Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Anmeldung betrifft ein Verfahren zur Abtrennung von Borsäure aus
einer Borsäure-haltigen wässrigen Phase durch reaktive Flüssig-flüssig-Extraktion
unter Verwendung von 2-Ethyl-1,3-hexandiol als Reaktand und einem aromatischen Lösungsmittel
als organischem Trägermedium.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Borsäure wird u.a. für die Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Reinigungs-, Konservierungs-
und Desinfektionsmitteln industriell verwendet. Da Borsäure gut wasserlöslich ist,
fallen dabei große Mengen von Borsäure-haltigen Abwässern an, die aufwendig gereinigt
werden müssen. Borsäure wurde von der European Chemicals Agency (ECHA) aufgrund ihrer
Reproduktionstoxizität als besonders besorgniserregender Stoff eingestuft, so dass
bei der Ableitung von Borsäure-haltigen Industrieabwässern in die Umwelt strenge Grenzwerte
eingehalten werden müssen.
[0003] Für die Abtrennung von Borsäure aus Industrieabwässern bietet sich die reaktive Extraktion
mit Hilfe von Polyolen an. Borsäure bildet mit Polyolen hydrophobe Komplexe, wodurch
die Borsäure aus einer wässrigen Phase in eine organische Phase überführt werden kann
(
R. Grindstead, Ind. Eng. Chem. Prod. Res. Develop., 11 (4), 454-460 (1972)). Als geeignete Polyole kommen insbesondere 1,3-Diole und Catechole in Betracht
(1,3-Diole:
M. Matsumoto, K. Kondo, Separation Science and technology, 32 (5), 983-991 (1997),
J. R. Kumar et al., Korean J. Met. Mater. 53 (8), 578-583 (2015),
M. Karaplan, Solvent Extraction and Ion Exchange 22 (6), 897-911 (2004); Catechole:
R. Pfizer, L. Babcock, Inorg. Chem. 16 (7), 1677-1681 (1977)).
[0004] Eine systematische Untersuchung zur Verwendung von 1,3-Diolen für die reaktive Extraktion
von Borsäure aus wässrigen Lösungen wurde von Tural. et al. durchgeführt (
B. Tural et al., Turk. J. Chem. 31, 163-170 (2007)). Dabei wurde insbesondere die Extraktionseffizienz abhängig vom verwendeten 1,3-Diol,
organischem Trägermedium und pH-Wert untersucht. Gemäß dieser Studie wird das 1,3-Diol
in hohem Überschuss eingesetzt (0,01 M Borsäure / 0,5 M Diol) und ein Phasenverhältnis
organische Phase/Borsäure-haltige wässrige Phase von mindestens 1:1 gewählt. Mit 2-Ethyl-1,3-hexandiol
als Reaktand wurden aufgrund seiner relativ hohen Wasserlöslichkeit - verglichen mit
anderen untersuchten 1,3-Diolen, wie z.B. 1-Benzyl-2,3-dimethyl-1,3-propandiol - und
seiner schlechten Löslichkeit in aliphatischen Lösungsmitteln jedoch nur bei Verwendung
von Chloroform als organischem Trägermedium zufriedenstellende Ergebnisse erzielt.
Chloroform ist jedoch ein CMR-Stoff (CMR = cancerogen mutagen reprotoxic) und würde
aufgrund seiner Querlöslichkeit in Wasser das zu reinigende Abwasser kontaminieren.
Aus diesem Grund kommt der Einsatz von Chloroform bei der Reinigung von Industrieabwässern
nicht in Betracht.
[0005] Die Extraktion von sehr geringen Mengen Borsäure (mg/L) aus wässrigen Phasen mit
Hilfe von einer ein Diol enthaltenden organischen Phase ist ebenfalls in der
JP2016155103A,
CN103482640A und
JPH10249330A beschrieben. Die dort beschriebenen Verfahren eigenen sich jedoch nicht zur Abtrennung
von größeren Mengen Borsäure aus Abwässern und verwenden zudem einen hohen Anteil
an organischem Extraktionsmittel.
Zusammenfassung der Erfindung
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war daher, ein verbessertes Verfahren zur Abtrennung
von Borsäure aus Abwässern bereitzustellen.
[0007] Diese Aufgabe wurde gelöst durch ein Verfahren zur reaktiven Flüssig-flüssig-Extraktion
von Borsäure aus einer Borsäure-haltige wässrigen Phase,
wobei die Borsäure-haltige wässrige Phase mit einer organischen Phase enthaltend ein
Diol in Kontakt gebracht wird, wodurch sich ein in der organischen Phase löslicher
Diol-Borsäureester bildet und der Borsäuregehalt in der wässrigen Phase verringert
wird,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Diol 2-Ethyl-1,3-hexandiol ist und die dem
Verfahren zugeführte organische Phase auf einer Mischung aus einem aromatischen Lösungsmittel
und dem Diol basiert.
[0008] Es wurde überraschend gefunden, dass Borsäure durch Verwendung einer Kombination
von 2-Ethyl-1,3-hexandiol als Reaktand und einem aromatischen Lösungsmittel, vorzugsweise
Toluol, als organischem Trägermedium äußerst effektiv aus einer wässrigen Phase abgetrennt
werden kann.
[0009] Gegenüber dem Verfahren gemäß Tural et al. hat das erfindungsgemäße Verfahren den
Vorteil, dass der Reaktand (das 1,3-Diol) nur in geringem Überschuss eingesetzt werden
muss und zudem die Menge an eingesetztem organischem Trägermedium gegenüber dem bekannten
Verfahren deutlich reduziert werden kann. Es wurde gefunden, dass 2-Ethyl-1,3-hexandiol
im Gegensatz zu anderen Polyolen, wie z.B. 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol und 4-tert-Butylcatechol,
über eine deutlich höhere Löslichkeit im relevanten Temperaturbereich von 20-50°C
in Toluol und eine äußerst geringe Wasserlöslichkeit verfügt. Dadurch ist es möglich,
den Borsäuregehalt eines wässrigen Gemisches mit Hilfe von nur einer Extraktionsstufe
um mehr als 65% und mit mindestens zwei Extraktionsstufen um ≥ 90% zu senken, ohne
dass die wässrige Phase signifikant durch das 1,3-Diol verunreinigt wird.
[0010] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass das Verfahren
unempfindlich gegenüber der Anwesenheit von organischen Verunreinigungen in der wässrigen
Phase ist und somit gleichzeitig mit der reaktiven Extraktion der Borsäure auch andere
organischen Verunreinigungen aus der wässrigen Phase extrahiert werden können. Beispielsweise
wurde gefunden, dass die wässrige Phase 11 Gew.% alkoholische Lösungsmittel wie Methanol
enthalten kann, ohne dass dies zu einer kompetiven reaktiven Extraktion führt, welche
die Effektivität der Borsäureextraktion beeinträchtigen könnte. Außerdem wurde gefunden,
dass auch Phasenvermittler wie Tetrahydrofuran in geringen Mengen vorhanden sein können
(z.B. 5 Gew.%), ohne dass die reaktive Borsäureextraktion beeinträchtigt wird. In
einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens kann außerdem das organische
Trägermedium recycelt werden.
[0011] Aufgrund dieser Vorteile ist das erfindungsgemäße Verfahren für die Abtrennung von
Borsäure aus industriellen Abwässern besonders geeignet.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0012]
Figur 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens. Hier
werden die wässrige Phase und die organische Phase in einem kontinuierlichen Verfahren
im Gegenstrom durch eine zweistufige Mixer-Settler-Kaskadegeführt.
Figur 2 zeigt eine weitere bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Hier werden die wässrige Phase und die organische Phase in einem kontinuierlichen
Verfahren im Kreuzstrom durch eine zweistufige Mixer-Settler-Kaskade geführt.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0013] Erfindungsgemäß wird der Borsäuregehalt der wässrigen Phase durch reaktive Flüssig-flüssig-Extraktion
verringert, in dem die Borsäure-haltige wässrige Phase mit einer organischen Phase
enthaltend 2-Ethyl-1,3-hexandiol in Kontakt gebracht wird. An der Phasengrenze bildet
die Borsäure mit dem 2-Ethyl-1,3-hexandiol einen hydrophoben Komplex (Ester), der
sich in der organischen Phase löst und dadurch in diese übergeht. Dies ist in Schema
1 gezeigt:

[0014] Die erfindungsgemäß einzusetzende Menge an 2-Ethyl-1,3-hexandiol ist demnach abhängig
vom Borsäuregehalt der wässrigen Phase und vom Volumenverhältnis zwischen wässriger
Phase und organischer Phase. Vorteilhaft ist es, möglichst wenig aromatisches Lösungsmittel
und möglichst wenig 2-Ethyl-1,3-hexandiol einzusetzen.
[0015] Vorzugweise beträgt das Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase in dem
erfindungsgemäßen Verfahren mindestens 1:1, besonders bevorzugt mindestens 2:1, ganz
bevorzugt mindestens 3:1 und insbesondere bevorzugt mindestens 5.1. Weiterhin insbesondere
bevorzugt ist ein Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase im Bereich von
5:1 bis 20:1.
[0016] Erfindungsgemäß besonders vorteilhaft ist, wenn das 2-Ethyl-1,3-hexandiol gegenüber
der Borsäure nur wenig überstöchiometrisch eingesetzt wird. Vorzugweise beträgt das
molare Verhältnis von 2-Ethyl-1,3-hexandiol zu Borsäure höchstens 5 : 1, besonders
bevorzugt höchstens 3:1 und ganz besonders bevorzugt liegt das molare Verhältnis von
2-Ethyl-1,3-hexandiol zu Borsäure im Bereich von 1,05 : 1 bis 2,5 : 1.
[0017] Erfindungsgemäß basiert die organische Phase auf einer Mischung aus dem Diol und
einem aromatischen Lösungsmittel. Geeignete aromatische Lösungsmittel sind nicht-halogenierte
aromatische Lösungsmittel wie Toluol, Xylol und Benzol. Besonders bevorzugt ist Toluol.
[0018] "Basiert" heißt in diesem Zusammenhang, dass die Mischung aus aromatischem Lösungsmittel
und dem Diol Hauptbestandteil der organischen Phase ist. Vorzugsweise besteht die
in das erfindungsgemäße Verfahren eingeleitete organische Phase zu mindestens 80 Gew.%,
besonders bevorzugt mindestens 90 Gew.% aus dem aromatischen Lösungsmittel, vorzugsweise
Toluol, und dem Diol. Ganz besonders bevorzugt besteht die dem Verfahren zugeführte
organische Phase aus dem aromatischen Lösungsmittel, vorzugsweise Toluol, und 2-Ethyl-1,3-hexandiol.
[0019] Die Verfahrensbedingungen im erfindungsgemäßen reaktiven Extraktionsverfahren sind
derart, dass eine Veresterung stattfindet und gleichzeitig der gebildete Borsäureester
aus der wässrigen Phase in die organische Phase extrahiert wird. Somit wird eine wässrige
Phase mit einem verringerten Borsäuregehalt im Vergleich zu der wässrigen Ausgangsmischung
und eine organische Phase gebildet, die den 2-Ethyl-1,3-hexandiol-Borsäureester und
unverestertes 2-Ethyl-1,3-hexandiol umfasst. Wenn zusätzliche organische Verunreinigungen
in der wässrigen Ausgangsmischung vorhanden sind, werden diese gleichzeitig zumindest
teilweise aus der wässrigen Phase in die organische Phase extrahiert.
[0020] Vorzugsweise beträgt der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen
wässrigen Phase höchstens 10 Gew.%, besonders bevorzugt höchstens 7,5 Gew.%, ganz
besonders bevorzugt höchstens 5 Gew.%.
[0021] Vorzugsweise beträgt der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen
wässrigen Phase mindestens 0,5 Gew.%, besonders bevorzugt mindestens 1 Gew.%, ganz
besonders bevorzugt mindestens 1,5 Gew.%.
[0022] Vorzugsweise liegt der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen
wässrigen Phase zwischen 0,5 und 10 Gew.%, besonders bevorzugt zwischen 1 und 7,5
Gew.% und ganz besonders bevorzugt zwischen 1,5 und 5 Gew.%.
[0023] Durch das erfindungsgemäße Verfahren kann bereits mit Hilfe von nur einer Extraktionsstufe
eine Abreicherung an Borsäure von mindestens 65% erzielt werden. Bei Verwendung von
zwei oder mehr Extraktionssstufen kann eine Abreicherung von mehr als 90% oder sogar
mehr als 95% erzielt werden.
[0024] Vorzugsweise beträgt die Abreicherung der Borsäure in der das Verfahren verlassenden
wässrigen Phase gegenüber der dem Verfahren zugeführten wässrigen Phase mindestens
80%, besonders bevorzugt mindesten 90%, ganz besonders bevorzugt mindestens 95%.
[0025] Damit die Extraktion ablaufen kann, sollten sowohl die organische als auch die wässrige
Phase in flüssigem Zustand vorliegen. Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren
bei einer Temperatur im Bereich von 15°C bis 80°C, besonders bevorzugt im Bereich
von 40°C bis 75°C durchgeführt. Der Verfahrensdruck entspricht vorzugsweise dem Umgebungsdruck.
[0026] Das erfindungsgemäße reaktive Extraktionsverfahren kann als Chargenverfahren oder
als kontinuierliches Verfahren durchgeführt werden. Bevorzugt werden die wässrige
Borsäure-haltige Phase und die organische Phase enthaltend das 2-Ethyl-1,3-hexandiol
dabei im Gegenstrom oder Kreuzstrom einer ein- oder mehrstufigen Extraktion unterzogen.
[0027] Geeignete Extraktionsapparate für das erfindungsgemäße Extraktionsverfahren sind
aus ein oder mehreren Mixer-Settlern, Rührkesseln mit Abscheider, Extraktionskolonnen
oder Zentrifugalextraktoren oder Kombinationen daraus aufgebaut. Eine zwei- oder mehrstufige
Extraktion kann durch eine serielle Verschaltung von zwei oder mehr einstufigen Extraktionsapparaten,
wie z.B. Mixer-Settler oder durch Einsatz von Extraktionsapparaten mit zwei oder mehr
theoretischen Trennstufen, wie z.B. eine Extraktionskolonne, erzielt werden.
[0028] In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die wässrige
Borsäure-haltige Phase und die organische Phase enthaltend das 2-Ethyl-1,3-hexandiol
im Gegenstrom oder Kreuzstrom einer mindestens zweistufigen Extraktion unterzogen.
Dabei ist eine kontinuierliche Gegenstromführung unter Verwendung einer mindestens
zweistufigen Mixer-Settler-Kaskade ganz besonders bevorzugt.
[0029] Der 2-Ethyl-1,3-hexandiol-Borsäure-Ester kann durch Absenkung des pH-Wertes wieder
gespalten werden (Esterverseifung). Daher darf der pH-Wert der wässrigen Phase während
des erfindungsgemäßen Verfahrens 8,0 nicht überschreiten. Vorzugsweise beträgt der
pH-Wert der dem Verfahren zugeführten wässrigen Phase 6,0 bis 8,0.
[0030] In einer bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird wenigstens ein
Teil des aromatischen Lösungsmittels, vorzugsweise mindestens 80%, recycelt, d.h.
aufgereinigt und wieder dem Extraktionsverfahren zugeführt. Dazu wird die den Diol-Borsäureester
enthaltene organische Phase abgetrennt und einem destillativen Verfahren zugeführt.
Das durch das destillative Verfahren abgetrennte aromatische Lösungsmittel kann anschließend
mit frischem 2-Ethyl-1,3-hexandiol versetzt und dem Verfahren wieder zugeführt werden.
Geeignete destillative Verfahren sind Destillation und Rektifikation.
[0031] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
- beträgt das Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase mindestens 2:1,
- beträgt das molare Verhältnis von 2-Ethyl-1,3-hexandiol zu Borsäure höchstens 3 :
1,
- beträgt der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen wässrigen
Phase zwischen 0,5 und 10 Gew.%.
[0032] Bevorzugt ist gemäß dieser besonders bevorzugten Ausführungsform ein kontinuierliches
Verfahren oder Chargenverfahren, bei dem die Borsäure-haltige wässrige Phase im Gegenstrom
oder Kreuzstrom mit der organischen Phase enthaltend das 2-Ethyl-1,3-hexandiol in
Kontakt gebracht wird. Weiterhin bevorzugt wird gemäß dieser besonders bevorzugten
Ausführungsform Toluol als organisches Lösungsmittel eingesetzt.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
[0033] Die Erfindung wird beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 weiter veranschaulicht.
[0034] In Figur 1 ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Für
das Extraktionsverfahren kommt eine zweistufige Mixer-Settler-Kaskade zum Einsatz
(siehe Mixer Settler 1 und Mixer-Settler 2). Borsäure-haltiges Abwasser (3) wird der
Glasvorlage 4 entnommen und über eine Dosierpumpe (5) dem Mixer-Settler der Stufe
1 (1) zugeführt. Dort wird die wässrige Phase mit der bereits an Borsäureester angegereicherten
organischen Phase (6) aus der zweiten Stufe der Mixer-Settler-Kaskade (2) in der Mischzone
(1a) ineinander dispergiert. In der Settler Zone (1b) setzen sich die beiden Phasen
im Erdschwerefeld ab. Die Phasen 3 und 6 werden am Ende der Settlerzone separat dem
Apparat entnommen. Die wässrige Phase 3 wird mit frischer organischer Phase 6, die
aus einer Glasvorlage (7) entnommen und über die Dosierpumpe 8 gefördert wird, in
der Stufe 2 der Mixer-Settler-Kaskade (2) kontaktiert. Anschließend werden die Phasen
erneut separiert und den Behältnissen 9 und 10 zugeführt. Das System wird thermostatisiert
betrieben (siehe Thermostate 11 und 12).
[0035] In Figur 2 ist eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt.
Hierbei handelt es sich um eine zweistufige Kreuzstromextraktion. Die Mixer Settler
1 und 2 sind für die wässrige Phase 3 seriell geschaltet. Borsäure-haltiges Abwasser
(3) wird der Glasvorlage 4 entnommen und über eine Dosierpumpe (5) dem Mixer-Settler
der Stufe 1 (1) zugeführt. Die wässrige Phase (3) tritt hierbei in die erste Stufe
(1) ein und wird hier mit frischer organischer Phase (6), die aus einer Glasvorlage
(7) entnommen und über die Dosierpumpe 8 gefördert wird, kontaktiert. Nachdem die
Phasen in der Mischzone (1a) ineinander dispergiert wurden, werden die Phasen (3,
6) entsprechend der Erdschwere voneinander separiert. Während die wässrige Phase (3)
in die zweite Stufe (2) geführt wird, wird die organische Phase (6) aus Stufe 1 (1)
aus dem Verfahren geführt und in einem Behältnis (10) gesammelt. Die wässrige Phase
wird im Mixer Settler der Stufe 2 (2) mit frischer organischer Phase (6) kontaktiert
und ineinander dispergiert. Anschließend werden die Phasen separiert und den Behältnissen
9 und 10 zugeführt. Das System wird thermostatisiert betrieben (siehe Thermostate
11 und 12).
Beispiele
[0036] Die Erfindung wird anhand der folgenden nicht einschränkenden Beispiele weiter veranschaulicht.
Beispiele 1 und 2: Kontinuierliche Gegenstromextraktion
[0037] Die Extraktion erfolgte über eine kontinuerlich betriebene, zweistufige Mixer-Settler
Kaskade im Miniplantmaßstab wie in Figur 1 gezeigt, wobei die wässrige Phase und die
organische Phase im Gegenstrom geführt wurden:
Die beiden Phasen wurden jeweils in einer doppelwandigen 51 Glasvorlage temperiert
und gerührt. Als Rührer wurde ein 4-stufiger Kreuzbalkenrührer mit Stromstörern eingesetzt.
Die beiden Phasen wurden jeweils über eine Dosierpumpe aus der Vorlage in den jeweiligen
Mixer-Settler der Stufe 1 bzw. 2 gefördert.
[0038] Die wässrige borsäurehaltige Phase wurde in den Mixer-Settler der Stufe 1 (1) gefördert
und dort mit der organischen Phase aus dem Mixer-Settler der Stufe 2 kontaktiert.
Als Mischer diente eine NORMAG-Glaspumpe (magnetgekoppelter, PTFE-ummantelter Pumpenläufer),
die gleichzeitig auch die Förderung der gemischten Phasen in den Settler vornahm.
Der Antrieb der einzelnen Mischer erfolgte über Transmissionsriemen durch einen Motor
mit stufenloser Drehzahlregulierung und hoher Drehzahlkonstanz. Zur stabilen Einstellung
der Phasengrenzschicht wurde ein handgeregelter, verstellbarer Überlauf für die spezifisch
schwere Phase eingebaut. Die Temperaturmessung jeder Stufe erfolgte im Abscheidebereich.
Die Probennahme erfolgte aus einem Stutzen im Abscheiderbereich. Das Betriebsvolumen
der beiden Mixer Settler Stufen betrug jeweils ca. 170 ml. Die Apparatur wurde kontinuierlich
im Gegenstrom betrieben.
[0039] Als Nachlagen dienten zwei nicht beheizte 10L Gebinde, die auf Waagen standen. Die
Prozessparameter, sowie die Messwerte wurden mit einem Hitec Zang System aufgezeichnet.
Material und Methoden:
[0040] Für die experimentelle Durchführung der Beispiele 1 und 2 wurden die Chemikalien
entsprechend der Tabelle 1 verwendet. Als organische Phase wurde jeweils eine Lösung
von 2-Ethyl-1,3-hexandiol in Toluol verwendet.
[0041] Zur Evaluierung einer kontinuierlichen Gegenstromapparatur wurden die Versuchsparameter
entsprechend der Tabelle 2 eingestellt und übernommen. Bei Beispiel 2 enthielt die
dem Verfahren zugeführte Borsäure-haltige wässrige Phase zusätzlich Methanol (11 Gew.%)
und Tetrahydofuran (5 Gew.%). Phasenvermittler wie Methanol oder Tetrahydrofuran finden
sich in diversen chemischen Prozessen als Nebenkomponenten wieder. In extraktiven
Prozessen agieren sie als Phasenvermittler und sind nach Phasentrennung sowohl in
der wässrigen als auch in der organischen Phase zu finden. Dieser Einfluss der Phasenvermittler
sollte in dem Versuch evaluiert werden und die Robustheit des Prozesses gezeigt werden.
Ferner wurde im Beispiel 2 die Betriebstemperatur gesenkt, um den Einfluss zu bewerten.
[0042] Nach Sicherstellen der Stationarität wurden die Proben der wässrigen und organischen
Phase nach jeder Settlerstufe gezogen und auf Bor mit induktiv gekoppelte Plasma-Emissionsspektroskopie
(ICP-OES) vermessen. Hieraus wurde die Ausbeute bestimmt.
Tabelle 1: Chemikalienliste
Name |
Reinheit |
Methanol |
99,8 |
Tetrahydrofuran (THF) |
99,7 |
Toluol |
99,7 |
2-Ethyl-1,3-hexandiol |
99,0 |
Borsäurehaltiges Betriebswasser |
- |
Tabelle 2: Versuchsparameter für die Gegenstromexperimente
Versuchsparameter |
|
Beispiel 1 |
Beispiel 2 |
Volumenstrom wässrige Phase |
15,50 ml/min |
15,50 ml/min |
Volumenstrom organische Phase |
3,4ml/min |
3,4ml/min |
Temperatur |
60 °C |
45 °C |
Borsäurekonzentration in wässriger Phase |
3,48 Gew.% |
2,88 Gew.% |
Diolkonzentration in organischer Phase |
49,26 Gew.% |
65,73 Gew.% |
Molares Verhältnis Diol / Borsäure |
0,94 M : 1 M |
1,65 M: 1 M |
Gespikte Methanolkonzentration |
Nicht gespikt |
11 Gew.% |
Gespikte THF Konzentration |
Nicht gespikt |
5 Gew.% |
Ergebnisse:
[0043] Die Ergebnisse sind in den Tabellen 3 und 4 gezeigt:
Tabelle 3: Ergebnisse zu Beispiel 1
|
Anfangswert |
Wert nach einer Extraktionsstufe1) |
Endwert |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase |
3,48 Gew.% |
2,34 Gew.% |
0,58 Gew.% |
Borsäuregehalt der organischen Phase |
- |
9,60 Gew.% |
16,20 Gew.% |
1): Für die wässrige Phase ist dies der Wert am Ausgang von Mixer-Settler 1 und für
die organische Phase der Wert am Ausgang von Mixer-Settler 2.
2): Die Borsäure liegt hier in Form des Borsäure-Diol-Esters vor. Die Gew.%-Angabe bezieht
nur auf den Borsäure-Anteil. |
Tabelle 4: Ergebnisse zu Beispiel 2
|
Anfangswert |
Wert nach einer Extraktionsstufe1) |
Endwert |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase |
2,88 Gew.% |
0,68 Gew.% |
0,05 Gew.% |
Borsäuregehalt der organischen Phase2) |
- |
1,32 Gew.% |
9,60 Gew.% |
1): Für die wässrige Phase ist dies der Wert am Ausgang von Mixer-Settler 1 und für
die organische Phase der Wert am Ausgang von Mixer-Settler 2.
2): Die Borsäure liegt hier in Form des Borsäure-Diol-Esters vor. Die Gew.%-Angabe bezieht
nur auf den Borsäure-Anteil. |
[0044] Aus den Tabellen 3 und 4 geht hervor, dass die Borsäure in der organischen Phase
selektiv durch den Einsatz des Diols aufkonzentriert wurde, während die Borsäurekonzentration
in der wässrigen Phasen gesenkt wurde. Die Borsäureausbeute für die zweistufe Gegenstromextraktion
beträgt für Beispiel 1 85% und für Beispiel 2 98%
[0045] Aus Tabelle 4 geht außerdem hervor, dass der Anteil an Phasenvermittlern (Methanol
+ THF) keinen negativen Einfluss auf die Extraktionsausbeute bzw. auf die Komplexbildung
hatte. Die Komplexbildung findet unabhängig von der physikalischen Extraktion statt.
Somit ist das Verfahren robust gegenüber diesen Mengen an Phasenvermittlern. Ferner
ist festzuhalten, dass die Komplexbildung auch bei niedrigeren Temperaturen bestimmungsgemäß
erfolgt.
Beispiel 3: Kreuzstromextraktion unter Verwendung eines Rührkessels
[0046] Hierzu wurde ein Schüttelgefäß (Doppelwandig, temperatiert, internes Volumen 500
ml, mit Stickstoff überlagert) verwendet, welches auf einem pneumatisch betriebenen
Schlitten verbaut war und dazu diente, durch horizonale Bewegungen die organische
Phase in die wässrige Phase zu dispergieren. Die verwendeten Versuchsparameter für
das Beispiel 3 sind der Tabelle 5 zu entnehmen. Als organische Phase wurde eine Lösung
von 2-Ethyl-1,3-hexandiol in Toluol verwendet.
Tabelle 5: Versuchsparameter für die Kreuzstromextraktion im Rührkessel
|
Beispiel 3 |
Menge wässrige Phase |
340 g |
Menge organische Phase gesamt |
58 g |
Temperatur |
60 °C |
Borsäurekonzentration in wässriger Phase |
4.08 Gew.% |
Diolkonzentration in organischer Phase |
72 Gew.% |
Molares Verhältnis Diol / Borsäure1) |
1,2M : 1M |
Aufteilung der organischen Phase auf die Extraktionsstufen |
50 Gew.% / 50 Gew.% |
Gespikte Methanolkonzentration |
Nicht gespikt |
Gespikte THF Konzentration |
Nicht gespikt |
1) Das molare Verhältnis bezieht sich auf den Bilanzraum der gesamten zweistufigen Kreuzextraktion |
[0047] Nachdem die Phasen ineinander dispergiert wurden (Schütteldauer 10 min) wurde die
Vermischung gestoppt. Die Phasen setzten sich im Erdschwerefeld voneinander ab. Die
Phasen wurden voneinander separiert und analysiert. Mit diesem Arbeitsschritt wurde
eine erste Extraktionsstufe experimentell simuliert.
[0048] Für die zweite Extraktionsstufe wurde das bereits an Borsäure verarmte Abwasser mit
frischem Lösemittel (Toluol) in Kontakt gebracht. Die Phasen wurden erneut für 10
min gemischt und nach dem Absetzen voneinander getrennt und separat beprobt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle 6 gezeigt.
Tabelle 6: Ergebnisse zu Beispiel 3
|
Anfangswert |
Wert nach der 1. Extraktionsstufe |
Endwert |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase |
4,08 Gew.% |
1,62 Gew.% |
0,3 Gew.% |
Borsäuregehalt der organischen Phase1) |
- |
18 Gew.% |
7,8 Gew.% |
1): Die Borsäure liegt hier in Form des Borsäure-Diol-Esters vor. Die Gew.%-Angabe bezieht
nur auf den Borsäure-Anteil. |
[0049] Zu erkennen ist, dass die Borsäure pro Stufe abgereichert wird. Die Ausbeute der
zweistufen Kreuzstromextraktion beträgt 92,6 Gew.%. Das Verfahren der Kreuzextraktion
ist somit als geeignet zu erachten, um die Borsäure abzureichern.
Beispiel 4: Einstufige Extraktion im Rührkessel
[0050] In Beispiel 4 wird das selbe experimentelle Setup wie in Beispiel 3 verwendet, abgesehen
davon, dass ein Schüttelgefäß mit einem internen Volumen von 250 ml verwendet wird.
Beispiel 4 soll im Vergleich zu den Beispielen 1-3 hervorheben, dass mit einem geeigneten
molaren Verhältnis (Diol/Borsäure) bereits bei einer nur einstufigen Extraktion eine
hohe Abreicherung der Borsäure erreicht werden kann. Als organische Phase wird eine
Mischung aus Toluol und 2-Ethyl-1,3-hexandiol verwendet. Die Versuchsparameter können
Tabelle 7 entnommen werden.
Tabelle 7: Versuchsparameter für die Einstufige Extraktion im Rührkessel
|
Beispiel 4 |
Menge wässrige Phase |
170,45 g |
Menge organische Phase je Stufe |
51,03 g |
Temperatur |
60 °C |
Borsäurekonzentration in wässriger Phase |
3,3 Gew.% |
Diolkonzentration in organischer Phase |
71,04 Gew.% |
Molares Verhältnis Diol / Borsäure |
2,7M : 1M |
Gespikte Methanolkonzentration |
Nicht gespikt |
Gespikte THF Konzentration |
Nicht gespikt |
[0051] Das Beispiel verdeutlicht, dass man flexibel über die Anpassung des molaren Verhältnisses
(Diol/Borsäure) auch Extraktionsausbeuten von über 90% erhalten kann. In diesem Beispiel
beträgt die Ausbeute 91,2 Gew.%. Das Ergebnis ist in Tabelle 8 zusammengefasst. Der
einstufige Rührkessel kann somit neben der Kreuz- und Gegenstromextraktion als ein
geeigneter Apparat angesehen werden.
Tabelle 8: Ergebnisse zu Beispiel 4
|
Anfangswert |
Wert nach der 1. Extraktionsstufe |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase |
3,3 Gew.% |
0,28 Gew.% |
Borsäuregehalt der organischen Phase1) |
- |
9,6 Gew.% |
1): Die Borsäure liegt hier in Form des Borsäure-Diol-Esters vor. Die Gew.%-Angabe bezieht
nur auf den Borsäure-Anteil. |
Beispiele 5 bis 7 (Vergleichsbeispiele)
[0052] Die Durchführung der Beispiele erfolgt analog Beispiel 4. Beispiel 5 ist eine Wiederholung
von Beispiel 4 mit leicht veränderten Parametern unter Verwendung von 2-Ethyl-1,3-hexandiol
(erfindungsgemäß). Zum Vergleich werden analoge Versuche unter Verwendung der im Stand
der Technik beschriebnen Diole 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol und 2-Butyl-2-ethyl-1,3-propandiol
durchgeführt (Beispiel 6 und 7). Die Versuchsparameter können Tabelle 9 entnommen
werden. Es wird jeweils die maximal in Toluol lösliche Menge an 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol
und 2-Butyl-2-ethyl-1,3-propandiol verwendet. Es können allerdings nur relativ geringe
Mengen der Diole eingesetzt werden, da ihre Löslichkeit in Toluol begrenzt und die
Löslichkeitsgrenze somit schnell erreicht ist. Für die Versuche wird der flüssige
Überstand der Einwaage verwendet, d.h. mit Diol gesättigtes Toluol.
Tabelle 9: Versuchsparameter für die Einstufige Extraktion im Rührkessel
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Beispiel 5 2-Ethyl-1,3-hexandiol |
Beispiel 6 2,2,4-Trimethyl-1,3-pentandiol (Vergleich) |
Beispiel 7 2-Butyl-2-ethyl-1,3-propandiol (Vergleich) |
Menge wässrige Phase |
170,25 g |
170,44 g |
170,61 g |
Menge organische Phase je Stufe |
50,42 g |
16,75 g |
33,09 g |
davon Menge Toluol |
14,83 g |
14,97 g |
14,89 g |
davon Menge Diol |
36,29 g |
2,09 g* |
19,05 g* |
Temperatur |
60 °C |
60 °C |
60 °C |
Borsäurekonzentration in wässriger Phase |
3,06 Gew.% |
3,06 Gew.% |
3,06 Gew.% |
Diolkonzentration in organischer Phase |
71,98 Gew.% |
12,48 Gew.% |
57,58 Gew.% |
Molares Verhältnis Diol / Borsäure |
2,95M : 1M |
0,17M : 1M |
1,40M : 1M |
Gespikte Methanolkonzentration |
Nicht gespikt |
Nicht gespikt |
Nicht gespikt |
Gespikte THF Konzentration |
Nicht gespikt |
Nicht gespikt |
Nicht gespikt |
(*Löslichkeitsgrenze des jeweiligen Diols in Toluolphase erreicht) |
[0053] Die Ergebnisse der Versuche sind in Tabelle 10 zusammengefasst. Es ist deutlich ersichtlich,
dass nur mit dem erfindungsgemäßem Diol 2-Ethyl-1,3-hexandiol eine gute Ausbeute und
somit hohe Abreicherung an Borsäure möglich ist.
Tabelle 10: Ergebnisse zu Beispiel 5, 6 und 7
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Beispiel 5 |
Beispiel 6 (Vergleich) |
Beispiel 7 (Vergleich) |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase vor der Extraktion |
3,06 Gew.% |
3,06 Gew.% |
3,06 Gew.% |
Borsäuregehalt der wässrigen Phase nach der 1. Extraktionsstufe |
0,25 Gew.% |
2,82 Gew.% |
1,08 Gew.% |
Borsäuregehalt der organischen Phase1) nach der 1. Extraktionsstufe |
10,20 Gew.% |
4,74 Gew.% |
11,40 Gew.% |
Ausbeute |
92,23 |
8,82 |
65,42 |
1): Die Borsäure liegt hier in Form des Borsäure-Diol-Esters vor. Die Gew.%-Angabe bezieht
nur auf den Borsäure-Anteil. |
1. Verfahren zur reaktiven Flüssig-flüssig-Extraktion von Borsäure aus einer Borsäure-haltigen
wässrigen Phase,
wobei die Borsäure-haltige wässrige Phase mit einer organischen Phase enthaltend ein
Diol in Kontakt gebracht wird, wodurch sich ein in der organischen Phase löslicher
Diol-Borsäureester bildet und der Borsäuregehalt in der wässrigen Phase verringert
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Diol 2-Ethyl-1,3-hexandiol ist und die dem Verfahren zugeführte organische Phase
auf einer Mischung aus einem aromatischen Lösungsmittel und dem Diol basiert und das
Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase mindestens 1:1 beträgt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase mindestens 3:1 beträgt.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis von 2-Ethyl-1,3-hexandiol zu Borsäure höchstens 3 : 1 beträgt.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass als aromatisches Lösungsmittel Toluol eingesetzt wird.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, welches ein kontinuierliches Verfahren
oder Chargenverfahren ist.
6. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Borsäure-haltige wässrige Phase
im Gegenstrom oder Kreuzstrom mit der organischen Phase enthaltend das 2-Ethyl-1,3-hexandiol
in Kontakt gebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, welches bei einer Temperatur im Bereich
von 15°C bis 80°C durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die wässrige Phase einen pH Wert von höchstens 8,0 aufweist.
9. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen wässrigen Phase
höchstens 10 Gew.% beträgt.
10. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen wässrigen Phase
mindestens 0,5 Gew.% beträgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die den Diol-Borsäureester enthaltene organische Phase abgetrennt wird und wenigstens
ein Teil des darin enthaltenen aromatischen Lösungsmittels durch ein destillatives
Verfahren gereinigt und wieder dem Verfahren zugeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- das Volumenverhältnis wässrige Phase / organische Phase mindestens 2 : 1 beträgt,
- das molare Verhältnis von 2-Ethyl-1,3-hexandiol zu Borsäure höchstens 3 : 1 beträgt,
und
- der Borsäuregehalt der dem Verfahren zugeführten Borsäure-haltigen wässrigen Phase
zwischen 0,5 und 10 Gew.% beträgt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Borsäure-haltige wässrige Phase im Gegenstrom oder Kreuzstrom mit der organischen
Phase enthaltend das 2-Ethyl-1,3-hexandiol in Kontakt gebracht wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass als aromatisches Lösungsmittel Toluol eingesetzt wird.