[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Beschichtungsstoffes zum
Auftragen auf einen Gegenstand nach den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Die Erfindung betrifft weiter eine zugehörige Mischanlage nach den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 4.
Stand der Technik
[0002] Die
DE 601 00 263 T2 betrifft eine Vorrichtung zur Abgabe viskoser Fluide, welche einen, um eine Drehachse
drehbaren Drehteller und mehrere Pumpen aufweist. Die Pumpen sind an dem Drehteller
angebracht und um dessen Achse herum verteilt. Die Pumpen weisen jeweils einen Verbinder
zum lösbaren Anschluss eines Fluidkanals sowie zugeordnete, erste Positionierungsteile
auf. Es ist eine Anordnung mit abnehmbaren, starren Haltevorrichtungen vorgesehen,
die auf einem Drehteller positioniert wird.
Problem
[0003] Bei der Herstellung von Farben erfordert die Umstellung von einem Farbprodukt auf
ein anderes Farbprodukt vielfach unterschiedliche Herstellungsverfahren. Oftmals sind
für eine Umstellung von einem Farbprodukt auf ein anderes Farbprodukt technisch aufwendige
Einstellungen und/oder Änderungen an der Mischanlage erforderlich.
[0004] Zur Vermeidung von langwierigen Produktionsunterbrechungen, insbesondere bei einem
Chargenwechsel von einem Farbprodukt zu einem anderen Farbprodukt, setzen viele Farbenhersteller
mehrere parallele Produktionslinien und/oder mehrere parallele Mischanlagen ein.
[0005] Der Einsatz paralleler Produktionslinien und/oder paralleler Mischanlagen führt zu
höheren Anschaffungskosten. Die Anordnung paralleler Produktionslinien führt zu einem
höheren Wartungsaufwand. Darüber hinaus wird die Bevorratung zusätzlicher Grundstoffe
für die Herstellung erforderlich. Zusätzlich müssen weitere Ersatzteile sowie zusätzliche
Betriebsstoffe für die parallele Produktionslinie bzw. für die parallele Mischanlage
bereitgehalten werden.
Lösung des Problems
[0006] Das Problem wird gelöst durch den Einsatz eines Verfahrens mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
[0007] Das Problem wird weiter gelöst durch den Einsatz einer zugehörigen Mischanlage mit
den Merkmalen des Anspruchs 4.
[0008] Die Erfindung stellt ein Verfahren bereit zur Herstellung eines vorzugsweise farbigen
Beschichtungsstoffes zum Auftragen auf einen Gegenstand.
[0009] Im Weiteren wird verallgemeinernd von einem Beschichtungsstoff gesprochen.
[0010] Bei dem Verfahren werden zur Herstellung des Beschichtungsstoffes wenigstens zwei
Grundstoffe in einer Mischeinrichtung einer Mischanlage zusammengeführt.
[0011] Es ist wenigstens ein Farbenkranz angeordnet, auf dem wenigstens zwei Behälter angeordnet
sind. Die Behälter sind mit Grundstoffen zur Herstellung des Beschichtungsstoffes
befüllt.
[0012] Der im Behälter angeordnete Grundstoff wird der Mischeinrichtung durch eine Entnahmeeinrichtung
zugeführt.
[0013] Die Menge an Grundstoffen, die zur Herstellung des Beschichtungsstoffes in wenigstens
einem Behälter auf dem Farbenkranz angeordnet ist, wird durch Anordnung wenigstens
eines Modulbehälters auf dem Farbenkranz erweitert.
[0014] Die Menge an Grundstoffen zur Herstellung des Beschichtungsstoffes wird durch Entfernen
wenigstens eines Modulbehälters vom Farbenkranz verringert.
Beschichtungsstoff
[0015] Der Beschichtungsstoff ist ein vorzugsweise flüssiger oder pulverförmiger oder gasförmiger
Beschichtungsstoff, der auf einen Gegenstand aufgetragen wird. Nach dem Auftragen
auf den Gegenstand wird der Beschichtungsstoff durch chemische oder und physikalische
Vorgänge vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, zu einem festen Film umgewandelt.
[0016] Der Gegenstand kann ein bewegbarer Körper sein. Der Gegenstand kann auch eine Immobilie
sein, an dessen Außenwand und/oder an dessen Innenwand der Beschichtungsstoff aufgetragen
wird.
[0017] Es versteht sich von selbst, dass der Beschichtungsstoff auf jeden bewegbaren oder
auf jeden nicht bewegbaren Körper aufgetragen werden kann.
[0018] Der Beschichtungsstoff kann ein Schutzanstrich sein. Er kann auch eine Grundierung
oder eine Deckbeschichtung sein. Der Beschichtungsstoff kann zur Dekoration aufgebracht
sein. Er kann aber auch einen anderen Zweck erfüllen.
[0019] Rein beispielhaft, aber nicht ausschließlich wird im Folgenden davon ausgegangen,
dass der Beschichtungsstoff eine Dispersion/ Innenfarbe ist.
Mischanlage
[0020] Die Mischanlage kann auch als Tönsystem oder als Anlage zum Tönen (Tinging) bezeichnet
werden. Im Weiteren wird jedoch verallgemeinernd von einer Mischanlage gesprochen.
[0021] Verallgemeinernd wird weiter davon ausgegangen, dass mit Hilfe der Mischanlage eine
Dispersion bzw. eine Innenfarbe hergestellt wird.
[0022] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe wird in der Mischanlage wenigsten ein
Farbpigment mit wenigsten einem weiteren Grundstoff zusammengeführt. Es versteht sich
von selbst, dass die Farbpigmente auch ohne weitere Grundstoffe einer Basis zugeführt
werden können. Die Verwendung eines Grundstoffes als Additiv erfolgt dabei rein optional.
[0023] Die Dispersion/ Innenfarbe weist im Endergebnis einen vorbestimmten Farbton auf.
[0024] Zur Erzeugung der Dispersion/ Innenfarbe mit dem gewünschten Farbton umfasst die
Mischanlage beispielhaft, aber nicht ausschließlich, eine Mischeinrichtung und/oder
eine Dosiereinrichtung und/oder eine Software. Die Mischanlage umfasst darüber hinaus
eine Rechenanlage für die Einhaltung des Farbmanagements.
[0025] Für die Zuführung der Farbpigmente und/oder des weiteren Grundstoffs umfasst die
Mischeinrichtung der Mischanlage einen sogenannten Farbenkranz.
[0026] Auf die Mischeinrichtung, die Dosiereinrichtung sowie auf das Farbmanagement und
den Farbenkranz wird nachfolgenden im Detail eingegangen.
Mischeinrichtung
[0027] Die Mischeinrichtung der Mischanlage verbindet zur Herstellung der jeweiligen Dispersion/
Innenfarbe feste und/oder flüssige und/oder gasförmige Grundstoffe miteinander.
[0028] In der Mischeinrichtung werden wenigstens zwei Grundstoffe zu einem Gemisch zusammengeführt.
In der Mischeinrichtung können Aerosole und/oder Flüssigkeiten und/oder Feststoffe
miteinander vermischt werden.
[0029] In Abhängigkeit der miteinander vermischten Grundstoffe können in der Mischeinrichtung
Suspensionen, Emulsionen oder Schäume entstehen. Es versteht sich von selbst, dass
das Ergebnis der Mischung auch in einer anderen Form vorliegen kann.
[0030] Die Mischeinrichtung weist eine Entnahmeeinrichtung auf. Die Entnahmeeinrichtung
wird weiter unten im Zusammenhang mit dem Farbenkranz näher besprochen.
[0031] Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, wird im Weiteren davon ausgegangen, dass
die Grundstoffe, die in der Mischeinrichtung zusammengeführt werden, Farbpigmente
umfassen. Den Farbpigmenten kann in der Mischeinrichtung wenigstens ein weiterer Grundstoff
in Form eines Additivs zugeführt werden.
Farbenkranz
[0032] Für die Zuführung der Farbpigmente und/oder des weiteren Grundstoffs umfasst die
Mischeinrichtung der Mischanlage einen sogenannten Farbenkranz.
[0033] Das Farbpigment und/oder der weitere Grundstoff wird für die Zuführung in die Mischeinrichtung
der Mischanlage in Behältern und/oder in Kanistern aufbewahrt. Es versteht sich von
selbst, dass das Farbpigment oder der weitere Grundstoff auch in einer anderen Form
gelagert werden kann. Verallgemeinernd wird im Weiteren von einem Behälter gesprochen.
[0034] Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, ist der Behälter mit seinem geschlossenen
Ende auf dem Farbenkranz angeordnet.
[0035] Der Behälter ist mit seinem offenen Ende zur Mischeinrichtung hin ausgerichtet. Das
offene Ende des Behälters ist zumindest bereichsweise über einen Deckel verschließbar.
[0036] Auf dem Farbenkranz sind die Behälter vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, ringförmig
angeordnet. Es versteht sich von selbst, dass der Farbenkranz auch eine andere Form
aufweisen kann. Der Farbenkranz ist vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, auf einem
Drehteller angeordnet. Er kann auch jede andere Form und/oder Anordnung aufweisen.
[0037] Verallgemeinernd wird im Weiteren davon ausgegangen, dass der Farbenkranz ringförmig
ausgebildet ist.
[0038] Die Behälter zur Aufnahme von Farbpigmenten und/oder zur Aufnahme von weiteren Grundstoffen
sind benachbart zueinander auf dem Farbenkranz angeordnet.
[0039] Der Farbenkranz umfasst eine vorbestimmte Anzahl von Behältern. Rein beispielhaft,
aber in keiner Weise ausschließlich, umfasst eine sogenannte Pastenarchitektur 16
oder 24 auf dem Farbenkranz positionierte Behälter.
[0040] Es versteht sich von selbst, dass auch eine andere Anzahl von Behältern auf dem Farbenkranz
positioniert sein kann.
[0041] Der Farbenkranz der Mischeinrichtung umfasst in einer Ausführungsform der Erfindung
wenigstens einen Flansch, der zur lösbaren Befestigung des Modulbehälters am Farbenkranz
vorgesehen ist.
[0042] Mit Hilfe des Flansches kann der Modulbehälter ohne weitere technische Maßnahmen
auf dem Farbenkranz befestigt werden.
[0043] Der Modulbehälter kann ebenfalls ohne weitere technische Maßnahmen vom Farbenkranz
entfernt werden.
Modulbehälter des Farbenkranzes
[0044] In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Anzahl der insgesamt auf dem Farbenkranz
angeordneten Behälter um die Anzahl der auf dem Farbenkranz angeordneten Modulbehälter
erweitert.
[0045] Die Anzahl der insgesamt auf dem Farbenkranz angeordneten Behälter wird höchstens
um die Anzahl der Modulbehälter verringert.
[0046] Der Farbenkranz umfasst wenigstens einen Modulbehälter. Der Farbenkranz umfasst bevorzugt
zwei, besonders bevorzugt drei Modulbehälter.
[0047] Die Modulbehälter sind einzeln oder in Kombination miteinander vom Farbenkranz abnehmbar.
[0048] Wenigstens zwei Modulbehälter können gegen einen einzelnen Modulbehälter ausgetauscht
werden. Der einzelne Modulbehälter umfasst das Volumen derjenigen Modulbehälter, gegen
die der einzelne Modulbehälter eingesetzt wurde.
[0049] Der Modulbehälter ist zur Überleitung von Farbpigmenten oder zur Überleitung von
weiteren Grundstoffen aus dem Modulbehälter in die Mischeinrichtung über wenigstens
eine Entnahmeeinrichtung mit der Mischeinrichtung verbunden.
[0050] Die Modulbehälter sind einzeln oder in Kombination miteinander austauschbar.
[0051] In einer anderen Ausführungsform sieht die Erfindung vor, dass der Modulbehälter
wahlweise mit einem Grundstoff befüllt wird, der Farbpigmente aufweist.
[0052] Der Modulbehälter kann auch mit einem Grundstoff befüllt werden, der ein Additiv
ist. Das Additiv kann ein funktionelles Additiv sein. Das Additiv erfüllt dabei eine
vorbestimmte Funktion.
[0053] Auf diese Weise kann der Modulbehälter je nach Bedarf für die Zuführung von Farbpigmenten
verwendet werden. Sofern erforderlich, kann die Mischeinrichtung über den Modulbehälter
auch mit einem beliebigen Additiv versorgt werden.
[0054] Die Modulbehälter sind einzeln oder in Kombination miteinander, wechselweise mit
unterschiedlichen Farbpigmenten oder mit weiteren Grundstoffen befüllbar.
[0055] Die Mischanlage ist funktionsfähig betreibbar, auch wenn ein oder mehrere Modulbehälter
vom Farbenkranz entfernt wurden.
[0056] Die Modulbehälter können an unterschiedlichen Positionen des Farbenkranzes in den
Farbenkranz eingesetzt werden.
[0057] Die Modulbehälter sind über wenigstens einen Schnellverschluss in den Farbenkranz
einsetzbar. Die Modulbehälter sind über wenigstens einen Schnellverschluss aus dem
Farbenkranz entfernbar
[0058] Die Erfindung erweist sich als äußerst vorteilhaft, da auf einer Mischanlage und/oder
mit einer Mischeinrichtung, wahlweise wenigstens eine Dispersion/ Innenfarbe mit oder
ohne einem bestimmten Additiv produziert werden kann.
[0059] Mit Hilfe der Modulbehälter können auf ein und derselben Mischanlage Dispersionen/
Innenfarben im Profi-Sortiment sowie Dispersionen/ Innenfarben im Add-On Sortiment
hergestellt werden. Es versteht sich von selbst, dass auch andere Dispersionssortimente
erzeugt werden können.
[0060] Die Menge an Grundstoffen, die zur Herstellung des Beschichtungsstoffes in wenigstens
einem Behälter auf dem Farbenkranz angeordnet ist, wird durch Anordnung wenigstens
eines Modulbehälters auf dem Farbenkranz erweitert.
[0061] Die Menge an Grundstoffen, die zur Herstellung des Beschichtungsstoffes auf dem Farbenkranz
angeordnet ist, wird durch Entfernen wenigstens eines Modulbehälters vom Farbenkranz
verringert.
[0062] Die Menge an Grundstoffen, die zur Herstellung des Beschichtungsstoffes zur Verfügung
gestellt wird, kann bis zu der Menge verringert werden, die dem Volumen der auf dem
Farbenkranz angeordneten Behälter, ohne Einbezug der Modulbehälter, entspricht.
[0063] Hierdurch kann die Flexibilität und die Anpassungsfähigkeit der Mischanlage bei der
Herstellung unterschiedlicher Farben deutlich erhöht werden.
[0064] Erfindungsgemäß kann der Modulbehälter manuell oder automatisiert auf dem Farbenkranz
angeordnet oder von diesem entfernt werden.
Entnahmeeinrichtung
[0065] Die Erfindung versteht unter der Entnahmeeinrichtung eine Vorrichtung zur automatischen
Dosierung der Grundstoffe. Die Dosierung erfolgt in der Entnahmeeinrichtung aus dem
Behälter heraus in ein sogenanntes Gebinde. Das Gebinde ist vorzugsweise, aber nicht
ausschließlich, eine Warenverteilungseinheit, die mit einem Basismaterial befüllt
ist.
[0066] Die Mischeinrichtung weist eine Entnahmeeinrichtung auf. Die Entnahmeeinrichtung
dient zur automatischen Dosierung wenigstens eines Grundstoffes aus dem Behälter in
ein Gebinde. Das Gebinde ist vorzugsweise, aber nicht ausschließlich mit Basismaterial
vorgefüllt.
[0067] Die eine Entnahmeeinrichtung ist manuell oder automatisch mit dem Behälter verbindbar,
aus dem jeweils Farbpigmente oder weitere Grundstoffe in die Mischeinrichtung übergeleitet
werden sollen.
[0068] Die Mischeinrichtung ist alternativ über je eine Entnahmeeinrichtung mit je einem
Behälter verbunden. Je nachdem, aus welchem Behälter jeweils Farbpigmente oder weitere
Grundstoffe in die Mischeinrichtung übergeleitet werden sollen, öffnet ein Ventil
die Entnahmeeinrichtung zu dem erforderlichen Behälter. Die Entnahmeeinrichtungen
zu denjenigen Behältern, deren Inhalt aktuell nicht in die Mischeinrichtung übergeleitet
werden sollen, werden mit Hilfe eines Ventils geschlossen.
Farbmanagement
[0069] Um zu gewährleisten, dass der jeweilige Farbton wiederholbar und/oder auf unterschiedlichen
Mischanlagen, insbesondere an unterschiedlichen Standorten, farbtongetreu hergestellt
werden kann, umfasst die Rechenanlage der Mischanlage ein sogenanntes Farbmanagement.
[0070] Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, wird im Rahmen des Farbmanagements mit Hilfe
eines bekannten Messgerätes für den Farbton der Dispersion/ Innenfarbe ein Farbprofil
erstellt.
[0071] Das für den Farbton der Dispersion/ Innenfarbe erstellte Farbprofil wird in der Rechenanlage
abgelegt und verwaltet. Das Farbmanagement der Mischanlage konvertiert voneinander
abweichende Beschreibungen des Farbtons ineinander. Auf diese Weise kann die Dispersion/
Innenfarbe in dem gewünschten Farbton wiederholbar, insbesondere an unterschiedlichen
Standorten und/oder auf unterschiedlichen Mischanlagen, farbtongetreu erzeugt werden.
[0072] Die Rechenanlage kann einen Onlineservice umfassen, mit dem ein Fernzugriff auf die
Mischanlage möglich wird.
[0073] Zusätzlich kann die Rechenanlage einen integrierten (embedded) Datenaustausch umfassen.
[0074] Die Rechenanlage kann mit externen Labordienstleistern oder anderen sogenannten IT-Servicedienstleistern
verbunden werden.
[0075] Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, liegt dem Farbmanagement zur farbtongetreuen
Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe im gewünschten Farbton eine vorbestimmte Rezepturentwicklung
zugrunde.
[0076] Das Farbmanagement gewährleistet insbesondere an unterschiedlichen Standorten und/oder
auf unterschiedlichen Mischanlagen eine stabile und wiederholbare Farbtonausarbeitung.
[0077] Das Farbmanagement umfasst für jeden gewünschten Farbton wenigstens eine sogenannte
farbmetrische Eichreihe. Die Eichreihe betrifft dabei die sogenannte Farbmetrik. Die
Farbmetrik bezeichnet die Lehre der Maßbezeichnungen der Farben.
[0078] Die Anordnung des Farbmanagements stellt bei der wiederholbaren Erzeugung des gewünschten
Farbtons einen hohen Qualitätsstandard sicher.
[0079] Kundenreklamationen, die sich auf Farbtöne beziehen, die von der gewünschten Norm
abweichen, können somit vermieden werden.
[0080] Für einen Kunden können individuell an den Markt angepasste, spezifische sowie variabel
kombinierbare Farbtöne erstellt werden.
[0081] Dazu werden mit Hilfe des Farbmanagements wenigstens zwei Modulbehälter im Farbenkranz
so eingesetzt, dass die jeweilige Dispersion/ Innenfarbe länder- und zielgruppenspezifisch
hergestellt werden kann.
Dosiereinrichtung
[0082] Die Dosiereinrichtung der Mischanlage ist eine Einrichtung zur Bereitstellung derjenigen
Feststoffe und/oder derjenigen Flüssigkeiten und/oder derjenigen Gase, die zur Erzeugung
des gewünschten Farbtons erforderlich sind.
[0083] Die Dosiereinrichtung kann eine Sprühvorrichtung umfassen. Mit Hilfe der Sprühvorrichtung
können auch strengste Hygienevorschriften oder ein Hygienekonzept eingehalten werden.
Farbpigment
[0084] Die Erfindung versteht unter dem Begriff Farbpigment eine flüssige oder feste oder
gasförmige farbgebende Substanz.
[0085] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in dem jeweils gewünschten Farbton werden
die Farbpigmente vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, mit wenigstens einem weiteren
Grundstoff zusammengeführt.
[0086] Vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, kann das Farbpigment einen kühlen Farbton
oder einen warmen Farbton hervorbringen.
[0087] Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, kann es sich bei dem kühlen Farbton um einen
Grünton oder um einen Blauton oder um einen Violett-Ton handeln.
[0088] Bei dem warmen Farbton kann es sich beispielhaft, aber nicht ausschließlich, um einen
Rotton oder um einen Orangeton oder um einen Gelbton handeln.
[0089] Das Farbpigment kann einem lehmhaltigen Grundstoff oder einem mineralischen Grundstoff
beigemischt werden. Es versteht sich von selbst, dass das Farbpigment auch jedem anderen
Grundstoff beigemischt werden kann.
[0090] Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, kann das Farbpigment eine Pigmentpaste sein.
Die Pigmentpaste ist ein flüssiges Stoffgemenge, in dem das Farbpigment bereits dispergiert
vorliegt.
[0091] Die Pigmentpaste wird vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, zur Einfärbung von
Dispersionen/ Innenfarben eingesetzt.
[0092] Auf diese Weise kann eine optimierte Pigmentpasten-Basenarchitektur gewährleistet
werden.
[0093] Eine optimierte Pigmentpasten-Basenarchitektur gewährleistet, dass Pigmentpasten
in allen erforderlichen Qualitätsstufen hergestellt und eingesetzt werden können.
[0094] Die Qualitätsstufen reichen von einer preisgünstigen Pigmentpaste, die z.B. als Innenfarbe
verwendet werden kann bis zu einer extrem hochwertigen Pigmentpaste, die z.B. im Außenbereich
eine besonders gute Beständigkeit insbesondere gegen UV- und Witterungseinflüsse aufweist.
Additiv
[0095] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in dem jeweils gewünschten Farbton wird
wenigstens ein Farbpigment vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, mit wenigstens
einem weiteren Grundstoff zusammengeführt.
[0096] Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, wird der weitere Grundstoff nachfolgend
am Beispiel eines sogenannten funktionellen Additivs beschrieben, welches den Farbpigmenten
bei der Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe beigemischt werden kann.
[0097] Es versteht sich von selbst, dass neben dem Additiv auch noch andere Grundstoffe
zugeführt werden können.
[0098] Zur Erzeugung der Dispersion/ Innenfarbe kann den erforderlichen Farbpigmenten wenigstens
ein Additiv als weiterer Grundstoff beigemischt werden.
[0099] Das Additiv wird vorzugsweise als Hilfsstoff in geringen Mengen zugesetzt um der
Dispersion/ Innenfarbe eine bestimmte Eigenschaft zu verleihen. Das Additiv kann auch
zur Verbesserung bestimmter Eigenschaften der erzeugten Dispersion/ Innenfarbe dienen.
[0100] Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, kann das Additiv ein Entschäumer sein. Der
Entschäumer verhindert die Schaumbildung der Dispersion/ Innenfarbe bei der Auftragung
der Dispersion/ Innenfarbe.
[0101] Die Dispersion/ Innenfarbe kann durch Beimischung des Additivs einen metallischen
Glanz oder einen sogenannten Glamoureffekt erhalten.
[0102] Das Additiv kann auch ein Fungizid sein. Das Fungizid verhindert eine Verkeimung
der Dispersion/ Innenfarbe. Der Einsatz eines Additivs in Form eines Fungizids ermöglicht
darüber hinaus hohe Qualitätsstandards während der Dispersionsherstellung.
[0103] Das Fungizid wird der Dispersion/ Innenfarbe beigefügt, um an der Wand, an der die
Dispersion/ Innenfarbe aufgebracht wurde, einen Pilzbefall zu verhindern.
[0104] Das Fungizid kann auch als sogenannter Filmschutz zur Verhinderung der Bildung von
Grünbelägen an Fassaden des Außenbereichs eingesetzt werden.
[0105] Die Zugabe von Fungiziden bei der Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe bewirkt
den Schutz des mit der Dispersion/ Innenfarbe beschichteten Gegenstands (z.B. Hauswand),
effektiv und langfristig vor Verschmutzung und Pilzbefall.
[0106] Das Additiv kann auch ein Formaldehydfänger sein.
[0107] Werden Innenwände mit einer Dispersion bzw. mit einer Innenfarbe gestrichen, der
bei der Herstellung Formaldehyd als Additiv zugesetzt wurde, so bewirkt der Einsatz
des Formaldehydfängers einen beschleunigten Abbau des Formaldehyds in den betroffenen
Räumen.
Beispiel
[0108] Die Erfindung wird anhand des folgenden Beispiels näher beschrieben.
[0109] Auf der Mischanlage des Herstellers der Dispersion/ Innenfarbe soll nach Wunsch eines
Kunden in einer einzelnen Charge eine farbige Dispersion/ Innenfarbe in einer Sonderversion
(A) produziert werden.
[0110] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Sonderversion (A) kommt ein Additiv
in Form eines Konservierungsmittels zum Einsatz. Es versteht sich von selbst, dass
das Additiv anstatt eines Konservierungsmittels auch ein anderer Grundstoff (z.B.
Lösungsmittel) sein kann.
[0111] Der Hersteller verwendet zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Sonderversion
(A) die Mischanlage, deren Farbenkranz wenigstens drei Modulbehälter umfasst.
[0112] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (A) wird wenigstens ein
Modulbehälter mit dem Additiv (Konservierungsmittel) befüllt. Die Mischeinrichtung
der Mischanlage steht über eine Entnahmeeinrichtung mit dem Modulbehälter in Verbindung,
der das Konservierungsmittel enthält.
[0113] Die Herstellung der getönten Dispersion/ Innenfarbe kann dadurch auch konservierungsmittelfrei
erfolgen, indem ein zuvor vorhandenes Konservierungsmittel durch Zuführung eines weiteren
Additivs neutralisiert wird.
[0114] Sollen der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (A) auf Wunsch des Kunden bei der
Herstellung zusätzlich noch andere Additive beigemengt werden, so können diese anderen
Additive über die weiteren Modulbehälter des Farbenkranzes in die Mischeinrichtung
der Mischanlage eingebracht werden.
[0115] Nach Fertigstellung der Dispersionscharge in der Version (A) soll auf derselben Mischanlage
eine Dispersion/ Innenfarbe in der Version (B) produziert werden.
[0116] Bei der Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (B) kommt kein Additiv
in Form des Konservierungsmittels zum Einsatz. Die Dispersion/ Innenfarbe in der Version
(B) wird somit auf derselben Mischanlage konservierungsmittelfrei hergestellt.
[0117] Es sind Lackfarben bekannt, die Lösungsmittel enthalten. Zur Abtönung der Lackfarben
werden vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, Pigmentpasten eingesetzt. Die Pigmentpasten
sind jedoch vielfach nicht mit lösemittelhaltigen Systemen kompatibel. Aus diesem
Grund kann bei der Herstellung der Lackfarbe (Dispersion/ Innenfarbe) wenigstens ein
Additiv zugeführt werden, das eine gegenseitige Verträglichkeit lösemittelhaltiger
und nicht lösemittelhaltiger Stoffe herbeiführt.
[0118] Auf diese Weise können auf ein- und derselben Mischanlage lösemittelhaltige und/oder
nicht lösemittelhaltige Dispersionen/ Innenfarben hergestellt werden.
[0119] Ohne eine zusätzliche zweite Mischanlage einsetzen zu müssen, kann die Dispersion/
Innenfarbe in der Version (B) auf derselben Mischanlage hergestellt werden, die zuvor
für die Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (A) eingesetzt wurde.
[0120] Zur Herstellung der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (B) wird derjenige Modulbehälter
vom Farbenkranz entfernt, der das Konservierungsmittel enthielt, welches zur Herstellung
der Dispersion/ Innenfarbe in der Version (A) erforderlich war.
[0121] Es versteht sich von selbst, dass auf diese Weise auf derselben Mischanlage, die
zur Herstellung der Dispersionen/ Innenfarben in den Versionen (A) und (B) eingesetzt
werden kann, auch noch eine Vielzahl weiterer Dispersionsversionen (N bis N+1) produziert
werden kann.
[0122] Mit Hilfe des wenigstens einen Modulbehälters können der Mischeinrichtung einer einzigen
Mischanlage zur Herstellung unterschiedlichster Dispersionsversionen wahlweise, zusätzliche
Farbpigmente und/oder Additive und/oder sonstige Grundstoffe vorübergehend zur Verfügung
gestellt werden.
[0123] Sind die zusätzlichen Farbpigmente und/oder die zusätzlichen Additive und/oder die
sonstigen Grundstoffe für die Herstellung einer anderen Dispersion/ Innenfarbe auf
derselben Mischanlage nicht oder in anderer Form erforderlich, so verleiht der wenigstens
eine Modulbehälter des Farbenkranzes derselben Mischanlage eine hohe Flexibilität.
[0124] Die Anordnung zusätzlicher Modulbehälter auf dem Farbenkranz einer Mischanlage ermöglicht
die Herstellung unterschiedlicher Dispersionen auf derselben Mischanlage.
[0125] Der wenigstens eine Modulbehälter kann vom Farbenkranz entfernt werden, wenn der
jeweilige Modulbehälter für die Herstellung einer bestimmten Dispersionsversion nicht
erforderlich ist. Auf diese Weise bleibt wenigstens eine Position für einen Modulbehälter
auf dem Farbenkranz unbesetzt.
[0126] Der Modulbehälter kann auch durch einen anderen Modulbehälter ausgetauscht und/oder
ersetzt werden.
[0127] Mehrere Modulbehälter können durch einen einzelnen Modulbehälter ersetzt werden.
Der einzelne Modulbehälter kann ein Volumen aufweisen, das den Volumina der ersetzten
Modulbehälter entspricht.
[0128] Auf diese Weise können Dispersionen produziert werden, die jeweils individuellen
Anforderungen gerecht werden.
[0129] Je nach Bedarf können besonders gesundheitsverträgliche Dispersionen hergestellt
werden. Die Dispersionen/ Innenfarben können nachhaltig und nach ökologischen Gesichtspunkten
produziert werden.
[0130] Mit ein und derselben Mischanlage können für den Kunden preiswerte und teure Dispersionen
produziert werden (Up-Selling). Mit ein und derselben Mischanlage können für den Kunden
zusätzliche und ergänzende Dispersionen produziert werden (Cross- und Up-Selling).
[0131] Die Verwendung von Mischanlagen mit Farbkränzen, welche Modulbehälter umfassen, erhöht
die Effizienz sowie die Flexibilität und/oder die Einsatzfähigkeit der Mischanlage.
[0132] Die Verwendung von Farbkränzen mit Modulbehältern in Mischanlagen zur Herstellung
unterschiedlichster Dispersionen auf ein und derselben Mischanlage ermöglicht die
Herstellung von Dispersionen in einer einzigartigen Angebotsvielfalt.
[0133] Der Hersteller der Dispersionen/ Innenfarben kann die Anzahl von Mischanlagen reduzieren,
die zur Dispersionsherstellung erforderlich ist. Er kann ebenso die Lagerbestände
an Grundstoffen, Farbpigmenten und/oder Additiven reduzieren.
[0134] Die verringerte Anzahl von Mischanlagen reduziert den erforderlichen Wartungs- und/oder
Serviceaufwand.
[0135] Die Verwendung von Modulbehältern in Mischanlagen erhöht die Einsatzmöglichkeiten
und somit die Wirtschaftlichkeit der Mischanlage bei der Herstellung von Dispersionen.
[0136] Auf ein und derselben Mischanlage können Dispersionen für jeden Einsatz- und/oder
Verwendungszweck hergestellt werden. Beispielhaft, aber nicht ausschließlich, können
auf ein und derselben Mischanlage Dispersionen für den Metallschutz und für Außenanwendungen
produziert werden. Es können mit der Mischanlage Dispersionen für Möbel sowie Dispersionen
für die Innenanwendung und/oder für Kinderspielzeug hergestellt werden.