[0001] Die Erfindung betrifft ein Verstellsystem für einen Verdichter in einer Gasturbine,
insbesondere in einer Fluggasturbine, zur Verstellung von verstellbaren Leitschaufeln,
umfassend eine Aktuatorvorrichtung mit einem ersten Aktuator zur Verstellung der Leitschaufeln,
eine Stellvorrichtung mit einem ersten Stellventil zur hydraulischen Betätigung des
ersten Aktuators, und wobei die Stellvorrichtung den ersten Aktuator durch die hydraulische
Betätigung verstellen und feststellen kann.
[0002] Derartige Verstellsysteme sind hohen Belastungen seitens des Strömungskanals ausgesetzt,
was zu Verschleiß der beteiligten Komponenten führen kann.
[0003] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung ein Verstellsystem anzugeben, das einen verringerten
Verschleiß aufweist.
[0004] Ein erfindungsgemäßes Verstellsystem weist zur Verstellung von verstellbaren Leitschaufeln
eine Aktuatorvorrichtung mit einem ersten Aktuator zur Verstellung der Leitschaufeln,
und eine Stellvorrichtung mit einem ersten Stellventil zur hydraulischen Betätigung
des ersten Aktuators auf, wobei die Stellvorrichtung den ersten Aktuator durch die
hydraulische Betätigung verstellen und feststellen kann.
[0005] Die Aufgabe wird von dem erfindungsgemäßen Verstellsystem des Anspruchs 1 dadurch
gelöst, dass der Aktuatorvorrichtung eine Feststellvorrichtung zur zusätzlichen Fixierung
zugewiesen ist und durch die Feststellvorrichtung in einer Position fixiert werden
kann. Durch die zusätzliche Fixierung kann eine Bewegung der Aktuatoren beziehungsweise
der Aktuatorvorrichtung und damit der Leitschaufeln verhindert oder zumindest reduziert
werden und so die Belastung und der Verschleiß der Lager der Leitschaufeln vorteilhaft
verringert werden. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn das Stellventil in
Nullstellung nicht vollständig dicht ist. In diesem Fall wird es durch die Kräfte
aus dem Triebwerk aus der Nullstellung gedrückt. Nach Überschreiten eines Schwellwertes
greift der Regler ein und löst eine Rückbewegung aus. Je nach Leckage im Stellventil
kann das häufiger pro Sekunde passieren, was zu dauernden sehr kleinen Bewegungen
im System führen kann. Diese Bewegungen führen zu einem Verschleiß, der durch die
erfindungsgemäße Lösung erfolgreich verringert oder vermieden wird. Die Aktuatorvorrichtung
kann einen zweiten Aktuator aufweisen, der von der ersten Stellvorrichtung ebenfalls
hydraulisch angesteuert werden kann. Der erste und der zweite Aktuator können in dieser
Konfiguration ein Master-Slave-System bilden, wobei nur die Stellung des ersten Aktuators
als Master ausschlaggebend für die Steuerung der Aktuatorvorrichtung ist. Die beiden
Aktuatoren können in Fluidverbindung miteinander stehen, wobei der jeweilige Innenraum
der Aktuatoren durch einen Aktuatorkolben in zwei Kammern unterteilt ist und jeweils
eine der beiden des einen Aktuators mit einer der beiden Kammern des andern Aktuators
in Fluidverbindung steht. Dadurch können die beiden Aktuatoren auf einfache Weise
gemeinsam angesteuert und bewegt werden.
[0006] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger
bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie den abhängigen Ansprüchen.
[0007] In einer weiteren Ausführungsform des Verstellsystems ist vorgesehen, dass die Feststellvorrichtung
die Aktuatorvorrichtung, insbesondere den ersten Aktuator hydraulisch feststellen
und lösen kann. Durch eine hydraulische Fixierung ist ein besonders einfaches System
geschaffen, da hierzu keine weiteren Stellglieder oder Modifikationen der Aktuatoren
nötig sind. In einer alternativen Ausführung kann die Feststellvorrichtung eine mechanische
Verriegelung der Aktuatorvorrichtung bewerkstelligen und zu diesem Zweck hydraulisch
oder elektronisch ansteuerbar sein. In einer weiteren Ausführungsform kann der Aktuator
durch die Feststellvorrichtung elektromagnetisch verriegelt werden.
[0008] In einer vorteilhaften Weiterbildung kann das Verstellsystem derart weitergebildet
sein, dass die Feststellvorrichtung ein erstes Feststellventil umfasst. Durch ein
Feststellventil lässt sich die zusätzliche Fixierung der Aktuatorvorrichtung besonders
einfach erzielen.
[0009] Ergänzend kann vorgesehen sein, dass das erste Feststellventil in einer Hydraulikleitung
zwischen dem ersten Stellventil und dem ersten Aktuator angeordnet ist. Dadurch lässt
sich der erste Aktuator besonders einfache und kostengünstig von dem übrigen Hydrauliksystem
trennen und fixieren.
[0010] Ferner kann in einer weiteren Ausführungsform das Verstellsystem so weitergebildet
sein, dass die Feststellvorrichtung eine Hydraulikleitung zwischen dem ersten Aktuator
und dem ersten Stellventil in einer Sperrstellung des Sperrventils verriegelt, um
so den ersten Aktuator zu fixieren. Dadurch wird die Sperrstellung zusätzlich fixiert
und ein Abdriften des Sperrventils verhindert.
[0011] Darüber hinaus kann das Verstellsystem ein Steuergerät zur Steuerung des ersten Stellventils
umfassen, wobei die Feststellvorrichtung von dem Steuergerät festgestellt und gelöst
werden kann. Das Steuergerät kann in Abhängigkeit von Flugzuständen und Missionstypen
programmiert sein oder auf entsprechend zugetragene Sensordaten reagieren und so eine
möglichst optimale Ansteuerung des Stellventils und der Feststellvorrichtung erzielen.
[0012] In einer weiteren Ausführungsform kann die Feststellvorrichtung durch das Steuergerät
elektrisch, elektromechanisch, elektrohydraulisch und/oder elektromagnetisch festgestellt
und gelöst werden. Hierdurch wird eine robuste Ansteuerung erzielt.
[0013] Ferner kann in einer weiteren Ausführungsform vorgesehen sein, dass der erste Aktuator
einen ersten Sensor zur Erfassung einer Stellung des ersten Aktuators aufweist, wobei
der Sensor elektronisch mit dem Steuergerät zur Signalübertragung verbunden ist, und
dass die Feststellvorrichtung durch das Steuergerät in Abhängigkeit der Stellung des
ersten Aktuators festgestellt oder gelöst wird. Dies ermöglicht vorteilhaft eine präzise
Regelung des Verstellsystems. In Verbindung mit der Fluidverbindung der beiden oben
beschriebenen Aktuatoren in einem Master-Slave-System ist so auch eine einfache Regelung
mehrerer in Reihe geschalteter Aktuatoren am Umfang eines einzelnen Stellrings oder
einer Gruppe von Stellringen möglich, wobei der Slave-Aktuator nicht aktiv geregelt
wird, sondern nur an einer zweiten Stelle am Umfang des Stellrings oder der Gruppe
der Stellringe die Verstellkraft überträgt.
[0014] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verstellsystems kann das erste Stellventil
ein Stetigventil sein, insbesondere ein Servoventil, besonders bevorzugt ein elektrisch
angesteuertes, hydraulisch betätigtes Servoventil in einer 4/3-Wegeventil mit einer
mittleren Sperrstellung. Stetigventile erlauben eine sehr gute Steuerung des Verstellsystems
und insbesondere Servoventile stellen eine sehr präzise und robuste Möglichkeit zur
Steuerung des Hydraulikflusses des Stellsystems dar. Durch Servoventile lassen sich
die hohen im Strömungskanal der Gasturbine auftretenden Kräfte sehr gut überwinden
und die Leitschaufeln dennoch präzise verstellen. Insbesondere in Kombination mit
einer zusätzlichen Feststellvorrichtung lassen sich auch die in einer Sperrstellung
auftretenden Kräfte, in der das Servoventil nur dichten soll, verringern oder vermeiden.
Dadurch kann eine Nachregelung vorteilhaft vermieden werden.
[0015] Ferner kann die Aktuatorvorrichtung einen zweiten Aktuator umfassen, wobei die Stellvorrichtung
ein zweites Stellventil zur hydraulischen Betätigung des zweiten Aktuators umfassen
kann, und wobei das zweite Stellventil den zweiten Aktuator durch die hydraulische
Betätigung verstellen und feststellen kann. Dadurch wird eine unabhängige Ansteuerung
der beiden Aktuatoren geschaffen. Dies ist von Vorteil, wenn beispielsweise mehrere
Stellringe einzeln durch jeweils einen eigenen Aktuator angesteuert werden sollen.
Darüber hinaus können auch mehr als zwei Aktuatoren vorgesehen sein, die in analoger
Weise ausgeführt sind. Ferner können auch zwei oder mehr Aktuatoren einen oder mehrere
Stellringe gleichzeitig analog zur obigen Beschreibung ansteuern, wobei dann die Aktuatoren
vorteilhaft gleichmäßig um den einen oder die mehreren Stellringe verteilt angeordnet
sind.
[0016] Schließlich kann die Feststellvorrichtung in einer weiteren Ausführung ein zweites
Feststellventil umfassen, wobei das zweite Feststellventil in einer zweiten Hydraulikleitung
zwischen dem zweiten Stellventil und dem zweiten Aktuator angeordnet sein kann. Dadurch
können die Aktuatoren vorteilhaft separat fixiert werden, was eine besonders genaue
Steuerung des Verstellsystems erlaubt.
[0017] Die Erfindung wird bezüglich der nachfolgenden Zeichnungen anhand einiger bevorzugter
Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt ein erstes Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Stellsystems dargestellt
in einem Meridianschnitt einer Fluggasturbine
- Fig. 2a
- zeigt das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stellsystems in einer
schematischen Darstellung
- Fig. 2b
- zeigt das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stellsystems in einer
schematischen Darstellung mit einer Gruppe von Stellringen
- Fig. 3
- zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stellsystems in einer
schematischen Darstellung
- Fig. 4a
- zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stellsystems in einer
schematischen Darstellung
- Fig. 4b
- zeigt das erste Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Stellsystems in einer
schematischen Darstellung mit einer Gruppe von Stellringen
[0018] In Fig. 1 ist eine als Fluggasturbine ausgebildete Gasturbine 1 dargestellt, die
einen Verdichter 2 umfasst, dessen Statorstufen verstellbar ausgebildet sind und von
einem erfindungsgemäßen Stellsystem 3 angesteuert werden. Jede Statorstufe umfasst
mehrere verstellbare Leitschaufeln 4, die über jeweils einen Stellring 5 und jeweils
einen Stellhebel 6 durch das Stellsystem 3 verstellt werden können. Dabei sind an
jedem Stellring 5 eine Vielzahl an Stellhebeln 6 zur Ansteuerung der jeweiligen Leitschaufeln
4 vorgesehen. Sind wie in Fig. 1 dargestellt mehrere Leitschaufelstufen beziehungsweise
Statorstufen zu verstellen, so kann eine Gruppe von Stellringe 5 vorgesehen sein,
von denen jeweils eine Stellring 5 einer Leitschaufelstufe beziehungsweise einer Statorstufe
zugeordnet ist. Die Leitschaufeln 4 sind um ihre Drehachse, welche durch einen nicht
dargestellten Lagerzapfen gebildet ist, drehbar gelagert und können durch den jeweiligen
Stellhebel 6, welcher seinerseits von dem jeweiligen Stellring 5 verdreht wird, gedreht
werden.
[0019] Die Gasturbine 1 umfasst ferner stromabwärts des Verdichters 2 eine Brennkammer 7
und eine Turbine 8, die gemeinsam mit dem Verdichter 2 in einem Strömungskanal 9,
insbesondere einem Kernströmungskanal, der Gasturbine 1 angeordnet sind.
[0020] Anhand der in Fig. 2a bis 4b dargestellten schematischen Darstellungen wird nun die
Erfindung noch näher erläutert.
[0021] Fig. 2a zeigt eine schematische Darstellung des ersten Ausführungsbeispiels des Verstellsystems
3. Das Verstellsystem 3 umfasst eine Aktuatorvorrichtung 10 zur Bewegung und Verstellung
des Stellrings 5 oder der Gruppe von Stellringen 5, wobei an jedem der Stellringe
5 eine Vielzahl der Stellhebel 6 angeordnet sind und wobei jeder der Stellringe 5
über jeweils einen der Stellhebel 6 mit jeweils einer der Leitschaufeln 4 aus der
Vielzahl der Leitschaufeln 4 verbunden sind.
[0022] Das Verstellsystem 3 umfasst ferner eine Stellvorrichtung 20, die mit der Aktuatorvorrichtung
10 hydraulisch verbunden ist und durch ein Steuergerät 40 angesteuert wird. Ferner
ist der Aktuatorvorrichtung 10 eine Feststellvorrichtung 30 zugeordnet, welche die
Aktuatorvorrichtung 10 zusätzlich feststellen kann. Die Aktuatorvorrichtung 10 wird
durch ein Hydrauliksystem 50 mit Hydraulikflüssigkeit versorgt und kann über ein elektrisches
System 60 mit dem Steuergerät 40 kommunizieren, wobei das Steuergerät 40 basierend
auf einer Stellung der Aktuatorvorrichtung 10 die Stellvorrichtung 20 steuert. Die
Stellvorrichtung 20 steuert basierend auf der Ansteuerung durch das Steuergerät 40
den Fluss der Hydraulikflüssigkeit in die Aktuatorvorrichtung 10.
[0023] Die Aktuatorvorrichtung 10 umfasst einen ersten Aktuator 11 und einen zweiten Aktuator
12. Die beiden Aktuatoren 11, 12 sind beide als doppelt wirkende Zylinder ausgebildet,
wobei die Aktuatoren 11, 12 jeweils einen Aktuatorkolben 15, 16 aufweisen, der über
eine jeweilige Kolbenstange 15', 16' und ein an der entsprechenden Kolbenstange angeordnetes
jeweiliges Gestänge 15", 16" mit einem Stellring 5 oder mit einer Gruppe von Stellringen
5 verbunden sind und bewegen. Eine Gruppe von Stellringen 5 sind dabei in Fig. 2b
schematisch dargestellt. Dabei sind die Aktuatoren 11, 12 um den Stellring 5 beziehungsweise
die Gruppe von Stellringen 5 verteilt angeordnet. In Fig. 1 sind zwei Stellringe 5
schematisch dargestellt, es handelt sich aber um denselben Stellring 5, wobei die
Aktuatoren nicht wie dargestellt nebeneinander, sondern an unterschiedlichen Positionen
um den Stellring 5 beziehungsweise die Gruppe von Stellringen 5 angeordnet sind und
bewegen. Der erste Aktuator 11 weist in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel einen
Sensor 13 auf, der den Verstellweg des Aktuatorkolbens 15 erfasst und an das Steuergerät
40 signalisiert. Beide Aktuatoren 11, 12 weisen aufgrund ihrer Bauweise einen Aktautorinnenraum
17, 18 auf, in dem sich der jeweilige Aktuatorkolben 15, 16 bewegt, wodurch zwei durch
den jeweiligen Aktuatorkolben 15, 16 getrennte Kammern gebildet sind. Beide Kammern
des jeweiligen Aktuatorkolbens 15, 16 sind jeweils an eine separate Hydraulikleitung
51 angeschlossen, die jeweils einzeln von dem Hydrauliksystem 50 mit Hydraulikflüssigkeit
angesteuert wird. In dem vorliegenden Ausführungsbeispiel stehen die beiden Aktuatoren
11, 12 beziehungsweise jeweils eine ihrer Kammern mit einer der beiden Kammern des
anderen Aktuators in Fluidverbindung, wodurch ein Druckausgleich stattfinden kann
und die beiden Aktuatoren gleichmäßig hydraulisch angesteuert werden. Der Fluss der
Hydraulikflüssigkeit wird über die Stellvorrichtung 20 gesteuert, wozu die Stellvorrichtung
20 ein erstes Steuerventil 21 aufweist. Das als Servoventil ausgebildete erste Steuerventil
21 ist ein 4/3-Wegeventil mit einer mittleren Sperrstellung und mit jeweils einem
Anschluss an eine der beiden Hydraulikleitungen 51 zu den Kammern des jeweiligen Aktuators
angeschlossen. Eine erste Stellung erlaubt einen Durchfluss in eine erste Richtung,
die zweite mittlere Stellung ist als Sperrstellung ausgebildet und eine dritte Stellung
erlaubt einen Durchfluss in eine zweite umgekehrte Richtung. Die Sperrstellung dient
dazu, die Aktuatoren 11, 12 in Position zu halten, während die erste und dritte Stellung
die Aktuatorkolben 15, 16 mit einer Kraft beaufschlagt und verschiebt, wodurch im
Endeffekt die Leitschaufeln 4 verstellt werden. Das erste Steuerventil 21 wird in
die drei Stellungen elektrohydraulisch von dem Steuergerät 40 verstellt.
[0024] Das Hydrauliksystem 50 stellt den nötigen Druck in den Hydraulikleitungen 51 und
an die Aktuatorvorrichtung 10 beziehungsweise die Stellvorrichtung 20 über eine Hydraulikpumpe
54 aus einem Hydraulikspeicher 53 bereit, wobei zwischen der an eine Zuleitung (IN)
angeschlossenen Hydraulikpumpe 54 und einer Ableitung (OUT) ein Druckfolgeventil 55
geschaltet ist, welches es ermöglicht, eine Hydraulikflüssigkeit auch in die Ableitung
(OUT) zu pumpen, wenn in der Ableitung zu geringer Druck herrscht. Dadurch wird in
beiden Hydraulikleitungen ein Rückfluss oder ein Ansaugen der Hydraulikflüssigkeit
aus dem Hydraulikspeicher 53 in die Aktuatorvorrichtung 10 ermöglicht.
[0025] Man hat festgestellt, dass die Aktuatorvorrichtung 10 während des Betriebs der Gasturbine
1 ständiger Rückkopplung durch eine Strömungsbeaufschlagung der Leitschaufeln 4 ausgesetzt
ist. Dies führt zu einer konstanten Wanderung der Aktuatorvorrichtung 10 und der Stellvorrichtung
20 und einem folglich ständigen Ausgleich und Nachregeln des Verstellsystems 3 durch
das Steuergerät 40. Dabei hat man ferner festgestellt, dass die stetig auftretenden
minimalen Bewegungen zu einer konstanten Belastung und Abrieb der Lager der Verstellleitschaufeln
4 führen.
[0026] In dem ersten Ausführungsbeispiel ist daher zusätzlich erfindungsgemäß eine Feststellvorrichtung
30 zwischen der Stellvorrichtung 20 und der Aktuatorvorrichtung 10 angeordnet, wobei
die Feststellvorrichtung 30 ebenfalls von dem Steuergerät 40 angesteuert wird. Das
Steuergerät 40 ist dabei über elektrische Leitungen 61 mit dem ersten Aktuator 11,
dem ersten Steuerventil 21 und der Feststellvorrichtung 30 verbunden, um die Steuersignale
zu senden beziehungsweise die Hubstellung des Aktuators 11 zu empfangen. Die Feststellvorrichtung
30 kann die Aktuatorvorrichtung 10 blockieren und so eine Stellung der Aktuatoren
fixieren beziehungsweise eine Bewegung der Aktuatoren 11, 12 verhindern. Alternativ
oder ergänzend kann die Feststellvorrichtung 30 als Trennvorrichtung ausgebildet sein
und eine Hydraulikverbindung zwischen der Aktuatorvorrichtung und der Stellvorrichtung
trennen. Dadurch wird das Volumen der in der Aktuatorvorrichtung 10 vorhandenen Hydraulikflüssigkeit
fixiert und eine Rückkopplung in Richtung der Stellvorrichtung 20, der Hydraulikpumpe
54 beziehungsweise dem Folgeventil 55 verhindert.
[0027] Das in Fig. 3 dargestellte zweite Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verstellsystems
3 wird im Folgenden anhand der Unterschiede zu dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben:
Die Feststellvorrichtung 30 umfasst ein erstes Feststellventil 31, welches in einer
Durchflussstellung und einer Sperrstellung betrieben werden kann. Das erste Feststellventil
31 wird elektrisch über eine elektrische Leitung 61 von dem Steuergerät 40 angesteuert
und verstellt. Die Sperrstellung wird dann von dem Steuergerät 40 gewählt, wenn die
Aktuatoren 11, 12 in Position gehalten werden sollen. Dies trennt die hydraulische
Verbindung zwischen den Aktuatoren 11, 12 und dem ersten Steuerventil 21, wodurch
die Aktuatoren 11, 12 und somit die Verstellleitschaufeln 4 auf einfache Weise in
Position gehalten werden.
[0028] In Fig. 4a und Fig. 4b ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen
Verstellsystems 3 dargestellt. Die Aktuatorvorrichtung 10 weist zwei einzeln ansteuerbare
Aktuatoren 11, 12 auf, denen jeweils über eine Hydraulikleitung ein eigenes Steuerventil
21, 22 zugeordnet ist. Anders als in den vorherigen Ausführungsbeispielen sind zwischen
den Innenräumen 17, 18 der beiden Aktuatoren 11, 12 keine Ausgleichsleitungen vorgesehen.
Dadurch können der erste Aktuator 11 von dem ersten Steuerventil 21 und der zweite
Aktuator 12 von dem zweiten Steuerventil 22 unabhängig voneinander angesteuert werden.
Die beiden Steuerventile 21, 22 werden jeweils wie in dem Ausführungsbeispiel in Fig.
3 beschrieben von dem Steuergerät 40 elektrisch angesteuert und elektrohydraulisch
verstellt.
[0029] Jeder der beiden Aktuatoren 11, 12 ist mit einem eigenen Sensor 13, 14 ausgebildet,
welche dem Steuergerät 40 die Hubstellung des entsprechenden Aktuators 11, 12 signalisiert.
Das Steuergerät 40 kann entsprechend einzeln die Aktuatoren 11, 12 ansteuern und nachregeln.
[0030] Darüber hinaus ist zwischen jedem der Aktuatoren 11, 12 und dem jeweils hydraulisch
zugeordneten ersten Steuerventil 21 beziehungsweise zweiten Steuerventil 22 ein erstes
Feststellventil 31 beziehungsweise zweites Feststellventil 32 der Feststellvorrichtung
30 angeordnet. Das erste Feststellventil 31 ist zwischen dem ersten Aktuator 11 und
dem ersten Steuerventil 21 angeordnet. Das zweite Feststellventil 32 ist zwischen
dem zweiten Aktuator 12 und dem zweiten Steuerventil 22 angeordnet. Die beiden Feststellventile
31, 32 können von dem Steuergerät 40 wie das Feststellventil 31 in dem zweiten Ausführungsbeispiel
beschrieben einzeln angesteuert und verstellt werden. Dadurch kann jeder Aktuator
11, 12 einzeln von dem übrigen Hydrauliksystem 50 hydraulisch getrennt und somit zusätzlich
fixiert werden.
[0031] Das Steuergerät 40 ist dabei über elektrische Leitungen 61 mit dem ersten Aktuator
11 und dem zweiten Aktuator 12, dem ersten Steuerventil 21 und dem zweiten Steuerventil
22 und den beiden Feststellventilen 31, 32 verbunden, um die Steuersignale zu senden
beziehungsweise die Hubstellung der Aktuatoren 11, 12 zu empfangen.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Gasturbine
- 2
- Verdichter
- 3
- Verstellsystem
- 4
- Leitschaufel
- 5
- Verstellring
- 6
- Verstellhebel
- 7
- Brennkammer
- 8
- Turbine
- 9
- Strömungskanal
- 10
- Aktuatorvorrichtung
- 11
- erster Aktuator
- 12
- zweiter Aktuator
- 13
- Sensor
- 14
- Sensor
- 15
- Aktuatorkolben
- 15'
- Kolbenstange
- 15"
- Gestänge
- 16
- Aktuatorkolben
- 16'
- Kolbenstange
- 16"
- Gestänge
- 17
- Zylinderinnenraum
- 18
- Zylinderinnenraum
- 20
- Stellvorrichtung
- 21
- erstes Stellventil
- 22
- zweites Stellventil
- 30
- Feststellvorrichtung
- 31
- erstes Feststellventil
- 32
- zweites Feststellventil
- 40
- Steuergerät
- 50
- Hydraulikleitungssystem
- 51
- Hydraulikleitung
- 52
- Hydraulikflüssigkeitsspeicher
- 53
- Hydraulikpumpe
- 54
- Folgeventil
- 60
- elektrisches System
- 61
- elektrische Leitung
1. Verstellsystem (3) für einen Verdichter (2) in einer Gasturbine (1), insbesondere
in einer Fluggasturbine, zur Verstellung von verstellbaren Leitschaufeln (4), umfassend
eine Aktuatorvorrichtung (10) mit einem ersten Aktuator (11) zur Verstellung der Leitschaufeln
(4),
eine Stellvorrichtung (20) mit einem ersten Stellventil (21) zur hydraulischen Betätigung
des ersten Aktuators (11), und
wobei die Stellvorrichtung (20) den ersten Aktuator (11) durch die hydraulische Betätigung
verstellen und feststellen kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aktuatorvorrichtung (10) eine Feststellvorrichtung (30) zur zusätzlichen Fixierung
zugewiesen ist und durch die Feststellvorrichtung (30) in einer Position fixiert werden
kann.
2. Verstellsystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (40) die Aktuatorvorrichtung (10), insbesondere den ersten
Aktuator (11) hydraulisch feststellen und lösen kann.
3. Verstellsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (30) ein erstes Feststellventil (31) umfasst.
4. Verstellsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Feststellventil (31) in einer Hydraulikleitung (51) zwischen dem ersten
Stellventil (21) und dem ersten Aktuator (11) angeordnet ist.
5. Verstellsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (30) eine Hydraulikleitung (51) zwischen dem ersten Aktuator
(11) und dem ersten Stellventil (21) in einem Sperrstellung des Stellventils (21)
verriegelt, um so den ersten Aktuator (11) zu fixieren.
6. Verstellsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, ferner umfassend ein Steuergerät
(40) zur Steuerung des ersten Stellventils (21), dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (30) von dem Steuergerät (40) festgestellt und gelöst werden
kann.
7. Verstellsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (40) durch das Steuergerät (30) elektrisch, elektromechanisch,
elektrohydraulisch und/oder elektromagnetisch festgestellt und gelöst werden kann.
8. Verstellsystem nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Aktuator (11) einen ersten Sensor (13) zur Erfassung einer Stellung des
ersten Aktuators (11) aufweist, wobei der Sensor (13) elektronisch mit dem Steuergerät
(30) zur Signalübertragung verbunden ist, und dass die Feststellvorrichtung (40) durch
das Steuergerät (30) in Abhängigkeit der Stellung des ersten Aktuators (11) festgestellt
oder gelöst wird.
9. Verstellsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Stellventil (21) ein Stetigventil, insbesondere ein Servoventil, besonders
bevorzugt ein elektrisch angesteuertes, hydraulisch betätigtes Servoventil in einer
4/3-Wegeventil mit einer mittleren Sperrstellung, ist.
10. Verstellsystem nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktuatorvorrichtung (10) einen zweiten Aktuator (12) umfasst, wobei die Stellvorrichtung
(20) ein zweites Stellventil (22) zur hydraulischen Betätigung des zweiten Aktuators
(12) umfasst, und wobei das zweite Stellventil (20) den zweiten Aktuator (12) durch
die hydraulische Betätigung verstellen und feststellen kann.
11. Verstellsystem nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Feststellvorrichtung (30) ein zweites Feststellventil (32) umfasst, und dass
das zweite Feststellventil (32) in einer zweiten Hydraulikleitung (52) zwischen dem
zweiten Stellventil (22) und dem zweiten Aktuator (12) angeordnet ist.