SG arbeitet beispielsweise prinzipiell derart, dass bei geschlossenen
Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit und niederohmiger Unterbrechungseinheit
und
- bei einem ermittelten Strom, der einen ersten Stromwert überschreitet, insbesondere
dass der erste Stromwert für eine erste Zeitgrenze überschritten wird, die elektronische
Unterbrechungseinheit EU hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit MK
geschlossen bleibt,
- bei einem ermittelten Strom, der einen höheren zweiten Stromwert, insbesondere für
eine zweite Zeitgrenze, überschreitet, die elektronische Unterbrechungseinheit EU
hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit MK geöffnet wird,
- bei einem ermittelten Strom, der einen noch höheren dritten Stromwert überschreitet,
die elektronische Unterbrechungseinheit hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit
MK geöffnet wird.
[0105] Figur 3 zeigt eine Darstellung gemäß Figur 2, mit verschiedenen Unterschieden. Die
Spannungen am und im Schutzschaltgerät sind näher dargestellt:
- die Nennspannung UN der Energiequelle EQ des Niederspannungsstromkreises,
- die zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss NG und netzseitigen Phasenleiteranschluss
LG anliegende Netzspannung ULN,
- die im Schutzschaltgerät durch die zweite Spannungssensoreinheit SU2 gemessene zweite
Spannung U2 bzw. UN,GND,
- die mit der ersten Spannungssensor Einheit SU1 über der elektronischen Unterbrechungseinheit
EU gemessene erste Spannung U1 bzw. USW.
[0106] In dieser Variante gemäß Figur 3 wird die erste Spannung U1 (bzw. U
SW) direkt über der elektronischen Unterbrechungseinheit gemessen (d.h. ohne Stromsensoreinheit
SI). Die zweite Spannung U2 (bzw. U
N,GND) entspricht der Netzspannung U
LN abzüglich des (minimalen) Spannungsabfalls über der Stromsensoreinheit SI sowie den
ohmschen Verlusten.
[0107] Weiter ist ein Detail der elektronischen Unterbrechungseinheit EU dargestellt, wobei
die (einpolige) elektronische Unterbrechungseinheit EU halbleiterbasierte Schaltelemente
T1, T2 aufweist. Im Beispiel gemäß Figur 3 sind zwei in Serie geschaltete halbleiterbasierte
Schaltelemente T1, T2 vorgesehen. Vorteilhaft ist über der Serienschaltung der beiden
halbleiterbasierten Schaltelementen T1, T2 eine Überspannungsschutzeinrichtung TVS
vorgesehen.
[0108] In der Ausgestaltung gemäß Figur 3 sind zwei unidirektionale elektronische Schaltelemente
(antiseriell) in Serie geschaltet. Das erste unidirektionale Schaltelement ist hierbei
in einer ersten Stromrichtung schaltbar angeordnet und das zweite unidirektionale
Schaltelement in der entgegengesetzten Stromrichtung schaltbar angeordnet, wobei die
unidirektionalen Schaltelemente entgegen ihrer Stromschaltrichtung (direkt oder indirekt,
z.B. durch interne oder extern parallel geschaltete Dioden) leitend sind. Insbesondere
ist das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet, dass das erste und das zweite Schaltelement
unabhängig voneinander schaltbar sind.
[0109] Im Folgenden wird folgende Situation betrachtet:
- Es liegt Nennspannung bzw. Netzspannung (z.B. 230 V AC) am netzseitigen Anschluss
LG, NG bzw. Netzseite GRID bzw. Netzanschluss des Schutzschaltgerätes an,
- Es ist ein Verbraucher bzw. Energiesenke ES bzw. Last an der Lastseite LOAD des Schutzschaltgerätes
angeschlossen,
[0110] Im ersten Schritt soll die Überprüfung im AUS-Zustand des elektronischen Schutzgerätes
betrachtet werden.
[0111] Dazu ist:
- Der mechanische Trennkontakteinheit ist geöffnet (Kontakte offen)
- Die elektronische Unterbrechungseinheit ist ausgeschaltet (halbleiterbasierte Schaltelemente
hochohmig)
- Die Steuerungseinheit (inkl. Controller-Einheit) ist aktiv
[0112] Das elektrische Potential zwischen der elektronischen Unterbrechungseinheit und der
mechanischen Trennkontakteinheit ist durch die Meßimpedanz ZM und der Impedanz der
elektronischen Unterbrechungseinheit im ausgeschalteten Zustand definiert (Spannungsteiler).
[0113] Die Steuerungseinheit kann nun zu einem beliebigen Zeitpunkt (und somit zu einer
bestimmten Spannungsaufteilung (je nach Momentanwert der Spannung, Halbwelle der Spannung)
die halbleiterbasierten Schaltelemente (welcher der beiden Halbleiter ist aktiv?)
einschalten. Unter Berücksichtigung der Polarität der Wechselspannung respektive AC-Spannung
können hiermit die Schaltelemente der elektronischen Unterbrechungseinheit EU getestet
werden.
[0114] Die elektronische Unterbrechungseinheit EU (respektive der elektronische Schalter)
wird somit für z.B. eine sehr kurze Zeit (im Millisekunden-Bereich) eingeschaltet.
Ist die elektronische Unterbrechungseinheit funktionsfähig, kann dies durch die (gleichzeitige)
Spannungsmessung (z.B. erste Spannungssensoreinheit, zweite Spannungssensoreinheit)
und (anschließende) Auswertung festgestellt werden. Z.B. kann bei einem defekten halbleiterbasierten
Schaltelement festgestellt werden, ob er stets eingeschaltet bleibt (Fehlerbild: "durchlegiert")
oder stets ausgeschaltet bleibt (Fehlerbild: "durchgebrannt").
[0115] Somit sind zwei typische und häufige Fehlerbilder abgedeckt. Ist die Überprüfung
fehlerfrei, kann eine (erste) Freigabebedingung zum Einschalten des Schutzschaltgerätes,
speziell der elektronischen Unterbrechungseinheit bzw. der mechanischen Trennkontakteinheit,
vorliegen.
[0116] Ist die Überprüfung nicht fehlerfrei, wird keine Freigabe zum Einschalten des Schutzschaltgerätes
erfolgen, es lieget eine Fehlerbedingung vor, sodass der Abgang bzw. Verbraucher /
Load nicht eingeschaltet werden kann und somit ein gefährlicher Zustand verhindert
wird.
[0117] Das Schutzschaltgerät ist derart ausgestaltet, dass bei geöffneten Kontakten der
mechanischen Trennkontakteinheit MK und hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit
EU die Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit, d.h. die erste
Spannung U1, ermittelt wird. Bei Unterschreitung eines ersten Spannungsschwellwertes
liegt eine erste Fehlerbedingung vor, so dass ein niederohmig werden der elektronischen
Unterbrechungseinheit vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird. Bezüglich
der mechanischen Trennkontakteinheit MK wird beispielsweise ein Freigabesignal enable
von der Steuerungseinheit SE zur mechanischen Trennkontakteinheit MK nicht abgegeben.
[0118] Auf der rechten Seite der Figur 3 sind drei dazu korrespondierende Spannungsverläufe
über der Zeit dargestellt. Auf der vertikalen y-Achse ist die Höhe der Spannung in
Volt und auf der horizontalen x-Achse die Zeit in Millisekunden (ms) aufgetragen.
Es ist jeweils der Verlauf der Höhe der ersten Spannung U1 und der Höhe der zweiten
Spannung U2 über der Zeit dargestellt.
[0119] In der ersten oberen Grafik NORM sind die Spannungsverläufe für einen fehlerfreien
Zustand der elektronischen Unterbrechungseinheit EU dargestellt. Die Differenz der
Amplitude zwischen erster Spannung U1 und zweiter Spannung U2 ist in diesem Fall durch
den Spannungsabfall über der Messeimpedanz ZM bedingt. Der erste Spannungsschwellwert
sollte sich an der Größe der Meßimpedanz orientieren. Der erste Spannungsschwellwert
sollte beispielsweise etwas kleiner sein, als die Nennspannung abzüglich des Spannungsabfalls
über der Messimpedanz. Ist die erste Spannung U1 größer als der erste Spannungsschwellwert,
liegt eine fehlerfreie elektronische Unterbrechungseinheit EU vor. Die Auswertung
kann basierend auf den Momentanwerten der Spannung als auch auf den Effektivwerten
der Spannung erfolgen. Ist die erste Spannung U1 größer als der erste Spannungsschwellwert
liegt folglich eine erste Freigabebedingung vor, in deren Folge die elektronische
Unterbrechungseinheit niederohmig werden darf oder/und ein Schließen der Kontakte
der mechanischen Trennkontakte Einheit ermöglicht wird. Dies ist in Figur 3 durch
einen Pfeil, mit der Bezeichnung enable, von der Steuerungseinheit SE zur mechanischen
Trennkontakteinheit MK dargestellt, für die Freigabe des Schließens der Kontakte der
mechanischen Trennkontakte Einheit MK durch die Handhabe HH. Die Verbindung bzw. der
Pfeil von der Steuerungseinheit SE zur elektronischen Unterbrechungseinheit EU weist
eine Darstellung eines Verlaufs des Schaltzustandes der elektronischen Unterbrechungseinheit
über der Zeit auf, bei der ein ausgeschalteter/hochohmiger Zustand mit off und ein
eingeschalteter/niederohmiger Zustand der elektronischen Unterbrechungseinheit EU
mit on gekennzeichnet ist. Im Beispiel befindet sich die elektronische Unterbrechungseinheit
EU im ausgeschalteten Zustand off, was durch einen geraden Strich neben ,off' dargestellt
ist.
[0120] In der zweiten mittleren Grafik ,T1 is "shorten"' ist der Spannungsverlauf für eine
defekte elektronische Unterbrechungseinheit EU dargestellt, bei der im Beispiel ein
halbleiterbasiertes Schaltelement, im Beispiel das Schaltelement T1, ständig leitfähig
ist (durchlegiert/kurzgeschlossen). Dadurch fließt in einer Halbwelle der elektrischen
Spannung ein Strom durch die elektronische Unterbrechungseinheit, obwohl diese eigentlich
hochohmig ist (sein sollte). Die Leitfähigkeit in der durch das betroffene halbleiterbasierte
Schaltelement betroffenen Stromrichtung verhindert den Aufbau einer Spannung über
dem betroffenen halbleiterbasierten Schaltelement. D.h., die Höhe der ersten Spannung
U1 kann den ersten Spannungsschwellwert nicht überschreiten, was mittels der ersten
Spannungssensoreinheit SU1 in Verbindung mit der Steuerungseinheit SE ermittelt werden
kann. Dies ist in Figur 3 durch die Abkürzung DT angedeutet.
[0121] In der dritten unteren Grafik ,T2 is "shorten"' ist der Spannungsverlauf für eine
defekte elektronische Unterbrechungseinheit EU dargestellt, bei der das andere halbleiterbasierte
Schaltelement, im Beispiel der Schaltelement T2, ständig leitfähig ist (durchlegiert/kurzgeschlossen).
Es gilt analog das zur mittleren Grafik gesagte.
[0122] In der zweiten und dritten Grafik ist ein Fehlerzustand der elektronischen Unterbrechungseinheit
EU dargestellt, der bei geschlossenen Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit
und niederohmiger Unterbrechungseinheit erfindungsgemäß vor dem Schließen der Kontakte
der mechanischen Trennkontakteinheit gefunden werden kann und ein manuelles Schließen
der Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit verhindert.
[0123] Dies wird noch einmal mit anderen Worten erläutert. Figur 3 zeigt eine Übersicht
zum Schaltbild und Spannungsverläufe für den Fall, dass ein Schaltelement in der elektronischen
Unterbrechungseinheit defekt ist, in diesem Fall durchlegiert/kurzgeschlossen ist.
Da typischerweise unidirektional sperrende Leistungs-Halbleiter eingesetzt werden,
kann je nach angelegter Spannungspolarität das halbleiterbasierte Schaltelement T1
oder T2 auf Funktionalität geprüft werden. Liegt an den Anschlüssen eines funktionsfähigen
Schutzschaltgerätes eine Wechselspannung an, entsteht über der elektronischen Unterbrechungseinheit
eine Spannung U1 bzw. Usw, die über eine entsprechende erste Spannungssensoreinheit
SU1 ermittelt werden kann. Dies ist in der oberen Grafik NORM dargestellt. Ist eines
der beiden Schaltelemente durchlegiert, kann die Spannung von der elektronischen Unterbrechungseinheit
nicht mehr aufgenommen werden. Die gemessene Spannung wird hier für einen gewissen
Zeitraum (ca. 5ms) Null. Dies ist in den beiden Verläufen ,T1 is "shorten"' und ,T2
is "shorten"' dargestellt. Dies ermöglicht das Messen bzw. das Feststellen eines defekten
Schaltelementes. Sind beide Schaltelemente durchlegiert, ist die erste Spannung U1
bzw. Usw stets null (nicht dargestellt).
[0124] Figur 4 zeigt eine Darstellung gemäß Figur 3 mit dem Unterschied, dass die elektronische
Unterbrechungseinheit EU kurzzeitig ein und ausgeschaltet wird. Dies ist durch ein
Rechtecksignal bezüglich der Zustände off on an der Verbindung zwischen Steuerungseinheit
SE elektronischer Unterbrechungseinheit EU angedeutet.
[0125] Auf der rechten Seite der Figur 4 sind wieder drei Grafiken gemäß Figur 3 dargestellt.
Gezeigt sind Spannungsverläufe für den Fall, dass ein Schaltelement in der elektronischen
Unterbrechungseinheit defekt ist, in diesem Fall durchgebrannt/offen ist. Da typischerweise
unidirektional sperrende Leistungs-Halbleiter eingesetzt werden, kann je nach angelegter
Spannungspolarität Schaltelement T1 oder T2 auf Funktionalität geprüft werden.
[0126] Liegt netzseitig am funktionsfähigen Schutzschaltgerät eine Wechselspannung an, entsteht
über der elektronischen Unterbrechungseinheit eine Spannung U1 bzw. Usw, die über
eine entsprechende Spannungsmessung (erste Spannungssensoreinheit SU1) gemessen werden
kann. Dies ist in den oberen Verläufen "Health" dargestellt.
[0127] Um zu überprüfen, ob eines der beiden halbleiterbasierten Schaltelemente durchgebrannt
ist, wird ein kurzer Einschaltimpuls gegeben, erste Zeitspanne. Ist eines der beiden
enthaltenen Schaltelemente durchgebrannt, kann das Schaltelement von der elektronischen
Unterbrechungseinheit nicht mehr eingeschaltet werden. Dann bleibt auch bei einem
Einschalten die gemessene Spannung stets wie im ausgeschalteten Zustand. Dies ist
in der mittleren Grafik ,T1 is "open"' und der unteren Grafik ,T2 is "open"' dargestellt.
Dies ermöglicht das Messen bzw. das Feststellen eines defekten Schaltelementes.
[0128] D.h. das Schutzschaltgerät ist derart ausgestaltet, dass bei geöffneten Kontakten
der mechanischen Trennkontakteinheit MK und hochohmig geschalteter elektronischer
Unterbrechungseinheit EU die elektronische Unterbrechungseinheit EU für eine erste
Zeitspanne in einen niederohmigen Zustand geschaltet wird, die Höhe der Spannung über
der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt wird.
[0129] Bei Überschreitung eines zweiten Spannungsschwellwertes liegt eine zweite Fehlerbedingung
vor, so dass ein niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit vermieden
oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
[0130] Das Schutzschaltgerät ist vorteilhafterweise derart ausgestaltet, dass bei Vorliegen
einer Fehlerbedingung ein Schließen der Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit
MK vermieden wird. Insbesondere wird kein Freigabesignal (enable) an die mechanische
Trennkontakteinheit MK abgegeben.
[0131] Figur 5 zeigt eine Darstellung gemäß Figur 1 bis 4, mit dem Unterschied, dass das
Schutzschaltgerät zweiteilig aufgebaut ist. Es enthält einen elektronischen ersten
Teil EPART, beispielsweise auf einer Leiterplatte / Printed Circuit Board. Der erste
Teil EPART kann die Steuerungseinheit SE, die erste Spannungssensoreinheit SU1, die
zweite Spannungssensoreinheit SU2, die Stromsensoreinheit SI, die elektronische Unterbrechungseinheit
EU, die Energieversorgung NT, aufweisen. Ferner kann der erste Teil die Schmelzsicherung
SS, einen Schalter SCH, die Meßimpedanz ZM, einen Temperatursensor TEM (insbesondere
für die elektronische Unterbrechungseinheit EU), eine Kommunikationseinheit COM, eine
Anzeigeeinheit DISP aufweisen.
[0132] Der erste Teil EPART weist nur drei Anschlüsse auf:
- den netzseitigen Phasenleiter Anschluss LG,
- einen Anschluss für den bzw. zum netzseitigen Phasenleiteranschlusspunkt APLG der
mechanischen Trennkontakteinheit MK,
- einen Anschluss für eine Verbindung zum netzseitigen Neutralleiteranschluss NG.
[0133] Das Schutzschaltgerät enthält einen, insbesondere mechanischen, zweiten Teil MPART.
Der zweite Teil MPART kann die mechanische Trennkontakteinheit MK, die Handhabe HH,
eine Freigabeeinheit FG aufweisen. Ferner kann der zweite Teil eine Positionseinheit
POS, zur Meldung der Position der Kontakte der mechanischen Trennkontakte Einheit
MK an die Steuerungseinheit, sowie die (Neutralleiter-)Verbindung(en) aufweisen. Es
können weitere, nicht näher bezeichnete, Einheiten vorgesehen sein.
[0134] Durch die Zweiteilung lässt sich vorteilhaft ein erfindungsgemäßes kompaktes Schutzschaltgerät
realisieren.
[0135] Die Freigabeeinheit FG bewirkt eine Freigabe der Betätigung der Kontakte der mechanischen
Trennkontakteinheit durch die Handhabe HH, wenn ein Freigabesignal enable vorliegt.
s
[0136] Im Folgenden soll die Erfindung nochmals zusammengefasst und näher erläutert werden.
[0137] Beispielhaft vorgeschlagen wird ein elektronisches Schutz- und Schaltgerät mit:
- Gehäuse mit netzseitigen und lastseitigen Anschlüssen
- Spannungssensoreinheit
- Stromsensoreinheit zur Messung des (Last)Stromes
- mechanische Trennkontakteinheit inkl. Handhabe (inkl. Anzeige der Kontaktstellung,
Auslöser durch die Elektronik, Trennereigenschaften)
- elektronische Unterbrechungseinheit mit halbleiterbasierten Schaltelementen
- Steuerungseinheit
- die Funktionsfähigkeit der elektronischen Unterbrechungseinheit wird überprüft,
- durch die kontinuierliche Messung der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit.
Hier kann z.B. im eingeschalteten Zustand festgestellt werden, ob z.B. ein Halbleiterbauelement
durchgebrannt ist.
- indem die elektronische Unterbrechungseinheit kurzzeitig (<10ms, bevorzugt <1ms, allgemein:
<20ms, 50ms, 100ms, 200ms, 500ms oder 1s) bei geöffneten Kontakten ein- und gleich
wieder ausgeschaltet wird,
und gleichzeitig Spannungsmesswerte und/oder Strommesswerte erfasst werden und diese
so analysiert werden, dass eine durchlegierte oder durchgebrannte elektronische Unterbrechungseinheit
erkannt wird bzw. durchlegierte oder durchgebrannte Schaltelemente erkannt werden.
[0138] Vorteilhaft wird zunächst erstmal gemessen, dann geschaltet und gemessen.
[0139] Es wird eine erste Spannungssensoreinheit / Spannungsmesseinheit über der elektronischen
Unterbrechungseinheit vorgeschlagen, um die Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit
zu bestimmen. Alternativ kann parallel zur zweiten Spannungssensoreinheit eine dritte
Spannungssensoreinheit vorgesehen sein, die am lastseitigen Anschluss der elektronischen
Unterbrechungseinheit, d. h. zwischen elektronischer Unterbrechungseinheit und mechanischer
Trennkontakte Kontakteinheit vorgesehen ist, wobei diese einerseits mit dem Phasenleiter
und andererseits mit dem Neutralleiter verbunden ist. Aus der Differenzbildung der
Spannungen zwischen zweiter und dritter Spannungssensoreinheit kann die erste Spannung
ermittelt werden. Die erste Spannungssensor Einheit kann in diesem Fall entfallen.
[0140] Vorgeschlagen wird eine zusätzliche Messimpedanz, die zwischen den beiden Leitern
/ Strombahnen (Phasenleiter L und Neutralleiter N) angebracht ist, um das elektrische
Potential zwischen der elektronischen Unterbrechungseinheit EU und der mechanischen
Trennkontakte Einheit für Messzwecke zu definieren (kein "floatendes" Potential.)
[0141] Vorgeschlagen wird ein Computerprogrammprodukt bzw. Algorithmus, der die elektronische
Unterbrechungseinheit bzw. die halbleiterbasierten Schaltelemente zu geeigneten Zeitpunkten
(Momentanwerten der Netzspannung) ein- und ausschaltet und gleichzeitig die gemessenen
Strom- und Spannungswerte auswertet, um zu erkennen, dass die elektronische Unterbrechungseinheit
funktionsfähig bzw. nicht funktionsfähig ist.
[0142] Die Steuerungseinheit SE kann (dazu) einen Mikrocontroller aufweisen. Auf dem Mikrocontroller
kann das Computerprogrammprodukt ausgeführt werden. Das Computerprogrammprodukt umfasst
Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch den Mikrocontroller diesen veranlassen
das Schutzschaltgerät zu steuern, insbesondere das erfindungsgemäße Verfahren zu unterstützen,
insbesondere durchzuführen.
[0143] Auf einem computerlesbaren Speichermedium, wie einer CD-ROM, einem USB-Stick oder
ähnlichen, kann das Computerprogrammprodukt gespeichert sein.
[0144] Ferner kann ein Datenträgersignal, das das Computerprogrammprodukt überträgt, existieren.
[0145] Vorgeschlagen wird eine mechanische Trennkontakteinheit, die nicht eingeschaltet
werden kann, solange die Steuerungseinheit kein Freigabesignal "enable" sendet.
[0146] Der Zeitpunkt für das Schalten der halbleiterbasierten Schaltelemente (für die Überprüfung)
richtet sich nach der Polarität der aktuell anliegenden Netzspannung, sodass gezielt
einzelne Schaltelemente überprüft werden können. Des Weiteren kann der Momentanwert
der Spannung bei der Auswahl des Zeitpunktes berücksichtigt werden.
[0147] Insbesondere sind:
- die erste Zeitspanne: sehr kurz bis kurz, 10 µs bis 1 s,
- der erste Spannungsschwellwert: 5-10% des Effektivwertes / RMS-Wertes der Nennspannung
bzw. angelegten Wechselspannung bzw. des Momentanwertes der Wechselspannung; z.B.
10-20 V,
- der zweite Spannungsschwellwert: kleiner als 1 Volt,
[0148] Zusammengefasst:
- Spannungsmessung über der elektronischen Unterbrechungseinheit bzw. Ermittlung des
Spannungsabfalls über der elektronischen Unterbrechungseinheit EU (z.B. über einen
einfachen Spannungsteiler),
- Hochohmige Meßimpedanz (bevorzugt R und/oder C) zur Festlegung des elektrischen Potentials
zwischen elektronischer Unterbrechungseinheit und mechanischer Trennkontakteinheit
- Spannungsermittlung über der elektronischen Unterbrechungseinheit wird verwendet werden,
um: einen durchlegierten oder durchgebrannten Zustand eines Leistungshalbleiters zu
erkennen
- Freigabe der Möglichkeit zum Einschalten des mechanischen Trennkontakteinheit nach
fehlerfreier Prüfung der elektronischen Unterbrechungseinheit
[0149] Obwohl die Erfindung im Detail durch das Ausführungsbeispiel näher illustriert und
beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt
und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung zu verlassen, der durch die beigefügten Ansprüche definiert ist.
1. Schutzschaltgerät (SG) zum Schutz eines elektrischen Niederspannungsstromkreises aufweisend:
- ein Gehäuse (GEH) mit mindestens einem netzseitigen Anschluss und einem lastseitigen
Anschluss,
- eine mechanische Trennkontakteinheit (MK), die in Serie mit einer elektronischen
Unterbrechungseinheit (EU) geschaltet ist, wobei die mechanische Trennkontakteinheit
dem lastseitigen Anschluss und die elektronische Unterbrechungseinheit (EU) dem netzseitigen
Anschluss zugeordnet ist,
- dass die mechanische Trennkontakteinheit (MK) durch ein Öffnen von Kontakten zur
Vermeidung eines Stromflusses oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss
im Niederspannungsstromkreis schaltbar ist,
- dass die elektronische Unterbrechungseinheit (EU) durch halbleiterbasierte Schaltelemente
in einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses
oder einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- einer Stromsensoreinheit (SI), zur Ermittlung der Höhe des Stromes des Niederspannungsstromkreises,
- einer Steuerungseinheit (SE), die mit der Stromsensoreinheit (SI), der mechanischen
Trennkontakteinheit (MK) und der elektronischen Unterbrechungseinheit (EU) verbunden
ist, wobei bei Überschreitung von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung
eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises initiiert wird, dadurch gekennzeichnet,
- dass zwischen zwei Leitern des Niederspannungsstromkreises eine Messimpedanz vorgesehen
ist, wobei die Messimpedanz einerseits mit der Verbindung zwischen mechanischer Trennkontakteinheit
(MK) und elektronischer Unterbrechungseinheit (EU) verbunden ist,
- dass das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet ist,
dass zur Funktionsprüfung des Schutzschaltgerätes bei geöffneten Kontakten der mechanischen
Trennkontakteinheit (MK) und hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit
(EU) die elektronische Unterbrechungseinheit (EU) für eine erste Zeitspanne in einen
niederohmigen Zustand geschaltet wird.
2. Schutzschaltgerät (SG) nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet ist, dass für einen Leiter die Höhe der
Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelbar ist.
3. Schutzschaltgerät (SG) nach Patentanspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet ist, dass bei geöffneten Kontakten der
mechanischen Trennkontakteinheit (MK) die Höhe der Spannung über der elektronischen
Unterbrechungseinheit bei hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit
(EU) ermittelt wird,
dass bei Unterschreitung eines ersten Spannungsschwellwertes eine erste Fehlerbedingung
vorliegt, so dass ein niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit
vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
4. Schutzschaltgerät (SG) nach Patentanspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Schaltung der elektronischen Unterbrechungseinheit (EU) für die erste Zeitspanne
in den niederohmigen Zustand die Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelt wird,
dass bei Überschreiten eines zweiten Spannungsschwellwertes eine zweite Fehlerbedingung
vorliegt, so dass ein weiteres niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit
vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
5. Schutzschaltgerät (SG) nach Patentanspruch 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Vorliegen einer Fehlerbedingung ein Schließen der Kontakte der mechanischen Trennkontakteinheit
(MK) vermieden wird,
insbesondere kein Freigabesignal (enable) an die mechanische Trennkontakteinheit (MK)
abgegeben wird.
6. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine mit der Steuerungseinheit (SE) verbundene erste Spannungssensoreinheit (SU1)
vorgesehen ist, die die Höhe einer ersten Spannung zwischen einem netzseitigen Verbindungspunkt
(EUG) und einem lastseitigen Verbindungspunkt (EUL) der elektronischen Unterbrechungseinheit
(EU) ermittelt.
7. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine mit der Steuerungseinheit (SE) verbundene zweite Spannungssensoreinheit (SU2)
vorgesehen ist, die die Höhe einer zweiten Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss
(NG) und netzseitigen Phasenleiteranschluss (LG) ermittelt,
dass eine mit der Steuerungseinheit verbundene dritte Spannungssensoreinheit (SU3) vorgesehen
ist, die die Höhe einer dritten Spannung zwischen netzseitigen Neutralleiteranschluss
(NG) und lastseitigen Verbindungspunkt (EUL) der elektronischen Unterbrechungseinheit
(EU) ermittelt,
dass das Schutzschaltgerät derart ausgestaltet ist, dass aus der Differenz zwischen zweiter
und dritter Spannung die Höhe einer ersten Spannung zwischen netzseitigen Verbindungspunkt
(EUG) und lastseitigen Verbindungspunkt (EUL) der elektronischen Unterbrechungseinheit
(EU) ermittelt wird.
8. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stromsensoreinheit (SI) stromkreisseitig zwischen netzseitigen Phasenleiteranschluss
und lastseitigen Phasenleiteranschluss vorgesehen ist.
9. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Messimpedanz ein elektrischer Widerstand oder/und Kondensator ist.
10. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Niederspannungsstromkreis ein Dreiphasenwechselstromkreis ist und das Schutzschaltgerät
mehrere netzseitige und lastseitige Phasenleiteranschlüsse aufweist, zwischen denen
jeweils ein Kontakt der mechanischen Trennkontakteinheit und elektronische Unterbrechungseinheiten
vorgesehen sind, sowie, insbesondere erste, Spannungssensoreinheiten vorgesehen sind,
mit denen die Höhe der Spannung über der jeweiligen elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelbar ist.
11. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schutzschaltgerät (SG) derart ausgestaltet ist, dass die Kontakte der mechanischen
Trennkontakteinheit (MK) durch die Steuerungseinheit (SE) geöffnet, aber nicht geschlossen
werden können.
12. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mechanische Trennkontakteinheit (MK) durch eine mechanische Handhabe bedienbar
ist, um ein Öffnen von Kontakten oder ein Schließen der Kontakte zu schalten.
13. Schutzschaltgerät (SG) nach Patentanspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mechanische Trennkontakteinheit (MK) derart ausgestaltet ist, dass ein Schließen
der Kontakte durch die mechanische Handhabe erst nach einer Freigabe (enable), insbesondere
einem Freigabesignal, möglich ist.
14. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei geschlossenen Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit und niederohmiger
Unterbrechungseinheit und
- bei einem ermittelten Strom, der einen ersten Stromwert überschreitet, insbesondere
dass der erste Stromwert für eine erste Zeitgrenze überschritten wird, die elektronische
Unterbrechungseinheit hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit (MK)
geschlossen bleibt,
- bei einem ermittelten Strom, der einen zweiten Stromwert, insbesondere für eine
zweite Zeitgrenze, überschreitet, die elektronische Unterbrechungseinheit hochohmig
wird und die mechanische Trennkontakteinheit (MK) geöffnet wird,
- bei einem ermittelten Strom, der einen dritten Stromwert überschreitet, die elektronische
Unterbrechungseinheit hochohmig wird und die mechanische Trennkontakteinheit (MK)
geöffnet wird.
15. Schutzschaltgerät (SG) nach einem der vorhergehenden Patentansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungseinheit (SE) einen Mikrocontroller aufweist.
16. Verfahren für ein Schutzschaltgerät (SG) zum Schutz eines elektrischen Niederspannungsstromkreises
mit:
- einem Gehäuse (GEH) mit mindestens einem netzseitigen Anschluss und einem lastseitigen
Anschluss,
- einer mechanische Trennkontakteinheit (MK), die in Serie mit einer elektronischen
Unterbrechungseinheit (EU) geschaltet ist, wobei die mechanische Trennkontakteinheit
dem lastseitigen Anschluss und die elektronische Unterbrechungseinheit (EU) dem netzseitigen
Anschluss zugeordnet ist,
- dass die mechanische Trennkontakteinheit (MK) durch ein Öffnen von Kontakten zur
Vermeidung eines Stromflusses oder ein Schließen der Kontakte für einen Stromfluss
im Niederspannungsstromkreis schaltbar ist,
- dass die elektronische Unterbrechungseinheit durch halbleiterbasierte Schaltelemente
in einen hochohmigen Zustand der Schaltelemente zur Vermeidung eines Stromflusses
oder einen niederohmigen Zustand der Schaltelemente zum Stromfluss im Niederspannungsstromkreis
schaltbar ist,
- dass die Höhe des Stromes im Niederspannungsstromkreis, insbesondere zwischen netzseitigen
Phasenleiteranschluss und lastseitigen Phasenleiteranschluss, ermittelt wird,
dass bei Überschreitung von Strom- oder/und Strom-Zeitgrenzwerten eine Vermeidung
eines Stromflusses des Niederspannungsstromkreises initiiert wird,
- dass zwischen zwei Leitern des Niederspannungsstromkreises eine Messimpedanz vorgesehen
ist, wobei die Messimpedanz einerseits mit der Verbindung zwischen mechanischer Trennkontakteinheit
(MK) und elektronischer Unterbrechungseinheit (EU) verbunden ist,
- dass zur Funktionsprüfung des Schutzschaltgerätes bei geöffneten Kontakten der mechanischen
Trennkontakteinheit (MK) und hochohmig geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit
(EU) die elektronische Unterbrechungseinheit (EU) für eine erste Zeitspanne in einen
niederohmigen Zustand geschaltet wird.
17. Verfahren nach Patentanspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei geöffneten Kontakten der mechanischen Trennkontakteinheit (MK) und hochohmig
geschalteter elektronischer Unterbrechungseinheit (EU) die Höhe der Spannung über
der elektronischen Unterbrechungseinheit ermittelt wird,
dass bei Unterschreitung eines ersten Spannungsschwellwertes eine erste Fehlerbedingung
vorliegt, so dass ein niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit
vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
18. Verfahren nach Patentanspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei der Schaltung der elektronischen Unterbrechungseinheit (EU) für die erste Zeitspanne
in den niederohmigen Zustand die Höhe der Spannung über der elektronischen Unterbrechungseinheit
ermittelt wird,
dass bei Überschreiten eines zweiten Spannungsschwellwertes eine zweite Fehlerbedingung
vorliegt, so dass ein weiteres niederohmig werden der elektronischen Unterbrechungseinheit
vermieden oder/und Schließen der Kontakte vermieden wird.
19. Verfahren nach Patentanspruch 17 und 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Vorliegen einer Fehlerbedingung ein manuelles Schließen der Kontakte durch eine
Handhabe der mechanischen Trennkontakteinheit (MK) vermieden wird.
20. Computerprogrammprodukt umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch
einen Mikrocontroller diesen veranlassen das Verfahren nach einem der Patentansprüche
16 bis 19 mit einem Schutzschaltgerät gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 15 zu
unterstützen, insbesondere durchzuführen.
21. Computerlesbares Speichermedium, auf dem das Computerprogrammprodukt nach Patentanspruch
20 gespeichert ist.
22. Datenträgersignal, das das Computerprogrammprodukt nach Patentanspruch 20 überträgt.
1. Circuit breaker (SG) for protecting an electrical low-voltage circuit, having:
- a housing (GEH) having at least one grid-side terminal and one load-side terminal,
- a mechanical break contact unit (MK) which is connected in series with an electronic
interrupt unit (EU), wherein the mechanical break contact unit is assigned to the
load-side terminal and the electronic interrupt unit (EU) is assigned to the grid-side
terminal,
- wherein the mechanical break contact unit (MK) can be switched by opening contacts
for avoiding a current flow or closing the contacts for a current flow in the low-voltage
circuit,
- wherein the electronic interrupt unit (EU) can be switched by semiconductor-based
switching elements into a high-resistance state of the switching elements for avoiding
a current flow or a low-resistance state of the switching elements for current flow
in the low-voltage circuit,
- a current sensor unit (SI) for determining the level of the current of the low-voltage
circuit,
- a control unit (SE) which is connected to the current sensor unit (SI), the mechanical
break contact unit (MK) and the electronic interrupt unit (EU), wherein avoidance
of a current flow of the low-voltage circuit is initiated if current or/and current/time
limit values are exceeded, characterized
- in that a measuring impedance is provided between two wires of the low-voltage circuit, wherein
on one side, the measuring impedance is connected to the connection between mechanical
break contact unit (MK) and electronic interrupt unit (EU),
- in that the circuit breaker is designed in such a manner that, to function test the circuit
breaker when contacts of the mechanical break contact unit (MK) are open and the electronic
interrupt unit (EU) is switched to high-resistance, the electronic interrupt unit
(EU) is switched to a low-resistance state for a first time period.
2. Circuit breaker (SG) according to Patent Claim 1,
characterized
in that the circuit breaker is designed in such a manner that, for one wire, the level of
the voltage can be determined across the electronic interrupt unit.
3. Circuit breaker (SG) according to Patent Claim 2,
characterized
in that the circuit breaker is designed in such a manner that, when contacts of the mechanical
break contact unit (MK) are open, the level of the voltage across the electronic interrupt
unit is determined when the electronic interrupt unit (EU) is switched to high-resistance,
in that if a value falls below a first voltage threshold value, a first fault condition exists,
so the electronic interrupt unit becoming low-resistance is avoided or/and closing
of the contacts is avoided.
4. Circuit breaker (SG) according to Patent Claim 2 or 3,
characterized
in that during the switching of the electronic interrupt unit (EU) to the low-resistance
state for the first time period, the level of the voltage is determined across the
electronic interrupt unit,
in that if a second voltage threshold value is exceeded, a second fault condition exists,
so the electronic interrupt unit becoming low-resistance a further time is avoided
or/and closing of the contacts is avoided.
5. Circuit breaker (SG) according to Patent Claims 3 and 4,
characterized
in that when a fault condition exists, closing of the contacts of the mechanical break contact
unit (MK) is avoided,
in particular, no approval signal (enable) is output to the mechanical break contact
unit (MK).
6. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that a first voltage sensor unit (SU1) is provided, which is connected to the control
unit (SE) and which determines the level of a first voltage between a grid-side connecting
point (EUG) and a load-side connecting point (EUL) of the electronic interrupt unit
(EU).
7. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding Patent Claims 1 to 5,
characterized
in that a second voltage sensor unit (SU2) is provided, which is connected to the control
unit (SE) and which determines the level of a second voltage between grid-side neutral
wire terminal (NG) and grid-side phase wire terminal (LG),
in that a third voltage sensor unit (SU3) is provided, which is connected to the control
unit and which determines the level of a third voltage between grid-side neutral wire
terminal (NG) and load-side connecting point (EUL) of the electronic interrupt unit
(EU),
in that the circuit breaker is designed in such a manner that the level of a first voltage
between grid-side connecting point (EUG) and load-side connecting point (EUL) of the
electronic interrupt unit (EU) is determined from the difference between second and
third voltage.
8. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the current sensor unit (SI) is provided at the circuit between grid-side phase wire
terminal and load-side phase wire terminal.
9. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the measuring impedance is an electrical resistor or/and capacitor.
10. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the low-voltage circuit is a three-phase AC circuit and the circuit breaker has a
plurality of grid-side and load-side phase wire terminals, between which in each case
one contact of the mechanical break contact unit and electronic interrupt units are
provided, and, in particular first, voltage sensor units are provided, using which
the level of the voltage across the respective electronic interrupt unit can be determined.
11. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the circuit breaker (SG) is designed in such a manner that the contacts of the mechanical
break contact unit (MK) can be opened, but not closed by the control unit (SE).
12. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the mechanical break contact unit (MK) can be operated by a mechanical handle, in
order to engage an opening of contacts or a closing of the contacts.
13. Circuit breaker (SG) according to Patent Claim 12,
characterized
in that the mechanical break contact unit (MK) is designed in such a manner that a closing
of the contacts by the mechanical handle is only possible after an approval (enable),
particularly an approval signal.
14. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that when contacts of the mechanical break contact unit are closed and the interrupt unit
is low-resistance, and
- when a current is determined, which exceeds a first current value, in particular
in that the first current value is exceeded for a first time limit, the electronic
interrupt unit becomes high-resistance and the mechanical break contact unit (MK)
stays closed,
- when a current is determined, which exceeds a second current value, in particular
for a second time limit, the electronic interrupt unit becomes high-resistance and
the mechanical break contact unit (MK) is opened,
- when a current is determined, which exceeds a third current value, the electronic
interrupt unit becomes high-resistance and the mechanical break contact unit (MK)
is opened.
15. Circuit breaker (SG) according to one of the preceding patent claims,
characterized
in that the control unit (SE) has a microcontroller.
16. Method for a circuit breaker (SG) for protecting an electrical low-voltage circuit,
having:
- a housing (GEH) having at least one grid-side terminal and one load-side terminal,
- a mechanical break contact unit (MK) which is connected in series with an electronic
interrupt unit (EU), wherein the mechanical break contact unit is assigned to the
load-side terminal and the electronic interrupt unit (EU) is assigned to the grid-side
terminal,
- wherein the mechanical break contact unit (MK) can be switched by opening contacts
for avoiding a current flow or closing the contacts for a current flow in the low-voltage
circuit,
- wherein the electronic interrupt unit can be switched by semiconductor-based switching
elements into a high-resistance state of the switching elements for avoiding a current
flow or a low-resistance state of the switching elements for current flow in the low-voltage
circuit,
- wherein the level of the current in the low-voltage circuit particularly between
grid-side phase wire terminal and load-side phase wire terminal, is determined,
wherein avoidance of a current flow of the low-voltage circuit is initiated when current
or/and current/time limit values are exceeded,
- wherein a measuring impedance is provided between two wires of the low-voltage circuit,
wherein on one side, the measuring impedance is connected to the connection between
mechanical break contact unit (MK) and electronic interrupt unit (EU),
- wherein, to function test the circuit breaker when contacts of the mechanical break
contact unit (MK) are open and the electronic interrupt unit (EU) is switched to high
resistance, the electronic interrupt unit (EU) is switched to a low-resistance state
for a first time period.
17. Method according to Patent Claim 16,
characterized
in that when contacts of the mechanical break contact unit (MK) are open and the electronic
interrupt unit (EU) is switched to high-resistance, the level of the voltage across
the electronic interrupt unit is determined,
in that if a value falls below a first voltage threshold value, a first fault condition exists,
so the electronic interrupt unit becoming low-resistance is avoided or/and closing
of the contacts is avoided.
18. Method according to Patent Claim 16 or 17,
characterized
in that during the switching of the electronic interrupt unit (EU) to the low-resistance
state for the first time period, the level of the voltage is determined across the
electronic interrupt unit,
in that if a second voltage threshold value is exceeded, a second fault condition exists,
so the electronic interrupt unit becoming low-resistance a further time is avoided
or/and closing of the contacts is avoided.
19. Method according to Patent Claims 17 and 18,
characterized
in that when a fault condition exists, manual closing of the contacts by a handle of the
mechanical break contact unit (MK) is avoided.
20. Computer program product comprising commands which, during the execution of the program
by a microcontroller, cause the microcontroller to support, in particular to carry
out the method according to one of Patent Claims 16 to 19 using a circuit breaker
according to one of Patent Claims 1 to 15.
21. Computer-readable storage medium, on which the computer program product according
to Patent Claim 20 is stored.
22. Data carrier signal which transmits the computer program product according to Patent
Claim 20.
1. Dispositif disjoncteur (SG) pour la protection d'un circuit électrique basse tension,
comprenant :
- un boîtier (GEH) avec au moins un raccordement côté réseau et un raccordement côté
charge,
- une unité mécanique de contact de rupture(MK), qui est montée en série avec une
unité d'interruption électronique (EU), dans lequel l'unité mécanique de contact de
rupture est associée au raccordement côté charge et l'unité d'interruption électronique
(EU) est associée au raccordement côté réseau,
- l'unité mécanique de contact de rupture(MK) peut être commutée par une ouverture
des contacts pour éviter un flux de courant ou par une fermeture des contacts pour
un flux de courant dans le circuit électrique basse tension,
- l'unité d'interruption électronique (EU) peut être commutée par des éléments de
commutation basés sur des semi-conducteurs dans un état de haute impédance des éléments
de commutation pour éviter un flux de courant ou dans un état de basse impédance des
éléments de commutation pour le flux de courant dans le circuit électrique basse tension,
- une unité de détection de courant (SI), pour déterminer la valeur du courant du
circuit électrique basse tension,
- une unité de commande (SE), qui est reliée à l'unité de détection de courant (SI),
à l'unité mécanique de contact de rupture(MK) et à l'unité d'interruption électronique
(EU), dans lequel, en cas de dépassement de valeurs limites de courant et/ou de temps
de courant, une prévention d'un flux de courant du circuit électrique basse tension
est initiée,
caractérisé en ce que
- une impédance de mesure est prévue entre deux conducteurs du circuit électrique
basse tension, l'impédance de mesure étant reliée d'une part à la liaison entre l'unité
mécanique de contact de rupture(MK) et l'unité d'interruption électronique (EU),
- le dispositif disjoncteur est conçu de sorte que, pour le contrôle de fonctionnement
du dispositif disjoncteur, lorsque les contacts de l'unité mécanique de contact de
rupture(MK) sont ouverts et que l'unité d'interruption électronique (EU) est commutée
à haute impédance, l'unité d'interruption électronique (EU) est commutée dans un état
de basse impédance pendant un premier intervalle de temps.
2. Dispositif disjoncteur (SG) selon la revendication 1,
caractérisé en ce que,
le dispositif disjoncteur est conçu de sorte que la valeur de la tension au-dessus
de l'unité d'interruption électronique peut être déterminée pour un conducteur.
3. Dispositif disjoncteur (SG) selon la revendication 2,
caractérisé en ce que,
le dispositif disjoncteur est conçu de sorte que, lorsque les contacts de l'unité
mécanique de contact de rupture(MK) sont ouverts, la valeur de la tension au-dessus
de l'unité d'interruption électronique est déterminée lorsque l'unité d'interruption
électronique (EU) est commutée à haute impédance, lorsqu'une première valeur limite
de tension n'est pas atteinte, une première condition d'erreur est présente, de sorte
qu'une mise à basse impédance de l'unité d'interruption électronique est évitée et/ou
qu'une fermeture des contacts est évitée.
4. Dispositif disjoncteur (SG) selon la revendication 2 ou 3,
caractérisé en ce que,
lors de la commutation de l'unité d'interruption électronique (EU), la valeur de la
tension au-dessus de l'unité d'interruption électronique est déterminée pour le premier
intervalle de temps dans l'état de basse impédance,
en cas de dépassement d'une deuxième valeur limite de tension, une deuxième condition
d'erreur existe, de sorte qu'une nouvelle mise à basse impédance de l'unité d'interruption
électronique est évitée et/ou qu'une fermeture des contacts est évitée.
5. Dispositif disjoncteur (SG) selon les revendications 3 et 4,
caractérisé en ce que,
en présence d'une condition d'erreur, une fermeture des contacts de l'unité mécanique
de contact de rupture(MK) est évitée,
en particulier, aucun signal de libération (enable) n'est délivré à l'unité mécanique
de contact de rupture(MK).
6. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
une première unité de détection de tension (SU1) reliée à l'unité de commande (SE)
est prévue ; elle détermine la valeur d'une première tension entre un point de liaison
(EUG) côté réseau et un point de liaison (EUL) côté charge de l'unité d'interruption
électronique (EU).
7. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
une deuxième unité de détection de tension (SU2) reliée à l'unité de commande (SE)
est prévue ; elle détermine la valeur d'une deuxième tension entre le raccordement
du conducteur neutre (NG) côté réseau et le raccordement du conducteur de phase (LG)
côté réseau,
une troisième unité de détection de tension (SU3) reliée à l'unité de commande est
prévue ; elle détermine la valeur d'une troisième tension entre le raccordement du
conducteur neutre (NG) côté réseau et le point de liaison (EUL) côté charge de l'unité
d'interruption électronique (EU),
le dispositif disjoncteur est conçu de sorte qu'à partir de la différence entre la
deuxième et la troisième tensions, on détermine la valeur d'une première tension entre
le point de liaison (EUG) côté réseau et le point de liaison (EUL) côté charge de
l'unité d'interruption électronique (EU).
8. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
l'unité de détection de courant (SI) est prévue côté circuit électrique entre le raccordement
du conducteur de phase côté réseau et le raccordement du conducteur de phase côté
charge.
9. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
l'impédance de mesure est une résistance électrique et/ou un condensateur.
10. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
le circuit électrique basse tension est un circuit électrique alternatif triphasé
et le dispositif disjoncteur présente plusieurs raccordements de conducteurs de phase
côté réseau et côté charge, entre lesquels sont prévus respectivement un contact de
l'unité mécanique de contact de rupture et des unités d'interruption électroniques,
ainsi que, en particulier, des premières unités de détection de tension, avec lesquelles
la valeur de la tension au-dessus de l'unité d'interruption électronique respective
peut être déterminée.
11. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
le dispositif disjoncteur (SG) est conçu de sorte que les contacts de l'unité mécanique
de contact de rupture(MK) peuvent être ouverts par l'unité de commande (SE), mais
ne peuvent pas être fermés.
12. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
l'unité mécanique de contact de rupture(MK) peut être actionnée par une poignée mécanique
pour commuter une ouverture des contacts ou une fermeture des contacts.
13. Dispositif disjoncteur (SG) selon la revendication 12,
caractérisé en ce que,
l'unité mécanique de contact de rupture(MK) est conçue de sorte qu'une fermeture des
contacts par la poignée mécanique n'est possible qu'après une libération (enable),
en particulier après un signal de libération.
14. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
lorsque les contacts de l'unité mécanique de contact de rupture sont fermés et que
l'unité d'interruption est à basse impédance, et
- lorsqu'un courant détecté dépasse une première valeur de courant, en particulier
la première valeur de courant est dépassée pendant une première limite de temps, l'unité
d'interruption électronique devient à haute impédance et l'unité mécanique de contact
de rupture(MK) reste fermée,
- lorsque le courant détecté dépasse une deuxième valeur de courant, en particulier
pendant une deuxième limite de temps, l'unité d'interruption électronique devient
à haute impédance et l'unité mécanique de contact de rupture(MK) s'ouvre,
- lorsqu'un courant détecté dépasse une troisième valeur de courant, l'unité d'interruption
électronique devient à haute impédance et l'unité mécanique de contact de rupture(MK)
s'ouvre.
15. Dispositif disjoncteur (SG) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que,
l'unité de commande (SE) présente un microcontrôleur.
16. Procédé pour un dispositif disjoncteur (SG) pour la protection d'un circuit électrique
basse tension avec :
- un boîtier (GEH) avec au moins un raccordement côté réseau et un raccordement côté
charge,
- une unité mécanique de contact de rupture(MK), qui est montée en série avec une
unité d'interruption électronique (EU), l'unité mécanique de contact de rupture étant
associée au raccordement côté charge et l'unité d'interruption électronique (EU) étant
associée au raccordement côté réseau,
- l'unité mécanique de contact de rupture(MK) peut être commutée par une ouverture
des contacts pour éviter un flux de courant ou par une fermeture des contacts pour
un flux de courant dans le circuit électrique basse tension,
- l'unité de contact de séparation électronique peut être commutée par des éléments
de commutation basés sur des semi-conducteurs dans un état de haute impédance des
éléments de commutation pour éviter un flux de courant ou dans un état de basse impédance
des éléments de commutation pour le flux de courant dans le circuit électrique basse
tension,
- l'intensité du courant dans le circuit électrique basse tension, en particulier
entre le raccordement du conducteur de phase côté réseau et le raccordement du conducteur
de phase côté charge, est déterminée, et, en cas de dépassement de valeurs limites
de courant et/ou de temps de courant, une prévention d'un flux de courant du circuit
électrique basse tension est initiée,
- une impédance de mesure est prévue entre deux conducteurs du circuit électrique
basse tension, l'impédance de mesure étant reliée d'une part à la liaison entre l'unité
mécanique de contact de rupture(MK) et l'unité d'interruption électronique (EU),
- pour le contrôle de fonctionnement du dispositif disjoncteur, lorsque les contacts
de l'unité mécanique de contact de rupture(MK) sont ouverts et que l'unité d'interruption
électronique (EU) est commutée à haute impédance, l'unité d'interruption électronique
(EU) est commutée dans un état de basse impédance pendant un premier intervalle de
temps.
17. Procédé selon la revendication 16,
caractérisé en ce que,
lorsque les contacts de l'unité mécanique de contact de rupture(MK) sont ouverts et
que l'unité d'interruption électronique (EU) est commutée à haute impédance, la valeur
de la tension au-dessus de l'unité d'interruption électronique est déterminée,
lorsqu'une première valeur limite de tension n'est pas atteinte, une première condition
d'erreur est présente, de sorte qu'une mise à basse impédance de l'unité d'interruption
électronique est évitée et/ou une fermeture des contacts est évitée.
18. Procédé selon la revendication 16 ou 17,
caractérisé en ce que,
lors de la commutation de l'unité d'interruption électronique (EU), la valeur de la
tension au-dessus de l'unité d'interruption électronique est déterminée pour le premier
intervalle de temps dans l'état de basse impédance,
en cas de dépassement d'une deuxième valeur limite de tension, une deuxième condition
d'erreur existe, de sorte qu'une nouvelle mise à basse impédance de l'unité d'interruption
électronique est évitée et/ou une fermeture des contacts est évitée.
19. Procédé selon les revendications 17 et 18,
caractérisé en ce que,
en présence d'une condition d'erreur, une fermeture manuelle des contacts est évitée
par une manipulation de l'unité mécanique de contact de rupture(MK).
20. Produit de programme d'ordinateur comprenant des instructions qui, lors de l'exécution
du programme par un microcontrôleur, amènent celui-ci à assister et en particulier
à exécuter le procédé selon l'une des revendications 16 à 19 avec un dispositif disjoncteur
selon l'une des revendications 1 à 15.
21. Support de stockage lisible par ordinateur, sur lequel est stocké le produit de programme
d'ordinateur selon la revendication 20.
22. Signal de support de données transmis par le produit de programme d'ordinateur selon
la revendication 20.