[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Durchlauferhitzers, einen
Durchlauferhitzer und ein Computerprogramm.
[0002] Durchlauferhitzer weisen in der Regel eine Heizeinrichtung mit einer Heizwendel oder
mindestens einem Heizstab auf, die elektrischen Strom in Wärmeenergie umwandeln und
an das zu erhitzende Wasser abgeben. Insbesondere bei Durchlauferhitzern kann dabei
eine hohe Leistung von mehr als 15 kW [Kilowatt] umgesetzt werden. Ein derartiger
Durchlauferhitzer ist beispielsweise in der
EP 3 702 694 A1 und in der
DE 35 46 214 A1 beschrieben.
[0003] Hierbei können Heizwendel/Heizstäbe zum Einsatz kommen, die mit Wechselstrom [AC]
betrieben werden. Aufgrund der hohen elektrischen Leistungen werden Durchlauferhitzer
häufig mit einem dreiphasigen, auch als Drehstrom bezeichneten, Anschluss betrieben.
Allgemein können in einem dreiphasigen Stromnetz asymmetrische Belastungen auftreten,
die häufig durch einphasige Verbraucher im Netz ausgelöst werden. Die jetzigen Durchlauferhitzer
modulieren die TRIACs immer mit gleichen Mustern auf den einzelnen Phasen an. Diese
asymmetrischen Belastungen des dreiphasigen Stromnetzes können zu einer Schieflast
im Stromnetz führen, die wiederum zu einer Erwärmung von Kraftwerksteilen, insbesondere
Transformatoren und Generatoren führen kann, die mit einer Minderung der Energieeffizienz
einhergeht, und sogar Beschädigungen der Kraftwerksteile verursachen kann.
[0004] Zudem können nachteilige Auswirkungen auf die elektromagnetische Verträglichkeit
(EMV) der Geräte entstehen, weil Flicker und harmonische Oberwellen auftreten können,
die einen Einsatz kostenintensiver EMV-Filter notwendig machen.
[0005] Elektro-Durchlauferhitzer haben typische Leistungen zwischen 18 kW und 27kW. So ergeben
sich Ströme zwischen 26 A [Ampere] und 39 A bei einem 3-Phasen-Netz (400V [Volt]).
[0006] Bei einer Neuinstallation werden die Leitungen und Absicherungen entsprechend der
vorliegenden Leistung des Durchlauferhitzers ausgelegt. Die Auslegung der Kabel erfolgt
insbesondere so, dass die Spannung bei maximal Last weniger als 3% einbricht
[0007] Bei bestehenden Anlagen wird der Elektro-Durchlauferhitzer üblicherweise so ausgelegt,
dass dieser zur bestehenden Gebäude-Installation (Absicherung, Kabelquerschnitt) passt.
Dies ist aber oft schwierig, weil die elektrischen Kabel in der Wand verlaufen und
man nur die Kabelenden der Kabel sehen kann. Außerdem liegt oft keine Information
darüber vor, ob die Kabel ggf. verlängert, neu verlegt, repariert, etc. wurden. Zudem
erkennt man auch nicht den Zustand der Leitungen in der Wand. Somit kann es vorkommen,
dass die Leitungen zum Elektro-Durchlauferhitzer unterdimensioniert sind. Dadurch
kann ein Risiko bestehen, die Leitungen im Betrieb des Elektro-Durchlauferhitzer stärker
als gewünscht / erlaubt zu belasten.
[0008] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betreiben eines
Durchlauferhitzers, einen Durchlauferhitzer und ein Computerprogramm vorzuschlagen,
die die geschilderten Probleme des Standes der Technik zumindest teilweise überwindet.
Insbesondere soll das Verfahren und der Durchlauferhitzer Maßnahmen ermöglichen, mit
denen eine asymmetrische Netzbelastung bzw. Schieflast (insbesondere aufgrund von
unerwarteten bzw. verschiedenen Kabelzuständen) möglichst frühzeitig erkannt und ggf.
auch weitestgehend vermieden oder sogar kompensiert werden kann.
[0009] Diese Aufgaben werden gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der hier vorgeschlagenen Lösung sind in den unabhängigen
Ansprüche angegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass die in den abhängigen Ansprüchen
aufgeführten Merkmale in beliebiger, technologisch sinnvoller, Weise miteinander kombiniert
werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren. Darüber hinaus
werden die in den Ansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert
und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt
werden.
[0010] Hierzu trägt ein Verfahren zum Betreiben eines Durchlauferhitzers bei, der zu einem
Betreiben an einem dreiphasigen Stromnetz eingerichtet ist und das Verfahren zumindest
die folgenden Schritte umfasst:
- a) Inbetriebnehmen des Durchlauferhitzers,
- b) Durchführen einer Spannungsmessung zur Identifikation von Spannungsdifferenzen
bezüglich der drei Phasen,
- c) Initiieren des Heizbetriebs des Durchlauferhitzers, wenn die in Schritt b) gemessene
Spannungsdifferenz unterhalb eines vorgegebenen Grenzwertes liegt.
[0011] Der Durchlauferhitzer kann einen Zulauf für Kaltwasser, einen Heizblock, einen Auslauf
für Warmwasser und ein Regel- und Steuergerät aufweisen. Über den Zulauf Kaltwasser
kann dem Durchlauferhitzer Kaltwasser zugeführt werden, dass in dem Heizblock, geregelt
oder gesteuert durch das Regel- und Steuergerät erwärmt und dem Auslauf für Warmwasser
zur Entnahme zugeführt wird. Dabei kann in Kenntnis der Durchflussmenge des zu erwärmenden
Wassers sowie der Temperatur des zugeführten Kaltwassers und der Zielauslauftemperatur
eine, zur Erwärmung aus die Zielauslauftemperatur notwendige elektrische Leistung
bestimmt und gesteuert werden. Es kann zudem auch im Auslauf für Warmwasser ein Temperatursensor
angeordnet sein, der eine (zusätzliche) Regelung einer Zielauslauftemperatur ermöglichen
kann.
[0012] Der Durchlauferhitzer kann zum Betreiben an einem dreiphasigen Stromnetz eingerichtet
sein. Insbesondere kann der Durchlauferhitzer eine symmetrische Beschaltung der drei
Phasen aufweisen, wobei die Phasen mittels leistungselektronischer Bauelemente, beispielsweise
TRIACs geschaltet werden können. Hierbei kann insbesondere eine Sternschaltung oder
eine Dreiecksschaltung zur Anwendung kommen
. Aufgrund eines geringeren mechanischen Aufwands bei der Verschaltung ist die Sternschaltung
besonders bevorzugt.
[0013] Das widerstandsbasierte Heizelement kann insbesondere eine Heizwendel oder ein Heizstab
oder eine Mehrzahl derselben sein, dazu eingerichtet elektrischen Strom in Wärmeenergie
umzuwandeln, um diese an einen Massestrom des zu erwärmenden Wassers abzugeben. Das
Heizelement kann in der Regel in direktem Kontakt mit dem zu erwärmenden Wasser gebracht
werden, womit kurze Reaktionszeiten der Heizeinrichtung realisierbar sind. Hierfür
sind z.B. Heizdrähte bekannt.
[0014] Das widerstandsbasierte Heizelement besteht zumindest teilweise aus einem elektrisch
leitfähigen Material, wobei derartige Materialien in Vielzahl bekannt sind, beispielsweise
finden Metalllegierungen wie Nickel-Kupferlegierungen, Chromstähle oder Nickel-Chromlegierungen
häufig Anwendung. Ein Heizelement kann sich im Rahmen dieser Ausführungen auf ein
einzelnes Heizelement oder eine Vielzahl von redundanten Heizelementen beziehen.
[0015] Gemäß Schritt a) kann eine Inbetriebnahme des Durchlauferhitzers erfolgen. Die Inbetriebnahme
kann insbesondere durch Öffnen einer Entnahmestelle (Wasserhahn), die mit einem Warmwasserauslauf
des Durchlauferhitzers verbunden ist, initiiert werden. Ein Durchflusssensor kann
den, den Durchlauferhitzer durchströmenden Massestrom Wasser erkennen, und einem Regel-
und Steuergerät des Durchlauferhitzers übermitteln. Das Regel- und Steuergerät kann
nun, beispielsweise durch Ansteuerung von TRIACs die Heizelemente bzw. den Heizblock
mit elektrischer Energie beaufschlagen, sodass an dem Warmwasserauslauf auf eine Zieltemperatur
erwärmtes Wasser entnommen werden kann.
[0016] Gemäß Schritt b) wird mindestens eine Spannungsmessung zur Identifikation von Spannungsdifferenzen
bezüglich der drei Phasen des Stromnetzes durchgeführt. Es ist beispielsweise möglich,
dass die Spannungsdifferenz zwischen mindestens zwei Phasen oder sogar hinsichtlich
aller Phasen (zueinander) gemessen wird. Es ist zudem möglich, dass in Schritt a)
eine Spannung an dem Durchlauferhitzer anliegt bzw. diese so eingestellt ist, dass
diese niedriger als bei einem Heizbetrieb ist. Zumindest eine der Spannungsmessungen
kann im so genannten "Standby-Betrieb" des Durchlauferhitzers erfolgen. Weiter kann
ein "Start-Betrieb" vorgesehen sein, bei dem am Durchlauferhitzer eine elektrische
Spannung anliegt bzw. diese so eingestellt ist, dass diese höher als die im "Standby-Betrieb"
aber niedriger als bei einem Heizbetrieb ist. Es ist möglich, die Spannungsmessung
einzeln für die Phasen auszuführen und/oder für mindestens zwei oder sogar alle drei
Phasen gemeinsam.
[0017] Die gemessenen Werte der Spannung bzw. der Spannungsdifferenz können gespeichert
und oder verarbeitet werden. Insbesondere können Differenzen und/oder Vergleiche automatisch
ausgeführt werden. Es ist möglich, dass der Durchlauferhitzer mit einer Recheneinheit
und/oder einem Datenspeicher interagiert, um eine Bewertung der gemessenen bzw. (auf
Basis von gemessenen Spannungswerten) berechneten Spannungsdifferenz vorzunehmen.
Hierbei können starre oder veränderliche Grenzwerte eingelesen, abgerufen und/oder
verarbeitet werden, die z. B. nutzerseitig vorgegeben sind.
[0018] Gemäß Schritt c) erfolgt das Initiieren des Heizbetriebs des Durchlauferhitzers (erst
dann), wenn die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz unterhalb eines vorgegebenen
Grenzwertes liegt. Somit wird hier (zumindest einmalig) vor dem Start des Heizbetriebs
die Qualität des dreiphasigen Stromnetzes überprüft, insbesondere direkt durch den
angeschlossenen Durchlauferhitzer.
[0019] Es ist bevorzugt, dass die Schritte mit der hier angegebenen Reihenfolge zumindest
einmalig (z. B. nach einer Nachrüstung bzw. Erstinstallation) eines neuen Durchlauferhitzers
ausgeführt werden. Es ist möglich, dass dieses Verfahren bei jedem (nachfolgenden)
Start des Durchlauferhitzers ausgeführt wird. Es ist möglich, dass Schritt b) und/oder
Schritt c) häufiger ausgeführt werden, als Schritt a). Es ist möglich, dass die Schritte
a), b) und/oder c) zumindest zeitweise überlagernd ausgeführt werden. Es ist möglich,
dass der Schritt b) mit einer vorgegebenen und/oder variablen Wiederholfrequenz ausgeführt
wird, insbesondere hinsichtlich weiterer Startvorgänge und/oder einem länger anhaltenden
Schritt c). Es ist also demnach insbesondere möglich, dass nach einer ersten Ausführung
des Schrittes b) dieser mehrmals wiederholt wird, während Schritt c) und/oder dieser
nicht bei jedem nachfolgenden Schritt a) ausgeführt werden muss.
[0020] Es ist möglich, dass der Heizbetrieb des Durchlauferhitzers blockiert wird, wenn
die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz oberhalb eines vorgegebenen Grenzwertes
liegt. Es kann hierbei eine Blockierung und/oder Abschaltung des Durchlauferhitzers
eingerichtet werden, wobei im ersten Fall "nur" die Funktion des Heizbetriebs deaktivierbar
ist und im letzten Fall der Durchlauferhitzer in einen Zustand "Notaus" überführt
werden kann. In welchem Maße die Funktionalität des Durchlauferhitzers (vorübergehend)
deaktiviert wird, kann in Relation zum Maß der Überschreitung des vorgegebenen Grenzwertes
der Spannungsdifferenz und/oder deren Ausmaß über die Anzahl der Phasen erfolgen.
[0021] Eine (elektrische) Leistung des Heizbetriebs des Durchlauferhitzers kann limitiert
bzw. reduziert werden, wenn die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz innerhalb
eines vorgegebenen Toleranzbereichs liegt. Der starre oder variable Toleranzbereich
kann vom Nutzer und/oder der Einrichtung des Durchlauferhitzers abhängig bzw. vorbestimmt
sein. In welchem Maße die Funktionalität des Durchlauferhitzers limitiert wird, kann
in Relation zum Maß der Überschreitung des vorgegebenen Grenzwertes der Spannungsdifferenz
und/oder deren Ausmaß über die Anzahl der Phasen erfolgen. Insbesondere ist möglich,
dass mehrere, ggf. aneinander angrenzende Sub-Toleranzbereiche vorgesehen sind, die
unterschiedliche Limitierungen zur Folge haben können. Die elektrische Leistung wird
insbesondere begrenzt, damit der Spannungsabfall und somit die Verlustleistung auf
den Leitungen innerhalb einer vorgegebenen Spezifikation bleibt.
[0022] Die (elektrische) Leistung kann ggf. phasendiskret limitiert werden, also zum Beispiel
nur für eine bzw. jede der drei Phasen, für zwei Phasen und/oder für alle drei Phasen.
Die Limitierungen können ggf. auch nachgehalten oder kommuniziert werden.
[0023] Es ist möglich, dass Schritt b) auch in bzw. während Schritt c) ausgeführt wird.
Beim Heizen kann also (gleichzeitig) die Spannung kontinuierlich und/oder intermittierend
weiter gemessen werden. Wenn eine Spannungsdifferenz vor dem Heizen und die Spannung
beim Heizen (ΔU = U
Standby - U
Betrieb) zu groß ist, kann eine vorbestimmte Aktion ausgeführt werden.
[0024] Es kann ein Messergebnis aus Schritt b) und/oder eine (mechanische oder elektronische)
Einstellung des Heizbetriebes gemäß Schritt c) angezeigt werden. Es ist natürlich
auch möglich, dass nicht ein Messwert selbst sondern ein davon abgeleitetes Messsymbol
angezeigt wird, beispielsweise ein wertendes Messymbol wie eine grüne Lampe für "
Spannungsdifferenz okay" und eine rote Lampe für
"Spannungsdifferenz liegt deutlich oberhalb des Grenzwertes". Sollte eine Funktionalität des Durchlauferhitzers blockiert, deaktiviert oder eingeschränkt
sein, kann dies auch anhand eines geeigneten Anzeigemittels dem Nutzer und/oder Betreiber
vor Ort und/oder über ein Netzwerk entfernt bereitgestellt werden.
[0025] Es kann (auch) eine Information über die Phasenqualität auf Basis des Schrittes b)
ausgegeben werden. Die Homogenität bzw. das Maß der bestimmten Spannungsdifferenz
kann unmittelbar Rückschlüsse auf die Qualität der Kabel in den Wänden der Gebäude
zulassen. Daher können ggf. Informationen über Ausfall- und/oder Überlastungsrisiken,
Wartungs- oder Reparaturerfordernisse oder dergleichen kommuniziert werden, wieder
entweder vor Ort und/oder über ein Netzwerk.
[0026] Insbesondere können folgende Aktionen (automatisch) angestoßen werden, wenn eine
zu große Spannungsdifferenz ermittelt wird:
- i. Wenn eine Anzeige vorhanden ist, kann eine Meldung angezeigt werden, dass die (jeweilige(n))
Leitung(en) überlastet sind/werden.
- ii. Man begrenz die elektrische Leistung, damit der Spannungsabfall (ΔU) und somit
die Verlustleistung auf den Leitungen innerhalb einer vorgegebenen Spezifikation bleibt.
- iii. Wenn der Spannungsabfall zu groß ist, kann der Elektro-Durchlauferhitzer abgeschaltet
werden.
- iv. Wenn eine Anzeige vorhanden ist und wenn der Spannungsabfall nur auf einer Leitung
zu groß ist (z.B. nur der Leitung L2), wird eine Meldung angezeigt, dass ein Problem
mit einer Leitung, nämlich L2, besteht
- v. Wenn der Spannungsabfall nur auf einer Leitung zu groß ist (z.B. nur L2), wird
nur bei dieser Leitung die (elektrische) Leistung begrenzt.
[0027] Zudem kann ein Erfassen einer (momentanen) Belastung jeder Phase anhand der jeweils
anliegenden elektrischen Spannung erfolgen. Hierzu kann beispielsweise die an jeder
Phase anliegende elektrische Spannung gemessen werden. Dabei können Abweichungen der
Spannungen der einzelnen Phasen auf eine Schieflast hinweisen.
[0028] Es ist auch möglich, dass der Durchlauferhitzer so betrieben wird, dass Phasen, bei
denen in Schritt b) eine zu große Spannungsdifferenz ermittelt wurde, gering(er) oder
nicht belastet werden. Mit anderen Worten kann mindestens eine Phase, bei der im Rahmen
der Durchführung des Schrittes b) eine erhöhte Belastung festgestellt wurde, gezielt
geringer belastet werden. Dabei versteht sich, dass zum Erreichen der Zieltemperatur
für das erwärmte Wasser die anderen Phasen bzw. mindestens eine andere Phase gegebenenfalls
höher belastet werden müssen. Hierbei kann bei einer Belastung des Durchlauferhitzers
von weniger als 100% (der Nennbelastung, maximalen Belastbarkeit), die Phase, bei
der in Schritt b) eine erhöhte Belastung festgestellt wurde, entsprechend geringer
belastet, wobei die beiden anderen Phasen entsprechend höher belastet werden. Mit
anderen Worten können die drei Phasen asymmetrisch belastet werden, wobei die Phase,
bei der in Schritt b) eine geringere Belastung festgestellt wurde, geringer belastet
werden kann. Um ein Erreichen der Zielauslauftemperatur zu gewährleisten, kann die
in Schritt b) als belastet festgestellte Phase dabei soweit belastet werden, dass
bei einer Belastung von 100% der anderen beiden Phasen die für ein Erreichen der Zielauslauftemperatur
notwendige Leistung erreicht werden kann.
[0029] Beispielsweise kann bei einer Leistungsanforderung von 50% an den Durchlauferhitzer,
eine als belastet festgestellte Phase gar nicht belastet werden und die beiden anderen
Phasen mit jeweils 75%. Alternativ wäre (auch) eine Belastung der in Schritt b) als
belastet festgestellten Phase mit 30% und der beiden anderen mit jeweils 60% möglich.
Die Festlegung der Lastverteilung kann insbesondere im Hinblick auf eine Vermeidung
von Flicker und/oder einem Erreichen der gewünschten Zielauslautemperatur erfolgen.
Bei einigen Verschaltungen der drei Phasen ist die Leistungsaufnahme von zwei Phasen
immer gleich, wobei (nur) die der dritten Phase moduliert werden kann. Die beiden
Phasen mit gleicher Leistungsaufnahme können im Rahmen der Durchführung von Schritt
c) mit Nennleistung betrieben werden und die dritte (in Schritt b) als belastet festgestellte
Phase) mit geminderter (modulierter) Leistung betrieben werden, insbesondere mittels
einer Pulsweitenmodulation (PWM). Für eine derartige Verschaltung gibt die nachfolgende
Tabelle verschiedener einstellbarer Leistungen der drei Phasen P1, P2, P3 in Abhängigkeit
einer (der Zielauslauftemperatur entsprechenden) Gesamtleistung P
Ges und einen resultierenden maximal erreichbaren Leistungsunterschied ΔP an:
| PGes [%] |
P1 [%] |
P2 [%] |
P3 [%] |
ΔP [%] |
| 100,0 |
100,0 |
100,0 |
100,0 |
0,0 |
| 90,0 |
100,0 |
100,0 |
70,0 |
30,0 |
| 80,0 |
100,0 |
100,0 |
40,0 |
60,0 |
| 70,0 |
100,0 |
100,0 |
10,0 |
90,0 |
| 66,7 |
100,0 |
100,0 |
0,0 |
100,0 |
| 60,0 |
90,0 |
90,0 |
0,0 |
100,0 |
| 50,0 |
75,0 |
75,0 |
0,0 |
100,0 |
| 40,0 |
60,0 |
60,0 |
0,0 |
100,0 |
| 30,0 |
45,0 |
45,0 |
0,0 |
100,0 |
| 20,0 |
30,0 |
30,0 |
0,0 |
100,0 |
| 10,0 |
15,0 |
15,0 |
0,0 |
100,0 |
[0030] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Regel- und Steuergerät für einen Durchlauferhitzer
vorgeschlagen, eingerichtet zur Durchführung eines hier vorgeschlagenen Verfahrens.
Das Regel- und Steuergerät kann hierzu beispielsweise einen Prozessor aufweisen, und/
oder über diesen verfügen. In diesem Zusammenhang kann der Prozessor beispielsweise
das auf einem Speicher (des Regel- und Steuergeräts) hinterlegte Verfahren ausführen.
Das Regel- und Steuergerät kann hierfür insbesondere mit einem Durchflusssensor, dem
Heizblock bzw. den Heizelementen, einem Temperatursensor Kaltwasser und/ oder im Warmwasserauslauf
elektrisch verbunden sein.
[0031] Nach einem weiteren Aspekt wird ein Durchlauferhitzer vorgeschlagen, eingerichtet
zum Betrieb an einem dreiphasigen Stromnetz und umfassend Mittel zur Durchführung
eines hier vorgeschlagenen Verfahrens. Der Durchlauferhitzer kann insbesondere einen
Durchflusssensor zum Erfassen des durchströmenden Masse- oder Volumenstromes Wasser,
einen Temperatursensor zum Erfassen einer Kaltwassertemperatur und/ oder einer Auslauftemperatur
des Wassers aus dem Warmwasserauslauf, einen Heizblock bzw. ein oder mehrere Heizelemente
und ein Regel- und Steuergerät aufweisen.
[0032] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein Computerprogramm vorgeschlagen, welches
zur (zumindest teilweisen) Durchführung eines hier vorgestellten Verfahrens eingerichtet
ist. Dies betrifft mit anderen Worten insbesondere ein Computerprogramm (-produkt),
umfassend Befehle, die bei der Ausführung des Programms durch einen Computer, diesen
veranlassen, ein hier vorgeschlagenes Verfahren auszuführen. Das Computerprogramm
kann insbesondere auf einem Regel- und Steuergerät des Durchlauferhitzers durchgeführt
werden.
[0033] Nach einem weiteren Aspekt wird auch ein maschinenlesbares Speichermedium vorgeschlagen,
auf dem das Computerprogramm gespeichert ist. Regelmäßig handelt es sich bei dem maschinenlesbaren
Speichermedium um einen computerlesbaren Datenträger.
[0034] Die im Zusammenhang mit dem Verfahren erörterten Details, Merkmale und Ausgestaltungen
können entsprechend auch bei dem hier vorgeschlagenen Regel- und Steuergerät, dem
Durchlauferhitzer und/ oder dem Computerprogramm auftreten und umgekehrt. Insoweit
wird auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung der Merkmale vollumfänglich
Bezug genommen.
[0035] Hier werden somit ein Verfahren zum Betreiben eines Durchlauferhitzers, ein Durchlauferhitzer
und ein Computerprogramm angegeben, welche die mit Bezug auf den Stand der Technik
geschilderten Probleme zumindest teilweise lösen. Insbesondere ermöglicht das Verfahren,
der Durchlauferhitzer, das Regel- und Steuergerät und das Computerprogramm Netzbelastungen
wie eine asymmetrische Phasenbelastung zu mindern oder sogar auszuschließen und auch
eine im Stromnetz vorhandene Schieflast zu kompensieren, wobei auftretendes Flicker
in einem zulässigem Rahmen begrenzt oder sogar gemindert werden kann.
[0036] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die angeführten
Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbesondere ist es, soweit nicht
explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten
Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestandteilen und Erkenntnissen aus der
vorliegenden Beschreibung zu kombinieren. Insbesondere ist darauf hinzuweisen, dass
die Figuren und insbesondere die dargestellten Größenverhältnisse nur schematisch
sind. Es zeigen:
Fig. 1: einen hier vorgeschlagenen Durchlauferhitzer, und,
Fig. 2: ein Schaltbild eines hier vorgeschlagenen Durchlauferhitzers in einem dreiphasigen
Stromnetz.
[0037] Fig. 1 zeigt beispielshaft und schematisch einen hier vorgeschlagenen Durchlauferhitzer
1. Durch einen Zulauf Kaltwasser 2 wird zu erwärmendes Wasser in den Durchlauferhitzer
1 eingespeist und ein Durchflusssensor 3 kann dessen Massestrom erfassen und ein Temperatursensor
11 kann eine Temperatur des in den Zulauf Kaltwasser 2 einströmenden Kaltwassers erfassen,
wobei die erfassten Signale dem Regel- und Steuergerät 4 übermittelt werden können.
Das erwärmte Wasser kann aus dem Durchlauferhitzer 1 aus einem Warmwasserauslauf 8
entnommen werden. Das Regel- und Steuergerät 4 kann mit einer Schalteinheit 12 verbunden
sein, die dazu eingerichtet sein kann, die Spannung der drei Phasen eines Netzanschlusses
10 zur Energieversorgung des Durchlauferhitzers 1 zu steuern und zu schalten.
[0038] Das Regel- und Steuergerät 4 kann zudem mit einem Bedienteil 9 verbunden sein, an
dem ein Nutzer verschiedene Betriebsparameter, beispielsweise die Zielauslauftemperatur,
auf die der Durchlauferhitzer 1 das Wasser erwärmt, einstellen kann.
[0039] Das Regel- und Steuergerät 4 kann zudem mit einem motorgesteuerten Ventil 7 verbunden
sein, das den Wasserdurchfluss durch den Durchlauferhitzer 1 (stufenlos) reduzieren
kann. So kann mittels einer Reduktion des Wasserdurchflusses das Erreichen einer Zielauslauftemperatur
gewährleistet werden. Zudem weist der Durchlauferhitzer 1 Heizelemente 6 auf, die
in einem Heizblock 5 angeordnet sein können. Die Heizelemente 6 können eine Vielzahl
von Widerstandsheizdrähten (Heizdrähten) aufweisen.
[0040] Fig. 2 zeigt beispielhaft und schematisch ein Schaltbild eines hier vorgeschlagenen
Durchlauferhitzers 1 in einem dreiphasigen Stromnetz 15. Das Stromnetz 15 kann einen
Transformator 13 aufweisen, insbesondere einen Niederspannungs-Transformator 13, der
Hochspannung aus einer Hochspannungsleitung für das Stromnetz 15 transformiert und
eine Erdung 14 aufweist. Das Stromnetz 15 kann dreiphasig sein und eine erste Phase
17, eine zweite Phase 18 und eine dritte Phase 19 mit jeweils einer Leitung und eine
PEN- (protective earth neutral) Leitung 20 aufweisen. Beispielweise können durch einen
im Stromnetz 15 angeschlossenen einphasigen Verbraucher 16 die Phasen 17, 18, 19 ungleich
belastet, also eine Schieflast entstanden sein. Vorliegend ist der einphasige Verbraucher
16 an der zweiten Phase 18 angeschlossen. Es ist möglich, mittels eines Spannungsmessgerätes
die aktuell anliegende Spannung bezüglich jeder der Phasen zu bestimmen, entweder
zueinander und/oder unter verschiedenen Leistungsbedingungen des Durchlauferhitzers
1.
[0041] Der Durchlauferhitzer 1 kann nach einer Inbetriebnahme gemäß Schritt a) eine Spannungsmessung
zur Identifikation von Spannungsdifferenzen bezüglich der drei Phasen 17, 18, 19 ausführen
(Schritt b)) und schließlich den Heizbetrieb des Durchlauferhitzers 1 initiieren,
beschränken und/oder blockieren, je nachdem wie sich die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz
bezüglich eines vorgegebenen Grenzwertes verhält.
[0042] Vorsorglich sei angemerkt, dass die hier verwendeten Zahlwörter ("erste", "zweite",
...) vorrangig (nur) zur Unterscheidung von mehreren gleichartigen Gegenständen, Größen
oder Prozessen dienen, also insbesondere keine Abhängigkeit und/oder Reihenfolge dieser
Gegenstände, Größen oder Prozesse zueinander zwingend vorgeben. Sollte eine Abhängigkeit
und/oder Reihenfolge erforderlich sein, ist dies hier explizit angegeben oder es ergibt
sich offensichtlich für den Fachmann beim Studium der konkret beschriebenen Ausgestaltung.
Soweit ein Bauteil mehrfach vorkommen kann ("mindestens ein"), kann die Beschreibung
zu einem dieser Bauteile für alle oder ein Teil der Mehrzahl dieser Bauteile gleichermaßen
gelten, dies ist aber nicht zwingend.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Durchlauferhitzer
- 2
- Zulauf Kaltwasser
- 3
- Durchflusssensor
- 4
- Regel- und Steuergerät
- 5
- Heizblock
- 6
- Heizelemente
- 7
- motorgesteuertes Ventil
- 8
- Warmwasserauslauf
- 9
- Bedienteil
- 10
- Netzanschluss
- 11
- Temperatursensor
- 12
- Schalteinheit
- 13
- Transformator
- 14
- Erdung Stromnetz
- 15
- Stromnetz
- 16
- einphasiger Verbraucher
- 17
- erste Phase
- 18
- zweite Phase
- 19
- dritte Phase
- 20
- PEN-Leitung
1. Verfahren zum Betreiben eines Durchlauferhitzers (1) eingerichtet zum Betreiben an
einem dreiphasigen Stromnetz (15), umfassend zumindest die folgenden Schritte:
a) Inbetriebnehmen des Durchlauferhitzers (1),
b) Durchführen einer Spannungsmessung zur Identifikation von Spannungsdifferenzen
bezüglich der drei Phasen (17, 18, 19),
c) Initiieren des Heizbetriebs des Durchlauferhitzers (1), wenn die in Schritt b)
bestimmte Spannungsdifferenz unterhalb eines vorgegebenen Grenzwertes liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei ein Heizbetrieb des Durchlauferhitzers (1) blockiert
wird, wenn die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz oberhalb eines vorgegebenen
Grenzwertes liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine Leistung des Heizbetriebs des Durchlauferhitzers
(1) limitiert wird, wenn die in Schritt b) bestimmte Spannungsdifferenz innerhalb
eines vorgegebenen Toleranzbereichs liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Leistung phasendiskret limitiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei Schritt b) auch in Schritt
c) ausgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei zumindest ein Messergebnis
aus Schritt b) oder eine Einstellung des Heizbetriebes gemäß Schritt c) angezeigt
wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei eine Information über die
Phasenqualität auf Basis des Schrittes b) ausgegeben wird.
8. Regel- und Steuergerät (4) eines Durchlauferhitzers (1), eingerichtet zur Durchführung
eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
9. Durchlauferhitzer (1), eingerichtet zum Betrieb an einem dreiphasigen Stromnetz (15)
und umfassend ein Regel- und Steuergerät (4) sowie Mittel zur Durchführung eines Verfahrens
nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
10. Computerprogramm, umfassend Befehle, die einen Durchlauferhitzer (1) nach Anspruch
9 dazu veranlassen, ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7 auszuführen.