[0001] Die Erfindung betrifft eine Kartusche für ein rotationsbasiertes und einen Wärmeeintrag
nutzendes Analyseverfahren.
[0002] Rotationsbasierte Analyseverfahren werden im medizinischen Bereich unter Nutzung
sogenannter Kartuschen, die eine, oftmals mikrofluidische, Kanal- und Kammerstruktur
aufweisen, angewendet. Meist kommen sie zum Einsatz, um Erbgut, meist in Form von
DNA (Desoxyribonukleinsäure oder englisch: desoxyribonucleic acid) oder RNA (Ribonukleinsäure
bzw. ribonucleic acid), - neben wissenschaftlichen Erbgutanalysen und dergleichen
- zur Untersuchung auf vorliegende Krankheiten zu analysieren oder zum Nachweis von
Krankheitserregern überhaupt zu detektieren. Dazu müssen ausgehend von einer Probe
- z. B. einem Abstrich, einer Blutprobe oder dergleichen - spezifische Bereiche darin
enthaltenen Erbguts (DNA oder RNA) vervielfältigt werden. Im Fall des Nachweises oder
der Analyse von RNA in einer Probe (z. B. zum Nachweis eines Virus) wird diese zunächst
durch die sogenannte "reverse transcription" in DNA umgeschrieben und anschließend
vervielfältigt.
[0003] Zur Vervielfältigung der DNA wird üblicherweise die sogenannte Polymerase-Kettenreaktion
(kurz: PCR) in einem flüssigen Reaktionsansatz angewendet. Die DNA liegt typischerweise
in Form einer Doppelhelix-Struktur, bestehend aus zwei komplementären DNA Einzelsträngen,
vor. Bei der PCR wird die DNA zunächst durch eine erhöhte Temperatur des flüssigen
Reaktionsansatzes zwischen typischerweise 90-96 Grad Celsius in zwei Einzelstränge
aufgetrennt ("Denaturierungs-Phase").
[0004] Anschließend wird die Temperatur wieder gesenkt ("Annealing-Phase", typischerweise
in einen Bereich von 50-70 °C), um eine spezifische Anlagerung von sogenannten Primer-Molekülen
an die Einzelstränge zu ermöglichen. Die Primer-Moleküle sind komplementäre, kurze
DNA-Stränge, die an einer definierten Stelle an den Einzelsträngen der DNA anbinden.
Die Primer-Moleküle (auch kurz: "Primer") dienen als Startpunkt für ein Enzym, der
sogenannten Polymerase, das in der sogenannten Elongations-Phase die Grundbausteine
("dNTPs") komplementär zur vorliegenden DNA-Sequenz des Einzelstranges auffüllt. Dabei
entsteht ausgehend von dem Primer Molekül wieder eine doppelsträngige DNA. Die Elongation
wird typischerweise bei der gleichen Temperatur wie bei der Annealing-Phase oder bei
einer leicht erhöhten Temperatur, typischerweise zwischen 65 und 75 °C, durchgeführt.
Nach der Elongation wird die Temperatur wieder für die Denaturierungsphase erhöht.
[0005] Dieses Zyklieren der Temperatur im flüssigen Reaktionsansatz zwischen den zwei bis
drei Temperaturbereichen wird "PCR-Thermocycling" genannt und typischerweise in 30
und 50 Zyklen wiederholt. In jedem Zyklus wird der spezifische DNA-Bereich vervielfältigt.
Typischerweise wird das Thermocycling des flüssigen Reaktionsansatzes in einem Reaktionsgefäß
durch die Kontrolle der äußeren Temperatur umgesetzt. Das Reaktionsgefäß befindet
sich dabei z. B. in einem Thermoblock, in dem das PCR-Thermocycling durch Heizen und
Kühlen eines sich mit dem Reaktionsgefäß in thermischen Kontakt befindlichen Festkörper
umgesetzt und dabei Wärme der Flüssigkeit zu- und aus dieser abgeführt wird. Alternative
Heiz- und Kühlkonzepte zur Umsetzung des PCR-Thermocyclings sind unter anderem die
Temperaturkontrolle von Fluiden (insbesondere Luft und Wasser), welche das Reaktionsgefäß
umströmen sowie strahlungsbasierte Konzepte, z. B. durch Einbringung von Wärme durch
IR-Strahlung oder Laserstrahlung. Im Fall der rotationsbasierten Verfahren wird als
Reaktionsgefäß bspw. eine Kammer in der vorstehend genannten Kartusche herangezogen
und entsprechend aufgeheizt. Zusätzlich wird die Kartusche, die meist etwa scheibenartig
ausgebildet ist, rotiert.
[0006] Alternativ zu dem vorstehend beschriebenen PCR-Thermocycling kommen auch Verfahren
wie z. B. isothermale Amplifkation und isothermale Immunoessays als Verfahren zur
Analyse (Vervielfältigung) von DNA (oder RNA) bzw. zur Untersuchung auf Krankheiten
zum Einsatz.
[0007] Teilweise weist die Kartusche auch "Anbauteile" auf, die zur Stabilisierung, zur
besseren Handhabung oder auch zur Unterstützung der Temperaturführung dienen. Aufgrund
der teilweise hohen Rotationsgeschwindigkeit und/oder Temperatureinwirkung kann es
allerdings zum (zumindest teilweisen) Lösen dieser Anbauteile kommen.
[0009] Der Erfindung lieg die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Kartusche anzugeben.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Kartusche, die für ein rotationsbasiertes
Analyseverfahren eingerichtet und vorgesehen ist und die die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist. Vorteilhafte und teils für sich erfinderische Ausführungsformen und Weiterentwicklungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung dargelegt.
[0011] Die erfindungsgemäße Kartusche ist zur Verwendung in einem rotationsbasierten und
einen, vorzugsweise einseitigen, Wärmeeintrag nutzenden Analyseverfahren eingerichtet
und vorgesehen. Dazu weist die Kartusche einen flächig, d. h. insbesondere im Wesentlichen
zweidimensional, erstreckten Grundkörper auf, in dem eine, insbesondere mikrofluidische,
Kanal- und Kammerstruktur ausgebildet ist, in deren Rahmen vorzugsweise mehrere (Prozess-)
Kammern mittels Kanälen untereinander verbunden sind. Des Weiteren weist die Kartusche
einen an dem Grundkörper befestigten Abdeckkörper auf, der einseitig auf einer einer
Wärmeeintragsseite abgewandten Oberseite des Grundkörpers angeordnet ist und zumindest
eine ("Prozess"-) Kammer der Kanal- und Kammerstruktur des Grundkörpers überdeckt.
Der Grundkörper und/oder der Abdeckkörper weisen dabei eine Anzahl von Halteöffnungen
auf. Der Abdeckkörper bzw. der Grundkörper (bspw. also entsprechend umgekehrt) weisen
eine Anzahl von jeweils einer der gegebenenfalls mehreren Halteöffnungen zugeordneten
Rasthaken auf. Der (oder im Fall von
[0012] mehreren Rasthaken der jeweilige) Rasthaken steht dabei mit einem (vorzugsweise geradlinigen
und langgestreckten) "Fußschenkel" von dem Abdeckkörper bzw. dem Grundkörper in Richtung
auf das entsprechend andere Bauelement (also auf den Grundkörper bzw. den Abdeckkörper)
vor. Mithin "fußt" der Fußschenkel auf dem Abdeckkörper bzw. dem Grundkörper. Der
Fußschenkel geht dabei in ein U-artig gebogenes Mittelteil über, das wiederum in einen
(vorzugsweise geradlinigen und langgestreckten) Freischenkel übergeht. Dieser Freischenkel
ist dabei zurück in Richtung auf den Abdeckkörper bzw. den Grundkörper gerichtet und
mit einem Freiende abgeschlossen. Der (oder der jeweilige) Rasthaken weist außerdem
freiendseitig einen Absatz mit einer Rastfläche auf, die (d. h. eine von der Rastfläche
in die Umgebung weisende Normale) in Richtung auf das Freiende gerichtet ist. Der
(oder der jeweilige) Rasthaken durchgreift (im bestimmungsgemäßen Montagezustand der
Kartusche) mit dessen U-artig gebogenen Mittelteil die zugeordnete Halteöffnung unter
Ausbildung der Rastverbindung.
[0013] Im Vergleich zu einem herkömmlichen Rasthaken wird der erfindungsgemäße Rasthaken
(zumindest dessen Freiende) bei Belastung des Abdeckkörpers in Demontagerichtung vorteilhafterweise
nicht (oder zumindest nicht im Wesentlichen) auf Zug, sondern vielmehr auf Druck sowie
gegebenenfalls auch auf Biegung und/oder Scherung belastet. Dies führt zu einem anderen
(elastischen sowie gegebenenfalls plastischen) Deformationsverhalten, was eine "Entclipsung",
also ein (insbesondere unerwünschtes) Lösen der Rastfläche von ihrem Gegenstück, vorteilhafterweise
erschwert. Auch bei einer Belastung in Flächenrichtung des Grundkörpers und insbesondere
auch des Abdeckkörpers wird so vorteilhafterweise eine einem Lösen der Verbindung
entgegenwirkende Deformation ermöglicht. Eine solche Belastung kann bspw. aufgrund
von unterschiedlichen Wärmeausdehnungen des Abdeckkörpers und des Grundkörpers und/oder
aufgrund von Fliehkräften während der Rotation auftreten.
[0014] Unter "mikrofluidisch" wird insbesondere eine Struktur verstanden, die zur Führung
eines Fluids eingerichtet und vorgesehen ist sowie deren kleinste räumliche Erstreckung
(bspw. also die Breite und/oder Tiefe eines Kanals oder einer Kammer) im Bereich von
weniger als einem Millimeter liegt
[0015] Besonders bevorzugt stehen der Fußschenkel und der Freischenkel in einem Winkel größer
Null und kleiner 90 Grad (vorzugsweise von weniger als 60, bevorzugt von weniger als
45 Grad) zueinander. Bei einer Betrachtung entlang der Fläche des Grundkörpers bzw.
Abdeckkörpers ergibt sich dabei ein zumindest gedachtes, insbesondere an einem Schenkel
(dem Freischenkel) geöffnetes Dreieck. Wird nun der geöffnete Schenkel des Dreiecks
belastet, verschiebt sich auch der mit diesem verbundene Fußschenkel. Aufgrund dieser
mechanischen Verkettung ergibt sich - zumindest bei Belastung - eine vorteilhafte
Verspreizung des Rasthakens in der Halteöffnung, die sogar eher zu einer Steigerung
der Rastwirkung als denn zu deren Verringerung oder gar zu einem Lösen führen kann.
[0016] Optional ist der (oder der jeweilige) Rasthaken mit dessen "Dreieckebene", also der
durch den Fuß- und den Freischenkel aufgespannten Ebene, in einer zu erwartenden Belastungsrichtung,
insbesondere in einer Fliehkraftrichtung ausgerichtet. Dadurch erfolgt insbesondere
zumindest meist eine Belastung des Rasthakens, die zu einer Auslenkung des Freischenkels
in Richtung auf den Fußschenkel (oder umgekehrt) führt. Aufgrund der obenstehenden
Verkettung dieser beiden Schenkel wird dadurch die Rastwirkung sogar begünstigt, bspw.
da eine solche Auslenkung zu einer Verspannung der beiden Schenkel gegeneinander führen
kann. Alternativ sind mehrere Rasthaken vorhanden, die jeweils unterschiedlich gegen
die Fliehkraftrichtung angestellt sind.
[0017] In einer zweckmäßigen Ausführung weist die (oder die jeweilige) Halteöffnung eine
Anlagefläche auf, an der der Fußschenkel mit seiner (vom Freischenkel abgewandten)
Rückenseite zumindest teilweise anliegt. Alternativ kann die Rückenseite auch einen
geringfügigen Abstand zu der Anlagefläche aufweisen. Als geringfügiger Abstand wird
hierbei ein Abstandswert verstanden, der in Bezug auf die Dicke (also den Querschnitt)
des Rasthakens, auf den Federweg oder dergleichen klein ist. Dieser geringfügige Abstand
stellt also insbesondere ein geringes Spiel des Rasthakens in der Halteöffnung dar.
Durch das Anliegen oder den geringfügigen Abstand können somit vorteilhafterweise
bereits geringfügige Bewe- gungen des Abdeckkörpers und des Grundkörpers relativ zueinander
zu einer Deformation und damit vorteilhafterweise einer zusätzlichen Verspreizung
des Rasthakens in der Halteöffnung führen.
[0018] In einer weiteren zweckmäßigen Ausführung steht an der Rückenseite des Rasthakens,
vorzugsweise am Übergang des Fußschenkels zum Mittelteil, ein Kontaktvorsprung (auch
als "Nase" bezeichnet) vor. Diese Nase ist dabei derart ausgestaltet, dass die Rückenseite
"verlängert" wird (insbesondere gegenüber einem gedachten oder "idealen" Rundungsverlauf
des Mittelteils) und dabei optional im Bereich der Nase auch in Richtung auf die Anlagefläche
vorsteht. Dadurch kann sich der Rasthaken bei Belastung in Demontagerichtung noch
besser an der Anlagefläche abstützen und insbesondere verkeilen.
[0019] In einer optionalen Ausgestaltung weist der Rasthaken an seiner Rückenseite außerdem
auch einen zur Außenseite vorstehenden Buckel auf. Dieser bildet mithin eine wellenartige
Erhebung auf der Rückenseite. Die Wellenlänge ist dabei im Vergleich zur Länge des
Fußschenkels kurz, bspw. um ein Vielfaches (bspw. das 3- oder 5-Fache) kleiner. Dieser
Buckel dient insbesondere als Entformungshilfe für die vorzugsweise spritzgießtechnische
Herstellung des Abdeckkörpers. Dabei verhindert der Buckel vorteilhafterweise in vorzeitiges
Entformen des Rasthakens, was zu einer unerwünschten Deformation führen könnte. Außerdem
kann der Buckel vorteilhafterweise einen Kontakt zwischen der Anlagefläche und dem
Rasthaken initiieren. Optional liegt dabei im bestimmungsgemäßen, nicht durch externe
Einwirkungen belasteten Montagezustand bereits ein Kontakt zwischen dem Buckel und
der Anlagefläche vor.
[0020] In einer bevorzugten Ausführung liegt der Rasthaken mit seiner Rastfläche an einer
Rastschulter an. Diese Rastschulter steht dabei, insbesondere von einer der Anlagefläche
gegenüberliegenden Rastseite der Halteöffnung, in die Halteöffnung vor.
[0021] Vorzugsweise ist der oder der jeweilige Rasthaken im bestimmungsgemäßen, unbelasteten
Montagezustand in der Halteöffnung verspannt. Insbesondere liegt der Rasthaken also
rückseitig und vorderseitig (d. h. mit seiner Rastfläche) an der Anlagefläche bzw.
der Rastschulter der Halteöffnung an und ist dabei zumindest geringfügig elastisch
deformiert. Dadurch kann bereits eine geringfügige Verschiebung des Abdeckkörpers
relativ zum Grundkörper zur oben beschriebenen Auslenkung des Rasthakens führen. Ein
"Klappern" des Abdeckkörpers aufgrund einer Spielpassung kann somit effektiv unterbunden
werden, so dass ein qualitativ hochwertiger Eindruck erzielt werden kann.
[0022] In einer zweckmäßigen Ausführung ist die oder die jeweilige Halteöffnung in einem
von dem Grundkörper oder dem Abdeckkörper in Richtung auf das entsprechend andere
Bauelement vorstehenden Haltedom ausgebildet. Dies ist insbesondere für Fälle zweckmäßig,
in denen sowohl der Grundkörper als auch der Abdeckkörper vergleichsweise dünnwandig
ausgebildet sind, aber ein vorgegebener Abstand zwischen beiden eingehalten werden
muss. Der Haltedom kann dabei bspw. als Abstandhalter fungieren. Vorzugsweise ist
die vorstehend beschriebene Rastschulter am dem dem gegenüberliegenden Bauelement
zugewandten Ende ausgebildet. Dadurch kann das U-artig gebogene Mittelteil das Rasthakens
innerhalb des Haltedoms verbleiben ohne an der gegenüberliegenden (Rück-) Seite des
Grundkörpers bzw. des Abdeckkörpers hervorzutreten. Dadurch kann diese Seite des Grundkörpers
bzw. des Abdeckkörpers mit einem Aufkleber, bspw. einem Etikett, oder dergleichen
versehen werden, ohne dass eine Aufwölbung dessen erfolgt.
[0023] In einer zweckmäßigen Weiterbildung weist der Abdeckkörper oder der Grundkörper (in
jedem Fall der Körper, der auch den Rasthaken aufweist) wenigstens einen, insbesondere
rippenartigen, Vorsprung auf. Dieser ist vorzugsweise einem der gegebenenfalls mehreren
Rasthaken zugeordnet und benachbart zum diesem angeordnet. Der Vorsprung greift dabei
- im bestimmungsgemäßen Montagezustand - außenseitig zur Zentrierung an den Haltedom
an, d. h. liegt an dem Haltedom an. Der Vorsprung dient dabei als Einführhilfe (für
den Rasthaken in die Halteöffnung) und/oder als Verschiebehemmnis während des Betriebs.
In letzterem Fall vermindert oder unterbindet der an dem Haltedom anliegende Vorsprung
eine Verschiebung des Haltedoms auf den Rasthaken zu. Für den Fall, dass der
[0024] Grundkörper bzw. der Abdeckkörper mehrere Haltöffnungen und der Abdeckkörper bzw.
der Grundkörper entsprechend umgekehrt mehrere Rasthaken aufweisen, können mehrere,
den jeweiligen Rasthaken zugeordnete Vorsprünge eine Verschiebung des Abdeckkörpers
relativ zu dem Grundkörper (insbesondere bei verschieden ausgerichteten Kontaktnormalen
zwischen Haltdomen und Vorsprüngen) besonders effektiv unterbinden.
[0025] In einer bevorzugten Ausführung handelt es sich bei der von dem Abdeckkörper überdeckten
(Prozess-) Kammer um eine Amplifikationskammer, insbesondere eine sogenannte Voramplifikationskammer,
zur Vervielfältigung von Erbgut. In einer solchen Voramplifikationskammer wird in
einer Probe enthaltenes Erbgut vervielfältigt, um in einem späteren Verfahrensschritt
eine ausreichende Menge an Erbgut für unterschiedliche Testverfahren (bspw. weitere
Amplifikationen) oder für eine statistisch hinreichend absicherbare Untersuchung hin
zur Verfügung zu haben.
[0026] In einer zweckmäßigen Ausführung deckt der Abdeckkörper die Oberseite des Grundkörpers
zumindest näherungsweise (d. h. insbesondere alle Kammern und Kanäle) vollständig
ab.
[0027] In einer vorteilhaften Ausführung weist der Abdeckkörper einen in Richtung auf die
Oberseite des Grundkörpers vorstehenden und die überdeckte Kammer, insbesondere die
vorstehend genannte Amplifikationskammer, umrandenden Rahmensteg auf. Dadurch wird
eine Konvektion parallel zur Oberfläche des Grundkörpers, insbesondere also ein zwischen
der Oberfläche des Grundkörpers und dem Abdeckkörper verlaufender Luftstrom zumindest
über die zu überdeckende Kammer, vorzugsweise die vorstehend genannte (Vor-) Amplifikationskammer,
hinweg unterbunden oder weitestgehend verringert. Dadurch lässt sich eine besonders
hohe Homogenität der Temperatur (oder anders ausgedrückt eine besonders geringe Temperaturabweichung)
innerhalb der Kammer (bei einem "quasistationären" Zustand, insbesondere nach vergleichsweise
langer Haltezeit der Prozesspa- rameter, d. h. Heiztemperatur und Rotationsgeschwindigkeit,
von bspw. 30 Sekunden aufwärts) erreichen. Insbesondere können Temperaturunterschiede
unter 10 Kelvin, vorzugsweise unter 5, insbesondere um etwa 2 Kelvin erreicht werden.
[0028] Der Grundkörper der Kartusche ist vorzugsweise aus einem, insbesondere thermoplastischen,
Substrat, in das die Kanal- und Kammerstruktur eingeformt ist, und einer Siegelschicht,
insbesondere einer Siegelfolie, die nach einem Siegelschritt fest mit dem Substrat
verbunden ist und somit die Kanal- und Kammerstruktur verschließt, gebildet.
[0029] In einer weiteren bevorzugten Ausführung ist der Grundkörper aus einem Cycloolefincopolymer
(COC) und der Abdeckkörper aus einem anderen, insbesondere thermoplastischen, Kunststoff,
vorzugsweise einem Polypropylen (PP), ausgebildet. Vorzugsweise ist dabei der Rasthaken
am Abdeckkörper ausgeformt, da dessen Material hinsichtlich der Deformationsfähigkeit
günstigere Eigenschaften als das des Grundkörpers aufweist.
[0030] Die Konjunktion "und/oder" ist hier und im Folgenden insbesondere derart zu verstehen,
dass die mittels dieser Konjunktion verknüpften Merkmale sowohl gemeinsam als auch
als Alternativen zueinander ausgebildet sein können.
[0031] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1 in einer schematischen Explosionsdarstellung eine Kartusche zur Verwendung
in einem rotationsbasierten Analyseverfahren,
Fig. 2 in einer schematischen Draufsicht auf eine Wärmeeintragsseite einen Grundkörper
der Kartusche,
Fig. 3 in einer schematischen Ansicht auf eine Unterseite einen Abdeckkörper der Kartusche,
Fig. 4 in einer perspektivischen Teilschnittansicht ausschnitthaft und schematisch
eine Verbindungsstelle zwischen dem Grundkörper und dem Abdeckkörper,
Fig. 5, 6 in einer Teilschnittansicht ausschnitthaft und schematisch die Verbindungsstelle
zweier unterschiedlicher Ausführungsbeispiele, und
Fig. 7, 8 in Ansicht gemäß Fig. 5 jeweils schematisch einen unmontierten und einen
montierten Zustand von Grundkörper und Abdeckkörper.
[0032] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0033] In Fig. 1 ist schematisch ein als "Kartusche" - oder aufgrund der flachen, einer
halbierten Kreisscheibe angenäherten Geometrie kurz auch als "Disk 1" - bezeichneter
Probenbehälter dargestellt. Diese Disk 1 dient zum Einsatz in einem rotationsbasierten
Analyseverfahren. Die Disk 1 weist einen Grundkörper 2 (auch als "Substrat" bezeichnet)
auf, der eine mikrofluidische Kanal- und Kammerstruktur 4 aufweist. Diese Kanal- und
Kammerstruktur 4 weist wiederum mehrere im Folgenden näher beschriebene Kammern 6
auf, die mittels jeweils zugeordneter Kanäle 8 untereinander verbunden sind (vgl.
Fig. 2). Im unmontierten Zustand bilden die Kammern 6 und Kanäle 8 jeweils "offenliegende",
becken- bzw. rinnenartige Vertiefungen in dem Grundkörper 2. Die Disk 1 weist daher
auch eine Siegelfolie 10 (oder auch: "Siegelschicht") auf, die auf den mikrofluidischen
Grundkörper 2 heißgesiegelt wird und damit die Kanal- und Kammerstruktur 4 von einer
im Folgenden als "Wärmeeintragsseite 12" bezeichneten Seite her verschließt (s. Fig.
1 ). Der Grundkörper 2 weist einen seitlichen Zugang 14 zur Kanal- und Kammerstruktur
4 auf, durch den hindurch Probenmaterial in die Kanal- und Kammerstruktur 4 eingebracht
werden kann. Dieser Zugang 14 ist reversibel mittels einer Kappe 16 (hier konkret
ein Schraubdeckel) verschließbar, um die Einbringung des Probenmaterials und ein nachfolgendes
Wiederverschließen zu ermöglichen. Die Disk 1 weist außerdem einen Abdeckkörper, im
Folgenden kurz als "Cover 18" bezeichnet, auf, der auf einer "Oberseite 20" (oder
auch "rückseitig" zur Wärmeeintragsseite 12) auf den Grundkörper 2 aufgesetzt und
im vorliegenden Ausführungsbeispiel mittels (in Fig. 1 nur angedeuteten, in Fig. 4-8
detailliert dargestellten) Rasthaken 22 in korrespondierenden Halteöffnungen 24 des
Grundkörpers 2 an diesem fixiert wird. Das Cover 18 weist ein erstes und ein zweites
Auslesefenster 26 bzw. 28 auf, durch die hindurch der Inhalt darunterliegender Kammern
6 des
[0034] Grundkörpers 2 abgelesen und damit analysiert (bspw. mittels Fluoreszenzdetektion)
oder zumindest kontrolliert werden kann.
[0035] In einer optionalen (hier dargestellten) Variante weist die Disk 1 auch ein (hier
zweiteiliges, vorzugsweise selbstklebendes) Label 30 auf, das auf das Cover 18 aufgebracht
ist. Das Label 30 ist dabei so ausgestaltet, dass es das Auslesen durch die Auslesefenster
26 und 28 ermöglicht. In einer optionalen Weiterbildung dieser Variante weist das
Label 30 transparente Bereiche auf, die die Auslesefenster 26 und 28 überdecken. Zweckmäßigerweise
sind diese transparenten Bereiche nicht mit Klebstoff versehen - d. h. von Klebstoff
ausgespart -, damit die Fluoreszenzdetektion nicht durch womöglich lumineszierenden
Klebstoff beeinflusst wird.
[0036] Im Cover 18 sind seitlich Rücksprünge 32 in einer Seitenwand 34 eingeformt, die eine
Ausrichtung und Positionierung der Disk 1 in einem automatischen Einzug eines Analysegeräts
ermöglichen.
[0037] Der Grundkörper 2 weist mehrere (hier konkret zwei) Durchbrüche 36 auf, die zur eindeutigen
Ausrichtung und Positionierung der Disk 1 auf einer Trägerplatte (im Folgenden als
"Drehteller" bezeichnet) des Analysegeräts dienen. In diese Durchbrüche 36 greifen
zur Positionierung und Fixierung in einer Drehebene, die parallel zur Oberfläche des
Drehtellers und zur Wärmeeintragsseite 12 (und somit zur flächigen Erstreckung) der
Disk 1 liegt, Positionsstifte des Drehtellers ein.
[0038] Der Drehteller des Analysegeräts dient zur Zentrifugation, d. h. zur Rotation der
Disk 1 um eine Rotationsachse. Der Drehteller ist dabei dazu eingerichtet, optional
zwei Disks 1 aufnehmen zu können und ist deshalb um 180 Grad drehsymmetrisch aufgebaut
(s. Fig. 3). Außerdem trägt der Drehteller mehrere Heizelemente, die zur lokalen Erwärmung
einzelner Kammern 6 der Kanal- und Kammerstruktur 4 der Disk 1 dienen und deshalb
in ihrer Außenkontur den entsprechenden Kammern 6 angepasst sind. Die Heizelemente
sind vorliegend durch Widerstandsheizplatten gebildet.
[0039] Zur weiteren Verringerung des Wärmeaustrags weist das Cover 18 in einem weiteren
Ausführungsbeispiel einen Rahmensteg 38 auf, der die Voramplifikations-Kammern 56
ringartig umschließt und somit den Wärmeaustrag durch Konvektion auf der Oberseite
20 weiter verringert (s. Fig. 1 und 3). Der Rahmensteg 38 ist an das Cover 18 angeformt,
d. h. einstückig mit diesem verbunden. Der Rahmensteg 38 steht dabei in Richtung auf
den Grundkörper 2 vor und endet mit geringem Abstand von etwa 100 µm zu dem Grundkörper
2. Dabei umschließt der Rahmensteg 38 zwei als Voramplifikations-Kammer 40 dienende
Kammern 6. Durch diese weitergeführte Abschirmung der Voramplifikations-Kammern 40
durch das Cover 18 und den Rahmensteg 38 wird eine Temperaturdifferenz von etwa 2
Kelvin innerhalb der jeweiligen Voramplifikations-Kammer 40 ermöglicht. Somit erfolgt
zwar eine vergleichsweise starke Konvektion in der jeweiligen Voramplifikations-Kammer
40, unter anderem aufgrund der Rotation. Zusätzlich wird aber auch eine vergleichsweise
hohe Homogenität der Reaktionstemperatur innerhalb der Voramplifikations-Kammer 40
- zumindest im statischen Fall, d. h. bei einem Halten der Temperatur des Heizelements
für wenigstens etwa 10 bis 30 Sekunden erreicht. Erfahrungswerte haben bei der hier
und im Folgenden beschriebenen Geometrie und den dabei angewendeten Parametern gezeigt,
dass sich bereits ab etwa 15 Sekunden statische Bedingungen ergeben.
[0040] Auch für den Fall, dass in den Voramplifikations-Kammern 40 eine Reaktion erfolgt,
die eine Interaktion, bspw. eine Bindung von Molekülen an eine Festphase, z.B. an
Mikroarrays, erfordert, oder eine Reaktion, bei der die Konzentration der jeweiligen
Reaktionspartner üblicherweise gering ist und deshalb ein Kontakt der jeweiligen Reaktionspartner
untereinander einer vergleichsweise geringen Wahrscheinlichkeit unterliegt, kann die
hohe Konvektion (und somit vergleichsweise starke Durchmischung) sowie die homogene
Temperaturverteilung vorteilhaft sein.
[0041] Der Rasthaken 22 sowie die Halteöffnung 24 sind in Fig. 4 bis 6 näher dargestellt.
Der Rasthaken 22 ist dabei grundsätzlich U-artig ausgebildet. Konkret weist der Rasthaken
22 einen geradlinigen, langgestreckten (d. h. im Vergleich zu dessen Dicke und/oder
Breite langen) Fußschenkel 50 auf. Dieser Fußschenkel 50 fußt am Cover 18 (ist also
an das Cover 18 angebunden) und steht von diesem geringfügig gegen eine Flächennormale
verkippt, d. h. mit einem Winkel kleiner 90 Grad aber größer 60 Grad, vorzugsweise
größer 70 Grad, in Richtung auf den Grundkörper 2 vor. Der Rasthaken 22 weist auch
ein U-artig gebogenen Mittelteil 52 und einen (geradlinigen, langgestreckten) Freischenkel
54 auf. Der Fußschenkel 50 geht dabei in das Mittelteil 52 über und das wiederum in
den Freischenkel 54. Letzterer endet mit einem Freiende 56 (also ohne Anbindung an
ein weiteres Bauteil). Der Fußschenkel 50 und der Freischenkel 54 schließen einen
Winkel von etwa 5 bis 20 Grad, hier konkret zwischen 7 und 12 Grad zwischen sich ein.
Freiendseitig weist der Rasthaken einen Absatz 58 auf, an dem eine zum Freiende 56
und somit zurück zum Cover 18 weisende Rastfläche 60 (s. Fig. 7-8) ausgebildet ist.
[0042] Im in Fig. 4-6 und 8 dargestellten, bestimmungsgemäßem Montagezustand liegt der Rasthaken
22 zur Ausbildung der Verrastung mit dieser Rastfläche 60 an einer Rastschulter 62
der Halteöffnung 24 an. Außerdem durchgreift der Rasthaken 22 die Halteöffnung 24
(zumindest deren coverseitige "Mündung") mit dem Mittelteil 52. Zur Montage des Covers
18 am Grundkörper 2 müssen somit also der Freischenkel 54 und der Fußschenkel 50 zueinander
gebogen werden.
[0043] Die Halteöffnung 24 ist innerhalb eines als eine Art Turm oder "Dom" (hier als "Haltedom
64 bezeichnet) ausgebildeten Vorsprungs des Grundkörpers 2 ausgebildet. Die Rastschulter
62 ragt dabei begrenzend in die coverseitige "Mündung" der Halteöffnung 24 ein. Der
Haltedom 64 und der Rasthaken 22 sind dabei derart bemessen, dass der Rasthaken 22
nicht rückseitig aus der Halteöffnung 24 und damit dem Haltedom 64 heraussteht. Die
"lichte Weite" der coverseitigen Mündung der Halteöffnung 24 ist dabei so bemessen,
dass die obenstehend genannte Biegung des Rasthakens 22 bei der Montage im elastischen
Deformationsbereich bleibt.
[0044] Die Halteöffnung 24 weist außerdem eine Anlagefläche 66 auf, die der Rastschulter
62 gegenüberliegend angeordnet ist. Diese Anlagefläche 66 ist als eine Art Einführschräge
die Halteöffnung 24 in Richtung der coverseitigen Mündung erweiternd schräg angestellt.
Außerdem dient die Anlagefläche 66 auch als eine Art Widerlager für den Rasthaken
22, der im bestimmungsgemäßen Montagezustand mit einer Rückenseite 68 des Fußschenkels
50 an dieser anliegt.
[0045] In den dargestellten Ausführungsbeispielen ist an der Rückenseite 68 des Fußschenkels
50 ein Buckel 70 ausgebildet. Dieser dient bei der Fertigung des Covers 18 in einem
Kunststoff-Spritzgießverfahren als Entformungshilfe, konkret als eine Art Rückhalter,
der verhindert, dass der Rasthaken 22 nicht bei einer Verstellung eines beweglichen
Formkerns "vorzeitig" entformt und dabei unerwünscht deformiert wird.
[0046] In den dargestellten Ausführungsbeispielen ist der Rasthaken 22 im bestimmungsgemäßen,
unbelasteten Montagezustand (s. Fig. 4 und 6) in der Halteöffnung 24, also zwischen
der Rastschulter 62 und der Anlagefläche 66 verspannt. Grundsätzlich kann aber auch
ein geringfügiges Spiel zur Anlagefläche 66 vorhanden sein.
[0047] Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 7 und 8 ist der Rasthaken 22 im Bereich des Mittelteils
52 außenseitig glatt ausgeführt. In den in Fig. 4-6 dargestellten Ausführungsbeispielen
weist der Rasthaken 22 an seiner Rückenseite 68 am Übergang vom Fußschenkel 50 zum
Mittelteil 52 eine "Nase" 72 auf, die die Fläche (oder "Länge") der Rückenseite 68
in Längsrichtung des Rasthakens 22 (im Vergleich zu Fig. 7 und 8) verlängert. Diese
Nase 72 bewirkt, wenn der Rasthaken 22 aus der Halteöffnung 24 ausgezogen wird, ohne
dass die Rastfläche 60 von der Rastschulter 62 "entkoppelt" ist, dass der Rasthaken
22 länger an der Anlagefläche 66 anliegt und damit der Rasthaken 22 sich vergleichsweise
stark "verkeilen" kann.
[0048] Aufgrund der hier beschriebenen Geometrie des Rasthakens 22 führt eine Verschiebung
des Covers 18 relativ zum Grundkörper 2 in Richtung der vom Fußschenkel 50 und dem
Freischenkel 54 aufgespannten Ebene (in Fig. 5-8 also der Zeichnungsebene) zu einer
weiteren Verspannung des Rasthakens 22 in der Halteöffnung, die die Rastwirkung der
Rastfläche 60 an der Rastschulter 62 sogar noch verstärkt. Ein unbeabsichtigtes Lösen
dieser Rastverbindung im Betrieb des Analysegeräts, also unter Einwirkung von erhöhter
Temperatur und Fliehkraft, kann hierdurch effektiv verhindert werden.
[0049] Aus Fig. 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel zu erkennen. Hierbei weist das Cover
18 lokal neben zumindest einigen Rasthaken 22 wenigstens einen Vorsprung auf - hier
als "Führungsrippe 74" bezeichnet. Diese Führungsrippe 74 ist benachbart zu dem jeweiligen
Rasthaken 22 und in die gleiche Richtung weisend ausgebildet. Des Weiteren ist die
jeweilige Führungsrippe 74 dabei derart ausgerichtet, dass deren Längserstreckung,
zumindest etwa, normal zur Außenseite des jeweiligen Haltedoms 64 ausgerichtet ist.
(s. auch Fig. 3). Die Führungsrippen 74 dienen dabei sowohl als Zentrierung, bspw.
Einführhilfe, um den jeweiligen Rasthaken 22 möglichst verklemmungsfrei in die Halteöffnung
24 des entsprechenden Haltedoms 64 einstecken zu können. Im zusammengesetzten Zustand
(s. Fig. 6) dient die jeweilige Führungsrippe 74 - aufgrund ihrer Anlage am Haltedom
64 oder ihrem geringfügigem Abstand zu diesem (vgl. Fig. 6) - als Hemmnis oder Anschlag
gegen ein Verschieben des Covers 18 relativ zum Grundkörper 2.
[0050] Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr können weitere Ausführungsformen der Erfindung von dem Fachmann
aus der vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden, insofern sie nicht vom Gegenstand
der beiliegenden Ansprüche abweichen.
Bezugszeichenliste
[0051]
- 1
- Disk
- 2
- Grundkörper
- 4
- Kanal- und Kammerstruktur
- 6
- Kammer
- 8
- Kanal
- 10
- Siegelfolie
- 12
- Wärmeeintragsseite
- 14
- Zugang
- 16
- Kappe
- 18
- Cover
- 20
- Oberseite
- 22
- Rasthaken
- 24
- Halteöffnung
- 26
- Auslesefenster
- 27
- Auslesefenster
- 30
- Label
- 32
- Rücksprung
- 34
- Seitenwand
- 36
- Durchbruch
- 38
- Rahmensteg
- 40
- Voramplifikations-Kammer
- 50
- Fußschenkel
- 52
- Mittelteil
- 54
- Freischenkel
- 56
- Freiende
- 58
- Absatz
- 60
- Rastfläche
- 62
- Rastschulter
- 64
- Haltedom
- 66
- Anlagefläche
- 68
- Rückenseite
- 70
- Buckel
- 72
- Nase
- 74
- Führungsrippe
1. Kartusche (1) für ein rotationsbasiertes und einen Wärmeeintrag nutzendes Analyseverfahren,
aufweisend
- einen flächig erstreckten Grundkörper (2), in dem eine Kanal- und Kammerstruktur
(4) ausgebildet ist,
- einen an dem Grundkörper (2) befestigten Abdeckkörper (18), der einseitig auf einer
einer Wärmeeintragsseite (12) abgewandten Oberseite (20) des Grundkörpers (2) angeordnet
ist und zumindest eine Kammer (6, 40) des Grundkörpers (2) überdeckt,
wobei der Grundkörper (2) und/oder der Abdeckkörper (18) eine Anzahl von Halteöffnungen
(24) aufweisen,
wobei der Abdeckkörper (18) bzw. der Grundkörper (2) eine Anzahl von jeweils einer
der gegebenenfalls mehreren Halteöffnungen (24) zugeordneten Rasthaken (22) aufweisen,
wobei der Rasthaken (22) mit einem Fußschenkel (50) von dem Abdeckkörper (18) bzw.
dem Grundkörper (2) in Richtung auf den Grundkörper (2) bzw. den Abdeckkörper (18)
vorsteht, wobei der Fußschenkel (50) in ein U-artig gebogenes Mittelteil (52) übergeht,
das wiederum in einen Freischenkel (54) übergeht, der zurück in Richtung auf den Abdecckörper
(18) bzw. den Grundkörper (2) gerichtet und mit einem Freiende (56) abgeschlossen
ist,
wobei der oder der jeweilige Rasthaken (22) freiendseitig einen Absatz (58) mit einer
Rastfläche (60) aufweist, die in Richtung auf das Freiende (56) gerichtet ist, und
wobei der oder der jeweilige Rasthaken (22) mit dessen U-artig gebogenen Mittelteil
(52) die zugeordnete Halteöffnung (24) unter Ausbildung der Rastverbindung durchgreift.
2. Kartusche (1) nach Anspruch 1,
wobei die oder die jeweilige Halteöffnung (24) eine Anlagefläche (66) aufweist, an
der der Fußschenkel (50) mit seiner Rückenseite (68) zumindest teilweise anliegt,
oder zu der die Rückenseite (68) einen geringfügigen Abstand aufweist.
3. Kartusche (1) nach Anspruch 2,
wobei an der Rückenseite (68) des oder des jeweiligen Rasthakens (22), vorzugsweise
am Übergang des Fußschenkels (50) zum Mittelteil (52), ein Kontaktvorsprung (72) vorsteht.
4. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Rasthaken (22) mit seiner Rastfläche (60) an einer, insbesondere von einer
der Anlagefläche (66) gegenüberliegenden Rastseite, in die Halteöffnung (24) vorstehenden
Rastschulter (62) anliegt.
5. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei der oder der jeweilige Rasthaken (22) in der Halteöffnung (24) verspannt ist.
6. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei die oder die jeweilige Halteöffnung (24) in einem von dem Grundkörper (2) oder
dem Abdeckkörper (18) in Richtung auf das entsprechend andere Element (18, 2) vorstehenden
Haltedom (64) ausgebildet ist.
7. Kartusche (1) nach Anspruch 6,
wobei der Abdeckkörper (18) oder der Grundkörper (2) wenigstens einen Vorsprung (74)
aufweist, der außenseitig zur Zentrierung an den Haltedom (64) angreift.
8. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
wobei es sich bei der von dem Abdeckkörper (18) überdeckten Kammer um eine Amplifikationskammer
(40) zur Vervielfältigung von Erbgut handelt.
9. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei der Abdeckkörper (18) einen in Richtung auf die Oberseite (20) des Grundkörpers
(2) vorstehenden und die überdeckte Kammer (6, 40) umrandenden Rahmensteg (38) aufweist.
10. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei der Grundkörper (2) ein, insbesondere thermoplastisches, Substrat mit darin
eingefügter Kanal- und Kammerstruktur (4) und eine Siegelschicht (10) umfasst, mittels
derer die Kanal- und Kammerstruktur (4) versiegelt ist.
11. Kartusche (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
wobei der Grundkörper (2) aus einem Cycloolefincopolymer und der Abdecckörper (18)
aus einem anderen, insbesondere thermoplastischen, Kunststoff, insbesondere einem
Polypropylen, ausgebildet ist.
1. A cartridge (1) for a rotation-based analysis method which utilizes heat input, having
- a basic body (2) which extends in a planar manner, in which a channel and chamber
structure (4) is formed,
- a cover body (18) attached to the basic body (2), which on one side is arranged
on an upper side (20) of the basic body (2) facing away from a heat input side (12)
and covers at least one chamber (6, 40) of the basic body (2),
wherein the basic body (2) and/or the cover body (18) have/has a number of holding
openings (24),
wherein the cover body (18) or the basic body (2) has a number of latching hooks (22)
each assigned to one of the potentially multiple holding openings (24), wherein the
latching hook (22) with a foot limb (50) protrudes from the cover body (18) or the
basic body (2) toward the basic body (2) or the cover body (18), wherein the foot
limb (50) transitions to a central part (52) bent in a U shape, which itself then
transitions to a free limb (54), which is directed back toward the cover body (18)
or the basic body (2) and is terminated with a free end (56),
wherein the latching hook or each latching hook (22) on the free-end side has a ledge
(58) with a latching surface (60), which is directed toward the free end (56), and
wherein the latching hook or each latching (22) extends through the assigned holding
opening (24) with its central part (52) bent in a U shape, forming the latching connection.
2. The cartridge (1) as claimed in claim 1,
wherein the holding opening or each holding opening (24) has a contact surface (66)
on which the rear side (68) of the foot limb (50) at least partially rests, or from
which the rear side (68) is spaced slightly apart.
3. The cartridge (1) as claimed in claim 2,
wherein a contact projection (72) protrudes on the rear side (68) of the latching
hook or each latching hook (22), preferably at the transition from the foot limb (50)
to the central part (52).
4. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 3,
wherein the latching hook (22) with its latching surface (60) rests on a latching
shoulder (62) projecting into the holding opening (24), in particular on a latching
side opposite the contact surface (66).
5. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 4,
wherein the latching hook or each latching hook (22) is tensioned in the holding opening
(24).
6. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 5,
wherein the holding opening or each holding opening (24) is formed in a retaining
spike (64) protruding from the basic body (2) or the cover body (18) toward the respective
other element (18, 2).
7. The cartridge (1) as claimed in claim 6,
wherein the cover body (18) or the basic body (2) has at least one projection (74)
which engages on the retaining spike (64) on the outside for centering.
8. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 7,
wherein the chamber covered by the cover body (18) is an amplification chamber (40)
for replicating DNA.
9. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 8,
wherein the cover body (18) has a frame stay (38) protruding toward the upper side
(20) of the basic body (2) and surrounding the covered chamber (6, 40).
10. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 9,
wherein the basic body (2) comprises an, in particular thermoplastic, substrate with
a channel and chamber structure (4) incorporated into it and a sealing layer (10)
which is used to seal the channel and chamber structure (4).
11. The cartridge (1) as claimed in one of claims 1 to 10,
wherein the basic body (2) is made from a cyclic olefin copolymer and the cover body
(18) from a different, in particular thermoplastic, synthetic material, in particular
a polypropylene.
1. Cartouche (1) destinée à un procédé d'analyse basé sur la rotation et utilisant un
apport de chaleur, laquelle cartouche présente
- un corps de base (2) s'étendant à plat, dans lequel est formée une structure de
canal et de chambre (4),
- un corps de recouvrement (18) fixé sur le corps de base (2), lequel corps de recouvrement
est disposé d'un côté sur une face supérieure (20) du corps de base (2) opposée à
un côté d'entrée de chaleur (12) et lequel corps de recouvrement recouvre au moins
une chambre (6, 40) du corps de base (2),
le corps de base (2) et/ou le corps de recouvrement (18) présentant un certain nombre
d'ouvertures de retenue (24),
le corps de recouvrement (18) ou le corps de base (2) présentant un nombre de crochets
d'encliquetage (22) associés chacun à l'une des, le cas échéant multiples, ouvertures
de retenue (24), le crochet d'encliquetage (22) dépassant par une branche de pied
(50) du corps de recouvrement (18) ou du corps de base (2) en direction du corps de
base (2) ou du corps de recouvrement (18), la branche de pied (50) se transformant
en une partie médiane (52) pliée en U, laquelle partie médiane se transformant à son
tour en une branche libre (54), laquelle est orientée en arrière en direction du corps
de recouvrement (18) ou du corps de base (2) et laquelle se termine par une extrémité
libre (56),
le ou les crochets d'encliquetage (22) respectifs présentant du côté du dégagement
un épaulement (58) avec une surface d'encliquetage (60), laquelle surface est orientée
en direction de l'extrémité libre (56), et
le ou les crochets d'encliquetage (22) respectifs pouvant, avec leur partie médiane
(52) pliée en U, pénétrer dans l'ouverture de retenue (24) associée en formant la
liaison par encliquetage.
2. Cartouche (1) selon la revendication 1,
pour laquelle la ou les ouvertures de retenue (24) respective(s) présente(nt) une
surface d'appui (66) contre laquelle la branche de pied (50) s'appuie au moins partiellement
par son côté arrière (68), ou par rapport à laquelle le côté arrière (68) présente
un léger écart.
3. Cartouche (1) selon la revendication 2,
pour laquelle une saillie de contact (72) dépasse sur le côté arrière (68) du ou des
crochets d'encliquetage (22) respectif(s), de préférence à la jonction de la branche
de pied (50) et de la partie centrale (52)
4. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 3,
pour laquelle le crochet d'encliquetage (22) s'applique par sa surface d'encliquetage
(60) contre un épaulement d'encliquetage (62) faisant saillie dans l'ouverture de
retenue (24), notamment à partir d'un côté d'encliquetage opposé à la surface d'appui
(66).
5. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 4,
pour laquelle le ou les crochets d'encliquetage (22) respectif(s) est/sont serré(s)
dans l'ouverture de retenue (24).
6. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 5,
pour laquelle la ou les ouvertures de retenue (24) respectives est/sont formée(s)
dans un dôme de retenue (64) faisant saillie du corps de base (2) ou du corps de recouvrement
(18) en direction de l'autre élément (18, 2) correspondant.
7. Cartouche (1) selon la revendication 6,
pour laquelle le corps de recouvrement (18) ou le corps de base (2) présente au moins
une saillie (74) qui s'engage sur le côté extérieur contre le dôme de retenue (64)
pour le centrage.
8. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 7,
pour laquelle la chambre recouverte par le corps de recouvrement (18) est une chambre
d'amplification (40) destinée à l'amplification de matériel génétique.
9. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 8,
pour laquelle le corps de recouvrement (18) présente une nervure de cadre (38) faisant
saillie en direction de la face supérieure (20) du corps de base (2) et délimitant
la chambre (6, 40) recouverte.
10. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 9,
pour laquelle le corps de base (2) comprend un substrat, notamment thermoplastique,
dans lequel est insérée une structure de canal et de chambre (4), ainsi qu'une couche
de scellement (10) au moyen de laquelle la structure de canal et de chambre (4) est
scellée.
11. Cartouche (1) selon l'une des revendications 1 à 10,
pour laquelle le corps de base (2) est formé d'un copolymère d'oléfine cyclique et
le corps de recouvrement (18) est formé d'une autre matière plastique, notamment thermoplastique,
notamment d'un polypropylène.