[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Ammoniakverbrennungsmotors,
einen Ammoniakverbrennungsmotor und eine mobile oder stationäre Anlage umfassend einen
Ammoniakverbrennungsmotor.
[0002] Ammoniakverbrennungsmotoren sind Verbrennungsmotoren, die Ammoniak als Kraftstoff
verwenden, und stellen eine Alternative zu "klassischen" Verbrennungsmotoren dar,
die als Brennstoff Kohlenwasserstoffe wie Erdgas, Benzin oder Diesel einsetzen. Der
Einsatz von Ammoniakverbrennungsmotoren ist insbesondere wünschenswert, wenn Kohlenwasserstoffe
aus fossilen Quellen durch Ammoniak mit niedrigerem CO
2-Fußabdruck als Brennstoff wenigstens teilweise ersetzt werden. Dies ist selbst dann
von Vorteil, wenn weiterhin andere Brennstoffe als Ammoniak zur Zündung oder Verbrennung
des Ammoniaks eingesetzt werden. Zudem sind viele Ammoniakverbrennungsmotoren mehrbrennstofffähig,
können also neben Ammoniak auch weiterhin mit anderen Brennstoffen betrieben werden.
[0003] Jedoch erzeugen Ammoniakverbrennungsmotoren Abgasströme, die sich von denen, die
in einem klassischen Verbrennungsmotor anfallen, grundlegend unterscheiden. Hierbei
stellt sich das Problem, dass je nach Betriebspunkt, Auslegung und Tuning des Ammoniakverbrennungsmotors
ein Abgasstrom erzeugt wird, der einen Überschuss an Stickoxiden (NO
x) oder Ammoniak (NH
3) aufweisen kann. Dies stellt hohe Anforderungen an nachgeschaltete Abgasnachbehandlungssysteme,
da diese für beide Situationen ausgelegt werden müssen, wodurch die Komplexität und
der Kostenaufwand für die Abgasnachbehandlung von Ammoniakverbrennungsmotoren hoch
sind.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit bereitzustellen, die Komplexität
und/oder die Kosten für die Abgasnachbehandlung eines in einem Ammoniakverbrennungsmotor
erzeugten Abgasstromes zu reduzieren.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben eines Ammoniakverbrennungsmotors
mit einer Brennkammer und einer mit der Brennkammer in Strömungsverbindung stehenden
Einspritzeinrichtung, mit der Ammoniak in die Brennkammer dosierbar ist, wobei Ammoniak
derart in die Brennkammer dosiert wird, dass ein vom Ammoniakverbrennungsmotor erzeugter
Abgasstrom unabhängig vom momentanen Betriebspunkt des Ammoniakverbrennungsmotors
ein vorbestimmtes Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden aufweist.
[0006] Der "Betriebspunkt" des Ammoniakverbrennungsmotors bezeichnet einen bestimmten Punkt
im Kennfeld des jeweiligen Ammoniakverbrennungsmotors. Entsprechend ist der momentane
Betriebspunkt derjenige Punkt im Kennfeld des Ammoniakverbrennungsmotors, der zum
momentanen Zeitpunkt vorliegt. Der momentane Betriebspunkt ist somit auch ein Ausdruck
für die Verbrennungsbedingungen im Ammoniakverbrennungsmotor.
[0007] Hier und im Folgenden bezieht sich der Begriff "Molverhältnis" auf das Molverhältnis
von Ammoniak zu Stickoxiden, sofern nichts anderes erwähnt ist.
[0008] Die Erfindung basiert auf dem Grundgedanken, das Molverhältnis im erzeugten Abgasstrom
derart aktiv zu steuern bzw. einzustellen, dass jederzeit ein zuvor festgelegtes und
somit hinreichend bekanntes Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden im Abgasstrom
erzeugt wird. Auf diese Weise muss ein dem Ammoniakverbrennungsmotor nachgeschaltetes
Abgasnachbehandlungssystem lediglich auf das vorbestimmte Molverhältnis abgestimmt
bzw. ausgerichtet werden, wodurch sich die Komplexität und Aufbau und somit die Kosten
des Abgasnachbehandlungssystems minimieren lässt.
[0009] Das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden bezeichnet insbesondere
das Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden im Abgasstrom an einem Auslass des Ammoniakverbrennungsmotors,
beispielsweise am Ende einer mit der Brennkammer in Strömungsverbindung stehenden
Abfuhrleitung des Ammoniakverbrennungsmotors. Anders ausgedrückt ist das vorbestimmte
Molverhältnis insbesondere dasjenige Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden, das
der vom Ammoniakverbrennungsmotor erzeugte Abgasstrom vor der Behandlung mit einem
dem Ammoniakverbrennungsmotor nachgeschalteten Abgasnachbehandlungssystem aufweist.
[0010] Es ist jedoch auch möglich, dass als vorbestimmtes Molverhältnis von Ammoniak zu
Stickoxiden dasjenige Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden herangezogen wird,
dass der Abgasstrom aufweist, bevor der Abgasstrom in einem aktiv gesteuerten Bestandteil
des dem Ammoniakverbrennungsmotor nachgeschalteten Abgasnachbehandlungssystems behandelt
wird. Somit können passiv arbeitende Bestandteile des Abgasnachbehandlungssystems
den Abgasstrom bereits behandelt haben.
[0011] In einer Variante liegt das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
(R) im Bereich von R:1 bis 1,1×R:1, wobei R eine vorgesehene NO
x-Reduktionsrate bezeichnet. Anders ausgedrückt beträgt das vorbestimmte Molverhältnis
maximal das 1,1-fache der vorgesehenen NO
x-Reduktionsrate. Beträgt die vorgesehene NO
x-Reduktionsrate beispielsweise 80%, so kann das vorbestimmte Molverhältnis im Bereich
von 0,8:1 bis 0,88:1 liegen. Die vorgesehene NO
x-Reduktionsrate R kann entsprechend kleiner 100 % sein, beispielsweise im Bereich
von 80% bis kleiner 100% liegen.
[0012] In einer anderen Variante beträgt das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu
Stickoxiden 1:1 oder höher. Insbesondere liegt das vorbestimmte Molverhältnis im Bereich
von 1:1 bis 1,5:1.
[0013] In dieser Variante wird somit ein Überschuss von Ammoniak im Vergleich zum Gehalt
an Stickoxiden im Abgasstrom gewählt oder wenigstens ein Gleichgewicht zwischen Ammoniak
und den zu reduzierenden Stickoxiden. Anders ausgedrückt kann gezielt ein sogenannter
"Ammoniakschlupf" genutzt werden. Es hat sich gezeigt, dass besonders vorteilhafte
Betriebspunkte von Ammoniakverbrennungsmotoren genutzt werden können, wenn ein Ammoniakschlupf
im Abgasstrom in Kauf genommen wird.
[0014] Vorteilhaft an einem Ammoniakschlupf im Abgasstrom ist zudem, dass in einem nachgeschalteten
Abgasnachbehandlungssystem auf zusätzliche Dosiersysteme zum Zudosieren von Ammoniak
in den Abgasstrom verzichtet werden kann oder ein Dosierbereich des Abgasnachbehandlungssystems
des zusätzlichen Dosiersystems zumindest minimiert werden kann. Derartige Dosiersysteme
sind notwendig, wenn ein Überschuss an Stickoxiden im Abgasstrom vorliegen würde,
um diese zu Stickstoff und Wasser umzusetzen. Somit können die Komplexität, die Kosten
und der Platzbedarf des Abgasnachbehandlungssystems weiter reduziert werden, da entweder
komplett auf ein Dosiersystem verzichtet werden oder zumindest kostengünstigere Dosiersysteme
mit kleineren Dosierbereichen und/oder einfacheren Komponenten vorgesehen werden können.
[0015] Ferner ist es möglich, dass als vorbestimmtes Molverhältnis ein Molverhältnis gewählt
wird, das für den Abbau von Lachgas optimiert eingestellt wird, da neben Ammoniak
und Stickoxiden im Abgasstrom auch Lachgas (N
2O) enthalten ist.
[0016] Lachgas ist ein an wenigstens einigen Betriebspunkten eines Ammoniakverbrennungsmotors
anfallendes Nebenprodukt mit einem Treibhausgaspotential, das in einem Zeithorizont
von 100 Jahren mehr als dem 250-fachen des Treibhausgaspotentials von Kohlenstoffdioxid
entspricht. Somit ist es von entscheidender Bedeutung, dass im Abgasstrom enthaltenes
Lachgas zuverlässig im Abgasnachbehandlungssystem aus dem Abgasstrom umgewandelt wird.
[0017] Zu diesem Zweck kann das vorbestimmte Molverhältnis derart gewählt werden, dass das
vorbestimmte Molverhältnis zwar nicht optimiert für die Ammoniak- und Stickoxidabgasnachbehandlung
ist, jedoch optimiert dafür, Lachgas aus dem Abgasstrom zu entfernen. Dies kann durch
ein Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden im Abgasstrom erfolgen, das auf einen
im Abgasnachbehandlungssystem angeordneten N
2O-Zersetzungskatalysator abgestimmt wird, sodass der N
2O-Zersertungskatalysator eine optimierte Umsetzungsrate und Selektivität erreicht.
[0018] In einer Variante umfasst das Verfahren folgende Schritte:
- a) Ermitteln des momentanen Betriebspunkts des Ammoniakverbrennungsmotors,
- b) Bestimmen eines erwarteten Molverhältnisses von Ammoniak zu Stickoxiden im erzeugten
Abgasstrom am momentanen Betriebspunkt,
- c) Vergleichen des erwarteten Molverhältnisses mit dem vorbestimmten Molverhältnis,
und
- d) Anpassen der in die Brennkammer über die Einspritzeinrichtung dosierten Menge an
Ammoniak, falls das erwartete Molverhältnis um mehr als einen Schwellenwert vom vorbestimmten
Molverhältnis abweicht.
[0019] Der Schwellenwert ist insbesondere derart festgelegt, dass bei einer Abweichung von
mehr als 5 % zwischen erwartetem Molverhältnis und vorbestimmten Molverhältnis die
dosierte Menge an Ammoniak angepasst wird.
[0020] Die Schritte a) bis d) können in einer Kontrolleinheit des Ammoniakverbrennungsmotors
ausgeführt werden, wobei in der Kontrolleinheit der Schwellenwert hinterlegt ist.
[0021] Bevorzugt werden die Schritte a) bis d) kontinuierlich wiederholt, sodass etwaige
übermäßige Abweichungen vom vorbestimmten Molverhältnis zeitnah erkannt und noch mit
minimalem Zeitverzug ausgeglichen werden können.
[0022] "Kontinuierlich wiederholt" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zwischen zwei Wiederholungen
der jeweiligen Verfahrensschritte lediglich die für die Durchführung der weiteren
Verfahrensschritte zwingend benötigte Zeitdauer eingehalten wird.
[0023] Das erwartete Molverhältnis wird insbesondere anhand eines in einer Kontrolleinheit
des Ammoniakverbrennungsmotors hinterlegten Datensatzes ermittelt, wobei der Datensatz
wenigstens auf einer Betriebsinformation zum Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors
basiert.
[0024] Zu den Betriebsinformationen zum Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors (auch als
Motorbetriebsparameter bezeichnet) kann wenigstens eine der folgenden Informationen
gehören: Menge an pro Zeiteinheit in die Brennkammer dosierten Ammoniaks, Gesamtmenge
an in einem Verbrennungszyklus in die Brennkammer dosierten Menge an Ammoniak, zeitliche
Verteilung der in die Brennkammer dosierten Menge an Ammoniak, Ladeluftdruck, Temperatur,
relative Luftfeuchte, Luft-Brennstoff-Verhältnis und Zünddruck.
[0025] Der hinterlegte Datensatz stellt somit ein "Mapping" des Verhaltens des Ammoniakverbrennungsmotors
dar. Je umfangreicher der hinterlegte Datensatz ausgestaltet wird, desto genauer kann
das erwartete Molverhältnis basierend auf dem Datensatz ermittelt werden.
[0026] Insbesondere kann das erwartete Molverhältnis anhand des hinterlegten Datensatzes
vollständig passiv ermittelt werden, das heißt, es müssen keine zusätzlichen aktiv
gemessenen Parameter in die Ermittlung des erwarteten Molverhältnisses einfließen.
Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn das Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors
bei allen relevanten Betriebspunkten hinreichend bekannt ist und über die im hinterlegten
Datensatz gespeicherten Betriebsinformationen hinreichend genau beschrieben werden
kann.
[0027] Alternativ oder zusätzlich kann der Ammoniakverbrennungsmotor über wenigstens einen
Sensor verfügen, der den erzeugten Abgasstrom beprobt, wobei das erwartete Molverhältnis
anhand der vom Sensor beim Beproben erzeugten Sensormessdaten ermittelt wird. Auf
diese Weise kann über eine aktive Überprüfung der Zusammensetzung des erzeugten Abgasstroms
eine besonders präzise Aussage zum erwarteten Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
gewonnen werden. Insbesondere kann die Dosierung von Ammoniak in die Brennkammer des
Abgasnachbehandlungssystems in einem "closed loop"-Verfahren basierend auf den erzeugten
Sensormessdaten angepasst werden.
[0028] Auch ist es möglich, dass für das Bestimmen des erwarteten Molverhältnisses von Ammoniak
zu Stickoxiden eine Kombination der im hinterlegten Datensatz vorhandenen Betriebsinformationen
und vom wenigstens einen Sensor erzeugten Sensormessdaten herangezogen wird.
[0029] Zudem kann die Kontrolleinheit über ein Maschinenlernmodul verfügen, das dazu eingerichtet
ist, die wenigstens eine Betriebsinformation basierend auf den vom wenigstens einen
Sensor erzeugten Sensormessdaten anzupassen. Auf diese Weise können beim Einsatz des
Ammoniakverbrennungsmotors festgestellte Abweichungen berücksichtigt werden, sodass
jederzeit das erwartete Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden zuverlässig und
präzise bestimmt werden kann.
[0030] Der wenigstens eine Sensor kann sowohl an einer Stelle im Abgasstrom angeordnet sein,
an dem das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden vorliegen muss,
als auch an einer Stelle, die lediglich einen Rückschluss auf das tatsächliche Molverhältnis
von Ammoniak zu Stickoxiden an einer anderen Stelle im Abgasstrom ermöglicht, an der
das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden vorliegen muss.
[0031] Beispielsweise ist es möglich, dass wenigstens einer der Sensoren in einem dem Ammoniakverbrennungsmotor
zugeordneten Abgasnachbehandlungssystem angeordnet ist.
[0032] In einer Variante wird die in die Brennkammer dosierte Menge an Ammoniak über eine
Aufladung und/oder eine Spülung der Brennkammer gewählt, insbesondere über eine Ventilüberschneidung
des Ammoniakverbrennungsmotors.
[0033] Die Ventilüberschneidung kann über das Öffnungsverhalten
a) eines Einlassventils oder mehrerer Einlassventile und eines Auslassventils oder
mehrerer Auslassventile der Brennkammer des Ammoniakverbrennungsmotors,
b) über einen Einlassschlitz oder mehrere Einlassschlitze und einen Auslassschlitz
oder mehrere Auslassschlitze der Brennkammer des Ammoniakverbrennungsmotors,
c) einer Kombination von einem oder mehreren Einlassschlitzen und einem oder mehreren
Auslassventilen der Brennkammer des Ammoniakverbrennungsmotors oder
d) einer Kombination von einem oder mehreren Einlassventilen und einem oder mehreren
Auslassschlitzen
vorgegeben bzw. variiert werden. Auch ist es möglich, dass zusätzlich eine Abgasrückführung
(AGR, auch engl. als "Exhaust gas recirculation" / EGR bezeichnet) genutzt wird.
[0034] In noch einer Variante ist die Einspritzeinrichtung eine Direkteinspritzeinrichtung
und Ammoniak wird in einer modifizierten Einspritzung in die Brennkammer dosiert.
[0035] Eine modifizierte Einspritzung kann über eine längere Dauer der Haupteinspritzung,
eine Mehrfacheinspritzung oder eine zusätzliche Nacheinspritzung realisiert werden.
[0036] Wird Ammoniak zusätzlich in einer Nacheinspritzung in die Brennkammer dosiert, wird
der Zeitpunkt der Nacheinspritzung so gewählt, dass zumindest nicht mehr die Gesamtmenge
an in der Nacheinspritzung dosierten Ammoniaks im aktuellen Takt bzw. Verbrennungszyklus
des Ammoniakverbrennungsmotors umgesetzt wird, also zu einem Zeitpunkt, an dem die
Hauptverbrennung von Brennstoff im aktuellen Takt bzw. Verbrennungszyklus des Ammoniakverbrennungsmotors
vollständig abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen ist. Somit fungiert das über die
Nacheinspritzung dosierte Ammoniak zumindest teilweise nicht mehr als Brennstoff,
sondern als Chemikalie zur Optimierung bzw. Vereinfachung der Abgasnachbehandlung
des in der Brennkammer erzeugten Abgasstroms. Analoge Nacheinspritzungsverfahren sind
beispielsweise aus Dieselmotoren hinlänglich bekannt.
[0037] Der in der Brennkammer vorhandene Kraftstoff wird insbesondere mittels eines Zündstrahls
gezündet. Auf diese Weise kann auf den Einsatz von alternativen Zündeinrichtungen,
wie beispielsweise einer Zündkerze, verzichtet werden, während zugleich eine zuverlässige
Zündung und ein definiertes Verbrennungsverhalten realisiert werden kann. Somit kann
über die Verwendung eines Zündstrahls die Dosierung von Ammoniak in die Brennkammer
und das im erzeugten Abgasstrom am momentanen Betriebspunkt vorliegende vorbestimmte
Molverhältnis noch besser gesteuert werden.
[0038] Die Aufgabe wird ferner erfindungsgemäß gelöst durch einen Ammoniakverbrennungsmotor
mit einer Brennkammer und einer mit der Brennkammer in Strömungsverbindung stehenden
Einspritzeinrichtung, mit der Ammoniak in die Brennkammer dosierbar ist, wobei der
Ammoniakverbrennungsmotor dazu eingerichtet ist, das Verfahren wie zuvor beschrieben
auszuführen.
[0039] Die Merkmale und Eigenschaften des erfindungsgemäßen Verfahrens gelten entsprechend
für den erfindungsgemäßen Ammoniakverbrennungsmotor und umgekehrt.
[0040] Die Aufgabe wird weiter erfindungsgemäß gelöst durch eine mobile oder stationäre
Anlage umfassend einen Ammoniakverbrennungsmotor wie zuvor beschrieben und ein mit
dem Ammoniakverbrennungsmotor in Strömungsverbindung stehendem Abgasnachbehandlungssystem
zum Behandeln des vom Ammoniakverbrennungsmotor erzeugten Abgasstroms.
[0041] Die mobile Anlage kann ein Fahrzeug wie ein Landfahrzeug oder ein Wasserfahrzeug,
beispielsweise ein Schiff, sein. Das Landfahrzeug kann straßen- oder schienengebunden
sein. Es ist jedoch auch möglich, dass es sich um ein nicht straßen- oder schienengebundenes
Fahrzeug handelt, beispielsweise um ein Fahrzeug im Forst-, Agrar- oder Bergbaubereich.
[0042] Die stationäre Anlage kann ein Kraftwerk zur Strom-, Wärme- und/oder Kälteproduktion
sein. Es ist auch möglich, dass die stationäre Anlage eine Kompressionsanlage, eine
Pumpe oder eine Anlage für den stationären direkten Antrieb von mechanischen Prozessen
ist.
[0043] Weitere Merkmale und Eigenschaften der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung einer beispielhaften Ausführungsformen, die nicht in einem einschränkenden
Sinn verstanden werden soll, sowie aus den Zeichnungen. In diesen zeigen:
- Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Fahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Ammoniakverbrennungsmotor,
und
- Fig. 2 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Ammoniakverbrennungsmotors,
dazu eingerichtet, ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben des Ammoniakverbrennungsmotors
durchzuführen.
[0044] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße mobile oder stationäre Anlage 10 dargestellt,
welches in der gezeigten Ausführungsform ein Fahrzeug, speziell ein Wasserfahrzeug
ist, nämlich ein Frachtschiff.
[0045] Die erfindungsgemäße mobile oder stationäre Anlage 10 kann grundsätzlich auch ein
anderes Wasserfahrzeug oder ein Landfahrzeug sein, beispielsweise ein straßengebundenes
Fahrzeug oder ein schienengebundenes Fahrzeug. Auch ist es möglich, dass die erfindungsgemäße
mobile oder stationäre Anlage 10 ein Kraftwerk ist.
[0046] Das Fahrzeug wird über einen Ammoniakverbrennungsmotor 12 angetrieben, das heißt
über einen Motor, der Ammoniak (NH
3) als Kraftstoff verwendet und diesen mit Sauerstoff (O
2) umsetzt. Sauerstoff ist in der Umgebungsluft des Ammoniakverbrennungsmotors 12 enthalten,
welche direkt zur Verbrennung von Ammoniak verwendet werden kann.
[0047] Der bei diesem Verbrennungsprozess erzeugte Abgasstrom kann neben den gewünschten
Umsetzungsprodukten Stickstoff (N
2) und Wasser (H
2O) nicht umgesetzten Ammoniak sowie Stickoxide (NO
x) enthalten, die aus dem Abgasstrom entfernt werden müssen, bevor dieser an die Umwelt
abgegeben wird.
[0048] Der erzeugte Abgasstrom wird daher mit einem dem Ammoniakverbrennungsmotor 12 zugeordneten
Abgasnachbehandlungssystem 14 behandelt.
[0049] Fig. 2 zeigt weitere Details des erfindungsgemäßen Ammoniakverbrennungsmotors 12
und des Abgasnachbehandlungssystems 14.
[0050] Der Ammoniakverbrennungsmotor 12 verfügt über einen Zylinder 15, der eine Brennkammer
16 aufweist und einen Kolben 18 umfasst, der beweglich innerhalb des Zylinders 15
angeordnet ist und mit einer (nicht dargestellten) Kurbelwelle verbunden ist.
[0051] Über eine Luftzufuhrleitung 20 und ein Lufteinlassventil 22 kann ausgehend von einer
Luftzufuhr 24 Frischluft in die Brennkammer 16 zugegeben werden. Somit steht die Luftzufuhr
24 in Strömungsverbindung mit der Brennkammer 16.
[0052] Ammoniak ist mittels einer Einspritzeinrichtung 26 in die Brennkammer 16 dosierbar,
wobei die Einspritzeinrichtung 26 eine Einspritzdüse 28 und eine Einspritzregeleinheit
30 umfasst, die in Strömungsverbindung miteinander stehen.
[0053] Die Einspritzregeleinheit 30 wird über eine Ammoniakzufuhrleitung 32 mittels einer
Pumpe 34 aus einem Tank 36 versorgt, in dem Ammoniak vorgelegt ist.
[0054] In der gezeigten Ausführungsform handelt es sich um ein Direkteinspritzsystem, bei
dem Luft und Ammoniak direkt in die Brennkammer 16 dosiert werden. Es versteht sich,
dass auch abweichende Ausgestaltungen des Ammoniakverbrennungsmotors 12 eingesetzt
werden können. Beispielsweise kann eine vorgelagerte Mischkammer vorgesehen sein,
in der Ammoniak und Luft zu einem Ammoniak-Luft-Gemisch vermischt und das Ammoniak-Luft-Gemisch
in die Brennkammer 16 dosiert wird.
[0055] Auch kann eine Ausgestaltung des Ammoniakverbrennungsmotors 12 vorgesehen sein, in
der das in der Brennkammer 16 vorhandene Ammoniak-Luft-Gemisch mit Hilfe eines Zündstrahls
gezündet wird.
[0056] Das innerhalb der Brennkammer 16 erzeugte Abgas wird als Abgasstrom über ein Auslassventil
38 in eine Abfuhrleitung 40 des Ammoniakverbrennungsmotors 12 und aus dieser zum Abgasnachbehandlungssystem
14 geführt, wie in Fig. 2 über einen Pfeil P angedeutet ist.
[0057] Das Abgasnachbehandlungssystem 14 verfügt über eine erste Katalysatoreinheit 42,
eine zweite Katalysatoreinheit 44 und eine dritte Katalysatoreinheit 46, die in der
genannten Reihenfolge in Strömungsrichtung des Abgasstroms angeordnet sind.
[0058] Die Art und Funktion der Katalysatoreinheiten 42, 44 und 46 ist auf die erwartete
chemische Zusammensetzung des Abgasstroms ausgerichtet, um im Abgasstrom enthaltene
Stickoxide sowie enthaltenes Ammoniak zu Stickstoff und Wasser umzusetzen.
[0059] Beispielsweise ist die erste Katalysatoreinheit 42 ein erster SCR-Katalysator, die
zweite Katalysatoreinheit 44 ein Oxidationskatalysator zum Abbau von Ammoniak und
die dritte Katalysatoreinheit 46 ein zweiter SCR-Katalysator.
[0060] Das Abgasnachbehandlungssystem 14 kann auch eine abweichende Anzahl von und/oder
andere Arten an Katalysatoreinheiten umfassen, beispielsweise zusätzlich einen N
2O-Zersetzungskatalysator, der im Abgasstrom enthaltenes Lachgas (N
2O) zu Stickstoff und Sauerstoff umsetzt.
[0061] Der Ammoniakverbrennungsmotor 12 umfasst ferner eine Kontrolleinheit 48, die dazu
eingerichtet ist, die Einspritzregeleinheit 30 zu steuern und somit dazu eingerichtet
ist, die Menge von in die Brennkammer 16 eingespritzten Ammoniaks zu regulieren.
[0062] Die Kontrolleinheit 48 umfasst ein Speichermodul 50, in dem Betriebsinformationen
zum Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors 12 hinterlegt sind.
[0063] Zudem verfügt die Kontrolleinheit 48 über ein Maschinenlernmodul 52, auf dessen Funktion
später noch eingegangen wird.
[0064] Die Kontrolleinheit 48 ist mit Sensoren 54, 56 und 58 signalübertragend verbunden,
wobei der Sensor 54 dem Ammoniakverbrennungsmotor 12 zugeordnet ist, nämlich der Abfuhrleitung
40, und die Sensoren 56 und 58 dem Abgasnachbehandlungssystem 14 zugeordnet sind.
[0065] Der Sensor 56 ist, entlang der Strömungsrichtung des Abgasstroms betrachtet, vor
der ersten Katalysatoreinheit 42 und der Sensor 58 zwischen der ersten Katalysatoreinheit
42 und der zweiten Katalysatoreinheit 44 angeordnet.
[0066] Die Sensoren 54, 56 und 58 beproben den Abgasstrom, wobei aus den daraus erhaltenen
Sensormessdaten der Sensoren 54, 56 und 58 auf das Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
im Abgasstrom am Ort des jeweiligen Sensors 54, 56 bzw. 58 geschlossen werden kann.
[0067] Im Folgenden wird ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betreiben des Ammoniakverbrennungsmotors
12 erläutert.
[0068] Wie zuvor bereits beschrieben wird innerhalb der Brennkammer 16 Ammoniak als Brennstoff
mit Luft umgesetzt. Die chemische Zusammensetzung des bei der Umsetzung erzeugten
Abgases, und somit die chemische Zusammensetzung des über die Abfuhrleitung 40 abgegebenen
Abgasstroms, ist im Allgemeinen vom momentanen Betriebspunkt des Ammoniakverbrennungsmotors
12 abhängig, beispielsweise von den derzeit vorliegenden Lastbedingungen.
[0069] Erfindungsgemäß erfolgt die Dosierung von Ammoniak über die Einspritzeinrichtung
26 derart, dass das Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden im Abgasstrom einem
vorbestimmten Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden entspricht.
[0070] Bevorzugt beträgt das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden 1:1
oder höher und liegt insbesondere im Bereich von 1:1 bis 1,5:1, sodass jederzeit ein
äquimolares Verhältnis zwischen Ammoniak und Stickoxiden oder ein Ammoniaküberschuss
vorliegt. Es ist auch möglich, dass ein deutlicher Ammoniaküberschuss angestrebt wird,
indem das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden 2:1 oder höher beträgt,
beispielsweise im Bereich von 2:1 bis 10:1 liegt.
[0071] In einer anderen Ausführungsform liegt das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak
zu Stickoxiden (R) im Bereich von R:1 bis 1,1×R:1, wobei R eine vorgesehene NO
x-Reduktionsrate bezeichnet. Beträgt die vorgesehene NO
x-Reduktionsrate beispielsweise 80%, so kann das vorbestimmte Molverhältnis im Bereich
von 0,8:1 bis 0,88:1 liegen.
[0072] In noch einer anderen Ausführungsform wird das vorbestimmte Molverhältnis derart
gewählt, dass ein im Abgasnachbehandlungssystem 14 eingesetzter N
2O-Zersetzungskatalysator eine optimierte Umsetzungsrate und Selektivität erreicht.
[0073] Erfindungsgemäß kann das Abgasnachbehandlungssystem 14 somit derart ausgelegt werden,
dass lediglich Abgasströme mit dem vorbestimmten Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
gehandhabt werden müssen.
[0074] Um sicherzustellen, dass jederzeit das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu
Stickoxiden im Abgasstrom vorliegt, kann folgende Abfolge an Schritten erfolgen.
[0075] Zunächst wird der momentane Betriebspunkt des Ammoniakverbrennungsmotor 12 ermittelt,
das heißt, der Punkt im Kennfeld des Ammoniakverbrennungsmotors 12, der die derzeit
vorherrschenden Lastbedingungen wiederspiegelt.
[0076] Anschließend wird ein erwartetes Molverhältnis von Ammoniak zu Stickstoff im am momentanen
Betriebspunkt erzeugten Abgasstrom bestimmt.
[0077] Das erwartete Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden kann anhand des im Speichermodul
50 hinterlegten Datensatzes ermittelt werden. Zu diesem Zweck basiert der Datensatz
auf wenigstens einer Betriebsinformation zum Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors.
[0078] Zu den Betriebsinformationen können eine oder mehrere der folgenden Informationen
gehören: Menge an pro Zeiteinheit in die Brennkammer dosierten Ammoniaks, Gesamtmenge
an in einem Verbrennungszyklus in die Brennkammer dosierten Menge an Ammoniak, zeitliche
Verteilung der in die Brennkammer dosierten Menge an Ammoniak, Ladeluftdruck, Temperatur,
relative Luftfeuchte, Luft-Brennstoff-Verhältnis und Zünddruck.
[0079] Anders ausgedrückt kann basierend auf Erfahrungswerten zum Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors
12 dessen Verhalten am momentanen Betriebspunkt abgeschätzt und basierend darauf die
Dosierung von Ammoniak in die Brennkammer 16 derart angepasst werden, dass der Abgasstrom
das geforderte vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickstoff aufweist.
[0080] In der gezeigten Ausführungsform kann die Kontrolleinheit 48 zusätzlich auf die von
den Sensoren 54, 56 und 58 erhobenen Sensormessdaten zurückgreifen.
[0081] Der Sensor 54 liefert in diesem Zusammenhang Informationen zur Zusammensetzung des
Abgasstroms direkt nachdem dieser die Brennkammer 16 verlassen hat.
[0082] Der Sensor 56 ermöglicht es, die Zusammensetzung des Abgasstroms zu Beginn des Abgasnachbehandlungssystems
14 zu ermitteln, also noch bevor der Abgasstrom von einer der Katalysatoreinheiten
42, 44 und 46 behandelt wurde.
[0083] Der Sensor 58 liefert Informationen zur Zusammensetzung des Abgasstroms nachdem der
Abgasstrom die erste Katalysatoreinheit 42 bereits durchlaufen hat.
[0084] Basierend auf den Sensormessdaten der Sensoren 54, 56 und 58 ist somit eine Abschätzung
des tatsächlichen Ist-Werts des Molverhältnisses von Ammoniak zu Stickoxiden im Abgasstrom
am Einbauort des jeweiligen Sensors 54, 56 und 58 möglich, das als erwartetes Molverhältnis
herangezogen werden kann.
[0085] Es ist jedoch auch möglich, dass anhand der erhaltenen Sensormessdaten das erwartete
Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden an einem anderen Ort innerhalb der Abfuhrleitung
40 und/oder des Abgasnachbehandlungssystems 14 lediglich auf Basis der Sensormessdaten
in der Kontrolleinheit 48 bestimmt wird.
[0086] Grundlegend kann das erwartete Molverhältnis von Ammoniak zu Stickstoff auch lediglich
basierend auf dem Datensatz oder lediglich basierend auf den erhobenen Sensormessdaten
bestimmt werden. Auch können weniger oder mehr Sensoren zum Einsatz kommen als in
Fig. 2 dargestellt.
[0087] Die Kontrolleinheit 48 kann in der gezeigten Ausführungsform unter Einsatz des Maschinenlernmoduls
52 die im Datensatz enthaltenen Betriebsinformationen basierend auf den von den Sensoren
54, 56 und 58 erhaltenen Sensormessdaten aktualisieren, sodass jederzeit Betriebsinformationen
bereitgestellt werden können, die das reale Verhalten des Ammoniakverbrennungsmotors
12 optimal beschreiben.
[0088] Das bestimmte erwartete Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden wird anschließend
mit dem vorbestimmten Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden verglichen.
[0089] Weicht das erwartete Molverhältnis um mehr als einen Schwellenwert vom vorbestimmten
Molverhältnis ab, wird die über die Einspritzeinrichtung 26 in die Brennkammer 16
dosierte Menge an Ammoniak angepasst, derart, dass sich das vorbestimmte Molverhältnis
von Ammoniak zu Stickoxiden wieder einstellt.
[0090] Beispielsweise wird bei Bedarf über die Einspritzdüse 28 eine Ammoniaknacheinspritzung
in die Brennkammer 16 vorgenommen, um auf diese Weise den Anteil an Ammoniak im Abgasstrom
zu erhöhen.
[0091] Die zuvor beschriebenen Verfahrensschritte können kontinuierlich wiederholt werden,
um jederzeit auf Änderungen im momentanen Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
zu reagieren und so besonders zuverlässig sicherzustellen, dass das vorbestimmte Molverhältnis
von Ammoniak zu Stickoxiden erreicht ist.
[0092] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es, jederzeit eine kontrollierte Zusammensetzung
des Abgasstroms zu erzeugen und auf diese Weise die Komplexität und die Betriebskosten
des Abgasnachbehandlungssystems 14 minimieren zu können, ohne Nachteile in der Qualität
der Abgasnachbehandlung in Kauf nehmen zu müssen.
1. Verfahren zum Betreiben eines Ammoniakverbrennungsmotors (12) mit einer Brennkammer
(16) und einer mit der Brennkammer (16) in Strömungsverbindung stehenden Einspritzeinrichtung
(26), mit der Ammoniak in die Brennkammer (16) dosierbar ist, wobei Ammoniak derart
in die Brennkammer (16) dosiert wird, dass ein vom Ammoniakverbrennungsmotor (12)
erzeugter Abgasstrom unabhängig vom momentanen Betriebspunkt des Ammoniakverbrennungsmotors
(12) ein vorbestimmtes Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden aufweist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das vorbestimmte Molverhältnis von Ammoniak zu Stickoxiden
(R) im Bereich von R:1 bis 1,1×R:1 liegt, wobei R eine vorgesehene NOx-Reduktionsrate bezeichnet, oder 1:1 oder höher beträgt, insbesondere im Bereich von
1:1 bis 1,5:1 liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a) Ermitteln des momentanen Betriebspunkts des Ammoniakverbrennungsmotors (12),
b) Bestimmen eines erwarteten Molverhältnisses von Ammoniak zu Stickoxiden im erzeugten
Abgasstrom am momentanen Betriebspunkt,
c) Vergleichen des erwarteten Molverhältnisses mit dem vorbestimmten Molverhältnis,
und
d) Anpassen der in die Brennkammer (16) über die Einspritzeinrichtung (26) dosierten
Menge an Ammoniak, falls das erwartete Molverhältnis um mehr als einen Schwellenwert
vom vorbestimmten Molverhältnis abweicht.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Schritte a) bis d) kontinuierlich wiederholt
werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, wobei das erwartete Molverhältnis anhand eines in
einer Kontrolleinheit (48) des Ammoniakverbrennungsmotors (12) hinterlegten Datensatzes
ermittelt wird, wobei der Datensatz wenigstens auf einer Betriebsinformation zum Verhalten
des Ammoniakverbrennungsmotors (12) basiert.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei der Ammoniakverbrennungsmotor (12)
über wenigstens einen Sensor (54, 56, 58) verfügt, der den erzeugten Abgasstrom beprobt,
und wobei das erwartete Molverhältnis anhand der vom Sensor (54, 56, 58) beim Beproben
erzeugten Sensormessdaten ermittelt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die in die Brennkammer (16)
dosierte Menge an Ammoniak über eine Aufladung und/oder eine Spülung der Brennkammer
(16) gewählt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Einspritzeinrichtung
(26) eine Direkteinspritzeinrichtung ist und Ammoniak in einer modifizierten Einspritzung
in die Brennkammer (16) dosiert wird, wobei die modifizierte Einspritzung insbesondere
über eine längere Dauer der Haupteinspritzung, eine Mehrfacheinspritzung oder eine
zusätzliche Nacheinspritzung realisiert wird.
9. Ammoniakverbrennungsmotor (12) mit einer Brennkammer (16) und einer mit der Brennkammer
(16) in Strömungsverbindung stehenden Einspritzeinrichtung (26), mit der Ammoniak
in die Brennkammer (16) dosierbar ist, wobei der Ammoniakverbrennungsmotor (12) dazu
eingerichtet ist, das Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche auszuführen.
10. Mobile oder stationäre Anlage (10), umfassend einen Ammoniakverbrennungsmotor (12)
nach Anspruch 9 und ein mit dem Ammoniakverbrennungsmotor (12) in Strömungsverbindung
stehendem Abgasnachbehandlungssystem (14) zum Behandeln des vom Ammoniakverbrennungsmotor
(12) erzeugten Abgasstroms.