[0001] Die Erfindung betrifft eine Hose, insbesondere eine Leggings, sowie ein Verfahren
zum Herstellen einer Hose.
Technischer Hintergrund
[0002] Elastische Kleidungsstücke, insbesondere elastische Hosen, wie beispielsweise elastische
Sporthosen oder Leggings, sind bekannt, die im Wesentlichen aus elastischem Textil
bestehen und bei denen eine Elastizität an bestimmten Stellen gezielt verringert ist.
Um einen beabsichtigten Sitz des Kleidungsstücks am Körper zu begünstigen, ist bei
einigen solcher Kleidungsstücke die Elastizität an ausgewählten Stellen, sowie beispielsweise
parallel zu einer bestimmten Erstreckungsrichtung des elastischen Textils, verringert.
Eine lokale Verringerung der Elastizität in eine oder mehrere Erstreckungsrichtungen
erfolgt dabei herkömmlich durch das Aufbringen von Nähten auf das elastische Textil
oder durch ein stellenweise verschiedenes, beispielsweise dichteres, Gewebe des elastischen
Textils.
[0003] Bei herkömmlichen Techniken zur lokalen Verringerung der Elastizität eines Kleidungsstücks
können sich Nachteile daraus ergeben, dass diese Techniken, insbesondere infolge aufgebrachter
Nähte oder eines örtlich verschiedenen Gewebes, ein ungewünschtes uneinheitliches
Erscheinungsbild des Kleidungsstücks bewirken. Zudem stellen manche dieser Techniken,
wie etwa die Verwendung eines örtlich verschiedenen Gewebes, verhältnismäßig hohe
Anforderungen in Hinsicht auf eine Komplexität und eine Genauigkeit des gesamten Herstellungsprozesses
des Kleidungsstücks. Zudem beschränken manche dieser Techniken eine Auswahl verwendbarer
Textilien und möglicher Gestaltungen.
[0004] Es ist daher eine Technik wünschenswert, die die vorgenannten Nachteile vermeidet
oder verringert.
Zusammenfassung der Offenbarung
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Hose gemäß Anspruch 1 und ein Verfahren nach
Anspruch 15.
[0006] Gemäß einem ersten Aspekt wird eine Hose, insbesondere eine Leggings, vorgestellt.
Die Hose umfasst elastisches Textil und ist wenigstens in einem Gesäßbereich der Hose
elastisch. Die Hose umfasst ferner wenigstens einen Verstärkungszug, der an wenigstens
zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten, die an einer Innenseite der
Hose angeordnet sind, befestigt ist und der das elastische Textil in einem Bereich
zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt. Der Verstärkungszug ist
dazu ausgebildet, eine Elastizität der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten
zu verringern.
[0007] Mittels des Verstärkungszugs ist eine Elastizität der Hose zwischen den Befestigungsabschnitten
verringerbar, ohne dass dafür eine Modifikation des elastischen Textils zwischen den
Befestigungsabschnitten, insbesondere durch Nähte und/oder ein verschiedenes Gewebe,
erfolgen muss. Das begünstigt ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose, insbesondere
des elastischen Textils, in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten sowie
in Bezug auf einen umgebenden Bereich. Dies ist dadurch ermöglicht, dass der Verstärkungszug
das elastische Textil in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten unbefestigt
überspannt.
[0008] Insbesondere kann der Verstärkungszug mittels der wenigstens zwei voneinander beabstandeten
Befestigungsabschnitte des Verstärkungszugs, sowie insbesondere über eine Länge jedes
der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte des Verstärkungszugs, an der Innenseite
der Hose, insbesondere in Bezug auf eine Innenseite des elastischen Textils, befestigt
sein.
[0009] Der Verstärkungszug kann elastisch sein.
[0010] Der Verstärkungszug kann dazu ausgebildet sein, eine Elastizität der Hose parallel
zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte zu verringern. Zusätzlich oder
alternativ kann der Verstärkungszug dazu ausgebildet sein, eine Elastizität der Hose
orthogonal zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte zumindest im Wesentlichen
nicht zu verringern.
[0011] Das elastische Textil kann in dem Gesäßbereich in einer Erstreckungsebene des elastischen
Textils parallel zu einer Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte und orthogonal
zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte elastisch sein.
[0012] Die Befestigungsabschnitte können in Bezug auf eine Mittenebene, d.h. eine Schrittebene,
der Hose voneinander beabstandet sein. Insbesondere kann der Verstärkungszug sich
entlang der Mittenebene der Hose erstrecken.
[0013] Die Verwendung des Verstärkungszugs im Zusammenhang mit einer Hose begünstigt ein
Anordnen eines oder mehrerer der Befestigungsabschnitte an einer oder mehreren fertigungsbedingt
ohnehin vorhandener Nähte der jeweiligen Hose, insbesondere einer Bundnaht, einer
Innennaht und/oder einer Schrittnaht der Hose. Das Aufbringen zusätzlicher Nähte an
weiteren Stellen der Hose, insbesondere an weiteren Stellen des elastischen Textils,
lässt sich so verringern. Das begünstigt ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose
und reduziert mögliche Einschränkungen in Hinsicht auf verwendbare Textilien und/oder
Gestaltungen.
[0014] Die Anordnung des Verstärkungszugs entlang der Mittennaht und eine dadurch bewirkte
verringerte Elastizität der Hose entlang der Mittennaht ermöglicht das Erzielen des
sogenannten "Scrunch"-Effekts. In Verbindung mit dem Voranstehenden begünstigt die
vorgestellte Hose auf diese Weise das Bereitstellen einer Scrunch-Leggings mit verbessertem,
insbesondere einheitlicherem, äußerem Erscheinungsbild sowie mit erweiterten Möglichkeiten
in Hinsicht auf verwendbare Textilien und/oder Gestaltungen. Ein Verlauf des Verstärkungszugs
entlang der Mittenebene im Gesäßbereich gestattet dabei ein Tragen der Hose ohne Einschränkungen
in Hinsicht auf einen Tragekomfort.
[0015] Das elastische Textil kann in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten nahtlos
gefertigt, insbesondere nahtlos gewebt und/oder nahtlos gestrickt, sein. Ein einheitliches
Erscheinungsbild und/oder ein Tragekomfort des elastischen Textils ist dadurch begünstigt.
[0016] Das elastische Textil kann verschiedene Strukturen aufweisen, die über eine jeweilige
Horizontalebene der Hose einheitlich vorliegen und die sich entlang einer Höhe der
Hose verändern. Dies kann durch das nahtlose Weben oder Stricken des elastischen Textils
realisiert werden.
[0017] Der Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten kann sich wenigstens teilweise in
einer Hüftebene der Hose erstrecken. Zusätzlich oder alternativ kann das elastische
Textil entlang der Hüftebene nahtlos gefertigt, insbesondere rundgewebt und/oder rundgestrickt,
sein. Ein einheitliches Erscheinungsbild des elastischen Textils im Hüftbereich ist
dadurch begünstigt. Zudem begünstigt die vorgestellte Hose auf diese Weise eine Herstellung,
insbesondere einer Scrunch-Leggings, unter Verwendung von schlauchförmigem, insbesondere
rundgewebtem und/oder rundgestricktem, Ausgangsmaterial.
[0018] Ein erster Befestigungsabschnitt der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte kann
an einem Bund der Hose angeordnet sein.
[0019] Ein zweiter Befestigungsabschnitt der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte kann
an einer Innennaht der Hose angeordnet sein.
[0020] Der zweite Befestigungsabschnitt kann eine Befestigungsnaht umfassen, die sich wenigstens
teilweise parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte erstreckt und
mittels deren der Verstärkungszug an das elastische Textil genäht ist.
[0021] Mittels der Befestigungsnaht lässt sich, insbesondere bei einer gegebenen Gesamtlänge
des Verstärkungszugs, eine Länge und/oder eine Position des Bereichs zwischen den
Befestigungsabschnitten einstellen, in dem der Verstärkungszug das elastische Textil
unbefestigt überspannt. Eine Anpassung des elastischen Textils an den Körper und/oder
ein Tragekomfort der Hose lassen sich so verbessern bzw. aufeinander abstimmen.
[0022] Die Befestigungsnaht kann so ausgebildet sein, dass in einem ungedehnten Zustand
des Verstärkungszugs das elastische Textil in dem Bereich der Befestigungsnaht gerafft
ist.
[0023] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs kann ein Verhältnis zwischen einer
Länge des Verstärkungszugs und einer Länge der Befestigungsnaht in einem Bereich zwischen
1,2 und 5, vorzugsweise zwischen 1,4 und 3, bevorzugt zwischen 1,6 und 2,4, betragen.
[0024] Ein solches Verhältnis der verschiedenen Längen begünstigt einen vorteilhaften Sitz
der Hose zum Erzielen eines Scrunch-Effekts, ohne dabei die voranstehend genannten
Vorteile der Hose, insbesondere in Bezug auf ein einheitliches Erscheinungsbild und
eine Material- und Gestaltungsfreiheit im Bereich der Hüftebene, wesentlich zu beeinträchtigen.
Außerdem begünstigt ein solches Verhältnis einen Tragekomfort in Bezug auf einen Verlauf
des Verstärkungszugs in Körpernähe.
[0025] Das elastische Textil kann wenigstens in dem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten
in Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte
einen geringeren Elastizitätsmodul aufweisen als der Verstärkungszug. Insbesondere
kann das elastische Textil angrenzend an eine gesamte Länge des Verstärkungszugs in
Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung der Befestigungsabschnitte
einen geringeren Elastizitätsmodul aufweisen als der Verstärkungszug.
[0026] Ein solches Verhältnis der Elastizitätsmodule begünstigt ebenfalls einen vorteilhaften
Sitz der Hose zum Erzielen eines Scrunch-Effekts und einen Tragekomfort, ohne die
genannten Vorteile der Hose in Bezug auf ein einheitliches Erscheinungsbild und eine
Material- und Gestaltungsfreiheit wesentlich zu beeinträchtigen.
[0027] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs kann eine Länge des Verstärkungszugs
zwischen 3 und 16 Zentimeter, vorzugsweise zwischen 5 und 12 Zentimeter, bevorzugt
zwischen 6 und 10 Zentimeter, betragen.
[0028] Die Länge des Verstärkungszugs kann zumindest im Wesentlichen einem Abstand zwischen
der Innennaht und einem äußeren Ende des ersten Befestigungsabschnitts der wenigstens
zwei Befestigungsabschnitte entsprechen.
[0029] Das elastische Textil kann elastisches Kunststoffgewebe umfassen. Das elastische
Textil kann wenigstens eines aus Polyamid, Polyester und/oder Elasthan umfassen. Ein
Anteil von Polyamid an dem elastischen Textil kann 50 % oder mehr, insbesondere zwischen
50 % und 60 %, betragen. Ein Anteil von Elasthan an dem elastischen Textil kann 5
% oder mehr, insbesondere zwischen 5 % und 15 %, betragen. Ein Anteil von Polyester
an dem elastischen Textil kann 40 % oder weniger, insbesondere zwischen 30 % und 40
%, betragen.
[0030] Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zum Herstellen einer Hose vorgestellt.
Das Verfahren umfasst Bereitstellen von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial,
das wenigstens in einem Bereich, der einem Gesäßbereich einer herzustellenden Hose
entspricht, elastisches Textil umfasst. Das Verfahren umfasst ferner Einschlitzen
des Ausgangsmaterials über eine Teillänge des Ausgangsmaterials entlang einer Längsachse
des Ausgangsmaterials an wenigstens zwei in einer Umfangsrichtung des Ausgangsmaterials
beabstandeten Stellen zum Ausbilden zweier Beinteile und eines schlauchförmigen Hüftteils,
wobei sich die Beinteile ausgehend von dem Hüftteil erstrecken und das Hüftteil den
Gesäßbereich wenigstens teilweise umfasst, und Vernähen jedes der Beinteile zum Bilden
jeweils eines Hosenbeins der herzustellenden Hose. Das Verfahren umfasst ferner Befestigen
wenigstens eines Verstärkungszugs an einer Innenseite der herzustellenden Hose unter
Ausbildung von wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten derart,
dass der Verstärkungszug das elastische Textil in einem Bereich zwischen den Befestigungsabschnitten
unbefestigt überspannt, derart, dass der Verstärkungszug nach dem Befestigen eine
Elastizität der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten verringert.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0031] Weitere Merkmale, Vorteile und Ziele werden aus der ausführlichen Beschreibung und
den Zeichnungen deutlich. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Hose gemäß einem Beispiel, und
- Fig. 2
- ein Verfahren zum Herstellen einer Hose gemäß einem Beispiel.
Detaillierte Beschreibung der Offenbarung
[0032] Fig. 1 zeigt schematisch und exemplarisch eine Hose 100, beispielsweise eine Leggings.
Gezeigt ist dabei ein Ausschnitt der Hose 100 entsprechend einem Gesäßbereich 102
der Hose 100. Die Hose 100 ist in dem Gesäßbereich 102 elastisch. Hierzu umfasst die
Hose 100 elastisches Textil, beispielsweise elastisches Kunststoffgewebe. Fig. 1 zeigt
eine Innenseite der Hose 100.
[0033] Im oberen Bereich des gezeigten Ausschnitts umfasst die Hose 100 einen Bund 104 mit
einer Bundnaht 106. Im unteren Bereich des gezeigten Ausschnitts verläuft eine Innennaht
108 der Hose 100. In dem gezeigten Beispiel verbindet die Innennaht 108 verschiedene
Kanten von Textilteilen der Hose 100 im Wesentlichen entlang der Schenkelinnenseiten.
[0034] Die Hose 100 umfasst außerdem einen Verstärkungszug 130. Der Verstärkungszug 130
weist zwei voneinander beanstandete Befestigungsabschnitte 132,134 auf, mittels deren
der Verstärkungszug 130 auf der Innenseite der Hose 100 in Bezug auf das elastische
Textil befestigt ist. In einem Bereich B der Hose 100, der sich zwischen den Befestigungsabschnitten
132,134 erstreckt, überspannt der Verstärkungszug 130 das elastische Textil unbefestigt.
[0035] Durch die Befestigung des Verstärkungsdrucks 130 in Bezug auf das elastische Textil
mittels der Befestigungsabschnitte 132,134 und eine geeignete Bemessung der Länge
des Verstärkungszugs 130 in dem Bereich B verringert der Verstärkungszug 130 eine
Elastizität der Hose 100 zwischen den Befestigungsabschnitten 132,134. Insbesondere
bewirkt der Verstärkungszug 130, dass eine Dehnung der Hose 100 parallel zu einer
Abstandsrichtung R der Befestigungsabschnitte 132,134 durch den Verstärkungszug 130
begrenzt bzw. aufgrund des Elastizitätsmoduls des Verstärkungszugs 130 gehemmt ist.
[0036] Das elastische Textil ist in seiner Erstreckungsebene in dem Gesäßbereich 102 sowohl
parallel als auch orthogonal zu der Abstandsrichtung R der Befestigungsabschnitte
132,134 elastisch. Der Verstärkungszug 130 ist so angeordnet, dass er eine Elastizität
der Hose 100 orthogonal zu der Abstandsrichtung R nicht oder zumindest nicht wesentlich
verringert.
[0037] In dem gezeigten Beispiel sind die Befestigungsabschnitte 132,134 in Bezug auf eine
Mittenebene E, die einer Schrittebene der Hose 100 entspricht, entlang der Abstandsrichtung
R voneinander beabstandet. Der Verstärkungszug 130 erstreckt sich entlang der Mittenebene
E. Dabei verläuft eine Längserstreckung des Verstärkungszugs 130 in der Mittenebene
E.
[0038] In dem gezeigten Beispiel ist ein erster Befestigungsabschnitt 132 an der Bundnaht
106 angeordnet, und ein zweiter Befestigungsabschnitt 134 ist an der Innennaht 108
angeordnet. Die Anordnung der Befestigungsabschnitte 132,134 an belastbaren Verbindungsnähten
der Hose 100, die unabhängig von dem Verstärkungszug 130 ohnehin fertigungs- und/oder
strukturbedingt an der Hose 100 vorgesehen sind, begünstigt eine Stabilität der Hose
100. Außerdem ist so vermeidbar, dass zusätzliche Nähte, die ausschließlich der Befestigung
des Verstärkungszugs 130 in Bezug auf das elastische Textil dienen würden, vorzusehen
sind. Ein einheitliches Erscheinungsbild und freie Gestaltungsmöglichkeiten der Hose
100 sind dadurch begünstigt.
[0039] In dem gezeigten Beispiel erstreckt sich der Bereich B zwischen den Befestigungsabschnitten
132,134 auf der Höhe einer Hüftebene H der Hose 100. In Verbindung mit dem Voranstehenden
gestattet dies, dass in einigen Beispielen der Hose 100 das elastische Textil entlang
der Hüftebene H nahtlos gefertigt, beispielsweise rundgewebt und/oder rundgestrickt,
ist. Auch hierdurch lässt sich ein einheitliches Erscheinungsbild der Hose 100 in
dem Bereich B und in daran angrenzenden Bereichen verbessern.
[0040] In dem gezeigten Beispiel umfasst der zweite Befestigungsabschnitt 134 angrenzend
an eine Befestigung, beispielsweise ein Vernähen, des Verstärkungszugs 130 mit der
Innennaht 108, eine parallel zur Abstandsrichtung R verlaufende Befestigungsnaht 136.
Mittels der Befestigungsnaht 136 ist der Verstärkungszug 130 über die Länge der Befestigungsnaht
136 an das elastische Textil genäht. Der Bereich B, in dem sich der Verstärkungszug
130 unbefestigt über dem elastischen Textil erstreckt, ist so in seiner unteren Begrenzung
durch die Länge der Befestigungsnaht 136 bestimmt.
[0041] Die Befestigungsnaht 136 gestattet durch entsprechende Wahl ihrer Länge, ein Dehnverhalten
der Hose 100 zwischen der Bundnaht 106 und der Innennaht 108 parallel zu der Mittenebene
E sowie ein Anpassen der Hose 100 an den Körper zu beeinflussen. In einigen Beispielen
ist die Befestigungsnaht 136 zu diesem Zweck so ausgestaltet, dass in einem ungedehnten
Zustand des Verstärkungszugs 130 das elastische Textil in einem Bereich der Befestigungsnaht
136 mittels der Befestigungsnaht 136 gerafft ist.
[0042] In einigen Beispielen ist eine relative Länge und eine Position des Bereichs B gemäß
einer entsprechend gewählten Position und Länge der Befestigungsnaht 136 zudem so
gewählt, dass ein Tragekomfort der Hose 100 durch den Verstärkungszug 130 nicht oder
nur geringfügig beeinträchtigt ist.
[0043] In einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs 130 beträgt in einigen Beispielen
der Hose 100 ein Verhältnis zwischen einer Länge des Verstärkungszugs 130 und einer
Länge der Befestigungsnaht 136 zwischen 1,2 und 5, vorzugsweise zwischen 1,4 und 3,
bevorzugt zwischen 1,5 und 2,5.
[0044] In einigen Beispielen beträgt zudem in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs
130 eine Länge des Verstärkungszugs 130 zwischen 3 und 16 cm, vorzugsweise zwischen
5 und 12 cm, bevorzugt zwischen 6 und 10 cm.
[0045] In einigen Beispielen entspricht die Länge des Verstärkungszugs 130 zumindest im
Wesentlichen einem Abstand zwischen der Innennaht 108 und einem ersten Befestigungsabschnitt
132 der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte 132, 134. In einigen dieser Beispiele
ist abweichend von den voranstehend beschriebenen Beispielen der erste Befestigungsabschnitt
132 nicht an einer Bundnaht 106 der Hose 100 angeordnet.
[0046] Die vorangehend beschriebenen Beispiele der Hose 100 sind besonders zum Erzeugen
eines Scrunch-Effekts geeignet. Gegenüber herkömmlichen Scrunch-Leggings haben diese
Beispiele der Hose 100 mehrere Vorteile. Insbesondere gestatten Scrunch-Leggings gemäß
den voranstehend beschriebenen Beispielen der Hose 100 eine einheitliche Gestaltung
der Hose 100 in dem Bereich der Hüftebene H sowie dort insbesondere entlang der Mittenebene
E. So gestattet die voranstehend beschriebene Hose 100 das Erzeugen eines Scrunch-Effekts
ohne Veränderung eines Gewebes und ohne das Aufbringen von Nähten auf das elastische
Textil in diesem Bereich. Ein ästhetischer Eindruck lässt sich so verbessern. Zudem
lassen sich mögliche Beschränkungen in Hinsicht auf eine Herstellung und/oder Beschaffenheit
des elastischen Textils in dem Hüftbereich vermeiden.
[0047] Die Verwendung von schlauchförmigem Ausgangsmaterial, beispielsweise von rundgestricktem
oder rundgewebtem Textil, zur Herstellung der Hose 100 ist dadurch besonders begünstigt.
Das ist vorteilhaft, beispielsweise wenn in dem elastischen Textil eine oder mehrere
verschiedene Strukturen vorgesehen sind, die an der fertigen Hose 100 über eine jeweilige
Horizontalebene der Hose 100 einheitlich vorliegen und sich entlang der Höhe der Hose
100 verändern.
[0048] Fig. 2 zeigt hierzu ein Flussdiagramm eines Verfahrens 200 zum Herstellen einer Hose,
beispielsweise der Hose 100.
[0049] Das Verfahren 200 umfasst Bereitstellen von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial,
wobei das Ausgangsmaterial wenigstens in einem Bereich, der einem Gesäßbereich der
Hose entspricht, elastisches Textil umfasst, Schritt 210.
[0050] Das Verfahren 200 umfasst ferner Einschlitzen des Ausgangsmaterials über eine Teillänge
des Ausgangsmaterials entlang einer Längsachse des Ausgangsmaterials an wenigstens
zwei in einer Umfangsrichtung des Ausgangsmaterials beabstandeten Stellen zum Ausbilden
zweier Beinteile und eines schlauchförmigen Hüftteils, wobei sich die Beinteile ausgehend
von dem Hüftteil erstrecken und das Hüftteil den Gesäßbereich wenigstens teilweise
umfasst, Schritt 220.
[0051] Das Verfahren 200 umfasst ferner Vernähen jedes der Beinteile zum Bilden jeweils
eines Hosenbeins der Hose, Schritt 230.
[0052] Das Verfahren 200 umfasst ferner Befestigen eines Verstärkungszugs an einer Innenseite
der Hose durch Ausbilden von wenigstens zwei voneinander beabstandeten Befestigungsabschnitten
derart, dass der Verstärkungszug das elastische Textil in einem Bereich zwischen den
Befestigungsabschnitten unbefestigt überspannt, Schritt 240. Das Befestigen des Verstärkungszug
erfolgt dabei derart, dass der Verstärkungszug nach dem Befestigen eine Elastizität
der Hose in dem Gesäßbereich zwischen den Befestigungsabschnitten verringert.
[0053] Die voranstehend beschriebenen Techniken sind im Zusammenhang mit Hosen, insbesondere
Scrunch-Leggings, vorgestellt. Es versteht sich aber, dass diese Techniken auch im
Zusammenhang mit anderen textilen Anwendungen, insbesondere anderen wenigstens teil-elastischen
Kleidungsstücken, zum Erzielen einiger oder aller der beschriebenen Vorteile einsetzbar
sind.
1. Hose (100), insbesondere Leggings, die elastisches Textil umfasst und die wenigstens
in einem Gesäßbereich (102) der Hose (100) elastisch ist, wobei die Hose (100) ferner
wenigstens einen Verstärkungszug (130) umfasst, der an wenigstens zwei voneinander
beabstandeten Befestigungsabschnitten (132, 134), die an einer Innenseite der Hose
(100) angeordnet sind, befestigt ist und der das elastische Textil in einem Bereich
(B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) unbefestigt überspannt, wobei
der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist, eine Elastizität der Hose (100) in
dem Gesäßbereich (102) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) zu verringern.
2. Hose nach Anspruch 1, wobei der Verstärkungszug (130) elastisch ist.
3. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil in dem Gesäßbereich
(102) in einer Erstreckungsebene des elastischen Textils parallel zu einer Abstandsrichtung
(R) der Befestigungsabschnitte (132, 134) und orthogonal zu der Abstandsrichtung (R)
der Befestigungsabschnitte (132, 134) elastisch ist.
4. Hose nach Anspruch 3, wobei der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist, eine Elastizität
der Hose (100) parallel zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte (132,
134) zu verringern, und/oder wobei der Verstärkungszug (130) dazu ausgebildet ist,
eine Elastizität der Hose (100) orthogonal zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte
(132, 134) zumindest im Wesentlichen nicht zu verringern.
5. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Befestigungsabschnitte (132,
134) in Bezug auf eine Mittenebene (E) der Hose (100) voneinander beabstandet sind,
insbesondere wobei der Verstärkungszug (130) sich entlang der Mittenebene (E) der
Hose (100) erstreckt.
6. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil zumindest
in dem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) nahtlos gefertigt,
insbesondere nahtlos gewebt und/oder nahtlos gestrickt, ist.
7. Hose nach Anspruch 6, wobei der Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132,
134) sich wenigstens teilweise in einer Hüftebene (H) der Hose (100) erstreckt, insbesondere
wobei das elastische Textil zumindest entlang der Hüftebene (H) nahtlos gefertigt,
insbesondere rundgewebt und/oder rundgestrickt, ist.
8. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein erster Befestigungsabschnitt
(132) der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) an einem Bund (104) der
Hose (100) angeordnet ist, und/oder wobei ein zweiter Befestigungsabschnitt (134)
der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) an einer Innennaht (108) der
Hose (100) angeordnet ist.
9. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei ein zweiter Befestigungsabschnitt
(134) der wenigstens zwei Befestigungsabschnitte (132, 134) eine Befestigungsnaht
(136) umfasst, die sich wenigstens teilweise parallel zu der Abstandsrichtung (R)
der Befestigungsabschnitte (132, 134) erstreckt und mittels deren der Verstärkungszug
(130) an das elastische Textil genäht ist.
10. Hose nach Anspruch 9, wobei die Befestigungsnaht (136) so ausgebildet ist, dass in
einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs (130) das elastische Textil in einem
Bereich der Befestigungsnaht (136) mittels der Befestigungsnaht (136) gerafft ist.
11. Hose nach Anspruch 9 oder 10, wobei in einem ungedehnten Zustand des Verstärkungszugs
(130) ein Verhältnis zwischen einer Länge des Verstärkungszugs (130) und einer Länge
der Befestigungsnaht (136) in einem Bereich zwischen 1,2 und 5, vorzugsweise zwischen
1,4 und 3, bevorzugt zwischen 1,5 und 2,5, liegt.
12. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in einem ungedehnten Zustand des
Verstärkungszugs (130) eine Länge des Verstärkungszugs (130) zwischen 3 und 16 Zentimeter,
vorzugsweise zwischen 5 und 12 Zentimeter, bevorzugt zwischen 6 und 10 Zentimeter,
beträgt.
13. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche in Verbindung mit Anspruch 3, wobei das
elastische Textil wenigstens in dem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten
(132, 134) in Bezug auf eine Dehnung parallel zu der Abstandsrichtung (R) der Befestigungsabschnitte
(132, 134) einen geringeren Elastizitätsmodul aufweist als der Verstärkungszug (130).
14. Hose nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elastische Textil elastisches
Kunststoffgewebe umfasst.
15. Verfahren (200) zum Herstellen einer Hose (100), wobei das Verfahren (200) umfasst:
- Bereitstellen (210) von schlauchförmigem textilem Ausgangsmaterial, das wenigstens
in einem Bereich, der einem Gesäßbereich (102) einer herzustellenden Hose (100) entspricht,
elastisches Textil umfasst;
- Einschlitzen (220) des Ausgangsmaterials über eine Teillänge des Ausgangsmaterials
entlang einer Längsachse des Ausgangsmaterials an wenigstens zwei in einer Umfangsrichtung
des Ausgangsmaterials beabstandeten Stellen zum Ausbilden zweier Beinteile und eines
schlauchförmigen Hüftteils (H), wobei sich die Beinteile ausgehend von dem Hüftteil
(H) erstrecken und das Hüftteil (H) den Gesäßbereich (102) wenigstens teilweise umfasst;
- Vernähen (230) jedes der Beinteile zum Bilden jeweils eines Hosenbeins der herzustellenden
Hose, und
- Befestigen (240) wenigstens eines Verstärkungszugs (130) an einer Innenseite der
herzustellenden Hose (100) unter Ausbildung von wenigstens zwei voneinander beabstandeten
Befestigungsabschnitten (132, 134) derart, dass der Verstärkungszug (130) das elastische
Textil in einem Bereich (B) zwischen den Befestigungsabschnitten (132, 134) unbefestigt
überspannt, derart, dass der Verstärkungszug (130) nach dem Befestigen eine Elastizität
der Hose (100) in dem Gesäßbereich (102) zwischen den Befestigungsabschnitten (132,
134) verringert.