Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft eine Reinigungsvorrichtung, als Einzelteil oder
als Satz, sowie ein Verfahren zum Reinigen von Oberflächen von Funktionseinheiten,
insbesondere zylinderförmigen oder kuppelförmigen Garraumbeleuchtungen und/oder Kameraoptiken
im Garraum eines Gargeräts, insbesondere Backofens.
[0002] In Garräumen von Gargeräten, insbesondere Backöfen, verursachen herkömmliche Anwendungen,
wie beispielsweise Grillen und Braten mit offenen Zubehören wie Auflaufformern, aufgrund
von beispielsweise Flüssigkeitsverdampfung Verschmutzungen der Garraumwandflächen
und weiterer im Garraum angeordneter Einbauten. Insbesondere optische Wirkflächen
wie z.B. Auskoppelflächen der Beleuchtung und Objektivlinsen von Funktionseinheiten
werden durch Versottung (d.h. Lösung von Salzen in Flüssigkeit und deren nachfolgende
erneute Auskristallisation auf Oberflächen), Schmauch und Spritzer erheblich in ihrer
Funktion beeinträchtigt.
[0003] Versottete Lichtauskoppelflächen führen zu reduzierter Lichtausbeute und Verfälschung
der Lichtfarbe. Versottete Objektivlinsen führen zu Fehlstellen auf der Projektionsfläche
des optischen Systems. Für die einwandfreie Funktion von insbesondere Lichtauskoppelflächen
und Objektivlinsen der Funktionseinheiten im Garraum von Backöfen müssen diese regelmäßig
von Versottungen gereinigt werden.
[0004] Für die Reinigung der beschriebenen Flächen steht systembedingt in der Regel eine
pyrolytische oder chemische Selbstreinigungsfunktion von Gargeräten zur Verfügung.
Sofern die Selbstreinigungsfunktion nicht verfügbar oder an den beschriebenen Flächen
nicht wirksam ist, verbleibt lediglich die manuelle Reinigung unter Zuhilfenahme von
haushaltsüblichen Reinigungsmitteln und Reinigungswerkzeugen wie zum Beispiel Backofen-Sprays,
Backofenreinigungsgelen, Spüllaugen, Reinigungsschwämmen, Bürsten, Scheuervliese,
etc.
[0005] Die manuelle Reinigung von Oberflächen von Funktionseinheiten ist jedoch meist ergonomisch
ungenügend hinsichtlich der Einsehbarkeit und Zugänglichkeit im Gargerät und dem dabei
benötigten Kraftaufwand. Weiterhin ist die manuelle Reinigung auch ungenügend hinsichtlich
der Einwirkdauer der Reinigungsmittel, die nur während der, in der Regel kurzeitigen,
manuellen Reinigung stattfindet. Insbesondere der Zeitbedarf stellt hierbei eine erhebliche
Herausforderung dar, denn haushaltsübliche Reinigungsmittel benötigen typischerweise
einige Stunden an Einwirkdauer zur Anlösung der Verschmutzungen. Die Form und Lage
der zu reinigenden Flächen bewirken jedoch das deutlich vorzeitige Ablaufen der typisch
niedrig viskosen Reinigungsmittel.
[0006] Außerdem birgt die manuelle Reinigung auch die Gefahr der fehlerhaften Reinigungsanwendung,
d.h. konkret, dass ein Anwender beim Reinigen der Funktionsoberflächen entweder das
falsche Reinigungswerkzeug verwendet oder schlichtweg zu viel Kraft aufwendet und
Funktionsflächen durch zu starkes Andrücken des Reinigungswerkzeugs, wie beispielsweise
eines Scheuervlieses, die Funktionsflächen verkratzt oder im schlimmsten Fall sogar
die hervorstehende Funktionseinheit abbricht.
[0007] Aus dem Stand der Technik sind zur Reinigung von Oberflächen des Garraums und des
Garraums als Ganzes bereits verschiedene Vorrichtungen bekannt. Die
DE 28 42 771 C2 offenbart in diesem Zusammenhang einen Garraum mit Einsprühdüsen, die so in den Garraum
gerichtet sind, dass sich mit ihnen die Wände besprühen lassen, wobei die Einsprühdüsen
dabei so ausgebildet sind, dass deren Zuleitung als Verteilerleitung ausgebildet ist,
die durch Ventile wechselweise mit einer Zuleitung für ein flüssiges Reinigungsmittel
und Spülwasser verbindbar ist. Ähnliche Reinigungslösungen mit Einsprühdüsen und/oder
Umwälzeinrichtungen sind aus der
EP 0 892 220 A1,
DE 198 38 864 C2 sowie der
DE 10 2008 025 294 A1 bekannt.
[0008] Weiterhin ist der ein Reinigungseinsatz zum entnehmbaren Anordnen in einem Garraum
eines Gargeräts, der ein Aufnahmemittel zum reversibel fixierten Aufnehmen einer Reinigungseinheit
mit einer Reinigungszusammensetzung und einen mit dem Aufnahmemittel verbundenen Tragkörper
zum Positionieren des Aufnahmemittels relativ zu dem Garraum aufweist, aus der
DE 10 2020 204 707 A1 bekannt.
[0009] Sämtliche aus dem Stand der Technik vorstehend genannten Gegenstände haben dabei
immer den Nachteil, dass eine Reinigung von Funktionseinheiten, insbesondere von Funktionseinheiten,
die für einen Anwender verhältnismäßig schwer zugänglich im hinteren Bereich eines
einseitig-öffnenbaren Garraums und überkopf angeordnet sind, nicht lokal begrenzt
und lokal intensiviert durchgeführt werden kann. Vielmehr zielt die bisher gängige
pyrolytische Reinigung oder die chemische Reinigung mit Düsen in der Regel auf die
Reinigung des gesamten Garraums ab.
[0010] Dies birgt allerdings eine Vielzahl von Nachteilen, so ist beispielweise eine großflächige
Reinigung wie durch die vorstehend beschriebenen Methoden oft an lokal besonders stark
verschmutzen Oberflächen oder Oberflächen mit spezifischen Reinigungsanforderungen
(Versottungen) nicht intensiv genug oder aufgrund der für die zu behandelnde Oberfläche
vorliegenden Anforderungen schlichtweg zu unspezifisch und dadurch ungeeignet. Darüber
hinaus sind die vorstehenden großflächigen Reinigungsverfahren verhältnismäßig energie-
und ressourcenintensiv, da für die Reinigung verhältnismäßig kleiner Funktionseinheiten
der gesamte Garraum gereinigt und im Zuge dessen beheizt bzw. besprüht werden muss.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Nachteile des Standes der Technik
zu beheben oder zumindest zu mindern. Konkret ist es die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung, eine Reinigungsvorrichtung bereitzustellen, die gezielt an eine zu reinigende
Funktionseinheit im Garraum eines Gargeräts positioniert und angebracht werden und
eine auf die Oberfläche der Funktionseinheit lokal begrenzte, intensive und für die
Dauer der Anbringung der Reinigungsvorrichtung bestehende Reinigungswirkung erzielen
kann.
[0012] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1 sowie
durch ein Verfahren nach Anspruch 10. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
Gegenstand von Unteransprüchen und werden nachfolgend näher beschrieben.
[0013] Konkret wird die Aufgabe gelöst durch eine Reinigungsvorrichtung zum Reinigen von
Oberflächen von Funktionseinheiten, insbesondere zylinder- oder kuppelförmigen Garraumbeleuchtungen
und/oder -kameraoptiken, im Garraum eines Gargeräts, insbesondere Backofens, mit einer
Haltevorrichtung zum reversiblen Positionieren und Fixieren der Reinigungsvorrichtung
im Garraum und einem beispielsweise becher- oder taschenförmigen Reservoir mit Öffnung
zur Aufnahme und Abgabe eines Reinigungsmittels. Eine Innenkontur des Reservoirs ist
dabei so ausgestaltet, dass diese über einen in den Garraum frei vorstehenden oder
auskragenden Abschnitt einer Funktionseinheit überstülpbar ist und diesen umschließt.
Die Haltevorrichtung fixiert dabei das Reservoir an der Funktionseinheit und/oder
einer Oberfläche des Garraums, insbesondere an einem Wandabschnitt.
[0014] Die geometrische Anpassung der Reinigungsvorrichtung vor allem an die auskragenden
Konturen von Funktionseinheiten, aber auch deren Peripherie, wie beispielweise angeschrägte
Garrauminnenwände, ermöglicht eine auf die Oberfläche der Funktionseinheit lokal begrenzte,
intensive und für die Dauer der Anbringung der Reinigungsvorrichtung bestehende Reinigungswirkung.
Dies wiederum erlaubt ein chemisches Lösen bzw. Anlösen von Versottungen der Oberflächen
der Funktionseinheit durch langzeitige Benetzung der zu reinigenden Oberflächen mit,
vorzugsweise haushaltsüblichen, Reinigungsmitteln bei Raumtemperatur. Dadurch wird
eine umweltschonende, energiesparende Reinigung von insbesondere optischen Wirkflächen
mit akzeptablen ergonomischen Bedingungen durchführbar.
[0015] Darüber hinaus eignet sich die erfindungsgemäße an die zu reinigende Kontur der Funktionseinheit
individuell angepasste Reinigungsvorrichtung insbesondere zur Reinigung von Flächen,
die aufgrund ihrer Form oder durch umgebende Störkonturen nicht mit haushaltsüblichen
Reinigungswerkzeugen wie z.B. Schabern oder Edelstahlspiralen bearbeitet werden können.
[0016] In einem ersten Aspekt kann die vorstehend beschriebene Reinigungsvorrichtung auch
Teil eines Satzes von Reinigungsvorrichtungen sein, der aus einer Vielzahl von Reinigungsvorrichtungen
besteht, wobei die jeweiligen Reinigungsvorrichtungen individuell auf jeweils entsprechende
auskragende Oberflächen von zu reinigenden Funktionseinheiten im Garraum sowie an
die dazugehörigen Positionen und umgebenden Störkonturen innerhalb des Garraums angepasst
sind.
[0017] Ein Satz der vorstehend beschriebenen Reinigungsvorrichtungen erlaubt es, eine Vielzahl
von unterschiedlichen, in der Regel schwer zugänglich und zu reinigenden sowie sensiblen
Funktionseinheiten eines Garraums anforderungsindividuell, gezielt und schonend zu
reinigen.
[0018] In einem weiteren Aspekt kann ein ringförmiges Dichtungselement, insbesondere eine
Dichtlippe, entlang des Innenumfangs an einem Abschnitt der Innenkontur des Reservoirs
angeordnet sein.
[0019] Das Dichtungselement bietet den Vorteil, dass es ein Austreten von Reinigungsmittel,
das sich im Reservoir der Reinigungsvorrichtung befindet, verhindert, wenn die Reinigungsvorrichtung
auf die Oberfläche der Funktionseinheit umschließend übergestülpt ist. Das Dichtungselement
drückt in dieser Position vom Innenumfang des Reservoirs über seinen gesamten Umfang
umschließend auf die Oberfläche der Funktionseinheit, sodass die Oberfläche der Funktionseinheit,
das Dichtungselement und die Innenwand des Reservoirs gemeinsam eine Fluidbarriere
ausbilden, die es verhindert, dass im übergestülpten Zustand der Reinigungsvorrichtung
Fluid nach außen bzw. über den Rand des Reservoirs der Reinigungsvorrichtung hervortritt.
[0020] Gerade die Ausführungsform des Dichtungselements als Dichtlippe hat den Vorteil,
dass beim Abnehmen der Reinigungsvorrichtung von der Funktionseinheit, insbesondere
einer Funktionseinheit mit zylindrischer Kontur, die Dichtlippe sozusagen auch als
"Abstreiflippe" fungiert und Flüssigkeits- und abgelöste Schmutzrückstände beim Abnehmen
der Reinigungsvorrichtung von der Oberfläche abstreift, so dass zum einen bereits
eine gewisse Reinigung an der Oberfläche der Funktionseinheit stattfindet und zum
anderen die Rückstände im Reservoir der Reinigungsvorrichtung zurückgehalten werden
und nicht im Garraum verbleiben oder darin verteilt werden.
[0021] In einem weiteren Aspekt kann die Dichtlippe ein Untermaß gegenüber einem Außenumfang
der Funktionseinheit aufweisen, und in einer auf die Funktionseinheit übergestülpten
Position den Außenumfang der Funktionseinheit umschließen und eine fluiddichte und
kraftschlüssige Verbindung ausbilden.
[0022] Je nach Ausprägung des Untermaßes sowie des verwendeten Dichtelementwerkstoffs, vorzugsweise
Kunststoff, besonders bevorzugt ein elastomerbasierter Kunststoff, kann das Dichtungselement
eine kraftschlüssige Verbindung mit der Oberfläche der Funktionseinheit aufbauen,
die entweder signifikant zur Fixierung der Reinigungsvorrichtung an der Funktionseinheit
beiträgt, oder sogar eine kraftschlüssige Haltekraft erzeugt, die dazu im Stande wäre,
die Reinigungsvorrichtung an der Funktionseinheit ausschließlich über das Dichtungselement
zu halten.
[0023] Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn die Reinigungsvorrichtung eine Trennwand aufweist,
die als Haltevorrichtung fungiert, die in vertikaler Richtung zu einem Rand der Öffnung
des Reservoirs beabstandet ist und parallel zum Boden des Reservoirs verläuft, wobei
die Trennwand eine Trennwandöffnung aufweist, die ein Untermaß gegenüber einem Außenumfang
der Funktionseinheit aufweist und deren Mittelachse mit der Mittelachse der Reservoiröffnung
fluchtet und wobei die Trennwand an einem Ende über eine bogenförmige Spange mit einem
Abschnitt des Randes der Reservoiröffnung verbunden ist.
[0024] Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn zwischen Trennwand und Reservoir eine
Fluid-Fangschale, die sich im Innenumfang der bogenförmigen Spange befindet, ausgebildet
ist und deren Fluid-Fangschalen-Öffnung senkrecht zur Mittelachse des Reservoirs ausgerichtet
ist.
[0025] Die Trennwand bietet gleich mehrere Vorteile bei der Anwendung der Reinigungsvorrichtung.
Ein entscheidender Vorteil der Trennwand ist, dass die Haltevorrichtung in Form der
Trennwand und das Reservoir räumlich zueinander beabstandet werden können, sodass
zwischen der Trennwandöffnung und der Reservoiröffnung eine Lücke entsteht, die als
Ablaufraum für den Fall dienen kann, wenn aus der Resvoirinnenkontur verdrängtes Fluid
über den Rand der Reservoiröffnung hervortritt. Außerdem wird durch die räumliche
Beabstandung von Trennwand und Reservoir die Ausbildung der bogenförmigen Spange sowie
die Ausbildung der Fangschale darin ermöglicht.
[0026] Indem die Fangschale ausgehend von der Trennwand- und Reservoiröffnung unterhalb
in Schwerkraftrichtung angeordnet ist, kann Fluid, das aus der Reservoirinnenkontur
übergetreten ist, über die bogenförmige Spange ablaufen und sich in der Fangschale
ansammeln, sodass das Fluid sich nicht im Garraum verteilt.
[0027] Auch kann im Falle eines ruckartigen Aufschiebens des Reservoirs auf die Kontur der
Funktionseinheit, bei dem Fluid aus der Reservoirinnenkontur schlagartig herausgedrückt
und verspritzt wird, von der zum Reservoir gegenüberliegenden Trennwand aufgefangen
und in die Fangschale abgeleitet werden, so dass sich das Fluid nicht auf die Garraumwand
und/oder den Garraumboden verteilen kann.
[0028] Ein weiterer Vorteil der Trennwand als Haltevorrichtung ist, dass die Trennwand mit
einem vergleichsweise deutlich engeren Untermaß versehen wird wie das Dichtungselement,
sodass die Fixierung der Reinigungsvorrichtung an der Oberfläche der Funktionseinheit
ausschließlich oder nahezu ausschließlich über die Trennwand geschieht. Dies bietet
den Vorteil, dass das Dichtungselement mit einem vergleichsweise geringen Untermaß
versehen werden kann, was insbesondere für ein geschmeidiges, d.h. ruckarmes, Aufziehen
und Abziehen des Reservoirs auf bzw. von der zu reinigenden Geometrie erforderlich
ist.
[0029] Gerade ein verhältnismäßig enges Untermaß könnte ansonsten zu einem sog. "Stick-Slip-Effekt"
führen, bei dem sich zunächst eine für das weitere Aufschieben oder Abziehen blockierende
Haltekraft zwischen den Reibungspartnern, in diesem Fall Dichtungselement und Oberfläche
der Funktionseinheit, aufbaut und die dann schlagartig-unkontrolliert überwunden wird,
sodass ein ungewolltes Verteilen des Reinigungsmittels im Garraum verursacht wird.
[0030] Ferner wir durch die Trennwand und die bogenförmige Spange zum Reservoir der Reinigungsvorrichtung
ein gefedertes bzw. elastisches Positionieren von Trennwand und Reservoir zueinander
ermöglicht. So kann bei der Anbringung der Haltevorrichtung zunächst die Trennwand
mit dem verhältnismäßig streng an der Oberfläche der Funktionseinheit anliegenden
Trennwandöffnung aufgeschoben werden, während das Reservoir durch Aufspreizung der
bogenförmigen, federelastischen Spange von der Funktionsfläche zunächst ferngehalten
wird, um erst anschließend nach der Fixierung der Trennwand als Haltervorrichtung,
kontrolliert über die Oberfläche der Funktionseinheit gestülpt werden zu können. Auch
diese Eigenschaft dient wiederum der nutzerfreundlichen Handhabung der Reinigungsvorrichtung
und dem Zweck, möglichst kein Reinigungsfluid unkontrolliert im Garraum zu verteilen.
[0031] In einem weiteren bevorzugten Aspekt kann das Reservoir an seiner Innenkontur eine
entlang des Innenumfangs verlaufende Sicke zur Füllstandsbestimmung aufweisen.
[0032] Dies erlaubt es dem Nutzer durch einfache Sichtkontrolle festzustellen, wann der
für die Reinigung notwendige Füllstand des Reservoirs erreicht ist.
[0033] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung kann im Reservoir
ein kompressibler Reinigungsmittel-Einsatz zur Aufnahme, Rückhaltung und Abgabe eines
Reinigungsmittels angeordnet sein, der unter Kompression Fluid abgibt.
[0034] Die Kompressibilität des Reinigungsmittel-Einsatzes ist insbesondere bei der Handhabung
des Reinigungsfluides von Vorteil, da das Reinigungsfluid bevorzugt erst unter Kompression,
während des In-Kontakt-Bringens der zu reinigenden Oberfläche der Funktionseinheit
und des Reinigungsmittel-Einsatzes, stattfindet. Weiterhin sorgt die Kompressibilität
des Reinigungsmittel-Einsatzes dafür, dass sich der Reinigungsmittel-Einsatz beim
Überstülpen der Reinigungsvorrichtung auf die Funktionseinheit an die Kontur der Oberfläche
der Funktionseinheit anpasst.
[0035] Der Reinigungsmittel-Einsatz kann beispielweise eine schwammartige Struktur aufweisen,
die unter Kompression Flüssigkeit abgibt und bei Expansion aus dem komprimierten Zustand
Flüssigkeit aufnimmt.
[0036] Der Reinigungsmittel-Einsatz kann vorteilhafterweise mit Reinigungsmittel im Reservoir
beladen bzw. getränkt werden oder bereits vor dem Einsetzen in das Reservoir mit Reinigungsmittel
beladen bzw. getränkt werden.
[0037] In einem weiteren Aspekt kann der Reinigungsmittel-Einsatz auch als austauschbarer
Verbrauchsgegenstand ausgeführt sein, der ähnlich wie ein Spültab in einer Einweg-Kunststoffverpackung
gelagert werden kann und bei Gebrauch aus dieser entnommen und in das Reservoir der
Reinigungsvorrichtung eingesetzt werden kann.
[0038] In wiederum einem anderen Aspekt kann der Reinigungsmittel-Einsatz verschiedene geometrische
Konturen wie beispielsweise eine Zylinder- oder Kegelform oder eine zu der zu reinigenden
Geometrie komplementäre Kontur aufweisen.
[0039] Die unterschiedlichen Geometrieformen des Reinigungsmittel-Einsatzes beeinflussen
zum einen die Reinigungsmitteltragekapazität des Reinigungsmittel-Einsatzes sowie
beim Überstülpen des Reservoirs der Reinigungsvorrichtung auf die Oberfläche der Funktionseinheit
den Anpressdruck des Reinigungsmittel-Einsatzes auf die Oberfläche der Funktionseinheit.
[0040] In einem weiteren Aspekt kann in einem aufgedickten Randabschnitt der Reservoiröffnung,
der parallel zum Reservoirboden verläuft, mindestens ein Magnet, der als Haltevorrichtung
zum kraftschlüssigen Verbinden der Reinigungsvorrichtung an eine metallische Oberfläche
im Garraum fungiert, eingebaut sein.
[0041] Es können aber auch eine Mehrzahl von Magneten im aufgedickten Randabschnitt der
Reservoiröffnung eingebaut sein, die dabei auf einer Kreisbahn um die Reservoiröffnung
in gleichmäßigen Abstand in Umfangsrichtung zueinander bestandet sind. Eine besonders
bevorzugte Ausführungsform weist drei Magneten auf, die jeweils um 120° zueinander
auf der Kreisbahn um die Reservoiröffnung versetzt sind.
[0042] In einem wiederum anderen Aspekt kann der mindestens eine Magnet im aufgedickten
Randabschnitt eingelassen sein, sodass die Magnetoberfläche zumindest bündig mit einer
Oberfläche des Randabschnittes, die zur verbindenden metallischen Oberfläche gewandt
ist, verläuft.
[0043] Die Reinigungsvorrichtung ist bevorzugt aus Kunststoff, insbesondere Silikon hergestellt.
Auch kann die Reinigungsvorrichtung inerte Oberflächenbeschichtungen wie beispielsweise
Teflon oder andere fluorhaltige Kunststoffe aufweisen. Durch die Herstellung aus Kunststoff
ist es möglich, die im aufgedickten Randabschnitt vorgesehenen Magnete sozusagen als
Inserts in einem Fertigungsschritt durch Kunststoffumspritzung oder Montagespritzguss
oder durch nachträgliches Einschieben in geformte Taschen in das zu fertigende Bauteil,
sprich die Reinigungsvorrichtung, zu verbauen.
[0044] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren
zur Reinigung von Oberflächen von Funktionseinheiten, vorzugsweise zylinderförmigen
oder kuppelförmigen Garraumbeleuchtungen und/ oder -kameraoptiken, im Garraum eines
Gargeräts mit einer Reinigungsvorrichtung nach einem der vorstehenden Aspekte mit
den Schritten:
- Befüllen des Reservoirs mit einer Reinigungsflüssigkeit oder Einsetzen des mit Reinigungsmittel
beladenen Reinigungsmittel-Einsatzes in das Reservoir;
- Anbringen des Reservoirs an einem vorstehenden Abschnitt einer Funktionseinheit, indem
das Reservoir über den vorstehenden Abschnitt der Funktionseinheit übergestülpt wird
und den vorstehenden Abschnitt, vorzugsweise fluiddicht, einkapselt;
- vollständiges und permanentes Benetzen der im Reservoir Innenraum eingekapselten Funktionsoberfläche
mit Reinigungsmittel.
[0045] In nochmals anderen Worten ausgedrückt, kann die vorliegende Erfindung auch wie folgt
beschrieben werden. Grundsätzlich weist die vorliegende Erfindung zwei Ausführungsformen
bzw. Prinzipien einer Reinigungsvorrichtung auf:
Prinzip 1 kommt für zylindrischen Lichtleiterglasstäbe der Garraumbeleuchtung zur
Anwendung.
[0046] Ein mehrfach verwendbares Silikonteil weist hierzu ein Reservoir für das Reinigungsmittel
auf.
[0047] Für die dosierte Befüllung des Reservoirs mit Reinigungsmittel ist eine Füllstandssicke
berücksichtigt. Das Silikonteil ist mit einer Trennwand zu angrenzenden Wandflächen
versehen.
[0048] Die Trennwand ist mit einem zum Lichtleiter kongruenten, jedoch untermassigen Durchbruch
versehen und wird manuell durch elastisches Aufweiten reibschlüssig auf den in den
Garraum auskragenden Lichtleiter aufgezogen. Das mit Reinigungsmittel befüllte Reservoir
wird manuell durch elastisches Aufweiten reibschlüssig auf den auskragenden Lichtleiter
aufgezogen.
[0049] Das Volumen des Reinigungsmittels füllt den entstehenden Raum zwischen Lichtleiter
und Reservoir vollständig aus, so dass der umschließend gefasste Lichtleiter vollflächig
mit Reinigungsmittel benetzt wird. Die flüssigkeitsdicht zur Lichtleitermantelfäche
stehende Trennwand verhindert bei Überdosierung des Reinigers die versehentliche Benetzung
von umgebenden Flächen und wirkt bei der Demontage des Silikonteils als Abstreiflippe
für den Reiniger. Zum Auffangen von überdosiertem Reiniger oder versehentlich austretendem
Reiniger ist dem Silikonteil eine Fangschale angeformt. Nach mehrstündiger Einwirkdauer
kann das Silikonteil manuell vom Lichtleiter abgezogen werden. Die angelösten Versottungen
können nun manuell mit einem Tuch abgerieben werden.
[0050] Prinzip 2 kommt für die Reinigung von Flächen ohne umgebende Strukturen für form-
bzw. reibschlüssige Halterung von Reservoirs zur Anwendung. Zusätzlich eignet sich
Prinzip 2 für die Langzeitbenetzung von Flächen ohne umgebende Strukturen zur Abdichtung
eines Flüssigkeitsvolumens gegen die Fläche. Ein dem zu reinigendem Bereich konturengerecht
geformtes Tragteil aus Kunststoff oder Silikon ist mit wenigstens einem im Tragteil
befestigten Magneten versehen. Die magnetischen Kräfte zur nächsten ferromagnetischen
Wandfläche ermöglichen das manuelle Positionieren und kraftschlüssige Haltern des
Tragteils, selbst gegen das Eigengewicht, unterhalb der Garraumdecke, an angrenzenden
überhängenden Flächen, oder den Garraumseitenwänden.
[0051] Das Tragteil ist im Bereich der zu reinigenden Fläche mit einer Tasche geformt, in
welche ein Einsatz zur Aufnahme und Rückhaltung von Reinigungsmittel eingebettet und
befestigt ist. Der zunächst mit Reiniger befüllte Einsatz wird beim manuellen Aufsetzen
der Reinigungsvorrichtung gegen die zu reinigende Fläche gedrückt und dabei elastisch
komprimiert, so dass die Fläche über die Dauer der Einwirkzeit mit Reinigungsmittel
benetzt bleibt. In Abhängigkeit der Gestalt der zu reinigenden Fläche und der umgebenden
Flächen kann das Tragteil zusätzlich mit einer Dichtlippe zur Abdichtung des Taschenvolumens
ausgeführt sein. Nach dem manuellen Abziehen des Tragteils können die angelösten Versottungen
manuell mit einem Tuch abgerieben werden.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0052]
Fig. 1 ist eine perspektivische Frontansicht einer ersten Ausführungsform einer Reinigungsvorrichtung;
Fig. 2 ist eine perspektivische Rückansicht der ersten Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung;
Fig. 3 ist eine Schnittdarstellung der Reinigungsvorrichtung der ersten Ausführungsform
im montieren Zustand an eine Funktionseinheit;
Fig. 4 ist eine perspektivische Frontansicht einer zweiten Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung;
Fig. 5 ist eine perspektivische Rückansicht der zweiten Ausführungsform der Reinigungsvorrichtung;
Fig.6 ist eine Schnittdarstellung der Reinigungsvorrichtung der zweiten Ausführungsform
im montierten Zustand an eine Funktionseinheit;
Fig. 7 ist eine perspektivische Darstellung eines Garraums eines Gargeräts mit einem
hervorgehobenen Bereich, näher gezeigt in Fig. 8, von verschmutzen Funktionseinheiten;
Fig. 8 ist eine vergrößerte, perspektivische Ansicht des in Fig. 7 hervorgehobenen
Bereichs von verschmutzen Funktionseinheiten; und
Fig. 9 ist eine perspektivische Darstellung des Garraums des Gargerätes, wobei die
beiden Ausführungsformen der Reinigungsvorrichtung an den Funktionseinheiten des Gargerätes
montiert sind.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0053] Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Offenbarung auf der Basis
der zugehörigen Figuren beschrieben.
[0054] Die Figuren 1, 2, 3 zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung
2 zum Reinigen von Oberflächen 4 von Funktionseinheiten 6 in einer perspektivischen
Frontansicht(Fig. 1), in einer perspektivischen Rückansicht (Fig. 2) sowie in einer
Schnittansicht (Fig. 3), wobei die Reinigungsvorrichtung 2 in der Schnittansicht von
Fig. 3 an der Funktionseinheit 6 fixiert ist.
[0055] Wie aus den Einzelansichten der Fign. 1, 2, 3 zu entnehmen ist, weist die Reinigungsvorrichtung
2 eine Haltevorrichtung 8 zum reversiblen Positionieren und Fixieren der Reinigungsvorrichtung
2 an eine Funktionseinheit 6, in Form einer zylinderförmigen Garraumbeleuchtung 12
eines Garraums 14 (gezeigt in den Fign. 7, 8 und Fig. 9), auf. Weiterhin weist die
Reinigungsvorrichtung 2 ein becherförmiges Reservoir 16 mit einer Öffnung 18 zur Aufnahme
und Abgabe eines Reinigungsmittels (nicht dargestellt) auf.
[0056] Wie in Fig. 3 gezeigt, wird bei Verwendung der Reinigungsvorrichtung 2 eine Innenkontur
20 des Reservoirs 16 über einen in den Garraum 14 frei vorstehenden Abschnitt 22 der
Funktionseinheit 6, in der vorliegenden Figur beispielsweise ein zylinderförmiger
Glasstab, umschließend übergestülpt, und die Haltevorrichtung 8 fixiert hierbei das
Reservoir 16 über den Umfang der Oberfläche 4 an der Funktionseinheit 6, so dass die
Reinigungsvorrichtung 2 an einem Wandabschnitt 24 des Garraums 14 anordnet wird.
[0057] Weiterhin ist aus Fig. 3 zu entnehmen, dass die Reinigungsvorrichtung 2 ein ringförmiges
Dichtungselement 26 in Form einer Dichtlippe 26 aufweist, die dazu vorgesehen ist,
das Reservoir 16 nach außen zu verschließen, wenn die Reinigungsvorrichtung 2 an der
Oberfläche 4 der Funktionseinheit 6 fixiert ist. Dies wird durch ein Untermaß der
Dichtlippe 26 gegenüber dem Außenumfang der zylinderförmigen Garraumbeleuchtung 12
möglich. Die untermaßige Dichtlippe 26 fungiert darüber hinaus sozusagen auch als
eine Art Abstreiflippe, mittels derer beim Abziehen der Reinigungsvorrichtung 2 von
der Oberfläche 4 der Funktionseinheit 6, Flüssigkeitsrückstände von der Oberfläche
4 abgestreift und in das Reservoir 16 rückgeführt werden.
[0058] Wie insbesondere gut in den Fign. 2 und 3 zu erkennen ist, ist die Haltevorrichtung
8 als Trennwand 28 ausgeführt, die in vertikaler Richtung zur einem Rand 30 der Reservoiröffnung
18 beabstandet und parallel zum Boden 32 des Reservoirs 16 verläuft. Um die Trennwand
28 an der Oberfläche 4 der Funktionseinheit 6 bzw. der zylinderförmigen Garraumbeleuchtung
12 zu halten, weist die Trennwand 28 eine Trennwandöffnung 34 auf, die ein Untermaß
gegenüber dem Außenumfang der zylinderförmigen Garraumbeleuchtung 12 aufweist und
deren Mittelachse mit der Mittelachse der Reservoiröffnung 18 fluchtet und wobei die
Trennwand 28 an einem Ende über eine bogenförmigen Spange 36 mit einem Abschnitt des
Randes der Reservoiröffnung 30 verbunden ist.
[0059] In der Schnittansicht der Fig. 3, ist weiterhin gezeigt, dass im inneren Scheitelabschnitt
des Bogens der Spange 36 eine Fangschale 38 ausgebildet ist und deren Fangschalen-Öffnung
40 senkrecht zur Mittelachse des Reservoirs 16 ausgerichtet ist. Die Fangschale 38
ist dabei so positioniert, dass sie im Einbau der Reinigungsvorrichtung 2 ausgehend
von der Trennwandöffnung 34 und Reservoiröffnung 18 unterhalb in Schwerkraftrichtung
angeordnet ist, und Fluid, das aus der Reservoirinnenkontur 20 übergetreten ist, über
die bogenförmige Spange 36 ablaufen und sich in der Fangschale 38 ansammeln kann,
sodass das Fluid sich nicht im Garraum 14 verteilt.
[0060] In anderen Worten ausgedrückt, fungiert die am Wandabschnitt 24 des Garraums 14 angebrachte
Trennwand 28 sozusagen als Spritzschutz-Wand und die daran angebundene Fangschale
38 sozusagen als ovalförmiges Auffangbecken (ähnlich einem Waschbecken) oder als ovalförmiger
Auffangkorb für das an der Spritzschutz-Wand ablaufende Reinigungsmittels.
[0061] Neben den bereits erwähnten Merkmalen weist die Reinigungsvorrichtung 2, wie in Fig.
3 gezeigt, auch eine Sicke 42 im Innenumfang der Reservoirinnenkontur 20 zur Füllstandsbestimmung
auf.
[0062] Weiterhin ist in den Fign. 4, 5, 6 ein zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Reinigungsvorrichtung 43 zum Reinigen von Oberflächen 4 von Funktionseinheiten 6 aus
einer perspektivischen Schräg-Frontal-Ansicht Fig. 4, aus einer perspektivischen Schräg-RückAnsicht
Fig. 5, sowie in einer Schnittansicht Fig. 6, gezeigt, wobei die Reinigungsvorrichtung
43 in der Schnittansicht Fig. 6 an der Funktionseinheit 6 fixiert ist.
[0063] Ähnlich wie die erste Ausführungsform, weist die zweite Ausführungsform eine Haltevorrichtung
44, besonders gut in Einzelansicht Fig. 5 zu sehen, zum reversiblen Positionieren
und Fixieren der Reinigungsvorrichtung 2 an die Funktionseinheit 6, in Form einer
kuppelähnlichen Garraumkameraoptik 46, auf. Weiterhin weist die Reinigungsvorrichtung
43 der zweiten Ausführungsform ein taschenförmiges Reservoir 48 mit einer Öffnung
50 zur Aufnahme und Abgabe eines Reinigungsmittels (nicht dargestellt) auf.
[0064] Im taschenförmige Reservoir 48 der Reinigungsvorrichtung 43 der zweiten Ausführungsform
ist, wie in Fig. 4 gezeigt, ein kompressibler Reinigungsmittel-Einsatz 52 zur Aufnahme,
Rückhaltung und Abgabe eines Reinigungsmittels angeordnet, der unter Kompression Fluid
abgibt. Der Reinigungsmittel-Einsatz 52 besteht vorzugsweise aus einem schwammartig/porenaufweisenden
und stark saugfähigen Material.
[0065] Weiterhin weist die Reinigungsvorrichtung 43 der zweiten Ausführungsform einen aufgedickten
Randabschnitt 54 auf, in den, wie Fig. 5 gezeigt, insgesamt drei Magnete 56 jeweils
in gleichmäßigen Abstand zueinander und zur taschenförmigen Reservoiröffnung 50, eingebaut
bzw. eingelassen sind.
[0066] Wie in Fig. 4 gezeigt, sind die Magnete 56 dabei so in den aufgedickten Randabschnitt
54 verbaut, dass eine Oberfläche des Randabschnitts 58, die zu einer verbindenden
metallischen bzw. ferromagnetischen Oberfläche 60 im Garraum 14 gewandt ist, bündig
ist.
[0067] Wie bereits vorstehend erwähnt, ist in Fig. 6 gezeigt, wie die Reinigungsvorrichtung
43 der zweiten Ausführungsform an der Garraumkameraoptik 46 befestigt ist. Die Verbindung
zwischen Reinigungsvorrichtung 43 und Garraumkameraoptik 46 findet dabei hauptsächlich
über die Magnete 56, die als Haltevorrichtung 44 fungieren und eine magnetisch-kraftschlüssige
Verbindung zwischen der Oberfläche des Randabschnitts 58 und der ferromagnetischen
Oberfläche des Garraums 60 ausbilden, statt. Im verbundenen Zustand von Reinigungsvorrichtung
43 und Garraumkameraoptik 46 wird dabei der im taschenförmigen Reservoir 48 eingesetzte
Reinigungsmittel-Einsatz 52, der im unverbundenen Zustand der Reinigungsvorrichtung
43 aus der Reservoiröffnung 50 zumindest teilweise hervorsteht, komprimiert und an
die Oberfläche 4 der Garraumkameraoptik 46 gepresst. Dadurch wird das im Reinigungsmittel-Einsatz
52 sozusagen geladene bzw. gespeicherte Reinigungsmittel aus dem Reinigungsmittel-Einsatz
52 herausgedrückt und benetzt die Oberfläche 4 der Garraumkameraoptik 46.
[0068] Damit das bei der Kompression aus dem Reinigungsmittel-Einsatz 52 freigesetzte Reinigungsmittel
im Verbindungszustand zwischen Reinigungsvorrichtung 43 und Garraumkameraoptik 46
aus der Reservoiröffnung 50 nicht hervortritt, weist die Reinigungsvorrichtung 43,
wie in Fig. 6 zu erkennen ist, ebenfalls ein ringförmiges Dichtungselement 62 auf,
das sich an der Innenseite der Reservoiröffnung 50 befindet.
[0069] Um die Reinigungsvorrichtung 43 nicht nur zu fixieren, sondern auch mit einer Vorzugspositionierung
an der ferromagnetischen Garraumoberfläche 60 anzuordnen und gegen Verdrehen zu sichern,
ist die Oberfläche des Randabschnittes 58, aus der Draufsicht, d.h. senkrecht auf
den Reinigungsmittel-Einsatz 52 blickend, dreieckig geformt und hat eine Fixierungsbande
64.Die Fixierungsbande 64 ist dazu vorgesehen, eine in Fig. 8 gezeigte, zur Fixierungsbande
64 komplementär geformte Garraumfunktionsoberfläche 66 oberflächen- und randseitig
zu umschließen. Aufgrund der dreieckigen Grundform der Oberfläche des Randabschnitts
58 und ihrer dazugehörigen Fixierungsbande 64, ist die Reinigungsvorrichtung 43 im
verbundenen Zustand verdrehsicher im Garraum 14 angeordnet.
[0070] In Fig. 7 ist der Garraum 14 eines Gargerätes 68 mit einer zylinderförmigen Garraumbeleuchtung
12 und einer Garraumkameraoptik 46 gezeigt. Wie aus der Vergrößerungsdarstellung in
Fig. 8 des Garraumabschnitts, in dem die Garraumbeleuchtung 12 und die Garraumkameraoptik
46 angeordnet sind, hervorgeht, sind die beiden Funktionseinheiten 6 durch Schmutzpartikel
70 bedeckt, weshalb diese einer Reinigung unterzogen werden müssen, um wieder in einem
einwandfreien, funktionstüchtigen Zustand zu sein.
[0071] Dementsprechend ist in Fig. 9 gezeigt, wie an die Garraumbeleuchtung 12 eine Reinigungsvorrichtung
2 der ersten Ausführungsform und an die Garraumkameraoptik 46 eine Reinigungsvorrichtung
43 der zweiten Ausführungsform zu Reinigungszwecken angebracht ist. Die Anbringung
der Reinigungsvorrichtungen 2, 43 erfolgte hierbei nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
[0072] D.h. zunächst wurde das becherförmige Reservoir 16 der Reinigungsvorrichtung 2 mit
Reinigungsmittel befüllt und anschließend über den vorstehenden Abschnitt 22 der Garraumbeleuchtung
12 übergestülpt, so dass dieser fluiddicht eingekapselt wurde und die Oberfläche 4
des vorstehenden Abschnitts 22 vollständig und permanent mit dem im Reservoir 16 befindlichen
Reinigungsmittel benetzt wurde.
[0073] Das vorstehend beschriebene Verfahren wurde analog hierzu auf die Garraumkameraoptik
46 in Verbindung mit der Reinigungsvorrichtung 43 der zweiten Ausführungsform angewandt,
mit dem Unterschied, dass in das taschenförmige Reservoir 48 ein Reinigungsmittel-Einsatz
52 eingesetzt wurde, der unter Kompression, die Oberfläche 4 der Garraumkameraoptik
46 mit Reinigungsmittel benetzt.
Bezugszeichenliste
[0074]
- 2
- Reinigungsvorrichtung einer ersten Ausführungsform
- 4
- Oberfläche einer Funktionseinheit
- 6
- Funktionseinheit
- 8
- Haltevorrichtung
- 12
- Garraumbeleuchtung
- 14
- Garraum
- 16
- becherförmiges Reservoir
- 18
- Reservoiröffnung
- 20
- Innenkontur des Reservoirs
- 22
- frei vorstehender Abschnitt der Funktionseinheit
- 24
- Wandabschnitt des Garraums
- 26
- Dichtungselement
- 28
- Trennwand
- 30
- Rand der Reservoiröffnung
- 32
- Boden des Reservoirs
- 34
- Trennwandöffnung
- 36
- bogenförmige Spange
- 38
- Fangschale
- 40
- Fangschalen-Öffnung
- 42
- Sicke
- 43
- Reinigungsvorrichtung einer zweiten Ausführungsform
- 44
- Haltevorrichtung einer zweiten Ausführungsform
- 46
- Garraumkameraoptik
- 48
- taschenförmiges Reservoir
- 50
- Reservoiröffnung einer zweiten Ausführungsform
- 52
- Reinigungsmittel-Einsatz
- 54
- aufgedickter Randabschnitt
- 56
- Magnet
- 58
- Oberfläche des aufgedickten Randabschnitts
- 60
- ferromagnetische Oberfläche im Garraum
- 62
- ringförmiges Dichtungselement einer zweiten Ausführungsform
- 64
- Fixierungsbande
- 66
- Garraumfunktionsoberfläche
- 68
- Gargeräts
- 70
- Schmutzpartikel
1. Reinigungsvorrichtung (2; 43) zum Reinigen von Oberflächen (4) von Funktionseinheiten
(6), insbesondere zylinderförmigen oder kuppelförmigen Garraumbeleuchtungen (12) und/oder
-kameraoptiken (46), im Garraum (14) eines Gargeräts (68), insbesondere Backofens,
mit:
einer Haltevorrichtung (8; 44) zum reversiblen Positionieren und Fixieren der Reinigungsvorrichtung
(2; 43) im Garraum (14); und
einem becher- odertaschenförmigen Reservoir (16; 48) mit Öffnung (18; 50) zur Aufnahme
und Abgabe eines Reinigungsmittels;
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Innenkontur (20) des Reservoirs (16; 48) über einen in den Garraum (14) frei
vorstehenden Abschnitt einer Funktionseinheit (6) diese umschließend überstülpbar
ist und
die Haltevorrichtung (8; 44) das Reservoir (16; 48) an der Funktionseinheit (6) und/oder
einer Oberfläche des Garraums (14), insbesondere an einem Wandabschnitt (24), fixiert.
2. Reinigungsvorrichtung (2; 43) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein ringförmiges Dichtungselement (26; 62), insbesondere eine Dichtlippe, entlang
des Innenumfangs an einem Abschnitt der Innenkontur des Reservoirs (16; 48) angeordnet
ist.
3. Reinigungsvorrichtung (2; 43) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Dichtungselement (26; 62) ein Untermaß gegenüber einem Außenumfang der Funktionseinheit
(6) aufweist, und in einer auf die Funktionseinheit (6) übergestülpten Position den
Außenumfang der Funktionseinheit (6) umschließt und eine fluiddichte und kraftschlüssige
Verbindung ausbildet.
4. Reinigungsvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch eine Trennwand (28), die als Haltevorrichtung (8) fungiert, die in vertikaler Richtung
zu einem Rand (30) der Öffnung (18) des Reservoirs (16) beabstandet ist und parallel
zum Boden (32) des Reservoirs (16) verläuft, wobei die Trennwand (28) eine Trennwandöffnung
(34) aufweist, die ein Untermaß gegenüber einem Außenumfang der Funktionseinheit (6)
aufweist und deren Mittelachse mit der Mittelachse der Reservoiröffnung (18) fluchtet
und wobei die Trennwand (28) an einem Ende über eine bogenförmige Spange (36) mit
einem Abschnitt des Randes (30) der Reservoiröffnung (18) verbunden ist.
5. Reinigungsvorrichtung (2) nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch eine Fluid-Fangschale (38), die im Innenumfang der bogenförmigen Spange (36) ausgebildet
und deren Fluid-Fangschalen-Öffnung (40) senkrecht zur Mittelachse des Reservoirs
(16) ausgerichtet ist.
6. Reinigungsvorrichtung (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoir (16) an seiner Innenkontur (20) eine entlang des Innenumfangs verlaufende
Sicke (42) zur Füllstandsbestimmung aufweist.
7. Reinigungsvorrichtung (43) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Reservoir (50) ein kompressibler Reinigungsmittel-Einsatz (52) zur Aufnahme, Rückhaltung
und Abgabe eines Reinigungsmittels angeordnet ist, der unter Kompression Fluid abgibt.
8. Reinigungsvorrichtung (43) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass in einem aufgedickten Randabschnitt (54) der Reservoiröffnung (50), der parallel
zum Reservoirboden verläuft, mindestens ein Magnet (56), der als Haltevorrichtung
(44) fungiert, zum kraftschlüssigen Verbinden der Reinigungsvorrichtung (43) an eine
metallische Oberfläche (60) eingebaut ist.
9. Reinigungsvorrichtung (43) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Magnet (56) im aufgedickten Randabschnitt (54) eingelassen ist,
sodass die Magnetoberfläche zumindest bündig mit einer Oberfläche des Randabschnittes
(58), die zur verbindenden metallischen Oberfläche (60) gewandt ist, verläuft.
10. Verfahren zur Reinigung von Oberflächen (4) von Funktionseinheiten (6), vorzugsweise
zylinderförmigen oder kuppelförmigen Garraumbeleuchtungen (12) und/ oder - kameraoptiken
(46), im Garraum (14) eines Gargeräts (68) mit einer Reinigungsvorrichtung (2; 43)
nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit den Schritten:
- Befüllen des Reservoirs (16; 48) mit einer Reinigungsflüssigkeit oder Einsetzen
des mit Reinigungsmittel beladenen Reinigungsmittel-Einsatzes (52) in das Reservoir
(48);
- Anbringen des Reservoirs (16; 48) an einem vorstehenden Abschnitt einer Funktionseinheit
(6), indem das Reservoir (16; 48) über den vorstehenden Abschnitt der Funktionseinheit
(6) übergestülpt wird und den vorstehenden Abschnitt, vorzugsweise fluiddicht, einkapselt;
- vollständiges und permanentes Benetzen der im Reservoir (16; 48) Innenraum eingekapselten
Funktionsoberfläche (4) mit Reinigungsmittel.