Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters
mit einem Füllprodukt, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage, und ein Verfahren
zur Überwachung eines Prozesses zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt.
Stand der Technik
[0002] Um Füllprodukte bestehend aus mehreren Komponenten zu mischen und abzufüllen, ist
eine Technologien zum Dosieren der einzelnen Komponenten bekannt, bei der die Zusammenführung
der Komponenten zumindest teilweise erst im Behälter und/oder in einem gemeinsamen
Füllventil realisiert wird, vgl. beispielsweise
EP 0 775 668 A1 und
WO 2009/114121 A1. Die Dosierung einer einem Basisfluid hinzuzufügenden Komponente erfolgt hierbei
vor dem Füllventilauslauf, wobei die gewünschte Menge beispielsweise durch eine Volumenmessung
mittels eines Durchflussmessers (
EP 0 775 668 A1) oder durch eine andere volumetrische Dosiertechnologie (
WO 2009/114121 A1), etwa mittels eines Dosierkolbens und/oder einer Membranpumpe, abgemessen werden
kann.
[0003] Eine Weiterentwicklung des Dosier-/Abfüllprozesses, bei dem die Komponenten zu einem
späten Zeitpunkt, d.h. entweder während oder kurz vor der Abfüllung, vermischt werden,
geht aus der
EP 2 272 790 A1 und
DE 10 2009 049 583 A1 hervor. Hierbei werden direkt bei der Abfüllung die Komponenten des Füllprodukts
mittels eines Durchflussmessers dosiert und gemeinsam in den zu befüllenden Behälter
eingeleitet, wobei beim Dosieren eine Hauptkomponente von der zudosierten Komponente
rückwärts verdrängt wird. Das verdrängte Volumen der Hauptkomponente wird mittels
des Durchflussmessers ermittelt, und damit ist ebenfalls das Volumen der zudosierten
Komponente bekannt und steuerbar. Bei der anschließenden Abfüllung des Füllprodukts
in den Behälter wird die Hauptkomponente zusammen mit der zudosierten Komponente vollständig
aus dem Füllventil in den Behälter gespült, wobei gleichzeitig die Gesamtfüllmenge
mit demselben Durchflussmesser ermittelt werden kann. Beim nächsten Abfüllzyklus können
die Füllmengen und auch die zudosierten Komponentenmengen neu bestimmt werden. Damit
ist eine hochflexible Abfüllung individualisierter Getränke ohne Umstellzeiten möglich.
[0004] Aufgrund des Aufbaus des flexiblen Füllventils und der damit verbundenen Ausmischung
der Komponenten im Füllventil und/oder im Behälter ist eine Produktüberwachung (Sirupgehalt,
Aromastoffe usw.) oft erst im fertig abgefüllten Produkt durchführbar. Die Qualitätskontrolle
erfolgt beispielsweise manuell über eine stichpunktartige Probennahme einzelner Behälter
und eine anschließende Analyse im Labor. Im Fall transparenter Behälter kann die Produktqualität
über bildgebende Verfahren am fertig befüllten Behälter bewertet werden, wobei jedoch
eine Unterscheidung basierend auf einer Farbbewertung bei transparenten Produkten
so nicht möglich ist.
[0005] Gemäß einer anderen Gattung von Füllmaschinen erfolgt die Ausmischung des Füllprodukts
in einem Mischer, wobei hierbei üblicherweise ein Grundstoff und/oder Sirup in einen
Produktwasserstrom eingemischt wird. Das so hergestellte Füllprodukt wird in einem
Produkttank aufgenommen und darin weiter vermischt, bevor es einem Füllerkessel zugeführt
wird, der eine Vielzahl von Füllventilen zum Einleiten des Füllprodukts in entsprechende
Behälter versorgt. Die technologische Trennung zwischen Mischer und Füller und die
Verwendung individueller Tanks haben eine gute Durchmischung des Füllprodukts zur
Folge. Nachteile liegen jedoch darin, dass die Gesamtanlage maschinenbaulich komplex
ist - dies betrifft auch die Kommunikation zwischen dem Mischer und dem Füller - und
aufwändig zu warten ist. Bei einem Produktwechsel müssen der Puffertank des Mischers
und die Füllmaschine gereinigt werden, wodurch der Produktwechsel zweitaufwändig ist.
[0006] Bei solchen Füllanlagen, die das fertig ausgemischte Produkt abfüllen, wird die primäre
Regelung des Mischungsverhältnisses und einer etwaigen Karbonisierung mit Durchflussmessern
in allen Zulaufströmen (entgastes Wasser, Fertigsirup, COz usw.) durchgeführt. Am
Ende des Mischers wird das Produkt zusätzlich so weit wie möglich inline überwacht,
beispielsweise mittels Brix-Messung, COz-Überwachung und dergleichen, vgl. beispielsweise
DE 10 2007 058 047 A1 und
DE 10 2016 105 524 A1.
[0007] Die Inline-Überwachung im Fall von auf einem Mischer basierenden Füllanlagen hat
jedoch gewisse Grenzen, beispielsweise bei der Bewertung des Restwassers im Füllerkessel.
Im Fall des flexiblen Füllventils ("späte Ausmischung") wird die Produktkontrolle
dadurch erschwert, dass das Produkt erst im Behälter vollständig gemischt wird. Die
späte Ausmischung des Produkts im Füllventil und/oder Behälter führt dazu, dass die
Produktüberwachung nicht kontinuierlich im Produktzulauf zum Füller inline durchgeführt,
sondern erst am ausgemischten Produkt im Behälter stattfinden kann.
[0008] Bei der Technologie des flexiblen Füllventils sind inline in den Zuläufen lediglich
die einzelnen Produktkomponenten separat überwachbar, also beispielsweise der Sirup
in der Sirupleitung und der COz-Gehalt des karbonisierten Wassers in der Wasserleitung.
Die zu dosierende Menge der beiden Komponenten wird über den gleichen Durchflussmesser
im Füllventil bestimmt. Eine Fehlfunktion des Durchflussmessers kann nur über eine
Füllhöhenkontrolle des befüllten Behälters entdeckt werden. Falls die Fehlfunktion
nur bei der Dosage auftritt, ist eine Entdeckung des Fehlers kaum möglich. Eine zweite
mögliche Fehlfunktion beim flexiblen Füllen betrifft das etwaige nicht vollständige
Ausspülen des Ventils, so dass Dosageprodukt von vorangegangenen Füllungen im Ventil
verbleibt. Eine dritte mögliche Fehlfunktion betrifft die Leckage eines Dosageventils
in das Füllventil. Auch in diesem Fall kann sich ein minimaler Rest des falschen Produkts
im Füllventil befinden.
[0009] Die oben genannten Fehlfunktionen, die sich negativ auf die Produktqualität auswirken
können, sind derzeit schwer zu erkennen. Eine stichprobenartige Überprüfung einzelner
Behälter im Labor ist zeit- und ressourcenaufwändig, findet verzögert statt und bietet
keine durchgehende onlineÜberwachung. Insbesondere im Fall häufiger Produktwechsel,
für die das flexible Füllen prädestiniert ist, kann das Risiko einer Produktverschleppung
nicht ausreichend überwacht bzw. ermittelt werden.
Darstellung der Erfindung
[0010] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine verbesserte Vorrichtung
zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage,
und ein verbessertes Verfahren zur Überwachung eines Prozesses zum Befüllen eines
Behälters mit einem Füllprodukt bereitzustellen.
[0011] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein
Verfahren mit den Merkmalen des nebengeordneten Verfahrensanspruchs gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen folgen aus den Unteransprüchen, der folgenden Darstellung der Erfindung
sowie der Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele.
[0012] Die Vorrichtung ist für das Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt konzipiert.
Sie kommt besonders bevorzugt in einer Getränkeabfüllanlage zur Anwendung, beispielsweise
zur Abfüllung von Wasser (still oder karbonisiert), Softdrinks, Smoothies, Säften,
Bier, Wein, Milchprodukten, Mischgetränken und dergleichen.
[0013] Das Füllprodukt umfasst vorzugsweise zumindest zwei Produktkomponenten, die hierin
auch als "Hauptkomponente" und "Zusatzkomponente(n)" bezeichnet sind, wobei mit dieser
Bezeichnung keine Ordnung, Reihenfolge oder Priorisierung vorgeben ist. Die Hauptkomponente
ist vorzugsweise Wasser (karbonisiert oder still), und die eine oder mehreren Zusatzkomponenten
umfassen beispielsweise Sirup, Aroma, Pulpe, kleine Fruchtstücken, Cerealien, CO
2, karbonisiertes Wasser und dergleichen.
[0014] Die Vorrichtung umfasst zumindest ein Füllorgan mit einer Produktkammer zum Aufnehmen
des Füllprodukts und Einleiten des Füllprodukts über einen Auslauf in den zu befüllenden
Behälter und einen Messabschnitt mit zumindest einem Spektralsensor, der eingerichtet
ist, um auf Basis eines spektroskopischen Messprinzips eine oder mehrere Eigenschaften
des Füllprodukts zu ermitteln.
[0015] Die Messung durch den zumindest einen Spektralsensor erfolgt innerhalb der Vorrichtung,
vorzugsweise in der Produktkammer, d.h. vor dem Einleiten des Füllprodukts in den
Behälter. Genauer gesagt, die Messung erfolgt am nicht in den Behälter eingeleiteten
Füllprodukt, da das Füllprodukt gegebenenfalls über eine Rezirkulationsleitung zirkuliert
oder eine Drainageleitung abgeleitet/entsorgt (beide hierin gemeinsam als "Ableitung"
bezeichnet) werden kann und in diesem Fall das im Füllorgan befindliche Füllprodukt
nicht notwendigerweise in den Behälter gelangt.
[0016] Vorzugsweise ist der Messabschnitt eingerichtet, um bezüglich der zu ermittelnden
Eigenschaft(en) einen Brix-Gehalt und/oder CO
2-Gehalt und/oder die Dichte und/oder eine Zusammensetzung (Aromastoffe, Koffein usw.)
und/oder ein Mischungsverhältnis des Füllprodukts zu ermitteln.
[0017] Die in die Vorrichtung, vorzugsweise in das Füllorgan, integrierte Sensorik auf Basis
einer Spektralmessung ermöglicht den Nachweis von Produktabweichungen, etwa das Aufspüren
kleinster Mengen von Aromastoffen aus vorherigen Füllprodukten, sowie etwaigen Leckagen.
Das Messprinzip erlaubt eine Inline- und Onlineüberwachung zum spätmöglichsten Messzeitpunkt,
nämlich unmittelbar im Füllorgan oder im Bereich des Füllorgans, und ermittelt somit
die Produktqualität so wie sie letztendlich im Behälter vorzufinden ist. Fehldosagen,
Aromaverschleppung und etwaige Leckagen können erkannt werden, und die davon betroffenen
Behälter können individuell behandelt, beispielsweise nachgebessert oder ausgeschleust
werden. Auf diese Weise ist eine vollständige Qualitätsüberwachung jedes einzelnen
Behälters möglich. Eine nachträgliche, etwaige stichpunktartige Kontrolle der befüllten
Behälter kann entfallen oder zumindest hinsichtlich Aufwand/Umfang reduziert werden.
[0018] Da der Messabschnitt in der Vorrichtung integriert ist, erfolgt die Qualitätskontrolle
unabhängig von der Behälterart. Sie ist gleichermaßen für PET- und Glasflaschen, Dosen,
Papierbehälter und alle anderen Behältertypen anwendbar, da die Qualitätskontrolle
vor der Befüllung und somit ohne Einfluss des Behälters stattfindet.
[0019] Der Messabschnitt kann prinzipiell zur Prozesssteuerung beitragen, allerdings ist
er vorzugsweise nicht in die Prozesssteuerung eingebunden, wodurch der Messabschnitt
allein für die Qualitätskontrolle zuständig ist.
[0020] Vorzugsweise weist der Messabschnitt einen produktkammerseitigen Spektralsensor auf,
der in der Produktkammer installiert und eingerichtet ist, um auf Basis eines spektroskopischen
Messprinzips eine oder mehrere Eigenschaften des Füllprodukts in der Produktkammer
zu detektieren. Die Produktkammer des Füllorgans eignet sich besonders gut als Messstelle,
da darin eine zeitliche Veränderung des Füllprodukts vor oder während der Abfüllung
beobachtet werden kann und somit die Qualitätskontrolle zum spätmöglichsten Messzeitpunkt
durchführbar ist.
[0021] Alternativ oder zusätzlich kann der zumindest eine Spektralsensor in einem Ableitungsabschnitt
installiert sein. Der Ableitungsabschnitt erlaubt eine Ableitung des Füllprodukts
bzw. der im Füllorgan befindlichen Flüssigkeit unter Umgehung des Behälters. Der Ableitungsabschnitt
kann beispielsweise für eine Rezirkulation des Füllprodukts und/oder eine Entsorgung
des Füllprodukts eingerichtet sein. Ein solcher ableitungsseitiger Spektralsensor
kann ebenfalls für die Vermessung des Füllprodukts genutzt werden.
[0022] Vorzugsweise weist der zumindest eine Spektralsensor einen Sender und einen Empfänger
auf, die so eingerichtet sind, dass ein vom Sender ausgesendeter Messstrahl, vorzugsweise
Licht, durch zumindest einen Teil des zu vermessenden Füllprodukts tritt, vom Sender
empfangen wird und spektroskopisch analysierbar ist. Gemäß einem ungestörten Durchlichtaufbau
können sich Sender und Empfänger so gegenüberstehen, dass der Messstrahl einen Sichtpfad
ohne Richtungswechsel durchquert. Alternativ kann der Messstrahl auf dem Weg vom Sender
zum Empfänger von zumindest einer reflektierenden Oberfläche (Spiegel, Edelstahloberfläche
usw.) reflektiert werden, wodurch die Messeinrichtung maschinenbaulich kompakter und
leichter zu montieren ausgeführt sein kann.
[0023] Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Steuerung auf, die mit dem zumindest einen
Spektralsensor in Kommunikation steht und eingerichtet ist, um unter Verwendung des
zumindest einen Spektralsensors eine Differenzmessung zwischen einer reinen bzw. sauberen
Grundflüssigkeit, vorzugsweise Wasser, und einer Grundflüssigkeit, vorzugsweise Wasser,
im oder aus dem Füllorgan, insbesondere der Produktkammer des Füllorgans, durchzuführen.
Die saubere bzw. reine Grundflüssigkeit, die das Füllorgan vorzugsweise nicht durchläuft,
fungiert hierbei als eine Referenzflüssigkeit. Auf diese Art und Weise lässt sich
beispielsweise eine etwaige Leckage im Füllorgan sowie die Neigung des Füllorgans
zur Aromaverschleppung ermitteln. Die Steuerung ist zu diesem Zweck vorzugsweise eingerichtet,
um unter Verwendung des zumindest einen Spektralsensors eine Absorption des Messstrahls
in einem abwechselnd mit beiden Flüssigkeiten durchströmten Sichtpfad zu messen.
[0024] Die oben genannte Steuereinrichtung dient vorzugsweise ferner zur Steuerung/Regelung
des eigentlichen Füllprozesses, wobei die beiden Aufgaben - Füllprozesssteuerung und
Qualitätskontrolle - auch von getrennten Einrichtungen ausgeführt und überwacht werden
können.
[0025] Die Kommunikation zwischen der Steuerung und den anzusteuernden und/oder auszulesenden
Komponenten kann drahtgebunden oder drahtlos, digital oder analog erfolgen. Die Kommunikation
muss nicht notwendigerweise einen Informationsaustausch in beide Richtungen umfassen.
Ein unidirektionaler Daten- und/oder Signalfluss fällt hierin unter den Begriff der
"Kommunikation". Die Steuerung muss nicht unbedingt durch eine zentrale Recheneinrichtung
oder elektronische Regelung gebildet sein, sondern es sind dezentrale und/oder mehrstufige
Systeme, Regelungsnetzwerke, Cloud-Systeme und dergleichen umfasst. Die Steuerung
kann zudem integraler Bestandteil einer übergeordneten Anlagensteuerung sein oder
mit einer solchen kommunizieren.
[0026] Vorzugsweise weist das Füllorgan einen Hauptzulauf auf, der eingerichtet ist, um
das Füllprodukt oder eine Hauptkomponente des Füllprodukts, vorzugsweise Wasser, in
die Produktkammer des Füllorgans einzuleiten. Der Hauptzulauf umfasst vorzugsweise
ein Hauptventil und ist beispielsweise an einen Füllkessel oder eine andere geeignete
Quelle für das Füllprodukt bzw. dessen Hauptkomponente, im Fall eines mehrkomponentigen
Füllprodukts, angebunden.
[0027] Vorzugsweise weist das Füllorgan ein oder mehrere, vorzugsweise zwei, Dosageventile
auf, die eingerichtet sind, um entsprechende Zusatzkomponenten, umfassend vorzugsweise
Sirup und/oder CO
2, in die Produktkammer einzuleiten. Auf diese Weise kann ein mehrkomponentiges Füllprodukt
unmittelbar in der Produktkammer vollständig oder teilweise hergestellt und dessen
Qualität geprüft werden.
[0028] Im Fall eines mehrkomponentigen Füllprodukts, dessen Komponenten zumindest teilweise
in der Produktkammer zusammengeführt werden, kann das Abfüllverfahren seriell oder
parallel erfolgen. Bei der seriellen Abfüllung findet bei geschlossenem Füllorgan
zuerst die Dosierung der Zusatzkomponente(n) in die Produktkammer statt, wodurch in
der Produktkammer nur eine geringe Mischphase vorliegt. Anschließend wird das Füllorgan
geöffnet. Bei der parallelen Abfüllung findet die Eindosierung der Zusatzkomponente(n)
in die Produktkammer bei geöffnetem Füllorgan statt. Hierbei wird das Produkt zumindest
teilweise in der Produktkammer ausgemischt.
[0029] Ein produktkammerseitiger Spektralsensor ist für beide Füllverfahren anwendbar, auch
wenn die Konzentration in der Produktkammer ein veränderlicher Mischwert ist. Bei
der seriellen Dosierung ist insbesondere ein eventueller zeitlicher Unterschied zwischen
den Phasen detektierbar, beim parallelen Dosieren alternativ oder zusätzlich auch
das Mischungsverhältnis. Die durch den produktkammerseitigen Spektralsensor erfassten
Eigenschaften des Produkts können mit einer Referenz, die gegebenenfalls zu kalibrieren
ist, verglichen werden.
[0030] Vorzugsweise ist im Hauptzulauf ein Durchflussmesser installiert. In diesem Fall
ist die Steuerung vorzugsweise eingerichtet, um die Hauptkomponente in die Produktkammer
einzuleiten, anschließend zumindest eine Zusatzkomponente durch das zumindest eine
Dosageventil in die Produktkammer einzuleiten und für die Eindosierung der Zusatzkomponente
unter Verwendung des Durchflussmessers die im Hauptzulauf passierende, d.h. rückwärts
verdrängte Fluidmenge zu bestimmen. Anschließend kann der Füllproduktinhalt in der
Produktkammer in den Behälter eingeleitet werden.
[0031] Der Messabschnitt kann hierbei nicht nur zur Qualitätskontrolle des so gemischten
Füllprodukts genutzt werden, sondern er kann einen Hinweis auf eine etwaige Fehlfunktion
des Durchflussmessers liefern, beispielsweise wenn ungewöhnliche Mischungsverhältnisse
detektiert werden, die im Widerspruch zur gemessenen, rückwärts verdrängten Fluidmenge
stehen.
[0032] Vorzugsweise ist die Produktkammer ringförmig ausgebildet und verjüngt sich im unteren
Bereich zu einem ringförmigen Auslauf, so dass das Füllprodukt während des Einleitens
in den Behälter in Drall versetzt wird. Die Produktkammer ist somit vorzugsweise als
Ringkanal beziehungsweise Torus ausgeführt. Um die Drallerzeugung zu unterstützen,
mündet der Hauptzulauf vorzugsweise tangential in die Produktkammer ein.
[0033] Durch die ringförmige Produktkammer und den sich verjüngenden Auslauf, unterstützt
durch die bevorzugt tangentiale Zufuhr des Füllprodukts aus dem Hauptzulauf in die
Produktkammer, wird das Füllprodukt in Drall versetzt, wodurch dieses zentrifugalkraftbedingt
nach außen getrieben wird und nach Austritt aus dem Füllorgan an der Behälterwand
des unterhalb des Auslaufs platzierten Behälters abwärts strömt. Die Verjüngung beziehungsweise
Einschnürung der Produktkammer zum Auslauf hin führt zum einen zu einem gleichmäßigen,
wohldefinierten Drall über den Umfang hinweg und ist zum anderen ein maßgeblicher
Bestimmungsfaktor für die Durchflussmenge.
[0034] Die Öffnung/Absperrung des Füllorgans lässt sich mittels eines Ventilkegels implementieren,
der eine zylindrische, sich zum Auslauf hin verjüngende Form hat und mittels eines
Aktuators in Axialrichtung verstellbar ist, wobei der Aktuator eingerichtet ist, um
den Ventilkegel zwischen einer geöffneten Position und einer geschlossenen Position,
vorzugsweise stufenlos, zu verstellen. Alternativ kann ein anderes geeignetes Ventil
installiert sein, um den Durchfluss des Füllprodukts aus der Produktkammer in den
Behälter zu öffnen, zu schließen und gegebenenfalls zu regeln.
[0035] Die oben genannte Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zur Überwachung eines Prozesses
zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage,
gelöst. Das Verfahren weist auf: Einleiten einer Flüssigkeit, vorzugsweise des Füllprodukts,
in eine Produktkammer eines Füllorgans, das zum Einleiten des Füllprodukts in den
zu befüllenden Behälter vorgesehen ist; Ermitteln einer oder mehrerer Eigenschaften
der Flüssigkeit, vorzugsweise eines Brix-Gehalts und/oder CO
2-Gehalts und/oder der Dichte und/oder eines Mischungsverhältnisses, unter Verwendung
zumindest eines Spektralsensors eines Messabschnitts auf Basis eines spektroskopischen
Messprinzips.
[0036] Die Merkmale, technischen Wirkungen, Vorteile sowie Ausführungsbeispiele, die in
Bezug auf die Vorrichtung beschrieben wurden, gelten analog für das Verfahren.
[0037] So wird aus den oben genannten Gründen vorzugsweise unter Verwendung des zumindest
einen Spektralsensors eine Differenzmessung zwischen einer reinen Grundflüssigkeit,
vorzugsweise Wasser, und einer Grundflüssigkeit, vorzugsweise Wasser, im oder aus
dem Füllorgan durchgeführt, wobei vorzugsweise unter Verwendung des zumindest einen
Spektralsensors eine Absorption des Messstrahls in einem abwechselnd mit beiden Flüssigkeiten
durchströmten Sichtpfad gemessen wird.
[0038] Vorzugsweise ist das Füllprodukt ein mehrkomponentiges Füllprodukt, umfassend eine
Hauptkomponente, vorzugsweise Wasser, und zumindest eine Zusatzkomponente, vorzugsweise
Sirup und/oder CO
2, wobei die Hauptkomponente aus einem Hauptzulauf in die Produktkammer eingeleitet
wird, die zumindest eine Zusatzkomponente über ein entsprechendes Dosageventil in
die Produktkammer eingeleitet wird und unter Verwendung des zumindest einen Spektralsensors
ein Mischungsverhältnis zwischen der Hauptkomponente und der zumindest einen Zusatzkomponente
ermittelt wird. Das Mischungsverhältnis kann direkt gemessen oder aus einer oder mehreren
anderen Größen, beispielsweise Brix-Gehalt, abgeleitet werden.
[0039] Vorzugsweise ist im Hauptzulauf ein Durchflussmesser installiert, wobei zuerst die
Hauptkomponente in die Produktkammer eingeleitet wird, danach die zumindest eine Zusatzkomponente
über das entsprechende Dosageventil in die Produktkammer eingeleitet wird und für
die Eindosierung der zumindest einen Zusatzkomponenten unter Verwendung des Durchflussmessers
die im Hauptzulauf passierende, d.h. rückwärts verdrängte Fluidmenge bestimmt bzw.
ermittelt wird. Der Messabschnitt kann hierbei wie oben dargelegt nicht nur zur Qualitätskontrolle
des so gemischten Füllprodukts genutzt werden, sondern er kann auch einen Hinweis
auf eine etwaige Fehlfunktion des Durchflussmessers liefern.
[0040] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele ersichtlich. Die darin beschriebenen Merkmale können
alleinstehend oder in Kombination mit einem oder mehreren der oben dargelegten Merkmale
umgesetzt werden, insofern sich die Merkmale nicht widersprechen. Die folgende Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele erfolgt dabei mit Bezug auf die begleitende Zeichnung.
Kurze Beschreibung der Figur
[0041] Bevorzugte weitere Ausführungsformen der Erfindung werden durch die nachfolgende
Beschreibung der Figur 1 näher erläutert, die schematisch eine Vorrichtung zum Befüllen
eines Behälters mit einem Füllprodukt zeigt.
Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele
[0042] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele anhand der Figur 1 beschrieben,
die schematisch eine Vorrichtung 1 zum Befüllen eines Behälters 100 mit einem Füllprodukt
zeigt.
[0043] Die Vorrichtung 1 findet besonders bevorzugt Anwendung in einer Getränkeabfüllanlage,
beispielsweise zum Abfüllen von Wasser (still oder karbonisiert), Bier, Saft, Softdrinks,
Smoothies, Milchprodukten und dergleichen. Die Vorrichtung 1 ist vorzugsweise in Rundläuferbauweise
ausgeführt, bei der die zu befüllenden Behälter 100 einem Füllerkarussell zugeführt
und während des Transports entlang eines Teilkreises mit dem Füllprodukt befüllt werden.
[0044] Die Vorrichtung 1 ist vorzugsweise eingerichtet, um den Behälter 100 mit einem mehrkomponentigen
Füllprodukt zu befüllen. Das Füllprodukt umfasst in diesem Fall zumindest zwei Produktkomponenten,
die hierin auch als Hauptkomponente H und Zusatzkomponente Z bezeichnet sind. Die
Hauptkomponente H ist vorzugsweise Wasser, die Zusatzkomponente Z kann beispielsweise
Sirup sein. Besonders bevorzugt handelt es sich beim Füllprodukt um Softdrinks. Allerdings
besteht diesbezüglich keine Einschränkung. Beispielsweise können die Haupt- und Zusatzkomponente
H, Z Milch unterschiedlicher Fettgehalte sein, um auf diese Weise einen gewünschten
Fettgehalt im abgefüllten Produkt flexibel einstellen zu können. Alternativ können
Säfte mit Fruchtstückchen abgefüllt werden, wobei einer Saft-Hauptkomponente H Pulpe
als Zusatzkomponente Z zugemischt wird. Die Zusatzkomponente Z kann Zusatzstoffe,
Aromastoffe, karbonisiertes Wasser usw. umfassen. Ferner sind Anwendungsfälle außerhalb
der Getränkebeziehungsweise Lebensmittelindustrie möglich, beispielsweise im Care-Bereich
zur Abfüllung von Shampoo und dergleichen.
[0045] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 ist die Vorrichtung 1 eingerichtet, um neben der
Hauptkomponente H zwei Zusatzkomponenten, eine erste Zusatzkomponente Z1 und eine
zweite Zusatzkomponente Z2, zu mischen und in den Behälter 100 einzuleiten.
[0046] Die Vorrichtung 1 ist für einen schnellen, flexiblen Sortenwechsel geeignet, insbesondere
dann, wenn die verschiedenen Füllprodukte auf einem gemeinsamen Trägermedium - der
Hauptkomponente H - und verschiedenen Zusatzstoffen - den Zusatzkomponenten Z, Z1,
Z2 - beruhen.
[0047] Die Vorrichtung 1 weist ein Füllorgan 10 auf, das gemäß dem Ausführungsbeispiel der
Figur 1 in der Lage ist, das Füllprodukt beim Einleiten in den Behälter 100 in Drall
zu versetzen. Zu diesem Zweck weist das Füllorgan 10 eine als Ringkanal beziehungsweise
Torus ausgeführte Produktkammer 11 auf. Das Füllorgan 10 weist ferner einen Hauptzulauf
12 auf, der vorzugsweise tangential oder im Wesentlichen tangential in die Produktkammer
11 mündet. Der Hauptzulauf 12 umfasst ein Hauptventil 12a, einen Durchflussmesser
12b und ist an einen Füllkessel 2, der die Hauptkomponente H bereitstellt, angebunden.
[0048] Im unteren Bereich des Füllorgans 10 verjüngt sich die Produktkammer 11 zu einem
ringförmigen Auslauf 13, aus dem das Füllprodukt während der Abfüllung austritt und
in den unterhalb des Füllorgans 10 platzierten Behälter 100 einläuft.
[0049] Es sei darauf hingewiesen, dass sich räumliche Angaben, wie etwa "unter", "unterhalb",
"über", "oberhalb" usw. auf die reguläre Einbaulage des Füllorgans 10 beziehen, die
durch die Schwerkraftrichtung eindeutig bestimmt ist. Ferner weist das Füllorgan 10
durch den ringförmigen Auslauf 13 eine definierte Axialrichtung auf, die im Einbauzustand
zumindest im Wesentlichen mit der Schwerkraftrichtung übereinstimmt.
[0050] Durch die ringförmige Produktkammer 11 und den sich verjüngenden Auslauf 13, unterstützt
durch die bevorzugt tangentiale Zufuhr des Füllprodukts aus dem Hauptzulauf 12 in
die Produktkammer 11, wird das Füllprodukt in Drall versetzt, wodurch dieses zentrifugalkraftbedingt
nach außen getrieben wird und nach Austritt aus dem Füllorgan 10 an der Behälterwand
101 abwärts strömt. Die Verjüngung beziehungsweise Einschnürung der Produktkammer
11 zum Auslauf 13 hin führt zum einen zu einem gleichmäßigen, wohldefinierten Drall
über den Umfang hinweg.
[0051] Gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur 1 weist das Füllorgan 10 einen Ventilkegel
14 auf, der eine zylindrische, sich zum Auslauf 13 hin verjüngende Form hat. Der sich
an die Produktkammer 11 anschließende Ringspalt wird innenseitig zumindest abschnittsweise
von der Außenumfangsfläche des Ventilkegels 14 gebildet. Außen wird der Ringspalt
von einem Ventilgehäuse 15 begrenzt beziehungsweise gebildet. Der Ventilkegel 14 ist
in Axialrichtung, d.h. nach oben und unten, verschiebbar eingerichtet. Auf diese Weise
lässt sich der Ringspalt am Auslauf 13 vergrößern und verkleinern. Die Höhenverstellung
des Ventilkegels 14 erfolgt innerhalb des Arbeitsbereichs, d.h. zwischen einer vollständig
geöffneten Position und einer geschlossenen Position vorzugsweise stufenlos, betätigt
mittels eines geeignet Aktuators 16. Wird durch die Innenform des Ventilgehäuses 15
ein Ventilsitz gebildet, der in Schließstellung des Füllorgans 10 mit dem Ventilkegel
14 dichtend in Kontakt steht, kann der Auslauf 13 vollständig verschlossen werden,
wodurch eine Absperrfunktion realisierbar ist.
[0052] Alternativ kann ein anderes geeignetes Ventil installiert sein, um den Durchfluss
des Füllprodukts aus der Produktkammer 11 in den Behälter 100 zu öffnen, zu schließen
und gegebenenfalls zu regeln.
[0053] Der seitliche, d.h. tangential in die Produktkammer 11 einmündende Hauptzulauf 12
schafft Platz oberhalb der Produktkammer 11. Der Raum ist unverbaut und kann zur Montage
einer Membran 17 genutzt werden, welche die Produktkammer 11 im oberen Bereich abdichtet.
Die Membran 17 weist eine kreisförmige Außenkontur auf, die direkt oder indirekt am
Ventilgehäuse 15 angebunden ist. Die Membran 17 ist ferner radial innen am Ventilkegel
14 befestigt. Die Membran 17 ist aus einem flexiblen Material, vorzugsweise Teflon,
gefertigt, wodurch sie der Axialbewegung des Ventilkegels 14 folgen kann und gleichzeitig
eine hygienische Abdichtung der Produktkammer 11 gewährleistet. Die Symmetrie der
Membran 17 erlaubt zudem eine Ausführung mit einer hohen Lastspielzahl, wie sie für
Füllventile zumeist notwendig ist.
[0054] Das Füllorgan 10 weist vorzugsweise einen Gaskanal 18 auf, der den Ventilkegel 14
in Axialrichtung zentral durchdringt. Der Gaskanal 18 ist beispielsweise ein Rückgaskanal,
um etwaiges Gas, wie etwa Spanngas, das während der Befüllung aus dem Behälter 100
verdrängt wird, abzuleiten. Der Gaskanal 18 kann jedoch auch eine Mehrkanalkonstruktion,
beispielsweise eine Rohr-in-Rohr-Konstruktion, aufweisen, um separate Zu- und Abgaswege
zu schaffen.
[0055] Der Ventilkegel 14 endet im Wesentlichen direkt unterhalb einer Drosselstelle, d.h.
der engsten Stelle des den Auslauf 13 bildenden Ringspalts, wodurch ein definierter
Wechsel von einer einphasigen Spaltströmung zu einer Wandfilmströmung im Behälter
100 realisiert wird. Es wird so eine wohldefinierte, gleichbleibende Abrisskante der
Flüssigkeit gebildet, und zwar an der Stelle mit der höchsten Strömungsgeschwindigkeit.
Vorzugsweise befindet sich der Ventilsitz, d.h. die Absperrstelle, in unmittelbarer
Nähe zur Abrisskante, wodurch die Oberflächen, die zu einem Nachtropfen führen könnten,
minimiert werden.
[0056] Das Füllorgan 10 ist besonders zur vorstehend dargelegten Wandfüllung geeignet, bei
der das Füllprodukt spiralförmig an der Behälterinnenwand 101 abwärts läuft. Allerdings
kann das Füllorgan 10 auch als Freistrahlventil konstruiert sein. Das Füllorgan erlaubt
eine vollständige Ausspülung des Ventilinnenraums, insbesondere der Produktkammer
11 und des sich in Füllrichtung daran anschließenden Auslaufs 13, mit minimaler Spülmenge,
aufgrund hoher Turbulenz, die in der Produktkammer 11 erzielbar ist, und einer vergleichsweise
kleinen Oberfläche. Aus diesem Grund ist das Füllorgan 10 für einen häufigen, beispielsweise
bis zu behälterweisen, Wechsel des Füllprodukts, insbesondere hinzudosierbarer Zusatzkomponenten
Z, Z1, Z2, besonders geeignet. Aufgrund der guten Ausspülbarkeit ist das Füllorgan
10 auch in aseptischen Füllmaschinen anwendbar.
[0057] Die kompakte Bauform des Füllorgans 10 ermöglicht zudem eine hygienische Integration
des Ventilkegelantriebs bzw. Aktuators 16 und gegebenenfalls weiterer Steuerungsfunktionen
im Ventilkopf, d.h. oberhalb der Produktkammer 11, beispielsweise eine Integration
von Gasventilen zum Vorspannen des Behälters 100, Rückgasleitungen, Entlastungsleitungen,
Magnetventilen für weitere separate Steuerungsfunktionen im Bereich des Füllorgans
10, wie etwa Ventil heben und senken, Komponenten zudosieren usw. Ebenso kann beispielsweise
eine Steuerungsplatine zur Realisierung dezentraler Steuerungsarchitekturen im Ventilkopf
installiert werden.
[0058] Um einen raschen Sortenwechsel im Wesentlichen ohne Umstellzeit zu realisieren, weist
das Füllorgan 10 ein oder mehrere, vorzugsweise zwei, Dosageventile 19a, 19b auf,
die in entsprechenden, in die Produktkammer 11 mündenden Zuleitungen für die Zusatzkomponenten
Z, Z1, Z2 installiert sind. Über die Dosageventile 19a, 19b können die Zusatzkomponenten
Z, Z1, Z2 in der gewünschten Menge in die Produktkammer 11 eindosiert werden.
[0059] Durch die Dosageventile 19a, 19b findet die Zumischung der Zusatzkomponenten Z, Z1,
Z2 direkt in der Produktkammer 11 statt, wodurch eine gute Ausspülbarkeit des Füllorgans
10 sichergestellt und eine etwaige Aromaverschleppung minimiert wird. Durch die Integration
der Zufuhr von Zusatzkomponenten Z, Z1, Z2 in das Ventilgehäuse 15 sind keine Schläuche
oder zusätzliche Leitungen erforderlich. Auf diese Weise ist das Füllorgan 10 besonders
für einen Produktsofortwechsel geeignet.
[0060] Der Hauptzulauf 12, umfassend den Durchflussmesser 12b, erlaubt in Verbindung mit
den Dosageventilen 19a, 19b eine Dosierung durch Rückwärtsverdrängung. Das Füllprodukt
wird aus mehreren Komponenten - der Hauptkomponente H und den Zusatzkomponenten Z,
Z1, Z2 - direkt in der Produktkammer 11 des Füllorgans 10 zusammengemischt, wobei
die Zusatzkomponenten Z, Z1, Z2 über die Dosageventile 19a, 19b in die Produktkammer
11 eingeleitet werden. Durch das Einleiten der Zusatzkomponenten Z, Z1, Z2 in die
Produktkammer 11 wird die zuvor durch die Hauptzufuhr 12 zugeführte Hauptkomponente
H rückwärts verdrängt. Das verdrängte Volumen der Hauptkomponente H wird mittels des
Durchflussmessers 12b ermittelt, und damit ist ebenfalls das Volumen der zudosierten
Zusatzkomponente(n) Z, Z1, Z2 bekannt und steuerbar. Bei der anschließenden Abfüllung
des Füllprodukts in den Behälter 100 wird die Hauptkomponente H zusammen mit den zudosierten
Zusatzkomponenten Z, Z1, Z2 vollständig aus dem Füllorgan 10 in den Behälter 100 gespült,
wobei gleichzeitig die Gesamtfüllmenge mit demselben Durchflussmesser 12b ermittelt
werden kann. Beim nächsten Abfüllzyklus können die Füllmengen und auch die zudosierten
Komponentenmengen neu bestimmt werden. Damit ist eine hochflexible Abfüllung individualisierter
Füllprodukte, insbesondere Getränke, im Wesentlichen ohne Umstellzeiten möglich.
[0061] Optional ist an das Füllorgan 10 ein Ableitungsabschnitt 20 angebunden, über den
die in der Produktkammer 11 befindliche Flüssigkeit abgeleitet, insbesondere zum Füllkessel
2 zurückgeführt und/oder aus dem System entfernt/entsorgt werden kann. Der Ableitungsabschnitt
20 umfasst eine Ableitung 21 sowie ein Ableitungsventil 22, das die Ableitung 21 absperrbar
an die Produktkammer 11 anbindet.
[0062] Die Vorrichtung 1 weist ferner einen integrierten, insbesondere in das Füllorgan
10 und/oder in den Ableitungsabschnitt 20 integrierten, Messabschnitt 30 auf, der
eingerichtet ist, um auf Basis eines spektroskopischen Messprinzips Eigenschaften
des Füllprodukts, beispielsweise Brix-Gehalt, CO
2-Gehalt, Dichte, Mischungsverhältnis usw., zu detektieren. Der Messabschnitt 30 weist
zu diesem Zweck einen oder mehreren Spektralsensoren 31, 32 auf, die alleinstehend
oder in Zusammenwirkung mit einer entsprechenden elektronischen Einrichtung bzw. Steuerung
50 als Spektrometer fungieren.
[0063] Vorzugsweise ist der Messabschnitt 30 eingerichtet, um ein Mischungsverhältnis zwischen
der Hauptkomponente H und der einen oder den mehreren Zusatzkomponenten Z, Z1, Z2
zu ermitteln.
[0064] Als Einbauorte für die Spektralsensoren 31, 32 kommen besonders bevorzugt der Ableitungsabschnitt
20 und die Produktkammer 11 des Füllorgans 10 in Betracht. Im Ausführungsbeispiel
der Figur 1 sind sowohl ein ableitungsseitiger Spektralsensor 31 als auch ein produktkammerseitiger
Spektralsensor 32 installiert. Allerdings ist ein einziger Spektralsensor 31, 32 je
Füllorgan 10 für die meisten Anwendungsfälle ausreichend.
[0065] Der ableitungsseitige Spektralsensor 31 kann in der Ableitung 21 zwischen Füllorgan
10 und Füllkessel 2 installiert sein. Hierzu ist das Ableitungsventil 22, vorzugsweise
ausgeführt als Umschaltventil, sowie eine etwaige Pumpe (in der Figur 1 nicht gezeigt)
installiert. Vorzugsweise sind mehrere Umschaltventile je Füllorgan 10 vorgesehen.
Der ableitungsseitige Spektralsensor 31 kann entweder in der Ableitung 21 unmittelbar
nach dem Füllorgan 10 eingebaut sein oder in einer zentralen Sammelleitung, die an
alle oder zumindest mehrere Füllorgane 10 angebunden ist. Vorteilhaft ist, wenn die
Ableitung 21 als Drainageleitung, die nicht in den Füllkessel 2 zurückführt, ausgeführt
ist und der ableitungsseitige Spektralsensor 31 in die Drainageleitung eingesetzt
ist. In diesem Fall sind die Hygieneanforderungen an den ableitungsseitigen Spektralsensor
31 geringer, da die über die Drainageleitung abgeführte Flüssigkeit aus dem Produktionsprozess
herausgenommen wird.
[0066] Der produktkammerseitige Spektralsensor 32 kann als alternativer oder zusätzlicher
Spektralsensor unmittelbar in der Produktkammer 11 des Füllorgans 10 installiert sein.
[0067] Die oben genannten Spektralsensoren 31, 32 können einen Durchlichtaufbau mit Sender
und Empfänger aufweisen, so dass der vom Sender ausgesendete Messstrahl durch zumindest
einen Teil des zu vermessenden Produkts tritt und vom Sender empfangen und spektroskopisch
analysiert werden kann. Der Messstrahl ist vorzugsweise Licht, wobei Wellenlängen
außerhalb des sichtbaren Spektrums umfasst sein können. Es sind hierbei auch reflektierende
Lösungen möglich, etwa unter Verwendung von Spiegeln oder eine Sensorik basierend
auf der Reflektion von Edelstahloberflächen mit einem Eintritts- und Austrittspunkt,
unter Verwendung beispielsweise von Saphirfenstern.
[0068] Der Signalverlauf des produktkammerseitigen Spektralsensors 32 während des Dosiervorgangs
kann für dessen Überwachung verwendet werden. Ein Anstieg des Signals bei gespültem
Füllorgan 10 nach einem Füllvorgang ist ein Hinweis auf eine Leckage.
[0069] Alternativ ist auch eine Dichtemessung implementierbar, die insbesondere für zuckerhaltige
Füllprodukte in Betracht kommt.
[0070] Zur Ansteuerung des Füllorgans 10, des Ableitungsabschnitts 20, des Messabschnitts
30 usw. ist eine Steuerung 50 vorgesehen, die mit dem Aktuator 16 des Ventilkegels
14, den Ventilen 12a, 19a, 19b, 22, den Sensoren 31, 32, dem Durchflussmesser 12 usw.
in Kommunikation steht und eingerichtet ist, um den Füllprozess sowie die Produktüberwachung
zu steuern oder zu regeln.
[0071] Die Kommunikation zwischen der Steuerung 50 und den anzusteuernden und/oder auszulesenden
Komponenten kann drahtgebunden oder drahtlos, digital oder analog erfolgen. Die Kommunikation
muss nicht notwendigerweise einen Informationsaustausch in beide Richtungen umfassen.
Ein unidirektionaler Daten- und/oder Signalfluss fällt hierin unter den Begriff der
"Kommunikation". Die Steuerung 50 muss nicht unbedingt durch eine zentrale Recheneinrichtung
oder elektronische Regelung gebildet sein, sondern es sind dezentrale und/oder mehrstufige
Systeme, Regelungsnetzwerke, Cloud-Systeme und dergleichen umfasst. Die Steuerung
50 kann zudem integraler Bestandteil einer übergeordneten Anlagensteuerung sein oder
mit einer solchen kommunizieren.
[0072] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel, das auf die Überwachung einer ungewollten
Leckage im Füllorgan 10 abzielt, ist die Steuerung 50 eingerichtet, um eine Differenzmessung
zwischen einer reinen bzw. sauberen Grundflüssigkeit und der Grundflüssigkeit in oder
aus dem Füllorgan 10, insbesondere der Produktkammer 11, durchzuführen. Die Grundflüssigkeit
kann das Füllprodukt selbst sein oder eine Komponente desselben, insbesondere die
Hauptkomponente H. Vorzugsweise ist die Grundflüssigkeit Wasser. Die saubere bzw.
reine Grundflüssigkeit, welche das Füllorgan 10 vorzugsweise nicht durchläuft, fungiert
hierbei als eine Referenzflüssigkeit. Auf diese Art und Weise lässt sich beispielsweise
eine etwaige Leckage im Füllorgan 10 sowie die Neigung des Füllorgans 10 zur Aromaverschleppung
ermitteln.
[0073] Die Differenzmessung kann beispielsweise täglich oder bei jedem Spülprozess zur Reinigung/Vorbereitung
des Füllorgans 10 durchgeführt werden. Dabei wird in einer oder mehreren geeigneten
Wellenlängen die Absorption in einem abwechselnd mit beiden Flüssigkeiten durchströmten
Sichtpfad gemessen. Aus dem Unterschied sind selbst minimale Verschleppungen nachweisbar,
bis in den ppm- oder ppb-Bereich.
[0074] Die oben dargelegte Spektralmessung mittels integrierter Sensorik ermöglicht inline
den Nachweis von Dosageabweichungen, auch für geringe Konzentrationen, sowie das Aufspüren
kleinster Mengen von Aromastoffen aus vorherigen Produkten. Ohne Nachweis derselben
würden die verschleppten Aromastoffe aus einem früheren Füllvorgang später aus dem
Füllorgan 10 gespült werden und könnten so unbeabsichtigt in ein anderes Produkt gelangen
und dessen Qualität mindern.
[0075] Das Messprinzip erlaubt eine Inline-Überwachung zum spätmöglichsten Messzeitpunkt,
nämlich unmittelbar im Füllorgan 10 oder im Ableitungsabschnitt 20, und garantiert
somit die gewünschte Produktqualität so wie sie letztendlich im Behälter 100 vorzufinden
ist. Fehldosagen, Aromaverschleppung und etwaige Leckagen können erkannt werden, und
die davon betroffenen Behälter 100 können entsprechend ausgeschleust werden. Eine
hundertprozentige Qualitätsüberwachung jedes einzelnen Behälters 100 ist auf diese
Weise möglich.
[0076] Da der Messabschnitt 30 in der Vorrichtung 1 integriert ist, erfolgt die Qualitätskontrolle
unabhängig von der Behälterart. Sie ist gleichermaßen für PET- und Glasflaschen, Dosen,
Papierbehälter und andere Behältertypen anwendbar. Dies stellt eine erhebliche Vereinfachung
im Vergleich beispielsweise zu einer stichprobenartigen Behälterprüfung dar.
[0077] Der Messabschnitt 30 kann prinzipiell auch für die Prozesssteuerung genutzt werden,
allerdings ist er vorzugsweise nicht in die Prozesssteuerung eingebunden, wodurch
der Messabschnitt 30 allein für die Qualitätskontrolle zuständig ist.
[0078] Soweit anwendbar, können alle einzelnen Merkmale, die in den Ausführungsbeispielen
dargestellt sind, miteinander kombiniert und/oder ausgetauscht werden, ohne den Bereich
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0079]
- 1
- Vorrichtung zum Befüllen eines Behälters mit einem Füllprodukt
- 2
- Füllkessel
- 10
- Füllorgan
- 11
- Produktkammer
- 12
- Hauptzulauf
- 12a
- Hauptventil
- 12b
- Durchflussmesser
- 13
- Auslauf
- 14
- Ventilkegel
- 15
- Ventilgehäuse
- 16
- Aktuator
- 17
- Membran
- 18
- Gaskanal
- 19a
- Dosageventil
- 19b
- Dosageventil
- 20
- Ableitungsabschnitt
- 21
- Ableitung
- 22
- Ableitungsventil
- 30
- Messabschnitt
- 31
- ableitungsseitiger Spektralsensor
- 32
- produktkammerseitiger Spektralsensor
- 50
- Steuerung
- 100
- Behälter
- 101
- Behälterwand
- H
- Hauptkomponente
- Z
- Zusatzkomponente
- Z1
- Erste Zusatzkomponente
- Z2
- Zweite Zusatzkomponente
1. Vorrichtung (1) zum Befüllen eines Behälters (100) mit einem Füllprodukt, vorzugsweise
in einer Getränkeabfüllanlage, wobei die Vorrichtung (1) aufweist:
zumindest ein Füllorgan (10) mit einer Produktkammer (11) zum Aufnehmen des Füllprodukts
und Einleiten des Füllprodukts über einen Auslauf (13) in den zu befüllenden Behälter
(100);
einen Messabschnitt (30) mit zumindest einem Spektralsensor (31, 32), der eingerichtet
ist, um auf Basis eines spektroskopischen Messprinzips eine oder mehrere Eigenschaften
des Füllprodukts zu ermitteln.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Messabschnitt (30) eingerichtet ist, um einen Brix-Gehalt und/oder CO2-Gehalt und/oder die Dichte und/oder eine Zusammensetzung und/oder ein Mischungsverhältnis
des Füllprodukts zu ermitteln.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Messabschnitt (30) einen produktkammerseitigen Spektralsensor (32) aufweist,
der in der Produktkammer (11) installiert und eingerichtet ist, um auf Basis eines
spektroskopischen Messprinzips eine oder mehrere Eigenschaften des Füllprodukts in
der Produktkammer (11) zu ermitteln.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) ferner einen Ableitungsabschnitt (20) mit einer Ableitung (21)
aufweist, die an die Produktkammer (11) angebunden ist, vorzugsweise absperrbar über
ein Ableitungsventil (22), und eingerichtet ist, um Flüssigkeit aus der Produktkammer
(11) unter Umgehung des Behälters (100) abzuleiten, wobei der Messabschnitt (30) einen
ableitungsseitigen Spektralsensor (31) aufweist, der in der Ableitung (21) installiert
ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Spektralsensor (31, 32) einen Sender und einen Empfänger aufweist,
die so eingerichtet sind, dass ein vom Sender ausgesendeter Messstrahl, vorzugsweise
Licht, durch zumindest einen Teil des zu vermessenden Füllprodukts tritt, vom Sender
empfangen wird und spektroskopisch analysierbar ist, wobei der Messstrahl vorzugsweise
auf dem Weg vom Sender zum Empfänger von zumindest einer reflektierenden Oberfläche
reflektiert wird.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine Steuerung (50) aufweist, die eingerichtet ist, um den Füllprozess
zu steuern, wobei die Steuerung (50) vorzugsweise mit dem zumindest einen Spektralsensor
(31, 32) in Kommunikation steht und eingerichtet ist, um unter Verwendung des zumindest
einen Spektralsensors (31, 32) eine Differenzmessung zwischen einer reinen Grundflüssigkeit,
vorzugsweise Wasser, und einer Grundflüssigkeit, vorzugsweise Wasser, im oder aus
dem Füllorgan (10) durchzuführen, wobei die Steuerung (50) vorzugsweise eingerichtet
ist, um unter Verwendung des zumindest einen Spektralsensors (31, 32) eine Absorption
in einem abwechselnd mit beiden Flüssigkeiten durchströmten Sichtpfad zu messen.
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllorgan (10) einen Hauptzulauf (12) aufweist, der eingerichtet ist, um das
Füllprodukt oder eine Hauptkomponente (H) des Füllprodukts, vorzugsweise Wasser, in
die Produktkammer (11) einzuleiten.
8. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllorgan (10) ein oder mehrere, vorzugsweise zwei, Dosageventile (19a, 19b)
aufweist, die eingerichtet sind, um entsprechende Zusatzkomponenten (Z, Z1, Z2), umfassend
vorzugsweise Sirup und/oder CO2, in die Produktkammer (11) einzuleiten.
9. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Hauptzulauf (12) ein Durchflussmesser (12b) installiert und die Steuerung (50)
eingerichtet ist, um die Hauptkomponente (H) in die Produktkammer (11) einzuleiten,
danach zumindest eine Zusatzkomponente (Z, Z1, Z2) durch das zumindest eine Dosageventil
(19a, 19b) in die Produktkammer (11) einzuleiten und für die Eindosierung der Zusatzkomponente
(Z, Z1, Z2) unter Verwendung des Durchflussmessers (12b) die im Hauptzulauf passierende
Fluidmenge zu bestimmen.
10. Vorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Produktkammer (11) ringförmig ausgebildet ist und sich im unteren Bereich zu
einem ringförmigen Auslauf (13) verjüngt, so dass das Füllprodukt während des Einleitens
in den Behälter (100) in Drall versetzt wird, wobei der Hauptzulauf (12) vorzugsweise
tangential in die Produktkammer (11) mündet.
11. Vorrichtung (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllorgan (10) einen Ventilkegel (14) aufweist, der eine zylindrische, sich zum
Auslauf (13) hin verjüngende Form hat und mittels eines Aktuators (16) in Axialrichtung
verstellbar ist, wobei der Aktuator (16) eingerichtet ist, um den Ventilkegel (14)
zwischen einer geöffneten Position und einer geschlossenen Position, vorzugsweise
stufenlos, zu verstellen.
12. Verfahren zur Überwachung eines Prozesses zum Befüllen eines Behälters (100) mit einem
Füllprodukt, vorzugsweise in einer Getränkeabfüllanlage, wobei das Verfahren aufweist:
Einleiten einer Flüssigkeit, vorzugsweise des Füllprodukts, in eine Produktkammer
(11) eines Füllorgans (10), das zum Einleiten des Füllprodukts in den zu befüllenden
Behälter (100) vorgesehen ist;
Ermitteln einer oder mehrerer Eigenschaften der Flüssigkeit, vorzugsweise eines Brix-Gehalts
und/oder CO2-Gehalts und/oder der Dichte und/oder eines Mischungsverhältnisses, unter Verwendung
zumindest eines Spektralsensors (31, 32) eines Messabschnitts (30) auf Basis eines
spektroskopischen Messprinzips.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass unter Verwendung des zumindest einen Spektralsensors (31, 32) eine Differenzmessung
zwischen einer reinen Grundflüssigkeit, vorzugsweise Wasser, und einer Grundflüssigkeit,
vorzugsweise Wasser, im oder aus dem Füllorgan (10) durchgeführt wird, wobei vorzugsweise
unter Verwendung des zumindest einen Spektralsensors (31, 32) eine Absorption in einem
abwechselnd mit beiden Flüssigkeiten durchströmten Sichtpfad gemessen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Füllprodukt eine Hauptkomponente (H), vorzugsweise Wasser, und zumindest eine
Zusatzkomponente (Z), vorzugsweise Sirup und/oder CO2, umfasst, die Hauptkomponente (H) aus einem Hauptzulauf (12) in die Produktkammer
(11) eingeleitet wird, die zumindest eine Zusatzkomponente (Z, Z1, Z2) über ein entsprechendes
Dosageventil (19a, 19b) in die Produktkammer (11) eingeleitet wird und unter Verwendung
des zumindest einen Spektralsensors (31, 32) ein Mischungsverhältnis zwischen der
Hauptkomponente (H) und der zumindest einen Zusatzkomponente (Z, Z1, Z2) ermittelt
wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im Hauptzulauf (12) ein Durchflussmesser (12b) installiert ist, wobei zuerst die
Hauptkomponente (H) in die Produktkammer (11) eingeleitet wird, danach die zumindest
eine Zusatzkomponente (Z, Z1, Z2) über das entsprechende Dosageventil (19a, 19b) in
die Produktkammer (11) eingeleitet wird und für die Eindosierung der zumindest einen
Zusatzkomponente (Z, Z1, Z2) unter Verwendung des Durchflussmessers (12b) die im Hauptzulauf
passierende Fluidmenge bestimmt wird.