[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Band für eine Tür oder ein Fenster nach dem Obergriff
des Anspruchs 1.
[0002] Ein solches Band ist aus der
EP 3529440 B1 bereits bekannt. Das Band besteht aus einem Rahmenteil und einem Flügelteil. Das
Flügelteil und das Rahmenteil werden getrennt voneinander an Flügel und Rahmen montiert.
Das Rahmenteil besteht aus einem Befestigungsabschnitt und einem daran gelenkig gelagerten
Kupplungsstück. Das Kupplungsstück weist einen Bandlappen auf, der flach rechteckig
als Zunge mit konisch zulaufendem Ende und zwei sich an parallelen Seitenkanten gegenüberliegenden
randoffenen Halteausnehmungen. An dem Flügel sind Bandtaschen in Ausnehmungen befestigt.
Um den Flügel am Rahmen zu befestigten werden die zusammen mit dem Flügel beweglichen
Bandtaschen über die Bandlappen gestülpt und der Flügel anschließend abgesenkt. Dadurch
greift ein im Flügelteil angeordneter Haltevorsprung in die obere Halteausnehmung
des Bandlappens ein. Der Haltevorsprung ist über eine Stellvorrichtung horizontal
verschiebbar, so dass der Bandlappen relativ zu der Bandtasche justiert werden kann.
Solange der Flügel durch sein Gewicht die Bandtasche mit dem Haltevorsprung in die
Halteausnehmung presst, ist der Flügel gesichert. Um zu verhindern, dass der Haltevorsprung
aus der Halteausnehmung herausrückt, ist eine Aushebesicherung vorgesehen.
[0003] Bei der offenkundigen Vorbenutzung SIEGENIA- Axxent von 06/2011 wird eine Bandaufnahme
PFVP7000 verwendet. Die Aushebesicherung hier besteht aus einem frontseitig an dem
unteren Ende der Bandtasche angebrachten Abdeckblech, welches mit einem Abschnitt
in die Öffnung der Bandtasche vorragt und diese teilweise verschließt. Dadurch kann
der Bandlappen beim Anheben des Flügels an das Abdeckblech anstoßen, was ein weiteres
Anheben verhindert. Das Abdeckblech muss manuell angebracht werden.
[0004] Daher sieht die
EP 3529440 B1 ein Klemmteil vor, welches in Einschubrichtung des Bandlappens entgegen einer Federkraft
beweglich in der Bandtasche gelagert ist. Wird der Flügel mit Bandtaschen über die
Bandlappen geschoben, dann drückt der Bandlappen das Klemmteil in der Tasche nach
hinten in die Bandtasche. Wird der Flügel abgesenkt, dann gibt der Bandlappen das
Klemmteil frei, welches infolge der Federkraft in Richtung des Falzes gedrückt wird.
Das Klemmteil untergreift dann mit einem schlüsselbartartigen Vorsprung den Bandlappen.
Damit ist das Bewegungsspiel des Bandlappens in der Bandtasche begrenzt. Das Klemmteil
muss dazu in der Bandtasche in einer Führung beweglich geführt sein. Daher hat das
Klemmteil die Querschnittsform eines Schlüssels mit Bart. Der zylindrische Abschnitt
bildet die Führung des Klemmteils und auf diesen wirkt die Druckfeder, die ebenfalls
in der Führung untergebracht werden muss.
[0005] Die Ausgestaltung besteht daher zumindest aus der Feder und dem Klemmteil. Das bewegliche
Klemmteil muss in der Führung montiert werden und erfordert zusätzlichen Raum hinter
der Bandtasche. Da die Führung und das Klemmteil am unteren Ende der Bandtasche angebracht
sind, können Verschmutzungen und Abrieb die Beweglichkeit des Klemmteils beeinträchtigen.
Zudem stellt die Ausgestaltung einen erheblichen Aufwand bei der Montage da und besitzt
den Nachteil., dass das Klemmteil in der vorbeschriebenen Ausführungsform den Bandlappen
auf einer geringen Teillänge abstützt. Um dies zu verhindern, sieht die
EP 3529440 B1 zusätzliche Mittel vor, beispielsweise in Fig. 4 und Fig. 7.
[0006] Aus der
DE 20 2017 005 348 U1 ist ein Band entsprechend der offenkundigen Vorbenutzung SIEGENIA-Axxent bekannt
geworden, bei dem eine zusätzliche Verstelleinrichtung vorgeschlagen wird.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik zu
vermeiden und eine einfache leicht zu montierende Aushebesicherung bereitzustellen,
die ohne manuellen Eingriff aktiviert wird und aus wenigen Bauteilen besteht.
[0008] Zur Lösung sieht die Erfindung vor, dass das Klemmteil eine Klammer ist, die beim
Einführen des Bandlappens von diesem gespreizt wird und eine Vertikalverschiebung
des Bandlappens ermöglicht, bis der Bandlappen mit dem Haltevorsprung zusammenwirkt
und die Klammer den Bandlappen mit dem Stützabschnitt untergreift.
[0009] Durch diese Ausgestaltung muss nur die Feder in der Bandtasche vorgesehen werden,
die beim Einschieben des Bandlappens seitlich durch eine horizontale Bewegung ausweicht
und keinen Bauraum im Rückraum der Bandtasche beansprucht. Im einfachsten Fall sieht
die Erfindung daher eine Feder mit nur einem Schenkel vor, der bei Einschieben durch
seitliches Ausweichen und elastische Verformung beim Einschieben des Bandlappens ausweicht
und beim Absenken des Flügels in den freiwerdenden Raum zurückfedert.
[0010] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Klammer U-förmig ist. Dadurch wird eine größere
Stabilität erreicht, wobei die grundsätzliche Funktion erhalten bleibt.
[0011] Für die letztgenannte Ausgestaltung ist es vorteilhaft, wenn die beiden Schenkel
in der Sicherungsstellung horizontal in die Entspannungslage zurückkehren, um den
Bandlappen sicher untergreifen zu können.
[0012] Eine einfache und zugleich stabile Ausgestaltung wird erreicht, wenn die Feder aus
einem Blattfederstreifen gebildet ist, der hochkant in der Bandtasche angeordnet ist.
[0013] Damit der Bandlappen zuverlässig abgestützt ist, wird vorgesehen, dass die Feder
in einem Mittleren Abschnitt einen zur Bandtaschenmitte weisenden Bogen aufweist.
[0014] Um eine Deaktivierung der Aushebesicherung, z.B. im Falle einer Demontage, erreichen
zu können reicht das Einführen eines entsprechenden Werkzeugs in den Bereich der Feder.
Es wird aber mit Vorteil vorgeschlagen, dass in der Bandtasche ein Umsteller angeordnet
ist, der das Klemmteil bedarfsweise in eine Freigabestellung auslenkt.
[0015] In den Zeichnungen werden weitere vorteilhafte Ausgestaltungen dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine Gesamtansicht eines Bandes bestehend aus einem Flügelbandteil und einem
Rahmenbandteil,
Fig. 2 eine Schnittdarstellung des Bandes entlang der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine Gesamtdarstellung des montierten Bandes mit teilweise geöffneter Bandtasche.
[0016] In der Fig. 1 ist ein Band 1 bestehend aus dem Flügelteil 2 und einem Rahmenteil
3 dargestellt. Das Flügelteil 2 besteht aus einer Falzschiene 4 und einer daran befestigten
Bandtasche 5. Die Falzschiene 5 ist mit Befestigungsschrauben ortsfest am Falz des
nicht dargestellten Flügels festgelegt.
[0017] Aus der Fig. 2 ist ersichtlich, dass das Rahmenteil 3 eine Scharnierachse 6 aufweist
und mit einem abgewinkelten Kragarm 7 in einem Bandlappen 8 endet. Der Bandlappen
8 ist zur Kopplung mit dem Flügelteil 2 ausgelegt. Die Bandtasche 5 weist dazu eine
Bandtaschenöffnung 9 auf, die zum Rahmenfalz hin offen ist. Die Bandtaschenöffnung
9 ist in ihrer Breite im oberen Teil an die Abmessung des Bandlappens angepasst. Im
Ausführungsbeispiel ist die Klammer U-förmig und symmetrisch bezogen auf einer horizontale
Einschubrichtung E. Die Bandtasche 5 bildet ein Gehäuse für den Bandlappen 8 und darin
angeordnete Klemmteile und Verstellstücke, wie nachstehend noch gezeigt werden wird.
[0018] Wie die Fig. 3 zeigt, ist die Bandtasche 5 im unteren Abschnitt mit einer Klammer
10 ausgestattet. Die Klammer 10 ist im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 U-förmig und
stützt sich auf einer unteren horizontalen Wand 11 ab. Ausweislich der Fig. 2 ist
die Klammer 10 aus einem Blattfederstreifen geformt und weist in dem mittleren Bereich
einen bogenförmigen Verlauf auf, in dem sich die beiden Schenkeln 12, 13 der Klammer
10 annähern.
[0019] Zwischen den Schenkeln 12, 13 der Klammer 10 liegt ein Umsteller 14. Der Umsteller
14 ist in einer Ebene als Flachstreifen ausgebildet. Die Stärke des Flachstreifens
ist in dieser Richtung geringer bemessen als die Stärke des Bandlappens 8. In der
Ebene quer dazu ist der Umsteller 14 mit drei Verstärkungen 15, 16 und 17 versehen.
Die Verstärkung 16 ist so angeordnet, dass sie zwischen dem geringsten Abstand der
beiden aufeinander zuweisenden Bögen der Klammer 10 liegt, während die Verstärkungen
15 und 17 nahe der Enden des Umstellers 14 liegen. Die Verstärkungen 15, 16, 17 sind
bezogen auf eine Längsmittelachse des Umstellers 14 symmetrisch ausgebildet und ihre
Abmessungen verbreitern den Umsteller 14 auf ein Maß, dass geringfügig größer bemessen
ist als die Stärke des Bandlappens 8. Der Umsteller 14 erhält durch diese Ausgestaltung
eine erste flachrechteckige Form und in der quer dazu verlaufenden Ebene die flachrechteckige
Kontur mit zwei länglichen Einschnürungen zwischen den Verstärkungen 15, 16, 17. Der
Umsteller 14 ist durch einen hier nicht dargestellten Werkzeugeingriff umschwenkbar.
[0020] Die Funktionsweise des Bandes ergibt sich aus der Anordnung wie folgt: Der Flügel,
an dem die Bandtasche 5 befestigt ist, wird in Einschubrichtung E an das Rahmenteil
3 herangeführt. Das Flügelteil 2 wird über den Bandlappen 8 gestülpt. Der Bandlappen
8 dringt dadurch in die Bandtaschenöffnung 9 ein. Um den in die Bandtaschenöffnung
9 vorragenden Haltevorsprung 18 des Verstellstücks 19 passieren zu können wird der
Flügel soweit angehoben, dass der Bandlappen 8 entlang der unteren Wand 11 geführt
wird. Dabei schwenkt der Bandlappen 8 die Schenkel 12, 13 nach außen.
[0021] Wird der Flügel abgesenkt, rückt der Haltevorsprung 18 in die Halteausnehmung 20
des Bandlappens 8 ein. Die Schenkel 12, 13 federn wieder zurück und die Längskanten
der Schenkel 12, 13 greifen im Bereich der aufeinander zuweisenden Bögen unter den
nach oben verlagerten Bandlappen 8. Dabei prallen die Schenkel 12, 13 an den Umsteller
14 und erzeugen ein vernehmliches Klackgeräusch, welches dem Nutzer die aktivierte
Aushebesperre signalisiert. Die Schenkel 12, 13 stützen sich an der unteren Wand 11
ab. Der Haltevorsprung 18 kann dadurch nicht mehr aus der Halteausnehmung 20 des Bandlappens
8 heraustreten. Die Klammer 10 bildet ein Klemmteil 21. Der Flügel ist dadurch gegen
ein Ausheben gesichert.
[0022] Um den Flügel wieder demontieren zu können, kann der Umsteller 14 um 90° geschwenkt
werden. Dabei spreizt der Umsteller 14 mit der Verstärkung 16 die Klammer 10 und wird
in dieser Haltung durch die Klammer 10 gehalten. Der Bandlappen 8 kann nun ungehindert
zwischen die zurückgeschwenkten Schenkel treten, wenn der Flügel angehoben wird.
[0023] Das in den Fig. 2 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt eine U-förmige Klammer 10.
Abweichend davon kann die Klammer 10 auch mit nur einem Schenkel ausgestattet sein,
der von dem Bandlappen bei der Montage zunächst seitlich ausgeschwenkt wird und durch
das Anheben des Flügels infolge der elastischen Rückstellkraft in seine Klemmstellung
zurückschwenkt.
[0024] Wie aus der Fig. 2 noch hervorgeht, bildet die Falzschiene 4 eine in Richtung des
Falzes offene Mulde 22 aus, in welche die Bandtasche 5 mit einem Flansch 23 einsitzt.
Die Falzschiene 4 bildet dadurch ein ortsfestes Lager für die Bandtasche 5 die über
Stellmittel wie Exzenterzapfen eine Justage der Bandtasche 5 relativ zu der Falzschiene
4 ermöglicht.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Band
- 2
- Flügelteil
- 3
- Rahmenteil
- 4
- Falzschiene
- 5
- Bandtasche
- 6
- Scharnierachse
- 7
- Kragarm
- 8
- Bandlappen
- 9
- Bandtaschenöffnung
- 10
- Klammer
- 11
- Wand
- 12
- Schenkel
- 13
- Schenkel
- 14
- Umsteller
- 15
- Verstärkung
- 16
- Verstärkung
- 17
- Verstärkung
- 18
- Haltevorsprung
- 19
- Verstellstück
- 20
- Halteausnehmung
- 21
- Klemmteil
- 22
- Mulde
- 23
- Flansch
1. Band (1) für eine Tür oder ein Fenster,
welches ein Rahmenteil (3) und ein Flügelteil (2) umfasst,
die jeweils im Rahmen bzw. im Flügel der Tür oder des Fensters anordnenbar sind, wobei
der Rahmenteil (3) einen Befestigungsabschnitt aufweist, der über eine Scharnierachse
(6) mit einem sich im Wesentlichen normal zum Falz in eine Bandtaschenöffnung (9)
in einem Gehäuse des Flügelteils (2) erstreckenden Bandlappen (8) verbunden ist,
und wobei die Eindringtiefe des Bandlappens (8) im Flügelteil (2) einem Mehrfachen
seiner Dicke in Richtung normal zur Flügelebene der Tür bzw. des Fensters entspricht,
wobei zur Lagefixierung des Bandlappens (8) im Flügelteil (2) ein Klemmteil (21) vorgesehen
ist,
das Klemmteil (21) ist innerhalb der Bandtaschenöffnung (9) für den Bandlappen (8)
angeordnet,
das Klemmteil (21) stützt den Bandlappen (8) gegen das Flügelteil (2) ab,
das Klemmteil (21) beim Einführen des Bandlappens (8) mit dem Bandlappen (8) zusammenwirkt,
nach vollständigem Einschieben des Bandlappens (8) und Absenken des Flügelteils (2)
greift ein im Flügelteil (2) angeordneter Haltevorsprung (18) in einer Halteausnehmung
(20) des Bandlappens (8) ein, dadurch gekennzeichnet,
dass das Klemmteil (21) eine Klammer (10) ist, die beim Einführen des Bandlappens (8)
von diesem ausgelenkt wird und eine Vertikalverschiebung des Bandlappens (8) ermöglicht,
bis der Bandlappen (8) mit dem Haltevorsprung (18) zusammenwirkt und die Klammer (10)
den Bandlappen (8) untergreift.
2. Band nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Klammer (10) U-förmig ist.
3. Band nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Schenkel (12, 13) in der Sicherungsstellung horizontal in die Entspannungslage
zurückkehren.
4. Band nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klammer (10) aus einem Blattfederstreifen gebildet ist, der hochkant in der Bandtaschenöffnung
(9) angeordnet ist.
5. Band nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schenkel (12, 13) in einem mittleren Abschnitt einen zur Bandtaschenmitte weisenden
Bogen aufweist.
6. Band nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in der Bandtasche (8) ein Umsteller (14) angeordnet ist, der das Klemmteil (21) bedarfsweise
in eine Freigabestellung auslenkt.