[0001] Finanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind
jedoch ausschließlich die des Autors/
der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des Gemeinsamen
Unternehmens Clean Aviation wider.
[0002] Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für sie verantwortlich
gemacht werden.
[0003] Die Erfindung betrifft eine Gehäusestruktur für eine Strömungsmaschine mit einer
Gehäuseschale und wenigstens einem darin angeordneten Containmentring, wobei die Gehäusestruktur
einen Strömungskanal ringförmig umgibt, in welchem wenigstens eine Laufstufe mit einer
Leit- und einer Laufschaufelanordnung angeordnet ist.
[0004] Gehäusestrukturen von Strömungsmaschinen sind für den Versagensfall eines rotierenden
Rotorelements eingerichtet, ein Durchschlagen des Gehäuses aufgrund hoher wirkender
Fliehkräfte zu vermeiden, um eine Gefahr für Personen und Güter im Umfeld der Strömungsmaschine
abzuwenden.
[0005] Entsprechend ist eine Aufgabe einer Gehäusestruktur einer Strömungsmaschine, ein
radiales Austreten von Bruchstücken insbesondere von Laufschaufeln in radialer Richtung
aus der Strömungsmaschine zu verhindern. Diese Aufgabe wird als "Containment" bezeichnet.
Speziell bei Strömungsmaschinen mit schnelllaufenden Turbinen führt diese Forderung
zu sehr dicken Wandstärken und entsprechend nachteilig hohem Gewicht der Gehäusestruktur.
Zusätzlich erschweren dicke Gehäusewände die Wärmeabfuhr, so dass sich die Containment-Fähigkeit
der Wände aufgrund hoher Materialtemperaturen weiter verschlechtert. Es ist bekannt,
Gehäusestrukturen von Strömungsmaschinen in mehrschaliger Bauweise auszuführen. Hierdurch
kann die Gesamtwanddicke und damit das Gewicht und die Wärmekapazität der Gehäusestruktur
der Strömungsmaschine reduziert werden.
[0006] Hiervon ausgehend ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gehäusestruktur
mit verbesserter Containment-Fähigkeit zur Verfügung zu stellen.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Gehäusestruktur für eine Strömungsmaschine vorgeschlagen,
mit einer Gehäuseschale und wenigstens einem darin angeordneten Containmentring, wobei
die Gehäusestruktur einen Strömungskanal ringförmig umgibt, in welchem wenigstens
eine Laufstufe mit einer Leit- und einer Laufschaufelanordnung angeordnet ist. Wenigstens
ein Containmentring erstreckt sich dabei im Wesentlichen über die axiale Länge (nur)
einer Laufstufe und ist wenigstens abschnittsweise radial beabstandet von der Gehäuseschale
angeordnet, wobei durch die radiale Beabstandung zwischen dem wenigstens einem Containmentring
und der Gehäuseschale wenigstens eine Kavität ausgebildet ist.
[0008] Die Gehäuseschale der Gehäusestruktur ist ausgebildet, die im Betrieb der Strömungsmaschine
an der Gehäusestruktur intern und extern wirkenden Lasten aufzunehmen. Dabei weist
die Gehäuseschale zwar eine Containmentfunktion, insbesondere als solche aber keine
ausreichende Containment-Fähigkeit auf.
[0009] In der Gehäuseschale ist wenigstens ein Containmentring angeordnet, welcher einen
Strömungskanal der Strömungsmaschine ringförmig umgibt. Innerhalb des Strömungskanals
der Strömungsmaschine ist wenigstens eine Laufstufe angeordnet, welche eine Leit-
und eine Laufschaufelanordnung aufweist. Insbesondere ist die Leitschaufel der Laufstufe
mit der Gehäuseschale verbunden. Der wenigstens eine Containmentring ist insbesondere
konzentrisch zur Rotationsachse bzw. Strömungsmaschinenachse der Strömungsmaschine
angeordnet. Dabei ist der wenigstens eine Containmentring als geschlossener Ring,
das heißt unsegmentiert ausgeführt. Bei einem geschlossenen Ring kann die Containmentfähigkeit-
anders als bei einem aus einzelnen Segmenten zusammengesetztem Ring - entlang des
Umfangs positionsunabhängig gleichmäßig gegeben sein. Dies ist für die konstruktive
Auslegung wichtig. Als geschlossener Ring kann ein Containmentring insbesondere hohe
Umfangskräfte aufnehmen, welche beispielsweise aus radial auf diesen wirkenden Kräften
resultieren. Beispielsweise ist der wenigstens eine Containmentring als massives Drehteil
ohne insbesondere stoffschlüssige Fügestelle ausgeführt, beispielhaft als gedrehter
Schmiedering oder gedrehtes Gussteil. Abhängig von der erforderlichen Belastbarkeit
kann ein Containmentring auch aus einem geschlossenen Blechring mit Schweißfügestelle
hergestellt sein.
[0010] Bei der vorgeschlagenen Gehäusestruktur erstreckt sich wenigstens ein in der Gehäuseschale
angeordneter Containmentring im Wesentlichen über die axiale Länge (nur) einer Laufstufe,
welche eine Leit- und eine Laufschaufelanordnung aufweist. Wie mit dem Begriff (nur)
in Klammern angemerkt wird, soll die Formulierung "ein Containmentring erstreckt sich
im Wesentlichen über die axiale Länge einer Laufstufe" so verstanden werden, dass
sich der Containmentring insbesondere nicht über mehr als die axiale Länge einer einzigen
Laufstufe erstreckt. Dabei umgibt der Containmentring den Bereich einer Laufstufe,
in dem im Versagensfall einer Laufschaufel bzw. Laufschaufelanordnung (die beispielsweise
als Rotorscheibe mit daran montierten Schaufeln oder als einteilige, integrierte Rotorscheibe
(Blisk) ausgeführt sein kann) deren Bruchstücke radial nach außen beschleunigt werden,
weshalb eine Containment-Fähigkeit der umgebenden Gehäusestruktur erforderlich ist.
Durch die Beschränkung der axialen Länge des Containmentrings auf etwa die axiale
Länge einer Laufstufe kann die Containmentfähigkeit nur lokal durch den wenigstens
einen zusätzlichen Containmentring erfüllt werden, so dass die Gehäuseschale diese
Funktion nicht insgesamt übernehmen muss. Entsprechend erhöht sich die Containmentfähigkeit
der Gehäusestruktur bei vergleichsweise geringem Zusatzgewicht, womit auch Gewichtsvorteile
für die Strömungsmaschine verbunden sind.
[0011] Bei der vorgeschlagenen Gehäusestruktur ist wenigstens ein Containmentring wenigstens
abschnittsweise radial beabstandet von der Gehäuseschale angeordnet. Eine zumindest
abschnittsweise radiale Beabstandung des Containmentrings von der Gehäuseschale ermöglicht
eine wesentliche thermische Entkopplung des Containmentrings von der Gehäuseschale.
Insbesondere ist auch eine thermische Kopplung durch einen Anlagekontakt zwischen
einem Containmentring und der Gehäuseschale geringer als eine einteilig dickere Ausführung
der Wandung der Gehäuseschale.
[0012] Durch die radiale Beabstandung zwischen dem wenigstens einen Containmentring und
der Gehäuseschale ist wenigstens eine Kavität ausgebildet. Die wenigstens eine Kavität
ermöglicht in Verbindung mit einer Isolationswirkung insbesondere einer sich darin
befindenden Luft eine effektive Kühlfunktion der Gehäusestruktur. Ferner resultiert
aus der Beabstandung des wenigstens einen Containmentrings von der Gehäuseschale eine
größere radiale Erstreckung des Containmentbereichs, so dass im Bereich einer Kavität
insbesondere keine unmittelbare mechanische Wechselwirkung zwischen dem wenigstens
einen Containmentring und der Gehäuseschale besteht.
[0013] Die vorgeschlagene Gehäusestruktur weist Containment-Bereiche in mehrschaliger Bauweise
auf, wodurch die Belastung der einzelnen Schale bzw. Containmentrings in dem günstigeren
Schadensmechanismus von Ausbeulen und anschließendem Aufreißen unter überwiegender
Zugbelastung gehalten werden kann. Risse in einem radial Containmentring werden am
jeweiligen Containmentring gestoppt, so dass eine Spannungsüberhöhung durch einen
Riss nicht zu einem schnellen Versagen der Gehäusestruktur führen kann. Entsprechend
kann die addierte Wanddicke und so das Gewicht der Gehäusestruktur und damit auch
der Strömungsmaschine reduziert werden. Insbesondere bei Verwendung mehrerer Containmentringe
kann jeder dieser Ringe als separates, vereinzeltes Bauteil gestaltet sein, welches
für sich separat inspizierbar und als solches auch austauschbar ist. Entsprechend
ist jeder Containmentring individuell herstellbar, beispielsweise auch aus verschiedenen
Materialien.
[0014] Darüber hinaus können durch die mehrschalige Bauweise der Gehäusestruktur in den
Containment-Bereichen die ineinander angeordneten Containmentringe zur Führung der
Kühlluft eingesetzt werden, um die Materialtemperatur niedrig und so die Containment-Fähigkeit
hoch zu halten.
[0015] Bei einer Ausführungsform weist die Gehäusestruktur wenigstens zwei sich über die
gleiche Laufstufe erstreckende Containmentringe auf. Die wenigstens zwei Containmentringe
sind dabei insbesondere konzentrisch zueinander und radial ineinander angeordnet.
Entsprechend kann die Belastung der einzelnen Containmentringe in dem bereits genannten
günstigen Schadensmechanismus von Ausbeulen und anschließendem Aufreißen unter überwiegender
Zugbelastung gehalten werden. Dabei kann auch die Wandstärke jeden einzelnen Containmentrings
vorteilhaft geringer gehalten werden als bei einer Verwendung nur eines Containmentrings.
Ferner ermöglicht ein mehrteiliger Aufbau der Gehäusestruktur auch erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten
der Gehäusestruktur und der wenigstens zwei Containmentringe. So können diese besser
an die jeweiligen Anforderungen der Gehäusestruktur insbesondere hinsichtlich Containmentfähigkeit
und Wärmeabführung angepasst gestaltet werden.
[0016] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur sind die wenigstens zwei Containmentringe
wenigstens abschnittsweise radial voneinander beabstandet angeordnet. Analog zur Beabstandung
eines Containmentrings von der Gehäuseschale resultiert hieraus eine thermische Entkopplung
der wenigstens zwei Containmentringe voneinander, wobei eine thermische Kopplung durch
einen Anlagekontakt zwischen zwei Containmentringen geringer ist als bei einer einteilig
dickeren Ausführung eines Containmentrings.
[0017] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur wird durch die radiale Beabstandung
zwischen dem wenigstens einen Containmentring und wenigstens einem zweiten Containmentring
wenigstens eine Kavität ausgebildet. Die wenigstens eine Kavität ermöglicht in Verbindung
mit einer Isolationswirkung insbesondere einer sich darin befindenden Luft eine weiter
effektive Kühlfunktion der Gehäusestruktur. Ferner resultiert aus der Beabstandung
der wenigstens zwei Containmentringe eine größere radiale Erstreckung des Containmentbereichs,
so dass im Bereich einer Kavität insbesondere keine unmittelbare mechanische Wechselwirkung
zwischen dem wenigstens zwei Containmentringen besteht.
[0018] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist die wenigstens eine Kavität zur
Führung eines Kühlluftstroms ausgebildet. Insbesondere ist dabei der wenigstens eine
Containmentring und/ oder die Gehäuseschale so ausgebildet, dass die wenigstens eine
Kavität bzw. deren Wandungen eine geeignete Führung eines Kühlluftstroms bei der Durchströmung
der Kavität ermöglichen, wodurch eine weiter verbesserte Kühlfunktion der Gehäusestruktur
erreichbar ist. Insbesondere weist die Kavität an geeigneter Position angeordnete
Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnungen auf, wodurch die Kavität einen von einen
Luftstrom durchströmbaren Strömungskanal ausbildet und so eine verbesserte Kühlfunktion
der Gehäusestruktur ermöglicht. Insbesondere kann die wenigstens eine Kavität insbesondere
durch eine geeignete Gestaltung wenigstens einer sie bildenden Wandung insbesondere
des wenigstens einen Containmentrings bzw. der Gehäuseschale ausgebildet sein, einen
Kühlluftstrom in der Kavität umzulenken, insbesondere in der Art einer Labyrinthdichtung,
wodurch eine weiter verbesserte Kühlwirkung erreichbar ist.
[0019] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist die wenigstens eine Kavität ausgebildet,
von Kühlluft aus einer stromaufwärts liegenden Kühlluftquelle durchströmt zu werden
und bei einer anderen Ausführungsform der Gehäusestruktur ist die wenigstens eine
Kavität ausgebildet, von Kühlluft aus einer stromabwärts liegenden Kühlluftquelle
durchströmt zu werden. Abhängig von den Gegebenheiten innerhalb der Gehäusestruktur
ist die Kavität und insbesondere deren Lufteintritts- und Luftaustrittsöffnungen ausgebildet
und angeordnet, dass eine geeignete Kühlluftströmung durch die wenigstens eine Kavität
ausbildbar ist, um Wärme von der Gehäusestruktur abzuführen und so die Containment-Funktion
der Gehäusestruktur weiter zu verbessern.
[0020] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist wenigstens ein Containmentring
wenigstens abschnittsweise beabstandet von einem die Laufstufe radial umgebenden Dichtungsträger
angeordnet. Insbesondere weisen der wenigstens eine Containmentring und der Dichtungsträger
dabei im Wesentlichen die gleiche axiale Erstreckung auf, wodurch Gewichtsvorteile
der Gehäusestruktur und damit der Strömungsmaschine verbunden sind. So stellt der
wenigstens eine Containmentring nach dem Dichtungsträger eine erste Barriere für ein
infolge eines Schadens nach radial außen beschleunigtes Element dar. Vorteilhaft können
bei dieser Ausführung der wenigstens eine Containmentring und der Dichtungsträger
an wenigstens einer insbesondere axialen Seite eine gemeinsame und/ oder zusammenwirkende
Befestigung insbesondere an der Gehäuseschale oder einem weiteren Element der Strömungsmaschine
und/ oder Gehäusestruktur aufweisen. Hierdurch wird eine einfache bzw. effiziente
Befestigung des wenigstens einen Containmentrings insbesondere auch in Verbindung
mit dem Dichtungsträger an der Gehäusestruktur ermöglicht.
[0021] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist eine zwischen dem Containmentring
und dem Dichtungsträger ausgebildete Kavität gegen eine axiale Strömung abgedichtet
und/ oder darin ein Isolationselement angeordnet. Eine Abdichtung des den Dichtungsträger
radial umgebenden Bereichs der Strömungsmaschine gegenüber einer Durchströmung mit
Luft, insbesondere auch mithilfe eines Isolationselements ermöglicht eine Verringerung
eines Leckagestroms im Bereich um den Strömungskanal und damit auch einen verbesserten
Wirkungsgrad der Strömungsmaschine. Neben der Abdichtungswirkung ermöglicht ein insbesondere
den Dichtungsträger umgebendes Isolationselement eine weitere Verringerung der Aufheizung
insbesondere der Gehäusestruktur.
[0022] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur bilden ein Containmentring und die
Gehäuseschale wenigstens eine Aufnahme für einen Abschnitt wenigstens einer angrenzenden
Leitschaufel aus. Eine solche Aufnahme kann zur insbesondere radialen Sicherung der
Leitschaufel in der Strömungsmaschine dienen. Bei einer solchen Ausführung kann der
Containmentring über die Containment-Funktion hinaus auch eine strukturelle Funktion
der Strömungsmaschine übernehmen.
[0023] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist ein axial vorderes und/oder hinteres
Ende wenigstens eines Containmentrings in einem Befestigungsbereich des Dichtungsträgers
und/ oder der Leitschaufel an der Gehäuseschale angeordnet. Diese Ausführung ermöglicht
neben einer korrespondierenden Länge von Containmentring und Dichtungsträger insbesondere
eine gemeinsame Befestigung von Containmentring und Dichtungsträger an wenigstens
einer axialen Seite. So können insbesondere strukturelle Funktionen beispielsweise
auf mehrere Bauteile verteilt und/ oder von mehreren Bauteilen genutzt werden, wie
beispielsweise Gehäusehaken und/ oder Strukturelemente im Bereich von Modulschnittstellen.
Entsprechende Vorteile ergeben sich auch bei einer Ausführungsform, bei welcher ein
axial vorderes und/oder hinteres Ende wenigstens eines Dichtungsträgers in einem Befestigungsbereich
wenigstens eines Containmentrings und/ oder der Leitschaufel an der Gehäuseschale
angeordnet ist.
[0024] Vorzugsweise weist die Gehäuseschale (35) eine erforderliche Containmentfähigkeit
(alleine) nicht aufweist sondern ist die erforderliche Containmentfähigkeit nur zusammen
mit dem oder den Containmentringen gegeben. Dies ermöglicht eine besonders gewichts-
und funktionseffiziente Bauwiese.
[0025] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur liegt die axiale Erstreckung wenigstens
eines der Containmentringe in einem Bereich, der von wenigstens der axialen Erstreckung
einer innerhalb des Containmentrings angeordneten Laufschaufel bis zum Doppelten der
axialen Erstreckung einer solchen Laufschaufel reicht. Die axiale Erstreckung einer
Laufschaufel entspricht dabei dem maximalen axialen Abstand zwischen der Schaufelvorderkante
(Leading Edge, LE) und der Schaufelhinterkante (Trailing Edge, TE) der Laufschaufel
im eingebauten Zustand. Dieser maximale Abstand liegt zumeist in einem radial inneren
Bereich des Schaufelblatts vor.
[0026] Bei einer Ausführungsform der Gehäusestruktur ist der wenigstens eine Containmentring
aus einem Werkstoff gefertigt, welcher sich vom Werkstoff der Gehäuseschale unterscheidet.
Durch die Verwendung eines Werkstoffs mit insbesondere für die Anforderungen eines
Containmentrings geeigneten Eigenschaften insbesondere bezüglich der Festigkeit und/
oder der Wärmeleitfähigkeit kann die Containment-Funktion der Gehäusestruktur weiter
verbessert werden. Entsprechend kann bei einer Ausführungsform auch wenigstens ein
Containmentring aus einem Werkstoff gefertigt sein, welcher sich vom Werkstoff wenigstens
eines anderen Containmentrings unterscheidet, um verschiedene Anforderungen insbesondere
bezüglich der Festigkeit und/ oder der Wärmeleitfähigkeit zur weiteren Verbesserung
der Containment-Funktion der Gehäusestruktur zu erfüllen.
[0027] Bei einer Ausführungsform bildet die Gehäusestruktur ein Turbinenaußengehäuse. Aufgrund
der insbesondere schlanken Schaufelform und der hohen Drehzahlen von Turbinenschaufeln
werden an die Gehäusestruktur einer Strömungsmaschine im Bereich der Turbine erhöhte
Anforderungen an die Containmentfähigkeit gestellt. Die vorgeschlagene Gehäusestruktur
ist geeignet, solche hohen Anforderungen zur erfüllen.
[0028] In einem Aspekt wird auch eine Strömungsmaschine mit einer Gehäusestruktur vorgeschlagen,
welche wenigstens ein Merkmal der vorausgehend beschriebenen Ausführungsformen aufweist.
[0029] Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung im Zusammenhang mit den Figuren. Im Allgemeinen
gilt, dass Merkmale der verschiedenen hierin beschriebenen beispielhaften Aspekte
und/oder Ausführungsformen miteinander kombiniert werden können, sofern dies im Zusammenhang
mit der Offenbarung nicht eindeutig ausgeschlossen ist.
[0030] Im folgenden Teil der Beschreibung wird auf die Figuren Bezug genommen, die zur Veranschaulichung
spezifischer Aspekte und Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gezeigt sind.
Es versteht sich, dass andere Aspekte verwendet werden können und strukturelle oder
logische Änderungen der illustrierten Ausführungsformen möglich sind, ohne den Umfang
der vorliegenden Erfindung zu verlassen. Die folgende Beschreibung der Figuren ist
daher nicht einschränkend zu verstehen. Es zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Strömungsmaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Abschnitts einer
erfindungsgemäßen Gehäusestruktur; und
- Fig 3
- eine weitere schematische Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Abschnitts
einer erfindungsgemäßen Gehäusestruktur.
[0031] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Strömungsmaschine
10 in einer Schnittansicht entlang der Strömungsmaschinenachse S.
[0032] Die Strömungsmaschine 10 weist eine Gehäusestruktur 30 und in Strömungsrichtung R
aufeinanderfolgend angeordnet einen Fan 11, einen Verdichter 12, eine Brennkammer
13 und eine Turbine 14 auf, die in einem Strömungskanal 17 von einer Gasströmung in
Strömungsrichtung R durchströmbar sind bzw. in einem Betrieb der Strömungsmaschine
10 von der Gasströmung durchströmt werden. Dabei kann die Turbine 14 über eine Welle
16 mit dem Verdichter 12 und/ oder dem Fan 11 verbunden sein, um diese anzutreiben.
In der schematischen Darstellung in Fig. 1 sind Laufstufen 20 mit jeweils einer Leitschaufelanordnung
21 und einer Laufschaufelanordnung 22 dargestellt.
[0033] Fig. 2 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Abschnitts
einer erfindungsgemäßen Gehäusestruktur 30 für eine Strömungsmaschine 10, mit einer
Gehäuseschale 35, welche die Anforderungen für die Aufnahme aller internen und externen
Lasten und einen Teil der Containment-Forderung erfüllt. Die Gehäusestruktur 30 umgibt
den Strömungskanal 17 der Strömungsmaschine 10 ringförmig, in welchem mehrere Laufstufen
20 mit jeweils einer Leitschaufelanordnung 21 und einer Laufschaufelanordnung 22 angeordnet
sind. Bei der beispielhaften Ausführung sind in der Gehäuseschale 35 zwei zusätzliche
Containmentringe 36, 37 angeordnet, welche beispielsweise aus verschiedenen Werkstoffen
hergestellt sind. Wie in Fig. 2 dargestellt ist, erstreckt sich ein jeweiliger, gegenüber
der Gehäuseschale 35 zusätzlicher Containmentring 36, 37 im Wesentlichen über die
axiale Länge einer Laufstufe 20. Ferner ist der beispielhaften, in Fig. 2 schematischen
Darstellung der Gehäusestruktur 30 entnehmbar, dass wenigstens ein Containmentring
35 wenigstens abschnittsweise radial von der Gehäuseschale 35 beabstandet angeordnet
ist.
[0034] Bei der beispielhaften, in Fig. 2 schematisch dargestellten Ausführung sind die Gehäuseschale
35 und die zwei Containmentringe 36, 37 jeweils wenigstens abschnittsweise radial
voneinander beabstandet angeordnet. Durch die radiale Beabstandung zwischen der Gehäuseschale
35 und dem Containmentring 36 wird eine Kavität 46 ausgebildet und durch die radiale
Beabstandung zwischen dem Containmentring 36 und dem Containmentring 37 wird eine
Kavität 47 ausgebildet. Die Kavitäten 46 und 47 sind dabei so ausgebildet, dass darin
ein Kühlluftstrom führbar ist. Hierfür ist an einer jeweils geeigneten Positionen
eine Lufteintrittsöffnung 42 und eine Luftaustrittsöffnung 43 angeordnet, so dass
eine verbesserte Kühlfunktion der Gehäusestruktur 30 ermöglicht ist. Bei dem in Fig.
2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Kavitäten 46, 47 ausgebildet, von Kühlluft
32 aus einer stromabwärts liegenden Kühlluftquelle durchströmt zu werden.
[0035] Bei der in Fig. 2 dargestellten beispielhaften Ausführungsform ist der Containmentring
37 wenigstens abschnittsweise beabstandet von dem die Laufstufe 20 radial umgebenden
Dichtungsträger 28 angeordnet, an welchem ein ringförmig ausgebildetes Dichtungselement
29 angeordnet ist. Dabei ist eine zwischen dem Containmentring 37 und dem Dichtungsträger
28 ausgebildete Kavität gegen eine axiale Strömung insbesondere eines Luftstroms abgedichtet.
Ferner ist in der Darstellung in Fig. 2 auch eine Ausführung schematisch gezeigt,
bei welcher der Containmentring 37 und die Gehäuseschale 35 eine Aufnahme 33 für einen
Abschnitt einer angrenzenden Leitschaufel einer Leitschaufelanordnung 21 ausbilden.
Ferner ist bei der dargestellten Gehäusestruktur 30 ein axial hinteres Ende des Containmentrings
37 in einem Befestigungsbereich des Dichtungsträgers 28 und der Leitschaufel einer
Leitschaufelanordnung 21 an der Gehäuseschale 35 angeordnet.
[0036] Fig. 3 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines Abschnitts
einer erfindungsgemäßen Gehäusestruktur 30 für eine Strömungsmaschine 10, mit einer
Gehäuseschale 35, welche die Anforderungen für die Aufnahme aller internen und externen
Lasten und einen Teil der Containment-Forderung erfüllt. Die Gehäusestruktur 30 umgibt
den Strömungskanal 17 der Strömungsmaschine 10 ringförmig, in welchem mehrere Laufstufen
20 mit jeweils einer Leitschaufelanordnung 21 und einer Laufschaufelanordnung 22 angeordnet
sind. Bei der beispielhaften Ausführung ist in der Gehäuseschale 35 ein Containmentring
36 angeordnet, welcher beispielsweise aus einem anderen Werkstoff als die Gehäuseschale
35 hergestellt ist. Wie in Fig. 3 dargestellt ist, erstreckt sich ein jeweiliger Containmentring
36 im Wesentlichen über die axiale Länge einer Laufstufe 20.
[0037] Bei der beispielhaften, in Fig. 3 dargestellten Ausführung sind die Gehäuseschale
35 und der Containmentring 36 wenigstens abschnittsweise radial voneinander beabstandet
angeordnet.
[0038] Durch die radiale Beabstandung zwischen der Gehäuseschale 35 und dem Containmentring
36 wird eine Kavität 46 ausgebildet. Die Kavität 46 ist dabei so ausgebildet, dass
darin ein Kühlluftstrom führbar ist. Hierfür ist an einer jeweils geeigneten Positionen
eine Lufteintrittsöffnung 42 und eine Luftaustrittsöffnung 43 angeordnet, so dass
eine verbesserte Kühlfunktion der Gehäusestruktur 30 ermöglicht ist. Bei dem in Fig.
3 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Kavität 46 ausgebildet, von Kühlluft 32
aus einer stromaufwärts liegenden Kühlluftquelle durchströmt zu werden.
[0039] Bei der in Fig. 3 dargestellten beispielhaften Ausführungsform ist der Containmentring
36 wenigstens abschnittsweise beabstandet von dem die Laufstufe 20 radial umgebenden
Dichtungsträger 28 angeordnet, an welchem ein ringförmig ausgebildetes Dichtungselement
29 angeordnet ist. Dabei ist in der zwischen dem Containmentring 36 und dem Dichtungsträger
28 ausgebildeten Kavität 48 ein Isolationselement 49 angeordnet. Ferner ist bei der
dargestellten Gehäusestruktur 30 ein axial hinteres Ende des Containmentrings 36 in
einem Befestigungsbereich des Dichtungsträgers 28 und der Leitschaufel einer Leitschaufelanordnung
21 angeordnet.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0040]
- 10
- Strömungsmaschine
- 11
- Fan
- 12
- Verdichter
- 13
- Brennkammer
- 14
- Turbine
- 16
- Welle
- 17
- Strömungskanal
- 20
- Laufstufe
- 21
- Leitschaufelanordnung
- 22
- Laufschaufelanordnung
- 28
- Dichtungsträger
- 29
- Dichtungselement
- 30
- Gehäusestruktur
- 32
- Kühlluft
- 33
- Aufnahme
- 34
- Befestigungsbereich
- 35
- Gehäuseschale
- 36
- Containmentring
- 37
- Containmentring
- 42
- Lufteintrittsöffnung
- 43
- Luftaustrittsöffnung
- 46
- Kavität
- 47
- Kavität
- 48
- Kavität
- 49
- Isolationselement
- R
- Strömungsrichtung
- S
- Strömungsmaschinenachse
1. Gehäusestruktur für eine Strömungsmaschine (10), mit einer Gehäuseschale (35) und
wenigstens einem darin angeordneten Containmentring (36, 37), wobei die Gehäusestruktur
(30) einen Strömungskanal (17) ringförmig umgibt, in welchem wenigstens eine Laufstufe
(20) mit einer Leit- (21) und einer Laufschaufelanordnung (22) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Containmentring (36, 37) sich im Wesentlichen über die axiale Länge
einer Laufstufe (20) erstreckt und wenigstens abschnittsweise radial beabstandet von
der Gehäuseschale (35) angeordnet ist, wobei durch die radiale Beabstandung zwischen
dem wenigstens einen Containmentring (36, 37) und der Gehäuseschale (35) wenigstens
eine Kavität (46, 47, 48) ausgebildet ist.
2. Gehäusestruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusestruktur (30) wenigstens zwei sich über die gleiche Laufstufe (20) erstreckende
Containmentringe (36, 37) aufweist.
3. Gehäusestruktur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zwei Containmentringe (36, 37) wenigstens abschnittsweise radial voneinander
beabstandet angeordnet sind.
4. Gehäusestruktur nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass durch die radiale Beabstandung zwischen dem wenigstens einen Containmentring (36,
37) und wenigstens einem zweiten Containmentring (36, 37) wenigstens eine Kavität
(47, 48) ausgebildet ist.
5. Gehäusestruktur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Kavität (46, 47) zur Führung eines Kühlluftstroms ausgebildet
ist.
6. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Kavität (46) ausgebildet ist, von Kühlluft aus einer stromaufwärts
liegenden Kühlluftquelle durchströmt zu werden.
7. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Kavität (46, 47) ausgebildet ist, von Kühlluft aus einer stromabwärts
liegenden Kühlluftquelle durchströmt zu werden, und/oder dass wenigstens ein Containmentring
(36, 37) wenigstens abschnittsweise beabstandet von einem die Laufstufe (20) radial
umgebenden Dichtungsträger (28) angeordnet ist.
8. Gehäusestruktur nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine zwischen dem Containmentring (36, 37) und dem Dichtungsträger (28) ausgebildete
Kavität (48) gegen eine axiale Strömung abgedichtet ist und/ oder darin ein Isolationselement
(49) angeordnet ist.
9. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Containmentring (36, 37) und die Gehäuseschale (35) wenigstens eine
Aufnahme (33) für einen Abschnitt wenigstens einer angrenzenden Leitschaufel ausbilden,
und/oder
dass ein axial vorderes und/oder hinteres Ende wenigstens eines Containmentrings (36,
37) an einem Befestigungsbereich des Dichtungsträgers (28) und/ oder der Leitschaufel
an der Gehäuseschale (35) angeordnet ist.
10. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäuseschale (35) einer erforderliche Containmentfähigkeit nicht aufweist und
die erforderliche Containmentfähigkeit nur zusammen mit dem oder den Containmentringen
(36, 37) gegeben ist.
11. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein axial vorderes und/oder hinteres Ende wenigstens eines Dichtungsträgers (28)
in einem Befestigungsbereich (34) wenigstens eines Containmentrings (36, 37) und/
oder der Leitschaufel an der Gehäuseschale (35) angeordnet ist.
12. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Erstreckung wenigstens eines der Containmentringe (36, 37) in einem Bereich
liegt, der von wenigstens der axialen Erstreckung einer innerhalb des Containmentrings
(36, 37) angeordneten Laufschaufel bis zum Doppelten der axialen Erstreckung einer
solchen Laufschaufel reicht.
13. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Containmentring (36, 37) aus einem Werkstoff gefertigt ist, welcher
sich vom Werkstoff der Gehäuseschale (35) unterscheidet, und/oder dass wenigstens
ein Containmentring (36, 37) aus einem Werkstoff gefertigt ist, welcher sich vom Werkstoff
wenigstens eines anderen Containmentrings (36, 37) unterscheidet.
14. Gehäusestruktur nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gehäusestruktur (30) ein Turbinenaußengehäuse bildet.
15. Strömungsmaschine (10) aufweisend eine Gehäusestruktur (30), welche gemäß wenigstens
einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.