[0001] Die Erfindung betrifft eine Leiteranschlussklemme mit mehreren in einer Anreihrichtung
in einem Gehäuse unmittelbar nebeneinander angeordneten Federkraftklemmanschlüssen
mit jeweils einem verschwenkbaren Betätigungshebel, wobei ein Betätigungshebel jeweils
zum Öffnen der Klemmstelle eines zugeordneten Federkraftklemmanschlusses eingerichtet
ist, wobei der jeweilige Betätigungshebel wenigstens einen Griffbereich zum manuellen
Greifen des Betätigungshebels hat, der eine erste Längsseite und eine davon abgewandte
zweite Längsseite hat.
[0002] Eine solche Leiteranschlussklemme ist aus der
EP 2 956 993 B1 bekannt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine solche Leiteranschlussklemme weiter
zu miniaturisieren.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einer Leiteranschlussklemme der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass an der ersten Längsseite eine seitliche Grifffläche vorhanden ist, die
sich zum manuellen Greifen und/oder Betätigen des Betätigungshebels mit der Hand oder
zumindest mit einem Finger oder mit einem Werkzeug eignet, und auf der zweiten Längsseite
eine Freimachung ausgebildet ist, durch die ein Freiraum zum manuellen Greifen und/oder
Betätigen des benachbarten Betätigungshebels mit der Hand oder zumindest mit einem
Finger oder mit einem Werkzeug an der an der ersten Längsseite des benachbarten Betätigungshebels
angeordneten seitlichen Grifffläche bereitgestellt ist. Somit kann bei nebeneinander
angeordneten Betätigungshebeln jeweils die seitliche Grifffläche des einen Betätigungshebels
unmittelbar benachbart zur Freimachung des anderen, benachbarten Betätigungshebels
angeordnet sein. Durch die Freimachung wird ausreichend Raum bereitgestellt, um auch
bei sehr klein gestalteten und dementsprechend stark miniaturisierten Leiteranschlussklemmen
ein Betätigen des Betätigungshebels an der seitlichen Grifffläche zu ermöglichen.
Insbesondere ist möglich, den Betätigungshebel an der seitlichen Grifffläche mit der
Hand oder zumindest mit einem Finger manuell direkt zu betätigen. Die Betätigung kann
z. B. mit dem Fingernagel erfolgen. Es ist auch möglich, den Betätigungshebel an der
seitlichen Grifffläche mit einem Werkzeug, z.B. der Klinge eines Schraubendrehers,
manuell zu betätigen. Insbesondere ermöglicht die Erfindung ein einfaches und werkzeugloses
Betätigen jedes einzelnen Betätigungshebels separat voneinander, auch bei sehr klein
gestalteten Leiteranschlussklemmen oder damit gebildeten Steckverbindern. Dementsprechend
kann der Anwender nach Wahl jede einzelne Klemmstelle mit dem zugeordneten Betätigungshebel
öffnen oder schließen. Die seitliche Grifffläche ermöglicht es vorteilhaft, dass der
Betätigungshebel durch die manuelle Betätigung zumindest angelupft werden kann, d.h.
dass der Betätigungshebel aus einer geschlossenen Stellung in eine gegenüber dem benachbarten
Betätigungshebel verschwenkte, teilweise geöffnete Stellung verlagert ist, in welcher
der Betätigungshebel mit den Fingern vollständig ergriffen werden kann.
[0005] Die erste und die zweite Längsseite der Betätigungshebel oder der Griffbereiche sind
dabei diejenigen Seiten, die bei benachbarten Betätigungshebeln einander zugewandt
sind, d. h. die zweite Längsseite des ersten Betätigungshebels in der in Anreihrichtung
gebildeten Reihe von Betätigungshebeln ist der ersten Längsseite des benachbarten
Betätigungshebels zugewandt, usw.
[0006] Die seitliche Grifffläche kann z. B. rechtwinklig zur Ebene verlaufen, in der der
Betätigungshebel verschwenkt werden kann oder in einem schrägen Winkel dazu, z. B.
in einem Winkel zwischen 10° und 80°. Die seitliche Grifffläche ist dabei insbesondere
derart angeordnet bzw. ausgebildet, dass auf sie eine ausreichende Betätigungskraft
zum Verschwenken des Betätigungshebels von einer unbetätigten Stellung in eine betätigte
Stellung, in der durch den Betätigungshebel die Klemmstelle geöffnet ist, ausgeübt
werden kann.
[0007] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass in der
ersten Längsseite des Griffbereichs eine Vertiefung ausgebildet ist, wobei die seitliche
Grifffläche an der Vertiefung ausgebildet ist. Auf diese Weise kann sozusagen ein
Teil des vom Griffbereich umgebenen Raums für die Anordnung der seitlichen Grifffläche
und dementsprechend für die Betätigung des Betätigungshebels genutzt werden. Die Vertiefung
kann z.B. als Hinterschnitt, Ausnehmung oder ähnliches ausgebildet sein. Die seitliche
Grifffläche kann an einer Innenwand der Vertiefung angeordnet sein oder eine solche
Innenwand bilden.
[0008] Die Freimachung kann als eine Aussparung an der zweiten Längsseite ausgebildet sein,
z.B. eine Aussparung ohne Hinterschnitt. Die Freimachung kann insbesondere eine spezielle
Ausformung aufweisen, um den freien Zugriff zur Vertiefung einer ersten Längsseite
des Griffbereichs des benachbarten Betätigungshebels in ergonomischer Weise zu ermöglichen.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass einer,
mehrere oder alle der Betätigungshebel jeweils eine Drehachse aufweist, um die er
verschwenkbar gelagert ist. Dabei kann der Betätigungshebel mit im Gehäuse der Leiteranschlussklemme
fest angeordneter Drehachse oder einer in gewissem Umfang verschiebbaren Drehachse
ausgebildet sein, z.B. wenn der Betätigungshebel schwimmend gelagert ist. Der Betätigungshebel
kann dabei im Gehäuse der Leiteranschlussklemme verschwenkbar gelagert sein, oder
alternativ oder zusätzlich auch an einer Kontaktbaugruppe des jeweiligen Federkraftklemmanschlusses.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Griffbereiche
benachbarter Betätigungshebel in einer gemeinsamen Höhenebene angeordnet sind. Im
unbetätigten Zustand sind somit die Griffbereiche der Betätigungshebel in einer Flucht
in Höhenrichtung nebeneinander angeordnet. Auf diese Weise kann die Leiteranschlussklemme
besonders kleinbauend und dementsprechend stark miniaturisiert gestaltet werden. Vorteilhafter
Weise können die Griffbereiche mehrerer oder aller Betätigungshebel auf derselben
Gehäuseseite der Leiteranschlussklemme angeordnet sein, z. B. auf der Gehäuseseite,
an der auch die elektrischen Leiter, die an den Federkraftklemmanschlüssen angeklemmt
werden sollen, in das Gehäuse eingeführt werden, d. h. an einer Leitereinführseite
des Gehäuses.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle Betätigungshebel jeweils die seitliche Grifffläche an der ersten Längsseite
und die Freimachung an der zweiten Längsseite haben. Dementsprechend können mehrere
oder alle Betätigungshebel auch bei stark miniaturisierter Ausführungsform gut mit
dem Finger oder einem Werkzeug an der seitlichen Grifffläche einzeln betätigt werden.
[0012] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle Betätigungshebel identisch oder zumindest im Griffbereich identisch ausgebildet
sind. Auf diese Weise kann die Leiteranschlussklemme kostengünstig bereitgestellt
werden, da die Betätigungshebel als Gleichteile ausgebildet sein können. Zudem lässt
sich ein ansprechendes Erscheinungsbild der Leiteranschlussklemme realisieren.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle Betätigungshebel mit gleicher Hebelarmlänge ausgebildet sind. Dies hat den
Vorteil, dass die Betätigungskräfte an den Betätigungshebeln gleich sind, zumindest
wenn gleichartige Federkraftklemmanschlüsse eingesetzt werden, sodass die Betätigung
für den Anwender immer gleichbleibend ist, egal welcher Betätigungshebel gerade betätigt
werden soll. Zudem kann die Leiteranschlussklemme, wenn die Drehachsen der Betätigungshebel
zueinander fluchtend angeordnet sind, eine Leiteranschlussklemme realisiert werden,
bei der die Betätigungshebel an einer gemeinsamen Linie oder Ebene enden, z.B. an
der Leiteranschlussseite des Gehäuses.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle Betätigungshebel mit fester Hebelarmlänge ausgebildet sind. Dementsprechend
ist die Hebelarmlänge der Betätigungshebel nicht variabel, was den Vorteil hat, dass
die mechanische Konstruktion der Leiteranschlussklemme einfach und robust gestaltet
werden kann. Zudem ist der Anwender nicht mit variierenden Betätigungskräften der
Betätigungshebel konfrontiert.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle Betätigungshebel für eine in Querrichtung außermittige manuelle Kraftbeaufschlagung
beim manuellen Greifen und Betätigen des Betätigungshebels an ihrem Griffbereich eingerichtet
sind. Dabei kann die Querrichtung z. B. der Anreihrichtung der Federkraftklemmanschlüsse
entsprechen. Die Betätigungshebel sind aufgrund ihrer seitlichen Grifffläche somit
nicht oder zumindest nicht in beabsichtigter Weise mittig zu betätigen, sondern eben
seitlich an der seitlichen Grifffläche, die außermittig angeordnet ist.
[0016] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mehrere
oder alle der Betätigungshebel eine an seiner ersten und/oder zweiten Längsseite angeordnete,
tangentiale seitliche Betätigungsfläche zur Betätigung eines Klemmschenkels der Klemmfeder
eines zugeordneten Federkraftklemmanschlusses haben. Dies erlaubt eine vorteilhafte
Kraftübertragung auf Federkraftklemmanschlüsse, die ebenfalls miniaturisiert ausgeführt
sind, z. B. Federkraftklemmanschlüsse mit einer einzelnen, schräg gestellten Blattfeder.
Dies hat den Vorteil, dass der Betätigungshebel ebenfalls gut miniaturisiert werden
kann und hierdurch die Realisierung einer miniaturisierten Leiteranschlussklemme mit
einer Vielzahl von Kontaktbaugruppen ermöglicht. Zudem kann durch eine solche tangentiale
Betätigung der Klemmfeder die erforderliche manuelle Betätigungskraft für den Betätigungshebel
minimiert werden.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass durch
manuelle Betätigung des jeweiligen verschwenkbaren Betätigungshebels die Federzunge
bzw. deren Klemmkante der Klemmfeder der zugeordneten Kontaktbaugruppe von dem Stromschienenbauteil
fortbewegt werden kann. Durch eine solche manuelle Betätigung kann somit die Klemmstelle
geöffnet werden. Im geöffneten Zustand der Klemmstelle kann ein elektrischer Leiter
ohne wesentlichen Kraftaufwand an der Klemmstelle platziert werden oder aus der Leiteranschlussklemme
entnommen werden.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Leiteranschlussklemme
als elektrischer Steckverbinder ausgebildet ist, wobei die Federkraftklemmanschlüsse
jeweils wenigstens einen Steckkontakt aufweisen. Auf diese Weise kann ein vorteilhafter
elektrischer Steckverbinder in miniaturisierter Bauweise mit einfacher Anschlussmöglichkeit
der elektrischen Leiter, nämlich mittels hebelbetätigbarer Federkraftklemmanschlüsse,
bereitgestellt werden.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Federkraftklemmanschlüsse
jeweils wenigstens eine Kontaktbaugruppe zum Anschluss eines elektrischen Leiters
mittels Federkraftklemmung haben, mit folgenden Merkmalen:
- a) die Kontaktbaugruppe hat ein Stromschienenbauteil,
- b) die Kontaktbaugruppe hat ein Federbauteil mit einer Klemmfeder, wobei das Federbauteil
mit dem Stromschienenbauteil mechanisch verbunden ist und zum Festklemmen eines elektrischen
Leiters mittels der Klemmfeder am Stromschienenbauteil an der Klemmstelle eingerichtet
ist.
[0020] Auf diese Weise kann eine vorteilhafte miniaturisierte Kontaktbaugruppe zur Ausbildung
eines Federkraftklemmanschlusses bereitgestellt werden. Die Kontaktbaugruppe kann
insgesamt aus nur diesen zwei Bauteilen gebildet sein, d.h. dem Stromschienenbauteil
und dem Federbauteil.
[0021] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Federbauteil
als Klemmfeder eine einseitige Blattfeder hat, die als gegenüber der Leitereinführrichtung
schräg gestellte Federzunge ausgebildet ist, die in Richtung zum Stromschienenbauteil
schräg angeordnet ist und am freien Ende eine Klemmkante aufweist, wobei die Klemmstelle
zum Festklemmen des elektrischen Leiters zwischen dem Stromschienenbauteil und der
Klemmkante gebildet ist. Dies erlaubt ein zuverlässiges und einfaches Anklemmen eines
elektrischen Leiters mit einer vergleichsweise einfachen Konstruktion der Kontaktbaugruppe.
Insbesondere ist es nicht erforderlich, dass eine symmetrische Klemmung durch zwei
gegenläufig verlaufende Federzungen erfolgt. Durch die einseitige Klemmung durch die
schräggestellte Federzunge kann der elektrische Leiter zuverlässig an der Klemmstelle
am Stromschienenbauteil festgeklemmt und elektrisch kontaktiert werden.
[0022] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Federzunge
als vom Material des Federbauteils ausgestellte und abgebogene Materialzunge ausgebildet
ist. Hierdurch wird die Anzahl der Bauteile der Kontaktbaugruppe minimiert und die
Herstellung und Montage vereinfacht.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Federzunge
eine abragende Betätigungslasche zur Betätigung der Federzunge aufweist. Dies erlaubt
eine einfache und zuverlässige mechanische Betätigung und dementsprechend eine Auslenkung
der Federzunge mittels eines Betätigungselements, beispielsweise eines nachfolgend
noch erläuterten Betätigungshebels. Die Betätigungslasche kann beispielsweise einstückig
mit der Federzunge ausgeformt sein.
[0024] Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist unter dem unbestimmten Begriff "ein" kein
Zahlwort zu verstehen. Wenn also z.B. von einem Bauteil die Rede ist, so ist dies
im Sinne von "mindestens einem Bauteil" zu interpretieren. Soweit Winkelangaben in
Grad gemacht werden, beziehen sich diese auf ein Kreismaß von 360 Grad (360°).
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Verwendung
von Zeichnungen näher erläutert.
[0026] Es zeigen:
- Figuren 1, 2
- einen Betätigungshebel in unterschiedlichen perspektivischen Ansichten,
- Figur 3
- eine Leiteranschlussklemme in perspektivischer Ansicht,
- Figuren 4, 5
- eine weitere Ausführungsform eines Betätigungshebels in unterschiedlichen perspektivischen
Ansichten,
- Figur 6
- eine weitere Ausführungsform einer Leiteranschlussklemme in perspektivischer Ansicht,
- Figuren 7, 8
- eine weitere Ausführungsform eines Betätigungshebels in unterschiedlichen perspektivischen
Ansichten,
- Figur 9
- eine weitere Ausführungsform einer Leiteranschlussklemme in perspektivischer Ansicht,
- Figur 10
- eine Kontaktbaugruppe mit einem Betätigungshebel im unbetätigten Zustand,
- Figur 11
- die Kontaktbaugruppe mit dem Betätigungshebel im betätigten Zustand.
[0027] Die Figuren 1 und 2 zeigen einen Betätigungshebel 5, der zum Öffnen der Klemmstelle
eines Federkraftklemmanschlusses eingerichtet ist. Die Figur 1 zeigt dabei eine Schrägansicht
auf eine erste Längsseite 21 des Betätigungshebels 5, die Figur 2 eine Schrägansicht
auf die von der ersten Längsseite 21 abgewandte zweite Längsseite 22.
[0028] Der Betätigungshebel 5 hat einen Federbetätigungsabschnitt 51, mit dem die Klemmfeder
eines Federkraftklemmanschluss beaufschlagt werden kann, um die Klemmstelle zu öffnen.
Der Betätigungshebel 5 ist um eine Verschwenkachse verschwenkbar. Für die Realisierung
der Verschwenkachse gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Beispielsweise kann der
Betätigungshebel, wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, seitlich angeformte Achszapfen
haben, die eine Drehachse 50 bilden, mit denen er im Gehäuse der Leiteranschlussklemme
oder an einer Kontaktbaugruppe drehbar gelagert sein kann. Es ist auch möglich, dass
der Betätigungshebel 5 Aufnahmen zur Aufnahme einer Drehachse hat, d. h. dann ohne
die Achszapfen ausgebildet ist. Vom Federbetätigungsabschnitt 51 aus gesehen hinter
der Drehachse 50 hat der Betätigungshebel 5 einen Griffbereich 1 zum manuellen Greifen
des Betätigungshebels 5, um die Verschwenkbewegung auszuführen.
[0029] Wie man erkennen kann, hat der Betätigungshebel 5 im Griffbereich 1 an der ersten
Längsseite 21 eine seitliche Grifffläche 2, die sich zum manuellen Greifen und/oder
Betätigen des Betätigungshebels 5 mit der Hand oder zumindest mit einem Finger oder
einem Werkzeug eignet. Die seitliche Grifffläche 2 ist in diesem Fall als eine Innenwand
einer Vertiefung 52 ausgebildet, die sich in das Innere des vom Griffbereich 1 umgebenen
Raums hinein erstreckt. Zum Betätigen eines Federkraftklemmanschlusses beim Öffnen
der Klemmstelle kann z. B. mit einem Fingernagel oder einem Werkzeug in die Vertiefung
52 eingegriffen werden und die seitliche Grifffläche 2 in der Zeichnungsansicht betrachtet
von unten mit Kraft beaufschlagt werden, um hierdurch den Betätigungshebel 5 um die
Drehachse 50 zu verschwenken.
[0030] Die Figur 2 verdeutlicht, dass der Betätigungshebel 5 im Griffbereich 1 auf der zweiten
Längsseite 22 eine Freimachung 3 hat. Mit anderen Worten, der Griffbereich 1 ist an
der zweiten Längsseite 22 mit einer gewissen Aussparung versehen, um einen Freiraum
zum Greifen eines benachbarten Betätigungshebels 5 an dessen seitlicher Grifffläche
2 zu schaffen.
[0031] Die Figur 3 verdeutlicht die Anordnung mehrerer Betätigungshebel 5 der zuvor beschriebenen
Art in einer Leiteranschlussklemme 10. Die Leiteranschlussklemme 10 hat mehrere in
einer Anreihrichtung A in einem Gehäuse 20 nebeneinander angeordnete Federkraftklemmanschlüsse.
Die Federkraftklemmanschlüsse können z.B. unmittelbar nebeneinander angeordnet sein
oder nur durch eine Gehäusewand voneinander getrennt sein. Jedem Federkraftklemmanschluss
ist ein Betätigungshebel 5 zur Betätigung zugeordnet. Man erkennt, dass die Betätigungshebel
5 oder zumindest deren Griffbereiche 1 unmittelbar nebeneinander angeordnet sind und
zwischen den Griffbereichen 1 kein oder nur ein sehr geringer Abstand vorhanden ist.
Um dennoch bei einer miniaturisierten Ausführung einer solchen Leiteranschlussklemme
10 einen Betätigungshebel 5 mit dem Finger oder einem Werkzeug gut betätigen zu können,
ermöglicht die Freimachung 3 eines Betätigungshebels 5 eine gute Zugänglichkeit der
seitlichen Grifffläche 2 des benachbarten Betätigungshebels 5, weil die Freimachung
3 einen entsprechenden zusätzlichen Freiraum bereitstellt.
[0032] Die Figuren 4, 5 zeigen eine weitere Ausführungsform eines Betätigungshebels 5, in
vergleichbaren Ansichten wie die Figuren 1 und 2. Der Betätigungshebel 5 gemäß den
Figu-ren 4 und 5 ist vergleichbar ausgebildet wie der Betätigungshebel der Figuren
1 und 2, wobei sich bei der Ausführungsform der Figuren 4 und 5 die Vertiefung 52
bis zum freien Ende des Betätigungshebels 5 im Griffbereich 1 erstreckt. Die auf der
anderen Seite angeordnete Freimachung 3 ist etwas anders geformt als bei den Figuren
1, 2, um einen an die andere Form der Vertiefung 52 angepassten Freiraum bereitzustellen.
[0033] Man erkennt bei der Figur 5 zudem, dass der Betätigungshebel 5 eine an seiner ersten
und/oder zweiten Längsseite 21, 22 am Federbetätigungsabschnitt 51 angeordnete tangentiale
seitliche Betätigungsfläche 53 zur Betätigung eines Klemmschenkels der Klemmfeder
eines zugeordneten Federkraftklemmanschlusses haben kann. Eine solche tangentiale
seitliche Betätigungsfläche 53 kann auch bei der Ausführungsform der Figuren 1, 2
vorhanden sein.
[0034] Die Figur 6 verdeutlicht die Anordnung von Betätigungshebeln gemäß den Figuren 4,
5 in einer Leiteranschlussklemme 10.
[0035] Die Figuren 7, 8 zeigen einen Betätigungshebel 5, der ähnlich ausgebildet ist wie
in der Ausführungsform der Figuren 1, 2, wobei der Griffbereich 1 anders gestaltet
ist. In den Figuren 7, 8 hat der Griffbereich 1 nicht an der ersten Längsseite 21
die Vertiefung 52. Stattdessen ist der Griffbereich 1 insgesamt in einer Richtung
schräg zur Drehachse 50 mit einer Krümmung ausgebildet. Insbesondere ist am freien
Ende des Griffbereichs 1 ein nach oben hin - bzw. in Relation zum Gehäuse 20 ein vom
Gehäuse 20 fortweisender - gekrümmter Endabschnitt vorhanden, an dem an der Unterseite,
d.h. der zum Gehäuse 20 weisenden Seite, die seitliche Grifffläche 2 ausgebildet ist.
Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Freimachung 3 vorhanden. Bei der gezeigten
Ausführungsform weist der Griffbereich 1 eine gegenüber dem sich an den Griffbereich
anschließenden Abschnitt des Betätigungshebels 5 geringere Materialdicke auf. Dies
ist aber nicht zwingend erforderlich.
[0036] Die Figur 9 zeigt eine Leiteranschlussklemme 10 mit mehreren nebeneinander angeordneten
Betätigungshebeln 5 der Ausführungsform der Figuren 7, 8.
[0037] Die Figuren 10 und 11 zeigen eine Kontaktbaugruppe 9 zum Anschluss eines elektrischen
Leiters mittels Federkraftklemmung. Die Kontaktbaugruppe 9 hat ein Stromschienenbauteil
6, das aus einem elektrisch gut leitfähigen Stromschienenmaterial, beispielsweise
Kupfer oder eine Kupferlegierung, besteht, und ein Federbauteil 4, das aus einem Federmaterial,
beispielsweise Federstahl, besteht. Das Federbauteil 4 hat eine Klemmfeder in Form
einer einseitigen Blattfeder, die als Federzunge 43 ausgebildet ist und aus dem Material
des Federbauteils 4 ausgestellt und abgebogen ist. Ein elektrischer Leiter kann in
einer Leitereinführrichtung L durch eine Leitereinführöffnung 11 in die Kontaktbaugruppe
9 eingeführt werden und zu einer Klemmstelle 12 geführt werden, an der der elektrische
Leiter mittels der Federkraft der Federzunge 43 gegen das Stromschienenbauteil 3 gedrückt
werden kann und auf diese Weise mechanisch fixiert werden kann und zugleich elektrisch
kontaktiert werden kann. Die Federzunge 43 ist gegenüber der Leitereinführrichtung
L schräg gestellt und weist in Richtung zum Stromschienenbauteil 3. Die Federzunge
43 kann an ihrem freien Ende eine Klemmkante haben.
[0038] An der Federzunge 43 ist zudem eine von der Federzunge 43 abragende Betätigungslasche
45 vorhanden, die zur Betätigung der Federzunge mittels eines Betätigungshebels 5
genutzt werden kann. Die Betätigungslasche 45 kann gegenüber der Federzunge 43 etwas
schräggestellt sein.
[0039] Die Figuren 10, 11 zeigen zudem eine Ausführungsform der Kontaktbaugruppe 9, bei
der am Stromschienenbauteil 6 in Leitereinsteckrichtung L hinter der Klemmstelle 10
ein elektrischer Steckkontakt 7 angeformt ist, z.B. durch einstückiges Ausformen aus
dem Material des Stromschienenbauteils 6. Der Steckkontakt 7 kann z.B., wie dargestellt,
als Gabelkontakt oder sonstiger Buchsenkontakt ausgebildet sein, der Steckkontakt
7 kann auch anders ausgebildet sein, z.B. als Messer- oder Stiftkontakt. Hierdurch
kann die Kontaktbaugruppe als Teil eines elektrischen Steckverbinders eingesetzt werden.
[0040] Die Figur 10 zeigt die Kontaktbaugruppe 9 mit einem daran angeordneten verschwenkbaren
Betätigungshebel 5 gemäß einer der zuvor erläuterten Ausführungsformen. Die Figur
10 zeigt dabei die Anordnung aus der Kontaktbaugruppe 9 und dem Betätigungshebel 5
im unbetätigten Zustand des Betätigungshebels 5. Im unbetätigten Zustand des Betätigungshebels
5 ist die Klemmstelle 12 geschlossen, d.h. die Federzunge 43 liegt an dem Stromschienenbauteil
6 an, wenn kein elektrischer Leiter dort eingeführt ist, oder drückt den elektrischen
Leiter gegen das Stromschienenbauteil 6.
[0041] Die Figur 11 zeigt die Anordnung gemäß Figur 10 mit dem Betätigungshebel 5 in einer
betätigten Stellung. Der Betätigungshebel 5 ist nun um einen gewissen Winkel verschwenkt.
Durch die Betätigungsfläche 53, die mit der Betätigungslasche 45 zusammenwirkt, ist
die Federzunge 43 nun ausgelenkt worden und somit von ihrer Anlagefläche am Stromschienenbauteil
6 fortbewegt worden. In diesem Zustand ist die Klemmstelle 12 geöffnet.
[0042] Die in den Figuren 3, 6, 9 dargestellten Leiteranschlussklemmen 10 haben jeweils
an einer Leitereinführseite 24 des Gehäuses 20 Leitereinführöffnungen 25. Durch die
Leitereinführöffnungen 25 des Gehäuses 20 können elektrische Leiter in die jeweiligen
Kontaktbaugruppen 9 eingeführt werden. Auf der der Leitereinführseite 24 diametral
abgewandten Seite hat das Gehäuse 2 einen Steckbereich 23, mit dem die Leiteranschlussklemme
10 bzw. der damit gebildete elektrische Steckverbinder mit einem Gegensteckverbinder
zusammengesteckt werden kann. Innerhalb des Steckbereichs 23 sind die jeweiligen Steckkontakte
7 der Kontaktbaugruppen 9 angeordnet.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 1
- Griffbereich
- 2
- seitliche Grifffläche
- 3
- Freimachung
- 4
- Federbauteil
- 5
- Betätigungshebel
- 6
- Stromschienenbauteil
- 7
- Steckkontakt
- 9
- Kontaktbaugruppe
- 10
- Leiteranschlussklemme
- 11
- Leitereinführöffnung der Kontaktbaugruppe
- 12
- Klemmstelle
- 20
- Gehäuse
- 21
- erste Längsseite
- 22
- zweite Längsseite
- 23
- Steckbereich
- 24
- Leitereinführseite
- 25
- Leitereinführöffnung des Gehäuses
- 43
- Federzunge
- 45
- Betätigungslasche
- 50
- Drehachse
- 51
- Federbetätigungsabschnitt
- 52
- Vertiefung
- 53
- tangentiale Betätigungsfläche
- A
- Anreihrichtung
- L
- Leitereinführrichtung
1. Leiteranschlussklemme (10) mit mehreren in einer Anreihrichtung (A) in einem Gehäuse
(20) unmittelbar nebeneinander angeordneten Federkraftklemmanschlüssen mit jeweils
einem verschwenkbaren Betätigungshebel (5), wobei ein Betätigungshebel (5) jeweils
zum Öffnen der Klemmstelle (12) eines zugeordneten Federkraftklemmanschlusses eingerichtet
ist, wobei der jeweilige Betätigungshebel (5) wenigstens einen Griffbereich (1) zum
manuellen Greifen des Betätigungshebels (5) hat, der eine erste Längsseite (21) und
eine davon abgewandte zweite Längsseite (22) hat, dadurch gekennzeichnet, dass an der ersten Längsseite (21) eine seitliche Grifffläche (2) vorhanden ist, die sich
zum manuellen Greifen und/oder Betätigen des Betätigungshebels (5) mit der Hand oder
zumindest mit einem Finger oder mit einem Werkzeug eignet, und auf der zweiten Längsseite
(22) eine Freimachung (3) ausgebildet ist, durch die ein Freiraum zum manuellen Greifen
und/oder Betätigen des benachbarten Betätigungshebels (5) mit der Hand oder zumindest
mit einem Finger oder mit einem Werkzeug an der an der ersten Längsseite (21) des
benachbarten Betätigungshebels (5) angeordneten seitlichen Grifffläche (2) bereitgestellt
ist.
2. Leiteranschlussklemme nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der ersten Längsseite (21) des Griffbereichs (1) eine Vertiefung (52) ausgebildet
ist, wobei die seitliche Grifffläche (2) an der Vertiefung (52) ausgebildet ist.
3. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer, mehrere oder alle der Betätigungshebel (5) jeweils eine Drehachse (50) aufweist,
um die er verschwenkbar gelagert ist.
4. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Griffbereiche (1) benachbarter Betätigungshebel (5) in einer gemeinsamen Höhenebene
angeordnet sind.
5. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle Betätigungshebel (5) jeweils die seitliche Grifffläche (2) an der
ersten Längsseite (21) und die Freimachung (3) an der zweiten Längsseite (22) haben.
6. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle Betätigungshebel (5) identisch oder zumindest im Griffbereich (1)
identisch ausgebildet sind.
7. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle Betätigungshebel (5) mit gleicher Hebelarmlänge ausgebildet sind.
8. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle Betätigungshebel (5) mit fester Hebelarmlänge ausgebildet sind.
9. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle Betätigungshebel (5) für eine in Querrichtung außermittige manuelle
Kraftbeaufschlagung beim manuellen Greifen und Betätigen des Betätigungshebels (5)
an ihrem Griffbereich (1) eingerichtet sind.
10. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere oder alle der Betätigungshebel (5) eine an seiner ersten und/oder zweiten
Längsseite (21, 22) angeordnete, tangentiale seitliche Betätigungsfläche (53) zur
Betätigung eines Klemmschenkels der Klemmfeder eines zugeordneten Federkraftklemmanschlusses
haben.
11. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Leiteranschlussklemme (1) als elektrischer Steckverbinder ausgebildet ist, wobei
die Federkraftklemmanschlüsse jeweils wenigstens einen Steckkontakt (7) aufweisen.
12. Leiteranschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Federkraftklemmanschlüsse jeweils wenigstens eine Kontaktbaugruppe (9) zum Anschluss
eines elektrischen Leiters mittels Federkraftklemmung haben, mit folgenden Merkmalen:
a) die Kontaktbaugruppe (9) hat ein Stromschienenbauteil (6),
b) die Kontaktbaugruppe (9) hat ein Federbauteil mit einer Klemmfeder (4), wobei das
Federbauteil mit dem Stromschienenbauteil (6) mechanisch verbunden ist und zum Festklemmen
eines elektrischen Leiters mittels der Klemmfeder am Stromschienenbauteil an der Klemmstelle
(12) eingerichtet ist.