(19)
(11) EP 4 445 786 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.10.2024  Patentblatt  2024/42

(21) Anmeldenummer: 24164605.8

(22) Anmeldetag:  19.03.2024
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A41D 1/08(2018.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
A41D 1/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC ME MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA
Benannte Validierungsstaaten:
GE KH MA MD TN

(71) Anmelder: Teveo GmbH
91560 Heilsbronn (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfindernennung liegt noch nicht vor
     ()

(74) Vertreter: Fuchs Patentanwälte Partnerschaft mbB 
Tower 185 Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt am Main
60327 Frankfurt am Main (DE)

   


(54) ELASTISCHE HOSE


(57) Hose (100), insbesondere Leggings, umfasst elastisches Textil und ist wenigstens in einem Gesäßbereich (102) der Hose (100) elastisch. Die Hose (100) umfasst ferner wenigstens einen Verstärkungszug (130), der an wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten (132, 134), die an einer Innenseite der Hose (100) angeordnet sind, befestigt ist und der das elastische Textil in einem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) unbefestigt überspannt. Der Verstärkungszug (130) ist dazu ausgebildet, eine Elastizität der Hose (100) in dem Gesäßbereich (102) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) zu verringern.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Hose, insbesondere eine Leggings, sowie ein Verfahren zum Herstellen einer Hose.

Technischer Hintergrund



[0002] Elastische Kleidungsstücke, insbesondere elastische Hosen, wie beispielsweise elastische Sporthosen oder Leggings, sind bekannt, die im Wesentlichen aus elastischem Textil bestehen und bei denen eine Elastizität an bestimmten Stellen gezielt verringert ist. Um einen beabsichtigten Sitz des Kleidungsstücks am Körper zu begünstigen, ist bei einigen solcher Kleidungsstücke die Elastizität an ausgewählten Stellen, sowie beispielsweise parallel zu einer bestimmten Erstreckungsrichtung des elastischen Textils, verringert. Eine lokale Verringerung der Elastizität in eine oder mehrere Erstreckungsrichtungen erfolgt dabei herkömmlich durch das Aufbringen von Nähten auf das elastische Textil oder durch ein stellenweise verschiedenes, beispielsweise dichteres, Gewebe des elastischen Textils.

[0003] Bei herkömmlichen Techniken zur lokalen Verringerung der Elastizität eines Kleidungsstücks können sich Nachteile daraus ergeben, dass diese Techniken, insbesondere infolge aufgebrachter Nähte oder eines örtlich verschiedenen Gewebes, ein ungewünschtes uneinheitliches Erscheinungsbild des Kleidungsstücks bewirken. Zudem stellen manche dieser Techniken, wie etwa die Verwendung eines örtlich verschiedenen Gewebes, verhältnismäßig hohe Anforderungen in Hinsicht auf eine Komplexität und eine Genauigkeit des gesamten Herstellungsprozesses des Kleidungsstücks. Zudem beschränken manche dieser Techniken eine Auswahl verwendbarer Textilien und möglicher Gestaltungen.

[0004] Es ist daher eine Technik wünschenswert, die die vorgenannten Nachteile vermeidet oder verringert.

Zusammenfassung der Offenbarung



[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Hose gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren nach Anspruch 15.

[0006] Gemäß einem ersten Aspekt wird eine Hose, insbesondere eine Leggings, vorgestellt. Die Hose umfasst elastisches Textil und ist wenigstens in einem Gesäßbereich der Hose elastisch. Die Hose umfasst ferner wenigstens einen Verstärkungszug, der an wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten, die an einer Innenseite der Hose angeordnet sind, befestigt ist und der das elastische Textil in einem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt. Der Verstärkungszug ist dazu ausgebildet, eine Elastizität der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten zu verringern.

[0007] Mittels des Verstärkungszugs ist eine Elastizität der Hose zwischen den Befestigungsabschnitten verringerbar, ohne dass dafür eine Modifikation des elastischen Textils zwischen den Befestigungsabschnitten, insbesondere durch Nähte und/oder ein verschiedenes Gewebe, erfolgen muss. Das begünstigt ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose, insbesondere des elastischen Textils, in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten sowie in Bezug auf einen umgebenden Bereich. Dies ist dadurch ermöglicht, dass der Verstärkungszug das elastische Textil in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt.

[0008] Insbesondere kann der Verstärkungszug mittels der wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitte des Verstärkungszugs, sowie insbesondere über eine Länge jedes der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte des Verstärkungszugs, an der Innenseite der Hose, insbesondere in Bezug auf eine Innenseite des elastischen Textils, befestigt sein.

[0009] Der Verstärkungszug kann elastisch sein.

[0010] Der Verstärkungszug kann dazu ausgebildet sein, eine Elastizität der Hose parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte zu verringern. Zusätzlich oder alternativ kann der Verstärkungszug dazu ausgebildet sein, eine Elastizität der Hose orthogonal zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte zumindest im Wesentlichen nicht zu verringern.

[0011] Das elastische Textil kann in dem Gesäßbereich in einer Erstreckungsebene des elastischen Textils parallel zu einer Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte und orthogonal zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte elastisch sein.

[0012] Die Befestigungsabschnitte können in Bezug auf eine Mittenebene, d.h. eine Schrittebene, der Hose voneinander beabstandet sein. Insbesondere kann der Verstärkungszug sich entlang der Mittenebene der Hose erstrecken.

[0013] Die Verwendung des Verstärkungszugs im Zusammenhang mit einer Hose begünstigt ein Anordnen eines oder mehrerer der Befestigungsabschnitte an einer oder mehreren fertigungsbedingt ohnehin vorhandener Nähte der jeweiligen Hose, insbesondere einer Bundnaht, einer Innennaht und/oder einer Schrittnaht der Hose. Das Aufbringen zusätzlicher Nähte an weiteren Stellen der Hose, insbesondere an weiteren Stellen des elastischen Textils, lässt sich so verringern. Das begünstigt ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose und reduziert mögliche Einschränkungen in Hinsicht auf verwendbare Textilien und/oder Gestaltungen.

[0014] Die Anordnung des Verstärkungszugs entlang der Mittennaht und eine dadurch bewirkte verringerte Elastizität der Hose entlang der Mittennaht ermöglicht das Erzielen des sogenannten "Scrunch"-Effekts. In Verbindung mit dem Voranstehenden begünstigt die vorgestellte Hose auf diese Weise das Bereitstellen einer Scrunch-Leggings mit verbessertem, insbesondere einheitlicherem, äußerem Erscheinungsbild sowie mit erweiterten Möglichkeiten in Hinsicht auf verwendbare Textilien und/oder Gestaltungen. Ein Verlauf des Verstärkungszugs entlang der Mittenebene im Gesäßbereich gestattet dabei ein Tragen der Hose ohne Einschränkungen in Hinsicht auf einen Tragekomfort.

[0015] Das elastische Textil kann in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten nahtlos gefertigt, insbesondere nahtlos gewebt und/oder nahtlos gestrickt, sein. Ein einheitliches Erscheinungsbild und/oder ein Tragekomfort des elastischen Textils ist dadurch begünstigt.

[0016] Das elastische Textil kann verschiedene Strukturen aufweisen, die über eine jeweilige Horizontalebene der Hose einheitlich vorliegen und die sich entlang einer Höhe der Hose verändern. Dies kann durch das nahtlose Weben oder Stricken des elastischen Textils realisiert werden.

[0017] Der Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten kann sich wenigstens teilweise in einer Hüftebene der Hose erstrecken. Zusätzlich oder alternativ kann das elastische Textil entlang der Hüftebene nahtlos gefertigt, insbesondere rundgewebt und/oder rundgestrickt, sein. Ein einheitliches Erscheinungsbild des elastischen Textils im Hüftbereich ist dadurch begünstigt. Zudem begünstigt die vorgestellte Hose auf diese Weise eine Herstellung, insbesondere einer Scrunch-Leggings, unter Verwendung von schlauchförmigem, insbesondere rundgewebtem und/oder rundgestricktem, Ausgangsmaterial.

[0018] Ein erster Befestigungsabschnitt der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte kann an einem Bund der Hose angeordnet sein.

[0019] Ein zweiter Befestigungsabschnitt der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte kann an einer Innennaht der Hose angeordnet sein.

[0020] Der zweite Befestigungsabschnitt kann eine Befestigungsnaht umfassen, die sich wenigstens teilweise parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte erstreckt und mittels deren der Verstärkungszug an das elastische Textil genäht ist.

[0021] Mittels der Befestigungsnaht lässt sich, insbesondere bei einer gegebenen Gesamtlänge des Verstärkungszugs, eine Länge und/oder eine Position des Bereichs zwischen den Befestigungsabschnitten einstellen, in dem der Verstärkungszug das elastische Textil unbefestigt überspannt. Eine Anpassung des elastischen Textils an den Körper und/oder ein Tragekomfort der Hose lassen sich so verbessern bzw. aufeinander abstimmen.

[0022] Die Befestigungsnaht kann so ausgebildet sein, dass in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs das elastische Textil in dem Bereich der Befestigungsnaht gerafft ist.

[0023] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs kann ein Verhältnis zwischen einer Länge des Verstärkungszugs und einer Länge der Befestigungsnaht in einem Bereich zwischen 1,2 und 5, vorzugsweise zwischen 1,4 und 3, bevorzugt zwischen 1,6 und 2,4, betragen.

[0024] Ein solches Verhältnis der verschiedenen Längen begünstigt einen vorteilhaften Sitz der Hose zum Erzielen eines Scrunch-Effekts, ohne dabei die voranstehend genannten Vorteile der Hose, insbesondere in Bezug auf ein einheitliches Erscheinungsbild und eine Material- und Gestaltungsfreiheit im Bereich der Hüftebene, wesentlich zu beeinträchtigen. Außerdem begünstigt ein solches Verhältnis einen Tragekomfort in Bezug auf einen Verlauf des Verstärkungszugs in Körpernähe.

[0025] Das elastische Textil kann wenigstens in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten in Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte einen geringeren Elastizitätsmodul aufweisen als der Verstärkungszug. Insbesondere kann das elastische Textil angrenzend an eine gesamte Länge des Verstärkungszugs in Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte einen geringeren Elastizitätsmodul aufweisen als der Verstärkungszug.

[0026] Ein solches Verhältnis der Elastizitätsmodule begünstigt ebenfalls einen vorteilhaften Sitz der Hose zum Erzielen eines Scrunch-Effekts und einen Tragekomfort, ohne die genannten Vorteile der Hose in Bezug auf ein einheitliches Erscheinungsbild und eine Material- und Gestaltungsfreiheit wesentlich zu beeinträchtigen.

[0027] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs kann eine Länge des Verstärkungszugs zwischen 3 und 16 Zentimeter, vorzugsweise zwischen 5 und 12 Zentimeter, bevorzugt zwischen 6 und 10 Zentimeter, betragen.

[0028] Die Länge des Verstärkungszugs kann zumindest im Wesentlichen einem Abstand zwischen der Innennaht und einem äußeren Ende des ersten Befestigungsabschnitts der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte entsprechen.

[0029] Das elastische Textil kann elastisches Kunststoffgewebe umfassen. Das elastische Textil kann wenigstens eines aus Polyamid, Polyester und/oder Elasthan umfassen. Ein Anteil von Polyamid an dem elastischen Textil kann 50 % oder mehr, insbesondere zwischen 50 % und 60 %, betragen. Ein Anteil von Elasthan an dem elastischen Textil kann 5 % oder mehr, insbesondere zwischen 5 % und 15 %, betragen. Ein Anteil von Polyester an dem elastischen Textil kann 40 % oder weniger, insbesondere zwischen 30 % und 40 %, betragen.

[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zum Herstellen einer Hose vorgestellt. Das Verfahren umfasst Bereitstellen von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial, das wenigstens in einem Bereich, der einem Gesäßbereich einer herzustellenden Hose entspricht, elastisches Textil umfasst. Das Verfahren umfasst ferner Einschlitzen des Ausgangsmaterials über eine Teillänge des Ausgangsmaterials entlang einer Längsachse des Ausgangsmaterials an wenigstens zwei in einer Umfangsrichtung des Ausgangsmaterials beabstandeten Stellen zum Ausbilden zweier Beinteile und eines schlauchförmigen Hüftteils, wobei sich die Beinteile ausgehend von dem Hüftteil erstrecken und das Hüftteil den Gesäßbereich wenigstens teilweise umfasst, und Vernähen jedes der Beinteile zum Bilden jeweils eines Hosenbeins der herzustellenden Hose. Das Verfahren umfasst ferner Befestigen wenigstens eines Verstärkungszugs an einer Innenseite der herzustellenden Hose unter Ausbildung von wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten derart, dass der Verstärkungszug das elastische Textil in einem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt, derart, dass der Verstärkungszug nach dem Befestigen eine Elastizität der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten verringert.

Kurzbeschreibung der Zeichnung



[0031] Weitere Merkmale, Vorteile und Ziele werden aus der ausführlichen Beschreibung und den Zeichnungen deutlich. Es zeigen:
Fig. 1
eine Hose gemäß einem Beispiel, und
Fig. 2
ein Verfahren zum Herstellen einer Hose gemäß einem Beispiel.

Detaillierte Beschreibung der Offenbarung



[0032] Fig. 1 zeigt schematisch und exemplarisch eine Hose 100, beispielsweise eine Leggings. Gezeigt ist dabei ein Ausschnitt der Hose 100 entsprechend einem Gesäßbereich 102 der Hose 100. Die Hose 100 ist in dem Gesäßbereich 102 elastisch. Hierzu umfasst die Hose 100 elastisches Textil, beispielsweise elastisches Kunststoffgewebe. Fig. 1 zeigt eine Innenseite der Hose 100.

[0033] Im oberen Bereich des gezeigten Ausschnitts umfasst die Hose 100 einen Bund 104 mit einer Bundnaht 106. Im unteren Bereich des gezeigten Ausschnitts verläuft eine Innennaht 108 der Hose 100. In dem gezeigten Beispiel verbindet die Innennaht 108 verschiedene Kanten von Textilteilen der Hose 100 im Wesentlichen entlang der Schenkelinnenseiten.

[0034] Die Hose 100 umfasst außerdem einen Verstärkungszug 130. Der Verstärkungszug 130 weist zwei voneinander beanstandete Befestigungsabschnitte 132,134 auf, mittels deren der Verstärkungszug 130 auf der Innenseite der Hose 100 in Bezug auf das elastische Textil befestigt ist. In einem Bereich B der Hose 100, der sich zwischen den Befestigungsabschnitten 132,134 erstreckt, überspannt der Verstärkungszug 130 das elastische Textil unbefestigt.

[0035] Durch die Befestigung des Verstärkungsdrucks 130 in Bezug auf das elastische Textil mittels der Befestigungsabschnitte 132,134 und eine geeignete Bemessung der Länge des Verstärkungszugs 130 in dem Bereich B verringert der Verstärkungszug 130 eine Elastizität der Hose 100 zwischen den Befestigungsabschnitten 132,134. Insbesondere bewirkt der Verstärkungszug 130, dass eine Dehnung der Hose 100 parallel zu einer Abstandsrichtung R der Befestigungsabschnitte 132,134 durch den Verstärkungszug 130 begrenzt bzw. aufgrund des Elastizitätsmoduls des Verstärkungszugs 130 gehemmt ist.

[0036] Das elastische Textil ist in seiner Erstreckungsebene in dem Gesäßbereich 102 sowohl parallel als auch orthogonal zu der Abstandsrichtung R der Befestigungsabschnitte 132,134 elastisch. Der Verstärkungszug 130 ist so angeordnet, dass er eine Elastizität der Hose 100 orthogonal zu der Abstandsrichtung R nicht oder zumindest nicht wesentlich verringert.

[0037] In dem gezeigten Beispiel sind die Befestigungsabschnitte 132,134 in Bezug auf eine Mittenebene E, die einer Schrittebene der Hose 100 entspricht, entlang der Abstandsrichtung R voneinander beabstandet. Der Verstärkungszug 130 erstreckt sich entlang der Mittenebene E. Dabei verläuft eine Längserstreckung des Verstärkungszugs 130 in der Mittenebene E.

[0038] In dem gezeigten Beispiel ist ein erster Befestigungsabschnitt 132 an der Bundnaht 106 angeordnet, und ein zweiter Befestigungsabschnitt 134 ist an der Innennaht 108 angeordnet. Die Anordnung der Befestigungsabschnitte 132,134 an belastbaren Verbindungsnähten der Hose 100, die unabhängig von dem Verstärkungszug 130 ohnehin fertigungs- und/oder strukturbedingt an der Hose 100 vorgesehen sind, begünstigt eine Stabilität der Hose 100. Außerdem ist so vermeidbar, dass zusätzliche Nähte, die ausschließlich der Befestigung des Verstärkungszugs 130 in Bezug auf das elastische Textil dienen würden, vorzusehen sind. Ein einheitliches Erscheinungsbild und freie Gestaltungsmöglichkeiten der Hose 100 sind dadurch begünstigt.

[0039] In dem gezeigten Beispiel erstreckt sich der Bereich B zwischen den Befestigungsabschnitten 132,134 auf der Höhe einer Hüftebene H der Hose 100. In Verbindung mit dem Voranstehenden gestattet dies, dass in einigen Beispielen der Hose 100 das elastische Textil entlang der Hüftebene H nahtlos gefertigt, beispielsweise rundgewebt und/oder rundgestrickt, ist. Auch hierdurch lässt sich ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose 100 in dem Bereich B und in daran angrenzenden Bereichen verbessern.

[0040] In dem gezeigten Beispiel umfasst der zweite Befestigungsabschnitt 134 angrenzend an eine Befestigung, beispielsweise ein Vernähen, des Verstärkungszugs 130 mit der Innennaht 108, eine parallel zur Abstandsrichtung R verlaufende Befestigungsnaht 136. Mittels der Befestigungsnaht 136 ist der Verstärkungszug 130 über die Länge der Befestigungsnaht 136 an das elastische Textil genäht. Der Bereich B, in dem sich der Verstärkungszug 130 unbefestigt über dem elastischen Textil erstreckt, ist so in seiner unteren Begrenzung durch die Länge der Befestigungsnaht 136 bestimmt.

[0041] Die Befestigungsnaht 136 gestattet durch entsprechende Wahl ihrer Länge, ein Dehnverhalten der Hose 100 zwischen der Bundnaht 106 und der Innennaht 108 parallel zu der Mittenebene E sowie ein Anpassen der Hose 100 an den Körper zu beeinflussen. In einigen Beispielen ist die Befestigungsnaht 136 zu diesem Zweck so ausgestaltet, dass in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs 130 das elastische Textil in einem Bereich der Befestigungsnaht 136 mittels der Befestigungsnaht 136 gerafft ist.

[0042] In einigen Beispielen ist eine relative Länge und eine Position des Bereichs B gemäß einer entsprechend gewählten Position und Länge der Befestigungsnaht 136 zudem so gewählt, dass ein Tragekomfort der Hose 100 durch den Verstärkungszug 130 nicht oder nur geringfügig beeinträchtigt ist.

[0043] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs 130 beträgt in einigen Beispielen der Hose 100 ein Verhältnis zwischen einer Länge des Verstärkungszugs 130 und einer Länge der Befestigungsnaht 136 zwischen 1,2 und 5, vorzugsweise zwischen 1,4 und 3, bevorzugt zwischen 1,5 und 2,5.

[0044] In einigen Beispielen beträgt zudem in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs 130 eine Länge des Verstärkungszugs 130 zwischen 3 und 16 cm, vorzugsweise zwischen 5 und 12 cm, bevorzugt zwischen 6 und 10 cm.

[0045] In einigen Beispielen entspricht die Länge des Verstärkungszugs 130 zumindest im Wesentlichen einem Abstand zwischen der Innennaht 108 und einem ersten Befestigungsabschnitt 132 der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte 132, 134. In einigen dieser Beispiele ist abweichend von den voranstehend beschriebenen Beispielen der erste Befestigungsabschnitt 132 nicht an einer Bundnaht 106 der Hose 100 angeordnet.

[0046] Die vorangehend beschriebenen Beispiele der Hose 100 sind besonders zum Erzeugen eines Scrunch-Effekts geeignet. Gegenüber herkömmlichen Scrunch-Leggings haben diese Beispiele der Hose 100 mehrere Vorteile. Insbesondere gestatten Scrunch-Leggings gemäß den voranstehend beschriebenen Beispielen der Hose 100 eine einheitliche Gestaltung der Hose 100 in dem Bereich der Hüftebene H sowie dort insbesondere entlang der Mittenebene E. So gestattet die voranstehend beschriebene Hose 100 das Erzeugen eines Scrunch-Effekts ohne Veränderung eines Gewebes und ohne das Aufbringen von Nähten auf das elastische Textil in diesem Bereich. Ein ästhetischer Eindruck lässt sich so verbessern. Zudem lassen sich mögliche Beschränkungen in Hinsicht auf eine Herstellung und/oder Beschaffenheit des elastischen Textils in dem Hüftbereich vermeiden.

[0047] Die Verwendung von schlauchförmigem Ausgangsmaterial, beispielsweise von rundgestricktem oder rundgewebtem Textil, zur Herstellung der Hose 100 ist dadurch besonders begünstigt. Das ist vorteilhaft, beispielsweise wenn in dem elastischen Textil eine oder mehrere verschiedene Strukturen vorgesehen sind, die an der fertigen Hose 100 über eine jeweilige Horizontalebene der Hose 100 einheitlich vorliegen und sich entlang der Höhe der Hose 100 verändern.

[0048] Fig. 2 zeigt hierzu ein Flussdiagramm eines Verfahrens 200 zum Herstellen einer Hose, beispielsweise der Hose 100.

[0049] Das Verfahren 200 umfasst Bereitstellen von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial, wobei das Ausgangsmaterial wenigstens in einem Bereich, der einem Gesäßbereich der Hose entspricht, elastisches Textil umfasst, Schritt 210.

[0050] Das Verfahren 200 umfasst ferner Einschlitzen des Ausgangsmaterials über eine Teillänge des Ausgangsmaterials entlang einer Längsachse des Ausgangsmaterials an wenigstens zwei in einer Umfangsrichtung des Ausgangsmaterials beabstandeten Stellen zum Ausbilden zweier Beinteile und eines schlauchförmigen Hüftteils, wobei sich die Beinteile ausgehend von dem Hüftteil erstrecken und das Hüftteil den Gesäßbereich wenigstens teilweise umfasst, Schritt 220.

[0051] Das Verfahren 200 umfasst ferner Vernähen jedes der Beinteile zum Bilden jeweils eines Hosenbeins der Hose, Schritt 230.

[0052] Das Verfahren 200 umfasst ferner Befestigen eines Verstärkungszugs an einer Innenseite der Hose durch Ausbilden von wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten derart, dass der Verstärkungszug das elastische Textil in einem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt, Schritt 240. Das Befestigen des Verstärkungszug erfolgt dabei derart, dass der Verstärkungszug nach dem Befestigen eine Elastizität der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten verringert.

[0053] Die voranstehend beschriebenen Techniken sind im Zusammenhang mit Hosen, insbesondere Scrunch-Leggings, vorgestellt. Es versteht sich aber, dass diese Techniken auch im Zusammenhang mit anderen textilen Anwendungen, insbesondere anderen wenigstens teil-elastischen Kleidungsstücken, zum Erzielen einiger oder aller der beschriebenen Vorteile einsetzbar sind.


Ansprüche

1. Hose (100), insbesondere Leggings, die elastisches Textil umfasst und die wenigstens in einem Gesäßbereich (102) der Hose (100) elastisch ist, wobei die Hose (100) ferner wenigstens einen Verstärkungszug (130) umfasst, der an wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten (132, 134), die an einer Innenseite der Hose (100) angeordnet sind, befestigt ist und der das elastische Textil in einem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) unbefestigt überspannt, wobei der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist, eine Elastizität der Hose (100) in dem Gesäßbereich (102) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) zu verringern.
 
2. Hose nach Anspruch 1, wobei der Verstärkungszug (130) elastisch ist.
 
3. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil in dem Gesäßbereich (102) in einer Erstreckungsebene des elastischen Textils parallel zu einer Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) und orthogonal zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) elastisch ist.
 
4. Hose nach Anspruch 3, wobei der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist, eine Elastizität der Hose (100) parallel zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) zu verringern, und/oder wobei der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist, eine Elastizität der Hose (100) orthogonal zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) zumindest im Wesentlichen nicht zu verringern.
 
5. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsabschnitte (132, 134) in Bezug auf eine Mittenebene (E) der Hose (100) voneinander beabstandet sind, insbesondere wobei der Verstärkungszug (130) sich entlang der Mittenebene (E) der Hose (100) erstreckt.
 
6. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil zumindest in dem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) nahtlos gefertigt, insbesondere nahtlos gewebt und/oder nahtlos gestrickt, ist.
 
7. Hose nach Anspruch 6, wobei der Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) sich wenigstens teilweise in einer Hüftebene (H) der Hose (100) erstreckt, insbesondere wobei das elastische Textil zumindest entlang der Hüftebene (H) nahtlos gefertigt, insbesondere rundgewebt und/oder rundgestrickt, ist.
 
8. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein erster Befestigungsabschnitt (132) der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) an einem Bund (104) der Hose (100) angeordnet ist, und/oder wobei ein zweiter Befestigungsabschnitt (134) der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) an einer Innennaht (108) der Hose (100) angeordnet ist.
 
9. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein zweiter Befestigungsabschnitt (134) der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) eine Befestigungsnaht (136) umfasst, die sich wenigstens teilweise parallel zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) erstreckt und mittels deren der Verstärkungszug (130) an das elastische Textil genäht ist.
 
10. Hose nach Anspruch 9, wobei die Befestigungsnaht (136) so ausgebildet ist, dass in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs (130) das elastische Textil in einem Bereich der Befestigungsnaht (136) mittels der Befestigungsnaht (136) gerafft ist.
 
11. Hose nach Anspruch 9 oder 10, wobei in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs (130) ein Verhältnis zwischen einer Länge des Verstärkungszugs (130) und einer Länge der Befestigungsnaht (136) in einem Bereich zwischen 1,2 und 5, vorzugsweise zwischen 1,4 und 3, bevorzugt zwischen 1,5 und 2,5, liegt.
 
12. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs (130) eine Länge des Verstärkungszugs (130) zwischen 3 und 16 Zentimeter, vorzugsweise zwischen 5 und 12 Zentimeter, bevorzugt zwischen 6 und 10 Zentimeter, beträgt.
 
13. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Verbindung mit Anspruch 3, wobei das elastische Textil wenigstens in dem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) in Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) einen geringeren Elastizitätsmodul aufweist als der Verstärkungszug (130).
 
14. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil elastisches Kunststoffgewebe umfasst.
 
15. Verfahren (200) zum Herstellen einer Hose (100), wobei das Verfahren (200) umfasst:

- Bereitstellen (210) von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial, das wenigstens in einem Bereich, der einem Gesäßbereich (102) einer herzustellenden Hose (100) entspricht, elastisches Textil umfasst;

- Einschlitzen (220) des Ausgangsmaterials über eine Teillänge des Ausgangsmaterials entlang einer Längsachse des Ausgangsmaterials an wenigstens zwei in einer Umfangsrichtung des Ausgangsmaterials beabstandeten Stellen zum Ausbilden zweier Beinteile und eines schlauchförmigen Hüftteils (H), wobei sich die Beinteile ausgehend von dem Hüftteil (H) erstrecken und das Hüftteil (H) den Gesäßbereich (102) wenigstens teilweise umfasst;

- Vernähen (230) jedes der Beinteile zum Bilden jeweils eines Hosenbeins der herzustellenden Hose, und

- Befestigen (240) wenigstens eines Verstärkungszugs (130) an einer Innenseite der herzustellenden Hose (100) unter Ausbildung von wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten (132, 134) derart, dass der Verstärkungszug (130) das elastische Textil in einem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) unbefestigt überspannt, derart, dass der Verstärkungszug (130) nach dem Befestigen eine Elastizität der Hose (100) in dem Gesäßbereich (102) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) verringert.


 




Zeichnung










Recherchenbericht









Recherchenbericht