[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spulvorrichtung einer
Kreuzspulen herstellenden Textilmaschine. Weiter betrifft die Erfindung ein Fadenführergehäuse,
insbesondere für eine Fadenchangiereinrichtung. Die Erfindung betrifft weiter eine
Textilmaschine. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reinigung eines Fadenführers
und/oder eines Fadenführergehäuses. Die Erfindung betrifft weiter eine Steuerungseinrichtung.
[0002] Fadenchangiereinrichtungen sind bekannt und kommen bei der Herstellung von Kreuzspulen
zum Einsatz, indem sie einen Fadenführer zwischen zwei Zuständen reversibel changieren.
Dabei ist bekannt, dass die betreffende Textilspule einerseits in Rotation versetzt
und andererseits der auf die Spule auflaufende Faden während des Wickelvorgangs relativ
schnell längs der Spulenachse changiert wird. Dadurch wird der geführte Faden auf
die Kreuzspule, bzw. eine vorgelegte Hülse aufgewickelt, wodurch es zu einer Kreuzwicklung
kommt, die durch das Changieren verursacht wird. Dadurch werden dicht gepackte Spulen
bereitgestellt, die auch eine stabile Wicklung aufweisen. Weiter können die resultierenden
Textilspulen besonders gut ablaufen, der Faden kann also maschinell besonders gut
wieder abgewickelt werden, fällt aber nicht von selbst von der Rolle. Das Changieren
findet dabei insbesondere in einer Bewegungsrichtung parallel zu einer Rotationsachse
der Kreuzspule statt. Auch eine angewinkelte Bewegung ist denkbar. Als Textilmaschinen,
die diese Technik nutzen sind etwa Spinnmaschinen und/oder Zwirnmaschinen bekannt.
[0003] Eine Fadenchangiereinrichtung ist aus der
DE 10 2004 003 173 A1 bekannt. Darin ist eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spulvorrichtung einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine beschrieben. Die Fadenchangiereinrichtung weist einen
Fadenführer auf, der im Bereich der Arbeitsstelle an einer Fadenführerstange geführt
und über ein Endloszugmittel an einen Einzelantrieb angeschlossen ist. Dabei ist vorgesehen,
dass die Fadenchangiereinrichtung ein weitestgehend geschlossenes Gehäuse aufweist,
dessen Innenraum im Changierbereich des Fadenführers durch das Endloszugmittel abgedichtet
ist.
[0004] Der Spinnprozess, aber auch der Abrieb von Faden und/oder Garn bei der Herstellung
der Kreuzspule kann zu Verunreinigungen in der Spulvorrichtung führen, die aber auch
in die Fadenchangiereinrichtung eingetragen werden können. Dadurch kann es zu Beeinträchtigungen
bei der Herstellung von Kreuzspulen kommen, was Standzeiten der Maschinen für Wartung
und Reparatur erhöht. Weiter kann die Herstellung des Endprodukts, der Kreuzspulen,
beeinträchtigt werden.
[0005] Damit ist es Aufgabe der Erfindung die Qualität der Kreuzspulenherstellung zu verbessern,
die Reproduzierbarkeit von deren Herstellung, sowie die Reproduzierbarkeit der resultierenden
Kreuzspulen zu erhöhen und Stillstandzeiten zu minimieren und dadurch Ressourcen zu
sparen.
[0006] Die Aufgabe wird durch eine Fadenchangiereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Weiter wird die Aufgabe durch ein Fadenführergehäuse mit den Merkmalen des
Anspruchs 10 gelöst. Die Aufgabe wird des Weiteren durch eine Textilmaschine mit den
Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst. Weiter wird die Aufgabe durch ein Reinigungsverfahren
mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Die Aufgabe wird durch eine Steuereinrichtung
mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0008] Nach einem Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch eine Fadenchangiereinrichtung mit
den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0009] Dabei kann eine Fadenchangiereinrichtung für eine Spulvorrichtung einer Kreuzspulen
herstellenden Textilmaschine ein Fadenführergehäuse aufweisen. Das Fadenführergehäuse
kann einen Fadenführer aufweisen. Das Fadenführergehäuse kann eine Changiervorrichtung
aufweisen, die ausgebildet und angeordnet ist, um entlang einer Richtung der Achse
der herzustellenden Kreuzspule reversibel zu changieren. Dabei kann mindestens ein
Unterdrucksystem ausgebildet und angeordnet sein, wobei das Unterdrucksystem mindestens
eine Fluidführung aufweist. Dabei kann das Fadenführergehäuse ausgebildet sein und
die Changiervorrichtung dem Fadenführergehäuse derart zugeordnet sein, um den Fadenführer
in einer Arbeitsstelle der Textilmaschine entlang einer Richtung der Rotationsachse
der herzustellenden Kreuzspule reversibel zu changieren. Dabei kann das Fadenführergehäuse
mit der Fluidführung derart in fluidische Kommunikation bringbar sein, um einen Unterdruck
auf das Fadenführergehäuse anzulegen. Dadurch kann die Qualität der Kreuzspulenherstellung
verbessert werden. Weiter kann die Reproduzierbarkeit von deren Herstellung verbessert
werden, sowie die Reproduzierbarkeit der resultierenden Kreuzspulen erhöht werden.
Dadurch ist es möglich Stillstandzeiten zu minimieren und dadurch Ressourcen zu sparen.
[0010] Als Changiervorrichtung kann dabei eine Zugvorrichtung, insbesondere eine Endloszugvorrichtung
vorgesehen sein, wie es an anderer Stelle beschrieben ist. Alternativ kann eine Changiervorrichtung
aber auch eine Zugstange und/oder eine Zugplatte als Zugvorrichtung aufweisen, mit
der ein Fadenführer derart verbunden ist, um eine Hubbewegung des Fadenführers weitgehend
parallel zur Rotationsachse der Kreuzspule, bzw. von deren Hülse, zu ermöglichen.
"Weitestgehend parallel" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass auch eine gewinkelte
Geometrie - gewinkelt relativ zur Rotationsachse der Kreuzspule in einem Betrieb -
vorgesehen sein kann. Dabei kann der Maximalwinkel ein Winkel sein, der eine konische
Kreuzspule ermöglicht. Der Minimalwinkel ist dabei insbesondere eine Parallelbewegung
zur Rotationsachse und führt zu einer zylindrischen Kreuzspule.
[0011] Fadenchangiereinrichtungen werden dabei insbesondere durch ein Fadenführergehäuse
nach außen begrenzt. Dadurch kann die Changiervorrichtung in der Fadenchangiereinrichtung
changieren, um dadurch dem Fadenführer eine Hubbewegung aufzuprägen. Dadurch kann
der Fadenführer von einer Seite der Fadenchangiereinrichtung auf eine andere Seite
der Fadenchangiereinrichtung bewegt werden.
[0012] In einer Ausführungsform kann die Fadenchangiereinrichtung einen Fadenführer aufweisen,
der im Bereich einer Arbeitsstelle einer Textilmaschine an mindestens einer Fadenführerstange
führbar gelagert ist. Dabei kann er über ein Endloszugmittel an einen Einzelantrieb
angeschlossen sein. Die Fadenchangiereinrichtung weist dabei ein weitestgehend geschlossenes
Gehäuse auf, dessen Innenraum im Changierbereich des Fadenführers abgedichtet ist.
Diese Abdichtung kann insbesondere durch das Endloszugmittel erfolgen. Diese Ausführungsform
kann einfach zu implementieren sein. Dabei kann eine einfache Mechanik implementiert
werden, um die Changiervorrichtung auszubilden.
[0013] Als Unterdrucksystem kann dabei eine Fluidpumpe, insbesondere eine Vakuumpumpe vorgesehen
sein. Dieses Unterdrucksystem kann dabei mittels einer Fluidführung mit der Fadenchangiereinrichtung
verbunden sein, derart, um eine fluidische Kommunikation zwischen dem Unterdrucksystem
und der Fadenchangiereinrichtung herzustellen.
[0014] Eine Fluidführung ist dabei insbesondere ausgebildet derart, um ein Fluid führen
zu können, um einen Unterdruck applizieren zu können. Dabei stellt eine fluidische
Kommunikation eine Verbindung dar, wodurch ein Informationsaustausch über eine Fluidsäule
in einer Fluidführung vermittelbar sein kann.
[0015] Nach einem Aspekt kann das Unterdrucksystem eine Saugdüse aufweisen. Die Saugdüse
kann dabei insbesondere als stationäre Saugdüse ausgebildet sein. Die Saugdüse ist
dabei insbesondere ausgebildet und angeordnet derart, um ein Fadenende auf der Kreuzspule
aufzufinden. Dabei ist die Saugdüse insbesondere mit der mindestens einen Fluidführung
verbunden, um eine fluidische Kommunikation mit der Saugdüse auszubilden. Dabei ist
das Fadenführergehäuse insbesondere in einem Zustand reversibel mit der Fluidführung
in fluidische Kommunikation bringbar. Dadurch kann die Qualität der Kreuzspulenherstellung
verbessert werden. Bei einem Reißen des Fadens muss die Produktion nicht mehr unbedingt
unterbrochen werden, sondern es können Vorrichtungen und Mittel bereitgestellt werden,
um eine Wiederaufnahme des Fadenendes zu bewerkstelligen und um einen Faden wieder
in einen Anspinnprozess zu überführen und die Herstellung der Kreuzspule wieder aufzunehmen.
Dadurch kann das Anfallen nichtfertiger Kreuzspulen reduziert werden, da eine Fertigstellung
wieder aufgenommen werden kann. Dadurch werden Ressourcen geschont und das Anfallen
von Ausschussware wird reduziert. Weiter kann die Reproduzierbarkeit der Herstellung
von Kreuzspulen verbessert werden. Auch kann die Reproduzierbarkeit der resultierenden
Kreuzspulen erhöht werden.
[0016] Unter dem Begriff "Fluid" ist insbesondere ein Fluid zu verstehen das die Fadenchangiereinrichtung
umgibt und/oder insbesondere das das Fadenführergehäuse und/oder die Saugdüse mindestens
zu Beginn eines Anlegens eines Unterdrucks füllt. Dabei kann es sich vorzugsweise
um Luft, insbesondere um Trockenluft, künstliche Luft, Stickstoff, aber auch um Raumluft
handeln.
[0017] Eine Saugdüse ist insbesondere eine Vorrichtung, die es ermöglicht, einen Aufnahmebereich
für einen Faden an eine Oberfläche einer Kreuzspule heranzuführen, derart, um einen
Faden mindestens teilweise in den Aufnahmebereich einzusaugen. Dies kann ermöglicht
werden durch das Anlegen eines Unterdrucks an die Saugdüse. Dabei wird insbesondere
ein Fadenende eines gerissenen Fadens, welcher auf die Kreuzrolle durch deren Rotation
gezogen worden ist, in die Saugdüse eingezogen. Dadurch kann die Saugdüse einer Aufnahme
eines gerissenen Fadenendes von der Kreuzrolle dienen, um dieses Fadenende einem neuen
Anspinnen zuzuführen. Dadurch wird die Kreuzrolle insbesondere nicht dadurch fehlerhaft,
dass der Faden gerissen ist. Vielmehr kann eine Vorrichtung bereitgestellt werden,
um einen Faden einzufangen und damit auch wieder die Herstellung der Kreuzspule (auch
als Kreuzrolle oder Kreuzwalze zu bezeichnen) fortzusetzen. Damit können insbesondere
Kreuzspulen mit reproduzierbaren, insbesondere identischem Durchmesser hergestellt
werden, wobei der Durchmesser fest definiert sein kann.
[0018] Nach einem Aspekt kann die Fadenchangiereinrichtung einen Luftkanal aufweisen. Dieser
Luftkanal kann dabei ein Luftkanal sein, der insbesondere als stationärer Luftkanal
ausgebildet ist. Dieser kann ausgebildet und angeordnet sein, um in einem Produktionszustand
den Faden dem Fadenführer zuzuführen. Damit kann eine geführte Fadenzuführung bereitgestellt
werden und der Faden kann dabei einer Kreuzwalze zugeführt werden.
[0019] Dabei kann der Luftkanal eine Öffnung aufweisen, in die der Faden in den Luftkanal
eingeführt wird. Der Faden geht dabei insbesondere von einer Spinnstelle aus, in der
der Faden hergestellt werden kann. Dabei wird der Faden durch mindestens einen Teil
des Luftkanals geführt, um an einem Ende des Luftkanals ausgeführt zu werden, insbesondere
um über den Fadenführer einer Fadenchangiereinrichtung an einer Arbeitsstelle einer
Kreuzspule zugeführt werden zu können.
[0020] Dabei kann ein Produktionszustand einem Zustand entsprechen, indem eine Kreuzspule
hergestellt wird. Dabei kann insbesondere eine Changiervorrichtung einen Fadenführer
changieren, um die Kreuzspule wickeln zu können.
[0021] Demgegenüber kann ein Nichtproduktionszustand insbesondere einem Fadensuchzustand
oder einem Anspinnzustand entsprechen. Die Fluidführung kann ausgebildet und angeordnet
sein, um die Saugdüse und das Fadenführergehäuse in fluidische Kommunikation mit dem
Unterdrucksystem zu bringen.
[0022] Dabei ist der Luftkanal insbesondere im Nichtproduktionszustand mit der mindestens
einen Fluidführung des Unterdrucksystems verbindbar, um eine fluidische Kommunikation
über den Luftkanal und die Fluidführung zu einer Saugdüse und/oder zu einem Fadenführergehäuse
auszubilden. Damit kann am Fadenführergehäuse und/oder an der Saugdüse ein Unterdruck
angelegt werden. Dies kann insbesondere simultan erfolgen.
[0023] Nach einem Aspekt kann die Fluidführung als Unterdruckkanal ausgebildet sein. Dadurch
kann eine fluidische Kommunikation bereitgestellt werden, durch die ein Unterdruck
angelegt werden kann.
[0024] Die Fluidführung, insbesondere der Unterdruckkanal, kann mindestens eine Drosselstelle
aufweisen. Diese kann insbesondere als Stellventil ausgebildet sein. Dadurch kann
der Unterdruck in kontrollierter Art und Weise angelegt werden. Dabei kann insbesondere
die Dauer, in der der Unterdruck angelegt wird, kontrolliert werden. Alternativ oder
zusätzlich kann auch der Level des Unterdrucks kontrolliert eingestellt und aufrechterhalten
werden. Die Drosselstelle erlaubt auch eine bedarfsgemäße Ansteuerung zum Öffnen und/oder
zum Schließen, was Energie einspart und damit Ressourcen schont.
[0025] Zusätzlich oder alternativ kann die Fluidführung, insbesondere der Unterdruckkanal
eine Fadenklemmeinrichtung aufweisen. Dadurch kann ein Verstopfen der Fluidführung,
insbesondere des Unterdruckkanals verhindert werden, etwa durch einen unkontrolliert
eindringenden gerissenen Faden, der durch eine zuvor beschriebene Saugdüse mindestens
teilweise in die Fluidführung eindringen kann. Weiter kann die Fadenklemmeinrichtung
eine maximale Eindringtiefe des Fadens in den Unterdruckkanal vorgeben. Dadurch kann
ein Verstopfen, etwa des Stellventils, verhindert werden. Auch können dadurch andere
mechanische Schäden, etwa an den Pumpen, abgewendet werden. Dadurch wird die Sicherheit
eines Betriebs der Unterdruckquelle erhöht.
[0026] Dabei kann es möglich sein, dass mindestens ein Fadenende in die Fluidführung eindringt
und durch die Fadenklemmeinrichtung in einer Position gehalten wird, die es ermöglicht,
dass der Faden wieder durch eine dazu ausgebildete Vorrichtung ausgezogen werden kann,
um mit einem angesponnenen Faden verknüpft zu werden, um einen Kreuzwickelprozess
wieder aufzunehmen. Die Fadenklemmeinrichtung kann dabei insbesondere derart ausgebildet
sein, dass mindestens ein Haken und/oder mindestens eine Öse in der Fluidführung,
insbesondere dem Unterdruckkanal, mit einem eingeführten Faden interagiert.
[0027] Weiter kann die Fadenklemmeinrichtung aber auch ausgebildet und angeordnet sein derart,
um den Faden auf Zug zu halten, auch wenn nicht dauerhaft ein Unterdruck angelegt
werden soll, um den Faden auf Spannung zu halten. Die Spannung des Fadens kann dabei
relevant sein, um eine Aufnahme des Fadens für ein Wiederanknüpfen an einen nachgelieferten
Faden zu ermöglichen. Dabei kann der nachgelieferte Faden etwa aus einer Spinnstelle
nachgeliefert werden, wobei der gerissene Faden und der neue Faden miteinander verbunden
werden können.
[0028] Der Unterdruckkanal kann dabei ebenfalls stationär ausgebildet sein. In dem Unterdruckkanal
kann dabei eine Drosselstelle, insbesondere ein Stellventil, angeordnet sein, welche
von einem geöffneten Zustand in einen geschlossenen Zustand überführt werden kann.
Dadurch ist es möglich kontrolliert einen Unterdruck anzulegen. Dabei kann auch die
Intensität (Level) des Unterdrucks eingestellt werden, durch die Drosselstelle / das
Stellventil. Dadurch können alle Parameter des Anlegens des Unterdrucks eingestellt
und kontrolliert aufrechterhalten werden.
[0029] Nach einem Aspekt kann eine Verschlussvorrichtung ausgebildet und angeordnet sein
derart, um einen Fadeneinrittsbereich in den Luftkanal zu verschließen. Dadurch kann
der Luftkanal verschlossen werden, wenn kein Faden durch den Luftkanal geführt werden
kann. Im Falle eines Fadenbruchs kann mittels einer Saugdüse ein Fadenende von der
Kreuzwalze eingesaugt werden. Dadurch ist es möglich, dass der Faden, der auf die
Kreuzwalze aufgelaufen ist, wieder einem Anspinnprozess zugeführt werden kann. Dabei
kann auch vorgesehen sein, dass der gebrochene Faden wieder mit einem weiteren Fadenstück
verbunden werden kann, um die Herstellung der Kreuzwalze weiterzuführen. Um Unterdruck
anzulegen kann insbesondere der Fadeneinführbereich (auch Fadeneintrittsbereich genannt)
des Luftkanals verschlossen werden, etwa um genügend Saugkraft durch die Saugdüse
auszubilden, um einen Faden einzufangen.
[0030] Als Verschlussvorrichtung kann insbesondere ein verschwenkbarer Arm vorgesehen sein,
der eine Verschlusskappe und/oder ein Dichtelement derart aufweist, dass es durch
ein Verschwenken in einen Eingriff mit dem Fadeneinrittsbereich kommen kann, um diesen
insbesondere luftdicht bzw. gasdicht zu verschließen.
[0031] Nach einem Aspekt kann eine Fadenfangeinrichtung an der Verschlussvorrichtung angeordnet
sein, derart, um einen Fadenbereich eines Fadens einzufangen. Dadurch ist es möglich,
dass auch nach einem Fadenbruch ein Fadenende von der Kreuzspule eingefangen werden
kann, etwa durch eine Saugdüse und wobei der Faden in einen Luftkanal, bzw. auch in
einen Unterdruckkanal mindestens teilweise hineingesaugt wird.
[0032] Eine Fadenfangeinrichtung kann dabei ein Haken und/oder eine Öse sein, die es erlaubt
einen Fadenbereich eines Fadens zu greifen. Dabei ist der Fadenbereich insbesondere
ein Fadenende.
[0033] Weiter kann der Fadenbereich ein Bereich des Fadens sein, der zwischen einem Bereich
des Fadens, der die Kreuzspule kontaktiert und einem Fadenende, insbesondere bis hin
zur Fadenklemmeinrichtung, die ggf. den Faden auf Spannung hält.
[0034] Nach einem Aspekt kann die Verschlussvorrichtung derart ausgebildet und angeordnet
sein, um in dem Nichtproduktionszustand den Fadeneintrittsbereich in den Luftkanal
zu verschließen. Dabei kann die Fluidführung ausgebildet und angeordnet sein, um in
dem Nichtproduktionszustand das Unterdrucksystem, insbesondere über die Fluidführung,
mit dem Luftkanal zu verbinden, um eine fluidische Kommunikation mit der Saugdüse
auszubilden. Dabei ist das Fadenführergehäuse insbesondere derart ausgebildet und
angeordnet, um im Nichtproduktionszustand mit der Fluidführung verbunden zu werden,
um eine Fluidströmung durch die Saugdüse und simultan aus dem Fadenführergehäuse zu
erzeugen. Dadurch wird eine Reinigung des Fadenführergehäuses verbessert. Dabei kann
eine simultane Reinigung erfolgen, die nicht getrennt von etwaigen Arbeitsschritten
bei einem Ereignis, wie etwa einem Fadenbruch, vorliegen. Damit kann Zeit gespart
werden und die Effizienz der Reinigung kann gesteigert werden.
[0035] Insbesondere kann der Nichtfunktionszustand ein Fadensuchzustand oder ein Anspinnzustand
sein, wie eingehend beschrieben.
[0036] Die Fluidströmung ist dabei insbesondere eine Strömung von Fluid durch die Saugdüse.
Alternativ oder zusätzlich kann eine Strömung von Fluid durch das Fadenführergehäuse
unter einer Fluidströmung verstanden werden. Dadurch ist es möglich, dass Verunreinigungen
aus dem Fadenführergehäuse ausgetragen werden können. Damit der Fluidstrom nicht abreißt,
ist insbesondere ein Nachströmen entlang dem Druckgradienten gegeben, wobei der Druckgradient
insbesondere dem Anlegen des Unterdrucks folgt. Dabei können Ventile, Düsen und/oder
bauliche Öffnungen in der Saugdüse, alternativ oder zusätzlich im Fadenführergehäuse,
angeordnet sein. Durch diese kann ein Nachströmen ermöglicht werden. Dabei kann es
in einer Ausführungsform vorgesehen sein, insbesondere kein Vakuum zu erreichen. Der
Unterdruck soll insbesondere erlauben ein Fadenende bei einem Fadenbruch aufzufinden,
da das Fadenende dem Unterdruck im Bereich der Saugdüse folgen kann. Ein Evakuieren
könnte dabei auch dazu führen, dass etwaige Ölkomponenten der Mechanik der Changiervorrichtung
insbesondere beginnen zu verdampfen. Dadurch könnten Schäden am Faden und der Kreuzspule
eintreten. Damit könnten auch weitere Unreinheiten in das Fadenführergehäuse eingetragen
werden, die sich auf die Performance auswirken können und dabei auch die Kreuzspule
beschädigen können.
[0037] Nach einem Aspekt kann das Fadenführergehäuse eine reversibel verschließbare Öffnung
aufweisen. Durch diese verschließbare Öffnung kann das Fadenführergehäuse reversibel
in eine fluidische Kommunikation mit der Saugdüse und/oder mit der Fluidführung gebracht
werden. Dadurch kann es auch möglich sein die Öffnung nur für den Fall zu öffnen,
in dem ein Unterdruck angelegt wird. Dadurch können Verunreinigungen aus der Anwendung
herausgehalten werden.
[0038] Alternativ oder zusätzlich kann das Fadenführergehäuse über eine Kurzschlussverbindung
mit der Fluidführung verbindbar sein. Dadurch kann das Fadenführergehäuse auch unabhängig
von einer Unterbrechung des Wickelprozesses gereinigt werden. Dabei kann insbesondere
eine zyklische, insbesondere fest definierte Reinigung durchgeführt werden. Hier kann
man auch von Reinigungszyklen sprechen.
[0039] Alternativ oder zusätzlich kann ein Unterdruck am Fadenführergehäuse unabhängig von
einem Unterdruck an einer Saugdüse anlegbar sein. Dadurch kann das Fadenführergehäuse
auch unabhängig von einer Unterbrechung des Wickelprozesses gereinigt werden. Dabei
kann insbesondere eine zyklische, insbesondere fest definierte Reinigung durchgeführt
werden. Hier kann man auch von Reinigungszyklen sprechen.
[0040] Alternativ oder zusätzlich kann die Fluidströmung im Fadenführergehäuse durch einen
Fluideinstrom in das Fadenführergehäuse durch eine Fadenführergehäuseströmungsvorrichtung
aufrechterhalten werden, während am Fadenführergehäuse ein Unterdruck angelegt ist.
Dadurch wird insbesondere eine Evakuierung verhindert. Des Weiteren kann dadurch ein
definierter Fluideinstrom vorgegeben werden, um etwaiges Fluid am Eindringen durch
eigentlich ungeeignete Stellen zu forcieren. Die Fluidströmung kann durch mindestens
eine Öffnung im Fadenführergehäuse aufrechterhalten werden. Alternativ oder zusätzlich
kann durch mindestens eine Düse die Fluidströmung aufrechterhalten werden.
[0041] In einer weiteren Ausführungsform kann das Unterdrucksystem derart ausgebildet sein,
um über die Fluidführung an das Fadenführergehäuse von außen einen Unterdruck anzulegen.
Dies kann dabei insbesondere derart erfolgen, dass zusätzlich oder alternativ zu den
zuvor beschriebenen Fadenchangiereinrichtungen und Fadenführergehäusen das Fadenführergehäuse
von außen ein Unterdruck angelegt wird. Dabei können insbesondere derartige Stellen
gewählt werden, um einen Fluidstrom zu erzeugen, der es erlaubt, Stellen und/oder
Bereiche, die zu Verschmutzung neigen und/oder über die eine Verschmutzung innerhalb
des Fadenführergehäuses eintreten kann, mit einem Unterdruck zu beaufschlagen, um
dadurch einen Fluidstrom an diesen Stellen und/oder Bereichen zu initiieren, um potentielle
Verunreinigungen von diesen Stellen und/oder Bereichen mittels des resultierenden
Fluidstroms wegzubewegen. Dabei werden diese Verunreinigungen insbesondere eingesaugt
und dadurch insbesondere direkt entsorgt.
[0042] Insbesondere kann die Fluidführung derart angeordnet sein, um einen Fluidstrom entlang
des Fadenführers zu erzeugen. Weiter insbesondere kann dabei an mindestens einer Seite
des Changierbereichs ein Unterdruck anliegen, um einen Fluidstrom auszubilden, der
insbesondere im Wesentlichen parallel zu der Changierrichtung verläuft und dadurch
den Fadenführer und/oder den Fadenführerschuh umbläst, um Verunreinigungen, wie etwa
Faserablagerungen vom Fadenführer und/oder vom Fadenführerschuh fernzuhalten.
[0043] Der Changierbereich ist dabei insbesondere der Bereich, in dem ein Changieren des
Fadenführers erfolgt, entlang der Richtung, in der der Fadenführer reversibel bewegt
werden kann, als der Changierrichtung.
[0044] Der Fadenführerschuh kann dabei eine Vorrichtung sein, die es erlaubt, den Fadenführer
auf der Changiervorrichtung derart anzubringen, dass der Fadenführer der Bewegung
der Changiervorrichtung folgt.
[0045] Nach einem unabhängigen Aspekt wird die Aufgabe insbesondere durch ein Fadenführergehäuse
für eine Fadenchangiereinrichtung wie eingehend beschrieben gelöst. Dadurch können
die zuvor beschriebenen Merkmale, Definitionen, Effekte und Vorteile auch auf das
Fadenführergehäuse übertragen werden.
[0046] Nach einem unabhängigen Aspekt wird die Aufgabe insbesondere durch eine Textilmaschine
gelöst, die eine Fadenchangiereinrichtung wie eingehend beschrieben aufweist. Alternativ
oder zusätzlich kann die Textilmaschine ein Fadenführergehäuse wie eingehend beschrieben
aufweisen. Dadurch können die zuvor beschriebenen Merkmale, Definitionen, Effekte
und Vorteile des Fadenführergehäuses, wie auch der Fadenchangiereinrichtung, übertragen
werden.
[0047] Nach einem unabhängigen Aspekt wird die Aufgabe insbesondere durch ein Verfahren
zur Reinigung eines Fadenführergehäuses gelöst. Das Fadenführergehäuse kann dabei
insbesondere ein Fadenführergehäuses wie eingehend beschrieben sein. Das Verfahren
weist insbesondere den Schritt eines Herstellens einer fluidischen Kommunikation zwischen
mindestens einem Unterdrucksystem und dem Fadenführergehäuse auf. Das Verfahren kann
den Schritt eines Anlegens eines Unterdrucks am Fadenführergehäuse aufweisen. Die
zuvor beschriebenen Merkmale, Definitionen, Effekte und Vorteile des Fadenführergehäuses,
wie auch der Fadenchangiereinrichtung, wie auch der Textilmaschine (Kategorien, Vorrichtungen
und System) können auf die beschriebenen Verfahren übertragen werden.
[0048] Gemäß einer Ausführungsform können mehrere Unterdrucksysteme vorgesehen sein. Dabei
kann eines der Unterdrucksysteme abhängig von einem vorhergehenden oder nachfolgenden
Arbeitszustand aktiviert werden, um Unterdruck anzulegen. Dabei kann ein Unterdrucksystem
insbesondere abhängig von einer Art des Fadens ausgewählt werden.
[0049] Nach einem unabhängigen Aspekt wird die Aufgabe insbesondere durch eine Steuerungsvorrichtung
gelöst, die insbesondere ausgebildet und eingerichtet ist, um ein Verfahren wie eingehend
beschrieben durchzuführen. Dadurch können die eingehend beschriebenen Effekte, deren
Vorteile und Merkmale implementiert werden.
[0050] Eine Steuerungsvorrichtung kann dabei eine CPU sein. Weiter kann auch eine Speichervorrichtung
vorgelegt werden, die etwaige Verfahrensanweisungen bei Ausführung eines maschinenlesbaren
Codes auf einer Steuerungseinrichtung, insbesondere einer CPU oder einem Prozessor,
aufweist, um eines der eingehend aufgeführten Verfahren durchzuführen.
[0051] Zusammenfassend und in anderen Worten heißt das:
Es werden Vorrichtungen, Systeme und Verfahren beschrieben, bei der ein Faden von
einer produzierenden Spinnstelle durch einen insbesondere stationären Luftkanal geführt
werden kann. Dabei kann eine Fadenchangiereinrichtung vorgesehen sein, die ein Fadenführergehäuse
und eine Changiervorrichtung aufweist. Dabei kann ein Fadenführer derart an der Changiervorrichtung
angeordnet sein, um mittels einer alternierenden Hubbewegung (auch als changierende
Bewegung oder als Changieren zu bezeichnen) einen Faden in einer Kreuzwicklung auf
eine Kreuzwalze (auch Kreuzrolle oder Kreuzspule genannt) wickeln zu können. Dabei
kann eine Wickeltrommel vorgesehen sein, die rotiert und dabei die Kreuzspule antreiben
kann, da sie diese insbesondere kontaktiert. Dabei kann ein Sauganschluss (als Verbindung
zu einer Unterdruckquelle) vorgesehen sein, der mit einer Fluidführung, insbesondere
in Form eines Unterdruckkanals, in eine fluidisch kommunikative Verbindung bringbar
ist. Dabei kann ein Stellventil und/oder eine Klemmeinrichtung vorgesehen sein. Dabei
dient das Stellventil insbesondere der Kontrolle des Unterdrucks, sowohl zeitlich
wie auch in Bezug auf die Stärke (das Level / Niveau) des Unterdrucks. Die Klemmeinrichtung
kann mehrere Funktionen erfüllen, abhängig von ihrer Implementierung. Weiter kann
ein Verschlussmechanismus mit einer Fadenfangeinrichtung vorgesehen sein. Dabei kann
die Fadenfangeinrichtung ausgebildet sein, um einen Faden, der in den Luftkanal eingezogen
ist, von der Kreuzspule kommend, aus dem Fadeneintrittsbereich herauszuziehen, um
eine erneute Verknüpfung mit einem nachgelieferten Faden herzustellen. Dazu kann insbesondere
durch eine Rotationsbewegung um eine Verankerung die Fadenfangeinrichtung den Faden
aus dem Fadeneintrittsbereich ziehen. Dabei können in Ausführungsformen eine Schlaufe
im Fadenende gelegt werden, um eine Wiederverknüpfung mit einem nachgelieferten Faden
zu ermöglichen.
[0052] Im Falle einer Produktionsunterbrechung, etwa wegen eines Fadenbruchs kann der Faden
von der Kreuzspule in einer Rückwärtsbewegung abgezogen werden, indem die Wickeltrommel
eine Rückwärtsbewegung einleitet. Gleichzeitig kann ein Unterdruck an der Saugdüse
angelegt werden, um das Fadenende zu suchen. Dabei wird insbesondere der Fadeneintrittsbereich
durch den Verschlussmechanismus abgedichtet. Der Faden wird dabei insbesondere durch
den Unterdruck in die Saugdüse angesaugt, wobei das Stellventil geöffnet ist, ganz
oder teilweise. Der Luftkanal, insbesondere der stationäre Luftkanal ist insbesondere
mit dem Fadenführungsgehäuse verbunden und besaugt insbesondere gleichzeitig das Fadenführergehäuse.
Dadurch kann angesammelter textiler Schmutz, Fäden oder Fasern aus dem Fadenführergehäuse
abgesaugt werden, wodurch eine Reinigung erfolgen kann.
[0053] Dabei kann die Fluidströmung insbesondere eine Luftströmung sein. Diese kann dabei
etwa durch dafür vorgesehene Ventile und/oder dafür vorgesehene bauliche Öffnungen
und/oder dafür vorgesehene Düsen aufrechterhalten werden. Diese Ventile, Düsen und/oder
baulichen Öffnungen können dabei strömungsoptimiert sein. Als Düse kann eine Bohrung
ausgebildet sein. Die Düse kann dabei insbesondere auch verschließbar und öffenbar
ausgestaltet sein. Die Öffnung und auch der Öffnungsgrad kann dabei gemäß den Anforderungen
gestaltet werden. Dabei kann die Ansteuerung insbesondere elektromotorisch, elektrisch,
mechanisch, pneumatisch oder mittels des Unterdrucks erfolgen. Auch können Magnetverschlüsse
und/oder Membrane vorgesehen sein.
[0054] Auch kann ein vorbereitender Anspinnprozess durchgeführt werden. Dabei kann ein Fadenbruch
vorliegen und der Restfaden ist dabei insbesondre an beiden Enden fixiert. Dies kann
insbesondere durch zwei harmonisierende Unterdruckquellen oder durch eine geeignet
eingerichtete Fadenklemmeinrichtung erfolgen. Dazu kann ein simultanes Reinigen, Insbesondere
des Fadenführergehäuses stattfinden. Alternativ oder zusätzlich kann auch eine Präventivreinigung
erfolgen. Dabei kann es sein, dass sich kein Faden im System befindet, oder es wird
eine rein präventive Reinigung durchgeführt, auch bei Anwesenheit eines Faden. In
diesen Fällen kann die Reinigung des Fadenführergehäuses, wie an anderer Stelle beschrieben
erfolgen.
[0055] Weiter alternativ oder zusätzlich kann das Fadenführergehäuse nicht nur den zuvor
beschriebenen Unterdruckanschluss aufweisen. Vielmehr kann (auch) ein separater Anschluss
an das Unterdrucksystem vorgesehen sein. Dieser Anschluss kann als Kurzschlussanschluss
oder als Kurzschlussverbindung bezeichnet werden. Dieses System kann, insbesondere
zyklisch, an- und abgeschaltet werden, bedarfsabhängig.
[0056] Alternativ oder zusätzlich können mehrere Unterdrucksysteme vorgesehen sein, oder
ein separates Unterdrucksystem, die zwecks Reinigung angeschlossen sein können. Dabei
kann die Wahl des Unterdrucksystems abhängig von einem Faden oder abhängig von zu
erwartenden Stäuben ausgewählt sein. Dadurch lassen sich insbesondere die Verunreinigungen
und die Stäube sortenrein in entsprechenden Sammelkammern auffangen.
[0057] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf Figuren
näher beschrieben, dabei zeigen schematisch und beispielhaft:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Fadenchangiereinrichtung an einer Arbeitsstelle
einer Textilmaschine in einem Produktionszustand;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer Fadenchangiereinrichtung an einer Arbeitsstelle
einer Textilmaschine in einem Fadensuchzustand;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Fadenchangiereinrichtung an einer Arbeitsstelle
einer Textilmaschine in einem Anspinnzustand; und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens zum Reinigen einer Fadenchangiereinrichtung.
[0058] Für gleichwirkende und/oder gleichartige Elemente und Strukturen werden die gleichen
Bezugszeichen verwendet.
[0059] Die Figuren 1 bis 3 geben eine schematische Darstellung einer Textilmaschine 300
wieder, die insbesondere angeordnet und ausgebildet ist, um einen Faden 2 von einer
Spinnvorrichtung 400 im Produktionszustand I, mit aktiver Spinnvorrichtung 400a, zu
übernehmen und mittels einer Fadenchangiereinrichtung 100 über eine Wickeltrommel
20 einer Kreuzspule 30 zuzuführen, um eine Kreuzwicklung auf der Kreuzspule 30 durchzuführen.
Hier handelt es sich exemplarisch um eine Spinnmaschine, aber es gibt auch andere
Textilmaschinen, auf die sich diese Funktionen und Strukturen übertragen lassen.
[0060] In Textilmaschinen 300 für die Herstellung von Kreuzspulen 30, wie eingangs beschrieben,
können ein Regenerat oder ein Grobgarn mit hohem Kurzfaseranteil von zum Beispiel
1 mm Länge zu Verunreinigungen führen, insbesondere in einem Fadenführergehäuse 32,
bzw. am Fadenführer 25. Dadurch kann es zu Absätzen auf den Kreuzspulen 30 kommen,
die die Qualität dieser Kreuzspulen 30 beeinträchtigen. Die Verunreinigungen sammeln
sich an verschiedenen Stellen des Fadenführers 25, bzw. im Fadenführergehäuse 32 einer
Fadenchangiereinrichtung 100 an. Dadurch kann eine aufwendige und damit ressourcenintensive
Reinigung notwendig werden, um die anfängliche Qualität der Kreuzspulen 30 wieder
zu erreichen.
[0061] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Fadenchangiereinrichtung 100 an
einer Arbeitsstelle 200 einer Textilmaschine 300 in einem Produktionszustand I. Exemplarisch
und schematisch ist eine Fadenchangiereinrichtung 100 für eine Spulvorrichtung, die
auch als Arbeitsstelle 200 einer Kreuzspulen 30 herstellenden Textilmaschine 300 bezeichnet
werden kann, gezeigt. Die Fadenchangiereinrichtung 100 ist dabei in einer schematischen
Schnittansicht dargestellt. Die Fadenchangiereinrichtung 100 weist dabei ein Fadenführergehäuse
32 auf, an dem ein Fadenführer 25 angeordnet ist.
[0062] Es kann mindestens ein Unterdrucksystem vorgesehen sein das mindestens eine Fluidführung
6 aufweist. Das Fadenführergehäuse 32 ist dabei derart ausgebildet und eine Changiervorrichtung
38 ist dem Fadenführergehäuse 32 derart zugeordnet, um den Fadenführer 25 in einer
Arbeitsstelle 200 der Textilmaschine 300 entlang einer Richtung der Rotationsachse
der herzustellenden Kreuzspule 30 reversibel zu changieren. In Figur 1 ist eine Rotation
in Vorwärtsrichtung VR für die Wickeltrommel 20 und die Kreuzspule 30 gezeigt. Diese
Vorwärtsrotation erfolgt um die jeweilige Rotationsachse.
[0063] Dabei ist die Changiervorrichtung 38 ausgebildet und angeordnet, um entlang einer
Richtung der Achse der herzustellenden Kreuzspule 30 reversibel zu changieren. Die
Achse der herzustellenden Kreuzspule 30 fällt dabei insbesondere mit der Rotationsachse
zusammen. Die Changierrichtung ist hier aus der Schnittebene (Ebene der Figurendarstellung
auf dem Blatt) heraus, bzw. in diese hinein. Anders ausgedrückt entspricht die Changierrichtung
in der Darstellung insbesondere dem Lot auf die Darstellung der Figur. Dabei wird
der Fadenführer 25 insbesondere über einen Fadenführerschuh 26 an der Changiervorrichtung
angeordnet derart, um der Bewegung der Changiervorrichtung 38 zu folgen.
[0064] Beispiele für die Changiervorrichtung 38 können dabei ein Zugmittel, wie etwa ein
Endloszugmittel, weiter insbesondere ein Riemen, ein Keilriemen, ein Zahnriemen, ein
Flachriemen, aber auch eine bewegliche Stange oder Platte sein. Auch die Stange oder
Platte kann Keile oder Zähne aufweisen. Dabei kann mindestens ein Antriebsritzel (nicht
gezeigt) vorgesehen sein, um die Changierbewegung zu initiieren und durchzuführen.
Bei Ausführungsformen mit einem Endloszugmittel können Spannrollen (nicht gezeigt)
vorgesehen sein, die das Endloszugmittel auf Spannung halten. Weiter können Gleitrollen
(nicht gezeigt) und Umlenkrollen (nicht gezeigt) vorgesehen sein, die ein Laufen des
Endloszugmittels ermöglichen.
[0065] Das Fadenführergehäuse 32 ist insbesondere mit der Fluidführung 6 derart in fluidische
Kommunikation bringbar ausgebildet, um einen Unterdruck auf das Fadenführergehäuse
32 anzulegen. Im Produktionszustand I, bzw. hier in der Figur 1 ist das Stellventil
8 in einem geschlossenen Zustand 8a. Dadurch kann kein Unterdruck an die Fadenchangiereinrichtung
100 angelegt werden. Hier ist auch am Fadenführergehäuse 32 kein Unterdruck angelegt.
Das Fadenführergehäuse 32 kann aber mit einer Kurzschlussverbindung 52 versehen sein,
um auch außerhalb einer Produktionsunterbrechung, wie sie in den Figuren 2 und 3 gezeigt
ist, am Fadenführergehäuse 32 einen Unterdruck anzulegen. Dabei kann die Fluidführung
6 in Richtung der Fadenchangiereinrichtung 100 verschließbar sein. Um am Fadenführergehäuse
32 getrennt von anderen Bereichen der Fadenchangiereinrichtung 100, insbesondere getrennt
von einem Faden 2 führenden stationären Luftkanal 58, wie er an anderer Stelle ausführlich
beschrieben ist, einen Unterdruck anzulegen, kann die Fluidführung 6 in Richtung zur
Fadenchangiereinrichtung 100 verschließbar sein. Entsprechende Ventile und Drosselstellen
sind hier nicht gezeigt. In anderen Worten ausgedrückt heißt das, dass auch weitere
Drosselstellen, wie etwa das Stellventil 8 vorgesehen sein können, um ein getrenntes
Anlegen von Unterdruck, aber auch ein gleichzeitiges Anlegen von Unterdruck an der
Fadenchangiereinrichtung 100 und dem Fadenführergehäuse 32 zu ermöglichen.
[0066] Alternativ kann eine funktionell-räumliche Trennung des Anlegens eines Unterdrucks
an das Fadenführergehäuse 32 und anderer Bereiche der Fadenchangiereinrichtung 100
vorgesehen sein. Dies kann über eine Pumpe 54, die über mindestens ein Ventil (nicht
gezeigt) mit dem Fadenführergehäuse 32 separat und/oder direkt verbunden ist, erfolgen.
[0067] Dadurch kann ein Anlegen eines Unterdrucks getrennt von einem etwaigen Anlegen eines
Unterdrucks an den Luftkanal 58 erfolgen, wie an anderer Stelle beschrieben. Dadurch
können Reinigungszyklen 510 implementiert werden, wie sie in Bezug auf Figur 5 näher
beschrieben sind.
[0068] Die Fadenchangiereinrichtung 100 kann, wie eingehend schon erwähnt, einen Luftkanal
58 aufweisen. Dieser kann hinter einer Abdeckung 48 angeordnet sein. Dieser kann insbesondere
als stationärer Luftkanal 58 ausgebildet sein. Der stationäre Luftkanal 58 ist dabei
insbesondere ausgebildet und angeordnet, um in einem Produktionszustand I den Faden
2 dem Fadenführer 25 zuzuführen. Der Luftkanal 58 kann in einem Nichtproduktionszustand,
insbesondere einem Fadensuchzustand II (siehe Figur 2) oder einem Anspinnzustand III
(siehe Figur 3), mit der mindestens einen Fluidführung 6 des Unterdruckkanals 4 verbindbar
sein, um eine fluidische Kommunikation über den Luftkanal 58 zum Fadenführergehäuse
32 auszubilden. Alternativ kann der Luftkanal 58 ausgebildet und angeordnet sein,
um die Saugdüse 50 und das Fadenführergehäuse 32 in fluidische Kommunikation mit dem
Unterdruckkanal 4 zu bringen. Dabei ist eine fluidische Kommunikation insbesondere
ein Zustand, in dem ein Fluid über die Leitungssysteme und/oder die Vorrichtung selbst
eine Verbindung und damit einen Ausdehnungsraum aufweisen kann. Ein Fluid kann dabei
etwa abzusaugende Luft, aber auch ein Prozessfluid sein. Letzteres kann etwa zur Spülung
der Textilmaschine vorgelegt werden, etwa wenn das Garn besonders trocken gehalten
werden muss. In einem solchen Fall kann Trockenluft, künstliche Luft oder Stickstoff
zum Einsatz kommen.
[0069] Der Unterdruckkanal 4 weist insbesondere eine Saugdüse 50 auf. Diese kann insbesondere
als stationäre Saugdüse 50 ausgebildet sein. Die Saugdüse 50 ist insbesondere ausgebildet
und angeordnet derart, um ein Fadenende 57 auf der Kreuzspule 30 aufzufinden und in
die Saugdüse 50 einzusaugen. Dazu kann die Saugdüse 50 mit der mindestens einen Fluidführung
6 verbunden sein, um eine fluidische Kommunikation mit der Saugdüse 50 auszubilden,
um am Saugdüsenende 68 einen Unterdruck anzulegen. Das Fadenführergehäuse 32 ist dabei
in einem Zustand reversibel mit der Fluidführung 6 in fluidische Kommunikation bringbar,
insbesondere zu einem Zeitpunkt in dem die Saugdüse 50 aktiv ist. Dadurch ist es möglich
das Fadenführergehäuse 32 zu reinigen, während die Saugdüse 50 aktiv ist.
[0070] Figur 2 zeigt einen entsprechenden Fadensuchzustand II. Figur 2 zeigt dabei insbesondere
die gleiche Ausführungsform wie die Figur 1, lediglich in einem anderen Betriebszustand.
Hier ist der Faden 2 als gerissener Faden dargestellt, dessen Fadenende 57 von der
Saugdüse 50 auf der Kreuzspule 30 aufgefunden und eingesaugt wurde. Daher stammt insbesondere
der Begriff des Fadensuchzustands II. In einem Fadensuchzustand II ist die Spinnvorrichtung
400 in einem Nichtproduktionszustand 400b. Es wird demnach kein Faden 2 nachgeliefert.
[0071] Die Fluidführung 6 kann als Unterdruckkanal 4 ausgebildet sein, der mindestens ein
Stellventil 8 aufweist. Durch das Öffnen des Stellventils 8 von einem geschlossenen
Zustand 8a in einen offenen Zustand 8b wird ein Unterdruck an der Saugdüse 50 angelegt.
Durch eine Bewegung der Saugdüse 50 relativ zur Kreuzspule 30 kann das Fadenende 57
gefunden und in einer Richtung 36 eingesaugt werden. Diese Richtung folgt dabei einer
Fluidstromrichtung 18. Dabei kann das Fadenende 57 in die Fluidführung 6 eingeführt
werden. Durch entsprechende Drosselung des Stellventils 8 kann dabei auch der Zug
auf den Faden 2 eingestellt werden.
[0072] Alternativ oder zusätzlich kann die Fluidführung 6 auch eine Fadenklemmeinrichtung
10 aufweisen. Die Fadenklemmeinrichtung 10 kann dabei dafür sorgen, dass der Faden
2 nicht zu tief in den Unterdruckkanal 4 eindringt. Die Fadenklemmeinrichtung 10 kann
dafür sorgen, dass der Faden 2 auf Zug gehalten wird, etwa um den Faden 2 wieder in
eine Anspinnposition III, wie in Figur 3 gezeigt, zu bringen.
[0073] Eine Verschlussvorrichtung 12 kann von einem geöffneten Zustand 12a in einen geschlossenen
Zustand 12b wechseln, um einen Fadeneinrittsbereich 17 in den Luftkanal 58 zu verschließen.
Dazu kann die Verschlussvorrichtung 12 rotierbar gelagert sein, um eine Rotation in
eine Rotationsrichtung 14 durchzuführen. Dadurch kann sich der Unterdruck aufbauen.
Weiter kann dadurch eine in Richtung 18 verlaufende Fluidstromrichtung ausbilden,
die den Faden 2 mit seinem Fadenende 57 auch in die Fluidführung 6 einführt.
[0074] Dadurch kann der Faden 2 in einem Fadenbereich mit einer Fadenfangeinrichtung 16,
die an der Verschlussvorrichtung 12 angeordnet ist in Interaktion treten, derart,
um den Fadenbereich des Fadens 2 einzufangen. Hier ist aus Gründen der Darstellung
keine direkte Interaktion zwischen den Faden 2 und der Fadenfangeinrichtung 16 dargestellt.
In einer Ausführungsform kann der Faden 2 durch Rotation der Verschlusseinrichtung
12 wieder durch den Fadeneintrittsbereich 17 geführt werden. Dabei kann er einer Schlaufenbildung
zugeführt werden, durch die eine Wiederanknüpfung an einen nachgelieferten Faden (nicht
gezeigt) erfolgen kann.
[0075] Die Verschlussvorrichtung 12 kann derart ausgebildet und angeordnet sein, um in einem
Nichtproduktionszustand, insbesondere dem Fadensuchzustand II, wie er in Figur 2 gezeigt
und vorstehend beschrieben ist, aber auch in einem Anspinnzustand III, wie er in Figur
3 gezeigt und diesbezüglich beschrieben ist, den Fadeneintrittsbereich 17 in den Luftkanal
58 zu verschließen. Dabei ist die Fluidführung 6 ausgebildet und angeordnet, um das
Unterdrucksystem mit dem Luftkanal zu verbinden, um eine fluidische Kommunikation
mit der Saugdüse 50 auszubilden, wie bereits beschrieben. Das Fadenführergehäuse 32
ist insbesondere derart ausgebildet und angeordnet, um im Nichtproduktionszustand
mit der Fluidführung 6 verbunden zu werden, um eine Fluidströmung 18 durch die Saugdüse
50 und simultan aus dem Fadenführergehäuse 32 zu erzeugen. Das Fadenführergehäuse
32 weist eine reversibel verschließbare Öffnung 44a, 44b auf, durch welche eine fluidische
Kommunikation zwischen dem inneren des Fadenführergehäuses 32 und dem Unterdrucksystem
über den Luftkanal 58 und die Fluidführung 6 bei geöffnetem Stellventil 8 erfolgen
kann. Dazu bildet sich insbesondere im geöffneten Zustand 44b eine Fluidströmung 24
im Fadenführergehäuse 32 aus.
[0076] Zusätzlich oder alternativ kann das Fadenführergehäuse 32 über eine Kurzschlussverbindung
52 zur Fluidführung 6 verfügen, über die eine fluidische Kommunikation ausgebildet
werden kann, ohne über den Luftkanal eine Verbindung herzustellen. Dabei kann die
resultierende Fluidströmungsrichtung im Fadenführergehäuse 32 von der Fluidströmungsrichtung
24 bei simultaner Reinigung abweichen.
[0077] Zusätzlich oder alternativ kann ein Unterdruck am Fadenführergehäuse 32 unabhängig
von einem Unterdruck an einer Saugdüse 50 anlegbar sein. Dazu kann eine eigene Pumpe
54, die Teil des Unterdrucksystems sein kann, bereitgestellt werden, die über ein
Ventil (nicht gezeigt) mit dem Inneren des Fadenführergehäuses 32 in fluidische Kommunikation
tritt.
[0078] Zusätzlich oder alternativ kann die Fluidströmung 24 im Fadenführergehäuse 32 durch
einen Fluideinstrom in das Fadenführergehäuse 32 durch eine Fadenführergehäuseströmungsvorrichtung,
insbesondere durch mindestens eine Öffnung (nicht gezeigt) im Fadenführergehäuse 32
und/oder durch mindestens eine Düse 46 aufrechterhaltbar sein, während am Fadenführergehäuse
32 ein Unterdruck angelegt ist.
[0079] Die Fadenchangiereinrichtung 100 kann zusätzlich oder unabhängig von den hier beschriebenen
Ausführungsformen ein Unterdrucksystem aufweisen, das derart ausgebildet ist, um über
die Fluidführung 6 an das Fadenführergehäuse 32 von außen einen Unterdruck anzulegen.
Dieser Unterdruck kann dabei insbesondere derart appliziert werden, um einen Fluidstrom
entlang des Fadenführers 25 zu erzeugen.
[0080] Figur 3 zeigt dabei einen Anspinnprozess III als Nichtproduktionszustand einer Ausführungsform,
die der in Figur 1 und Figur 2 gezeigten Ausführungsform entspricht. Aus Übersichtlichkeitsgründen
ist hier die Kreuzspule 30 nicht gezeigt. Demgegenüber ist eine Unterstützungsrolle
22 für die Wickeltrommel 20 dargestellt. Diese kann bereits in den vorigen Ausführungsformen
vorliegen, ist aber dort aus Übersichtlichkeitsgründen nicht gezeigt.
[0081] Ein vorbereitender Anspinnprozess III kann durchgeführt werden, wenn ein Fadenbruch
des Fadens 2 vorliegt. Der Restfaden ist dabei an einem Fadenende 57 in einer ersten
Richtung 36 in den Unterdruckkanal 4 eingezogen, wie eingehend an anderer Stelle beschrieben.
Darüber hinaus ist der Faden 2 mit seinem zweiten Fadenende 66 in einen Prozesskanal
60 eingeführt. Dabei wird auch hier ein Unterdruck angelegt, um den Faden 2 somit
an seinen beiden Fadenenden 57, 66 zu fixieren. Dies kann insbesondere durch zwei
harmonisierende Unterdruckquellen 4 oder durch geeignet eingerichtete Fadenklemmeinrichtungen
10 erfolgen. Dabei wird der Faden vorbereitet, um einen Anspinnprozess III zu initiieren
und damit eine Anknüpfung des Fadens 2 an einen nachzuliefernden Faden (nicht gezeigt)
zu initiieren. Der Unterdruck, der an das Fadenführergehäuse 32 angelegt ist, wird
dabei insbesondere über eine verschließbare Öffnung 44b in den Luftkanal, an das Fadenführergehäuse
32 angelegt, um eine Reinigung des Fadenführergehäuses 32 (simultan) durchzuführen.
[0082] Alternativ oder zusätzlich kann auch eine Präventivreinigung erfolgen. Dabei kann
es sein, dass sich kein Faden im System befindet, oder es wird eine rein präventive
Reinigung durchgeführt, die unabhängig von den hier beschriebenen Nichtproduktionszuständen
ist. In diesen Fällen kann die Reinigung des Fadenführergehäuses 32, wie an anderer
Stelle beschrieben erfolgen. Dazu kann ein Reinigungszyklus 510 durchgeführt werden,
wie er in Bezug auf die Figur 4 beschrieben ist.
[0083] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Verfahrens 500 zur Reinigung eines
Fadenführergehäuses 32. Dabei kann es sich insbesondere um ein Fadenführergehäuses
32 handeln, wie es bereits ausführlich beschrieben worden ist.
[0084] Das Verfahren 500 weist dabei insbesondere einen Schritt des Abstellens 502 einer
Spinnvorrichtung 400 auf. Dieser Schritt kann bei einem Reinigungszyklus 510, der
eine Präventivreinigung darstellen kann, entfallen. Dabei wird die Reinigung des Fadenführergehäuses
32 während eines Produktionszustands I erfolgen können. Bei einem Reinigungszyklus
510 werden die folgenden Schritte zyklisch durchlaufen. Der Start eines jeden Durchlaufs
kann dabei in Abhängigkeit einer Zeit oder in Abhängigkeit von einem Ereignis gesetzt
werden.
[0085] Das Verfahren weist insbesondere den Schritt eines Herstellens 504 einer fluidischen
Kommunikation zwischen mindestens einem Unterdrucksystem und dem Fadenführergehäuse
32 auf. Weiter kann es den Schritt eines Anlegens 506 eines Unterdrucks am Fadenführergehäuse
32 aufweisen. Dabei werden entsprechende Einstellungen und Veränderungen vorgenommen,
wie Sie in Bezug auf die Figuren 2 und 3 beschrieben sind.
[0086] Das Verfahren kann einen Schritt einer Wiederaufnahme 508 einer Produktion aufweisen.
Dadurch kann der Wickelprozess fortgesetzt und abgeschlossen werden. Bei azyklischen
Reinigungsschritten endet das Verfahren insbesondere mit der Wiederaufnahme 508, kann
aber wieder aufgenommen werden. Bei Reinigungszyklen 510, die unabhängig von Schritt
des Abschaltens der Spinnvorrichtung 400 erfolgen können, ist der Schritt der Wiederaufnahme
508 nicht vorgesehen, weil die Produktion fortlaufend erfolgen kann.
[0087] Das Verfahren 500 kann ausgeführt werden derart, dass mehrere Unterdrucksysteme vorgesehen
sind und wobei eines der Unterdrucksystems abhängig von einem vorhergehenden oder
nachfolgenden Arbeitszustand, insbesondere abhängig von einer Art des Fadens 2, aktiviert
wird, um Unterdruck anzulegen. Dadurch können Verunreinigungen, die bei verschiedenen
Arbeitsprozessen entstehen voneinander getrennt werden. Dies kann etwa auch das Vorliegen
von Verunreinigungen betreffen, die durch verschiedene Arten von Fäden entstehen.
[0088] In den Figuren 1 bis 3 ist des Weiteren eine Steuerungsvorrichtung 70 (ggf. auch
als Steuereinrichtung zu bezeichnen) ausgebildet und eingerichtet, um ein Verfahren
500 wie beschrieben durchzuführen. Dabei werden die entsprechend oben aufgeführten
Komponenten, wie etwa Ventile, Pumpen, Öffnungen, Drosselungen etc. angesteuert und
kontrolliert, um das Verfahrensergebnis bereitstellen zu können.
[0089] Bei der Steuerungsvorrichtung 70 kann es sich um einen Rechner, einen Computer, einen
Prozessor und/oder eine CPU handeln. Darauf kann ein Computerprogrammprodukt ausgeführt
werden, dass maschinenlesbare Anweisungen enthält, die es bei Ausführen dieser Anweisungen
auf einer Steuerungsvorrichtung 70 ermöglichen, die entsprechenden Befehle zu generieren
und durchzuführen, um ein beschriebenes Verfahren durchzuführen, indem eine beschriebene
Vorrichtung, bzw. ein beschriebenes System entsprechend angesteuert wird.
[0090] Mit "kann" sind insbesondere optionale Merkmale der Erfindung bezeichnet. Demzufolge
gibt es auch Weiterbildungen und/oder Ausführungsbeispiele der Erfindung, die zusätzlich
oder alternativ das jeweilige Merkmal oder die jeweiligen Merkmale aufweisen.
[0091] Aus den vorliegend offenbarten Merkmalskombinationen können bedarfsweise auch isolierte
Merkmale herausgegriffen und unter Auflösung eines zwischen den Merkmalen gegebenenfalls
bestehenden strukturellen und/oder funktionellen Zusammenhangs in Kombination mit
anderen Merkmalen zur Abgrenzung des Anspruchsgegenstands verwendet werden.
Bezugszeichenliste
[0092]
- 2
- Faden
- 4
- Unterdruckkanal
- 6
- Fluidführung
- 8
- Stellventil
- 8a
- geschlossener Zustand
- 8b
- geöffneter Zustand
- 10
- Fadenklemmeinrichtung
- 12
- Verschlussvorrichtung
- 12a
- geöffnete Stellung Verschlussvorrichtung
- 12b
- Verschlussstellung Verschlussvorrichtung
- 14
- Rotationsrichtung
- 16
- Fadenfangeinrichtung
- 17
- Fadeneinrittsbereich
- 18
- Fluidströmung
- 20
- Wickeltrommel
- 22
- Unterstützungsrolle
- 24
- Fluidströmung im Fadenführergehäuse
- 25
- Fadenführer
- 26
- Fadenführerschuh
- 30
- Kreuzspule
- 32
- Fadenführergehäuse
- 34
- Bewegungsrichtung im Produktionszustand
- 36
- Bewegungsrichtung im Fadenfangzustand
- 38
- Changiervorrichtung
- 44a
- geschlossene Öffnung vom Luftkanal ins Fadenführergehäuse
- 44b
- geöffnete Öffnung ins Fadenführergehäuse / Verbindung
- 46
- Düse
- 48
- Abdeckung
- 50
- stationäre Saugdüse
- 52
- Kurzschlussverbindung
- 54
- Pumpe / separater Anschluss
- 56
- Zahnriemen / Flachriemen
- 57
- (erstes) Fadenende
- 58
- stationärer Luftkanal
- 60
- Prozesskanal
- 62
- Stellventil geöffnet
- 64
- Fluidströmung zum Anspinnen
- 66
- (zweites) Fadenende
- 68
- Saugdüsenende
- 70
- Steuerungsvorrichtung
- 100
- Fadenchangiereinrichtung
- 200
- Spulvorrichtung / Arbeitsstelle
- 300
- Textilmaschine
- 400
- Spinnvorrichtung
- 400a
- Spinnvorrichtung in Betrieb
- 400b
- Spinnvorrichtung in Ruhe
- 500
- Verfahren zur Reinigung eines Fadenführergehäuses
- 502
- Abstellen einer Spinnvorrichtung
- 504
- Herstellen einer fluidischen Kommunikation
- 506
- Anlegens eines Unterdrucks
- 508
- Wiederaufnahme der Produktion
- 510
- Reinigungszyklen
- I
- Produktionszustand
- II
- Fadensuchzustand
- III
- Vorbereitender Anspinnprozess
- VR
- Vorwärtsrichtung
- RR
- Rückwärtsrichtung
1. Fadenchangiereinrichtung (100) für eine Spulvorrichtung (200) einer Kreuzspulen (30)
herstellenden Textilmaschine (300) aufweisend
- ein Fadenführergehäuse (32) aufweisend einen Fadenführer (25),
- eine Changiervorrichtung (38) ausgebildet und angeordnet, um entlang einer Richtung
der Achse der herzustellenden Kreuzspule (30) reversibel zu changieren,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fadenchangiereinrichtung (100) ferner aufweist
- mindestens ein Unterdrucksystem aufweisend mindestens eine Fluidführung (6),
wobei das Fadenführergehäuse (32) ausgebildet ist und wobei die Changiervorrichtung
(38) dem Fadenführergehäuse (32) derart zugeordnet ist, um den Fadenführer (25) an
einer Arbeitsstelle (200) der Textilmaschine (300) entlang einer Richtung der Rotationsachse
der herzustellenden Kreuzspule (30) reversibel zu changieren, und
wobei das Fadenführergehäuse (32) mit der Fluidführung (6) derart in fluidische Kommunikation
bringbar ist, um einen Unterdruck auf das Fadenführergehäuse (32) anzulegen.
2. Fadenchangiereinrichtung (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass das Unterdrucksystem eine Saugdüse (50), insbesondere als stationäre Saugdüse ausgebildet,
aufweist, die ausgebildet und angeordnet ist derart, um ein Fadenende (57) auf der
Kreuzspule (30) aufzufinden, und
wobei die Saugdüse (50) mit der mindestens einen Fluidführung (6) verbunden ist, um
eine fluidische Kommunikation mit der Saugdüse (50) auszubilden, und
wobei das Fadenführergehäuse (32) in einem Zustand reversibel mit der Fluidführung
(6) in fluidische Kommunikation bringbar ist.
3. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenchangiereinrichtung (100) einen Luftkanal (58), insbesondere als stationärer
Luftkanal ausgebildet, aufweist, der ausgebildet und angeordnet ist, um in einem Produktionszustand
(I) den Faden (2) dem Fadenführer (25) zuzuführen und wobei der Luftkanal (58) in
einem Nichtproduktionszustand, insbesondere einem Fadensuchzustand (II) oder einem
Anspinnzustand (III), mit der mindestens einen Fluidführung (6) des Unterdrucksystems
verbindbar ist, um eine fluidische Kommunikation über den Luftkanal (58) zum Fadenführergehäuse
(32) auszubilden; oder
wobei der Luftkanal (58) ausgebildet und angeordnet ist, um die Saugdüse (50) und
das Fadenführergehäuse (32) in fluidische Kommunikation mit dem Unterdrucksystem zu
bringen.
4. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidführung (6) als Unterdruckkanal (4) ausgebildet ist, der mindestens eines
von einer Drosselstelle, insbesondere in Form eines Stellventils (8), und/oder von
einer Fadenklemmeinrichtung (10) aufweist.
5. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verschlussvorrichtung (12) ausgebildet und angeordnet ist derart, um einen Fadeneinrittsbereich
(17) in den Luftkanal (58) zu verschließen.
6. Fadenchangiereinrichtung (100) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fadenfangeinrichtung (16) an der Verschlussvorrichtung (12) angeordnet ist,
derart, um einen Fadenbereich eines Fadens (2) einzufangen.
7. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlussvorrichtung (12) derart ausgebildet und angeordnet ist, um in dem Nichtproduktionszustand,
insbesondere einem Fadensuchzustand (II) oder einem Anspinnzustand (III), den Fadeneintrittsbereich
(17) in dem Luftkanal (58) zu verschließen, und
wobei die Fluidführung (6) ausgebildet und angeordnet ist, um in dem Nichtproduktionszustand
das Unterdrucksystem mit dem Luftkanal (58) zu verbinden, um eine fluidische Kommunikation
mit der Saugdüse (50) auszubilden, und
wobei das Fadenführergehäuse (42) derart ausgebildet und angeordnet ist, um im Nichtproduktionszustand
mit der Fluidführung (6) verbunden zu werden, um eine Fluidströmung durch die Saugdüse
(50) und simultan aus dem Fadenführergehäuse (32) zu erzeugen.
8. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenführergehäuse (32) eine reversibel verschließbare Öffnung (44a, 44b) aufweist;
und/oder
wobei das Fadenführergehäuse (32) über eine Kurzschlussverbindung (52) mit der Fluidführung
(6) verbindbar ist; und/oder
wobei ein Unterdruck am Fadenführergehäuse (32) unabhängig von einem Unterdruck an
einer Saugdüse (50) anlegbar ist; und/oder
wobei die Fluidströmung (24) im Fadenführergehäuse (32) durch einen Fluideinstrom
in das Fadenführergehäuse (32) durch eine Fadenführergehäuseströmungsvorrichtung,
insbesondere durch mindestens eine Öffnung im Fadenführergehäuse (32) und/oder durch
mindestens eine Düse (46) aufrechterhaltbar ist, während am Fadenführergehäuse (32)
ein Unterdruck angelegt ist.
9. Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterdrucksystem derart ausgebildet ist, um über die Fluidführung (6) an das
Fadenführergehäuse (32) von außen einen Unterdruck anzulegen, insbesondere derart,
um einen Fluidstrom entlang des Fadenführers (25) zu erzeugen.
10. Fadenführergehäuse (32) für eine Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche 1 bis 9.
11. Textilmaschine (300) aufweisend eine Fadenchangiereinrichtung (100) nach einem der
Ansprüche 1 bis 9 und/oder aufweisend ein Fadenführergehäuse (32) nach Anspruch 10.
12. Verfahren (500) zur Reinigung eines Fadenführergehäuses (32), insbesondere eines Fadenführergehäuses
(32) nach Anspruch 10, wobei das Verfahren (500) die Schritte aufweist,
- eines Herstellens (504) einer fluidischen Kommunikation zwischen mindestens einem
Unterdrucksystem und dem Fadenführergehäuse (32); und
- einem Anlegen (506) eines Unterdrucks am Fadenführergehäuse (32).
13. Verfahren (500) nach Anspruch 12, wobei mehrere Unterdrucksysteme vorgesehen sind
und wobei eines der Unterdrucksysteme abhängig von einem vorhergehenden oder nachfolgenden
Arbeitszustand, insbesondere abhängig von einer Art des Fadens (2), aktiviert wird,
um Unterdruck anzulegen.
14. Steuerungsvorrichtung (70) ausgebildet und eingerichtet, um ein Verfahren (500) nach
einem der Ansprüche 12 oder 13 durchzuführen.