[0001] Die Erfindung betrifft ein Umformwerkzeug für eine Umformwerkzeuganordnung zum mehrstufigen
Erzeugen eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur durch
Rundkneten, aufweisend eine Umformseite mit einer an der Umformseite ausgebildeten
Nockenstruktur.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Umformwerkzeuganordnung mit einem solchen Umformwerkzeug
und eine Umformmaschine mit einer Umformwerkzeuganordnung.
[0003] Die Erfindung betrifft ferner ein Umformverfahren sowie ein Computerprogramm zur
Steuerung der Umformmaschine bei der Verfahrensdurchführung.
[0004] Bauteile mit einer spiralförmigen Außenkontur werden vielfach eingesetzt. Etwa in
Verbindung mit Schraubengetrieben, bei denen Gewindestangen bzw. Gewindespindeln zum
Wandeln einer Drehbewegung in eine geradlinige Bewegung eingesetzt werden. Typische
Anwendungsfälle sind beispielsweise Scherenwagenheber, Linearführungen an Werkzeugmaschinen
oder Lenkspindeln an Kraftfahrzeugen. Abhängig von dem konkreten Anwendungsfall sind
unterschiedliche Gewindeformen, bspw. Kugelgewinde oder Trapezgewinde vorgesehen,
die als Rechtsgewinde oder Linksgewinde ausgebildet sein können.
[0005] Üblicherweise erfolgt die Herstellung der spiralförmigen Außenkontur mittels spanender
Verfahren. Beispielsweise ist aus der
DE 10 2014 225 104 B4 ein Verfahren zum spanenden Fertigen einer Kugelumlaufspindel bekannt.
[0006] Derlei Verfahren führen beim Erzeugen der spiralförmigen Außenkontur zu verhältnismäßig
hohen Fertigungskosten. Soll darüber hinaus eine gesteigerte Festigkeit der gefertigten
Bauteile bewirkt werden, sind, an das Erzeugen der spiralförmigen Außenkontur anschließend,
weitere Verfahren zur Nachbehandlung vorzusehen. Hierdurch werden die Fertigungskosten
weiter erhöht.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine alternative sowie kostengünstige Fertigung
von Bauteilen mit spiralförmiger Außenkontur anzugeben.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Umformwerkzeug mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Patentanspruchs 1, eine Umformwerkzeuganordnung gemäß Patentanspruch
10, eine Umformmaschine gemäß Patentanspruch 15, ein Umformverfahren gemäß Patentanspruch
16 und ein Computerprogramm gemäß Patentanspruch 18. Die Unteransprüche betreffen
bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung.
[0009] Erfindungsgemäß ist ein Umformwerkzeug bzw. eine Formbacke vorgesehen. Das Umformwerkzeug
ist zur Anordnung in einer Umformwerkzeuganordnung, insbesondere einer Rundkneteinheit,
ausgebildet. Ferner ist das Umformwerkzeug zum mehrstufigen Erzeugen eines zylindrischen
Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten geeignet. Vorzugsweise
wird das zylindrische Werkstück aus einem zylindrischen Werkstückrohling erzeugt.
[0010] Das mehrstufige Erzeugen beinhaltet erfindungsgemäß das serielle bzw. örtlich beabstandete
Einwirken desselben Umformwerkzeugs und/oder verschiedener Umformwerkzeuge auf denselben
Bereich des Werkstückrohlings, wobei mit jeder Stufe ein gradueller Anteil zu einer
Gesamtumformung beigetragen wird.
[0011] Das Umformwerkzeug weist eine Krafteinleitungsseite zum Einleiten einer Umformkraft
in das Umformwerkzeug auf. Die Krafteinleitungsseite ist vorzugsweise eben ausgebildet,
wodurch eine besonders gleichmäßige Krafteinleitung, erfolgen kann.
[0012] Das Umformwerkzeug weist zudem eine der Krafteinleitungsseite gegenüberliegende Umformseite
auf. Die Umformseite ist zum Einleiten der Umformkraft in den Werkstückrohling ausgebildet.
Mit anderen Worten ist die Umformseite während des Erzeugens des zylindrischen Werkstücks
zumindest zeitweise im Eingriff mit dem Werkstückrohling. Das Einleiten der Umformkraft
erfolgt in einer Umformrichtung. Die Umformrichtung ist typischerweise gleich einer
radial einwärts weisenden Richtung des zu fertigenden zylindrischen Werkstücks.
[0013] Die Krafteinleitungsseite kann zu der Umformrichtung geneigt ausgebildet sein. Hierdurch
kann der Abstand des Umformwerkzeugs, in einem in einer Umformwerkzeuganordnung angeordneten
Zustand, durch Anlegen eines Nachstellkeils zu dem Werkstückrohling kontrolliert eingestellt
werden. Typischerweise wird der Abstand des Umformwerkzeugs zu dem Werkstückrohling
in Abhängigkeit vom Außendurchmesser des Werkstückrohlings eingestellt. Der Abstand
des Umformwerkzeugs zu dem Werkstückrohling kann zudem mittels des Nachstellkeils
an einen, beispielsweise durch Umformen, reduzierten Außendurchmesser des Werkstückrohlings
angepasst werden. Mit anderen Worten kann das Umformwerkzeug mittels des Nachstellkeils
nachgestellt werden.
[0014] Das Umformwerkzeug weist eine an der Umformseite ausgebildete Nockenstruktur auf.
Die Nockenstruktur kann eine radiale Vertiefung bzw. eine Einkerbung zum Erzeugen
der spiralförmigen Außenkontur an dem Werkstückrohling bewirken.
[0015] Ferner weist die Nockenstruktur zumindest eine erste Umformnocke und eine zweite
Umformnocke auf. Darüber hinaus kann die Nockenstruktur weitere Umformnocken aufweisen.
Die Umformnocken sind in einer Längsrichtung des Umformwerkzeugs senkrecht zur Umformrichtung
hintereinander angeordnet. Mit anderen Worten sind die Umformnocken der Nockenstruktur
in Längsrichtung aufgereiht angeordnet. Die Längsrichtung kann einer Werkstück-Vorschubrichtung
eines umzuformenden Werkstückrohlings in einem Umformverfahren während des Erzeugens
eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur entsprechen.
[0016] Jede Umformnocke weist eine, typischerweise in Umformrichtung, ausgebildete Nockenhöhe
auf. Erfindungsgemäß sind die Nockenhöhen von zumindest zwei Umformnocken verschieden.
Mit anderen Worten steht zumindest eine Umformnocke, typischerweise in Umformrichtung,
gegenüber zumindest einer anderen Umformnocke vor. Beispielsweise weist die erste
Umformnocke eine andere Nockenhöhe als die zweite Umformnocke auf, wenn die Nockenstruktur
lediglich zwei Umformnocken umfasst. Im Fall weiterer Umformnocken können zwei oder
mehrere Umformnocken die gleiche Nockenhöhe aufweisen, insofern zumindest eine weitere
Umformnocke eine unterschiedliche Nockenhöhe aufweist. Durch unterschiedliche Nockenhöhen
ist ein mehrstufiges, in anderen Worten abgestuftes, Umformen der spiralförmigen Außenkontur
in Umformrichtung ermöglicht. Das Umformwerkzeug kann mithin während eines Umformverfahrens
mehrstufig in den umzuformenden Werkstückrohling eindringen, ohne dass das Umformwerkzeug
in Umformrichtung nachgestellt werden muss.
[0017] Die Umformnocken weisen in einer orthogonalen Ansicht auf die Umformseite eine Nockenverlaufsrichtung
auf, die schräg zur Längsrichtung des Umformwerkzeugs ausgebildet ist. Die Nockenverlaufsrichtung
ist vorzugsweise zu einer zur Längsrichtung senkrecht verlaufenden Querrichtung um
einen Steigungswinkel ausgelenkt. Der Steigungswinkel kann zwischen 1 Grad und 89
Grad, vorzugsweise zwischen 5 Grad und 45 Grad, besonders bevorzugt zwischen 10 Grad
und 30 Grad betragen. Typischerweise weist die Nockenverlaufsrichtung denselben Steigungswinkel
wie die spiralförmige Außenkontur des zu fertigenden Werkstücks auf.
[0018] Zusammenfassend weist das Umformwerkzeug erfindungsgemäß eine Nockenstruktur auf,
die durch die Umformnocken abschnittsweise komplementär zu der zu erzeugenden spiralförmigen
Außenkontur des zylindrischen Werkstücks ausgebildet ist. Ein Erzeugen der spiralförmigen
Außenkontur kann durch zumindest zweimaliges Einwirken der Umformnocken auf den Werkstückrohling
unter Ausbildung einer spiralförmigen Einkerbung bzw. Vertiefung erfolgen. Typischerweise
wird dem Umformvorgang dabei eine spiralförmige Relativbewegung zwischen dem Umformwerkzeug
und dem umzuformenden Werkstückrohling überlagert.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform des Umformwerkzeugs weist die Umformseite eine
sich in Längsrichtung erstreckende Umformnut auf. Die Umformnut weist typischerweise
einen im Querschnitt kreissegmentförmigen Nutgrund auf. Die Nockenstruktur ist typischerweise,
insbesondere vollständig, in der Umformnut angeordnet.
[0020] Bevorzugt ist zudem eine Weiterbildung des Umformwerkzeugs, bei dem die Umformnut
einen Nutabschnitt mit sich in Längsrichtung, bzw. in Werkstück-Vorschubrichtung verjüngendem
Querschnitt (Einlaufabschnitt) aufweist. Typischerweise weist der Nutgrund in diesem
Fall einen sich in Längsrichtung verkleinernden Kreissegmentradius auf. Insbesondere
verkleinert sich der Kreissegmentradius ausgehend von einem Radius des Werkstückrohlings
auf einen Außenradius der spiralförmigen Außenkontur des zu fertigenden Werkstücks.
[0021] Alternativ oder zusätzlich kann die Umformnut einen Nutabschnitt mit in Längsrichtung,
bzw. in Werkstück-Vorschubrichtung konstantem Querschnitt (Kalibrierabschnitt) aufweisen.
[0022] Die Nockenstruktur kann zumindest eine Umformnocke aufweisen, die in dem Nutabschnitt
mit sich verjüngendem Querschnitt und/oder in dem Nutabschnitt mit konstantem Querschnitt
angeordnet ist. Vorzugsweise weist die Umformnut sowohl einen Einlaufabschnitt als
auch einen Kalibrierabschnitt mit jeweils zumindest einer darin angeordneten Umformnocke
auf, wobei der Kalibrierabschnitt dem Einlaufabschnitt in Längsrichtung nachgelagert
ausgebildet ist. Hierdurch kann die spiralförmige Außenkontur besonders genau erzeugt
werden.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform des Umformwerkzeugs weist die Nockenstruktur
wenigstens drei, vorzugsweise wenigstens sechs, besonders bevorzugt wenigstens zwölf,
Umformnocken auf. Durch eine höhere Anzahl an Umformnocken kann der graduelle Anteil
einer einzelnen Umformnocke an der Gesamtumformung während des Erzeugens der spiralförmigen
Außenkontur reduziert werden. Dies kann die Fertigungsgenauigkeit der spiralförmigen
Außenkontur erhöhen. Alternativ oder zusätzlich kann durch eine größere Anzahl an
Umformnocken das Erzeugen einer spiralförmigen Außenkontur mit mehreren Gängen, insbesondere
Gewindegängen, verbessert werden.
[0024] Die Umformnocken sind vorzugsweise in Längsrichtung äquidistant zueinander angeordnet.
Mit anderen Worten weisen in Längsrichtung benachbarte Umformnocken der Nockenstruktur
jeweils denselben Abstand zueinander auf. Hierdurch kann beispielsweise eine mehrgängige
spiralförmige Außenkontur mit gleichem Abstand zwischen den einzelnen Gängen bzw.
mit gleichmäßiger Teilung erzeugt werden.
[0025] Bevorzugt ist zudem eine Ausführungsform des Umformwerkzeugs, bei der zumindest eine
der, vorzugsweise mehrere der, besonders bevorzugt alle, Umformnocken einen um die
Längsrichtung gewölbten Umformabschnitt aufweist bzw. aufweisen. Unter dem gewölbten
Umformabschnitt kann ein Teil des Umformnockens verstanden werden, der einen Fußkreis
der zu erzeugenden spiralförmigen Außenkontur erzeugt. Hierdurch kann ein auf den
Werkstückrohling einwirkender Abschnitt der entsprechenden Umformnocke in Nockenverlaufsrichtung
größer ausgebildet werden, wodurch ein größerer Außenbereich des Werkstückrohlings
umgeformt werden kann.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Umformwerkzeugs ist vorgesehen, dass zumindest
eine der Umformnocken eine in Längsrichtung, bzw. in Werkstück-Vorschubrichtung gewölbt,
dreieckig oder trapezförmig verlaufende Nockenkontur aufweist. Vorzugsweise weist
eine in Längsrichtung erste Umformnocke der Nockenstruktur eine gewölbte Nockenkontur
auf. Weiter vorzugsweise nähern sich die Nockenkonturen der der ersten Umformnocke
nachfolgenden Umformnocken, insbesondere einer Profilform, der zu erzeugenden spiralförmigen
Außenkontur des zylindrischen Werkstücks an. Besonders bevorzugt ist die Nockenkontur
mit zunehmendem Umformungsgrad des Werkstückrohlings durch die Umformnocken zunehmend
an die zu erzeugende spiralförmige Außenkontur angepasst ausgebildet. Die Erfinder
haben erkannt, dass hierdurch die Fertigungsqualität des zylindrischen Werkstücks
mit spiralförmiger Außenkontur erhöht werden kann.
[0027] Weiter bevorzugt ist eine Ausführungsform des Umformwerkzeugs, bei der zumindest
eine der Umformnocken eine erste Nockenflanke und eine zweite Nockenflanke aufweist.
Eine Nockenflanke ist als ein überwiegend in Nockenverlaufsrichtung ausgebildeter
Umformabschnitt der Umformnocke zu verstehen, wobei der Umformabschnitt ein Erzeugen
einer fortlaufenden Flanke der spiralförmigen Außenkontur bewirkt. Die erste und die
zweite Nockenflanke einer Umformnocke bilden typischerweise gegenüberliegende Flanken
derselben Einkerbung der spiralförmigen Außenkontur aus. Vorzugsweise weisen mehrere
Umformnocken der Nockenstruktur eine erste und eine zweite Nockenflanke auf. Zumindest
eine, typischerweise die in Längsrichtung zuletzt ausgebildete, Umformnocke der Nockenstruktur
weist eine erste und eine zweite Nockenflanke auf, die einer zu erzeugenden Flankenform
der spiralförmigen Außenkontur entspricht. Die erste Nockenflanke und die zweite Nockenflanke
sind typischerweise zur Umformrichtung geneigt ausgebildet. Hierdurch kann die Fertigungsqualität
weiter verbessert werden.
[0028] Alternativ oder zusätzlich kann zumindest eine Umformnocke einen in Nockenverlaufsrichtung
ausgebildeten Einlaufabschnitt und/oder Auslaufabschnitt aufweisen. Der Einlaufabschnitt
ist vorzugsweise als sich entgegen der Nockenverlaufsrichtung verjüngender Abschnitt
ausgebildet. Der Auslaufabschnitt ist vorzugsweise als sich in Nockenverlaufsrichtung
verjüngender Abschnitt ausgebildet. Der Einlaufabschnitt bzw. der Auslaufabschnitt
kann während des Umformens eines Werkstückrohlings ein einfaches Einführen bzw. Ausführen
der Umformnocke in eine bereits vorhandene bzw. aus einer bereits vorhandenen Einkerbung
an der Außenkontur des Werkstückrohlings ermöglichen. In besonderer Ausgestaltung
ist der Einlaufabschnitt dem die Nockenflanken aufweisenden Umformabschnitt in Nockenverlaufsrichtung
vorgelagert und der Auslaufabschnitt dem die Nockenflanken aufweisenden Umformabschnitt
in Nockenverlaufsrichtung nachgelagert.
[0029] In einer bevorzugten Weiterbildung des Umformwerkzeugs bilden die erste und die zweite
Nockenflanke von zumindest einer Umformnocke einen Nockenwinkel von höchstens 40 Grad,
vorzugsweise von höchstens 30 Grad, besonders bevorzugt von höchstens 20 Grad aus.
Der Nockenwinkel kann einem Flankenwinkel der zu erzeugenden spiralförmigen Außenkontur
entsprechen. Ein geringerer Nockenwinkel ermöglicht das Ausbilden eines steileren
Flankenwinkels an der zu erzeugenden spiralförmigen Außenkontur.
[0030] Bevorzugt ist eine Ausführungsform des Umformwerkzeugs, bei der das Umformwerkzeug
einen sich in Umformrichtung verjüngenden Umformwerkzeugabschnitt aufweist. Vorzugsweise
ist der Umformwerkzeugabschnitt in einer in Längsrichtung projizierten Ansicht trapezförmig
ausgebildet. Mit anderen Worten weist die Umformseite eine der Krafteinleitungsseite
gegenüber reduzierte Fläche auf. Hierdurch kann eine über die Krafteinleitungsseite
eingeleitete Umformkraft auf eine kleinere Umformfläche am Werkstückrohling konzentriert
werden.
[0031] Die zugrundeliegende Aufgabe wird zudem gelöst durch eine Umformwerkzeuganordnung,
beispielsweise eine Rundkneteinheit, für eine Umformmaschine zum mehrstufigen Erzeugen
eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten.
[0032] Die Umformwerkzeuganordnung weist zumindest ein vorhergehend und im Folgenden beschriebenes
erstes Umformwerkzeug sowie zumindest ein vorhergehend und im Folgenden beschriebenes
zweites Umformwerkzeug auf. Darüber hinaus kann die Umformwerkzeuganordnung weitere
vorhergehend und im Folgenden beschriebene Umformwerkzeuge aufweisen. Die Umformwerkzeuge
sind vorzugsweise baugleich oder identisch ausgebildet. Hierdurch können Kosten bei
der Herstellung der Umformwerkzeuganordnung durch eine höhere Anzahl an Gleichteilen
vermieden werden.
[0033] Die Umformwerkzeuge sind konzentrisch um eine Mittelachse der Umformwerkzeuganordnung
angeordnet. Typischerweise entspricht die Mittelachse bei in der Umformwerkzeuganordnung
angeordnetem Werkstückrohling einer Werkstück-Achse des Werkstückrohlings. Die Umformwerkzeuge
umschließen den Werkstückrohling während des Erzeugens der spiralförmigen Außenkontur
zumindest teilweise.
[0034] Die Umformwerkzeuge sind mit ihrer jeweiligen Umformseite in Richtung der Mittelachse
ausgerichtet. Mit anderen Worten sind die Umformwerkzeuge radial einwärts ausgerichtet.
Die Umformwerkzeuganordnung ist zum radialen Auslenken der Umformwerkzeuge in Richtung
der Mittelachse ausgebildet. Mit anderen Worten werden die Umformwerkzeuge gemäß ihrer
jeweiligen Umformrichtung durch die Umformwerkzeuganordnung ausgelenkt. Typischerweise
werden die Umformwerkzeuge aufeinander zubewegt. Durch radiales Auslenken der Umformwerkzeuge
kann eine radiale Krafteinleitung in der jeweiligen Umformrichtung eines Umformwerkzeugs
in den umzuformenden Werkstückrohling bewirkt werden.
[0035] Erfindungsgemäß ist die erste Umformnocke des ersten Umformwerkzeugs gemeinsam mit
einer der Umformnocken des zweiten Umformwerkzeugs auf einer ersten Schraubenlinie
angeordnet. Mit anderen Worten sind Umformnocken verschiedener Umformwerkzeuge auf
einer gemeinsamen Schraubenlinie angeordnet. Das Erzeugen der spiralförmigen Außenkontur
kann mithin durch mehrstufiges Einwirken von Umformnocken verschiedener Umformwerkzeuge
auf denselben Werkstückabschnitt des Werkstückrohlings bewirkt werden.
[0036] Die Umformwerkzeuganordnung kann zudem einen Außenring, einen, insbesondere mittels
des Außenrings, motorisch antreibbaren Rollenkäfig, einen Führungseinsatz und zumindest
zwei Stößel aufweisen. Der Rollenkäfig ist typischerweise konzentrisch innerhalb des
Außenrings angeordnet und zur Anordnung mehrerer drehbar an dem Rollenkäfig gehaltener
Rollen ausgebildet. Die Rollen können radial außen und radial innen über den Rollenkäfig
vorstehen. Der Rollenkäfig befindet sich üblicherweise mittels der Rollen an der radial
äußeren Seite im permanenten Kontakt mit dem Außenring. Innerhalb des Rollenkäfigs
ist üblicherweise der Führungseinsatz angeordnet, der zur radial beweglichen Aufnahme
der Umformwerkzeuge sowie insbesondere der Stößel ausgebildet ist. Beim Einsatz von
Stößeln können jeweils ein Stößel und ein Umformwerkzeug einen gemeinsamen Umformstempel
ausbilden. Mit anderen Worten werden Stößel und Umformwerkzeug zusammen radial ausgelenkt.
Typischerweise stehen die Stößel radial außen über den Führungseinsatz vor und sind
zum zeitweisen Kontaktieren der Rollen des Rollenkäfigs ausgebildet. Im Betrieb der
Umformwerkzeuganordnung befindet sich der Rollenkäfig in einer Rotationsbewegung wobei
die Rollen die Stößel regelmäßig überrollen und dadurch in radialer Richtung auslenken.
Mit anderen Worten wird mit jedem Überrollen des Stößels ein radial einwärts gerichteter
Umformschlag bewirkt. Die Schlagzahl ist abhängig von der Drehzahl des Rollenkäfigs.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform der Umformwerkzeuganordnung ist die zweite Umformnocke
des ersten Umformwerkzeugs auf der ersten Schraubenlinie angeordnet. Eine solche Anordnung
der Umformwerkzeuge ermöglicht beispielsweise das Erzeugen einer spiralförmigen Außenkontur
mit lediglich einem Gang. Alternativ kann vorgesehen sein, dass die zweite Umformnocke
des ersten Umformwerkzeugs gemeinsam mit einer der Umformnocken des zweiten Umformwerkzeugs
auf einer zweiten Schraubenlinie angeordnet ist. Hierdurch kann beispielsweise das
Erzeugen einer spiralförmigen Außenkontur mit mindestens zwei Gängen ermöglicht werden.
[0038] Weiter bevorzugt ist eine Ausführungsform der Umformwerkzeuganordnung, bei der beide
Umformnocken des zweiten Umformwerkzeugs auf der ersten Schraubenlinie angeordnet
sind. Hierdurch kann der graduelle Anteil der einzelnen Umformwerkzeuge sowie der
graduelle Anteil der einzelnen Umformnocken an der Gesamtumformung, bzw. der Ausbildung
der spiralförmigen Einkerbung gesenkt werden, wodurch die Fertigungsqualität weiter
gesteigert werden kann.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform der Umformwerkzeuganordnung weist diese zumindest
ein weiteres hier und im Folgenden beschriebenes Umformwerkzeug auf. Ausführungsgemäß
kann eine der Umformnocken des weiteren Umformwerkzeugs auf der ersten Schraubenlinie
angeordnet sein. Hierdurch kann der graduelle Anteil der einzelnen Umformnocken weiter
verringert und die Fertigungsqualität weiter gesteigert werden. Alternativ oder zusätzlich
kann vorgesehen sein, dass eine der Umformnocken des weiteren Umformwerkzeugs auf
der zweiten Schraubenlinie angeordnet ist. Hierdurch kann die Fertigungsqualität beim
Erzeugen einer spiralförmigen Außenkontur mit zwei Gängen erhöht werden.
[0040] Bevorzugt ist zudem eine Ausführungsform der Umformwerkzeuganordnung, bei der die
Umformwerkzeuge mehrere, vorzugsweise zumindest sechs, besonders bevorzugt zumindest
zwölf, Umformnocken aufweisen. Die ersten Umformnocken der Umformwerkzeuge sind vorzugsweise
auf verschiedenen Schraubenlinien angeordnet. Besonders bevorzugt sind die der ersten
Umformnocke in der jeweiligen Längsrichtung nachfolgenden Umformnocken eines Umformwerkzeugs
abwechselnd mit der Schraubenlinie desselben Werkstücks auf den Schraubenlinien der
weiteren Umformwerkzeuge angeordnet. Mit anderen Worten ist die Umformwerkzeuganordnung
zum Ausbilden einer zur Anzahl der Umformwerkzeuge gleichen Anzahl an Gängen an der
spiralförmigen Außenkontur ausgebildet. Typischerweise sind die Umformwerkzeuge in
diesem Fall gleich, insbesondere identisch, ausgebildet und entlang der Mittelachse
versatzlos zueinander in der Umformwerkzeuganordnung angeordnet.
[0041] Die zugrundeliegende Aufgabe wird ferner gelöst durch eine Umformmaschine. Die Umformmaschine
ist zum mehrstufigen Erzeugen eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen
Außenkontur durch Rundkneten geeignet.
[0042] Die Umformmaschine weist die hier und im Folgenden beschriebene Umformwerkzeuganordnung
auf.
[0043] Zudem weist die Umformmaschine eine Vorschubeinrichtung auf. Die Vorschubeinrichtung
ist zum Anordnen, insbesondere Einspannen, des Werkstückrohlings ausgebildet. Typischerweise
umfasst die Vorschubeinrichtung zu diesem Zweck eine Spannzange. Ferner ist die Vorschubeinrichtung
in der Werkstück-Vorschubrichtung, bzw. entlang der Mittelachse der Umformwerkzeuganordnung
relativ zu der Umformwerkzeuganordnung translatorisch bewegbar ausgebildet.
[0044] Darüber hinaus umfasst die Umformmaschine eine zum Regeln von Maschinenparametern
ausgebildete Maschinensteuerung. Typischerweise regelt die Maschinensteuerung zumindest
die Drehzahl der Umformwerkzeuganordnung sowie eine Vorschubgeschwindigkeit der Vorschubeinrichtung.
Darüber hinaus ist die Umformmaschine zur Durchführung einer relativen Drehbewegung
zwischen der Umformwerkzeuganordnung und der Vorschubeinrichtung eingerichtet. Mit
anderen Worten ist die Umformmaschine bei angeordnetem Werkstückrohling zum Ausführen
einer Drehbewegung des Werkstückrohlings relativ zu den Umformwerkzeugen ausgebildet.
[0045] In spezieller Ausführungsform der Umformmaschine kann vorgesehen sein, dass die Umformmaschine
eine Dorneinrichtung aufweist. Die Dorneinrichtung umfasst typischerweise einen Umformdorn,
der vor einem Umformverfahren innerhalb eines hohlzylindrischen Werkstückrohlings
angeordnet wird. Die Dorneinrichtung ist vorzugsweise an der Vorschubeinrichtung angeordnet.
[0046] Weiterhin wird die zugrundeliegende Aufgabe gelöst durch ein Umformverfahren. Das
Umformverfahren ist zum mehrstufigen Erzeugen eines zylindrischen Werkstücks mit einer
spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten geeignet.
[0047] Das Umformverfahren wird mittels einer hier und im Folgenden beschriebenen Umformmaschine
durchgeführt und weist die nachfolgenden Verfahrensschritte auf.
[0048] Ein Verfahrensschritt sieht das Anordnen, insbesondere Einspannen, eines Werkstückrohlings
an der Umformmaschine vor. Vorzugsweise wird der Werkstückrohling in der Vorschubeinrichtung,
insbesondere mittels vorgehaltener Spannzange, eingespannt. Typischerweise wird der
Werkstückrohling derart an der Umformmaschine angeordnet, dass eine Werkstückachse
des Werkstückrohlings mit der Mittelachse der Umformwerkzeuganordnung übereinstimmt.
[0049] Ein weiterer Verfahrensschritt sieht das Erzeugen des zylindrischen Werkstücks mit
der spiralförmigen Außenkontur durch Bewegen der Vorschubeinrichtung in der Werkstück-Vorschubrichtung
sowie zeitgleiches Durchführen der relativen Drehbewegung zwischen der Umformwerkzeuganordnung
und der Vorschubeinrichtung vor.
[0050] Die relative Drehbewegung ist derart an die Bewegung in der Werkstück-Vorschubrichtung
angepasst, dass die Umformnocken entlang der Schraubenlinien durch radiale Auslenkung
der Umformwerkzeuge eine plastische Verformung des Werkstückrohlings, insbesondere
eine spiralförmige Einkerbung an der Außenseite des Werkstückrohlings, bewirken.
[0051] Die Erfinder haben erkannt, dass eine Vorschubgeschwindigkeit für die Bewegung in
der Werkstück-Vorschubrichtung vorzugsweise weniger als 50 Millimeter pro Sekunde
beträgt, um eine gute Fertigungsqualität mit kurzer Fertigungszeit sicherzustellen.
Besonders bevorzugt beträgt die Vorschubgeschwindigkeit zwischen 5 und 30 Millimeter
pro Sekunde. Hierdurch kann eine besonders hohe Fertigungsqualität sichergestellt
werden.
[0052] Ferner haben die Erfinder erkannt, dass eine Schlagzahl der Umformwerkzeuge zwischen
10 und 100 Schlägen pro Sekunde, vorzugsweise zwischen 20 und 60 Schlägen pro Sekunde,
besonders bevorzugt mit 40 Schlägen pro Sekunde, eine hohe Oberflächenqualität an
dem Werkstück bewirkt.
[0053] Vorzugsweise ist die relative Drehbewegung zwischen der Umformwerkzeuganordnung und
der Vorschubeinrichtung, bzw. dem Werkstückrohling an die Schlagzahl angepasst. Hierdurch
kann ein sogenannter Umsetzwinkel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Umformschlägen
vorbestimmt werden. Ein Umsetzwinkel von höchstens 40 Grad, vorzugsweise von höchstens
20 Grad, besonders bevorzugt von höchstens 5 Grad, hat sich als besonders vorteilhaft
hinsichtlich der Fertigungsqualität der, insbesondere zu erzeugenden spiralförmigen
Außenkontur des, Werkstücks herausgestellt.
[0054] In einer bevorzugten Ausführungsform des Umformverfahrens wird das zylindrische Werkstück
aus einem hohlen Werkstückrohling erzeugt. Ausführungsgemäß kann vorgesehen sein,
dass vor dem Erzeugen des zylindrischen Werkstücks mit der spiralförmigen Außenkontur
ein Umformdorn innerhalb des hohlen Werkstückrohlings angeordnet wird. Mit anderen
Worten wird die spiralförmige Außenkontur über einem Umformdorn erzeugt. Hierdurch
kann ein Werkstück mit genauer Innenkontur erzeugt werden, da ein radialer Materialfluss
während dem Umformen durch den Umformdorn verhindert wird.
[0055] Zudem wird die zugrundeliegende Aufgabe gelöst durch ein Computerprogramm.
[0056] Das Computerprogramm ist zum Betreiben der hier und im Folgenden beschriebenen Umformmaschine
eingerichtet. Die Umformmaschine sieht ausführungsgemäß eine numerische Maschinensteuerung
vor.
[0057] Das Computerprogramm umfasst Steuerbefehle für die Maschinensteuerung, die bewirken,
dass das hier und im Folgenden beschriebene Umformverfahren von der Umformmaschine
durchgeführt wird, wenn das Computerprogramm auf der numerischen Maschinensteuerung
der Umformmaschine abläuft.
[0058] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung, den
Ansprüchen und der Zeichnung. Erfindungsgemäß können die vorstehend genannten und
die noch weiter ausgeführten Merkmale jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in
beliebigen zweckmäßigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten und beschriebenen
Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen, sondern haben
vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
[0059] Nachfolgend wird die Erfindung anhand beispielhafter schematischer Darstellungen
näher erläutert.
[0060] Es zeigt:
- Figur 1
- eine Umformmaschine mit einer Umformwerkzeuganordnung und einer Vorschubeinrichtung
in einer perspektivischen Darstellung.
- Figur 2
- eine erste Ausführungsform einer Umformwerkzeuganordnung mit einem Rollenkäfig, mehreren
Stößeln sowie mehreren Umformwerkzeugen in einer perspektivischen Darstellung.
- Figur 3
- eine Teilansicht einer zweiten Ausführungsform einer Umformwerkzeuganordnung mit mehreren
Umformwerkzeugen in einer geschnittenen Seitenansicht.
- Figur 4
- Die Umformwerkzeuganordnung aus Figur 3 mit darin angeordnetem Werkstückrohling.
- Figur 5
- Eine alternative Umformwerkzeuganordnung mit darin angeordnetem Werkstückrohling.
- Figur 6
- ein Umformwerkzeug der Umformwerkzeuganordnung aus den Figuren 3 und 4 in einer orthogonalen
Ansicht auf eine Umformseite.
- Figur 7
- das Umformwerkzeug aus Figur 6 in einer perspektivischen Darstellung.
- Figur 8
- einen Teilausschnitt des Umformwerkzeugs aus den Figuren 6 und 7 in einer geschnittenen
Ansicht.
[0061] Gemäß
Figur 1 weist eine Umformmaschine
10 eine Umformwerkzeuganordnung
12 und eine teilweise dargestellte Vorschubeinrichtung
14 auf. Mittels der Vorschubeinrichtung 14 kann ein an einer Spannzange
16 eingespannter Werkstückrohling
18, z.B. ein Rohr, entlang einer Vorschubachse
20 der Vorschubeinrichtung 14 bzw. entlang einer Mittelachse
22 der Umformwerkzeuganordnung 12 zugeführt werden.
[0062] Die Vorschubachse 20 fällt mit einer Längsachse
24 des eingespannten Werkstückrohlings 18 zusammen. Über eine Einführöffnung
26 an einer Frontseite
28 der Umformwerkzeuganordnung 12 kann der eingespannte Werkstückrohling 18 mit einem
zu bearbeitenden Werkstücklängsabschnitt in die Umformwerkzeuganordnung 12 eingeführt
werden. Mit anderen Worten kann der Werkstückrohling 18 einer Axialbewegung
29 in Richtung der Umformwerkzeuganordnung 12 unterzogen werden.
[0063] Die Vorschubeinrichtung 14 ist zum Bewirken einer Drehbewegung
30 des Werkstückrohlings 18 um die Vorschubachse 20 ausgebildet. Die Vorschubeinrichtung
14 umfasst zu diesem Zweck nicht näher dargestellte Antriebsmittel. Die Vorschubeinrichtung
14 ist zur Überlagerung der Drehbewegung 30 mit der Axialbewegung 29 ausgebildet.
[0064] Die Umformmaschine 10, bzw. die Umformwerkzeuganordnung 12 kann eine nicht näher
dargestellte Antriebseinheit, typischerweise einen Elektromotor, aufweisen.
[0065] Die Antriebseinheit ist typischerweise zum Antreiben der Umformwerkzeuganordnung
12 ausgebildet.
[0066] Die Umformmaschine 10 weist ferner eine Maschinensteuerung
34 zum Steuern der Umformmaschine 10 auf. Die Maschinensteuerung 34 ist zu diesem Zweck
über schematisch dargestellte Kommunikationsverbindungen
36 mit der Umformwerkzeuganordnung 12 und der Vorschubeinrichtung 14 verbunden.
[0067] In
Figur 2 ist eine Umformwerkzeuganordnung 12 als solitäre Baugruppe dargestellt.
[0068] Darstellungsgemäß umfasst die Umformwerkzeuganordnung 12 einen Rollenkäfig
38, mehrere an dem Rollenkäfig 38 angeordnete Rollen
42, mehrere - hier vier - Stößel
44 sowie eine gleiche Anzahl an Umformwerkzeugen
46. Jeweils ein Stößel 44 und ein Umformwerkzeug 46 bilden gemeinsam einen Umformstempel
48 aus. Zudem weist, wie dargestellt, jeder Umformstempel 48 einen zwischen dem Stößel
44 und dem Umformwerkzeug 46 angeordneten Nachstellkeil
50 auf. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist lediglich eine Rolle 42, ein Stößel 44, ein
Umformwerkzeug 46, ein Umformstempel 48 sowie ein Nachstellkeil 50 mit einem Bezugszeichen
versehen.
[0069] Die Rollen 42 sind drehbar an dem Rollenkäfig 38 angeordnet. Darstellungsgemäß kann
der Rollenkäfig 38 zylinderförmige Ausnehmungen aufweisen, in die die Rollen 42 parallel
zu der Mittelachse 22 eingeschoben werden.
[0070] Der Rollenkäfig 38 ist konzentrisch zur Mittelachse 22 ausgebildet und weist eine
radial äußere Seite
52 und eine radial innere Seite
54 auf. Die Rollen 42 stehen an der radial äußeren Seite 52 und an der radial inneren
Seite 54 in radialer Richtung über den Rollenkäfig 38 vor. Üblicherweise liegen die
Rollen 42 an der radial äußeren Seite 52 an einem nicht näher dargestellten Außenring
an, bzw. stützt sich der Rollenkäfig 38 mittels der Rollen 42 an dem Außenring ab.
[0071] Die Umformstempel 48 sind innerhalb des Rollenkäfigs 38 derart angeordnet, dass eine
Umformseite
56 der Umformwerkzeuge 46 radial einwärts in Richtung der Mittelachse 22 der Umformwerkzeuganordnung
12 bzw. in einer Umformrichtung
58 der Umformwerkzeuge 46 ausgerichtet ist. Darstellungsgemäß sind die Umformwerkzeuge
46 konzentrisch zur Mittelachse 22 angeordnet.
[0072] Ferner sind die Umformstempel 48 gemäß der dargestellten Ausführungsform gleichmäßig
über einen radialen Innenumfang des Rollenkäfigs 38 bzw. die radial innere Seite 54
des Rollenkäfigs 38 verteilt angeordnet.
[0073] Während des Betriebs der Umformwerkzeuganordnung 12 wird der Rollenkäfig 38 in eine
Rotationsbewegung
60 relativ zu den Umformstempeln 48 versetzt. Die Rollen 42 passieren dabei die Stößel
44, wodurch diese radial einwärts verdrängt werden und eine Umformkraft in Umformrichtung
58 bewirken. In Abhängigkeit von der Drehzahl des Rollenkäfigs 38 sowie der Anzahl
der Rollen 42 wird eine Schlagzahl vorbestimmt, welche die Anzahl der Umformbewegungen
pro Zeiteinheit definiert.
[0074] Mittels des Nachstellkeils 50 wird eine radiale Erstreckung des Umformstempels 48
an einen Außendurchmesser eines umzuformenden Werkstückrohlings 18 angepasst. Der
Nachstellkeil kann zu diesem Zweck parallel zur Mittelachse 22 bewegt werden, um die
radiale Erstreckung des Umformstempels 48 zu verkleinern oder zu vergrößern.
[0075] In
Figur 3 ist eine Werkzeuganordnung 12 in einer geschnittenen Seitenansicht auf eine in Fig.
2 gekennzeichnete Schnittebene
X-X dargestellt. Die Werkzeuganordnung 12 weist vier identische Umformwerkzeuge 46 auf,
von denen jedoch lediglich drei Umformwerkzeuge 46 aufgrund der geschnittenen Darstellung
zu sehen sind. Die Umformwerkzeuge 46 sind konzentrisch um die Mittelachse 22 der
Werkzeuganordnung 12 angeordnet.
[0076] Jedes Umformwerkzeug 46 weist eine Krafteinleitungsseite
62 und eine der Krafteinleitungsseite 62 gegenüberliegende Umformseite
64 auf. Zum Umformen eines Werkstückrohlings 18 wird eine Kraft über die Krafteinleitungsseite
62 in das Umformwerkzeug 46 und über die Umformseite 64 in den umzuformenden Werkstückrohling
18 eingeleitet. Mit anderen Worten wird eine Kraft in Umformrichtung 58 bewirkt. Die
Umformrichtung 58 jedes Umformwerkzeugs 46 ist typischerweise auf die Mittelachse
22 der Umformwerkzeuganordnung 12 gerichtet.
[0077] Die Krafteinleitungsseite 62 eines Umformwerkzeugs 46 kann, vorzugsweise können die
Krafteinleitungsseiten 62 aller Umformwerkzeuge 46, wie dargestellt, schräg zu der
Umformrichtung 58 ausgebildet sein. Mit anderen Worten kann die Krafteinleitungsseite
62 einen Winkel
66 mit einer zur Umformrichtung 58 senkrecht verlaufenden Ebene
68 einschließen. Hierdurch kann ein Nachstellkeil 50 (siehe Fig. 2) an der Krafteinleitungsseite
62 angeordnet werden, wobei der Nachstellkeil 50 vorzugsweise einen Keilwinkel aufweist,
der mit dem Winkel 66 identisch ist.
[0078] Die Umformseiten 64 der Umformwerkzeuge 46 weisen jeweils eine Nockenstruktur
70 auf. Jede Nockenstruktur 70 weist mehrere - hier vierzehn - Umformnocken
72 auf. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind lediglich zwei Nockenstrukturen 70 und
jeweils eine in Längsrichtung
74 des jeweiligen Umformwerkzeugs 46 erste Umformnocke 72 der beiden Nockenstrukturen
70 mit einem Bezugszeichen versehen.
[0079] Die Umformnocken 72 jeder Nockenstruktur 70 sind in der Längsrichtung 74 des jeweiligen
Umformwerkzeugs 46 hintereinander aufgereiht angeordnet. Die Längsrichtung 74 verläuft
vorzugsweise gleichgerichtet zur Axialbewegung 29 (siehe Fig. 1) eines Werkstückrohlings
18 (siehe Fig. 1) während des Erzeugens eines zylinderförmigen Werkstücks.
[0080] Figur 4 zeigt die Werkzeuganordnung 12 aus Figur 3 mit einem in der Werkzeuganordnung 12
befindlichen Werkstückrohling 18 zur Erläuterung des Erzeugens eines zylinderförmigen
Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur.
[0081] Hierzu wird der Werkstückrohling 18 der Umformwerkzeuganordnung 12 mit einer Vorschubbewegung
76, die aus einer Überlagerung der Axialbewegung 29 und der Drehbewegung 30 resultiert,
zugeführt. Der Werkstückrohling 18 wird entlang der Mittelachse 22 zwischen den Umformwerkzeugen
46 bewegt, wobei die Umformwerkzeuge 46 in der jeweiligen Umformrichtung 58 zeitweise
radial auf den Werkstückrohling 18 einwirken. Dabei bewirken die Umformseiten 64,
insbesondere die Nockenstrukturen 70, eine plastische Verformung des Werkstückrohlings
18. Die Umformnocken 72 formen eine Einkerbung
78 an dem Werkstückrohling 18, die aufgrund der Vorschubbewegung 76 eine spiralförmige
Außenkontur erzeugt.
[0082] Die Axialbewegung 29 ist dabei derart mit der Drehbewegung 30 abgestimmt, dass aufgrund
der resultierenden Vorschubbewegung 76 ein - durch eine Umformnocke 72 eines ersten
Umformwerkzeugs 46 - umgeformter Abschnitt des Werkstückrohlings 18 einer Umformnocke
72 eines - im Drehsinn der Drehbewegung 30 unmittelbar - nachgelagerten Umformwerkzeugs
46 zugeführt wird. Mit anderen Worten wird die durch eine Umformnocke 72 begonnene
Einkerbung 78 durch weitere Umformnocken 72 weiterer Umformwerkzeuge 46 fortlaufend
mehrstufig ausgebildet. Die Einkerbung 78 kann darstellungsgemäß durch verschiedene
Umformnocken 72 verschiedener Umformwerkzeuge 46 und verschiedene Umformnocken 72
derselben Nockenstruktur 70 eines Umformwerkzeugs 46 erzeugt werden.
[0083] Einzelne und/oder mehrere Umformnocken 72 eines und/oder mehrerer Umformwerkzeuge
46 sind mithin auf zumindest einer gemeinsamen ersten Schraubenlinie
80 angeordnet. Darstellungsgemäß verläuft die Einkerbung 78 entlang der ersten Schraubenlinie
80. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist in Figur 4 lediglich eine Einkerbung 78
dargestellt. Darüber hinaus ist es selbsterklärend, dass gemäß der dargestellten Ausführungsform
weitere Einkerbungen 78, beispielsweise entlang einer zweiten Schraubenlinie
82 durch die Umformseiten 64 geformt werden können. Die Anzahl der Schraubenlinien 80,
82 ist vorzugsweise gleich mit der Anzahl der Umformwerkzeuge 46.
[0084] Darstellungsgemäß wird während des Erzeugens des zylindrischen Werkstücks mit der
spiralförmigen Außenkontur ein Ausgangsdurchmesser
84 des Werkstückrohlings 18 auf einen Enddurchmesser
86 verringert. Mit anderen Worten wird der Werkstückrohling 18 einer Durchmesserreduzierung
unterzogen.
[0085] Figur 5 zeigt eine alternative Werkzeuganordnung 12 in einer geschnittenen Seitenansicht
analog zu der in Fig. 2 gekennzeichneten Schnittebene X-X. Die Werkzeuganordnung 12
weist vier verschiedenartige Umformwerkzeuge 46 auf. Aufgrund der geschnittenen Darstellung
sind lediglich drei Umformwerkzeuge 46 in der Figur 5 zu sehen. Die Umformwerkzeuge
46 sind konzentrisch um die Mittelachse 22 der Werkzeuganordnung 12 angeordnet.
[0086] Die Nockenstrukturen 70 der verschiedenen Umformwerkzeuge 46 sind entlang der Mittenachse
22 derart aufeinander abgestimmt, bzw. an dem jeweiligen Umformwerkzeug 46 ausgebildet,
dass eine spiralförmige Außenkontur mit lediglich einer einzelnen Einkerbung 78 ausgebildet
wird. Mit anderen Worten weist die spiralförmige Außenkontur lediglich einen Gang
auf.
[0087] Gemäß der dargestellten Ausführungsform befinden sich alle Umformnocken 72 der jeweiligen
Nockenstruktur 70 und alle Umformnocken 72 der anderen Umformwerkzeuge 46 auf der,
hier einzigen, Schraubenlinie 80.
[0088] Das Umformverfahren zum Erstellen der spiralförmigen Außenkontur ist analog zur Beschreibung
in Figur 4 anwendbar.
[0089] Figur 6 zeigt ein einzelnes Umformwerkzeug 46 in einer Draufsicht auf die Umformseite 64.
[0090] Die Umformseite 64 weist eine Umformnut
88 auf. Die Nockenstruktur 70 kann darstellungsgemäß vollständig innerhalb der Umformnut
88 angeordnet sein.
[0091] Die Umformnut 88 weist hier einen Einlaufabschnitt
90 mit sich verjüngendem Querschnitt auf. Der Einlaufabschnitt 90 ist zur Durchmesserreduzierung
an einem umzuformenden Werkstückrohling 18 (siehe Fig. 4) ausgebildet. Vorzugsweise
weist die Nockenstruktur 70 zumindest eine Umformnocke 72 in dem Einlaufabschnitt
90 auf. Darstellungsgemäß weist die Nockenstruktur 70 sieben vollständig in dem Einlaufabschnitt
90 angeordnete Umformnocken 72 auf.
[0092] Die Umformnut 88 weist hier zudem einen Kalibrierabschnitt
92 mit konstant bleibendem Querschnitt auf. Der Kalibrierabschnitt 92 ist zur Feinumformung
des Werkstückrohlings 18 ausgebildet. Typischerweise ist der graduelle Anteil an einer
Gesamtumformung an den Umformnocken 72 im Kalibrierabschnitt 92 geringer als der graduelle
Anteil an den Umformnocken 72 im Einlaufabschnitt. Der Kalibrierabschnitt 92 weist
hierfür gemäß der dargestellten Ausführungsform fünf vollständig in dem Kalibrierabschnitt
92 angeordnete Umformnocken 72 der Nockenstruktur 70 auf.
[0093] Die Umformnocken 72 der Nockenstruktur 70 weisen eine Nockenverlaufsrichtung
94 auf, die zu einer zur Längsrichtung 74 senkrecht verlaufenden Querrichtung
96 mit einem Steigungswinkel
98 abweichend ausgebildet ist. Mit anderen Worten verläuft die Nockenverlaufsrichtung
94 schräg zu der Längsrichtung 74. Vorzugsweise weisen alle Umformnocken 72, wie dargestellt,
die gleiche Nockenverlaufsrichtung 94 auf. Mit anderen Worten sind die Umformnocken
72 parallel zueinander ausgebildet.
[0094] In
Figur 7 ist das Umformwerkzeug 46 aus Figur 6 in einer perspektivischen Ansicht dargestellt.
[0095] Das Umformwerkzeug 46 weist gemäß der gezeigten Ausführungsform einen sich in Umformrichtung
58 verjüngenden Umformwerkzeugabschnitt
100 auf. Der Umformwerkzeugabschnitt 100 weist an seiner der Krafteinleitungsseite 62
abgewandten Seite die Umformnut 88 mit der darin angeordneten, bzw. ausgebildeten
Nockenstruktur 70 auf.
[0096] Die Umformnut 88 weist in ihrem Querschnitt typischerweise einen kreissegmentförmigen
Nutgrund
102 auf. Hierdurch kann ein Kreisquerschnitt des Werkstückrohlings 18 während des Umformens
beibehalten und/oder erzeugt werden.
[0097] Figur 8 zeigt einen vergrößert dargestellten Teilausschnitt des Umformwerkzeugs 46 aus den
Figuren 6 und 7 in einem Längsschnitt durch die Umformnut 88 und die Nockenstruktur
70.
[0098] Die Nockenstruktur 70 weist Umformnocken
72a mit einer in Längsrichtung 74 gewölbten Nockenkontur
104 auf. Ferner kann die Nockenstruktur 70 darstellungsgemäß Umformnocken
72b mit einer in Längsrichtung 74 verlaufenden trapezförmigen Nockenkontur
106 aufweisen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist lediglich eine Umformnocke 72a,
eine Umformnocke 72b, eine gewölbte Nockenkontur 104 und eine trapezförmige Nockenkontur
106 mit einem Bezugszeichen versehen. Darstellungsgemäß weisen die in Längsrichtung
74 ersten Umformnocken 72 die gewölbte Nockenkontur 104 und die in Längsrichtung 74
letzten Umformnocken 72 die trapezförmige Nockenkontur 106 auf.
[0099] Die Umformnocken 72, insbesondere die Umformnocken 72b mit trapezförmiger Nockenkontur
106, können eine erste Nockenflanke
108 und eine zweite Nockenflanke
110 aufweisen. Die erste Nockenflanke 108 ist der zweiten Nockenflanke 110 in Längsrichtung
74 vorgelagert. Die erste Nockenflanke 108 und die zweite Nockenflanke 110 derselben
Umformnocke 72 bilden einen Nockenwinkel
112 aus. Die erste Nockenflanke 108 und die zweite Nockenflanke 110 oder die zweite Nockenflanke
110 und die erste Nockenflanke 108 von benachbarten Umformnocken 72 bilden einen Einkerbungswinkel
114 aus.
[0100] Eine Nockenhöhe
116 jeder Umformnocke 72 bemisst sich zwischen einem Nockenhöhepunkt
118 und dem Nutgrund 102 in Umformrichtung 58. Die Nockenhöhe 108 nimmt vorzugsweise
in Längsrichtung 74, insbesondere stetig, zu.
Bezugszeichenliste
[0101]
Umformmaschine 10;
Umformwerkzeuganordnung 12;
Vorschubeinrichtung 14;
Spannzange 16;
Werkstückrohling 18;
Vorschubachse 20;
Mittelachse 22;
Längsachse 24;
Einführöffnung 26;
Frontseite 28;
Axialbewegung 29;
Drehbewegung 30;
Maschinensteuerung 34;
Kommunikationsverbindungen 36;
Rollenkäfig 38;
Rollen 42;
Stößel 44;
Umformwerkzeug 46;
Umformstempel 48;
Nachstellkeil 50;
radial äußere Seite 52;
radial innere Seite 54;
Umformseite 56;
Umformrichtung 58;
Rotationsbewegung 60;
Krafteinleitungsseite 62;
Umformseite 64;
Winkel 66;
Ebene 68;
Nockenstruktur 70;
Umformnocke 72, 72a, 72b;
Längsrichtung 74;
Vorschubbewegung 76;
Einkerbung 78;
erste Schraubenlinie 80;
zweite Schraubenlinie 82;
Ausgangsdurchmesser 84;
Enddurchmesser 86;
Umformnut 88;
Einlaufabschnitt 90;
Kalibrierabschnitt 92;
Nockenverlaufsrichtung 94;
Querrichtung 96;
Steigungswinkel 98;
Umformwerkzeugabschnitt 100;
Nutgrund 102;
gewölbten Nockenkontur 104;
trapezförmigen Nockenkontur 106;
erste Nockenflanke 108;
zweite Nockenflanke 110;
Nockenwinkel 112;
Einkerbungswinkel 114;
Nockenhöhe 116;
Nockenhöhepunkt 118;
Schnittebene X-X.
1. Umformwerkzeug (46) für eine Umformwerkzeuganordnung (12) zum mehrstufigen Erzeugen
eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten,
aufweisend
• eine Krafteinleitungsseite (62) zum Einleiten einer Umformkraft in das Umformwerkzeug
(46);
• eine der Krafteinleitungsseite (62) gegenüberliegende Umformseite (64) zum Einleiten
der Umformkraft in einer Umformrichtung (58) in den Werkstückrohling (18); und
• eine an der Umformseite (64) ausgebildete Nockenstruktur (70);
dadurch gekennzeichnet, dass
• die Nockenstruktur (70) eine erste Umformnocke (72; 72a, 72b) und eine zweite Umformnocke
(72; 72a, 72b) aufweist, die in einer Längsrichtung (74) des Umformwerkzeugs (46)
senkrecht zur Umformrichtung (58) hintereinander angeordnet sind; wobei
• die Umformnocken (72; 72a, 72b) verschiedene Nockenhöhen (116) aufweisen; und wobei
• die Umformnocken (72; 72a, 72b) in einer orthogonalen Ansicht auf die Umformseite
(64) eine Nockenverlaufsrichtung (94) aufweisen, die schräg zur Längsrichtung (74)
des Umformwerkzeugs (46) ausgebildet ist.
2. Umformwerkzeug (46) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umformseite (64) eine sich in Längsrichtung (74) erstreckende Umformnut (88)
mit einem im Querschnitt kreissegmentförmigen Nutgrund (102) aufweist, wobei die Nockenstruktur
(70) in der Umformnut (88) angeordnet ist.
3. Umformwerkzeug (46) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Umformnut (88) einen Einlaufabschnitt (90) mit sich in Längsrichtung (74) verjüngendem
Querschnitt und/oder einen Kalibrierabschnitt (92) mit in Längsrichtung (74) konstantem
Querschnitt aufweist, wobei zumindest eine der Umformnocken (72; 72a, 72b) in dem
Einlaufabschnitt (90) und/oder in dem Kalibrierabschnitt (92) angeordnet ist.
4. Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nockenstruktur (70) wenigstens drei, vorzugsweise wenigstens sechs, besonders
bevorzugt wenigstens zwölf, Umformnocken (72; 72a, 72b) aufweist, die in Längsrichtung
(74) äquidistant zueinander angeordnet sind.
5. Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der, vorzugsweise mehrere der, besonders bevorzugt alle, Umformnocken
(72; 72a, 72b) einen um die Längsrichtung (74) oder zur Längsrichtung (74) hin gewölbten
Umformabschnitt aufweisen.
6. Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Umformnocken (72; 72a, 72b) eine in der Längsrichtung (74) gewölbt
und/oder trapezförmig verlaufende Nockenkontur (104, 106) aufweist.
7. Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine, vorzugsweise mehrere, Umformnocken (72; 72a, 72b) eine erste Nockenflanke
(108) und eine zweite Nockenflanke (110) aufweisen, wobei die erste Nockenflanke (108)
und die zweite Nockenflanke (110) zur Umformrichtung (58) geneigt ausgebildet sind.
8. Umformwerkzeug (46) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Nockenflanke (108, 110) von zumindest einer Umformnocke
(72; 72a, 72b) einen Nockenwinkel (112) von höchstens 40 Grad, vorzugsweise von höchstens
30 Grad, besonders bevorzugt von höchstens 20 Grad ausbilden.
9. Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug (46) einen sich in Umformrichtung (58) verjüngenden Umformwerkzeugabschnitt
(100) aufweist.
10. Umformwerkzeuganordnung (12) für eine Umformmaschine (10) zum mehrstufigen Erzeugen
eines zylindrischen Werkstücks mit einer spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten,
aufweisend ein erstes Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche
und ein zweites Umformwerkzeug (46) nach einem der vorhergehenden Ansprüche;
wobei die Umformwerkzeuge (46) konzentrisch um eine Mittelachse (22) der Umformwerkzeuganordnung
(12) angeordnet sind, um einen Werkstückrohling (18) beim Erzeugen des zylindrischen
Werkstücks mit spiralförmiger Außenkontur zumindest teilweise zu umschließen;
wobei die Umformwerkzeuganordnung (12) zum radialen Auslenken der Umformwerkzeuge
(46) in Richtung der Mittelachse (22) ausgebildet ist; wobei die Umformwerkzeuge (46)
jeweils mit Ihrer Umformseite (64) in Richtung der Mittelachse (22) ausgerichtet sind,
um durch das radiale Auslenken eine radiale Krafteinleitung in den Werkstückrohling
(18) bewirken zu können;
wobei die erste Umformnocke (72; 72a, 72b) des ersten Umformwerkzeugs (46) gemeinsam
mit einer der Umformnocken (72; 72a, 72b) des zweiten Umformwerkzeugs (46) auf einer
ersten Schraubenlinie (80) angeordnet ist.
11. Umformwerkzeuganordnung (12) nach Anspruch 10, wobei die zweite Umformnocke (72; 72a,
72b) des ersten Umformwerkzeugs (46) auf der ersten Schraubenlinie (80) oder gemeinsam
mit einer der Umformnocken (72; 72a, 72b) des zweiten Umformwerkzeugs (46) auf einer
zweiten Schraubenlinie (82) angeordnet ist.
12. Umformwerkzeuganordnung (12) nach Anspruch 10 oder 11, wobei beide Umformnocken (72;
72a, 72b) des zweiten Umformwerkzeugs (46) auf der ersten Schraubenlinie (80) angeordnet
sind.
13. Umformwerkzeuganordnung (12) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, zusätzlich aufweisend
zumindest ein weiteres Umformwerkzeug (46) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei
eine der Umformnocken (72; 72a, 72b) des zumindest einen weiteren Umformwerkzeugs
(46) auf der ersten Schraubenlinie (80) und/oder der zweiten Schraubenlinie (82) angeordnet
ist.
14. Umformwerkzeuganordnung (12) nach einem der Ansprüche 10 bis 13, wobei die Umformwerkzeuge
(46) mehrere, vorzugsweise zumindest sechs, besonders bevorzugt zumindest zwölf, Umformnocken
(72; 72a, 72b) aufweisen; wobei die ersten Umformnocken (72; 72a, 72b) der Umformwerkzeuge
(46) auf verschiedenen Schraubenlinien (80, 82) angeordnet sind; wobei die in Längsrichtung
(74) der ersten Umformnocke (72; 72a, 72b) nachfolgenden Umformnocken (72; 72a, 72b)
eines Umformwerkzeugs (46) abwechselnd mit der Schraubenlinie (80, 82) desselben Umformwerkzeugs
(46) auf den Schraubenlinien (80, 82) der weiteren Umformwerkzeuge (46) angeordnet
sind.
15. Umformmaschine (10) zum mehrstufigen Erzeugen eines zylindrischen Werkstücks mit einer
spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten,
• mit einer Umformwerkzeuganordnung (12) nach einem der Ansprüche 10 bis 14;
• mit einer zum Anordnen, insbesondere Einspannen, eines Werkstückrohlings (18) ausgebildeten
Vorschubeinrichtung (14); wobei die Vorschubeinrichtung (14) entlang einer Vorschubachse
(20) relativ zu der Umformwerkzeuganordnung (12) translatorisch bewegbar ausgebildet
ist; und
• mit einer zum Regeln von Maschinenparametern ausgebildeten Maschinensteuerung (34);
• wobei die Umformmaschine (10) zur Durchführung einer relativen Drehbewegung (30)
zwischen der Umformwerkzeuganordnung (12) und der Vorschubeinrichtung (14) eingerichtet
ist.
16. Umformverfahren zum mehrstufigen Erzeugen eines zylindrischen Werkstücks mit einer
spiralförmigen Außenkontur durch Rundkneten mittels einer Umformmaschine (10) nach
Anspruch 15, aufweisend die Verfahrensschritte:
• Anordnen, insbesondere Einspannen, eines Werkstückrohlings (18) an der Umformmaschine
(10);
• Erzeugen des zylindrischen Werkstücks mit der spiralförmigen Außenkontur durch Bewegen
der Vorschubeinrichtung (14) in einer Axialbewegung (29) entlang der Vorschubachse
(20) sowie zeitgleichem Durchführen der relativen Drehbewegung (30) zwischen der Umformwerkzeuganordnung
(12) und der Vorschubeinrichtung (14);
wobei die Drehbewegung (30) derart an die Axialbewegung (29) angepasst ist, dass die
Umformnocken (72; 72a, 72b) entlang der Schraubenlinien (80, 82) durch radiales Auslenken
der Umformwerkzeuge (46) eine plastische Verformung des Werkstückrohlings (18) bewirken.
17. Umformverfahren nach Anspruch 16, wobei das zylindrische Werkstück aus einem hohlen
Werkstückrohling (18) erzeugt wird, wobei vor dem Erzeugen des zylindrischen Werkstücks
mit der spiralförmigen Außenkontur ein Umformdorn innerhalb des hohlen Werkstückrohlings
(18) angeordnet wird.
18. Computerprogramm zum Betreiben einer Umformmaschine (10) gemäß Anspruch 15, wobei
als Maschinensteuerung (34) eine numerische Maschinensteuerung (34) vorgesehen ist,
wobei das Computerprogramm für die Maschinensteuerung (34) Steuerbefehle umfasst,
die bewirken, dass ein Umformverfahren nach Anspruch 16 durchgeführt wird, wenn das
Computerprogramm auf der numerischen Maschinensteuerung (34) der Umformmaschine (10)
gemäß Anspruch 15 abläuft.