[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Schienensystem für eine Aufzuganlage und ein
Verfahren zum Herstellen eines solchen Schienensystems.
[0002] Eine Aufzuganlage kann vertikal bewegliche Komponenten, wie beispielsweise eine Kabine
und ein Gegengewicht zur Kabine aufweisen. Die vertikal beweglichen Komponenten können
durch ein Schienensystem der Aufzuganlage geführt werden. Das Schienensystem verhindert
dabei seitliche Bewegungen der vertikal beweglichen Komponenten. Die vertikal beweglichen
Komponenten können durch eine Antriebseinrichtung entlang von vertikalen Schienen
des Schienensystems bewegt werden.
[0003] Die Schienen können beispielsweise innerhalb eines Aufzugschachts des Gebäudes verlaufen.
Die Schienen können durch Verankerungseinrichtungen des Schienensystems mit Wänden
des Aufzugschachts verbunden sein. Die Verankerungseinrichtungen können als Schienenklammern
beziehungsweise Brackets bezeichnet werden. Die Verankerungseinrichtungen können in
regelmäßigen Abständen entlang der Schiene angeordnet sein. Durch regelmäßige Verankerungseinrichtungen
entlang der Schiene kann beispielsweise eine Bohrlehre verwendet werden, um die Abstände
exakt einhalten zu können.
[0005] Die Abstände zwischen den Verankerungseinrichtungen sind über das ganze Schienensystem
konstant. Der verwendete Abstand ist auf eine maximale Belastung der Schiene ausgelegt.
[0006] Es kann unter anderem ein Bedarf an einem Schienensystem mit verbesserten Eigenschaften,
insbesondere beispielsweise einer verbesserten Materialausnutzung bestehen.
[0007] Einem solchen Bedarf kann durch ein Schienensystem für eine Aufzuganlage sowie ein
Verfahren zum Herstellen eines solchen Schienensystems gemäß den unabhängigen Ansprüchen
entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen
definiert und in der Beschreibung beschrieben.
[0008] Die Schiene ist nicht überall gleich belastet beziehungsweise wird nicht überall
maximal belastet. Daher weist ein herkömmliches Schienensystem an weniger belasteten
Stellen zu viele Verankerungseinrichtungen auf. Bei dem hier vorgestellten Ansatz
werden die Zwischenräume zwischen den Verankerungseinrichtungen an die tatsächliche
Belastung angepasst. Dadurch können weniger Verankerungseinrichtungen verwendet werden.
Durch den hier vorgestellten Ansatz kann der Materialbedarf für die Verankerungseinrichtungen
des Schienensystems um bis zu 25 Prozent gesenkt werden.
[0009] Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Schienensystem für eine Aufzuganlage vorgestellt,
wobei das Schienensystem zumindest eine vertikal ausgerichtete Schiene zum Führen
von vertikal beweglichen Komponenten der Aufzuganlage aufweist, wobei die Schiene
unter Verwendung von Verankerungseinrichtungen in unterschiedlichen Höhenpositionen
an zumindest einer im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Wand verankert ist und
Zwischenräume zwischen benachbarten Verankerungseinrichtungen überbrückt, wobei die
Längen der Zwischenräume zumindest in einem Teilbereich des Schienensystems in monoton
fallender Abhängigkeit von einer lokalen Belastung der Schiene variieren.
[0010] Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Herstellen eines
Schienensystems für eine Aufzuganlage vorgestellt, wobei das Schienensystem zumindest
eine vertikal ausgerichtete Schiene zum Führen von vertikal beweglichen Komponenten
der Aufzuganlage aufweist, wobei die Schiene unter Verwendung von Verankerungseinrichtungen
in unterschiedlichen Höhenpositionen an zumindest einer im Wesentlichen vertikal ausgerichteten
Wand verankert ist und Zwischenräume zwischen benachbarten Verankerungseinrichtungen
überbrückt. Wobei das Verfahren die Schritte aufweist:
- Berechnen von variierenden Längen der Zwischenräume für zumindest einen Teilbereich
der Schiene in monoton fallender Abhängigkeit von einer lokalen Belastung der Schiene,
- Anordnen der Verankerungseinrichtungen mit den berechneten Längen der Zwischenräume
an der Wand und
- Verbinden der Schiene mit den Verankerungseinrichtungen, um die variierenden Zwischenräume
zu überbrücken.
[0011] Eine Aufzuganlage kann eine Personentransportanlage sein. Die Aufzuganlage kann zumindest
eine Kabine aufweisen, die entlang eines Schienensystems der Aufzuganlage in vertikaler
Richtung auf und ab bewegt werden kann. Ein Gewicht der Kabine kann durch zumindest
ein Gegengewicht zumindest anteilig kompensiert sein. Das Gegengewicht kann ebenfalls
entlang des Schienensystems auf und ab bewegt werden. Die Kabine und das Gegengewicht
können durch Tragmittel, wie beispielsweise Seile oder Gurte miteinander verbunden
sein. Die Tragmittel können von einem Antriebssystem der Aufzuganlage bewegt werden,
um die Kabine aufwärtszubewegen, während das Gegengewicht abwärts bewegt wird, und
umgekehrt. Das Antriebssystem kann beispielsweise an einem oberen Ende des Schienensystems
angeordnet sein.
[0012] Das Schienensystem kann zumindest eine vertikale Schiene aufweisen, die sich durchgehend
über die komplette Aufzuganlage erstreckt. Die Schiene kann beispielsweise aus einem
Metallmaterial bestehen. Die Schiene kann aus einzelnen Abschnitten zusammengesetzt
sein. An einem unteren Ende der Schiene kann ein Grubenbereich angeordnet sein. Im
Grubenbereich kann die Schiene in einem Fundament der Aufzuganlage verankert sein.
Während eines bestimmungsgemäßen Betriebs der Aufzuganlage kann die Kabine innerhalb
eines über dem Grubenbereich befindlichen Fahrbereichs der Schiene bewegt werden.
Im Grubenbereich kann ein Puffer für die Kabine angeordnet sein. Bei einer Pufferfahrt
kann die Kabine im Grubenbereich auf den Puffer auffahren.
[0013] Das Schienensystem kann beispielsweise innerhalb eines Aufzugschachts eines Gebäudes
angeordnet sein. Das Schienensystem kann ebenfalls an einer Außenwand oder Innenwand
des Gebäudes angeordnet sein. Die Schiene kann über im Wesentlichen horizontal ausgerichtete
Verankerungseinrichtungen des Schienensystems mit dem Gebäude beziehungsweise der
Wand verbunden sein. Eine Verankerungseinrichtung kann als Schienenklammer beziehungsweise
Bracket bezeichnet werden. Die Verankerungseinrichtungen können mit dem Gebäude beziehungsweise
der Wand verschraubt sein. Eine Verankerungseinrichtung kann für eine oder mehrere
Schienen des Schienensystems verwendet werden.
[0014] Um die Schiene über den gesamten Bewegungsbereich abzustützen, weist das Schienensystem
eine Vielzahl von Verankerungseinrichtungen auf. Die Verankerungseinrichtungen sind
in unterschiedlichen Höhenpositionen entlang der Schiene angeordnet. Jeweils zwei
Verankerungseinrichtungen sind durch einen Zwischenraum voneinander beabstandet. Der
Zwischenraum stellt einen Abstand zwischen benachbarten Verankerungseinrichtungen
in vertikaler Richtung dar.
[0015] Die Verankerungseinrichtungen weisen hier variable Zwischenräume auf. Die Zwischenräume
zwischen Paaren von Verankerungseinrichtungen, die in vertikaler Richtung aufeinander
folgen, können sich um mehr als 1%, vorzugsweise mehr als 2%, 5% oder sogar mehr als
10% voneinander unterscheiden. Die Längen der Zwischenräume können dabei im Wesentlichen
abhängig von einer lokalen Belastung der Schiene sein. Die Längen der Zwischenräume
können unter Berücksichtigung der lokalen Belastung berechnet werden. Die Belastung
kann sich aus verschiedenen Kräften zusammensetzen. Die Kräfte können dabei in Richtung
der Schiene wirken. Ebenso können die Kräfte quer und/oder schräg zur Schiene wirken.
Die Belastung ergibt sich aus einer Summe der Kräfte.
[0016] Die Abhängigkeit der Länge der Zwischenräume von der lokalen Belastung ist dabei
monoton fallend. Monoton fallend beschreibt dabei eine Eigenschaft der Funktion, die
die Abhängigkeit der Länge der Zwischenräume von der lokalen Belastung beschreibt.
Die Länge der Zwischenräume nimmt für zunehmende Belastungen monoton ab. Das heißt
die Länge der Zwischenräume nimmt für zunehmende Belastungen entweder ab oder bleibt
zumindest gleich. Dies gilt insbesondere für die Belastung durch das Eigengewicht
der oberhalb angeordneten Schiene.
[0017] Die Verankerungseinrichtungen können unter Verwendung eines Bohrroboters an der Wand
befestigt werden. Zumindest können Löcher zum Befestigen der Verankerungseinrichtungen
durch den Bohrroboter gebohrt werden. Der Bohrroboter kann besonders einfach variierende
Zwischenräume herstellen, da ein Bohrkopf des Bohrroboters präzise gesteuert werden
kann. Der Bohrroboter kann einen vollständig variablen Bohrplan mit unterschiedlichen,
an die lokale Belastung angepassten Zwischenräumen präzise bohren.
[0018] Die Längen der Zwischenräume können an oder nahe einem unteren Ende des Teilbereichs
kleiner als an oder nahe einem oberen Ende des Teilbereichs sein. Am unteren Ende
des Teilbereichs kann die Belastung größer als am oberen Ende sein. Die Längen der
Zwischenräume können von unten nach oben zunehmen. Damit können am oberen Ende weniger
Verankerungseinrichtungen verwendet werden als am unteren Ende. Durch weniger Verankerungseinrichtungen
kann am oberen Ende Material eingespart werden.
[0019] Alternativ oder ergänzend können an die lokale Belastung angepasste Verankerungseinrichtungen
verwendet werden. Beispielsweise können die Verankerungseinrichtungen von unten nach
oben geringer dimensioniert werden. Durch die oben geringer dimensionierten Verankerungseinrichtungen
kann der Materialeinsatz ebenfalls reduziert werden.
[0020] Die Längen der Zwischenräume können stufenweise variieren. Dabei können über den
Teilbereich jeweils mehrere aufeinander folgende Zwischenräume gleich sein und anschließend
ein Sprung zu einem größeren oder kleineren Zwischenraum erfolgen. Die lokal gleichbleibenden
Zwischenräume können an eine mittlere lokale Belastung in dem Bereich angepasst sein.
Die lokal gleichbleibenden Zwischenräume können gut unter Verwendung einer Bohrschablone
gebohrt werden. Bei jedem Sprung des Zwischenraums kann eine andere Führung der Bohrschablone
verwendet werden. Alternativ können unterschiedliche Bohrschablonen verwendet werden.
Die Abhängigkeit der Länge der Zwischenräume von der lokalen Belastung ist dabei also
stufenweise monoton fallend.
[0021] Der Grubenbereich des Schienensystems und der genannte Teilbereich des Schienensystems
bilden gemeinsam mehr als die Hälfte der Länge des Schienensystems und insbesondere
im Wesentlichen die ganze Länge des Schienensystems bilden.
[0022] Das Schienensystem besteht also Einerseits im Wesentlichen aus dem Grubenbereich
und dem Teilbereich, in dem die Länge der Zwischenräume variiert ist. Andererseits,
kann der Fahrbereich aber auch weitere Teilbereiche umfassen. In diesen Teilbereichen
kann die Belastung zum Beispiel so klein sein, dass die Länge der Zwischenräume durch
andere Bedingungen, zum Beispiel die Länge eines einzelnen Schienenstückes, auf einen
maximalen Wert limitiert ist. In diesem Teilbereich nimmt dann die Länge der Zwischenräume
für zunehmende Belastungen nicht mehr zwingend monoton ab, sondern wechselt zum Beispiel
zwischen einem größeren Wert und einem kleineren Wert hin und her. Dieser Teilbereich
macht vorzugsweise weniger als die Hälfte des gesamten Schienensystems aus.
[0023] Die Längen der Zwischenräume können im Grubenbereich kleiner als im Teilbereich des
Schienensystems sein.
[0024] Im Grubenbereich können zusätzliche Verankerungseinrichtungen angeordnet sein. Im
Grubenbereich können mehr Verankerungseinrichtungen angeordnet sein, als aufgrund
der lokalen Belastung notwendig wäre. Die Verankerungseinrichtungen können im Grubenbereich
gleichmäßige Längen der Zwischenräume aufweisen. Im Grubenbereich kann die lokale
Belastung durch selten auftretende seitliche Lasten erhöht werden. Die seitlichen
Lasten können beispielsweise bei einer Pufferfahrt entstehen, wenn die Kabine während
der Pufferfahrt asymmetrisch beladen ist. Durch die asymmetrische Beladung entsteht
ein Drehmoment, wenn die Kabine auf den zentral im Grubenbereich angeordneten Puffer
trifft. Dieses Drehmoment wirkt als seitliche Kraft auf die Schiene ein und kann durch
die zusätzlichen Verankerungseinrichtungen in das Gebäude beziehungsweise die Wand
abgeleitet werden. Durch die zusätzlichen Verankerungseinrichtungen kann eine Beschädigung
der Schiene bei einer Pufferfahrt sicher vermieden werden.
[0025] Die Längen der Zwischenräume können im genannten Teilbereich monoton fallend abhängig
von einem lokal oberhalb angeordneten Eigengewichtes der Schiene sein. Das Eigengewicht
der Schiene kann der wesentliche Faktor der Belastung sein. Seitliche Lasten können
über den Teilbereich konstant sein. Die Schiene kann axial durch die Verankerungseinrichtungen
gleiten. Insbesondere kann die Schiene durch die Verankerungseinrichtung gleiten,
wenn eine axiale Kraft größer als eine Haltekraft der Verankerungseinrichtung ist.
Die Haltekraft kann kleiner als ein lokal oberhalb angeordnetes Eigengewicht der Schiene
sein. Die Schiene kann beispielsweise 22 Kilogramm pro Meter wiegen. Die Schiene kann
bei 300 bis 600 Newton durch die Verankerungseinrichtung rutschen, was einer Gewichtskraft
von 30 bis 60 Kilogramm entspricht. Die Verankerungseinrichtung kann die Schiene also
in horizontaler beziehungsweise seitlicher Richtung führen und in vertikaler beziehungsweise
axialer Richtung eine Bewegung der Schiene relativ zur Verankerungseinrichtung zulassen.
Durch die axiale Beweglichkeit trägt die Schiene lokal ihr oberhalb angeordnetes Eigengewicht,
das von oben nach unten kontinuierlich zunimmt. Am unteren Ende der Schiene kann das
Eigengewicht in das Fundament eingeleitet werden. Durch die vertikale Beweglichkeit
können beispielsweise Unterschiede in der Wärmeausdehnung der Schiene und des Gebäudes
und/oder Setzungen des Gebäudes ausgeglichen werden. Das lokal oberhalb angeordnete
Eigengewicht darf nicht größer als eine Knicklast sein. Die Knicklast kann die Last
sein, bei der die Schiene im Zwischenraum seitlich weg knickt. Die Knicklast kann
also diejenige Kraft oder Belastung umfassen, die in Richtung der Schiene wirkt. Die
Knicklast ist abhängig von einer freien Länge der Schiene zwischen zwei Verankerungseinrichtungen.
Die freie Länge entspricht dem Zwischenraum. Die Knicklast kann auch von einem Profil
der Schiene abhängig sein. Das Profil kann beispielsweise eine bevorzugte Knickrichtung
aufweisen. In der bevorzugten Knickrichtung weist die Schiene eine minimale Knicklast
auf. Bei der Formel für die Knicklast nach Euler ist die zulässige Knicklast proportional
zum Inversen der freien Länge der Schiene zwischen zwei Verankerungseinrichtungen
im Quadrat.
[0026] Die Längen der Zwischenräume können invers proportional zur Wurzel des lokal oberhalb
angeordneten Eigengewicht sein. Je größer das oberhalb angeordnete Eigengewicht ist,
umso kleiner können die Längen Zwischenräume sein. Durch einen invers proportionalen
Zusammenhang zur Wurzel des lokal oberhalb angeordneten Eigengewichtes ist in dem
Teilbereich der Schiene kein Zwischenraum gleich, da das oberhalb angeordnete Eigengewicht
abhängig von der Höhenposition des jeweiligen Zwischenraums ist.
[0027] Es wird darauf hingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung
hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen von Verfahren einerseits und
von Vorrichtungen andererseits beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass im Schutzumfang
der beigefügten Ansprüche die Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder
ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
[0028] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung beschrieben, wobei weder die Zeichnung noch die Beschreibung als die Erfindung
einschränkend auszulegen sind.
[0029] Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Schienensystems gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Die Figur ist lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen gleiche oder gleichwirkende Merkmale.
[0030] Fig. 1 zeigt eine Darstellung eines Schienensystems 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Das Schienensystem 100 weist zumindest eine vertikal ausgerichtete Schiene 102 und
eine Vielzahl von Verankerungseinrichtungen 104 auf. Die Verankerungseinrichtungen
104 verbinden die Schiene 102 mit zumindest einer Wand 106 eines Gebäudes. Die Verankerungseinrichtungen
104 verlaufen im Wesentlichen horizontal zwischen der Schiene 102 und der Wand 106.
[0031] In einem Teilbereich 108 des Schienensystems 100 sind die Verankerungseinrichtungen
104 mit belastungsabhängigen Zwischenräumen 110 angeordnet. Die Zwischenräume 110
sind dabei abhängig von einer lokalen Belastung 112 der Schiene 102. Die Schiene 102
überbrückt die Zwischenräume 110 frei.
[0032] Die Belastung 112 ist eine aus unterschiedlichen Kräften zusammengesetzte Gesamtkraft.
Dabei besteht die Belastung aus horizontalen Kräften und vertikalen Kräften.
[0033] Die Belastung 112 nimmt aufgrund eines Eigengewichts der Schiene 102 von oben nach
unten zu. Eine lokale Gewichtskraft der Schiene 102 summiert sich dabei aus allen
oberhalb angeordneten Anteilen der Schiene 102. Daher werden die Zwischenräume 110
im Teilbereich 108 von oben nach unten kleiner.
[0034] In einem Ausführungsbeispiel sind die Zwischenräume 110 in einem Grubenbereich 114
des Schienensystems 100 kleiner als im Teilbereich 108. Im Grubenbereich 114 sind
die Zwischenräume 110 im Gegensatz zum Teilbereich 108 konstant. Im Grubenbereich
verändern sich die Zwischenräume 110 nicht in Abhängigkeit von der lokalen Belastung
112. Im Grubenbereich 114 sind mehr Verankerungseinrichtungen 104 angeordnet, als
aufgrund der lokalen Belastung 112 erforderlich wäre.
[0035] In einem Ausführungsbeispiel sind die Verankerungseinrichtungen 104 unter Verwendung
von Clips 116 an der Schiene 102 geklemmt. Wenn eine Kraft in Richtung der Schiene
102 größer als eine Reibkraft des Clips 116 ist, rutscht die Schiene 102 in axialer
Richtung durch den Clip 116. So werden Setzungsbewegungen der Wand 106 nicht auf die
Schiene 102 übertragen. Ebenso kann die Schiene 102 bei Temperaturschwankungen schrumpfen
oder länger werden, ohne die Verankerungseinrichtungen 104 mit einer Scherkraft größer
als die Reibkraft zu belasten. Durch die Clips 116 ist die Schiene 102 schwimmend
gelagert. Das Eigengewicht der Schiene 102 ruht auf einem Fundament 118 des Schienensystems
100.
[0036] In einem Ausführungsbeispiel werden die Verankerungseinrichtungen 104 unter Verwendung
eines Roboters 120 montiert. Dabei werden die Zwischenräume 110 in Abhängigkeit von
der zu erwartenden Belastung 110 berechnet und der Roboter 120 bohrt Befestigungsmittel
für die Verankerungseinrichtungen 104 in entsprechenden Abständen in die Wand 106.
Anschließend werden die Verankerungseinrichtungen 104 befestigt, ausgerichtet und
die Schiene 102 mit den Verankerungseinrichtungen 104 verbunden.
[0037] Mit anderen Worten wird bei dem hier vorgestellten Ansatz die Distanz der Schienenklammern
(Brackets) für unterschiedliche Lasten angepasst. Bei höheren Lasten auf den Schienen
werden auch mehr Brackets, also in geringerem Abstand gesetzt.
[0038] Bisher sind die Brackets am ganzen Aufzug im gleichen Abstand verbaut. Außer im Grubenbereich.
Dort sind oft mehr Brackets verbaut, da dort bei einer Pufferfahrt extrem große Kräfte
in die Schiene eingeleitet werden.
[0039] Bei dem hier vorgestellten Ansatz vergrößert sich der Abstand von Bracket zu Bracket
von unten nach oben kontinuierlich, da die Drucklast und damit die Knickgefahr mit
zunehmender Höhe abnimmt. Ein Roboter kann sehr präzise einen Bohrplan einhalten.
Von Hand würde eher immer derselbe Abstand eingehalten.
[0040] Es werden ungleiche Befestigungshöhen der Führungsschiene (HF-Abstand) vorgestellt.
Anstatt den gleichen vertikalen Abstand zwischen zwei Halterungen in einem Schacht
über die gesamte Länge der Schiene zu haben, wird im unteren Teil des Schachts ein
kleinerer vertikaler Abstand und im oberen Teil des Schachts ein höherer vertikaler
Abstand verwendet. Es ist möglich, drei, vier oder mehr verschiedene vertikale Abstände
nach oben zu haben.
[0041] Dies ist nützlich, da oft die Knicklast den minimalen vertikalen Abstand und/oder
die Größe der Führungsschiene bestimmt. Dieses Knicken ist besonders im unteren Teil
des Schachts kritisch, da die auf die Schienen einwirkende Belastung aufgrund ihres
Eigengewichts in Richtung Schachtgrube zunimmt.
[0042] Durch einen größeren Abstand im oberen Bereich sind weniger Halterungen, Clips und
Trennbalken erforderlich, was zu geringeren Kosten führt.
[0043] Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend",
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, im Schutzumfang der beigefügten Ansprüche auch in Kombination mit anderen Merkmalen
oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können.
Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.
1. Schienensystem (100) für eine Aufzuganlage, wobei das Schienensystem (100) zumindest
eine vertikal ausgerichtete Schiene (102) zum Führen von vertikal beweglichen Komponenten
der Aufzuganlage aufweist, wobei die Schiene (102) unter Verwendung von Verankerungseinrichtungen
(104) in unterschiedlichen Höhenpositionen an zumindest einer im Wesentlichen vertikal
ausgerichteten Wand (106) verankert ist und Zwischenräume (110) zwischen benachbarten
Verankerungseinrichtungen (104) überbrückt, und, dass die Längen der Zwischenräume
(110) zumindest in einem Teilbereich (108) des Schienensystems (100) in monoton fallender
Abhängigkeit von einer lokalen Belastung (112) der Schiene (102) variieren, dadurch gekennzeichnet, dass ein Grubenbereich (114) des Schienensystems (100) und der genannte Teilbereich (108)
des Schienensystems (100) gemeinsam mehr als die Hälfte der Länge des Schienensystems
(100) bilden und insbesondere im Wesentlichen die ganze Länge des Schienensystems
(100) bilden.
2. Schienensystem (100) nach Anspruch 1, wobei die Längen der Zwischenräume (110) im
Grubenbereich (114) des Schienensystems (100) kleiner als im Teilbereich (108) des
Schienensystems (100) sind.
3. Schienensystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Längen der
Zwischenräume (110) im genannten Teilbereich (108) monoton fallend abhängig von einem
lokal oberhalb angeordneten Eigengewichtes der Schiene (102) sind.
4. Schienensystem (100) nach Anspruch 3, wobei die Längen der Zwischenräume (110) invers
proportional zur Wurzel des lokal oberhalb angeordneten Eigengewichtes sind.
5. Schienensystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Längen der
Zwischenräume (110) an einem unteren Ende des Teilbereichs (108) kleiner als an einem
oberen Ende des Teilbereichs (108) sind.
6. Schienensystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Längen der
Zwischenräume (110) stufenweise variieren.
7. Verfahren zum Herstellen eines Schienensystems (100) für eine Aufzuganlage, wobei
das Schienensystem (100) zumindest eine vertikal ausgerichtete Schiene (102) zum Führen
von vertikal beweglichen Komponenten der Aufzuganlage aufweist, wobei die Schiene
(102) unter Verwendung von Verankerungseinrichtungen (104) in unterschiedlichen Höhenpositionen
an zumindest einer im Wesentlichen vertikal ausgerichteten Wand (106) verankert ist
und Zwischenräume (110) zwischen benachbarten Verankerungseinrichtungen (104) überbrückt,
aufweisend die Schritte:
- Berechnen von variierenden Längen der Zwischenräume (110) für zumindest einen Teilbereich
(108) der Schiene (108) in monoton fallender Abhängigkeit von einer lokalen Belastung
(112) der Schiene,
- Anordnen der Verankerungseinrichtungen (104) mit den berechneten Längen der Zwischenräume
(110) an der Wand (106) und
- Verbinden der Schiene (102) mit den Verankerungseinrichtungen (104), um die variierenden
Zwischenräume (110) zu überbrücken dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Zwischenräume (110) invers proportional zur Wurzel des lokal oberhalb
angeordneten Eigengewichtes der Schiene berechnet sind.
8. Verfahren nach Anspruch 7, weiter aufweisend den Schritt:
- Anordnen der Verankerungseinrichtungen (104) mithilfe eines Roboters (120) an der
Wand (106).
1. A rail system (100) for an elevator system, wherein the rail system (100) has at least
one vertically aligned rail (102) for guiding vertically movable components of the
elevator system, wherein the rail (102) is anchored at different height positions
on at least one substantially vertically aligned wall (106) using anchoring devices
(104) and bridges interspaces (110) between adjacent anchoring devices (104), characterized in that the lengths of the interspaces (110) vary in a monotonically decreasing manner depending
on a local load (112) on the rail (102) at least in a section (108) of the rail system
(100), characterized in that a pit region (114) of the rail system (100) and the mentioned section (108) of the
rail system (100) jointly form more than half the length of the rail system (100)
and in particular substantially form the entire length of the rail system (100).
2. The rail system (100) according to claim 1, wherein the lengths of the interspaces
(110) in the pit region (114) of the rail system (100) are smaller than in the section
(108) of the rail system (100).
3. The rail system (100) according to any of the preceding claims, wherein the lengths
of the interspaces (110) are monotonically decreasing in the mentioned section (108)
depending on a dead weight of the rail (102) arranged locally above.
4. The rail system (100) according to claim 3, wherein the lengths of the interspaces
(110) are inversely proportional to the root of the dead weight arranged locally above.
5. The rail system (100) according to any of the preceding claims, wherein the lengths
of the interspaces (110) are smaller at a lower end of the section (108) than at an
upper end of the section (108).
6. The rail system (100) according to any of the preceding claims, wherein the lengths
of the interspaces (110) vary in steps.
7. A method for producing a rail system (100) for an elevator system, wherein the rail
system (100) has at least one vertically aligned rail (102) for guiding vertically
movable components of the elevator system, wherein the rail (102) is anchored at different
height positions on at least one substantially vertically aligned wall (106) using
anchoring devices (104) and bridges interspaces (110) between adjacent anchoring devices
(104), comprising the steps of:
- calculating varying lengths of the interspaces (110) for at least one section (108)
of the rail (108) decreasing monotonically depending on a local load (112) on the
rail,
- arranging the anchoring devices (104) with the calculated lengths of the interspaces
(110) on the wall (106), and
- connecting the rail (102) to the anchoring devices (104) in order to bridge the
varying interspaces (110), characterized in that the length of the interspaces (110) is calculated inversely proportionally to the
root of the dead weight arranged locally above of the rail.
8. The method according to claim 7 or 8, further comprising the step of:
- arranging the anchoring devices (104) with the aid of a robot (120) on the wall
(106).
1. Système à rail (100) pour une installation d'ascenseur, dans lequel le système à rail
(100) présente au moins un rail (102) orienté verticalement pour le guidage de composants
pouvant se déplacer verticalement de l'installation d'ascenseur, dans lequel le rail
(102) est ancré, à l'aide de dispositifs d'ancrage (104), à différentes positions
en hauteur sur au moins une paroi (106) orientée sensiblement verticalement et recouvre
des espaces intermédiaires (110) entre des dispositifs d'ancrage (104) adjacents,
et en ce que les longueurs des espaces intermédiaires (110) varient au moins dans
une zone partielle (108) du système à rail (100) en fonction décroissante monotone
d'une charge locale (112) du rail (102), caractérisé en ce qu'une zone formant fosse (114) du système à rail (100) et ladite zone partielle (108)
du système à rail (100) forment conjointement plus de la moitié de la longueur du
système à rail (100) et forment en particulier sensiblement toute la longueur du système
à rail (100).
2. Système à rail (100) selon la revendication 1, dans lequel les longueurs des espaces
intermédiaires (110) dans la zone formant fosse (114) du système à rail (100) sont
inférieures à celles dans la zone partielle (108) du système à rail (100).
3. Système à rail (100) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les longueurs
des espaces intermédiaires (110) dans ladite zone partielle (108) dépendent de manière
décroissante et monotone d'un poids propre au rail (102), lequel poids propre est
disposé localement en contre-haut.
4. Système à rail (100) selon la revendication 3, dans lequel les longueurs des espaces
intermédiaires (110) sont inversement proportionnelles à la racine du poids propre
disposé localement en contre-haut.
5. Système à rail (100) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les longueurs
des espaces intermédiaires (110) sont plus petites au niveau d'une extrémité inférieure
de la zone partielle (108) qu'au niveau d'une extrémité supérieure de la zone partielle
(108).
6. Système à rail (100) selon l'une des revendications précédentes, dans lequel les longueurs
des espaces intermédiaires (110) varient par paliers.
7. Procédé de fabrication d'un système à rail (100) pour une installation d'ascenseur,
dans lequel le système à rail (100) présente au moins un rail (102) orienté verticalement
pour le guidage de composants pouvant se déplacer verticalement de l'installation
d'ascenseur, dans lequel le rail (102) est ancré, à l'aide de dispositifs d'ancrage
(104), à différentes positions en hauteur sur au moins une paroi (106) orientée sensiblement
verticalement et recouvre des espaces intermédiaires (110) entre des dispositifs d'ancrage
(104) adjacents, présentant les étapes consistant à :
- calculer des longueurs variables des espaces intermédiaires (110) pour au moins
une zone partielle (108) du rail (108) en fonction décroissante monotone d'une charge
locale (112) du rail,
- disposer les dispositifs d'ancrage (104) avec les longueurs calculées des espaces
intermédiaires (110) sur la paroi (106), et
- relier le rail (102) aux dispositifs d'ancrage (104) afin de recouvrir les espaces
intermédiaires (110) variables, caractérisé en ce que la longueur des espaces intermédiaires (110) est calculée de manière inversement
proportionnelle à la racine du poids propre au rail, lequel poids propre est disposé
localement en contre-haut.
8. Procédé selon la revendication 7, présentant l'étape consistant à :
- disposer des dispositifs d'ancrage (104) sur la paroi (106) à l'aide d'un robot
(120).