(19)
(11) EP 4 411 255 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.08.2024  Patentblatt  2024/32

(21) Anmeldenummer: 24151087.4

(22) Anmeldetag:  10.01.2024
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F24D 3/12(2006.01)
F24D 3/16(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
F24D 3/127; F24D 3/165
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 31.01.2023 DE 202023100456 U

(71) Anmelder: REHAU Industries SE & Co. KG
95111 Rehau (DE)

(72) Erfinder:
  • Burkhardt, Oliver
    91056 Erlangen (DE)
  • Vohler, Tobias
    92318 Neumarkt i. d. Opf. (DE)

   


(54) HEIZ- UND/ODER KÜHLDECKE SOWIE WÄRMELEITLAMELLENANORDNUNG DAFÜR


(57) Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Heiz- und/oder Kühldecke (1), die (a) eine als Ansichtsfläche dienende Beplankung (2), insbesondere in Form von Gipskartonplatten; (b) auf der Beplankung (2) zumindest teilweise aufliegende Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3"), die Nuten zur Aufnahme einer Rohrleitung (5) aufweisen; (c)zwischen benachbarten Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") angeordnete Tragprofile (6, 6'), die einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit einer Basis (7) und mit der Basis (7) verbundenen Schenkeln (8, 8') aufweisen; und (d) eine von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung (5) umfasst, die zumindest abschnittweise in die Nuten (4) der Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") aufgenommen ist, wobei sich die Heiz- und/oder Kühldecke (1) erfindungsgemäß dadurch auszeichnet, dass mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist. Darüber hinaus bezieht sich die vorliegende Erfindung auch auf eine Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") für eine derartige Heiz- und/oder Kühldecke (1).




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Heiz- und/oder Kühldecke, die eine als Ansichtsfläche dienende Beplankung, insbesondere in Form von Gipskartonplatten; auf der Beplankung zumindest teilweise aufliegende Wärmeleitlamellenanordnungen, die Nuten zur Aufnahme einer Rohrleitung aufweisen; zwischen benachbarten Wärmeleitlamellenanordnungen angeordnete Tragprofile, die üblicherweise auch als CD-Profile bezeichnet werden, die einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit einer Basis und mit der Basis verbundenen Schenkeln aufweisen, eine von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung, die zumindest abschnittweise in die Nuten der Wärmeleitlamellenanordnungen aufgenommen ist, umfasst. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung eine Wärmeleitlamellenanordnung für eine derartige Heiz- und/oder Kühldecke.

[0002] Derartige Heiz- und/oder Kühldecken sind häufig als abgehängte Decken oder Trockenbaudecken ausgebildet und werden für das Heizen und insbesondere für das Kühlen des unter der Decke befindlichen Raums eingesetzt. Bei solchen abgehängten Decken sind häufig mittels Abhängern Grundprofile an der eigentlichen Raumdecke von dieser beabstandet befestigt. Die Grundprofile sind üblicherweise als Metallprofilschienen mit im Wesentlichen U-förmigem Querschnitt ausgebildet. Im rechten Winkel zu diesen Grundprofilen sind Tragprofile als Unterkonstruktion für die Heiz- und/oder Kühldecke an den Grundprofilen befestigt. Üblicherweise handelt es sich bei den Tragprofilen ebenso wie bei den Grundprofilen um Profilleisten aus Metall mit einem im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt. Die Grundprofile und die Tragprofile sind in einer Einbausituation üblicherweise so ausgerichtet, dass die offene Seite des im Wesentlichen U-förmigen Querschnitts in Richtung der eigentlichen Raumdecke weist. Zwischen den Tragprofilen sind Wärmeleitlamellen, insbesondere aus Metall, angeordnet, in deren Nuten eine von einem Wärmeträgermedium durchströmte Rohrleitung aufgenommen ist. Als Ansichtsfläche von der Raumseite dient eine Beplankung aus Bauplatten, insbesondere Gipskartonplatten, die an den Tragprofilen befestigt sind. Die als Ansichtsfläche dienenden Bauplatten können auch gelocht ausgebildet sein, um derartigen Heiz- und/oder Kühldecken schalldämpfende Eigenschaften zu verleihen (Akustikdecke). Das Lochmuster kann sich dann auch durch die Wärmeleitlamellen erstrecken. Derartige Heiz- und/oder Kühldecken sind beispielsweise in der AT 12 602 U1 beschrieben.

[0003] Nachteilig an der in der AT 12 602 U1 beschriebenen Heiz- und/oder Kühldecke wird gesehen, dass sich die Wärmeleitlamellen mit der zugehörigen Rohrleitung leicht nach oben in Richtung der eigentlichen Raumdecke verschieben lassen. Daraus resultiert die Gefahr, dass die Wärmeleitlamellen mit der zugehörigen Rohrleitung insbesondere bei der Montage aus den Tragprofilen herausfallen, was die Montage erschwert. Darüber hinaus resultiert auch die Gefahr eines unzureichenden thermischen Kontaktes zwischen den Wärmeleitlamellen und der Beplankung, was die Heiz- und/oder Kühlleistung beeinträchtigt.

[0004] An dieser Stelle setzt die vorliegende Erfindung ein, der die Aufgabe zugrunde liegt, die Nachteile des Stands der Technik zumindest teilweise zu überwinden. Insbesondere soll die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke einfach und sicher zu montieren sein. Darüber hinaus soll die Heiz- und/oder Kühldecke eine hohe Heiz- und/oder Kühlleistung gewährleisten.

[0005] Diese und andere Aufgaben werden durch eine Heiz- und/oder Kühldecke mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Wärmeleitlamellenanordnung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

[0006] Gemäß der vorliegenden Erfindung wurde erkannt, dass sich die Montage einer Heiz- und/oder Kühldecke dadurch erheblich erleichtern lässt, dass statt starrer Wärmeleitlamellen die Wärmeleitlamellenanordnungen eingesetzt werden, die in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet sind. In einem zusammengeklappten können derartige Wärmeleitlamellenanordnungen leicht zwischen zwei einander benachbarten Tragprofilen hindurchgeführt werden, und dann in den nicht zusammengeklappten Zustand überführt und mit den Tragprofilen verbunden werden. Die Tragprofile können in ihrer Position verbleiben und müssen zum Einbringen der Wärmeleitlamellenanordnungen nicht verschoben werden. Im nicht zusammengeklappten Zustand ist das Risiko reduziert, dass die Wärmeleitlamellenanordnungen aus den Tragprofilen herausfallen. Darüber hinaus reduziert der Einsatz derartiger Wärmeleitlamellenanordnungen die Anzahl der Einzelteile, die zur Montage einer solchen Heiz- und/oder Kühldecke erforderlich sind, weiter erheblich, was einerseits den Konfektionsaufwand für den Lieferanten und andererseits die Montage der Heiz- und/oder Kühldecke an der Baustelle verringert. Durch die Starrheit der Wärmeleitlamellenanordnungen in ihrem nicht zusammengeklappt Zustand wird darüber hinaus ein sicherer thermischer Kontakt zwischen den Wärmeleitlamellenanordnungen und der als Ansichtsfläche von der Raumseite dienenden Beplankung, die vorzugsweise in Form von Gipskartonplatten ausgebildet ist, gewährleistet, was zu einer hohen Heiz- und/oder Kühlleistung der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke beiträgt.

[0007] Dementsprechend liegt die vorliegende Erfindung in der Bereitstellung einer Heiz- und/oder Kühldecke, eine als Ansichtsfläche dienende Beplankung, insbesondere in Form von Gipskartonplatten; auf der Beplankung zumindest teilweise aufliegende Wärmeleitlamellenanordnungen, die Nuten zur Aufnahme einer Rohrleitung aufweisen; zwischen benachbarten Wärmeleitlamellenanordnungen angeordnete Tragprofile, die einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit einer Basis und mit der Basis verbundenen Schenkeln aufweisen; und eine von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung, die zumindest abschnittweise in die Nuten der Wärmeleitlamellenanordnungen aufgenommen ist, umfasst, wobei sich die Heiz- und/oder Kühldecke erfindungsgemäß dadurch auszeichnet, dass mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnung in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist. Darüber hinaus bezieht sich die vorliegende Erfindung auf eine Wärmeleitlamellenanordnung für eine Heiz- und/oder Kühldecke, die mindestens zwei Wärmeleitlamellenelemente, die Nuten zur Aufnahme einer von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung aufweisen, und Halteelemente zur Verbindung der Wärmeleitlamellenanordnungen mit den Tragprofilen der Heiz- und/oder Kühldecke umfasst, wobei die Halteelemente ein Gelenkelement aufweisen, durch die die Wärmeleitlamellenanordnung in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist.

[0008] In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind mehrere, insbesondere alle Wärmeleitlamellenanordnungen der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet. Dabei kann es erforderlich sein, die wandseitigen Wärmeleitlamellenanordnungen nicht klappbar auszubilden, um das vollständige Ausfüllen der erforderlichen Fläche mit Wärmeleitlamellenanordnungen zu ermöglichen.

[0009] Es liegt im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass die Klappfähigkeit der Wärmeleitlamellenanordnungen in Richtung ihrer Längsachse mittig in der jeweiligen Wärmeleitlamellenanordnung oder zur Mittellängsachse seitlich versetzt ausgebildet ist. Das Gelenkelement kann zentrisch oder exzentrisch in der Wärmeleitlamellenanordnungen ausgeführt sein.

[0010] In Bezug auf die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke kann es nützlich sein, wenn mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnung mindestens zwei Wärmeleitlamellenelemente und Halteelemente umfasst, wobei die Halteelemente ein Gelenkelement aufweisen, durch die der mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnungen entlang ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist. Auf diese Weise lässt sich die Klappfähigkeit der Wärmeleitlamellenanordnungen in Richtung ihrer Längsachse besonders einfach und sicher realisieren.

[0011] Dabei kann es bevorzugt sein, wenn die Halteelemente Arretierungselemente aufweisen, die im arretierten Zustand ein Zusammenklappen der mindestens einen Wärmeleitlamellenanordnung verhindert. Dadurch werden die Wärmeleitlamellenanordnungen sicher im nicht zusammengeklappten Zustand gehalten. So wird das Risiko zusätzlich weiter reduziert, dass die Wärmeleitlamellenanordnungen in der fertigen erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke aus den Tragprofilen herausfallen.

[0012] Es kann auch hilfreich sein, wenn die Halteelemente den Tragprofilen zugewandte Verbindungselemente umfassen, über die die Halteelemente mit den Tragprofilen verbunden sind. Dies gewährleistet eine sichere Verbindung zwischen den Wärmeleitlamellenanordnungen und den Tragprofilen. Dabei hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn die von der Beplankung wegweisenden Enden der Schenkel der Tragprofile jeweils einen Umbiegungsabschnitt aufweisen, über den die Tragprofile jeweils mit den Verbindungselementen der Halteelemente verbunden sind. Dadurch kann verhindert werden, dass sich die Wärmeleitlamellenanordnungen ungewollt in Richtung der eigentlichen Raumdecke verschieben und dadurch nicht mehr flächig auf der Beplankung aufliegen. Dadurch ist ein sicherer thermischer Kontakt zwischen den Wärmeleitlamellen und der als Ansichtsfläche von der Raumseite dienenden Beplankung gewährleistet. Durch das Unterbinden einer Verschiebung der Wärmeleitlamellenanordnungen weg von den Tragprofilen, wird auch die Montage der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke weiter vereinfacht.

[0013] In bevorzugten Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke kann diese weiter eine Isolierungsschicht umfassen, die auf den Wärmeleitlamellenanordnungen angeordnet ist. Eine derartige auf den Wärmeleitlamellenanordnungen angeordnete Isolierungsschicht verhindert einen thermischen Austausch zwischen dem Bereich von der eigentlichen Raumdecke und der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke. Auch dies trägt zu einer guten Heiz- und/oder Kühlleistung der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke bei. Als Material für die Isolierungsschicht können beispielsweise Glaswolle, ein geschäumtes Polymermaterial und der dergleichen eingesetzt werden. Durch die Isolierungsschicht können auch die durch die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke erzielten schalldämpfenden Eigenschaften gesteigert werden.

[0014] Es kann auch vorteilhaft sein, wenn das Material der Beplankung mindestens einen thermisch leitenden Bestandteil, insbesondere Graphit, umfasst. Dadurch wird die Übertragung thermischer Energie zwischen dem in der Rohrleitung geführten Wärmeträgermedium und dem durch die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke klimatisierten Raum weiter verbessert. Dies erhöht ebenfalls die wahrnehmbare Heiz- und/oder Kühlleistung der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke

[0015] Zusätzlich oder alternativ dazu kann es bevorzugt sein, wenn Beplankung der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke mit Löchern versehen ist. Dadurch können der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke zusätzlich schalldämpfende Eigenschaften verliehen werden. Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn auch in den Wärmeleitlamellenelementen Löcher vorhanden sind. In besonderem Maße bevorzugt ist es, wenn die Löcher in der Beplankung in der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke in die Löcher der Wärmeleitlamellenelemente münden.

[0016] Die voranstehenden Erläuterungen in Bezug auf die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke gelten für die erfindungsgemäße Wärmeleitlamellenanordnung entsprechend.

[0017] Die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke sowie einzelne Teile davon können auch zeilenweise oder schichtweise unter Verwendung eines zeilenaufbauenden oder schichtaufbauenden Fertigungsverfahrens (z. B. 3D-Druck) hergestellt werden.

[0018] Im Folgenden soll die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen im Detail erläutert werden. Dabei zeigen
Figur 1
eine schematische Querschnittsdarstellung einer Heiz- und/oder Kühldecke gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
Figur 2
eine schematische, vergrößerte Querschnittsdarstellung eines in der in Fig. 1 dargestellten erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke eingesetzten Wärmeleitlamellenanordnung; und
Figur 3
eine schematische Querschnittsdarstellung eines Ausschnitts aus der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke gemäß Fig. 1 während ihrer Montage.


[0019] Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt aus einer Heiz- und/oder Kühldecke 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung in einer schematischen Querschnittsdarstellung. Darin umfasst die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke 1 eine Beplankung 2, die als Ansichtsfläche von der Raumseite, also vom Inneren des Raums her, fungiert. Die Beplankung 2 ist bevorzugt in Form von Gipskartonplatten ausgebildet. Auf die Beplankung 2 aufgelegt sind in der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3". In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 ist dabei nur die zentrale Wärmeleitlamellenanordnung 3' vollständig dargestellt, während die beiden seitlichen Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3" nur jeweils in einem Randbereich dargestellt sind.

[0020] In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 umfasst die in Fig. 1 zentral dargestellte Wärmeleitlamellenanordnung 3', die in Fig. 2 in einem zusammengeklappten Zustand in einer schematischen, vergrößerten Querschnittsdarstellung gezeigt ist, zwei Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' und eine Mehrzahl von Halteelementen 32, die in Längsrichtung der Wärmeleitlamellenanordnung 3' angeordnet sind und mit den Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' verbunden sind. In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 sind die Halteelemente 32 als Haltebügel ausgebildet.

[0021] Die Halteelemente 32 weisen ein jeweils Gelenkelement 33 auf. Durch das Gelenkelement 33 sind die Halteelemente 32 in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet. Dabei ist das Gelenkelement 33 in der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 mittig in der Wärmeleitlamellenanordnung 3' angeordnet. In alternativen Ausführungsformen kann das Gelenkelement 33 auch abweichend von der Mitte der Wärmeleitlamellenanordnung 3' angeordnet sein. Darüber hinaus weisen die Halteelemente 32 Arretierungselemente 34, 34' auf. Im arretierten Zustand wird durch die Arretierungselemente 34, 34' ein Zusammenklappen der Wärmeleitlamellenanordnung 3' verhindert. der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 sind die Arretierungselemente 34, 34' in Form zweier Stifte ausgebildet, die in entsprechende Aufnahmelöcher 35, 35' (Fig. 2) der Halteelemente 32 eingreifen. In alternativen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 können auch eine alternative Form aufweisen, beispielsweise als Erhebungen ausgebildet sein. Die Aufnahmelöcher 35, 35' sind dabei jeweils in einem flächigen Bereich der Halteelemente 32 angeordnet, der um Gelenkelemente 33 herum gebildet ist. Bevorzugte Materialien, aus denen die Halteelemente 32 gebildet werden können, sind metallische Werkstoffe und geeignete Kunststoffe. An ihren Außenseiten umfassen die Haltelemente 32 Verbindungselemente 36, 36', die zur Verbindung der Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3" mit Tragprofilen 6, 6' dienen. In der dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 sind die Verbindungselemente 36, 36' als Haltenasen ausgebildet.

[0022] Die Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' sind flächige Gegenstände und vorzugsweise aus Metall, insbesondere aus Aluminium, Stahlblech und Kombinationen daraus. Sie weisen eine Mehrzahl an Nuten 4 auf. Die Nuten 4 der Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' sind in der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 derart ausgerichtet, dass die offene Seite der Nuten 4 in Richtung der Beplankung 2 weist. In die Nuten 4 der Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' ist eine Rohrleitung 5 zumindest abschnittweise aufgenommen. Die Rohrleitung 5 wird von einem Wärmeträgermedium durchströmt und dient dadurch zur Klimatisierung (Heizen und/oder Kühlen) des unterhalb der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 befindlichen Raums. Aufgrund der guten thermischen Leitfähigkeit des Materials der Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' übertragen diese im Heizbetrieb thermische Energie des Wärmeträgermediums in der Rohrleitung 5 auf die Beplankung 2. Im Kühlbetreib der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 wird thermische Energie aus dem Rauminneren über die Beplankung 2 auf das in der Rohrleitung 5 geführte Wärmeträgermedium transferiert und durch das Wärmeträgermedium abgeführt, wobei die Wärmeleitlamellen 3 als Überträger dienen.

[0023] Gemäß dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 ist zwischen je zwei benachbarten Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3" ein Tragprofil 6, 6' angeordnet. Die Tragprofile 6, 6' sind in der gezeigten Ausführungsform als Metallprofil mit im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt ausgebildet. Dabei umfassen die Tragprofile 6, 6' eine Basis 7 sowie zwei mit der Basis 7 verbundene Schenkel 8, 8'. Die von der Basis 7 wegweisenden Enden der Schenkel 8, 8' sind jeweils in Richtung des Profilinneren des Tragprofils 6 umgebogen. Damit weisen die Tragprofile 6, 6' an den von der Basis 7 wegweisenden Enden ihrer Schenkel 8, 8' jeweils einen Umbiegungsabschnitt 9, 9' auf. Die jeweiligen Umbiegungsabschnitte 9, 9' werden von den in der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung als Haltenasen ausgebildeten Verbindungselementen 36, 36' von an das jeweilige Tragprofilen 6, 6' angrenzenden Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3" hintergriffen.

[0024] Die Befestigung der Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3" in der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 ist schematisch in Fig. 3 am Beispiel der Wärmeleitlamellenanordnung 3' gezeigt. Dazu wird die Wärmeleitlamellenanordnung 3' in einem zusammengeklappten Zustand zwischen zwei benachbarten, mit der eigentlichen Raumdecke verbundenen Tragprofilen 6, 6' hindurchgeführt. Daraufhin wird Wärmeleitlamellenanordnung 3' in den gestreckten, nicht zusammengeklappten Zustand gebracht, indem die beiden Wärmeleitlamellenelemente 31, 31' gegeneinander um das Gelenkelement 33 verdreht werden, bis die Arretierungselemente 34, 34' in die Aufnahmelöcher 35, 35' eingreifen. Durch diese Arretierung ist die Wärmeleitlamellenanordnung 3' in ihrem gestreckten Zustand fixiert. Daraufhin wird die Wärmeleitlamellenanordnung 3' in Richtung der Tragprofilen 6, 6' bewegt, bis die in der dargestellten Ausführungsform als Haltenasen ausgebilden Verbindungselemente 36, 36' die Umbiegungsabschnitte 9, 9' der Tragprofile 6, 6' hintergreifen. Dadurch wird ein Herausfallen der Wärmeleitlamellenanordnung 3' aus den Tragprofilen 6, 6' wirksam verhindert. Darüber hinaus gewährleistet die Starrheit der Wärmeleitlamellenanordnung 3' in ihrem gestreckten, arretierten Zustand einen sicheren thermischen Kontakt zwischen der Wärmeleitlamellenanordnung 3' und der als Ansichtsfläche von der Raumseite dienenden Beplankung 2. Dieser thermische Kontakt wird ferner dadurch gewährleistet, dass die Wärmeleitlamellenanordnung 3' aufgrund der Verbindung zwischen ihren Verbindungselementen 36, 36' und den Umbiegungsabschnitten 9, 9' der Tragprofile 6, 6' nicht von der Beplankung 2 wegbewegt werden kann.

[0025] Letztlich ist in der erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke 1 auf die der Beplankung 2 abgewandten Seite der Wärmeleitlamellenanordnungen 3, 3', 3" eine Isolierungsschicht 20 aufgelegt. Die Isolierungsschicht 20 kann in anderen Ausführungen der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 auch weggelassen werden. Die Isolierungsschicht 20 verhindert einen Austausch thermischer Energie zwischen der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 und dem Zwischenraum zwischen der eigentlichen Raumdecke und der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1, was erheblich zu einer guten Heiz- und/oder Kühlleistung der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 beiträgt. Ebenso kann die Isolierschicht 20 ein faseriges Dämmmaterial umfassen. Dadurch werden die durch die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke 1 erzielten schalldämpfenden Eigenschaften erhöht und der Komfort zusätzlich gesteigert.

[0026] In der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 dient als Ansichtsfläche von der Raumseite eine Beplankung 2 aus ungelochten Gipskartonplatten. In alternativen Ausführungsformen können die Platten der Beplankung 2 auch mit Löchern versehen sein, um der erfindungsgemäßen Heiz- und/oder Kühldecke 1 zusätzlich schalldämpfende Eigenschaften zu verleihen. Um diese weiter zu verbessern, können Löcher dann vorzugsweise auch in den Wärmeleitlamellenelementen 31, 31' vorhanden sein. Zusätzlich kann das Material der Beplankung 2 auch mindestens einen Bestandteil mit hoher thermischer Leitfähigkeit, beispielsweise Graphit, enthalten.

[0027] Die erfindungsgemäße Heiz- und/oder Kühldecke 1 ist mittels entsprechender Abhänger (nicht dargestellt) an der eigentlichen Raumdecke befestigt.

[0028] Die vorliegende Erfindung wurde exemplarisch unter Bezugnahme auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung im Detail beschrieben. Es versteht sich, dass die vorliegende Erfindung nicht auf die in den Figuren dargestellte Ausführungsformen beschränkt ist. Vielmehr ergibt sich der Umfang der vorliegenden Erfindung aus den beigefügten Ansprüchen.


Ansprüche

1. Heiz- und/oder Kühldecke (1), umfassend

(a) eine als Ansichtsfläche dienende Beplankung (2), insbesondere in Form von Gipskartonplatten;

(b) auf der Beplankung (2) zumindest teilweise aufliegende Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3"), die Nuten zur Aufnahme einer Rohrleitung (5) aufweisen;

(c) zwischen benachbarten Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") angeordnete Tragprofile (6, 6'), die einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit einer Basis (7) und mit der Basis (7) verbundenen Schenkeln (8, 8') aufweisen; und

(d) eine von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung (5), die zumindest abschnittweise in die Nuten (4) der Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") aufgenommen ist,

dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist.
 
2. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Klappfähigkeit der mindestens einen Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") in Richtung ihrer Längsachse mittig in der mindestens einen Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") oder zur Mittellängsachse seitlich versetzt ausgebildet ist.
 
3. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") mindestens zwei Wärmeleitlamellenelemente (31, 31 ') und Halteelemente (32) umfasst, wobei die Halteelemente (32) ein Gelenkelement (33) aufweisen, durch die der mindestens eine Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist.
 
4. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (32) Arretierungselemente (34. 34') aufweisen, die im arretierten Zustand ein Zusammenklappen der mindestens einen Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") verhindert.
 
5. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach Anspruch 3 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Halteelemente (32) den Tragprofilen (6, 6') zugewandte Verbindungselemente (36, 36') umfassen, über die die Halteelemente (32) mit den Tragprofilen (6, 6') verbunden sind.
 
6. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Beplankung (2) wegweisenden Enden der Schenkel (8, 8') der Tragprofile (6, 6') jeweils einen Umbiegungsabschnitt (9, 9') aufweisen, über den die Tragprofile (6, 6') jeweils mit den Verbindungselementen (36, 36') der Halteelemente (32) verbunden sind.
 
7. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Heiz- und/oder Kühldecke (1) weiter eine Isolierungsschicht (20) umfasst, die auf den Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") angeordnet ist.
 
8. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Material der Beplankung (2) mindestens einen thermisch leitenden Bestandteil, insbesondere Graphit, umfasst.
 
9. Heiz- und/oder Kühldecke (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, die Beplankung (2) Löcher aufweist.
 
10. Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") für eine Heiz- und/oder Kühldecke (1), umfassend mindestens zwei Wärmeleitlamellenelemente (31, 31'), die Nuten zur Aufnahme einer von einem Wärmeträgermedium durchströmbare Rohrleitung (5) aufweisen, und Halteelemente (32) zur Verbindung der Wärmeleitlamellenanordnungen (3, 3', 3") mit den Tragprofilen (6, 6') der Heiz- und/oder Kühldecke (1), wobei die Halteelemente (32) ein Gelenkelement (33) aufweisen, durch die die Wärmeleitlamellenanordnung (3, 3', 3") in Richtung ihrer Längsachse klappbar ausgebildet ist.
 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente