[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Vorratsbehälter für eine Vorrats- und Abgabestation
für einen Blisterautomaten und ein Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern.
[0002] Moderne Blisterautomaten, wie sie beispielsweise in der
WO 2013/034504 A1 offenbart sind, umfassen, je nach Ausbaustufe, mehrere hundert Vorrats- und Abgabestationen.
In diesen sind jeweils eine Mehrzahl von Arzneimittelportionen eines bestimmten Arzneimittels
gelagert, und auf Anforderung können einzelne Arzneimittelportionen abgegeben werden.
Mit dem Blisterautomaten werden die in den Vorrats- und Abgabestationen gelagerten
Arzneimittelportionen patientenindividuell gemäß den ärztlich verordneten Eingabezeitpunkten
zusammengestellt und verblistert.
[0003] Zur Zusammenstellung der Arzneimittelportionen werden entsprechende Vorrats- und
Abgabestationen zur Abgabe einer oder mehrerer Arzneimittelportionen angesteuert.
Bei der Ansteuerung einer Vorrats- und Abgabestation wird mit einer Vereinzelungseinrichtung,
die in dem Vorratsbehälter der Vorrats- und Abgabestation angeordnet ist, eine einzelne
Arzneimittelportion separiert und über eine Abgabeöffnung in dem Vorratsbehälter einer
Führungseinrichtung des Blisterautomaten übergeben. Mittels der Führungseinrichtung
wird eine abgegebene Arzneimittelportion, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung einer
Sammeleinrichtung, einer Verpackungseinrichtung zugeführt, welche einzelne oder mehrere
Arzneimittelportionen entsprechend einer ärztlichen Vorgabe verblistert.
[0004] Zur Vereinzelung der Arzneimittelportionen, die in einem Vorratsbehälter einer Vorrats-
und Abgabestation gelagert sind, umfasst die Vereinzelungseinrichtung einen kreiszylinderförmigen
Grundkörper mit einer Mehrzahl von Abgabekanälen, die üblicherweise am Außenumfang
des Rotors angeordnet sind. Die Abgabekanäle müssen an die jeweils zu vereinzelnden
Arzneimittelportionen hinsichtlich ihrer Abmessungen derart angepasst werden, dass
in einem Abgabekanal die Arzneimittelportionen lediglich übereinander, nicht aber
nebeneinander angeordnet sein können. Die Abgabekanäle können beispielsweise derart
bemessen sein, dass in einem Abgabekanal lediglich eine Arzneimittelportion aufgenommen
werden kann.
[0005] Zur Abgabe einer Arzneimittelportion aus einem Abgabekanal wird ein Abgabekanal über
die Abgabeöffnung in der Bodenplatte des Gehäuses des Vorratsbehälters bewegt, und
die in dem Abgabekanal angeordnete Arzneimittelportion rutscht beziehungsweise fällt
schwerkraftbedingt in die Abgabeöffnung. Um zu vermeiden, dass weitere über dem Abgabekanal
lagernde Arzneimittelportionen ebenfalls abgegeben werden, also eine unbekannte Anzahl
von Arzneimittelportionen abgegeben wird, ist in dem Bereich über der Abgabeöffnung
ein Trennabschnitt eines Trennmittels (auch als Separator bezeichnet) über dem Abgabekanal
geführt beziehungsweise angeordnet, der an der Abgabeöffnung ausgerichtet ist. Der
Trennabschnitt ist in Bezug auf die Höhe des Abgabekanals derart über diesem angeordnet,
dass unter dem Trennabschnitt üblicherweise lediglich eine Arzneimittelportion angeordnet
sein kann.
[0006] Alternative Ausführungsformen der Vereinzelungseinrichtung weisen oberhalb der Abgabekanäle
zusätzlich eine Art Lagerkanal auf. Zwischen den Abgabekanälen und Lagerkanälen sind
jeweils Stege angeordnet, die die Kanäle definieren. Bei der Ausführungsform mit Lager-
und Abgabekanälen sind diese Stege durch einen umlaufenden ringförmigen Schlitz getrennt,
der sich radial bis zu einer Innenwandung der Kanäle erstreckt. In diesem Schlitz
ist der Trennabschnitt geführt und trennt bei einem an der Abgabeöffnung ausgerichteten
Abgabekanal diesen von dem Lagerkanal, so dass eine in dem Lagerkanal angeordnete
Arzneimittelportion nicht in den Abgabekanal fällt.
[0007] Bei den bekannten Vorratsbehältern verhält es sich also so, dass eine räumliche Trennung
der abzugebenden Arzneimittelportion von darüber angeordneten Arzneimittelportionen
stattfindet, und zwar indem ein Abgabekanal durch eine Drehung der Vereinzelungseinrichtung
unter den ortsfesten Trennabschnitt gebracht wird. Durch die Drehbewegung werden Arzneimittelportionen,
die bei einem nicht an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanal über diesem angeordnet
sind, durch den Trennabschnitt weggeschoben. Sofern über dem Abgabekanal mit dem abzugebenden
Arzneimittel ein Lagerkanal angeordnet ist, wird eine darin angeordnete Arzneimittelportion
durch den Trennabschnitt angehoben. Um ein Wegschieben bzw. Anheben einer Arzneimittelportion
zu gewährleisten, ist der Trennabschnitt aus einem starren Material ausgebildet.
[0008] Insbesondere bei der Ausführungsform mit Lager- und Abgabekanälen, die insbesondere
bei kapselförmigen Arzneimittelportionen zum Einsatz kommt, ist es also sehr wichtig,
dass das Trennmittel (und damit der umlaufende Schlitz) exakt an der Höhe der Arzneimittelportionen
ausgerichtet ist, damit eine Arzneimittelportion in einem Abgabekanal oder einem darüber
angeordneten Lagerkanal beim Drehen der Vereinzelungseinrichtung nicht von dem ortsfesten
starren Trennabschnitt zerstört wird. Gerade kapselförmige Arzneimittelportionen sind
diesbezüglich ausgesprochen empfindlich.
[0009] Die Herstellungsweise von kapselförmigen Arzneimittelportionen (zwei Halbkapseln
werden aufeinander gesteckt) bedingt, dass bei ein und derselben Arzneimittelart erhebliche
Abweichungen in Bezug auf die Höhe auftreten, was zu erheblichen Problemen bei der
Vereinzelung führen kann. Die vorgenannten Probleme, dass also eine Arzneimittelportion
vom Trennabschnitt beschädigt und ggf. sogar zerstört wird, treten aber auch, in ggf.
vermindertem Umfang, bei Arzneimittelportionen mit anderen Formen auf.
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Vorratsbehälter für eine Vorrats-
und Abgabestation für einen Blisterautomaten sowie ein Verfahren zum Vereinzeln von
Kleinstückgütern bereitzustellen, bei welchen die Gefahr der Beschädigung von Kleinstückgütern
vermindert ist.
[0011] Im Nachfolgenden wird von zu vereinzelnden Kleinstückgütern gesprochen, wobei dieser
Begriff insbesondere Arzneimittelportionen und Nahrungsergänzungsmittelportionen umfassen
soll. Der erfindungsgemäße Vorratsbehälter kann aber auch zum Vereinzeln anderer,
entsprechend geformter Kleinstückgüter verwendet werden.
[0012] Die Aufgabe wird gelöst durch einen Vorratsbehälter nach Anspruch 1. Der erfindungsgemäße
Vorratsbehälter für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten umfasst
ein Gehäuse mit einem oberen Gehäuseabschnitt, der einen Aufnahmeraum für Kleinstückgüter
definiert bzw. umfasst, einem unteren Gehäuseabschnitt mit einem kreiszylinderförmigen
Innenraum und einer eine Abgabeöffnung aufweisenden Bodenplatte,
eine in dem kreiszylinderförmigen Innenraum angeordnete Vereinzelungseinrichtung mit
einem Grundkörper mit einer Mehrzahl von am Außenumfang des Grundkörpers angeordneten
und zum Außenumfang offenen, durch Stege getrennten und an zu vereinzelnde Kleinstückgüter
angepassten Abgabekanälen zur Aufnahme zumindest eines Kleinstückgutes, wobei der
Grundkörper zumindest oberhalb jedes Abgabekanals am Außenumfang eine an ein zu vereinzelndes
Kleinstückgut angepasste und zum Außenumfang offene Ausnehmung mit einer Wandung aufweist.
Der Abgabekanal ist derart an die Dimension des zu vereinzelnden Kleinstückgutes anzupassen,
dass seine Höhe zumindest der Höhe eines zu vereinzelnden Kleinstückgutes entspricht.
[0013] Der Vorratsbehälter umfasst ferner eine Halteeinrichtung mit einem Befestigungsabschnitt
und einem Halteabschnitt, welcher oberhalb der Abgabeöffnung in dem Innenraum gehalten
ist.
[0014] Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, dass die Halteeinrichtung zumindest abschnittsweise
elastisch verformbar ist und derart ausgebildet ist, dass ein oberhalb eines an der
Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanals angeordnetes Kleinstückgut über den Halteabschnitt
gegen die Wandung der entsprechenden Ausnehmung gedrückt wird und so durch Kraftschluss
an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanal gehindert ist.
[0015] Erfindungsgemäß werden also die oberhalb des an der Abgabeöffnung ausgerichteten
Abgabekanals angeordneten Kleinstückgüter nicht durch einen Trennabschnitt räumlich
von dem darunter befindlichen Abgabekanal getrennt, indem der Trennabschnitt den Abgabekanal
von oben versperrt und ein Kleinstückgut anhebt oder verschiebt (wie es Stand der
Technik ist), sondern es findet lediglich ein "Halten" bzw. "Klemmen" eines Kleinstückgutes
statt, das sonst in den ausgerichteten Abgabekanal rutschen bzw. fallen könnte. Dieses
Kleinstückgut wird dazu nicht weggeschoben oder angehoben, es verformt vielmehr die
abschnittsweise elastisch verformbare Halteeinrichtung. Die Rückstellkraft der verformten
Halteeinrichtung bzw. des vorformten Bereichs davon drückt das Kleinstückgut gegen
die Wandung der Ausnehmung. Es wird ein Kraftschluss zwischen der Wandung und dem
Kleinstückgut sowie zwischen Kleinstückgut und verformtem Halteabschnitt erzeugt;
das Kleinstückgut wird quasi eingeklemmt.
[0016] Aufgrund des Wegfalls des Schiebens oder Anhebens können die Kleinstückgüter nicht
durch diese Vorgänge beschädigt werden. Natürlich ist das verformbare Material des
Halteabschnitts so zu wählen, dass die elastische Verformung durch das Kleinstückgut
ohne eine Beschädigung des Kleinstückgutes erreichbar ist.
[0017] Aufgrund der nicht stattfindenden räumlichen Trennung ist es bei dem erfindungsgemäßen
Vorratsbehälter auch unschädlich, wenn ein über dem abzugebenden Kleinstückgut angeordnetes
Kleinstückgut teilweise in den Abgabekanal (der über die Abgabeöffnung gedreht ist)
hineinragt - aufgrund des Kraftschlusses wird es auch in einem solchen Fall gehalten.
Ein und dieselbe Vereinzelungseinrichtung kann also für Kleinstückgüter verwendet
werden, die sich in einem gewissen Maße in der Größe unterscheiden. Dies trifft insbesondere
auf kapselförmige Kleinstückgüter zu. Es ist also nicht notwendig, die Vereinzelungseinrichtung
extrem genau an die zu vereinzelnden Kleinstückgüter anzupassen, was die Anzahl der
zu bevorratenden Vereinzelungseinrichtungen erheblich vermindert.
[0018] Wesentlich ist, dass die Halteeinrichtung zumindest abschnittsweise elastisch verformbar
ist. Dazu kann beispielsweise der Befestigungsabschnitt entsprechend ausgebildet sein,
z. B. einen elastisch verformbaren Abschnitt aufweisen. Ferner müsste man ggf. die
Form des Halteabschnitts anpassen, so dass dieser von einem Kleinstückgut weggedrückt
werden kann. Bei einer entsprechenden Ausgestaltung würde der Halteabschnitt also
von den Kleinstückgütern "nach außen" gedrückt, die Rückstellkraft würde das Kleinstückgut
an die Wandung pressen. Wenn, wie dies üblich ist, der Halteabschnitt von außen in
das Gehäuse geführt ist, hat dies zur Folge, dass der Halteabschnitt wiederholt abschnittsweise
aus dem Gehäuse gedrückt wird, was einen Austritt und Eintritt von Staub fördert.
[0019] Um dies zu vermeiden, ist es bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass
der Halteabschnitt zumindest abschnittsweise elastisch verformbar ist. Bei dieser
Ausführungsform würde das Nachaußendrücken des Halteabschnitts vermieden, da dieser
elastisch verformbar ist und so die Kleinstückgüter hält bzw. klemmt.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform, bei welcher die Kleinstückgüter besonders
schonend gehalten werden, umfasst der Halteabschnitt eine Mehrzahl von elastisch verformbaren
Borsten. Die Anzahl der Borsten sowie deren Elastizität und Rückstellkraftkraft sind
an die zu vereinzelnden Kleinstückgüter angepasst. Bei einer empfindlichen und leichten
Arzneimittelportion in Kapselform werden weniger (starke) Borsten benötigt als bei
einer schweren ovalen Arzneimittelportion.
[0021] Vorzugsweise erstrecken sich die Borsten parallel zueinander orthogonal von einer
Grundplatte des Halteabschnitts. Bei einer solchen Ausgestaltung können möglichst
wenige Borsten verwendet werden, und die Herstellung des Halteabschnitts ist einfach.
[0022] Bei einer alternativen Ausführungsform, die insbesondere bei Kleinstückgütern mit
sehr empfindlichen Oberflächen Anwendung findet, umfasst das einen elastisch verformbaren
Kunststoff. Bei dieser Ausführungsform wird die Oberfläche des Kleinstückgutes beim
durch die Drehung der Vereinzelungseinrichtung bedingten Verformen des Halteabschnitts
großflächig angedrückt, Beschädigungen der Oberfläche können auf ein Minimum reduziert
werden. Bevorzugt sind insbesondere Schaumstoffe und Silikone, diese sind kostengünstig
und in geprüften und zugelassenen Qualitäten erhältlich.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die Ausnehmungen durch obere Stege voneinander
getrennt, so dass die Ausnehmungen abschnittsweise kanalartig ausgebildet sind. Eine
entsprechende Ausgestaltung der Vereinzelungseinrichtung wirkt positiv mit der Verwendung
der erfindungsgemäßen Halteeinrichtung zusammen, wie dies oben dargelegt wurde.
[0024] Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren nach Patentanspruch 8. Bei dem
erfindungsgemäßen Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter
für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten wird eine Mehrzahl
von Stückgütern in einem Aufnahmeraum eines Gehäuses des Vorratsbehälters bereitgestellt
und die Kleinstückgüter werden in Abgabekanäle eingebracht, die am Außenumfang eines
Grundkörpers einer Vereinzelungseinrichtung angeordnet und zum Außenumfang offen sind,
wobei die Vereinzelungseinrichtung in einem kreiszylinderförmigen Innenraum eines
unteren Gehäuseabschnitts des Gehäuses angeordnet ist und wobei der Grundkörper zumindest
oberhalb jedes Abgabekanals am Außenumfang eine an ein zu vereinzelndes Kleinstückgut
angepasste und zum Außenumfang offene Ausnehmung mit einer Wandung aufweist. Um die
eigentliche Vereinzelung durchzuführen, wird ein Abgabekanal durch eine Drehbewegung
der Vereinzelungseinrichtung über eine Abgabeöffnung in einer Bodenplatte des unteren
Gehäuseabschnitts gedreht, wodurch ein in dem über die Abgabeöffnung gedrehten Abgabekanal
angeordnetes Kleinstückgut über die Abgabeöffnung abgegeben wird. Dabei wird ein Kleinstückgut
durch die Drehbewegung der Vereinzelungseinrichtung über dem über die Abgabeöffnung
gedrehten Abgabekanal angeordnet. Diese "Anordnung" findet üblicherweise durch eine
Relativbewegung des über die Abgabeöffnung gedrehten bzw. zu drehenden Abgabekanals
statt. Regelmäßig wird das Kleinstückgut mehr oder weniger ortsfest bleiben (in Abhängigkeit
von Gewicht, Form und Anzahl der in dem Aufnahmeraum befindlichen Kleinstückgüter),
der Abgabekanal wird "darunter" bewegt. Um zu verhindern, dass dieses oberhalb des
an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanals angeordnete Kleinstückgut in diesen
Abgabekanal eindringt, wird dieses Kleinstückgut erfindungsgemäß von einem Halteabschnitts
einer abschnittsweise elastisch verformbaren Halteeinrichtung gegen die Wandung der
entsprechenden Ausnehmung gedrückt und so durch Kraftschluss an dem Eintritt in den
an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanal gehindert.
[0025] Wie bereits weiter oben angedeutet, wird das Kleinstückgut, das oberhalb des ausgerichteten
Abgabekanals "angeordnet" ist, nicht mit einem Separator angehoben (und so ggf. beschädigt),
sondern über den Halteabschnitt eingeklemmt.
[0026] Im nachfolgenden werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschrieben, wobei die technischen Vorteile bereits unter Bezugnahme auf den erfindungsgemäßen
Vorratsbehälter beschrieben wurden.
[0027] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Kleinstückgut,
welches über dem Abgabekanal, der über die Abgabeöffnung gedreht ist, angeordnet wird,
von dem Halteabschnitt der Halteeinrichtung gegen die Wandung der entsprechenden Ausnehmung
gedrückt und so durch Kraftschluss an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung ausgerichteten
Abgabekanal gehindert, indem der Halteabschnitt zumindest abschnittsweise durch ein
Kleinstückgut elastisch verformt wird, wodurch der Kraftschluss zwischen Kleinstückgut
und Wandung erzeugt wird.
[0028] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Vereinzeln von Kleinstückgütern umfasst der Halteabschnitt eine Mehrzahl von elastisch
verformbaren Borsten, die durch ein Kleinstückgut elastisch verformt werden, wodurch
der Kraftschluss zwischen Kleinstückgut und Wandung erzeugt wird.
[0029] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst
der Halteabschnitt einen elastisch verformbaren Kunststoff, welcher durch ein Kleinstückgut
elastisch verformt wird, wodurch der Kraftschluss zwischen Kleinstückgut und Wandung
erzeugt wird.
[0030] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens umfasst
der Halteabschnitt einen elastisch verformbaren Schaumstoff oder ein elastisch verformbares
Silikon, der bzw. das durch ein Kleinstückgut elastisch verformt wird, wodurch der
Kraftschluss zwischen Kleinstückgut und Wandung erzeugt wird.
[0031] Im Nachfolgenden werden bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters
für eine Vorrats- und Abgabestation eines Blisterautomaten und eine bevorzugte Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens unter Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben, in
welcher
Figuren 1a und 1b Schrägansichten einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters zeigen, wobei Figur 1b eine Schnittansicht ist, bei welcher die Vereinzelungseinrichtung
fortgelassen ist;
Figuren 2a und 2b zwei Schnittansichten der ersten Ausführungsformen zeigen, bei welchen
die vollständige Vereinzelungseinrichtung einschließlich zu vereinzelnder Kleinstückgüter
gezeigt ist;
Figuren 3a und 3b Detailansichten der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung
samt Kleinstückgütern zeigen;
Figuren 4a und 4b Schnittansichten der ersten Ausführungsform mit vollständiger Vereinzelungseinrichtung
zeigen, wobei die Kleinstückgüter fortgelassen sind;
Figuren 5a und 5b eine Draufsicht der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung
zeigen, wobei Figur 5b eine Detailansicht eines Abschnittes von Fig. 5a ist;
Figuren 6a und 6b, 7, 8, 9a und 9b verschiedene Ausführungsformen einer Halteeinrichtung
zeigen; und
Figur 10 eine Seitenansicht der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung
einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters zeigt.
[0032] Figuren 1a und 1b zeigen Schrägansichten der ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters, wobei bei Figur 1b die Vereinzelungseinrichtung fortgelassen ist,
die in den nachfolgenden Figuren detailliert beschrieben ist. Der Vorratsbehälter
1 umfasst ein Gehäuse 10 mit einem oberen Gehäuseabschnitt 11, der einen Aufnahmeraum
13 für (nicht dargestellte) Kleinstückgüter definiert bzw. umgibt sowie einen darunterliegenden
unteren Gehäuseabschnitt 12 mit einem kreiszylinderförmigen Innenraum 14, der in Figur
1b zu erkennen ist. In dem kreiszylinderförmigen Innenraum 14 ist eine (in den Figuren
1a und 1b nicht dargestellte) Vereinzelungseinrichtung angeordnet. In Abhängigkeit
von deren Höhe kann es vorkommen, dass der Innenraum 14 nicht vollständig von der
Vereinzelungseinrichtung ausgefüllt ist, so dass ein oberer Abschnitt des Innenraums
ggf. die Funktion des Aufnahmeraums erfüllen kann, also zu vereinzelnde Kleinstückgüter
in diesem gelagert sein können.
[0033] Der Vorratsbehälter 1 umfasst ferner ein Grundgerüst 16, auf welchem das Gehäuse
10 angeordnet ist, und ferner einen Griff 17 zum vereinfachten Handling des Vorratsbehälters.
Wie es in Figur 1b zu erkennen ist, umfasst das Gehäuse ferner eine Bodenplatte 18
mit einer zentralen kreisförmigen Öffnung, in welcher ein Kopplungselement 50 einer
nicht dargestellten Vereinzelungseinrichtung angeordnet ist. Die Bodenplatte 18 umfasst
ferner eine Abgabeöffnung 19, über welche Kleinstückgüter abgegeben werden.
[0034] Der Vorratsbehälter umfasst ferner eine Halteeinrichtung 40, die bei der gezeigten
Ausführungsform über einen Befestigungsabschnitt 41 an einem Befestigungsvorsprung
15 gehalten ist. Bei der gezeigten Ausführungsform erstreckt sich durch einen Schlitz
in dem unteren Gehäuseabschnitt 12 ein Halteabschnitt 42 der Halteeinrichtung in den
kreiszylinderförmigen Innenraum 14, wobei die Halteeinrichtung bzw. der Halteabschnitt
derart angeordnet bzw. positioniert ist, dass der Halteabschnitt vertikal oberhalb
der Abgabeöffnung 19 angeordnet ist.
[0035] Figuren 2a und 2b zeigen Schnittansichten der ersten Ausführungsform, wobei bei diesen
Figuren eine vollständige Vereinzelungseinrichtung 30 gezeigt ist. Bei der gezeigten
Ausführungsform ist eine Vereinzelungseinrichtung 30 dargestellt, wie sie insbesondere
für kapselförmige Kleinstückgüter, beispielsweise kapselförmige Arzneimittelportionen,
Anwendung findet. Die Vereinzelungseinrichtung 30 umfasst einen kreiszylinderförmigen
Grundkörper 39, an dessen Außenumfang im unteren Abschnitt eine Mehrzahl von durch
Stege 31 getrennte Abgabekanälen 32 zur Aufnahme eines Kleinstückgutes angeordnet
sind. Oberhalb der Abgabekanäle 32 sind wiederum am Außenumfang des kreiszylinderförmigen
Grundkörpers 39 der Vereinzelungseinrichtung zum Außenumfang hin offene Ausnehmungen
33 angeordnet, die in dieser Ausführungsform durch Stege 35 voneinander getrennt sind
und so ebenfalls, zumindest abschnittsweise, kanalartig ausgebildet sind und einen
Lagerkanal über einem Abgabekanal bilden. Wie es in den Figuren 2a und 2b gut zu erkennen
ist, liegt ein in einem Lagerkanal angeordnetes Kleinstückgut auf einem Kleinstückgut,
welches in einem Abgabekanal angeordnet ist. Der Grundkörper umfasst bei der gezeigten
Ausführungsform eine konvex ausgebildete Oberfläche 37, die aufliegende Kleinstückgüter
den Ausnehmungen 33 zuführt.
[0036] Jede der Ausnehmungen 33 umfasst eine Wandung 34, die in den nachfolgenden Figuren
4a bis 5b detaillierter beschrieben ist. Die Stege 31 zwischen den Abgabekanälen 32
sowie die Stege 35 zwischen den Ausnehmungen 33 bzw. Lagerkanälen sind durch einen
Schlitz 36 voneinander getrennt, der sich bis zu der Wandung 34 radial in die Vereinzelungseinrichtung
erstreckt. Wie es in Figur 2b zu erkennen ist, erstreckt sich der Halteabschnitt 42
der Halteeinrichtung durch eine Öffnung in dem unteren Gehäuseabschnitt 12 in diesen
Schlitz 36. Bei alternativen Ausführungsformen kann die Halteeinrichtung auch vollumfänglich
in dem Gehäuse 10 angeordnet sein, so dass kein Schlitz notwendig ist.
[0037] Sowohl die Abgabekanäle als auch die Ausnehmungen (bei dieser Ausführungsform in
Form von Lagerkanälen) sind an die Form der zu vereinzelnden Kleinstückgüter angepasst,
wobei es üblicherweise so ist, dass zumindest der Abgabekanal für die Aufnahme eines
Kleinstückgutes ausgebildet ist.
[0038] Wie es ebenfalls in Figur 2b zu erkennen ist, ist der Halteabschnitt 42 nicht zwischen
einem Kleinstückgut in einem Lagerkanal bzw. einer Ausnehmung und einem Kleinstückgut
in dem entsprechenden, an der Abgabeöffnung 19 ausgerichteten Abgabekanal angeordnet,
wie dies bei Vorratsbehältern gemäß dem Stand der Technik üblich ist. Wie bereits
weiter oben erwähnt, umfassen Vorratsbehälter nach dem Stand der Technik einen Kleinstückgüter
von dem Abgabekanal separierenden Trennabschnitt oberhalb eines Abgabekanals, der
an der Abgabeöffnung ausgerichtet ist.
[0039] Wie es in Figur 2b zu erkennen ist, ragt das Kleinstückgut in der an der Abgabeöffnung
ausgerichteten Ausnehmung 33 (hier ein Lagerkanal) in den darunter befindlichen Abgabekanal
hinein. Die Höhe des Abgabekanals entspricht also nicht exakt der Höhe des darin befindlichen
Kleinstückgutes. Würde ein üblicher Trennabschnitt bei der gezeigten Ausführungsform
verwendet, würde er versuchen, sich zwischen die Kleinstückgüter zu schieben und das
obere, in der Ausnehmung angeordnete Kleinstückgut, anzuheben und die Abgabe dieses
Kleinstückgutes durch Formschluss zwischen dem oberen Kleinstückgut und dem Trennabschnitt
verhindern. Da das obere Kleinstückgut aber in den unteren Abgabekanal hineinragt,
wäre es im gezeigten Fall wahrscheinlich, dass das obere Kleinstückgut beschädigt
würde.
[0040] Bei dem erfindungsgemäßen Vorratsbehälter verhält es sich aber so, dass der oberhalb
der Abgabeöffnung 19 angeordnete Halteabschnitt aufgrund seiner Eigenschaft, zumindest
abschnittsweise elastisch verformbar zu sein, von dem in der Ausnehmung bzw. einem
Lagerkanal oberhalb eines Abgabekanales, angeordneten Kleinstückgut verformt wird,
dieses gegen die Wandung 34 der Ausnehmung drückt und durch einen Kraftschluss zwischen
Kleinstückgut, Wandung und Halteabschnitt ein Eintreten des Kleinstückgutes in den
Abgabekanal verhindert. Trotz des Hineinragens des oberen Kleinstückguts würde dieses
gehalten und nicht zusammen mit dem Kleinstückgut in dem Abgabekanal abgegeben. Aufgrund
des Haltens wird das obere Kleinstückgut auch nicht beschädigt. Die Erfindung ermöglicht
es also, dass mit derselben Vereinzelungseinrichtung Kleinstückgüter unterschiedlicher
Höhe vereinzelt werden, solange sichergestellt ist, dass der Abgabekanal zumindest
der Höhe eines abzugebenden Kleinstückgutes entspricht. Aufgrund des Haltens darf
ein Kleinstückgut nicht wesentlich über einen Abgabekanal hinausragen.
[0041] Figuren 3a und 3b zeigen Detailansichten der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung.
In Figur 3a ist noch einmal die Anordnung der Halteeinrichtung 40 in Bezug auf die
Vereinzelungseinrichtung 30 zu erkennen, und es ist dargestellt, dass sich der Halteabschnitt
42 in den Schlitz 36 erstreckt. Bei Figur 3b ist die Halteeinrichtung 40 in dem Zustand,
in welchem ein Kleinstückgut in einer Ausnehmung gehalten wird, dargestellt. Wie zu
erkennen ist, ist ein Abschnitt 42' des elastisch verformbaren Halteabschnitts 42
von dem gehaltenen (nicht dargestellten) Kleinstückgut verformt. Die Verformung bedingt,
dass der Halteabschnitt 42' eine Kraft auf das Kleinstückgut ausübt, welche dieses
an die (ebenfalls nicht gezeigte) Wandung drückt und einen Kraftschluss zwischen Kleinstückgut,
Wandung und Halteabschnitt erzeugt, die wiederum das Eintreten des Kleinstückgutes
in den darunter gelegenen Abgabekanal verhindert.
[0042] Figuren 4a und 4b zeigen Schnittansichten der ersten Ausführungsform mit vollständiger
Vereinzelungseinrichtung, wobei die Kleinstückgüter fortgelassen sind. In den Figuren
ist die Ausgestaltung der Abgabekanäle 32 sowie der zwischen diesen angeordneten Stege
31 und der darüber angeordneten Ausnehmungen 33 (in Form von Lagerkanälen) sowie der
zwischen diesen angeordneten Stege 35 zu erkennen. Wie bereits oben angemerkt, sind
sowohl die Abgabekanäle als auch die Ausnehmungen an die Form der Kleinstückgüter
angepasst (mit den oben beschriebenen Einschränkungen bzw. Vorteilen). Insbesondere
in Figur 4b ist zu erkennen, dass sich der Halteabschnitt 42 der Halteeinrichtung
40 in den Schlitz 36 zwischen den Stegen zwischen den Abgabekanälen und Ausnehmungen
erstreckt. In den Figuren 4a und 4b ist die Wandung 34 der Ausnehmungen 33 zu erkennen,
gegen welche der Halteabschnitt 42 ein Kleinstückgut einer Ausnehmung 33, die an der
Abgabeöffnung und damit dem Halteabschnitt ausgerichtet ist, drückt und so einen Kraftschluss
zwischen dem Kleinstückgut und der Wandung schafft.
[0043] Figuren 5a und 5b zeigen eine Draufsicht der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung,
wobei Figur 5b eine Detailansicht eines Abschnittes von Fig. 5a ist. Bei den nicht
an der Halteeinrichtung ausgerichteten Ausnehmungen 33 ist zu erkennen, dass die Kleinstückgüter
2 als nicht an der Wandung anliegend dargestellt sind. Dass die Kleinstückgüter genau
so in den Ausnehmungen angeordnet sind, also ohne Kontakt zu der Wandung, ist praktisch
unwahrscheinlich und die Darstellung wurde lediglich gewählt, um den Unterschied zu
der Ausnehmung zu verdeutlichen, die an der Halteeinrichtung (und damit der Abgabeöffnung)
ausgerichtet ist. Die obere Ausnehmung 33' ist zu der Halteeinrichtung gedreht bzw.
an dieser ausgerichtet. Dies ist der Zustand, in dem das unter dem gezeigten Kleinstückgut
2' angeordnete Kleinstückgut über die Abgabeöffnung abgegeben wird. Durch den elastisch
verformbaren Halteabschnitt 42 bzw. den verformten Abschnitt 42', ist das Kleinstückgut
2' an die Wandung 34'gedrückt und wird so per Kraftschluss gehalten. Dies ist in Figur
5b deutlich zu erkennen, wobei in Figur 5b auch das untere (eigentlich abgegebene)
Kleinstückgut zur Veranschaulichung angedeutet ist.
[0044] Aufgrund der Materialeigenschaft des Halteabschnitts verformt sich dieser wieder
und kehrt in den Ausgangszustand zurück, wenn die Vereinzelungseinrichtung gedreht
wird, die Ausnehmung 33' also aus dem Kontaktbereich mit dem Halteabschnitt gedreht
wird. Sobald der Halteabschnitt wieder in Kontakt mit "dem nächsten" Kleinstückgut
tritt, wird der Halteabschnitt durch dieses Kleinstückgut verformt und drückt dieses
Kleinstückgut dann vor die Wandung der zugeordneten Ausnehmung.
[0045] Figuren 6a und 6b, 7, 8, 9a und 9b zeigen verschiedene Ausführungsformen einer Halteeinrichtung.
Bei den Figuren 6a und 6b umfasst der Halteabschnitt 42 eine Mehrzahl von elastisch
verformbaren Borsten 43, die bei der gezeigten Ausführungsform an die Rundung des
Schlitzes zwischen den Stegen angepasst sind und in einer Grundplatte 44 des Halteabschnitts
befestigt sind. Bei der in Figur 7 gezeigten Ausführungsform ist die Stirnfläche der
Mehrzahl der Borsten nicht gekrümmt, sondern gerade, parallel zu der Grundplatte 44.
Die genaue Materialeigenschaft und Anzahl der Borsten ist anhängig von dem Anwendungsfall,
d. h. der genauen Form, Beschaffenheit sowie dem Gewicht des zu vereinzelnden bzw.
zu haltenden Kleinstückgutes. Wenn beispielsweise kapselförmige Arzneimittelportionen
zu vereinzeln bzw. von dem Halteabschnitt zu halten sind, muss die auf diese Kapsel
aufzubringende Kraft geringer sein als dies beispielsweise bei kapselförmigen Kleinstückgütern
aus Metall notwendig ist. Die Anzahl sowie die Rückstellkraft der Borsten kann bei
den Arzneimittelportionen geringer sein als bei den Kleinstückgütern aus Metall. Auch
die Oberfläche der Kleinstückgüter ist wichtig für die Einstellung des Halteabschnitts.
Ist diese glatt, ist ein höherer Kraftaufwand notwendig, als wenn diese aufgeraut
ist. Wie genau die Borsten beschaffen sein müssen und welche Anzahl zu verwenden ist,
ist für den Fachmann einfach anhand der oben genannten Faktoren ableitbar.
[0046] Die Borsten erstrecken sich vorzugsweise parallel zueinander orthogonal von der Grundplatte
44 des Halteabschnitts weg und sind vorzugsweise aus einem Kunststoff mit den vorgenannten
Materialeigenschaften gebildet. Als Kunststoffe eignen sich insbesondere Schaumstoffe
und Silikone, diese sind kostengünstig in geprüften und zugelassenen Qualitäten verfügbar.
[0047] Figur 8 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Halteeinrichtung, bei welcher der
Halteabschnitt 42 aus einem Schaumstoff gebildet ist, welcher bei der in den Schlitz
ragenden Stirnseite abgerundete Ecken aufweist, ansonsten aber gerade ausgebildet
ist. Alternativ kann die Stirnseite auch gekrümmt ausgebildet sein, wie dies in Figur
9a angedeutet ist. In Figur 9b ist schematisch angedeutet, wie ein Abschnitt 42' des
Halteabschnittes (umfassend ein elastisch verformbares Material) von einem Kleinstückgut
2 "eingedrückt" ist, wodurch dieser Abschnitt eine Gegenkraft ausbildet und das Kleinstückgut
an die (nicht dargestellte) Wandung einer Ausnehmung drückt.
[0048] Die Möglichkeiten zur Ausbildung des Halteabschnitts sind nicht auf die vorgenannten
beschränkt; wesentlich ist, dass dieser die erfindungsgemäße Funktion erfüllt, nämlich
ein oberhalb eines an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanals angeordnetes Kleinstückgut
gegen die Wandung der entsprechenden Ausnehmung zu drücken und so durch Kraftschluss
an dem Eintritt in den Abgabekanal zu hindern.
[0049] Figur 10 zeigt eine Seitenansicht der Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung
einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters. Bei dieser Ausführungsform
umfasst die Vereinzelungseinrichtung oberhalb der Abgabekanäle keine als Lagerkanäle
ausgebildeten Ausnehmungen (wie bei der ersten Ausführungsform), vielmehr sind die
über den Abgabekanälen ausgebildeten Ausnehmungen 33, angedeutet durch gestrichelte
Linien, nicht durch Stege voneinander getrennt, so dass oberhalb der Abgabekanäle
eine Ringnut 38 ausgebildet ist, deren Außenumfang (der in Bezug auf den Außenumfang
des Grundkörpers der Vereinzelungseinrichtung radial nach innen verschoben ist) oberhalb
der Abgabekanäle die Wandungen 34 (oberhalb der Abgabekanäle) bereitstellt, gegen
welche ein Kleinstückgut gedrückt und so über Kraftschluss gehalten werden kann. Dies
ist im "rechten" Abschnitt der Figur 10 angedeutet. Wie genau die Vereinzelungseinrichtung
ausgebildet ist, hängt insbesondere von der Form der Kleinstückgüter ab.
[0050] Im nachfolgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter kurz beschrieben. Zunächst
wird eine Mehrzahl von Stückgütern 2 in einem Aufnahmeraum 13 eines Gehäuses 10 des
Vorratsbehälters, wie er beispielsweise in Figuren 1a und 1b gezeigt ist, bereitgestellt,
wobei in den vorgenannten Figuren die Stückgüter zur Veranschaulichung der Bauteile
des Vorratsbehälters fortgelassen sind. Die Kleinstückgüter werden anschließend in
die Abgabekanäle 32 eingebracht - aufgrund der Gestaltung der Vereinzelungseinrichtung
werden viele Kleinstückgüter gleich beim Einfüllen in die Abgabekanäle gelangen, ggf.
müssen einige durch "Rütteln" oder durch leichtes Verdrehen der Vereinzelungseinrichtung
in die Abgabekanäle bewegt werden. Um gezielt ein (oder mehrere, in Abhängigkeit von
dem Abgabekanal) Kleinstückgut abzugeben, wird ein Abgabekanal 32 durch eine Drehbewegung
der Vereinzelungseinrichtung 30 über die Abgabeöffnung 19 gedreht, wodurch ein in
dem über die Abgabeöffnung 19 gedrehten Abgabekanal 32 angeordnetes Kleinstückgut
schwerkraftbedingt über die Abgabeöffnung abgegeben wird (siehe dazu Figur 2b). Dabei
wird ein Kleinstückgut 2' durch die Drehbewegung der Vereinzelungseinrichtung über
dem über die Abgabeöffnung 19 gedrehten Abgabekanal 32 angeordnet. Siehe dazu die
Figuren 2b und 5a, 5b, wobei bei 5a und 5b lediglich die Kombination Vereinzelungseinrichtung/Halteeinrichtung
dargestellt ist. Bei den gezeigten Figuren wird das Kleinstückgut 2' mit über den
Abgabekanälen angeordneten Ausnehmungen 33 (hier in Form von Lagerkanälen) über dem
Abgabekanal angeordnet. Bei einer in Figur 10 gezeigten Ausführungsform wird dies
regelmäßig so stattfinden, dass das Kleinstückgut eher "ortsfest" bleibt (in Abhängigkeit
von der Form, der Anzahl und dem Gewicht der weiteren (nicht dargestellten Kleinstückgüter)),
und der Abgabekanal "unter" das Kleinstückgut bewegt wird.
[0051] Erfindungsgemäß wird das Kleinstückgut, welches über dem Abgabekanal, der über die
Abgabeöffnung gedreht ist, angeordnet wird, von einem Halteabschnitts 42 einer abschnittsweise
elastisch verformbaren Halteeinrichtung 41 gegen die Wandung 34 der entsprechenden
Ausnehmung gedrückt und so durch Kraftschluss an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung
ausgerichteten Abgabekanal gehindert wird. Bei der in den Figuren 5a und 5b gezeigten
Ausführungsform wird dabei der Halteabschnitt 42, der eine Mehrzahl von Borsten 43
umfasst, elastisch verformt, wobei der verformte Abschnitt 42' aufgrund der Elastizität
das Kleinstückgut 2' an die Wandung 34 drückt. Die Rückstellkraft des elastischen
Abschnitts ist dabei so eingestellt, dass das Kleinstückgut an dem Eintritt in den
Abgabekanal gehindert wird, auch wenn das Kleinstückgut in dem ausgerichteten Abgabekanal
bereits abgegeben wurde. Wie oben bereits erwähnt, ist diese Rückstellkraft in Abhängigkeit
von den zu Vereinzelnden Stückgütern einzustellen.
1. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten,
aufweisend:
ein Gehäuse (10) mit einem oberen Gehäuseabschnitt (11), der einen Aufnahmeraum (13)
für Kleinstückgüter (2) definiert, einem unteren Gehäuseabschnitt (12) mit einem kreiszylinderförmigen
Innenraum (14) und einer eine Abgabeöffnung (19) aufweisenden Bodenplatte (18),
einer in dem kreiszylinderförmigen Innenraum (14) angeordneten Vereinzelungseinrichtung
(30) mit einem Grundkörper (39) mit einer Mehrzahl von am Außenumfang des Grundkörpers
(39) angeordneten und zum Außenumfang offenen, durch Stege (31) getrennten und an
zu vereinzelnde Kleinstückgüter angepassten Abgabekanälen (32) zur Aufnahme zumindest
eines Kleinstückgutes, wobei der Grundkörper (39) zumindest oberhalb jedes Abgabekanals
(32) am Außenumfang eine an ein zu vereinzelndes Kleinstückgut angepasste und zum
Außenumfang offene Ausnehmung (33) mit einer Wandung (34) aufweist,
eine Halteeinrichtung (40) mit einem Befestigungsabschnitt (41) und einem Halteabschnitt
(42), welcher oberhalb der Abgabeöffnung (19) in dem Innenraum gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halteeinrichtung (40) zumindest abschnittsweise elastisch verformbar ist und
derart ausgebildet ist, dass ein oberhalb eines an der Abgabeöffnung (19) ausgerichteten
Abgabekanals (32) angeordnetes Kleinstückgut über den Halteabschnitt (42) gegen die
Wandung (34) der entsprechenden Ausnehmung gedrückt wird und so durch Kraftschluss
an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanal gehindert ist.
2. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) zumindest abschnittsweise elastisch verformbar ist.
3. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) eine Mehrzahl von elastisch verformbaren Borsten (43) umfasst.
4. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass sich die Borsten (43) parallel zueinander orthogonal zu einer Grundplatte (44) des
Halteabschnitts (42) von dieser erstrecken.
5. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) einen elastisch verformbaren Kunststoff umfasst.
6. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) einen elastisch verformbaren Schaumstoff oder ein elastisch
verformbares Silikon umfasst.
7. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten
nach einem der Ansprüche 1 - 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmungen (33) durch obere Stege (35) voneinander getrennt sind, so dass die
Ausnehmungen abschnittsweise kanalartig ausgebildet sind.
8. Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter (1) für eine
Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten,
wobei eine Mehrzahl von Stückgütern (2) in einem Aufnahmeraum (13) eines Gehäuses
(10) des Vorratsbehälters bereitgestellt werden,
Kleinstückgüter in Abgabekanäle (32) eingebracht werden, die am Außenumfang eines
Grundkörpers (39) einer Vereinzelungseinrichtung (30) angeordnet und zum Außenumfang
offen sind, wobei die Vereinzelungseinrichtung (30) in einem kreiszylinderförmigen
Innenraum (14) eines unteren Gehäuseabschnitts (12) des Gehäuses (10) angeordnet ist
und wobei der Grundkörper (39) zumindest oberhalb jedes Abgabekanals (32) am Außenumfang
eine an ein zu vereinzelndes Kleinstückgut angepasste und zum Außenumfang offene Ausnehmung
(33) mit einer Wandung (34) aufweist,
ein Abgabekanal (32) durch eine Drehbewegung der Vereinzelungseinrichtung (30) über
eine Abgabeöffnung (19) in einer Bodenplatte (18) des unteren Gehäuseabschnitts (12)
gedreht wird, wodurch ein in dem über die Abgabeöffnung (19) gedrehten Abgabekanal
(32) angeordnetes Kleinstückgut über die Abgabeöffnung abgegeben wird, und
ein Kleinstückgut durch die Drehbewegung der Vereinzelungseinrichtung über dem über
die Abgabeöffnung (19) gedrehten Abgabekanal (32) angeordnet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Kleinstückgut, welches über dem Abgabekanal, der über die Abgabeöffnung gedreht
ist, angeordnet wird, von einem Halteabschnitts (42) einer abschnittsweise elastisch
verformbaren Halteeinrichtung (40) gegen die Wandung (34) der entsprechenden Ausnehmung
gedrückt wird und so durch Kraftschluss an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung
ausgerichteten Abgabekanal gehindert wird.
9. Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter (1) für eine
Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Kleinstückgut, welches über dem Abgabekanal, der über die Abgabeöffnung gedreht
ist, angeordnet wird, von dem Halteabschnitt (42) der Halteeinrichtung (40) gegen
die Wandung (34) der entsprechenden Ausnehmung gedrückt wird und so durch Kraftschluss
an dem Eintritt in den an der Abgabeöffnung ausgerichteten Abgabekanal gehindert wird,
indem der Halteabschnitt (42) zumindest abschnittsweise durch ein Kleinstückgut elastisch
verformt wird, wodurch der Kraftschluss zwischen Kleinstückgut und Wandung erzeugt
wird.
10. Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter (1) für eine
Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) eine Mehrzahl von elastisch verformbaren Borsten (43) umfasst,
die durch ein Kleinstückgut elastisch verformt werden, wodurch der Kraftschluss zwischen
Kleinstückgut und Wandung erzeugt wird.
11. Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter (1) für eine
Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) einen elastisch verformbaren Kunststoff umfasst, welcher
durch ein Kleinstückgut elastisch verformt wird, wodurch der Kraftschluss zwischen
Kleinstückgut und Wandung erzeugt wird.
12. Verfahren zum Vereinzeln von Kleinstückgütern mit einem Vorratsbehälter (1) für eine
Vorrats- und Abgabestation für einen Blisterautomaten nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Halteabschnitt (42) einen elastisch verformbaren Schaumstoff oder ein elastisch
verformbares Silikon umfasst, der bzw. das durch ein Kleinstückgut elastisch verformt
wird, wodurch der Kraftschluss zwischen Kleinstückgut und Wandung erzeugt wird.