Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Lösen einer Verstopfung einer Abwasserpumpe
aufweisend ein Pumpengehäuse mit einem Einlass, einer in dem Pumpengehäuse angeordneten
Welle, einem auf der Welle sitzenden Laufrad sowie einen die Welle antreibenden Motor.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Abwasserpumpe aufweisend ein Pumpengehäuse mit
einem Einlass, einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, einem auf der Welle
sitzenden und insbesondere dem Einlass zugewandten Laufrad, einen die Welle antreibenden
Motor sowie eine Steuerung. Schließlich betrifft die Erfindung eine Verwendung eines
Laufrades zum Lösen einer Verstopfung einer Abwasserpumpe aufweisend ein Pumpengehäuse
mit einem Einlass, einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, einem auf der Welle
sitzenden Laufrad sowie einen die Welle antreibenden Motor.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Abwasserpumpen sind aus dem Stand der Technik bekannt und dienen zum Fördern eines
Fluids mittels einer Drehbewegung eines Laufrades. Das zu fördernde Fluid tritt über
einen Einlass bzw. ein Saugöffnung in einen Pumpenraum der Abwasserpumpe ein, wird
von dem rotierenden Laufrad erfasst und in der Folge in einen Druckstutzen befördert.
[0003] In dem Fluid enthaltene Feststoffe können sich im Bereich des Laufrades sowie an
einer Innenseite des Pumpengehäuses absetzen und derart einen hydraulischen und/oder
mechanischen Wirkungsgrad der Abwasserpumpe negativ bis hin zum Verstopfen und Ausfall
der Abwasserpumpe beeinflussen.
[0004] Obwohl aus dem Stand der Technik mehrere Verfahren zum Lösen von Verstopfungen von
Abwasserpumpen bekannt sind, zeigt die derzeitige Praxis, dass die bekannten Verfahren
nicht ideal sind, um eine Abwasserpumpe vor Beschädigung aufgrund einer solchen möglicherweise
nicht rechtzeitig erkannten Verstopfung in sicherer und verlässlicher Weise zu schützen
und die Verstopfung effektiv zu lösen.
Beschreibung der Erfindung
[0005] Ausgehend von dieser Situation ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren zum Lösen einer Verstopfung einer Abwasserpumpe sowie eine entsprechende
Abwasserpumpe anzugeben, welche gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen schneller eine Verstopfung erkennen und entsprechend schnellere und effektivere
Maßnahmen zum Lösen der Verstopfung einleiten kann.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Demnach wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Lösen einer Verstopfung einer
Abwasserpumpe aufweisend ein Pumpengehäuse mit einem Einlass, einer in dem Pumpengehäuse
angeordneten Welle, einem auf der Welle sitzenden Laufrad sowie einen die Welle antreibenden
Motor, wobei
die Welle im Bereich des Laufrades ein Außengewinde und das Laufrad ein mit dem Außengewinde
zusammenwirkendes Innengewinde aufweist, so dass das Laufrad auf der Welle axial zwischen
einer Betriebsposition und einer Lösungsposition verschiebbar ist, und das Laufrad
in der Lösungsposition weiter von dem Einlass als in der Betriebsposition entfernt
ist, mit den Schritten:
- a) während eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe, Betreiben des Motors
in einer ersten Drehrichtung, welche das Laufrad in die Betriebsposition streben lässt,
- b) bei Übersteigen eines Verstopfungsschwellwertes, insbesondere Stoppen des Motors
und daraufhin, Betreiben des Motors in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten
zweiten Drehrichtung, die zum Lösen der Verstopfung das Laufrad von der Betriebsposition
in die Lösungsposition streben lässt, und
- c) nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach Unterschreiten
des Verstopfungsschwellwertes, insbesondere Stoppen des Motors und daraufhin, Betreiben
des Motors in der ersten Drehrichtung.
[0008] Ein wesentlicher Punkt der vorgeschlagenen Lehre liegt darin, dass, gegenüber den
aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen, der Motor in der zweiten Drehrichtung
betrieben wird, wodurch sich das Laufrad auf dem Gewinde der Welle in eine von der
Bodenplatte entferntere Position verschiebt und sich dadurch ein Spalt zwischen Laufrad
und Bodenplatte vergrößert. Durch die Vergrößerung des Spalts zwischen Laufrad und
Bodenplatte können sich durch Feststoffe verursachte Verstopfungen des Laufrads leichter
lösen.
[0009] Als Abwasserpumpe wird im Allgemeinen eine Strömungsmaschine bezeichnet, die eine
Drehbewegung und dynamische Kräfte zur Förderung überwiegend von Flüssigkeiten als
Fluid nutzt. Bevorzugt ist die Abwasserpumpe als Kreiselpumpe ausgestaltet. Bei einer
Kreiselpumpe wird neben einer tangentialen Beschleunigung des Fluids in radialer Strömung
auftretende Fliehkraft zur Förderung genutzt, so dass solche Pumpen ebenso als Zentrifugalpumpen
bezeichnet werden. Bevorzugt lässt sich die Abwasserpumpe für eine hydraulische Anlage
eines Gebäudes oder sonstige Anwendungen verwenden.
[0010] Im regulären Betrieb der Abwasserpumpe kann ein Gehäuse des Motors der Abwasserpumpe
oberhalb des Pumpengehäuses angeordnet sein, in welchem das von dem Motor über die
Motorwelle angetriebenes Laufrad zum Fördern des Fluid vorgesehen ist, wobei das Gehäuse
des Motors mit dem Pumpengehäuse ortsfest verbunden und/oder einteilig gestaltet sein
kann. Ebenso kann die Abwasserpumpe und der Motor jeweils einen eigene Motorwelle
aufweisen, wobei die Motorwellen über eine Kupplung miteinander verbindbar sind. Bevorzugt
ragt die Motorwelle an einer Antriebsseite aus dem Gehäuse des Motors in das Pumpengehäuse
hinein und/oder ist an der Antriebsseite das Laufrad ortsfest mit der Motorwelle verbunden.
Entsprechend ist der Einlass bevorzugt unterhalb oder unten an dem Pumpengehäuse angeordnet.
Das Laufrad ist bevorzugt als offenes Laufrad gestaltet.
[0011] Die Fluid umfasst bevorzugt Wasser oder ein sonstiges flüssiges Medium wie beispielsweise
Abwasser. Das Fluid kann Feststoffe wie beispielsweise Verunreinigungen oder Müll
jeglicher Art, insbesondere Fäkalien, Sedimente, Dreck, Sand, oder auch kleinere Holz-,
Gestrüpp-, Textilien- oder Lappenteile oder dergleichen umfassen. Bevorzugt ist das
Gehäuse des Motors und/oder das Pumpengehäuse aus Metall, insbesondere aus Gusseisen
oder Edelstahl, und/oder Kunststoff gestaltet.
[0012] Der Ausdruck während des Förderns von Abwasser' meint insbesondere einen regulären
Betrieb der Abwasserpumpe, nämlich wenn die Abwasserpumpe Fluid fördert, welches mit
vorgenannten Verunreinigungen versetzt sein kann. Entsprechend wird durch das Betreiben
des Motors in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung das Laufrad vorwärts und/oder
rückwärts insbesondere zum Fördern des Abwassers, oder von Frischwasser wie nachfolgend
beschrieben, angetrieben.
[0013] Das Stoppen des Motors beschreibt neben einem möglichen abrupten Anhalten des Motors
vorteilhafterweise auch ein langsames Herunterfahren des Motors, bis dieser zum Stillstand
gekommen ist. Durch das langsame Herunterfahren können stoßartige Belastungen vermieden,
um Schäden an der Abwasserpumpe, insbesondere an dem Laufrad und/oder an der Welle
zu vermeiden.
[0014] Nach dem vorgeschlagenen Verfahren wird der Motor in der ersten Drehrichtung betrieben,
bis der Abwasserbetriebswert den Verstopfungsschwellwert überschreitet. In einer einfachen
Ausgestaltung stellt der Abwasserbetriebswert beispielsweise eine insbesondere zu
einem Zeitpunkt tatsächliche gemessene Leistungsaufnahme des Motors, ein von dem Motor
aufgenommener Strom, ein Drehmoment des Motors und/oder ein anderer insbesondere überwachter
Betriebsparameter des Motors, durch den auf die Leistungsaufnahme, den Strom und/oder
das Drehmoment des Motors geschlossen werden kann. Der Verstopfungsschwellwert ist
bevorzugt ein vorgegebener Schwellenwert. Sobald der Abwasserbetriebswert den Verstopfungsschwellwert
überschreitet, kann auf eine Verstopfung der Abwasserpumpe geschlossen werden. Vorteilhafterweise
liegt der Verstopfungsschwellwert 2.5, 5, 7.5 oder 10 % oberhalb des insbesondere
für die Abwasserpumpe vorgesehenen Abwasserbetriebswertes.
[0015] Das Außengewinde kann als koaxiale schraubenförmige Führung gleich oder ähnlich einem
Außengewinde und/oder das Innengewinde kann mit einer Innenführung gleich oder ähnlich
einem Innengewinde gestaltet sein. Im regulären Betrieb zum Fördern des Abwassers
befindet sich das Laufrad bevorzugt in der Betriebsposition. Insofern stellt die Betriebsposition
bevorzugt eine solche Position dar, in der das Laufrad in einer herkömmlichen Abwasserpumpe
angeordnet ist. Bevorzugt ist ein hydraulischer Wirkungsgrad der Abwasserpumpe in
der Betriebsposition insbesondere wesentlich höher als in der Lösungsposition. Da
das Laufrad in der Lösungsposition weiter von dem Einlass als in der Betriebsposition
entfernt ist, können sich in der Abwasserpumpe befindliche Feststoffe und/oder den
regulären Betrieb der Abwasserpumpe negativ beeinträchtigende Feststoffe insbesondere
von dem Laufrad lösen, sodass in der Folge der reguläre Betrieb der Abwasserpumpe
nicht mehr negativ beeinflusst ist. Der Einlass, auch Saugöffnung genannt, ist bevorzugt
in axialer Verlängerung der Welle vorgesehen und/oder erstreckt sich in radialer Richtung
bezogen auf die Welle.
[0016] Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist die Welle zwei axial beabstandete Anschläge
und das Laufrad zwei korrespondierende, axial gegenüberliegend angeordnete Gegenanschläge
zum Begrenzen der axialen Verschiebung des Laufrades auf, und in der Betriebsposition
und der Lösungsposition liegt der jeweilige Anschlag an dem korrespondierenden Gegenanschlag
an. Die Anschläge und/oder Gegenanschläge können als radial vorstehende Kanten vorgesehen
sein, die einstückig mit der Welle und/oder dem Laufrad bzw. dem Außengewinde und/oder
dem Innengewinde ausgestaltet sind oder an der Welle und/oder dem Laufrad bzw. dem
Außengewinde und/oder dem Innengewinde ortsfest befestigt sind. Durch die Anschläge
bzw. die Gegenanschläge lassen sich die Betriebsposition und die Lösungsposition hinsichtlich
ihres axialen Ortes festlegen.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung liegen die Betriebsposition und die
Lösungsposition ≥ 5, 10 oder 20 mm axial auseinander und/oder ist eine Bodenplatte
vorgesehen, in welcher der Einlass ausgebildet ist, wobei das Laufrad in der Betriebsposition
an der Bodenplatte im Wesentlichen anliegt und in der Betriebsposition ≥ 5, 10 oder
20 mm von der Bodenplatte entfernt ist. Solche Abstände lassen sich bevorzugt durch
eine entsprechende axiale Anordnung der Anschläge und/oder der Gegenanschläge bereitstellen.
Im Wesentlichen bedeutet insbesondere, dass zwischen Laufrad und Bodenplatte nur ein
Spalt dergestalt ausgebildet ist, dass sich das Laufrad relativ zu der Bodenplatte
drehen kann, jedoch prinzipiell spaltfrei an der Bodenplatte zwecks eines hohen hydraulischen
Wirkungsgrades anliegt.
[0018] Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist das Laufrad ein in dieses axial eingesetztes
Laufradinsert sowie eine in das Laufradinsert axial eingesetzte Gewindemutter, insbesondere
als das Innengewinde, auf. Das Laufradinsert ist bevorzugt ortsfest mit dem Laufrad
verbunden, beispielsweise durch axial durch einen radialen Kragen des Laufradinserts
in das Laufrad eingebrachte Befestigungsmittel, wie beispielsweise Schrauben. Durch
die Gewindemutter lässt sich insbesondere das Innengewinde ausgestalten. Die Gewindemutter
ist bevorzugt als Trapezgewindemutter gestaltet.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist die Welle eine hintere Gleit-
und/oder Dichtungseinheit, insbesondere umfassend eine hintere Rotationsdichtung und/oder
einen hinteren Gleitring, und/oder einen hinteren Sicherungsring auf. Durch die hintere
Gleit- und/oder Dichtungseinheit lässt sich die Welle einerseits gegen Verkippen stützen
und andererseits lässt sich ein Eindringen feiner Partikel in die Abwasserpumpe bzw.
das Pumpengehäuse und/oder in einen das Innengewinde und das Außengewinde aufweisenden
Bereich verhindern. Die hintere Rotationsdichtung und/oder der hintere Gleitring können
als O-Ring ausgestaltet sein. Die Rotationdichtung kann beispielsweise als kommerziell
erhältlicher Turcon
®Roto Glyd Ringü gestaltet sein. Zwischen der hinteren Gleit- und/oder Dichtungseinheit,
der hinteren Rotationsdichtung und/oder dem hinteren Gleitring und der Welle kann
ein insbesondere hülsenförmig gestalteter Distanzring und/oder Distanzrohr vorgesehen
sein. Der hintere Sicherungsring dient insbesondere zur axialen Sicherung der hinteren
Gleit- und/oder Dichtungseinheit.
[0020] Nach einer bevorzugten Weiterbildung verdeckt das Laufradinsert einen axial auf dieses
aufgesetzten Laufraddeckel aufweist, welcher ein dem Laufrad zugewandtes Ende der
Welle. Der Laufraddeckel ist bevorzugt scheibenartig und/oder gewölbt gestaltet. Der
Laufraddeckel dient zur Abschirmung vor groben Partikeln und Lappen.
[0021] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist eine auf der Welle sitzende vordere
Gleit- und Dichtungseinheit vorgesehen, insbesondere umfassend eine vordere Rotationsdichtung
und/oder einen vorderen Gleitring, und/oder einem vorderen Sicherungsring für die
vordere Gleit- und Dichtungseinheit. Durch die vordere Gleit- und Dichtungseinheit
lässt sich die Welle einerseits gegen Verkippen stützen und andererseits lässt sich
ein Eindringen feiner Partikel in die Abwasserpumpe bzw. das Pumpengehäuse und/oder
in einen das Innengewinde und das Außengewinde aufweisenden Bereich verhindern. Die
vordere Rotationsdichtung und/oder der vordere Gleitring können als O-Ring ausgestaltet
sein. Die Rotationdichtung kann beispielsweise als kommerziell erhältlicher Turcon
®Roto Glyd Ring
® gestaltet sein. Zwischen der vorderen Gleit- und Dichtungseinheit, der vorderen Rotationsdichtung
und/oder dem vorderen Gleitring und der Welle kann ein insbesondere hülsenförmig gestalteter
Distanzring und/oder Distanzrohr vorgesehen sein. Der vordere Sicherungsring dient
insbesondere zur axialen Sicherung der vorderen Dichtungseinheit
[0022] Nach einer bevorzugten Weiterbildung wird der Motor in der zweiten Drehrichtung zum
Lösen der Verstopfung betrieben, wenn eine Steigung und/oder eine Krümmung eines zeitlichen
Verlaufs von den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten
den Verstopfungsschwellwert übersteigt.
[0023] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung wird der Verstopfungsschwellwert, durch
die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs des den drehenden Motor
charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten definiert. Durch Nutzung einer
derartigen Gradienteninformation und/oder Krümmung des zeitlichen Verlaufs der Steigung
und/oder der Krümmung der den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten
lässt sich quasi ein geschätzter Blick in die nahe Zukunft erhalten und damit schneller
das Vorliegen oder das Entstehen einer Verstopfung detektieren
Mit anderen Worten lässt sich durch die Steigung und/oder der Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der Abwasserbetriebswerte schätzen, wie sich der Abwasserbetriebswert in
unmittelbarer Zukunft, beispielsweise in der nächsten Sekunde, ändert. Mit noch anderen
Worten stellt die vorgeschlagene Lehre eine Art Trendanalyse für den den drehenden
Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswert bereit, so dass gegenüber
aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen bereits ein Trend hin zu einer Verstopfung
innerhalb von wenigen Millisekunden erkannt werden kann. Durch den derart erkannten
Trend kann früher auf die sich anbahnende Verstopfung reagiert werden, so dass Beschädigungen
der Abwasserpumpe durch Verunreinigungen reduziert oder vermieden werden.
[0024] Als Steigung wird insbesondere eine erste zeitliche Ableitung des zeitlichen Verlaufs
der den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerte, beispielsweise
den vom Motor während des Förderns des Abwassers aufgenommenen elektrischen Strom
und/oder die vom Motor während des Förderns des Abwassers elektrische Leistung oder
eines Drehmoments, insbesondere die Änderungsrate des zeitlichen Verlaufs der den
drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerte. Gemeinhin
wird die erste Ableitung als dfldt beschrieben.
[0025] Als Krümmung wird insbesondere eine zeitliche Ableitung der Steigung des zeitlichen
Verlaufs der den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerte
oder die zweifache Ableitung des zeitlichen Verlaufs der den drehenden Motor charakterisierenden
elektrischen Abwasserbetriebswerte, beispielsweise den vom Motor während des Förderns
des Abwassers aufgenommenen elektrischen Strom und/oder die vom Motor während des
Förderns des Abwassers elektrische Leistung und/oder des Drehmoments, nach der Zeit
verstanden.
[0026] Als zeitlicher Verlauf wird im Rahmen der Erfindung insbesondere eine zeitlich geordnete
Folge des den Motor charakterisierender Betriebswerte, wie beispielsweise Leistung,
Drehmoment oder Strom, verstanden, insbesondere eine Zeitreihe. Der zeitliche Verlauf
kann gemittelt, insbesondere quadratisch gemittelt, und/oder geglättet sein. Der zeitliche
Verlauf kann eine kontinuierliche und/oder diskrete Reihenfolge der Betriebswerte
umfassen. Besonders bevorzugt umfasst die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen
Verlaufs eine approximierte Ableitung von diskreten Zeitsignalen durch Differenzenquotienten
einer ersten und/oder zweiten Ordnung des Betriebswerte.
[0027] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren bei Übersteigen
des Verstopfungsschwellwertes den Schritt:
Durchführen einer Entblockungsroutine, insbesondere einer Drehmomentgesteuerten Entblockungsroutine,
einer drehzahlgesteuerten Entblockungsroutine, insbesondere mit einer Drehmomentschwelle,
und/oder einer dynamischen Entblockungsroutine.
[0028] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Verfahren den Schritt:
Auswählen der Entblockungsroutine in Abhängigkeit der Steigung und/oder der Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Abwasserbetriebswerte.
[0029] Der Verstopfungsschwellwert kann vorgegeben sein, oder dynamisch von der Art des
Abwassers und/oder von der Art der Verstopfung abhängig sein, wie nachfolgend beschrieben.
Der Verstopfungsschwellwert kann zwei Werte für die Steigung und Krümmung umfassen.
Zum Lösen der Verstopfung können zusätzlich aus dem Stand der Technik bekannte, sogenannte
Entblockungsroutinen verwendet werden, die in der Regel ein zeitlich begrenztes und/oder
wiederholendes, insbesondere in Intervallen wiederholendes und/oder abwechselndes
Betreiben und/oder Beschleunigen des Motors in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung,
insbesondere in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung beinhalten. Derartige Entblockungsroutinen
können beispielsweise hinsichtlich des Drehmoments insbesondere durch eine den Motor
ansteuernde Steuerung überwacht werden, um Beschädigungen der Abwasserpumpe zu vermeiden.
Denkbar ist, dass die Entblockungsroutine den Motor abschaltet, wenn eine Drehmomentschwelle
überschritten ist, beispielsweise wenn das Laufrad festklemmt oder aufgrund einer
größeren Verunreinigung trotz Anwendung der Entblockungsroutine sich nicht oder nur
minimal dreht.
[0030] Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist das Verfahren den Schritt auf:
während eines insbesondere wiederholten Förderns von Klarwasser mit der Abwasserpumpe
durch Beschleunigen des Motors in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung, Erfassen
insbesondere wenigstens einer Steigung und/oder einer Krümmung eines zeitlichen Verlaufs
von den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Klarwasserbetriebswerten,
wobei
der Verstopfungsschwellwert durch den um einen Faktor erhöhten Steigung und/oder Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte definiert ist.
[0031] Durch das insbesondere wiederholte Fördern von Klarwasser lässt sich eine Art durch
die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs der elektrischen Klarwasserbetriebswerte
charakterisierter Grundzustand der Abwasserpumpe bestimmen, in welcher die Abwasserpumpe
nicht verstopft ist. Durch das Beschleunigen insbesondere in beide Drehrichtungen
lässt sich der Grundzustand der Pumpe in verlässlicher Weise zum Aufbau einer Wissensdatenbank
erfassen. Wie bereits erwähnt, erfolgt dazu bevorzugt ein wiederholtes Beschleunigen
und insbesondere Abbremsen der Pumpe in Intervallen oder Wiederholungen.
[0032] In diesem Zusammenhang meint Klarwasser nicht mit Verunreinigungen versehenes Abwasser,
beispielsweise Leitungswasser. Der Faktor kann von der Art des Abwassers abhängig
sein und beispielsweise 1.1, 1.2, 1.5, 2, 3, 5 oder einen anderen Wert betragen. Bevorzugt
ist der Verstopfungsschwellwert durch ein Maximum, insbesondere über einen definierten
Zeitraum, der um den Faktor erhöhten Steigung und/oder Krümmung des zeitlichen Verlaufs
der Klarwasserbetriebswerte definiert. Durch das Beschleunigen insbesondere in beide
Drehrichtungen lässt sich der Grundzustand der Pumpe in verlässlicher Weise zum Aufbau
der vorgenannten Wissensdatenbank erfassen. Wie bereits erwähnt, erfolgt dazu bevorzugt
ein wiederholtes Beschleunigen und insbesondere Abbremsen der Pumpe in Intervallen
oder Wiederholungen.
[0033] Durch die vorgeschlagene Maßnahme lässt sich die Wissensdatenbank aufbauen, wie sich
die Abwasserpumpe im Grundzustand verhält. Dieser Grundzustand lässt sich im regulären
Betrieb der Abwasserpumpe mit dem Fördern von Abwasser vergleichen, um die Verstopfung
feststellen zu können. Durch Vergleichen der Steigung und/oder der Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der Abwasserbetriebswerte und/oder der Steigung und/oder der Krümmung des
zeitlichen Verlaufs der Verstopfungsbetriebswerte mit der Steigung und/oder der Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte beim Beschleunigen lässt sich
ferner die Art der Verstopfung wesentlich genauer klassifizieren als durch die Steigung
und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs der Abwasserbetriebswerte.
[0034] Nach einer noch weiteren bevorzugten Weiterbildung erfolgt das Erfassen der Steigung
und/oder der Krümmung des zeitlichen Verlaufs der den drehenden Motor charakterisierenden
elektrischen Klarwasserbetriebswerte mittels einer insbesondere vorgegebenen Drehzahl-Zeit
Funktion und umfasst eine Messung der Steigung und/oder der Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Klarwasserbetriebswerte
in Abhängigkeit der Zeit. Eine solche Funktion kann in einer Steuerung der Pumpe vorgegeben
sein, um den Grundzustand der Pumpe beim Fördern von Klarwasser zu erfassen. Die Funktion
kann mehrere, unterschiedliche Drehzahlen und/oder Beschleunigungen umfassen, die
nacheinander abgefahren werden.
[0035] Nach einer noch weiteren bevorzugten Weiterbildung umfasst das Erfassen der Steigung
und/oder der Krümmung des zeitlichen Verlaufs der den drehenden Motor charakterisierenden
elektrischen Klarwasserbetriebswerte ein Erfassen wenigstens einer Widerstandskurve
mit insbesondere unterschiedlichen Drehzahlen, Beschleunigungen und/oder Drehrichtungen
von Klarwasser. Das Erfassen einer solchen oder einer Mehrzahl Widerstandskurven lässt
im Verstopfungsfall ein Vergleich mit den durch die Widerstandskurve dokumentierten
Grundzustand der Pumpe zu, um, als Ergebnis des Vergleichs, insbesondere die Art der
Verstopfung und einer entsprechenden, bevorzugt auf die Art der Verstopfung zugeschnittenen
Entblockungsroutine auswählen zu können.
[0036] Die Widerstandskurve wird bevorzugt initial vor dem Betrieb der Abwasserpumpe erstellt
und in einem Speicher der Steuerung abgelegt. Darüber hinaus kann die Widerstandskurve
auch regelmäßig, beispielsweise jährlich, erneuert werden, um eine durch den Betrieb
des Laufrads begründete Abnutzung, beispielsweise durch eine höhere Reibung in Lagern
und Dichtungen der Abwasserpumpe, der Abwasserpumpe erkennen und/oder beim Erkennen
der Verstopfung berücksichtigen zu können
[0037] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst durch eine Abwasserpumpe aufweisend
ein Pumpengehäuse mit einem Einlass, einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle,
einem auf der Welle sitzenden und insbesondere dem Einlass zugewandten Laufrad, einen
die Welle antreibenden Motor sowie eine Steuerung, wobei
die Welle im Bereich des Laufrades ein Außengewinde und das Laufrad ein mit dem Außengewinde
zusammenwirkendes Innengewinde aufweist, so dass das Laufrad auf der Welle axial zwischen
einer Betriebsposition und einer Lösungsposition verschiebbar ist, und das Laufrad
in der Lösungsposition weiter von dem Einlass als in der Betriebsposition entfernt
ist, und
die Steuerung zum Betreiben des Motors in einer ersten Drehrichtung derart eingerichtet
ist, dass das Laufrad in die Betriebsposition strebt, die Steuerung weiter während
eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe bei Übersteigen eines Verstopfungsschwellwertes
insbesondere durch eine Steigung und/oder eine Krümmung eines zeitlichen Verlaufs
von den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten, insbesondere
die Steuerung zum Stoppen des Motors eingerichtet ist und daraufhin die Steuerung
eingerichtet ist, den Motor in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten
Drehrichtung derart zu betreiben, das das Laufrad zum Lösen der Verstopfung von der
Betriebsposition in die Lösungsposition strebt, insbesondere die Steuerung zum Stoppen
des Motors eingerichtet ist und daraufhin, die Steuerung eingerichtet ist, nach einer
Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach Unterschreiten des Verstopfungsschwellwertes,
den Motor in der ersten Drehrichtung zu betreiben.
[0038] Nach einer bevorzugten Weiterbildung weist das Laufrad ein in dieses axial eingesetztes
Laufradinsert sowie eine in das Laufradinsert axial eingesetzte Gewindemutter auf.
[0039] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung weist das Laufrad und/oder das Laufradinsert
einen axial in Richtung des Einlasses und/oder auf das Laufradinsert auf die Gewindemutter
und/oder das Innengewinde aufschiebbare hintere Gleit- und/oder Dichtungseinheit,
insbesondere umfassend eine hintere Rotationsdichtung und/oder einen hinteren Gleitring,
und/oder einen hinteren Sicherungsring für die Gewindemutter auf.
[0040] Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist eine auf der Welle sitzende vordere Gleit-
und Dichtungseinheit, insbesondere umfassend eine vordere Rotationsdichtung und/oder
einen vorderen Gleitring, und/oder einem vorderen Sicherungsring für die vordere Gleit-
und Dichtungseinheit, vorgesehen.
[0041] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung weist die Welle zwei axial beabstandete
Anschläge und das Laufrad zwei korrespondierende, axial gegenüberliegend angeordnete
Gegenanschläge zum Begrenzen der axialen Verschiebung des Laufrades auf, wobei in
der Betriebsposition und der Lösungsposition der jeweilige Anschlag an dem korrespondierenden
Gegenanschlag anliegt.
[0042] Nach einer bevorzugten Weiterbildung ist eine Bodenplatte vorgesehen, in welcher
der Einlass ausgebildet ist, wobei die Betriebsposition und die Lösungsposition ≥
5, 10 oder 20 mm axial auseinander liegen und/oder das Laufrad in der Betriebsposition
an der Bodenplatte im Wesentlichen anliegt und in der Betriebsposition ≥ 5, 10 oder
20 mm von der Bodenplatte entfernt ist.
[0043] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausgestaltung ist die Steuerung eingerichtet, den
Motor in der zweiten Drehrichtung zum Lösen der Verstopfung zu betreiben, wenn eine
Steigung und/oder eine Krümmung eines zeitlichen Verlaufs von den drehenden Motor
charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten den Verstopfungsschwellwert
übersteigt.
[0044] Die Aufgabe wird schließlich gelöst durch eine Verwendung eines zwischen einer Betriebsposition
und einer Lösungsposition einer Welle axial verschiebbaren Laufrades zum Lösen einer
Verstopfung einer Abwasserpumpe aufweisend ein Pumpengehäuse mit einem Einlass, der
in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, dem auf der Welle sitzenden Laufrad sowie
einen die Welle antreibenden Motor, wobei die Welle im Bereich des Laufrades ein Außengewinde
und das Laufrad ein mit dem Außengewinde zusammenwirkendes Innengewinde aufweist und
das Laufrad in der Lösungsposition weiter von dem Einlass als in der Betriebsposition
entfernt ist, mit den Schritten:
- a) während eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe, Betreiben des Motors
in einer ersten Drehrichtung, welche das Laufrad in die Betriebsposition streben lässt,
- b) bei Übersteigen eines Verstopfungsschwellwertes insbesondere durch eine Steigung
und/oder eine Krümmung eines zeitlichen Verlaufs von den drehenden Motor charakterisierenden
elektrischen Abwasserbetriebswerten, insbesondere Stoppen des Motors und daraufhin,
Betreiben des Motors in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung,
die zum Lösen der Verstopfung das Laufrad von der Betriebsposition in die Lösungsposition
streben lässt, und
- c) nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach Unterschreiten
des Verstopfungsschwellwertes, insbesondere Stoppen des Motors und daraufhin, Betreiben
des Motors in der ersten Drehrichtung.
[0045] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Abwasserpumpe und/oder der Verwendung des
Laufrads ergeben sich für den Fachmann direkt und unmissverständlich aus dem zuvor
beschriebenen Verfahren.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0046] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand
bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0047] In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine schematisch perspektivische Explosiv-Schnittansicht einer Abwasserpumpe zum Ausführen
des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus einem Leistungs-/Zeitdiagram beim Ausführen des vorgeschlagenen
Verfahrens gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 3
- ein Leistungs-/Drehzahldiagramm beim Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß
dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 4
- eine Teilschnittansicht der Abwasserpumpe gemäß Fig. 1 mit einem Laufrad links in
einer Betriebsposition und rechts in einer Lösungsposition gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 5
- eine schematisch perspektivische Explosiv-Schnittansicht des Laufrads der Abwasserpumpe
gemäß Fig. 1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 6
- eine schematisch perspektivische Schnittansicht des Laufrads gemäß Fig. 5 mit einem
Teil einer Welle der Abwasserpumpe gemäß Fig. 1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung, und
- Fig. 7
- eine schematische Teil-Draufsicht von Anschlägen und Gegenanschlägen des Laufrads
und der Welle der Abwasserpumpe gemäß Fig. 1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbespiele
[0048] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Abwasserpumpe 1 zum Ausführen eines
nachfolgend beschriebenen Verfahrens zum Lösen einer Verstopfung der Abwasserpumpe
1 gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0049] Die Abwasserpumpe 1 weist in herkömmlicher Weise ein Pumpengehäuse 2, zum Teil nur
angedeutet, mit einer, in der Zeichnung an dem Pumpengehäuse 2 links unten angeordneten
Saugöffnung 3 als Einlass auf. In dem Pumpengehäuse 2 ist eine Welle 4 vorgesehen,
die sich in Fig. 1 im Wesentlichen vertikal nach rechts oben erstreckt, so dass der
Einlass 3 in axialer Verlängerung der Welle 4 vorgesehen und sich radial zu der Welle
4 erstreckt. Die Welle 4 wird von einem Motor 5 angetrieben, nur ansatzweise dargestellt,
der entgegensetzt zu der Saugöffnung 3 angeordnet ist. Der Saugöffnung 3 zugewandt
ist ein Laufrad 6 vorgesehen, welches über die Welle 4 durch den Motor 5 angetrieben
ist. Ferner weist die Abwasserpumpe 1 eine mikroprozessorbasierte Steuerung 7 auf,
in Fig. 1 nur angedeutet.
[0050] In optionalen vorbereitenden Schritten zum Ausführen des später beschriebenen Verfahrens
zum Lösen einer Verstopfung der Abwasserpumpe 1 wird die Abwasserpumpe 1 zunächst
mit Klarwasser betrieben. Konkret wird der Motor 5 wiederholt während des Förderns
von Klarwasser in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung, also in ein ersten Drehrichtung
und/oder in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung,
betrieben sowie in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung beschleunigt. Während dieses
Betreibens des Motors 5 mittels einer durch die Steuerung 7 vorgegebenen Drehzahl-Zeit
Funktion wird durch einen nur schematisch dargestellten Sensor 8 mehrere diskrete
den drehenden Motor charakterisierende elektrische Klarwasserbetriebswerte in Abhängigkeit
der Zeit erfasst. Der Sensor 8 ist als Stromsensor und als Spannungssensor ausgestaltet,
sodass neben den Strom auch die von der Abwasserpumpe 1 aufgenommene Leistung erfasst
wird. Daneben oder alternativ können auch weitere leistungsproportionale physische
Größen des drehenden Motors 5 als Klarwasserbetriebswerte erfasst werden, beispielsweise
das Drehmoment.
[0051] Mittels der Steuerung 7 wird sodann die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der so gewonnenen Klarwasserbetriebswerte, also die erste und die zweite
zeitliche Ableitung der so gewonnenen Klarwasserbetriebswerte, bestimmt. Da der Motor
5 mit unterschiedlichen Drehzahlen, Beschleunigungen und Drehrichtungen betrieben
wurde, lassen sich derart charakteristische Widerstandskurven für den Betrieb der
Abwasserpumpe 1 mit Klarwasser bestimmen und in einem Speicher der Steuerung 7 hinterlegen.
Diese Widerstandskurven stellen das grundsätzliche Betriebsverhalten der Abwasserpumpe
1 mit von Verunreinigungen unbelastetem Klarwasser dar.
[0052] Exemplarisch dazu sind in Fig. 2 ein Ausschnitt aus einem Leistungs-/Zeitdiagram
und in Fig. 3 ein Leistungs-/Drehzahldiagramm beim Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens
gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. In Fig. 2 ist
illustriert, wie aus der Leistung als Abwasserbetriebswert die Steigung gewonnen wird.
Aus der Steigung kann die Steuerung 7 das Verstopfen der Abwasserpumpe 1 dann erkennen,
wenn ein Verstopfungsschwellwert überschritten wird. Fig. 3 illustriert verschiedene
Leistungs-/Drehzahlkurven. Die flachere durchgezogene Leistungs-/Drehzahlkurve stellt
ein Betriebsverhalten der Abwasserpumpe 1 ohne Verstopfung beim Fördern von Klarwasser
dar, mit jeweiligen unteren und oberen gestrichelt gezeichneten Verstopfungsschwellwerten.
Die steilere durchgezogene Leistungs-/Drehzahlkurve stellt das Betriebsverhalten der
Abwasserpumpe 1 während der Verstopfung dar.
[0053] Zurückkommend auf Fig. 1 sowie ebenso Bezug nehmend auf die weiteren Figs. 4 bis
7, die Details der Ausgestaltung der Fig. 1 zeigen, weist die Welle 4 der Abwasserpumpe
1 zum Lösen der Verstopfung im Bereich des Laufrades 6 ein Außengewinde 9 und das
Laufrad 6 ein mit dem Außengewinde 9 zusammenwirkendes Innengewinde 10 auf, wie im
Detail besser in Fig. 4 zu erkennen ist. Aufgrund des mit dem Außengewinde 9 zusammenwirkenden
Innengewindes 10 ist das Laufrad 6 auf der Welle 4 zwischen einer Betriebsposition
und einer Lösungsposition axial verschiebbar, wobei das das Laufrad 6 in der Lösungsposition
weiter von dem Einlass 3 als in der Betriebsposition entfernt ist.
[0054] Fig. 4 zeigt links das Laufrad 6 in der Betriebsposition hin zum Einlass 3 orientiert.
Wie augenscheinlich zu erkennen, liegt das Laufrad 6 annähernd spaltfrei an einer
bodenseitigen Bodenplatte 11 des Pumpengehäuses 2 an, in welchem der kreisrunde Einlass
3 vorgesehen ist. Fig. 4 zeigt rechts das Laufrad 6 in der Lösungsposition axial weg
vom Einlass 3 orientiert. In der Lösungsposition ist zwischen dem Laufrad 6 und der
Bodenplatte 11 ein Spalt von etwa 10 mm ausgebildet.
[0055] Im regulären Betrieb fördert die Abwasserpumpe 1 durch Betreiben des Motors 5 in
einer ersten Drehrichtung und derart mittels des über die Motorwelle 4 verbunden Laufrads
6 Abwasser. Aufgrund dieser ersten Drehrichtung der Motorwelle 4 strebt das Laufrad
in die Betriebsposition. Sofern eine Steigung und/oder eine Krümmung eines zeitlichen
Verlaufs von den drehenden Motor 5 charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten
einen Verstopfungsschwellwert übersteigt, also die Abwasserpumpe 1 aufgrund von in
dem Abwasser enthaltenen Verunreinigungen zu verstopfen droht oder bereits verstopft
ist, wird der Motor 5 gestoppt und in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten
zweiten Drehrichtung betrieben.
[0056] Durch das Betreiben des Motors 5 in der entgegengesetzten zweiten Drehrichtung strebt
das Laufrad 6 von der Betriebsposition in die Lösungsposition, sodass der vorbeschriebene
Spalt zwischen Laufrad 6 und Bodenplatte 11 entsteht. Aufgrund dieses Spaltes können
sich beispielsweise das Laufrad 6 verstopfende Verunreinigungen von dem Laufrad 6
lösen, sodass ein weiterer regulärer Betrieb der Abwasserpumpe 1 möglich wird. Entsprechend
kann nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens, beispielsweise nach 1, 2,
5 oder 10 Minuten und/oder wenn der Verstopfungsschwellwert wieder unterschritten
ist, der Motor 5 wieder in der ersten Drehrichtung betrieben werden.
[0057] Fig. 5 zeigt eine schematisch perspektivische Explosiv-Schnittansicht des Laufrads
der Abwasserpumpe gemäß Fig. 1 gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Das Laufrad 6 weist ein in eine sich axial erstreckende Öffnung des Laufrads 6 axial
eingesetztes Laufradinsert 12 auf. Das Laufradinsert 12 weist eine im Wesentlichen
röhrenartige Form auf, die zum Teil in das Laufrad 6 axial eingeschoben ist, so dass
axiale Flächen des Laufradinserts 12 und des Laufrads 6 berührend aneinander anliegen.
Ferner weist das Laufradinsert 12 einen sich radial erstreckenden Kragen auf, der
mit seiner einen Seite ebenso berührend an einer sich radial erstreckenden Fläche
das Laufrads 6 anliegt. Durch den Kragen sind zum ortsfesten Fixieren des Laufradinserts
12 an dem Laufrad 6 Befestigungsmittel 13 in Form von Schrauben axial in das Laufrad
6 eingeführt.
[0058] In eine sich axial erstreckende Öffnung des Laufradinserts 12 ist eine Gewindemutter
14 als Innengewinde 10 eingesetzt, die durch eine Kante des Laufradinserts 12 in Richtung
Laufrad 6 axial abgestützt ist. Als Außengewinde 9 ist eine Spindel 15 vorgesehen,
die auf die Welle 4, in Fig. 5 nicht gezeigt, ortsfest aufgesteckt ist. Die Gewindemutter
14 und die Spindel 15 ermöglichen derart die vorbeschrieben axiale Bewegung des Laufrads
6.
[0059] In axialer Verlängerung der Gewindemutter 14 weg von dem Laufrad 6 ist zunächst ein
hinterer Distanzring 16 sowie in der Folge eine hintere Gleit- und Dichtungseinheit
17 vorgesehen, die durch einen hinteren Sicherungsring 18 ortsfest in Bezug auf das
Laufradinsert 12 gehalten ist. Daran axial anschließend ist noch eine gehärte Wellenhülse
20 vorgesehen, wie in Fig. 1 gezeigt, die axial einerseits auf der Welle 3 und andererseits
auf der Spindel 15 aufliegt, wie aus Fig. 6 zu erkennen. Entsprechend umgreift die
hintere Gleit- und Dichtungseinheit 17 die Wellenhülse 20 radial abdichtend.
[0060] Von dem Einlass 3 in Richtung des Laufrades 6 ist das Laufradinsert 12 durch einen
axial auf das Laufradinsert 12 aufgesetzten Laufraddeckel 19 abgedeckt, durch welchen
ein dem Laufrad 6 zugewandtes Ende der Welle 4 zum Abschirmen von groben Partikeln
wie beispielsweise Lappen verdeckt ist, wie in Fig. 6 zu erkennen. Ebenso durch den
Laufraddeckel 19 geschützt ist eine auf der Welle 4 sitzende vordere Gleit- und Dichtungseinheit
21, wie in Fig. 1 zu erkennen. Die vordere Gleit- und Dichtungseinheit 21 umfasst
eine vordere Rotationsdichtung 22, ein vorderen Gleitring 23 und einem vorderen Sicherungsring
24, wie in Fig. 6 gezeigt.
[0061] Zum Begrenzen der axialen Verschiebung des Laufrades 6 weist die Welle 4 zwei axial
beabstandete Anschläge 25 und das Laufrad 6 zwei korrespondierende, axial gegenüberliegend
angeordnete Gegenanschläge 26 auf, wie in der jeweiligen Draufsicht in Fig. 7 gezeigt.
Fig. 7 links zeigt eine Draufsicht von der Öffnung 3 in Richtung der Welle 4 in der
Betriebsposition. Auf der Welle 4 sitzt ein Mitnehmer 27, an dem der Anschlag 25 ausgebildet.
Dieser Anschlag 25 liegt berührend auf dem Gegenanschlag 26 des Laufrads 6 an, so
dass ein Drehmoment des Motors 5 das Laufrad 6 übertragbar ist. Fig. 7 rechts zeigt
eine Draufsicht aus Richtung der Welle 4 auf das Laufrad 6 bzw. das Laufradinsert
12 in Richtung der Öffnung 3 in der der Lösungsposition. An dem Außengewinde 9 ist
ein weiterer Anschlag 25 ausgebildet, der an einem weiteren Gegenanschlag 26 des Innengewindes
10 anliegt.
[0062] Die beschriebenen Ausführungsbeispiels sind lediglich Beispiele, die im Rahmen der
Ansprüche auf vielfältige Weise modifiziert und/oder ergänzt werden können. Jedes
Merkmal, das für ein bestimmtes Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, kann eigenständig
oder in Kombination mit anderen Merkmalen in einem beliebigen anderen Ausführungsbeispiel
genutzt werden. Jedes Merkmal, dass für ein Ausführungsbeispiel einer bestimmten Kategorie
beschrieben wurde, kann auch in entsprechender Weise in einem Ausführungsbeispiel
einer anderen Kategorie eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0063]
| Abwasserpumpe |
1 |
| Pumpengehäuse |
2 |
| Saugöffnung |
3 |
| Welle |
4 |
| Motor |
5 |
| Laufrad |
6 |
| Steuerung |
7 |
| Sensor |
8 |
| Außengewinde |
9 |
| Innengewinde |
10 |
| Bodenplatte |
11 |
| Laufradinsert |
12 |
| Befestigungsmittel |
13 |
| Gewindemutter |
14 |
| Spindel |
15 |
| Hinterer Distanzring |
16 |
| Hintere Gleit- und Dichtungseinheit |
17 |
| Hintere Sicherungsring |
18 |
| Laufraddeckel |
19 |
| Wellenhülse |
20 |
| Vordere Gleit- und Dichtungseinheit |
21 |
| Gewindemutter und Sicherungsscheibe |
22 |
| Vordere Rotationsdichtung |
22 |
| Vorderer Gleitring |
23 |
| Vorderer Sicherungsring |
24 |
| Anschlag |
25 |
| Gegenanschlag |
26 |
| Mitnehmer |
27 |
1. Verfahren zum Lösen einer Verstopfung einer Abwasserpumpe (1) aufweisend ein Pumpengehäuse
(2) mit einem Einlass (3), einer in dem Pumpengehäuse (2) angeordneten Welle (4),
einem auf der Welle (4) sitzenden Laufrad (6) sowie einen die Welle (4) antreibenden
Motor (5), wobei
die Welle (4) im Bereich des Laufrades (6) ein Außengewinde (9) und das Laufrad (6)
ein mit dem Außengewinde (9) zusammenwirkendes Innengewinde (10) aufweist, so dass
das Laufrad (6) auf der Welle (4) axial zwischen einer Betriebsposition und einer
Lösungsposition verschiebbar ist, und das Laufrad (6) in der Lösungsposition weiter
von dem Einlass (3) als in der Betriebsposition entfernt ist, mit den Schritten:
a) während eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe (1), Betreiben des Motors
(5) in einer ersten Drehrichtung, welche das Laufrad (6) in die Betriebsposition streben
lässt,
b) bei Übersteigen eines Verstopfungsschwellwertes, Betreiben des Motors (5) in einer
der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung, die zum Lösen der
Verstopfung das Laufrad (6) von der Betriebsposition in die Lösungsposition streben
lässt, und
c) nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach Unterschreiten
des Verstopfungsschwellwertes, Betreiben des Motors (5) in der ersten Drehrichtung.
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Welle (4) zwei axial beabstandete
Anschläge (25) und das Laufrad (6) zwei korrespondierende, axial gegenüberliegend
angeordnete Gegenanschläge (26) zum Begrenzen der axialen Verschiebung des Laufrades
(6) aufweist, und in der Betriebsposition und der Lösungsposition der jeweilige Anschlag
(25) an dem korrespondierenden Gegenanschlag (26) anliegt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Betriebsposition und
die Lösungsposition ≥ 5, 10 oder 20 mm axial auseinander liegen und/oder mit einer
Bodenplatte (11), in welcher der Einlass (3) ausgebildet ist, wobei das Laufrad (6)
in der Betriebsposition an der Bodenplatte (11) im Wesentlichen anliegt und in der
Betriebsposition ≥ 5, 10 oder 20 mm von der Bodenplatte (11) entfernt ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Motor (5) in der zweiten
Drehrichtung zum Lösen der Verstopfung betrieben wird, wenn eine Steigung und/oder
eine Krümmung eines zeitlichen Verlaufs von den drehenden Motor (5) charakterisierenden
elektrischen Abwasserbetriebswerten (11) den Verstopfungsschwellwert übersteigt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei Übersteigen des Verstopfungsschwellwertes,
mit dem Schritt:
Durchführen einer Entblockungsroutine, insbesondere einer Drehmomentgesteuerten Entblockungsroutine,
einer drehzahlgesteuerten Entblockungsroutine, insbesondere mit einer Drehmomentschwelle,
und/oder einer dynamischen Entblockungsroutine.
6. Verfahren nach den beiden vorhergehenden Ansprüchen, mit dem Schritt:
Auswählen der Entblockungsroutine in Abhängigkeit der Steigung und/oder der Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Abwasserbetriebswerte.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit dem Schritt:
während eines insbesondere wiederholten Förderns von Klarwasser mit der Abwasserpumpe
(1) durch Betreiben des Motors (5) in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung,
Erfassen insbesondere wenigstens einer Steigung und/oder einer Krümmung eines zeitlichen
Verlaufs von den drehenden Motor (5) charakterisierenden elektrischen Klarwasserbetriebswerten,
wobei
der Verstopfungsschwellwert durch den um einen Faktor erhöhten Steigung und/oder Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte definiert ist.
8. Abwasserpumpe (1) aufweisend ein Pumpengehäuse (2) mit einem Einlass (3), einer in
dem Pumpengehäuse (2) angeordneten Welle (4), einem auf der Welle (4) sitzenden und
dem Einlass zugewandten Laufrad (6), einen die Welle (4) antreibenden Motor (5) sowie
eine Steuerung (7), wobei
die Welle (4) im Bereich des Laufrades (6) ein Außengewinde (9) und das Laufrad (6)
ein mit dem Außengewinde (9) zusammenwirkendes Innengewinde (10) aufweist, so dass
das Laufrad (6) auf der Welle (4) axial zwischen einer Betriebsposition und einer
Lösungsposition verschiebbar ist, und das Laufrad (6) in der Lösungsposition weiter
von dem Einlass (3) als in der Betriebsposition entfernt ist, und
die Steuerung (7) zum Betreiben des Motors (5) in einer ersten Drehrichtung derart
eingerichtet ist, dass das Laufrad (6) in die Betriebsposition strebt, die Steuerung
(7) weiter während eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe (1) bei Übersteigen
eines Verstopfungsschwellwertes, den Motor (5) in einer der ersten Drehrichtung entgegengesetzten
zweiten Drehrichtung derart zu betreiben, das das Laufrad (6) zum Lösen der Verstopfung
von der Betriebsposition in die Lösungsposition strebt, und die Steuerung (7) schließlich
eingerichtet ist, nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach
Unterschreiten des Verstopfungsschwellwertes, den Motor (5) in der ersten Drehrichtung
zu betreiben.
9. Abwasserpumpe (1) nach dem vorhergehenden Abwasserpumpen-Anspruch, wobei das Laufrad
(6) ein in dieses axial eingesetztes Laufradinsert (12) sowie eine in das Laufradinsert
(12) axial eingesetzte Gewindemutter (14) aufweist, .
10. Abwasserpumpe (1) nach dem vorhergehenden Abwasserpumpen-Anspruch, wobei das Laufrad
(6) und/oder das Laufradinsert (12) einen axial in Richtung des Einlasses (3) und/oder
auf das Laufradinsert (12) auf die Gewindemutter (14) und/oder das Innengewinde (10)
aufschiebbare hintere Gleit- und/oder Dichtungseinheit (17), insbesondere umfassend
eine hintere Rotationsdichtung und/oder einen hinteren Gleitring, und/oder einen hinteren
Sicherungsring (18) für die Gewindemutter (14) aufweist.
11. Abwasserpumpe (1) nach einem der vorhergehenden Abwasserpumpen-Ansprüche, mit einer
auf der Welle (4) sitzenden vorderen Gleit- und Dichtungseinheit (21), insbesondere
umfassend eine vordere Rotationsdichtung (22) und/oder einen vorderen Gleitring (23),
und/oder einem vorderen Sicherungsring (24) für die vordere Gleit- und Dichtungseinheit
(21).
12. Abwasserpumpe (1) nach einem der vorhergehenden Abwasserpumpen-Ansprüche, wobei die
Welle (4) zwei axial beabstandete Anschläge (25) und das Laufrad (6) zwei korrespondierende,
axial gegenüberliegend angeordnete Gegenanschläge (26) zum Begrenzen der axialen Verschiebung
des Laufrades (6) aufweist, und in der Betriebsposition und der Lösungsposition der
jeweilige Anschlag (25) an dem korrespondierenden Gegenanschlag (26) anliegt.
13. Abwasserpumpe (1) nach einem der vorhergehenden Abwasserpumpen-Ansprüche, wobei die
Betriebsposition und die Lösungsposition ≥ 5, 10 oder 20 mm axial auseinander liegen
und/oder mit einer Bodenplatte (11), in welcher der Einlass (3) ausgebildet ist, wobei
das Laufrad (6) in der Betriebsposition an der Bodenplatte (11) im Wesentlichen anliegt
und in der Betriebsposition ≥ 5, 10 oder 20 mm von der Bodenplatte (11) entfernt ist.
14. Abwasserpumpe (1) nach einem der beiden vorhergehenden Abwasserpumpen-Ansprüche, wobei
die Steuerung (7) eingerichtet ist, den Motor (5) in der zweiten Drehrichtung zum
Lösen der Verstopfung zu betreiben, wenn eine Steigung und/oder eine Krümmung eines
zeitlichen Verlaufs von den drehenden Motor (5) charakterisierenden elektrischen Abwasserbetriebswerten
(11) den Verstopfungsschwellwert übersteigt.
15. Verwendung eines zwischen einer Betriebsposition und einer Lösungsposition einer Welle
(4) axial verschiebbaren Laufrades (6) zum Lösen einer Verstopfung einer Abwasserpumpe
(1) aufweisend ein Pumpengehäuse (2) mit einem Einlass (3), der in dem Pumpengehäuse
(2) angeordneten Welle (4), dem auf der Welle (4) sitzenden Laufrad (6) sowie einen
die Welle (4) antreibenden Motor (5), wobei die Welle (4) im Bereich des Laufrades
(6) ein Außengewinde (9) und das Laufrad (6) ein mit dem Außengewinde (9) zusammenwirkendes
Innengewinde (10) aufweist und das Laufrad (6) in der Lösungsposition weiter von dem
Einlass (3) als in der Betriebsposition entfernt ist, mit den Schritten:
a) während eines Förderns von Abwasser mit der Abwasserpumpe (1), Betreiben des Motors
(5) in einer ersten Drehrichtung, welche das Laufrad (6) in die Betriebsposition streben
lässt,
b) bei Übersteigen eines Verstopfungsschwellwertes, Betreiben des Motors (5) in einer
der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten Drehrichtung, die zum Lösen der
Verstopfung das Laufrad (6) von der Betriebsposition in die Lösungsposition streben
lässt, und
c) nach einer Zeitdauer seit Beginn des Übersteigens und/oder nach Unterschreiten
des Verstopfungsschwellwertes, Betreiben des Motors (5) in der ersten Drehrichtung.