[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen
gemäß Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Einstellen einer Andrückkraft eines zweiten
Schneidmessers an ein erstes Schneidmesser und/oder eine Position des zweiten Schneidmessers
einer Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen gemäß unabhängigem Anspruch 12.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen zum Zuschneiden von Verpackungen sind aus dem Stand der Technik bekannt.
Die Vorrichtungen umfassen üblicherweise paarweise angeordnete Schneidmesser, die
so zueinander angeordnet sind, dass sie eine entlang geführte Folie einer oder für
eine Verpackung schneiden können. Hierzu sind die Schneidmesser benachbart zueinander
angeordnet, sodass die Schneidmesser eine Andrückkraft aufeinander ausüben.
[0003] Auch ist es bekannt, die Schneidmesser auf unterschiedlichen Schneidwellen anzuordnen.
Hierzu ist es auch bekannt, auf einer ersten Schneidwelle ein erstes Schneidmesser
anzuordnen und auf der zweiten Schneidwelle zumindest ein zweites oder ein zweites
und ein drittes Schneidmesser anzuordnen, wobei die zwei beziehungsweise drei Schneidmesser
derart zusammenwirken, dass eine Folie geschnitten wird. Sind auf der zweiten Schneidwelle
das zweite und dritte Schneidmesser gemeinsam angeordnet, so kann vorgesehen sein,
dass die Position des zweiten und dritten Schneidmessers zueinander einstellbar ist,
sodass auch ein Streifenschnitt der Verpackung ermöglicht wird.
[0004] Während des Betriebs bekannter Vorrichtungen kann ein Verstellen der relativen Anordnung
der Schneidmesser erforderlich werden, um beispielsweise die Streifenbreite einzustellen
oder die Andrückkraft der Schneidmesser aneinander zu regulieren oder zum Zwecke eines
Formatwechsels eine Schneidwelle mit den daran angeordneten Schneidmessern aus der
Vorrichtung zu entfernen. Diese Umrüstarbeiten sind jedoch bisher mit einem erheblichen
konstruktiven Aufwand verbunden und erfordern auch Eingriffe eines Bedieners in die
Vorrichtung, was aufgrund der scharfen Schneidmesser ein Verletzungsrisiko darstellt.
Aufgabe
[0005] Ausgehend vom bekannten Stand der Technik besteht die zu lösende technische Aufgabe
somit darin, eine Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen anzugeben, mit der
das Einstellen der Andrückkraft und/oder der Austausch von Schneidmessern konstruktiv
einfacher und gleichzeitig sicher gewährleistet werden kann.
Lösung
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen
gemäß unabhängigem Anspruch 1 sowie das Verfahren zum Einstellen einer Andrückkraft
eines zweiten Schneidmessers an ein erstes Schneidmesser und/oder einer Position des
zweiten Schneidmessers einer Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen erfasst.
[0007] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen umfasst eine erste
Antriebswelle zum Antreiben eines ersten Schneidmessers sowie eine zweite, zu der
ersten Antriebswelle parallel angeordnete Antriebswelle zum Antreiben eines zweiten
Schneidmessers, wobei das zweite Schneidmesser um eine Rotationsachse drehbar gelagert
ist und wobei die Vorrichtung eine dem zweiten Schneidmesser zugeordnete Verstelleinrichtung
mit einem beweglichen Stellglied umfasst, wobei das Stellglied zum Einstellen einer
Position des zweiten Schneidmessers und/oder einer Andrückkraft des zweiten Schneidmessers
an das erste Schneidmesser ausgebildet ist und das Stellglied entlang einer zur Rotationsachse
parallelen und zur Rotationsachse beabstandeten Richtung beweglich gelagert ist.
[0008] Unter der zur Rotationsachse parallelen und zur Rotationsachse beabstandeten Richtung
ist die Richtung zu verstehen, entlang der das Stellglied beweglich gelagert ist und
nicht eine Richtung, die zu dieser Richtung lediglich parallel ist. Das Stellglied
ist somit erfindungsgemäß nicht koaxial zur Rotationsachse beweglich angeordnet, sondern
ist zur Rotationsachse versetzt positioniert und entlang einer zur Rotationsachse
versetzten, aber parallelen Richtung beweglich angeordnet. Es kann insbesondere vorgesehen
sein, dass die Verstelleinrichtung oder zumindest das Stellglied außerhalb des Schneidmessers
und eines gedachten Zylinders, dessen Querschnitt das Schneidmesser bildet, angeordnet
ist.
[0009] Hierdurch wird eine etwaige Aufhängung oder Nabe des Schneidmessers, um die das Schneidmesser
selbst drehbar gelagert ist, einfacher zugänglich, was insbesondere Formatwechsel
und/oder Messerwechsel begünstigt. Gleichzeitig wird durch die beabstandete Anordnung
eine vorteilhafte Einstellung des Führungsverhältnisses beim Bewegen des zweiten Schneidmessers
realisiert, was zu einer exakteren Bestimmung beziehungsweise Einstellung der Andrückkraft
führt.
[0010] Es kann vorgesehen sein, dass das Stellglied ein pneumatisch betätigbares Stellglied,
beispielsweise ein Kolben eines Pneumatikzylinders oder eine Membran, ist. Dies erlaubt
auf technisch einfache und zuverlässige Weise das Einstellen der Andrückkraft sowie
ein Bewegen des zweiten Schneidmessers.
[0011] Die Vorrichtung kann ein drittes Schneidmesser umfassen, das von der zweiten Antriebswelle
angetrieben werden kann, wobei die Verstelleinrichtung zum Einstellen eines Abstands
zwischen dem zweiten Schneidmesser und dem dritten Schneidmesser ausgebildet ist.
Hiermit können Einstellungen für die Schnittbreite beim Zuschneiden von Verpackungen
oder Teilen von Verpackungen realisiert werden.
[0012] In einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass dem zweiten Schneidmesser
ein erstes Rückstellelement und dem dritten Schneidmesser ein zweites Rückstellelement
zugeordnet ist, wobei das erste Rückstellelement und das zweite Rückstellelement eine
Bewegung des Stellglieds in eine synchrone Bewegung des zweiten Schneidmessers und
des dritten Schneidmessers bewirken können.
[0013] Das Rückstellelement kann beispielsweise als eine Feder ausgestaltet sein oder eine
solche Feder umfassen, die zwischen dem Stellglied und einem beispielsweise feststehenden
Teil der Halterung angeordnet sein kann und das jeweilige Schneidmesser in Richtung
des Stellglieds vorspannt. Die Bewegung des Stellglieds kann so aufgrund der Wirkung
entgegen der Federkraft gleichmäßig auf das zweite und dritte Schneidmesser aufgeteilt
werden.
[0014] Es kann auch vorgesehen sein, dass die zweite Antriebswelle, das zweite Schneidmesser
und die Verstelleinrichtung an einem gemeinsamen Rahmen angeordnet sind. Hierdurch
wird ein einfacher Austausch der Schneidmesser möglich. Insbesondere kann auf ein
separates Herauslösen einzelner Schneidmesser verzichtet werden, was das Verletzungsrisiko
des Bedieners reduziert.
[0015] Die Verstelleinrichtung kann zum Einstellen der Position des zweiten Schneidmessers
zwischen einer Arbeitsposition, in der das zweite Schneidmesser zusammen mit dem ersten
Schneidmesser zum Zuschneiden von Verpackungen angeordnet ist, und einer Ruheposition,
in der das zweite Schneidmesser zum ersten Schneidmesser beabstandet angeordnet ist,
ausgebildet ist. Das Umrüsten der Vorrichtungen wird hierdurch vereinfacht, insbesondere
das Verletzungsrisiko eines Bedieners weiter reduziert.
[0016] Die Verstelleinrichtung kann an einer Aufhängung des zweiten Schneidmessers angeordnet
sein oder die Verstelleinrichtung kann ausgebildet sein, eine Position einer Aufhängung
des zweiten Schneidmessers einzustellen. Die Aufhängung des zweiten Schneidmessers
kann beispielsweise ein Verbindungselement zu einem feststehenden Rahmen der Vorrichtung
bilden oder dieses umfassen. Ist das Verbindungselement selbst beweglich angeordnet,
so kann mit dieser Ausführungsform auch die Lage der Aufhängung verändert werden.
Dies kann vorteilhaft genutzt werden, um beispielsweise größere Stellwege des Schneidmessers
zu realisieren. Dies kann vorteilhaft zum Umrüsten der Vorrichtung auf beispielsweise
weitere Schneidmesser oder für den Austausch von Schneidmessern verwendet werden.
Ist die Verstelleinrichtung an der Aufhängung selbst angeordnet, so bietet dies eine
zuverlässige Referenz für das Einstellen der Position und/oder andere Kraft des zweiten
Schneidmessers, wobei dennoch eine variable grobe Einstellung der Position des Schneidmessers
möglich ist.
[0017] Es kann vorgesehen sein, dass die Aufhängung an einer zur zweiten Antriebswelle parallelen
Führung angeordnet ist. Die Führung kann beispielsweise als Schiene ausgestaltet sein,
entlang der die Aufhängung beweglich gelagert sein kann. Zum Fixieren der Aufhängung
kann eine lösbare Verbindung mit der Führung (beispielsweise über Schrauben) bereitgestellt
sein. Ist die Führung lösbar mit der Vorrichtung verbunden, erlaubt dies einen einfachen
Austausch von Schneidmessern.
[0018] Die Vorrichtung kann einen Kraftsensor umfassen, der eine Andrückkraft zwischen dem
zweiten Schneidmesser und dem ersten Schneidmesser messen kann. Hiermit kann die Andrückkraft
zwischen dem ersten und dem zweiten Schneidmesser zuverlässig eingestellt werden.
[0019] Die Vorrichtung kann eine Steuereinheit zum Steuern der Verstelleinrichtung umfassen.
So wird ein automatisches Einstellen der Andrückkraft und/oder Position des zweiten
Schneidmessers realisiert. So können Fehler, die mit manueller Bedienung einhergehen
können, vermieden werden. Alternativ hierzu kann eine manuell betätigbare Einstelleinrichtung
zum manuellen Einstellen der Verstelleinrichtung bzw. des Stellelements vorgesehen
sein. Die Komplexität der Vorrichtung wird damit reduziert.
[0020] Die Steuereinheit kann ausgebildet sein, die Verstelleinrichtung abhängig von der
Andrückkraft zu steuern. Dabei kann insbesondere der bereits in einer der weiter oben
beschriebenen Ausführungsformen erwähnte Kraftsensor zum Einsatz kommen. Durch Zusammenwirken
von Steuereinheit und Kraftsensor kann optional ein Regelkreis etabliert werden, der
ein Einstellen des Stellgliedes abhängig von der Andrückkraft beispielsweise bis zum
Erreichen einer gewünschten Andrückkraft realisiert. Damit kann Veränderungen in der
Position des zweiten Schneidmessers beispielsweise aufgrund von Verschleiß Rechnung
getragen werden. Alternativ oder zusätzlich kann durch Einstellen der Andrückkraft
der Verschleißt der Schneidmesser reduziert werden, indem eine genaue Einstellung
der Andrückkraft auf einen gewünschten, bevorzugt mit wenig Verschleißt einhergehenden
Wert erfolgt.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Einstellen einer Andrückkraft eines zweiten Schneidmessers
an ein erstes Schneidmesser und/oder einer Position des zweiten Schneidmessers einer
Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen, die Vorrichtung umfassend eine erste
Antriebswelle zum Antreiben des ersten Schneidmessers sowie eine zweite, zu der ersten
Antriebswelle parallel angeordnete Antriebswelle zum Antreiben des zweiten Schneidmessers,
wobei das zweite Schneidmesser um eine Rotationsachse drehbar gelagert ist und wobei
die Vorrichtung eine dem zweiten Schneidmesser zugeordnete Verstelleinrichtung mit
einem beweglichen Stellglied umfasst, wobei das Stellglied zum Einstellen einer Position
des zweiten Schneidmessers und/oder einer Andrückkraft des zweiten Schneidmessers
an das erste Schneidmesser ausgebildet ist und das Stellglied entlang einer zur Rotationsachse
parallelen und zur Rotationsachse beabstandeten Richtung beweglich gelagert ist, umfasst
ein Verändern der Position des Stellglieds zum Einstellen der Andrückkraft und/oder
der Position des zweiten Schneidmessers umfasst.
[0022] Mit diesem Verfahren ist ein verbessertes Einstellen der Andrückkraft realisiert.
[0023] Es kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung eine Steuereinheit und einen Kraftsensor
umfasst und wobei die Steuereinheit die Verstelleinrichtung abhängig von der mit dem
Kraftsensor gemessenen Andrückkraft zwischen dem zweiten Schneidmesser und dem ersten
Schneidmesser zum Einstellen der Andrückkraft und/oder der Position des zweiten Schneidmessers
steuert. Hierdurch kann eine automatische und zuverlässige Einstellung der Andrückkraft
und/oder der Position des zweiten Schneidmessers realisiert werden.
[0024] Das Verfahren kann ein Einstellen der Position des zweiten Schneidmessers zwischen
einer Arbeitsposition, in der das zweite Schneidmesser zusammen mit dem ersten Schneidmesser
zum Zuschneiden von Verpackungen angeordnet ist, und einer Ruheposition, in der das
zweite Schneidmesser zum ersten Schneidmesser beabstandet ist, mittels der Verstelleinrichtung
umfassen. In der Ruheposition kann das Schneidmesser beispielsweise aus einer Aufhängung
entnehmbar sein. Das Umrüsten der Vorrichtung wird hiermit vereinfacht.
[0025] Die Vorrichtung kann ein drittes Schneidmesser umfassen, das von der zweiten Antriebswelle
angetrieben wird, wobei das Verfahren ein Einstellen eines Abstands zwischen dem zweiten
Schneidmesser und dem dritten Schneidmesser mittels der Verstelleinrichtung umfasst.
So ist auch das Einstellen von Schnittbreiten vorteilhaft durchführbar.
[0026] Sämtliche hier beschriebenen Ausführungsformen sind miteinander kombinierbar, sodass
die Vorrichtung und/oder das Verfahren nur einzelne oder mehrere oder alle der beschriebenen
Merkmale umfassen kann.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0027]
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Zuschneiden von Verpackungen
- Fig. 2
- zeigt eine schematische Ansicht einer Schneidmesseranordnung gemäß einer Ausführungsform
- Fig. 3
- zeigt eine Ausführungsform eines Schneidmessers mit zugeordneter Verstelleinrichtung
- Fig. 4a und b
- zeigen verschiedene Ausführungsformen einer Verstelleinrichtung
- Fig. 5a und b
- zeigen verschiedene Ausführungsformen einer Schneidmesseranordnung mit zwei Schneidmessern
Ausführliche Beschreibung
[0028] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Vorrichtung 110 zum Zuschneiden von
Verpackungen 130. Der Begriff der Verpackung 130 ist hier allgemein zu verstehen und
kann beispielsweise das Zuschneiden von miteinander verbundenen, vorgeformten Verpackungsmulden
umfassen. Erfindungsgemäß soll hierunter jedoch auch das Zuschneiden einer Folienbahn,
aus der später Verpackungen hergestellt werden, verstanden werden.
[0029] Die Vorrichtung 110 umfasst eine Transporteinrichtung 104, die die zuzuschneidenden
Verpackungen 130 entlang einer Transporteinrichtung T transportiert. Die Transporteinrichtung
104 kann beispielsweise als einreihiges oder mehrreihiges Transportband ausgebildet
sein, das Verpackungen 130 transportieren kann. Die Erfindung ist diesbezüglich jedoch
nicht beschränkt.
[0030] Der Vorrichtung 110 ist bevorzugt weiterhin eine Steuereinheit 180 zugeordnet, die
beispielsweise als Computer ausgestaltet sein kann und zumindest einen Teil der Funktionen
der Vorrichtung 110 und insbesondere der im Folgenden beschriebenen Schneidmesser
bzw. Schneidmesseranordnung 100 steuern kann.
[0031] Weiterhin umfasst die Vorrichtung 110 eine Schneidmesseranordnung 100. Die Schneidmesseranordnung
100 kann einen Rahmen 113 umfassen, der lösbar (beispielsweise über Verschraubungen)
mit der Transporteinrichtung 104 oder einem sonstigen Teil der Vorrichtung 110 verbunden
ist.
[0032] Die Schneidmesseranordnung 100 umfasst ferner eine erste Antriebswelle 101, die mit
einem ersten Schneidmesser 111 verbunden ist. Die erste Antriebswelle 101 ist drehbar
gelagert und ist mit dem Schneidmesser 111 derart wirkverbunden, dass eine Drehung
der ersten Antriebswelle 101 in eine Drehung des ersten Schneidmessers 111 übersetzt
werden kann. Dazu kann das erste Schneidmesser 111 direkt auf der ersten Antriebswelle
101 angeordnet sein oder drehbar um eine Achse gelagert sein, die parallel zu der
ersten Antriebswelle 101 verläuft. In letzterem Fall kann eine Übersetzung in Form
von zwei oder mehr ineinandergreifenden Zahnrädern vorgesehen sein, die die Drehung
der ersten Antriebswelle 101 in eine Drehung des ersten Schneidmessers 111 übersetzt.
[0033] Weiterhin umfasst die Schneidmesseranordnung 100 eine zweite Antriebswelle 102, die
mit wenigstens einem zweiten Schneidmesser 121 wirkverbunden ist, um das zweite Schneidmesser
121 in Drehung zu versetzen. Wie mit Bezug zu Fig. 2 noch beschrieben wird, ist bevorzugt
vorgesehen, dass das zweite Schneidmesser 121 nicht auf der zweiten Antriebswelle
102 angeordnet ist, sondern auf einer dazu parallel verlaufenden Rotationsachse bzw.
Drehachse drehbar gelagert ist. Durch Drehen der zweiten Antriebswelle 102 kann das
zweite Schneidmesser 121 beispielsweise mittels geeigneter ineinandergreifender Zahnräder
in Drehung versetzt werden.
[0034] Die Antriebswellen 101 und 102 verlaufen bzw. erstrecken sich vorzugsweise parallel
zueinander. Insbesondere sind jedoch das erste Schneidmesser 111 und das zweite Schneidmesser
121 so zueinander angeordnet, dass zwischen ihnen ein zu schneidender Teil der Verpackung
130 positioniert werden kann und das erste Schneidmesser 111 und das zweite Schneidmesser
121 derart zusammenwirken können, dass die Verpackung durch das erste Schneidmesser
111 und das zweite Schneidmesser 121 getrennt wird.
[0035] In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform sind drei erste Schneidmesser 111
und dazu korrespondierende drei zweite Schneidmesser 121 vorgesehen, sodass die Verpackung
oder Folienbahn 130 nach Passieren der Schneidmesseranordnung 100 in vier Verpackungsstreifen
131-134 unterteilt wird. Dies ist so nicht zwingend und auch jede beliebige andere
Anzahl von ersten Schneidmessern 111 und zweiten Schneidmessern 121 kann vorgesehen
sein. Weiterhin kann, wie in nachfolgenden Ausführungsformen noch beschrieben, jedem
ersten Schneidmesser 111 ein Paar von zweiten Schneidmessern 121 zugeordnet sein,
um einen Streifenschnitt der Verpackung 130 zu realisieren.
[0036] Das erste Schneidmesser 111 und das zweite Schneidmesser 121 müssen im Sinne der
Erfindung nicht beide über eine scharfe Schneidkante verfügen, die ein Trennen der
Verpackung bzw. Schneiden der Verpackung 130 bewirken kann. Es kann auch vorgesehen
sein, dass das erste Schneidmesser 111 als Gegenschneidmesser ausgeführt ist und selbst
keine scharfe Schneidkante umfasst und das zweite Schneidmesser 121 eine scharfe Schneidkante
umfasst. Auch eine alternative Ausführung ist denkbar, wobei das erste Schneidmesser
111 eine scharfe Schneidkante umfasst und das zweite Schneidmesser 121 als Gegenschneidmesser
ohne scharfe Schneidkante ausgestaltet ist. Alternativ kann auch das erste Schneidmesser
111 und das zweite Schneidmesser 121 eine scharfe Schneidkante aufweisen.
[0037] Fig. 2 zeigt eine detailliertere Ansicht einer Schneidmesseranordnung 200 entsprechend
Fig. 1.
[0038] Die Schneidmesseranordnung 200 kann einen Rahmen 202 zum Aufnehmen der zweiten Antriebswelle
222 und der zweiten Schneidmesser 221, 224 und 225 umfassen. Das oder die zweiten
Schneidmesser können mit der zweiten Antriebswelle 222 jeweils über geeignete Zahnräder
(hier schematisch als Zahnrad 223 dargestellt) verbunden sein, sodass eine Antriebskraft
der zweiten Antriebswelle 222 auf die jeweiligen Schneidmesser 221, 224 und 225 übertragen
werden kann.
[0039] Die jeweiligen zweiten Schneidmesser 221, 224 und 225 können an Schneidmesserelementen
250 drehbar befestigt sein. Die Schneidmesserelemente 250 können ferner über geeignete
Verbindungselemente 227, wie Klemmen, an einer Führung 226 angeordnet oder fest mit
dem Rahmen 202 verbunden sein.
[0040] Die Schneidmesseranordnung 200 umfasst auch die hier mit 201 dargestellte erste Schneidmesserkomponente
201 mit der ersten Antriebswelle 212 und den zugehörigen ersten Schneidmessern 211,
213 und 214. Diese kann, muss jedoch nicht mit dem Rahmen 202 verbunden sein. Ist
die erste Schneidmesserkomponente 201 mit dem Rahmen 202 verbunden (hier nicht dargestellt),
kann sich der Rahmen 202 auch unterhalb der Transporteinrichtung 104 (siehe Fig. 1)
erstrecken, um eine Verbindung für die erste Antriebswelle 212 bereitzustellen. Alternativ
kann die erste Schneidmesserkomponente 201 auch innerhalb der Transporteinrichtung
104 (siehe Fig. 1) drehbar gelagert sein und der Rahmen 202 nur für die Aufnahme der
zweiten Schneidmesser 221, 224, 225 vorgesehen sein.
[0041] Die erste Antriebswelle und die zweite Antriebswelle können über hier nicht gezeigte
Antriebe, wie etwa einen Servomotor oder einen Stellantrieb angetrieben werden, wobei
jeder Antriebswelle genau ein separater Antrieb zugeordnet sein kann oder die erste
Antriebswelle und die zweite Antriebswelle über einen gemeinsamen Antrieb angetrieben
werden können.
[0042] Fig. 3 zeigt eine erfindungsgemäße Ausführungsform anhand eines einzigen zweiten
Schneidmessers 314, das in der Fig. 3 beispielhaft in der Schneidmessereinheit 250
gelagert ist. Schematisch ist in der Fig. 3 ebenfalls die Führung 226 gezeigt, an
der die Schneidmessereinheit 250 beispielsweise über Klemmelemente befestigt sein
kann. Es kann vorgesehen sein, dass die Schneidmessereinheit 250 relativ zu der Führung
226 als Ganzes beweglich gelagert ist, sodass sie entlang der Führung (in der hier
dargestellten Ausführungsform nach links oder rechts) bewegt werden kann. Hierzu kann
beispielsweise das Klemmelement 227 (Fig. 2) gelöst werden und die Schneidmessereinheit
250 verschoben werden und anschließend das Klemmelement 227 wieder befestigt werden.
[0043] In der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform ist das zweite Schneidmesser 314 um
eine Rotationsachse R beispielsweise entlang einer durch das zweite Schneidmesser
314 verlaufenden Nabe 316 drehbar gelagert. Die Rotationsachse R verläuft durch den
Mittelpunkt des bevorzugt im Wesentlichen kreisförmig ausgestalteten zweiten Schneidmessers
314. Das zweite Schneidmesser 314 kann in einer Aufhängung 313 gelagert sein, die
in der Schneidmessereinheit 250 beweglich angeordnet ist (insbesondere beweglich entlang
der Nabe 316). In der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform ist das zweite Schneidmesser
314 benachbart zu dem ersten Schneidmesser 320 angeordnet, sodass durch Zusammenwirken
des ersten Schneidmessers 320 und des zweiten Schneidmessers 314 eine hier nicht dargestellte
Verpackung oder Folie einer Verpackung geschnitten werden kann.
[0044] Erfindungsgemäß umfasst die hier gezeigte Anordnung weiterhin eine Verstelleinrichtung
310, die bevorzugt aber nicht zwingend in der Schneidmessereinheit 250 angeordnet
ist. Die Verstelleinrichtung 310 umfasst ein entlang der Richtung D (siehe Doppelpfeil)
beweglich gelagertes Stellglied 312, das beispielsweise mit einem in der Schneidmessereinheit
250 fest angeordneten Gegenelement 311 verbunden sein kann, sodass das Stellglied
312 entlang der Richtung D beweglich gelagert ist, um zumindest das zweite Schneidmesser
314, optional auch die Aufhängung 313 des zweiten Schneidmessers entlang der dargestellten
Doppelpfeilrichtung zu bewegen, sodass das zweite Schneidmesser 314 entlang der Nabe
316 entlang der dargestellten Doppelpfeilrichtung bewegt werden kann. Dadurch kann
erfindungsgemäß sowohl die Andrückkraft des zweiten Schneidmessers 314 an das erste
Schneidmesser 320 als auch die relative Position des zweiten Schneidmessers 314 zum
ersten Schneidmesser 320 eingestellt werden.
[0045] Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass die Verstelleinrichtung 310 und insbesondere
das Stellglied 312 entlang einer Bewegungsrichtung D beweglich ist, die zwar parallel
zur Rotationsachse R verläuft, zu dieser jedoch beabstandet ist. Der Abstand der Bewegungsrichtung
D zur Rotationsachse R ist grundsätzlich beliebig. Bevorzugt ist dieser Abstand jedoch
größer als der Radius des zweiten Schneidmessers 314, sodass die Verstelleinrichtung
310 und insbesondere das Stellglied 312 an einer Position der Aufhängung 313 angreift,
die nicht mit dem zweiten Schneidmesser 314 überlappt. Insbesondere kann das Stellglied
312 entlang einer Richtung D beweglich gelagert sein, die außerhalb eines gedachten
Zylinders liegt, dessen Querschnitt das zweite Schneidmesser 314 ist. Dabei befindet
sich das bewegliche Stellglied 312 bevorzugt auf der dem ersten Schneidmesser 320
gegenüberliegenden Seite des zweiten Schneidmessers 314 gesehen von der Rotationsachse
R aus.
[0046] In der hier dargestellten Ausführungsform ist die Verstelleinrichtung 310 als pneumatische
Verstelleinrichtung ausgebildet bzw. das Stellglied 312 als pneumatisch betätigbares
Stellglied ausgebildet. Dies ist so zu verstehen, dass durch Zuführen oder Abführen
von Luft bzw. Druckluft die Position des Stellglieds entlang der Richtung D verändert
werden kann.
[0047] Es kann vorgesehen sein, dass eine Druckluftzufuhr 352 (etwa ein Kompressor) mit
der Verstelleinrichtung 310 zum Zwecke der Zuleitung oder Ableitung von Luft, insbesondere
Druckluft, verbunden ist. Ist mehr als ein Schneidmesser 314 bzw. mehr als eine Schneidmessereinheit
250 vorgesehen (siehe auch beispielsweise die Beschreibung zu den Fig. 1 und 2), so
kann vorgesehen sein, dass eine gemeinsame Druckluftzufuhr 352 für alle zweiten Schneidmesser
vorgesehen ist, wobei alle zweiten Schneidmesser über eine gemeinsame Hauptdruckluftleitung
und entsprechende Verteilleitungen, die zu den einzelnen Verstelleinrichtungen führen,
mit der Druckluftzufuhr 352 wirkverbunden sein können.
[0048] Während grundsätzlich eine manuelle Steuerung der Druckluftzufuhr und damit des pneumatisch
betätigbaren Stellglieds 312 möglich ist, kann auch vorgesehen sein, dass die Druckluftzufuhr
mit der Steuereinheit 180 zum Zwecke des Austausches von Steuerungsdaten verbunden
ist. Die Steuereinheit 180 kann durch Steuern der Druckluftzufuhr 352 die Bewegung
des Stellglieds 312 steuern, um so die Position des zweiten Schneidmessers 314 relativ
zum ersten Schneidmesser 320 oder die Andrückkraft des zweiten Schneidmessers 314
an das erste Schneidmesser 320 einzustellen.
[0049] Hierzu kann vorgesehen sein, dass die Vorrichtung einen Kraftsensor 353 umfasst.
Dieser Kraftsensor ist bevorzugt angeordnet und ausgestaltet, um eine Andrückkraft
zwischen dem zweiten Schneidmesser 314 und dem ersten Schneidmesser 320 zu messen.
Die gemessene Andrücckraft kann von dem Kraftsensor 353 dann an die Steuereinheit
180 übertragen werden, die dann basierend auf der gemessenen Andrückkraft die Druckluftzufuhr
352 steuern kann, um die Andrückkraft zwischen zweitem Schneidmesser 314 und erstem
Schneidmesser 320 auf beispielsweise einem notwendigen oder gewünschten Wert einzustellen.
Hierzu wird die Druckluftzufuhr 352 betätigt, um die Position bzw. Bewegung des Stellglieds
312 entlang der Richtung D zu steuern, womit die Position des zweiten Schneidmessers
314 verändert wird.
[0050] Wird die Position des zweiten Schneidmessers nur insoweit verändert, dass weiterhin
ein physischer Kontakt zwischen dem ersten Schneidmesser 320 und dem zweiten Schneidmesser
314 besteht, verändert dies die Andrückkraft zwischen erstem Schneidmesser 320 und
zweiten Schneidmesser 314.
[0051] Vorteilhaft kann die Verstelleinrichtung 310 jedoch auch genutzt werden, um das zweite
Schneidmesser 314 von einer Arbeitsposition, in der es mit dem ersten Schneidmesser
zusammenwirken kann, um eine Verpackung zu schneiden, in eine Ruheposition zu überführen,
in der das zweite Schneidmesser 314 zu dem ersten Schneidmesser 320 beabstandet ist.
Ist das zweite Schneidmesser in diese Position verbracht, kann ein Lösen des zweiten
Schneidmessers oder aller zweiten Schneidmesser von der Vorrichtung zum Zuschneiden
von Verpackungen beispielsweise durch Anheben des Rahmens 202 (siehe Fig. 2) bewirkt
werden.
[0052] Alternativ kann das zweite Schneidmesser auch aus der Aufhängung 313 gelöst werden,
indem beispielsweise die Nabe 316 entfernt wird. Beispielsweise kann das zweite Schneidmesser
in der Aufhängung zusammen mit einem oder mehreren Sicherungsringen montiert sein,
die koaxial zum Schneidmesser angeordnet sind und sich teilweise entlang der Nabe
316 erstrecken. Nach Entnahme des zweiten Schneidmessers und des oder der Sicherungsringe
kann das Schneidmesser von den Sicherungsringen gelöst werden und beispielsweise ausgetauscht
werden.
[0053] In der Fig. 3 ist die Verstelleinrichtung so angeordnet, dass das Gegenelement 311
mit der an der Führung 226 befestigten Schneidmessereinheit 250 verbunden ist und
das Stellglied 312 die Aufhängung 313 des zweiten Schneidmessers 314 relativ zu der
Schneidmessereinheit 250 bewegt. Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass das Stellglied
312 mit der feststehenden Schneideinheit 250 verbunden ist und das Gegenelement 311
der Verstelleinrichtung mit der Aufhängung 313 verbunden ist, sodass durch Betätigen
des Stellglieds 312 der feststehende Teil verschoben wird.
[0054] Die Fig. 4a zeigt eine Ausführungsform einer Verstelleinrichtung 410 der allgemeinen
Ausführungsform der Figur 3 als Pneumatikzylinder.
[0055] In der hier gezeigten Darstellung ist lediglich die Aufhängung 313 mit dem darin
angeordneten zweiten Schneidmesser 314, das um die Nabe 316 drehbar gelagert ist,
gezeigt. Die Verstelleinrichtung 410 umfasst einen Pneumatikzylinder, dessen Kolben
412 als Stellglied ausgestaltet ist. Der Zylinder 411 ist das Gegenelement der Verstelleinrichtung
und kann über die Druckluftzufuhr 352 (optional gesteuert durch die Steuereinheit
180) mit Druckluft beaufschlagt werden, sodass das Stellglied 412 entlang der dargestellten
Doppelpfeilrichtung bewegt werden kann, um die Position bzw. Andrückkraft des zweiten
Schneidmessers 314 an das erste Schneidmesser (hier nicht dargestellt) analog zur
Fig. 3 zu verändern.
[0056] Der Kolben 412 kann mit der Aufhängung 313 fest verbunden sein, beispielsweise über
eine oder mehrere Verschraubungen.
[0057] Fig. 4b zeigt eine zur Fig. 4a alternative Ausführungsform. Auch hier sind lediglich
die Aufhängung 313 sowie das zweite Schneidmesser 314, das drehbar um die Nabe 316
gelagert ist, gezeigt. In der hier dargestellten Ausführungsform umfasst die Verstelleinrichtung
420 eine Druckluftaufnahme 421, in die über die Druckluftzufuhr 352 Druckluft eingeleitet
oder aus dieser abgezogen werden kann. Wie in den vorangegangenen Ausführungsformen
beschrieben, kann dies durch die Steuereinheit 180 optimal gesteuert werden.
[0058] In dieser Ausführungsform umfasst die Verstelleinrichtung 420 ferner eine durch Druckluft
bewegliche Membran 422, die mit der Aufhängung 313 bzw. mit dem Schneidmesser 314
wirkverbunden ist, sodass abhängig von dem in der Druckluftaufnahme 421 vorherrschenden
Druck bzw. der Druckdifferenz zwischen dem Innenraum der Druckluftaufnahme 421 und
dem Außendruck die Position der Aufhängung bzw. des zweiten Schneidmessers 314 veränderbar
ist. Wird der Innendruck in der Druckluftaufnahme 421 verringert, so wird die bewegliche
Membran 422 in Richtung der Druckluftaufnahme 421 gezogen. Dadurch wird das zweite
Schneidmesser 314 bzw. die Aufhängung 313 und das darin angeordnete zweite Schneidmesser
ebenfalls in Richtung der Druckluftaufnahme 421 bewegt, wodurch beispielsweise das
zweite Schneidmesser näher an das erste Schneidmesser herangeführt werden kann bzw.
die Andrückkraft an das erste Schneidmesser erhöht werden kann.
[0059] Wird der Innendruck in der Druckluftaufnahme erhöht, wird die Membran in die entgegengesetzte
Richtung bewegt und entsprechend auch die Aufhängung 313 bzw. das zweite Schneidmesser
314 bewegt, sodass die Andrückkraft an das erste Schneidmesser sinkt bzw. der Abstand
zwischen erstem Schneidmesser und zweitem Schneidmesser vergrößert wird.
[0060] Es versteht sich, dass das Erhöhen und Erniedrigen der Andrückkraft bzw. das Abstandes
zum ersten Schneidmesser abhängig von der Positionierung des ersten Schneidmessers
ist. Das bisher Beschriebene gilt für eine Anordnung des ersten Schneidmessers in
der Fig. 4b links von dem zweiten Schneidmesser. Die Umkehrung gilt für eine Anordnung
des ersten Schneidmessers rechts von dem zweiten Schneidmesser 314.
[0061] Die Membran 422 kann an die Aufhängung 313 des zweiten Schneidmessers 314 beispielsweise
angeklebt sein. Auch andere Ausführungsformen zur Verbindung der Membran 422 mit der
Aufhängung 313 sind denkbar. So kann die Membran beispielsweise mit der Aufhängung
verschraubt sein, wobei ein oder mehrere Dichtelemente vorgesehen sein können, um
den zwischen der Druckluftaufnahme 421 und der beweglichen Membran 422 eingeschlossenen
Druckraum abzudichten. Auch andere Ausführungsformen sind denkbar, sofern eine Bewegung
der Membran 422 in eine Bewegung der Aufhängung 313 zum Bewegen des Schneidmessers
314 umgesetzt werden kann.
[0062] In Fig. 4b ist ebenfalls ein Rückstellelement 317 gezeigt. Dieses Rückstellelement
317 kann beispielsweise als Feder ausgestaltet sein oder als Paar sich einander abstoßender
Magnete. Das Rückstellelement kann bevorzugt so ausgestaltet sein, dass es die Aufhängung
313 in Richtung der Verstelleinrichtung 410 vorspannt. Dies bewirkt, dass, wenn der
Innendruck in der Druckaufnahme 421 verringert wird und sich die Membran 422 in Richtung
der Druckluftaufnahme 421 bewegt, die Aufhängung 313 durch die von der gegenüberliegenden
Seite wirkende Rückstellkraft des Rückstellelements 317 ebenfalls in diese Richtung
gedrückt wird. In einer solchen Ausführungsform kann eine feste Verbindung zwischen
der beweglichen Membran 422 und der Aufhängung 413 entfallen, optional aber dennoch
vorgesehen sein.
[0063] Ein entsprechendes Rückstellelement kann auch in der in Fig. 4a beschriebenen Ausführungsform
vorgesehen sein. Alternativ kann in der Fig. 4a der Kolben des Pneumatikzylinders
auch als Bestandteil der Aufhängung 313 des zweiten Schneidmessers 314 ausgeführt
sein oder mit diesem beispielsweise über Verschraubungen oder andere feste Verbindungen
verbunden sein.
[0064] Fig. 5a zeigt eine weitere Ausführungsform der Erfindung, wobei in der hier gezeigten
Schneidmessereinheit 500 zwei zweite Schneidmesser 510 und 520 um eine gemeinsame
Rotationsachse R, die beispielsweise durch die Nabe 516 gebildet wird, drehbar gelagert
sind. Anstelle einer durchgehenden Nabe 516 kann auch für jedes zweite Schneidmesser
510 und 520 eine separate Nabe vorgesehen sein. Auch in dieser Ausführungsform können
den zweiten Schneidmessern wie in den vorangegangenen Ausführungsformen beschriebene
Aufhängungen zugeordnet sein, die hier jedoch nicht weiter im Detail beschrieben werden.
[0065] Die zweiten Schneidmesser 510 und 520 können mit einem ersten Schneidmesser 540 zusammenwirken,
um einen Streifenschnitt einer Folie zu realisieren, wobei der Streifenschnitt ein
Durchtrennen der Folie derart umfasst, dass ein Streifen zwischen dem ersten zweiten
Schneidmesser 510 und dem zweiten zweiten Schneidmesser 520 in Zusammenwirkung mit
dem ersten Schneidmesser 540 aus der Verpackung herausgetrennt wird.
[0066] Die Schneidmessereinheit 500 umfasst bevorzugt einen Rahmen 530, der die zwei zweiten
Schneidmesser 510 und 520 bzw. deren Aufhängungen trägt. Der Rahmen 530 kann ein Mittenelement
531 umfassen, muss dies jedoch nicht. In der hier gezeigten Ausführungsform ist jedem
der zweiten Schneidmesser 510 und 520 eine separate Verstelleinrichtung 551 bzw. 552
zugeordnet, die optional an dem Mittenelement 531 befestigt sein kann. Diese Verstelleinrichtungen
551 und 552 können entsprechend jeder der vorangegangenen Ausführungsformen ausgeführt
sein. Insbesondere kann jede der Verstelleinrichtungen 551 und 552 über eine geeignete
Druckluftzuleitung 561 bzw. 562 mit einer Druckluftzufuhr 352 entsprechend den vorangegangenen
Ausführungsformen verbunden sein. Die Druckluftzufuhr 352 kann wiederum mit der Steuereinheit
180 verbunden sein, sodass die Steuereinheit beispielsweise basierend auf einer von
einem Kraftsensor gemessenen Andrückkraft die Position des ersten und zweiten Schneidmessers
510 und die Position des zweiten zweiten Schneidmessers 520 steuern kann.
[0067] Hierzu kann vorgesehen sein, dass jedem der zweiten Schneidmesser ein eigener Kraftsensor
571 bzw. 572 zugeordnet ist, der die Andrückkraft des jeweiligen zweiten Schneidmessers
an das erste Schneidmesser 540 messen kann. Die Steuereinheit 180 kann dann die gemessene
Andrückkraft von jedem der Kraftsensoren 571 und 572 erlangen (beispielsweise über
eine geeignete Datenverbindung) und basierend auf der gemessenen Andrückkraft dann
die Verstelleinrichtung 551 bzw. 552 steuern, um die Andrückkraft und/oder die Position
des ersten zweiten Schneidmessers 510 bzw. des zweiten zweiten Schneidmessers 520
zu steuern.
[0068] Analog zu den bisher beschriebenen Ausführungsformen können dem ersten zweiten Schneidmesser
510 und dem zweiten zweiten Schneidmesser 520 Rückstellelemente 581 bzw. 582 zugeordnet
sein, die bevorzugt eine Rückstellkraft des jeweiligen zweiten Schneidmessers in Richtung
der jeweiligen Verstelleinrichtung bewirken. Hierdurch wird ein zuverlässiges Einstellen
der Position bzw. Andrückkraft der zweiten Schneidmesser 510 und 520 gewährleistet.
[0069] Durch Vorsehen separater Verstelleinrichtungen 551 und 552 ist es möglich, den Abstand
D, des ersten zweiten Schneidmessers 510 zum ersten Schneidmesser 540 und den Abstand
D
2 des zweiten zweiten Schneidmessers 520 zum ersten Schneidmesser 540 unabhängig voneinander
einzustellen. Dasselbe gilt für die von den jeweiligen zweiten Schneidmessern an dem
ersten Schneidmesser 540 bewirkte Andrückkraft. Dies kann vorteilhaft genutzt werden,
um beispielsweise ungleichmäßigem Verschleiß der zweiten zweiten Schneidmesser 510
und 520 Rechnung zu tragen.
[0070] Fig. 5b zeigt eine zu Fig. 5a alternative Ausführungsform, bei der dem ersten zweiten
Schneidmesser 510 und dem zweiten zweiten Schneidmesser 520 eine gemeinsame Verstelleinrichtung
560 zugeordnet ist, die zwei Stellglieder 561 und 562 umfasst, wobei jeweils eines
dieser Stellglieder 561 und 562 mit einem der zweiten Schneidmesser 510 und 520 verbunden
ist. Bevorzugt umfasst die Verstelleinrichtung 560 genau einen mit Druckluft beaufschlagbaren
Druckluftaufnahmebereich 563. Dies kann beispielsweise der feststehende Teil eines
Pneumatikzylinders sein oder, wie beispielsweise mit Bezug auf Fig. 4b bereits beschrieben,
die Druckluftaufnahme.
[0071] Die Stellglieder 561 und 562 können entsprechend als Zylinderkolben eines Planatikzylinders
oder als bewegliche Membranen ausgestaltet sein.
[0072] Mit dieser Ausführungsform kann die Anzahl an druckluftführenden Leitungen reduziert
werden.
[0073] Weiterhin kann analog zu den bisher beschriebenen Ausführungsformen jedem der zweiten
Schneidmesser 510 und 520 auch in dieser Ausführungsform ein Rückstellelement zugeordnet
sein. Die Rückstellelemente 571 und 572 bewirken eine Rückstellkraft oder Vorspannkraft
des jeweiligen zweiten Schneidmessers 510 und 520 in Richtung der Verstelleinrichtung
560. Dies kann in dieser Ausführungsform besonders vorteilhaft genutzt werden, um
eine synchrone Bewegung der Schneidmesser 510 und 520 zu bewirken, sodass die Abstände
D
1 und D
2 zu dem ersten Schneidmesser 540 bzw. die entsprechende Andrückkräfte für beide Schneidmesser
möglichst gleich sind.
1. Vorrichtung (110) zum Zuschneiden von Verpackungen (130), umfassend eine erste Antriebswelle
(101) zum Antreiben eines ersten Schneidmessers (111) sowie eine zweite, zu der ersten
Antriebswelle parallel angeordnete Antriebswelle (102) zum Antreiben eines zweiten
Schneidmessers (121), wobei das zweite Schneidmesser um eine Rotationsachse (R) drehbar
gelagert ist und wobei die Vorrichtung (100) eine dem zweiten Schneidmesser (121)
zugeordnete Verstelleinrichtung (310) mit einem beweglichen Stellglied (312) umfasst,
wobei das Stellglied (312) zum Einstellen einer Position des zweiten Schneidmessers
(121) und/oder einer Andrückkraft des zweiten Schneidmessers (121) an das erste Schneidmesser
(111) ausgebildet ist und das Stellglied (312) entlang einer zur Rotationsachse (R)
parallelen und zur Rotationsachse (R) beabstandeten Richtung (D) beweglich gelagert
ist.
2. Vorrichtung (110) nach Anspruch 1, wobei das Stellglied (312) ein pneumatisch betätigbares
Stellglied, beispielsweise ein Kolben (412) eines Pneumatikzylinders oder eine Membran
(422), ist.
3. Vorrichtung (110) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Vorrichtung (110) ein drittes
Schneidmesser (520) umfasst, das von der zweiten Antriebswelle (101) angetrieben werden
kann, wobei die Verstelleinrichtung (310) zum Einstellen eines Abstands zwischen dem
zweiten Schneidmesser (510) und dem dritten Schneidmesser (520) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung (110) nach Anspruch 3, wobei dem zweiten Schneidmesser (510) ein erstes
Rückstellelement (571, 581) und dem dritten Schneidmesser (520) ein zweites Rückstellelement
(572, 582) zugeordnet ist, wobei das erste Rückstellelement (571, 581) und das zweite
Rückstellelement (572, 582) eine Bewegung des Stellglieds in eine synchrone Bewegung
des zweiten Schneidmessers (510) und des dritten Schneidmessers (520) überführen können.
5. Vorrichtung (110) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die zweite Antriebswelle
(102), das zweite Schneidmesser (121) und die Verstelleinrichtung (310) an einem gemeinsamen
Rahmen (202) angeordnet sind.
6. Vorrichtung (110) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Verstelleinrichtung
(310) zum Einstellen der Position des zweiten Schneidmessers (121) zwischen einer
Arbeitsposition, in der das zweite Schneidmesser (121) zusammen mit dem ersten Schneidmesser
(111) zum Zuschneiden von Verpackungen (130) angeordnet ist, und einer Ruheposition,
in der das zweite Schneidmesser (121) zum ersten Schneidmesser (111) beabstandet angeordnet
ist, ausgebildet ist.
7. Vorrichtung (110) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Verstelleinrichtung
(310) an einer Aufhängung (313) des zweiten Schneidmessers (314) angeordnet ist oder
wobei die Verstelleinrichtung (310) ausgebildet ist, eine Position einer Aufhängung
(313) des zweiten Schneidmessers (314) einzustellen.
8. Vorrichtung (110) nach Anspruch 7, wobei die Aufhängung (313) an einer zur zweiten
Antriebswelle (102) parallelen Führung (226) angeordnet ist.
9. Vorrichtung (110) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Vorrichtung einen Kraftsensor
(353) umfasst, der eine Andrückkraft zwischen dem zweiten Schneidmesser (314) und
dem ersten Schneidmesser (111) messen kann.
10. Vorrichtung (110) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Vorrichtung eine Steuereinheit
(180) zum Steuern der Verstelleinrichtung (310) umfasst.
11. Vorrichtung (110) nach Anspruch 10, wobei die Steuereinheit (180) ausgebildet ist,
die Verstelleinrichtung (310) abhängig von der Andrückkraft zu steuern.
12. Verfahren zum Einstellen einer Andrückkraft eines zweiten Schneidmessers (121) an
ein erstes Schneidmesser (111) und/oder einer Position des zweiten Schneidmessers
(121) einer Vorrichtung (110) zum Zuschneiden von Verpackungen (130), die Vorrichtung
(110) umfassend eine erste Antriebswelle (101) zum Antreiben des ersten Schneidmessers
(111) sowie eine zweite, zu der ersten Antriebswelle (101) parallel angeordnete Antriebswelle
(102) zum Antreiben des zweiten Schneidmessers(121) , wobei das zweite Schneidmesser
(121) um eine Rotationsachse (R) drehbar gelagert ist und wobei die Vorrichtung (110)
eine dem zweiten Schneidmesser (121) zugeordnete Verstelleinrichtung (310) mit einem
beweglichen Stellglied (312) umfasst, wobei das Stellglied (312) zum Einstellen einer
Position des zweiten Schneidmessers (121) und/oder einer Andrückkraft des zweiten
Schneidmessers (121) an das erste Schneidmesser (111) ausgebildet ist und das Stellglied
(310) entlang einer zur Rotationsachse (R) parallelen und zur Rotationsachse (R) beabstandeten
Richtung (D) beweglich gelagert ist, wobei das Verfahren ein Verändern der Position
des Stellglieds (310) zum Einstellen der Andrückkraft und/oder der Position des zweiten
Schneidmessers (121) umfasst.
13. Verfahren nach Anspruch 12, wobei die Vorrichtung (110) eine Steuereinheit (180) und
einen Kraftsensor (353) umfasst und wobei die Steuereinheit (180) die Verstelleinrichtung
(310) abhängig von der mit dem Kraftsensor (353) gemessenen Andrückkraft zwischen
dem zweiten Schneidmesser (314) und dem ersten Schneidmesser (111) zum Einstellen
der Andrückkraft und/oder der Position des zweiten Schneidmessers (314) steuert.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei das Verfahren ein Einstellen der Position
des zweiten Schneidmessers (121) zwischen einer Arbeitsposition, in der das zweite
Schneidmesser (121) zusammen mit dem ersten Schneidmesser (111) zum Zuschneiden von
Verpackungen (130) angeordnet ist, und einer Ruheposition, in der das zweite Schneidmesser
(121) zum ersten Schneidmesser (111) beabstandet ist, mittels der Verstelleinrichtung
(310) umfasst.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die Vorrichtung (110) ein drittes
Schneidmesser (520) umfasst, das von der zweiten Antriebswelle (102) angetrieben wird,
wobei das Verfahren ein Einstellen eines Abstands zwischen dem zweiten Schneidmesser
(510) und dem dritten Schneidmesser (520) mittels der Verstelleinrichtung (310) umfasst.