[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren zur Reinigung eines synthetischen Rohölstroms
sowie Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms aus einem
organischen Material.
[0002] Synthetisches Rohöl, teilweise auch als Syncrude bezeichnet, kann aus unterschiedlichen
Prozessen gewonnen werden. Beispielsweise kann es sich bei synthetischem Rohöl um
Schieferöl handeln, welches durch Pyrolyse aus Ölschiefer gewonnen wird. Eine weitere
Quelle ist aus Ölsand gewonnene Kohlenwasserstoffe, insbesondere Bitumen, aus welchen
durch Upgrading synthetisches Rohöl erhalten werden kann. Darüber hinaus kann synthetisches
Rohöl auch aus Kunststoffmaterial, beispielsweise Kunststoffabfall, durch Cracken
hergestellt werden.
[0003] Synthetische Rohöle enthalten typischerweise unterschiedliche Verunreinigungen, welche
nachteilige Auswirkungen auf Raffinierungsprozesse und Raffinerieanlagen haben können
bzw. das Rohöl auch gänzlich ungeeignet für gewisse Raffinierungsprozesse machen können.
Art und Gehalt der Verunreinigungen können dabei je nach Quelle und Verfahren zur
Gewinnung des synthetischen Rohöls stark variieren.
[0004] Ein besonders großes Problem bei der Weiterverarbeitung von synthetischen Rohölen
stellt die sogenannte Gum-Bildung dar. Pyrolyseöle enthalten in der Regel unterschiedliche
chemische Verbindungen, die dazu neigen können, Ablagerungen zu bilden. Solche Ablagerungen
können in der Folge Raffinerieanlagen verstopfen oder anderweitig schädigen, den Reinigungsaufwand
erhöhen und die Lebensdauer von Anlagen verkürzen.
[0005] Das Problem der Gum-Bildung im Zusammenhang mit synthetischen Rohölen ist noch nicht
zufriedenstellend gelöst. Es besteht weiterhin ein Bedarf an Methoden, die Tendenz
zur Gum-Bildung von synthetischen Rohölen zu vermindern. Es ist daher eine Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, Verfahren zur Verfügung zu stellen, um die Gum-Bildung
von synthetischen Rohölen zu vermindern.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Reinigung eines synthetischen
Rohölstroms, das Verfahren umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des synthetischen Rohölstroms, wobei der synthetische Rohölstrom Dienverbindungen
enthält und eine Dien-Zahl von mindestens 0,1 g/100g aufweist;
- Inkontaktbringen des synthetischen Rohölstroms mit einem Schwefel-Strom enthaltend
mindestens eine Schwefelverbindung, um ein Gemisch zu bilden, wodurch zumindest ein
Teil der Dienverbindungen in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms, wobei die Dien-freien Produkte
im synthetischen Rohöl-Produktstrom gelöst vorliegen.
[0007] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
synthetischen Rohöl-Produktstroms aus einem organischen Material, vorzugsweise Kunststoffmaterial,
umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des organischen Materials, wobei das organische Material Dienverbindungen
aufweist;
- Zufügen einer schwefelhaltigen Zusammensetzung enthaltend mindestens eine Schwefelverbindung,
um ein Gemisch zu bilden;
- Zuführen des Gemisches in einen Depolymerisationsreaktor und Depolymerisieren des
organischen Materials, wobei zumindest ein Teil der Dienverbindungen mit der mindestens
einen Schwefelverbindung reagiert und in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms, wobei die Dien-freien Produkte
im synthetischen Rohöl-Produktstrom gelöst vorliegen.
[0008] In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung eines
synthetischen Rohöl-Produktstroms aus einem organischen Material, vorzugsweise Kunststoffmaterial,
umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des organischen Materials, wobei das organische Material Dienverbindungen
und zumindest eine Schwefelquelle aufweist;
- Zuführen des organischen Materials in einen Depolymerisationsreaktor und Depolymerisieren
des organischen Materials, wobei aus der mindestens einen Schwefelquelle eine Schwefelverbindung
erhalten wird und wobei zumindest ein Teil der Dienverbindungen mit der Schwefelverbindung
reagiert und in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms, wobei die Dien-freien Produkte
im synthetischen Rohöl-Produktstrom gelöst vorliegen.
[0009] Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung hat sich herausgestellt, dass synthetische
Rohöle insbesondere dann vermehrt zur Gum-Bildung neigen, wenn sie einen hohen Gehalt
an Dienverbindungen aufweisen. Reaktive Diene können also als Gum-Bildner wirken und
zu schädlichen Ablagerungen in Raffinerieanlagen führen. Beispielsweise können Diene
teilweise Diels-Alder-Reaktionen eingehen und dadurch zu Vernetzungen zwischen Molekülen
und schlussendlich zu Ablagerungen führen. Außerdem können Diene mit Katalysatoren
in Hydrieranlagen stabile Komplexe bilden. Es hat sich im Rahmen der Erfindung daher
als günstig herausgestellt, den Dien-Gehalt von synthetischen Rohölen zu reduzieren.
[0010] Im erfindungsgemäßen Verfahren wird dies dadurch erreicht, dass der synthetische
Rohölstrom mit einem Schwefel-Strom enthaltend mindestens eine Schwefelverbindung
umgesetzt wird, um die Dienverbindungen in lösliche Dien-freie Produkte zu überführen.
Die Dien-freien Produkte können danach im Rohölstrom gelöst vorliegen. Die Reaktionsprodukte
müssen vor einer Weiterverarbeitung, beispielsweise in einer Hydrieranlage, daher
nicht entfernt werden. Die vorliegende Erfindung ermöglicht es daher, vereinfacht
gesagt, problematische Dienverbindungen in einem einzigen Schritt zumindest teilweise
unschädlich zu machen, ohne dass weitere Aufreinigungsschritte zur Entfernung der
Dienverbindungen bzw. Reaktionsprodukte davon erforderlich wären. Stattdessen können
die Dien-freien Produkte einfach im synthetischen Rohöl-Produktstrom verbleiben. Der
synthetische Rohöl-Produktstrom weist dabei einen geringeren Dien-Gehalt auf und neigt
daher in der Folge weniger zur Gum-Bildung. Der "synthetische Rohöl-Produktstrom"
kann auch als "gereinigter synthetischer Rohölstrom" bezeichnet werden.
[0011] Die Verwendung von schwefelhaltigen Verbindungen zur Entfernung von Olefinen aus
Kohlenwasserstoffprodukten ist in allgemeiner Form aus dem Stand der Technik bekannt.
So beschreibt die
WO 2021/021449 A1 Verfahren zur Entfernung von Olefinen aus leichten Kohlenwasserstoffströmen durch
Mercaptanisierung mit Schwefelwasserstoff in Anwesenheit eines Katalysators. Dabei
sollen Olefine in Mercaptane überführt werden, die anschließend in einem sogenannten
MEROX Prozessschritt oxidiert und schließlich abgetrennt werden sollen. Die
WO 2021/021449 A1 bezieht sich jedoch weder auf die Behandlung von synthetischen Rohölen, noch auf
die im Zusammenhang mit der Gum-Bildung besonders problematischen Dienverbindungen.
[0012] Die vorliegende Erfindung beruht zudem auf einem vollkommen anderen Ansatz. Es hat
sich herausgestellt, dass in einem synthetischen Rohölstrom enthaltene Dienverbindungen
durch die Umsetzung mit Schwefelverbindungen direkt in Dien-freie Produkte überführt
werden können, die im synthetischen Rohölstrom löslich sind und darin verbleiben können.
Somit ist es sogar möglich, den erhaltenen synthetischen Rohöl-Produktstrom direkt
weiterzuverarbeiten, beispielsweise in einer Hydrieranlage, ohne dass zusätzliche
Reinigungs- oder Abtrennungsschritte erforderlich wären.
[0013] Im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms
aus einem organischen Material werden Schwefelverbindungen dem organischen Material
bereits vor der Depolymerisation zugefügt bzw. ist eine Schwefelquelle bereits im
organischen Material enthalten. Dies ermöglicht es, Dienverbindungen bereits während
der Pyrolyse in Dien-freie Produkte zu überführen, welche im daraus erhaltenen synthetischen
Rohöl-Produktstrom gelöst vorliegen. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass die
hohen Temperaturen während der Depolymerisation auch für die Umsetzung der Dienverbindungen
genutzt werden können und dass keine spätere separate Zugabe von Schwefelverbindungen
erforderlich ist.
[0014] Besonders vorteilhaft ist es, wenn im organischen Material bereits eine Schwefelquelle
enthalten ist. In diesem Fall kann die Schwefelverbindung durch die hohen Temperaturen
während der Depolymerisation freigesetzt werden. Wenn also ein organisches Material
gewählt bzw. zusammengestellt wird, welches neben den Dienverbindungen bereits eine
Schwefelquelle enthält, hat dies den Vorteil, dass keine gesonderte Zugabe einer schwefelhaltigen
Zusammensetzung erforderlich ist.
[0015] Bei der Schwefelquelle kann es sich um jegliche Substanz handeln, aus der während
der Depolymerisation eine Schwefelverbindung wie hierin definiert, also etwa ein Thiol
oder Schwefelwasserstoff, erhalten werden kann. In einer Ausführungsform kann es sich
bei der Schwefelquelle um elementaren Schwefel handeln. In einer bevorzugten Ausführungsform
handelt es sich bei der Schwefelquelle um schwefelhaltige Polymere, vorzugsweise um
vulkanisierte Kunststoffe. Aus solchen Schwefelquellen können unter den Bedingungen
der Depolymerisation unter anderem Schwefelwasserstoff aber auch Mercaptane entstehen,
die in der Folge mit den im organischen Material enthaltenen Dienverbindungen reagieren
können, wie hierin beschrieben.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Konzentration der Schwefelquelle
(vorzugsweise der schwefelhaltigen Polymere, insbesondere der vulkanisierten Kunststoffe)
im organischen Material mindestens 0,05 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 0,1 Gew.-%,
mehr bevorzugt mindestens 0,2 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 0,5 Gew.-%, mehr bevorzugt
mindestens 1 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 2 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens
5 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 10 Gew.-%. Vorzugsweise beträgt die Konzentration
von 0,05 bis 60 Gew.-%, mehr bevorzugt von 0,1 bis 50 Gew.-%, mehr bevorzugt von 0,2
bis 40 Gew.-%, mehr bevorzugt von 0,5 bis 35 Gew.-%, mehr bevorzugt von 1 bis 30 Gew.-%,
mehr bevorzugt von 2 bis 25 Gew.-%, mehr bevorzugt von 5 bis 20 Gew.-%, mehr bevorzugt
von 10 bis 15 Gew.-%. Höhere Konzentrationen der Schwefelquelle haben den Vorteil,
dass während der Depolymerisation eine größere Menge an Schwefelverbindungen erhalten
wird und dass die Reaktion mit den Dienverbindungen daher noch begünstigt wird.
[0017] In der Folge werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Reinigung eines synthetischen Rohölstroms und der erfindungsgemäßen Verfahren
zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms aus einem organischen Material
gemeinsam beschrieben. So gelten in Bezug auf ein Verfahren beschriebene bevorzugte
Ausführungsformen, beispielsweise für den Dien-Gehalt oder für die Schwefelverbindungen,
auch für die anderen Verfahren als bevorzugt.
[0018] Bei den im synthetischen Rohölstrom bzw. im organischen Material enthaltenen Dienverbindungen
handelt es sich vorzugsweise um Verbindungen enthaltend konjugierte oder kumulierte
Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen, insbesondere konjugierte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindungen.
Solche Verbindungen neigen insbesondere zur Gum-Bildung, beispielsweise durch Diels-Alder
Reaktionen, und können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren besonders gut entfernt
werden.
[0019] Die Fachperson ist mit Methoden zur Bestimmung der Dien-Zahl vertraut. Vorzugsweise
wird die Dien-Zahl gemäß dem Standard ASTM UOP326-07 bestimmt.
[0020] Der synthetische Rohölstrom weist eine Dien-Zahl von mindestens 0,1 g/100g auf, bevorzugt
mindestens 0,2 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 0,3 g/100g, mehr bevorzugt mindestens
0,4 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 0,5 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 0,6 g/100g,
mehr bevorzugt mindestens 0,7 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 0,8 g/100g, mehr bevorzugt
mindestens 0,9 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,0 g/100g, mehr bevorzugt mindestens
1,1 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,2 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,3 g/100g,
mehr bevorzugt mindestens 1,4 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,5 g/100g, mehr bevorzugt
mindestens 1,6 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,7 g/100g, mehr bevorzugt mindestens
1,8 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 1,9 g/100g, mehr bevorzugt mindestens 2,0 g/100g.
Vorzugsweise weist der synthetische Rohölstrom bzw. das organische Material eine Dien-Zahl
im Bereich von 0,1 g/100g bis 15 g/100g auf, mehr bevorzugt von 1,0 g/100g bis 12
g/100g, insbesondere von 1,5 g/100g bis 10 g/100g. In Bezug auf das erfindungsgemäße
Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms aus einem organischen
Material ist es ebenfalls bevorzugt, wenn das organische Material eine Dien-Zahl von
mindestens 0,1 g/100g aufweist. Es ist insbesondere bevorzugt, wenn das organische
Material eine Dien-Zahl aufweist, wie hier für den synthetischen Rohölstrom beschrieben,
d.h. die als für den synthetischen Rohölstrom beschriebenen bevorzugten Werte gelten
auch für das organische Material als bevorzugt.
[0021] Der synthetische Rohöl-Produktstrom weist vorzugsweise eine geringere Dien-Zahl auf
als der synthetische Rohölstrom bzw. das organische Material. Vorzugsweise weist der
synthetische Rohöl-Produktstrom eine Dien-Zahl von weniger als 5 g/100g auf, mehr
bevorzugt weniger als 4 g/100g, mehr bevorzugt weniger als 3 g/100g, mehr bevorzugt
weniger als 2 g/100g, mehr bevorzugt weniger als 1,5 g/100g, mehr bevorzugt weniger
als 1 g/100g, mehr bevorzugt weniger als 0,9 g/100g, mehr bevorzugt weniger als 0,8
g/100g, mehr bevorzugt weniger als 0,7 g/100g, mehr bevorzugt weniger als 0,6 g/100g,
mehr bevorzugt weniger als 0,5 g/100g. Vorzugsweise weist der synthetische Rohöl-Produktstrom
eine Dien-Zahl im Bereich von 0,01 g/100g bis 5g/100g auf, mehr bevorzugt von 0,1
g/100g bis 2 g/100g, insbesondere von 0,2 g/100g bis 1 g/100g.
[0022] Die mindestens eine Schwefelverbindung ist vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Thiolen, Thioketonen, Thioethern, Thiocarbonsäuren, Mercaptocarbonsäuren,
und Schwefelwasserstoff. Besonders bevorzugt sind insbesondere Thiole. Thiole können
in einer Additionsreaktion mit Dienen reagieren und Thioether bilden, welche im synthetischen
Rohölstrom gelöst bleiben können. Das Dien ist somit entfernt und kann beispielsweise
keine Diels-Alder Reaktionen mehr eingehen, welche zur Gum-Bildung führen könnten.
Auf ähnliche Weise können auch die übrigen genannten Schwefelverbindungen mit Dienen
zu löslichen Dien-freien und wenig reaktiven Produkten reagieren. Schwefelwasserstoff
ist im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens zwar ebenfalls als Schwefelverbindung
geeignet. Allerdings hat Schwefelwasserstoff den Nachteil, dass bei der Additionsreaktion
mit einem Dien ein freies Thiol entsteht, das selbst wiederum weiter reagieren kann
und daher auch in gewissem Maß zur Vernetzung von Molekülen und zur Bildung von Ablagerungen
beitragen kann. Als ganz besonders vorteilhaft haben sich daher Thiole, Thioketone,
Thioether, Thiocarbonsäuren und Mercaptocarbonsäuren erwiesen.
[0023] Besonders bevorzugt ist es, wenn die mindestens eine Schwefelverbindung ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Methylmercaptan, Ethylmercaptan, n-Propylmercaptan,
iso-Propylmercaptan, Phenylmercaptan, Ethandithiol, Propandithiol, Mercaptoethanol,
Mercaptopropanol, Thioessigsäure, Mercaptoessigsäure, Cystein, Methionin, Thioharnstoff
und Schwefelwasserstoff. Aus den oben angeführten Gründen ist unter den genannten
Verbindungen Schwefelwasserstoff weniger bevorzugt. Die übrigen genannten Verbindungen
haben hingegen allesamt den Vorteil, dass bei der Reaktion mit Dienen keine freien
Thiole gebildet werden, welche unerwünschte weitere Reaktionen eingehen können. Im
Zusammenhang mit der Erfindung ist es daher besonders bevorzugt, wenn die mindestens
eine Schwefelverbindung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Methylmercaptan,
Ethylmercaptan, n-Propylmercaptan, iso-Propylmercaptan, Phenylmercaptan, Ethandithiol,
Propandithiol, Mercaptoethanol, Mercaptopropanol, Thioessigsäure, Mercaptoessigsäure,
Cystein, Methionin und Thioharnstoff.
[0024] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Inkontaktbringen des synthetischen
Rohölstroms mit dem Schwefel-Strom bei einer Temperatur von mindestens 80 °C, vorzugsweise
mindestens 100 °C, mehr bevorzugt mindestens 120 °C, mehr bevorzugt mindestens 140
°C, mehr bevorzugt mindestens 160 °C, mehr bevorzugt mindestens 180 °C, mehr bevorzugt
mindestens 200 °C, mehr bevorzugt mindestens 220 °C, mehr bevorzugt mindestens 240
°C erfolgt. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn das Inkontaktbringen des synthetischen
Rohölstroms mit dem Schwefel-Strom bei einer Temperatur im Bereich von 80 bis 450
°C, vorzugsweise von 100 bis 400 °C, mehr bevorzugt von 120 bis 350 °C, mehr bevorzugt
von 140 bis 300 °C, mehr bevorzugt von 160 bis 260 °C, mehr bevorzugt von 180 bis
220 °C erfolgt. Eine höhere Temperatur kann die Reaktion zwischen den Dienverbindungen
und den Schwefelverbindungen begünstigen und daher zu einer noch stärkeren Reduktion
des Dien-Gehalts führen.
[0025] Vorzugsweise erfolgt das Inkontaktbringen des synthetischen Rohölstroms mit dem Schwefel-Strom
bei der angegebenen Temperatur für eine Dauer von mindestens 0,5 Minuten, bevorzugt
mindestens 1 Minute, mehr bevorzugt mindestens 2 Minuten, noch mehr bevorzugt mindestens
5 Minuten, am meisten bevorzugt mindestens 12 Minuten. Das Vorsehen einer längeren
Dauer ermöglicht einen vollständigeren Ablauf der Reaktionen zwischen den Dienverbindungen
und den Schwefelverbindungen, sodass der Dien-Gehalt noch stärker reduziert werden
kann. Insbesondere ist es daher bevorzugt, wenn die Dauer zwischen 0,5 und 180 Minuten,
bevorzugt zwischen 1 und 120 Minuten, mehr bevorzugt zwischen 2 und 60 Minuten, noch
mehr bevorzugt zwischen 5 und 30 Minuten, am meisten bevorzugt zwischen 12 und 20
Minuten beträgt.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform erfolgt das Inkontaktbringen in Anwesenheit
mindestens eines Radikalstarters und/oder Katalysators. Die Anwesenheit eines Radikalstarters
und/oder eines Katalysators kann die Addition von Schwefelverbindungen an Doppelbindungen
begünstigen und so zu einer noch gründlicheren Entfernung von Dien-Verbindungen führen.
Insbesondere hat ein Radikalstarter und/oder ein Katalysator den Vorteil, dass eine
geringere Aktivierungsenergie aufgebracht werden muss und dass die Reaktionen der
Dien-Verbindungen daher auch rasch ablaufen, wenn das Inkontaktbringen des synthetischen
Rohölstroms mit dem Schwefel-Strom bei geringeren Temperaturen erfolgt. Vorzugsweise
ist der mindestens eine Radikalstarter und/oder Katalysator ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus UV-Licht, Azobis(isobutyronitril), Dibenzoylperoxid, Aminverbindungen
und Schwermetallsalzen.
[0027] Vorzugsweise beträgt die Konzentration der Schwefelverbindungen im Schwefel-Strom
mindestens 0,01 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 0,5 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens
2 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 10 Gew.-%. Eine höhere Konzentration von Schwefelverbindungen
kann dabei die Reaktion mit Dienverbindungen begünstigen.
[0028] Es ist weiters bevorzugt, wenn die Konzentration der Schwefelverbindungen in dem
aus dem synthetischen Rohölstrom und dem Schwefel-Strom gebildeten Gemisch mindestens
0,05 Gew.-%, vorzugsweise mindestens 0,1 Gew.-%, mehr bevorzugt mindestens 1 Gew.-%
beträgt. Insbesondere ist es bevorzugt, wenn die Konzentration der Schwefelverbindungen
in dem aus dem synthetischen Rohölstrom und dem Schwefel-Strom gebildeten Gemisch
im Bereich von 0,05 bis 10 Gew.-%, vorzugsweise von 0,1 bis 5 Gew.-%, mehr bevorzugt
von 0,2 bis 2 Gew.-% liegt.
[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt das volumetrische Mischverhältnis zwischen
dem synthetischen Rohölstrom und dem Schwefel-Strom von 1000:1 bis 10:1, vorzugsweise
200:1 bis 50:1. Ein Mischverhältnis in diesem Bereich hat sich als besonders gut geeignet
herausgestellt, da es eine ausreichende Konzentration an Schwefelverbindungen gewährleisten
kann, ohne den synthetischen Rohölstrom übermäßig zu verdünnen.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Reinigung
eines synthetischen Rohölstroms bzw. zur Herstellung eines synthetischen Rohölstroms
aus einem organischen Material wird der synthetische Rohöl-Produktstrom einer Flüssig-Gas-Trennung
zugeführt. Vorzugsweise wird dabei zumindest ein Teil unverbrauchter Schwefelverbindungen
über die Gasphase abgetrennt. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass der Schwefelgehalt
im synthetischen Rohöl-Produktstrom reduziert wird, auch wenn hohe Mengen der Schwefelverbindungen
eingesetzt werden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest ein Teil der über
die Gasphase abgetrennten Schwefelverbindungen in den Schwefel-Strom rückgeführt wird.
So kann eine noch bessere Nutzung der Schwefelverbindungen erfolgen. Außerdem ermöglicht
dies eine höhere Konzentration an Schwefelverbindungen im Gemisch aus synthetischen
Rohölstrom und Schwefel-Strom, was wiederum die Reaktion der Dienverbindungen begünstigt.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Reinigung
eines synthetischen Rohölstroms bzw. zur Herstellung eines synthetischen Rohölstroms
aus einem organischen Material wird der synthetische Rohöl-Produktstrom einer Hydrierungsanlage
zugeführt. Es hat sich herausgestellt, dass die Reduktion des Dien-Gehalts im synthetischen
Rohölstrom insbesondere im Zuge einer Hydrierung in einer Hydrierungsanlage besonders
vorteilhaft ist, da Diene in solchen Anlagen stabile Komplexe mit Katalysatoren bilden
können. Die Verwendung der erfindungsgemäßen Verfahren in Kombination mit einer Hydrierung
kann somit die Lebensdauer der Hydrierungsanlagen und insbesondere der eingesetzten
Katalysatoren erheblich verbessern.
[0032] Im Zusammenhang mit der Erfindung wird unter einem "synthetischen Rohölstrom" vorzugsweise
ein Stoffstrom enthaltend ein synthetisches Rohöl oder eine Fraktion eines synthetischen
Rohöls verstanden. Vorzugsweise besteht der synthetische Rohölstrom aus synthetischem
Rohöl oder einer Fraktion davon. Im Rahmen der Erfindung ist es besonders bevorzugt,
wenn der synthetische Rohölstrom ein Pyrolyseöl oder eine Fraktion davon aufweist,
insbesondere daraus besteht. Vorzugsweise ist das Pyrolyseöl ein aus Biomasse, insbesondere
Holz, und/oder Kunststoff gewonnenes Pyrolyseöl. Als besonders geeignet hat sich das
erfindungsgemäße Verfahren erwiesen, wenn der synthetische Rohölstrom ein aus der
Depolymerisation von Biomasse oder Kunststoffmaterial, insbesondere Kunststoffmaterial,
gewonnenes Kohlenwasserstoffgemisch ist. Vorzugsweise handelt es sich beim synthetischen
Rohölstrom daher um ein Kunststoffpyrolysat oder um eine Fraktion davon, oder um ein
Biomasse-, insbesondere Holzpyrolysat, oder um eine Fraktion davon. Das erfindungsgemäße
Verfahren ist jedoch ebenfalls gut für andere synthetische Rohöle und Fraktionen davon
geeignet. In weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist der synthetische Rohölstrom
daher Schieferöl oder upgegradetes Bitumen auf, vorzugsweise besteht er daraus.
[0033] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens zur Reinigung eines
synthetischen Rohölstroms wird der synthetische Rohölstrom daher durch Depolymerisation
von Kunststoffmaterial, insbesondere von Kunststoffabfall, erzeugt. Die Fachperson
ist mit der Herstellung eines synthetischen Rohölstroms durch Depolymerisation von
Kunststoffmaterial vertraut. Solche Verfahren sind beispielsweise aus der
WO 2012/149590 A1 und der
US 6,060,631 A bekannt. Ebenso ist es für das Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms
aus einem organischen Material bevorzugt, wenn das organische Material Kunststoffmaterial,
insbesondere Kunststoffabfall ist.
[0034] Vorzugsweise weist das Kunststoffmaterial Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol
(PS), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat (PET), Polyamid (PA), Styrol-Acrylnitril
(SAN) und/oder Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) auf. Die erfindungsgemäßen Verfahren
haben sich als besonders gut geeignet erwiesen, um Pyrolyseöle aus den genannten Kunststoffmaterialien
zu reinigen.
[0035] In einer bevorzugten Ausführungsform der Verfahren zur Herstellung eines synthetischen
Rohöl-Produktstroms aus einem organischen Material erfolgt das Depolymerisieren des
organischen Materials bei einer Temperatur von mindestens 250 °C, vorzugsweise mindestens
300 °C, mehr bevorzugt mindestens 350 °C. Vorzugsweise erfolgt das Depolymerisieren
des organischen Materials bei einer Temperatur im Bereich von 250 bis 550 °C, vorzugsweise
von 300 bis 500 °C, mehr bevorzugt von 350 bis 450 °C, mehr bevorzugt von 400 bis
440 °C. Es hat sich gezeigt, dass diese Temperaturen sowohl zur Depolymerisation des
organischen Materials, insbesondere Kunststoffmaterials, gut geeignet sind und gleichzeitig
die Reaktion der Diene mit Schwefelverbindungen fördern.
[0036] Sämtliche hierin genannten Parameter beziehen sich, wenn nicht anders gekennzeichnet,
auf SATP-Bedingungen nach IUPAC ("Standard Ambient Temperature and Pressure"), insbesondere
auf eine Temperatur von 25 °C und einen Druck von 101.300 Pa.
[0037] Sämtliche Prozent-Angaben (%) hierin beziehen sich, wenn nicht anders gekennzeichnet,
auf Gewichtsprozent.
[0038] Sämtliche hierin angegebenen Mischverhältnisse beziehen sich, wenn nicht anders gekennzeichnet,
auf volumetrische Mischverhältnisse, d.h. auf Volumenverhältnisse (Volumen:Volumen).
[0039] Die vorliegende Erfindung wird durch die folgende Figur illustriert, auf welche sie
selbstverständlich nicht eingeschränkt ist.
[0040] Figur 1 zeigt ein Verfahrens fließ schema einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Reinigung eines synthetischen Rohölstroms.
[0041] In der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform wird der synthetische Rohölstrom 1 durch
Depolymerisation von Kunststoffmaterial gewonnen. Das Kunststoffmaterial wird einem
Extruder 12 kompaktiert, entgast und geschmolzen. Die aus dem Extruder 12 austretende
Kunststoffschmelze wird in einem statischen Mischer 13 mit einem externen Lösungsmittel
14, vorzugsweise Schweröl, und/oder mit bereits gecracktem Kunststoffmaterial, welches
als Recyclingstrom 15 rückgeführt wird, vermischt, um die Viskosität der Kunststoffschmelze
zu reduzieren. Das resultierende Gemisch wird in einen Depolymerisationsreaktor 16
eingebracht, in welchem das Kunststoffmaterial depolymerisiert wird, vorzugsweise
bei einer Temperatur zwischen 400 °C und 440 °C. Gecracktes Kunststoffmaterial wird
als Kopfprodukt einer Kolonne 17 gewonnen. Nach Abtrennung eines Gasstroms 18 in einer
weiteren Kolonne 19 wird der synthetische Rohölstrom 1 gewonnen, wobei der synthetische
Rohölstrom 1 eine Dien-Zahl von mindestens 0,1 g/100g aufweist. Anschließend wird
der synthetische Rohölstrom 1 mit einem Schwefel-Strom 2 enthaltend mindestens eine
Schwefelverbindung, vorzugsweise ein Thiol, in Kontakt gebracht. Zumindest ein Teil
der im synthetischen Rohölstrom 1 enthaltenen Dienverbindungen reagiert mit den Schwefelverbindungen
und wird zu Dien-freien Produkten umgesetzt. Daraus wird ein synthetischer Rohöl-Produktstrom
3 erhalten, in welchem die Dien-freien Produkte gelöst vorliegen.
1. Verfahren zur Reinigung eines synthetischen Rohölstroms (1), das Verfahren umfassend
die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des synthetischen Rohölstroms (1), wobei der synthetische Rohölstrom
(1) Dienverbindungen enthält und eine Dien-Zahl von mindestens 0,1 g/100g aufweist;
- Inkontaktbringen des synthetischen Rohölstroms (1) mit einem Schwefel-Strom (2)
enthaltend mindestens eine Schwefelverbindung, um ein Gemisch zu bilden, wodurch zumindest
ein Teil der Dienverbindungen in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms (3), wobei die Dien-freien
Produkte im synthetischen Rohöl-Produktstrom (3) gelöst vorliegen.
2. Das Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Inkontaktbringen des synthetischen Rohölstroms
(1) mit dem Schwefel-Strom (2) bei einer Temperatur von mindestens 80 °C erfolgt.
3. Das Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei das Inkontaktbringen in Anwesenheit mindestens
eines Radikalstarters und/oder Katalysators erfolgt, vorzugsweise wobei der mindestens
eine Radikalstarter und/oder Katalysator ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus
UV-Licht, Azobis(isobutyronitril), Dibenzoylperoxid, Aminverbindungen und Schwermetallsalzen.
4. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Konzentration der Schwefelverbindungen
in dem aus dem synthetischen Rohölstrom (1) und dem Schwefel-Strom (2) gebildeten
Gemisch mindestens 0,05 Gew.-% beträgt.
5. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Konzentration der Schwefelverbindungen
in dem aus dem synthetischen Rohölstrom (1) und dem Schwefel-Strom (2) gebildeten
Gemisch im Bereich von 0,05 bis 10 Gew.-% liegt.
6. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das volumetrische Mischverhältnis
zwischen dem synthetischen Rohölstrom (1) und dem Schwefel-Strom (2) von 1000:1 bis
10:1 beträgt.
7. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der synthetischen Rohölstrom
(1) durch Depolymerisation von Kunststoffmaterial, insbesondere von Kunststoffabfall,
erzeugt wird.
8. Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms (3) aus einem organischen
Material, vorzugsweise Kunststoffmaterial, umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des organischen Materials, wobei das organische Material Dienverbindungen
aufweist;
- Zufügen einer schwefelhaltigen Zusammensetzung enthaltend mindestens eine Schwefelverbindung,
um ein Gemisch zu bilden;
- Zuführen des Gemisches in einen Depolymerisationsreaktor (16) und Depolymerisieren
des organischen Materials, wobei zumindest ein Teil der Dienverbindungen mit der mindestens
einen Schwefelverbindung reagiert und in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms (3), wobei die Dien-freien
Produkte im synthetischen Rohöl-Produktstrom (3) gelöst vorliegen.
9. Verfahren zur Herstellung eines synthetischen Rohöl-Produktstroms (3) aus einem organischen
Material, vorzugsweise Kunststoffmaterial, umfassend die folgenden Schritte:
- Bereitstellen des organischen Materials, wobei das organische Material Dienverbindungen
und zumindest eine Schwefelquelle aufweist;
- Zuführen des organischen Materials in einen Depolymerisationsreaktor (16) und Depolymerisieren
des organischen Materials, wobei aus der mindestens einen Schwefelquelle eine Schwefelverbindung
erhalten wird und wobei zumindest ein Teil der Dienverbindungen mit der Schwefelverbindung
reagiert und in Dien-freie Produkte umgesetzt wird; und
- daraus Erhalten eines synthetischen Rohöl-Produktstroms (3), wobei die Dien-freien
Produkte im synthetischen Rohöl-Produktstrom (3) gelöst vorliegen.
10. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die mindestens eine Schwefelverbindung
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Thiolen, Thioketonen, Thioethern, Thiocarbonsäuren,
Mercaptocarbonsäuren, und Schwefelwasserstoff.
11. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die mindestens eine Schwefelverbindung
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Methylmercaptan, Ethylmercaptan, n-Propylmercaptan,
iso-Propylmercaptan, Phenylmercaptan, Ethandithiol, Propandithiol, Mercaptoethanol,
Mercaptopropanol, Thioessigsäure, Mercaptoessigsäure, Cystein, Methionin und Thioharnstoff.
12. Das Verfahren gemäß einer der Ansprüche 1 bis 11, wobei das Kunststoffmaterial Polyethylen
(PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polyvinylchlorid (PVC), Polyethylenterephthalat
(PET), Polyamid (PA), Styrol-Acrylnitril (SAN) und/oder Acrylnitril-Butadien-Styrol
(ABS) aufweist.
13. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei das Depolymerisieren des organischen
Materials bei einer Temperatur von mindestens 250 °C erfolgt.
14. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei das Depolymerisieren des organischen
Materials bei einer Temperatur im Bereich von 250 bis 550 °C erfolgt.
15. Das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der synthetische Rohöl-Produktstrom
(3) enthaltend die Dien-freien Produkte einer Hydrierungsanlage zugeführt wird.