[0001] Die Erfindung betrifft die seitliche Abstützung einer verschiebbar abgehängten Tragwerksstruktur
an einer Wandung eines Baukörpers eines Bauwerks.
[0002] Für die Herstellung von Betonteilen, die von einem Baukörper eines Bauwerks entlang
einer Bezugskante seitlich abstehen, insbesondere auskragen sollen, werden Schalwagen
benutzt, die an dem Baukörper entlang einer Längserstreckungsrichtung der Bezugskante
verfahrbar abgehängt sind. Derartige Schalwagen weisen eine Tragwerksstruktur und
eine daran angebrachte Schalung auf. Dieses Verfahren hat sich insbesondere zur Herstellung
von auskragenden oder überspannenden Fahrbahnplatten bei Stahlverbundbrücken in Ortbetonbauweise
bewährt. Dabei wird der Schalwagen beispielsweise an mehreren Aufhängeköpfen (oben)
aufgehängt, indem eine Tragschiene, die mit einem Gestell der Tragwerksstruktur verbunden
ist, in den Aufhängeköpfen verschiebbar geführt wird. Zur Ableitung eines Moments
um die Tragschiene stützt sich die Tragwerksstruktur unten über Stützelemente an einem
weiteren Lagerpunkt oder mehreren über die Länge verteilten Lagerpunkten, welche jeweils
als Druckpunkt ausgeführt sind, gegen eine Wandung des Baukörpers ab.
[0003] Wenn der Schalwagen an dem Baukörper entlang verschoben wird, ist es wichtig, dass
die Lasten weiterhin aufgenommen werden, denn es ist denkbar und durchaus üblich,
dass das betonierte Betonteil während des Verschiebens noch auf der Tragwerksstruktur
lastet. Die Wandung, an welcher sich die seitlichen Stützelemente abstützen, kann
lokal Hindernisse aufweisen wie etwa Quersteifen, Versteifungsstege, Flanschkragen,
Kabelstränge, Rohrleitungen oder auch Lücken aufweisen. Um diese Hindernisse zu überwinden,
muss das jeweilige Stützelement am Schalwagen entfernt und nach dem Hindernis wieder
montiert werden. Dies kann sehr arbeitsintensiv sein, und die bisher über das entfernte
Stützelement abgeleiteten Kräfte müssen anderweitig abgeführt werden, was eine entsprechend
steife und schwere Ausführung der Tragwerksstruktur bedingt.
[0004] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Überwindung von Hindernissen
an einer Wandung, an welcher sich eine Tragwerksstruktur seitlich abstützt, einfacher,
kostengünstiger und sicherer zu ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Seitenabstützvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1, ein Schalungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 11, eine Anordnung mit den
Merkmalen des Anspruchs 15 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 17 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterentwicklungen bilden den Gegenstand der weiteren
Unteransprüche.
[0006] Ein Gesichtspunkt der Erfindung ist eine Seitenabstützvorrichtung für eine Tragwerksstruktur
für eine Schalung, insbesondere einen untenfahrenden Schalwagen, zum Betonieren eines
von einer Bezugskante eines Baukörpers eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere
auskragenden Betonteils, wobei die Tragwerksstruktur mittels einer Tragvorrichtung,
insbesondere einer Tragschiene, die in an dem Baukörper entlang der Bezugskante angebrachten
Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung der Bezugskante verschiebbar geführt ist,
abhängbar ist. Die Seitenabstützvorrichtung ist zur Abstützung der Tragwerksstruktur
gegen den Baukörper unterhalb der Tragvorrichtung derart ausgebildet, dass ein um
die Tragvorrichtung wirkendes Moment in eine Wandung, insbesondere Seitenwand, des
Baukörpers abgeleitet werden kann. Erfindungsgemäß weist die Seitenabstützvorrichtung
einen zur Anbringung an der Tragwerksstruktur anbringbaren Stützarm und zwei an dem
Stützarm gelagerte Stützfinger auf, wobei die Stützfinger jeweils ein Anlageelement
zur Anlage an der Wandung des Baukörpers aufweisen, wobei die Stützfinger getrennt
voneinander einstellbar sind, um eine Position des Anlageelements gegenüber dem Stützarm
jeweils zu verändern.
[0007] Der Baukörper kann insbesondere ein Stahlbaukörper sein, der aus einzelnen Stahlprofilteilen
hergestellt ist. Beispielsweise kann der Baukörper ein Stahltrog einer Brücke oder
ein Stahlskelett eines Gebäudes sein. Der Baukörper kann aber auch von anderer Art
sein. Beispielsweise kann der Baukörper eine Betonstruktur sein oder aufweisen. Eine
getrennte Einstellbarkeit der Stützfinger ist im Sinne der Erfindung so zu verstehen,
dass die Position jedes der Anlageelemente für sich veränderbar ist, während die Position
des jeweils anderen Anlageelements unverändert beibehalten werden kann. Mit den beiden
getrennt einstellbaren Stützfingern kann ein Hindernis an der Wandung in der Weise
überwunden werden, dass ein Anlageelement eines Stützfingers von der Wandung entfernt
wird, während das Anlageelement des anderen Stützfingers weiter an der Wandung anliegt,
und die Kräfte über den einen Stützfinger in die Wandung geleitet werden können, während
die Tragwerksstruktur weiter verschoben wird. Das Entfernen eines Anlageelements kann
auf einfache Weise erfolgen, was den Arbeitsaufwand und damit die Kosten verringert.
Der Lagerpunkt bleibt erhalten, sodass die Tragwerksstruktur keine Mehrbelastung aufgrund
eines wegfallenden Lagerpunkts abfangen muss und daher insgesamt leichter ausgeführt
werden kann, was ebenfalls Kosten in der Herstellung und Montage verringern kann.
[0008] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Stützfinger jeweils eine Stützfingerlängsachse
aufweisen, die vorzugsweise parallel zueinander, insbesondere parallel zu einer Stützarmlängsachse
des Stützarms, sind, gegenüber dem Stützarm axial verschiebbar gelagert und vorzugsweise
in wenigstens einer axialen Verschiebeposition feststellbar sind. Eine axial verschiebbare
Lagerung und Feststellung sind auf einfache Weise zu bewerkstelligen und leicht zu
handhaben. Zu ihrer Realisierung können Standard-Bauelemente verwendet werden.
[0009] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Stützfinger jeweils getrennt voneinander
axial verstellbar gelagert sind. Für die axial verstellbare Lagerung der Stützfinger
kann eine gemeinsame Lagereinheit vorgesehen sein, alternativ können auch separate
Lagereinheiten für jeden Stützfinger vorgesehen sein. Die Lagereinheit oder die Lagereinheiten
kann/können dabei fest am Stützarm angebracht sein. Die feste Anbringung kann lösbar,
etwa durch Verschraubung, oder unlösbar, etwa durch Verschweißung, verwirklicht sein.
[0010] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass der Stützarm derart an der Tragwerksstruktur
angebracht ist, dass er nach Anbringung an der Tragwerksstruktur ein Bestandteil,
insbesondere in Form eines langgestreckten Trägers der Tragwerkstruktur ist. Auf diese
Weise kommt dem Stützarm eine Doppelfunktion als Stützarm und als Tragwerkstrukturbestandteil
zu. Dies spart einen von der Tragwerksstruktur separierten Stützarm ein, was kostengünstig
ist und zu einer einfachen und stabilen Seitenabstützvorrichtung führt.
[0011] Wenn in einer weiteren Ausführungsform die gemeinsame Lagereinheit einen Riegel,
vorzugsweise einen langgestreckten Riegel oder einen Stahlriegel, als weiteren Bestandteil
der Tragwerkstruktur umfasst, kann Seitenabstützvorrichtung weiter vereinfacht werden.
Als Teil der Tragwerkstruktur kommt dann der Lagereinheit eine weitere Funktion im
Verbund der Tragelemente der Tragwerksstruktur zu. Dies spart einen von der Tragwerksstruktur
separierte gemeinsame Lagereinheit ein, was kostengünstig ist und zu einer einfachen
und stabilen Seitenabstützvorrichtung führt. An dem Riegel können mehrere Stützarme
als Bestandteile der Tragwerkstruktur angebracht sein, was zu einem flexiblen Verbund
von Seitenabstützvorrichtungen, insbesondere je nach Einsatzzweck und/oder Bedarf
auf der Baustelle, führt.
[0012] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass jeweils ein Stützfinger zumindest teilweise
in Längserstreckungsrichtung zwischen zwei benachbart angeordneten Stützarmen an dem
Riegel gelagert ist, wobei bevorzugt der jeweils eine Stützfinger in Längserstreckungsrichtung
an unterschiedlichen Positionen zwischen den benachbart angeordneten Stützarmen an
dem Riegel lagerbar ist. Auf diese Weise kann der Stützfinger flexibel zwischen den
Stützarmen dort angeordnet werden, wo er benötigt wird.
[0013] Vorteilhafterweise ist an dem Riegel der Stützfinger mittels eines Stützfingeraufnahmeelementes
aufgenommen, das an dem Riegel befestigt ist, beispielsweise über in den Riegel eingebrachte
Bohrungen, und von dem Stützfinger geführt ist. Auf diese Weise muss ein Träger als
Teil der Tragwerksstruktur nicht oder nur in geringem Umfang modifiziert werden, um
als Riegel einen oder mehr Stützfinger lagern zu können.
[0014] An dem Riegel als gemeinsamer Lagereinheit können in weiteren Ausführungsformen weitere
Stützfinger gelagert sind. Bei mehr als zwei Stützfingern an dem Riegel als gemeinsamer
Lagereinheit können weitere Lagereinheiten, die lediglich zwei Stützfinger lagern,
eingespart werden, was die Seitenabstützvorrichtung vereinfacht und kostengünstig
ist. Da der Riegel ohnehin stabil ausgelegt ist als Bestandteil der Tragwerksstruktur,
ist die gemeinsame Lagerung der Stützfinger ebenfalls stabil. Stabilisierende Elemente,
die bei einer von der Tragwerksstruktur separierten Lagereinheit einschlägig wären,
können eingespart werden.
[0015] Alternativ kann vorgesehen sein, dass die Lagereinheit oder die Lagereinheiten axial
verstellbar zu einer Längsachse des Stützarms am Stützarm angebracht ist/sind.
[0016] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Lagereinheit oder die Lagereinheiten
schwenkbar und in Schwenkstellungen feststellbar am Stützarms angebracht ist bzw.
sind. Damit könnte beispielsweise die ganze Lagereinheit mit den Stützfingern zum
Transport platzsparend zusammengeklappt werden. Bei einzelner Schwenkbarkeit können
die Stützfinger einzeln weggeschwenkt werden, was eine mögliche Variante der Positionsveränderung
des Anlageelements ist.
[0017] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass der Stützarm längenverstellbar ist, was
einen weiteren Freiheitsgrad hinzufügt und die Versatilität der Vorrichtung weiter
verbessert.
[0018] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Anlageelement eine Stützrolle oder
ein Gleitelement zur Anlage an der Wandung des Trägers aufweist. Damit ist eine Verschiebung
der Tragwerksstruktur entlang der Wandung leicht möglich.
[0019] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass das Anlageelement von einem Ende des Stützfingers
und/oder jeder Stützfinger separat von dem Stützarm abklappbar ist, was eine weitere
mögliche Variante der Positionsveränderung des Anlageelements ist.
[0020] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Seitenabstützvorrichtung an ein von
der Wandung des Trägers abstehendes Hindernis, insbesondere Versteifungssteg oder
Flanschkragen oder Kabelstrang oder Rohrleitung, derart angepasst ist, dass ein Abstand
der Anlageelemente der Stützfinger in Längserstreckungsrichtung voneinander mindestens
einer Breite des Hindernisses entspricht und ein möglicher Verstellweg zur Positionsänderung
des Anlageelements mindestens einer Höhe des Hindernisses entspricht. Dabei ist die
Breite des Hindernisses in Längserstreckungsrichtung, also Verfahrrichtung der Tragwerksstruktur,
gemessen und ist die Höhe des Hindernisses normal zur Wandung gemessen.
[0021] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung ist ein Schalungssystem, aufweisend eine
Schalung mit einer die Schalung tragenden Tragwerksstruktur, insbesondere in Form
eines untenfahrenden Schalwagens, zum Betonieren eines von einer Bezugskante eines
Baukörpers eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere auskragenden Betonteils,
wobei die Tragwerksstruktur mittels einer Tragvorrichtung, insbesondere einer Tragschiene,
die in an dem Baukörper entlang der Bezugskante angebrachten Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung
der Bezugskante verschiebbar geführt ist, abhängbar ist, mit einer oder mehreren in
Längserstreckungsrichtung des Bauwerks voneinander beabstandeten Seitenabstützvorrichtungen,
die zur Abstützung der Tragwerksstruktur gegen eine Wandung, insbesondere Seitenwand,
des Baukörpers unterhalb der Tragvorrichtung angebracht sind, um ein um die Tragvorrichtung
wirkendes Moment in die Wandung des Baukörpers abzuleiten. Die Seitenabstützvorrichtungen
sind jeweils nach dem vorstehenden Erfindungsgesichtspunkt ausgebildet und derart
an der Tragwerksstruktur angebracht, dass die Stützfinger in Richtung der Wandung
des Baukörpers abragen können. Das Schalungssystem verwirklicht die Eigenschaften
und Vorteile der zuvor beschriebenen Seitenabstützvorrichtung in deren Verwendung
an der Tragwerksstruktur.
[0022] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Seitenabstützvorrichtungen schwenkbar
und in Schwenkstellungen feststellbar an der Tragwerksstruktur gelagert sind. Auf
dieses Weise können die Seitenabstützvorrichtung so ausgerichtet werden, dass die
Druckkraft in Richtung der Längsachsen der Stützfinger und des Stützarms eingeleitet
werden kann, sodass Biege- und Klemmmomente vermieden oder zumindest minimiert werden
können.
[0023] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Seitenabstützvorrichtungen axial zu
einer Stützarmlängsachse des jeweiligen Stützarms verstellbar an der Tragwerksstruktur
gelagert sind. Auf diese Weise kann unterschiedlichen Abständen der Wandung des Baukörpers
von Anlenkpunkten der Seitenabstützvorrichtungen an der Tragwerksstruktur Rechnung
getragen werden. Die Verstellbarkeit kann durch mehrere in Rastabständen vorgesehene
Anlenkpunkte am Stützarm gegeben sein.
[0024] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Seitenabstützvorrichtungen in Anzahl
und Dimensionierung ausgelegt sind, um das durch Eigengewicht und Betonierlast sowie
optionale Zusatzlasten auf die Tragwerksstruktur wirkende Moment um die Tragvorrichtung
sicher in den Baukörper abzuleiten. Unter einer sicheren Ableitung ist eine Ableitung
der im Betrieb vorkommenden Kräfte und Momente unter Berücksichtigung von fachüblichen
Sicherheitszuschlägen zu verstehen. Dies kann insbesondere eine Auslegung derart umfassen,
dass jeder der Stützfinger im Hinblick die volle Auslegungslast an der Seitenabstützvorrichtung
einschließlich aller Sicherheitszuschläge ertragen kann. Damit ist ein sicherer Betrieb
des Schalungssystems am Baukörper während des Betonierens und Verfahrens jederzeit
gewährleistet, auch wenn nur ein Stützfinger an der Wandung anliegt.
[0025] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung ist eine Anordnung aus einer Schalung mit
einer Tragwerksstruktur, insbesondere in Form eines untenfahrenden Schalwagens, welche
die Schalung trägt, zum Betonieren eines von einer Bezugskante eines Baukörpers, insbesondere
Stahlbaukörpers, eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere auskragenden Betonteils,
und dem Bauwerk, wobei die Tragwerksstruktur mittels einer Tragvorrichtung, insbesondere
einer Tragschiene, die in an dem Baukörper entlang der Bezugskante angebrachten Aufhängeköpfen
in Längserstreckungsrichtung der Bezugskante verschiebbar geführt ist, abgehängt ist
und mittels mehrerer in der Längserstreckungsrichtung voneinander beabstandeten Seitenabstützvorrichtungen,
die unterhalb der Tragvorrichtung an der Tragwerksstruktur angebracht sind, gegen
eine Wandung, insbesondere Seitenwand, des Baukörpers abgestützt ist, um ein um die
Tragvorrichtung wirkendes Moment in die Wandung des Baukörpers abzuleiten, wobei die
Seitenabstützvorrichtungen jeweils nach dem ersten Erfindungsgesichtspunkt ausgebildet
sind und derart an der Tragwerksstruktur angebracht sind, dass die Stützfinger in
Richtung der Wandung des Baukörpers abragen. Die Anordnung verwirklicht die Eigenschaften
und Vorteile der zuvor beschriebenen Seitenabstützvorrichtung in deren Verwendung
mit der Tragwerksstruktur an dem Bauwerk.
[0026] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass die Seitenabstützvorrichtungen derart an
der Tragwerksstruktur angebracht sind, dass die Anlageelemente im Wesentlichen flächennormal
an der Wandung des Baukörpers anliegen. Dies ermöglicht, dass die Druckkraft in Richtung
der Längsachsen der Stützfinger und des Stützarms eingeleitet werden kann, sodass
Biege- und Klemmmomente vermieden oder zumindest minimiert werden können.
[0027] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung ist ein Verfahren zum Verschieben des zuvor
beschriebenen Schalungssystems in der zuvor beschriebenen Anordnung an dem Bauwerk
in Längserstreckungsrichtung, mit den Schritten:
- Verschieben der Tragwerksstruktur, bis ein erster Stützfinger des Stützarms einer
der Seitenabstützvorrichtungen mit seinem Anlageelement auf ein Hindernis, insbesondere
Versteifungssteg oder Flanschkragen oder Kabelstrang oder Rohrleitung, an der Wandung
des Baukörpers trifft,
- Anhalten des Verschiebens der Tragwerksstruktur und Beabstanden des Anlageelements
des ersten Stützfingers von der Wandung des Baukörpers, vorzugsweise durch axiales
Verschieben oder Abklappen des ersten Stützfingers oder Abklappen von dessen Anlageelement,
- Weiterverschieben der Tragwerksstruktur, bis der erste Stützfinger das Hindernis passiert
hat, wobei die Tragwerksstruktur optional weiterverschoben wird, bis ein zweiter Stützfinger
des Stützarms der einen der Seitenabstützvorrichtungen mit seinem Anlageelement auf
das Hindernis trifft oder sich das Hindernis in Längserstreckungsrichtung zwischen
dem ersten Stützfinger und dem zweiten Stützfinger befindet,
- Anhalten des Verschiebens der Tragwerksstruktur, Wiederanlegen des Anlageelements
des ersten Stützfingers an der Wandung des Baukörpers, und Beabstanden des Anlageelements
des zweiten Stützfingers von der Wandung des Baukörpers, vorzugsweise durch axiales
Verschieben oder Abklappen des zweiten Stützfingers oder Abklappen von dessen Anlageelement,
- Weiterverschieben der Tragwerksstruktur, bis das Anlageelement des zweiten Stützfingers
wieder angelegt werden kann, Anhalten des Verschiebens der Tragwerksstruktur, und
Wiederanlegen des Anlageelements des zweiten Stützfingers an der Wandung des Baukörpers.
[0028] Das Verfahren verwirklicht die Eigenschaften und Vorteile der zuvor beschriebenen
Seitenabstützvorrichtung im Betrieb.
[0029] In Ausführungsformen ist vorgesehen, dass in dem Verfahren die zuvor beschriebenen
Schritte für weitere der Seitenabstützvorrichtungen wiederholt werden. Dies geschieht
vorzugsweise, bis alle Seitenabstützvorrichtungen das Hindernis passiert haben.
[0030] Es versteht sich, dass alle oben beschriebenen Ausführungsformen miteinander kombiniert
werden können, soweit sie sich nicht zwingend und offensichtlich ausschließen, und
dass solche Kombinationen weitere Ausführungsformen der Erfindung sind.
[0031] Die Erfindung wird nun anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf
die beigefügten Figuren im Detail beschrieben werden.
[0032] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Anordnung einer Tragwerksstruktur mit einer Schalung an einem Baukörper nach
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer schematischen Querschnittsansicht;
- Fig. 2A
- die Anordnung von Figur 1 in einer schematischen Querschnittsansicht;
- Fig. 2B
- eine verkleinerte Ansicht der Anordnung von Figur 2A zur Veranschaulichung von Kräfteverhältnissen;
- Fig. 3A
- eine Seitenabstützvorrichtung in der Anordnung von Figur 1 nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 3B
- die Seitenabstützvorrichtung von Figur 3A in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 4
- die Seitenabstützvorrichtung von Figuren 3A, 3B in einer schematischen perspektivischen
Ansicht;
- Fig. 5
- eine Einzelheit von Figur 1 in einer vergrößerten Ansicht;
- Fig. 6
- drei Momentanzustände einer Seitenabstützung in der Anordnung von Figur 1 in einem
Verfahren zum Verschieben eines Schalungssystems gemäß einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung;
- Fig. 7
- eine Anordnung einer Tragwerksstruktur an einem Baukörper nach einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 8A - 8D
- vier Momentanzustände A bis D einer Seitenabstützung in der Anordnung von Figur 7
in einem Verfahren zum Verschieben eines Schalungssystems gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0033] Ein Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist ein Schalungssystem zur Verwendung
an einem Baukörper 1 eines Bauwerks. Ein solches Schalungssystem ist in Figuren 1,
2A, 2B und 5 in Anordnung an dem Bauwerk dargestellt, wobei die Anordnung selbst ein
weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung ist.
[0034] Das Bauwerk ist in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Brücke in Stahlbetonbauweise.
Ein solcher Brückenbau weist eine Stahlbau-Kastenstruktur 2 als Teil des Baukörpers
1 auf. Weitere Teile können etwa Stützpfosten (nicht näher dargestellt) sein. Die
Stahlbau-Kastenstruktur 2 ist ein langgestrecktes Bauteil, das sich in Richtung einer
geplanten oder, je nach Baufortschritt bereits teilweise fertiggestellten, Fahrbahn
(nicht näher dargestellt). Der Baukörper weist eine Bezugskante 3 auf, die im vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine seitlich zuäußerst und zuoberst liegende Kante eines seitlichen
Profilelements der Stahlbau-Kastenstruktur 2 ist. Zur Orientierung sei eine Richtung
entlang der Bezugskante 3 als eine Längserstreckungsrichtung x definiert, sei eine
von der Bezugskante 3 horizontal rechtwinklig weg weisende Richtung als eine Breitenrichtung
y und sei eine nach oben weisende Richtung als Vertikalrichtung z definiert. Es versteht
sich, dass das aus den Richtungen x, y, z gebildete Koordinatensystem ein lokales
Koordinatensystem ist bezogen auf einen jeweiligen Querschnitt des Bauwerks ist, da
die Brücke und damit die Bezugskante 3 beispielsweise eine Krümmung aufweisen kann
und die Längserstreckungsrichtung in jedem Querschnitt einer lokalen Tangente an der
Bezugskante 3 folgt.
[0035] Zum Betonieren eines in Breitenrichtung y von der Bezugskante 3 auskragenden Teils
der Fahrbahn wird ein sogenannter untenfahrender Schalwagen verwendet, der mittels
einer Reihe von entlang der Bezugskante 3 an dem Baukörper 2 angebrachten Aufhängeköpfen
4 abgehängt ist. Der Schalwagen weist eine Tragwerksstruktur 5 auf, die eine Schalung
trägt, die Schalung kann jedoch auch Teil der Tragwerksstruktur 5 sein. Die Schalung
weist im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Schalplatte 6 auf. Die Tragwerksstruktur
5 weist eine Tragschiene 7 auf. Mittels der Tragschiene 7 ist die Tragwerksstruktur
5 in den Aufhängeköpfen 4 verschiebbar geführt. Die Aufhängeköpfe 4 selbst stützen
sich seitlich gegen eine von der Bezugskante 3 nach unten sich erstreckende Randfläche
ab und sind ihrerseits in Konsolen 8 abgehängt. Die Konsolen 8 sind mit dem Baukörper
1 fest verschraubt, was im Zuge der Baustellenvorbereitung geschehen kann, und die
Aufhängeköpfe 4 sind mittels Zugankern 9 mit den Konsolen 8 verbunden. Alternativ
können die Konsolen 8 auch mit dem Baukörper 1 verschweißt oder auf andere Weise verbunden
sein. Wie nur in Figur 2A zu sehen ist, ist an dem Aufhängekopf 4 ein Anschlagelement
10 vorgesehen, welches von unten gegen eine nach unten weisende, von der Randfläche
aus nach innen sich erstreckende Fläche nach oben abstützt. Die Randfläche und die
sich nach innen erstreckende Fläche bilden eine weitere Kante, die unterhalb der Bezugskante
3 liegt und als Anlagekante bezeichnet werden soll. Durch die Anlage des Aufhängekopfs
4 nach innen gegen die Randfläche, die Anlage des Anlageelements 10 nach oben und
die Aufhängung an der Konsole 8 mittels des Zugankers 9 ist die Lage jedes Aufhängekopfs
bestimmt. Diese Art der Abstützung des Aufhängekopfs 4 ist völlig beispielhaft und
kann je nach Ausführung des Baukörpers 1 ganz anders geartet sein. Beispielsweise
kann je nach Art der Anordnung auf die Anschlagelement 10 verzichtet werden. In anderen
Fällen können die Konsolen 8 wegfallen, und die Aufhängeköpfe 4 können mit dem Baukörper
1 direkt verschraubt sein. Zum Abfangen von Drehmomenten um die Anlagekante herum
ist noch eine Seitenstütze 11 vorgesehen, die sich mit einem größeren Hebelarm von
der Anlagekante entfernt gegen eine Wandung 12 des Baukörpers 1 abstützt. Die Abstützung
der Seitenstütze 11, die im Übrigen ebenfalls optional ist, erfolgt im vorliegenden
Ausführungsbeispiel unterhalb der Anlagekante, und die Wandung 12 ist eine Seitenwand
des Baukörpers 1.
[0036] Die Tragwerksstruktur 5 des Schalwagens weist ein Gestell 13 auf, das aus mehreren
sogenannten Tragscheiben 14 aufgebaut, die jeweils ein ebenes Tragwerk in einer Querschnittsebene
bilden und die jeweils über einen Schienenverbinder 15 mit der Tragschiene 7 verbunden
sind. Genauer gesagt ist jeder Schienenverbinder 15 einem Segment der Tragschiene
7 verbunden und sind die Segmente untereinander verbunden, um die Tragschiene zu bilden.
Die Tragscheiben sind in Längserstreckungsrichtung x ferner über eine obere Längslattung
16a und eine untere Längslattung 16b miteinander verbunden sind. Dabei trägt die obere
Längslattung 16a die Schalplatte 6 und trägt die untere Längslattung 16b eine Arbeitsbühne
17. Die Längslattungen 16a, 16b weisen jeweils mehrere Bauträger in an sich bekannter
Form mit jeweils zwei Gurten und einer sich dazwischen erstreckenden Diagonalverstrebung
auf.
[0037] Wie in Figur 1 erkennbar, umgreift ein Rahmen der Aufhängeköpfe 4 die Tragschiene
C-förmig bzw. klauenartig und weist eine Öffnung 18 auf, welche es ermöglicht, dass
beim Verschieben der Tragschiene 7 in Längserstreckungsrichtung x die Schienenverbinder
15 kollisionsfrei die Aufhängeköpfe 4 durchlaufen können. In einem unteren Bereich
der Tragwerksstruktur 5 sind mehrere Seitenabstützvorrichtungen 19 vorgesehen, die
von der Tragwerksstruktur 5 in Richtung der Wandung 12 des Baukörpers 1 abragen und
die Tragwerksstruktur 5 gegen die Wandung 12 abstützen.
[0038] Wie in Figur 2A deutlich gemacht, weisen die Tragscheiben 14 jeweils einen Vertikalbalken
20 auf, der sich von dem Schienenverbinder 15 aus vertikal oder im Wesentlichen vertikal
nach unten erstreckt, auf. Eine streng vertikale Ausrichtung des Vertikalbalkens 20
ist nicht zwingend erforderlich, wenn auch für Arbeitsabläufe eine in etwa vertikale
Ausrichtung von Vorteil ist. Wesentlich in dem Zusammenhang ist, dass der Vertikalbalken
20 einen Bereich unterhalb der Bezugskante 3 erschließt. Von dem Vertikalbalken 20
ragt im oberen Bereich ein oberer Ausleger 21 ab, der die obere Längslattung 16a und
somit mittelbar die Schalplatte 6 stützt. Zur Verbindung des Auslegers 21 mit dem
Vertikalbalken 20 ist ein Beschlag 22 an dem Vertikalbalken 20 befestigt, in welchem
ein vertikal verstellbarer Schlitten 23 mit einem Schwenklager 24 geführt ist. Der
oberere Ausleger 21 ist über das Schwenklager 24 mit dem Schlitten 23 verbunden. Ferner
ist der oberer Ausleger 21 über eine Diagonalstrebe 25 gegen den Vertikalbalken 20
abgestrebt. Alle Verbindungen sind Gelenkverbindungen. Somit bilden der Vertikalbalken
20, der Ausleger 21 und die Diagonalstrebe 25 ein statisch bestimmtes Dreiecksfach.
Über das Schwenklager 24 ist der oberer Ausleger 21 und mit diesem die Schalplatte
6 gegenüber der Horizontalen anstellbar. Das ist im Brückenbau von Vorteil, um Fahrbahnneigungen
zu realisieren. Der in dem Beschlag 22 geführte Schlitten 23 ermöglicht eine Höhenjustierung
des oberen Auslegers 21. Der Diagonalbalken 25 ist optional längenverstellbar, sodass
Schwenkbewegungen des oberen Auslegers 21 im Schwenkgelenk 24 auch ohne Ummontage
des Diagonalbalkens 25 möglich sind.
[0039] Im unteren Bereich des Vertikalbalkens 20 ist ein unterer Ausleger 26 über einen
Beschlag 27 angebracht. Die Befestigung des unteren Auslegers 26 am Beschlag 27 ist
fest, also nicht schwenkbar. Der untere Ausleger 26 trägt die untere Querlattung 16b
und somit mittelbar die Arbeitsbühne 17. Im Außenbereich der Arbeitsbühne 17 ist ferner
ein Geländer 28 zur Sicherung von Mitarbeitern vorgesehen.
[0040] Die Kräfteverhältnisse an der Anordnung sind in Figur 2B dargestellt. Auf die Tragwerksstruktur
5 wirkt eine Last L, welche ein Eigengewicht des Schalwagens und gegebenenfalls auf
der Arbeitsbühne sich aufhaltende Mitarbeiter sowie eine Betonierlast B auf der Schalung
umfasst. Die Last L wirkt im Wesentlichen vertikal nach unten und wird über die Tragschiene
7 im Aufhängekopf 4 in umgekehrter Richtung (-L) aufgenommen. Die Last L bewirkt über
eine Lasthebellänge I des Schwerpunkts der Last L von der Tragschiene 7 ferner ein
Drehmoment M um die Tragschiene 7. Das Drehmoment M wird über die Seitenabstützvorrichtung
19 in die Wandung 12 geleitet, wo sie als Stützlast S aufgenommen wird. Mit einer
Stützlänge s, die der Abstand zwischen dem Stützpunkt der Seitenabstützvorrichtung
19 an der Wandung und der Tragschiene 7 ist, gilt die Beziehung L*l=S*s, woraus sich
die Stützkraft zu S=L*l/s ergibt. Die Stützkraft S wird im Aufhängekopf 4 ebenfalls
in umgekehrter Richtung (-S) aufgenommen. Vektorielle Addition der Reaktionskräfte
-L und -S ergibt eine resultierende Lagerkraft R im Aufhängekopf 4.
[0041] Wie aus Figur 1 ersichtlich, ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel jeder Tragscheibe
14 der Tragwerksstruktur 5 eine Seitenabstützvorrichtung 19 zugeordnet. Zudem entspricht
auch ein Abstand zwischen Aufhängeköpfen 4 einem Abstand zwischen den Tragscheiben
14. Daher bezieht sich die vorstehende Betrachtung der Kräfte jeweils auf den auf
eine Tragscheibe 14 entfallenden Anteil der Gesamtlast unter der Annahme, dass sich
die Tragscheiben 14 jeweils gerade in der Querschnittsebene eines Aufhängekopfes 4
befinden. Falls sich die Tragscheiben 14 zwischen zwei Aufhängeköpfen 4 befinden,
entfällt auf die in Längserstreckungsrichtung x endseitig gelegenen Aufhängeköpfe
4 jeweils eine anteilige Lagerkraft, die sich auf den Versatz in Längserstreckungsrichtung
x zwischen den Tragscheiben 14 und den Aufhängeköpfen 4 errechnet. Falls die Abstände
zwischen Tragscheiben 14 und die Abstände zwischen Aufhängeköpfen 4 unterschiedlich
sind oder die Anzahl der Seitenabstützvorrichtungen 19 von der Anzahl der Tragscheiben
14 und/oder Aufhängeköpfe 4 abweicht, ist eine Betrachtung über die Gesamtlast und
die jeweilige Anzahl der Aufhängeköpfe 4 und Seitenabstützvorrichtungen 19 vorzunehmen.
[0042] Die Seitenabstützvorrichtung 19 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung,
das zunächst anhand der Figuren 3A, 3B und 4 sowie in seiner Verwendung in der Anordnung
der Tragwerksstruktur 5 an dem Baukörper 1 in Figuren 5 und 6 genauer beschrieben
wird.
[0043] Die Seitenabstützvorrichtung 19 weist einen Stützarm 30 und zwei Stützfinger 31a,
31b auf. Jeder Stützfinger 31a, 31b weist ein Anlageelement 32a, 32b auf. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel weist das Anlageelement 32a, 32b jeweils eine Rolle 40 auf, die
um eine Rollenachse 41 drehbar ist (vgl. Figur 4). Die Stützfinger 31a, 31b sind in
einer gemeinsamen Lagereinheit 33, die an dem Stützarm 30 angebracht ist, so gelagert,
dass sie entlang einer jeweiligen Stützfingerlängsachse 34a, 34b getrennt voneinander
axial (Einstellrichtung 35a, 35b) verschiebbar sind. Die eingestellte axiale Lage
jedes Stützfingers 31a, 31b kann durch eine jeweilige Feststelleinrichtung 36a, 36b
fixiert werden. Dadurch kann ein Abstand des Anlageelements 32a, 32b von dem Stützarm
30 (genauer: von einem Bezugspunkt auf einer Stützarmlängsachse 37 oder von einer
Bezugsquerschnittsebene des Stützarms 30 auf der Stützarmlängsachse 37) für jeden
Stützfinger 31a, 31b unabhängig von dem anderen Stützfinger 31a, 31b verändert werden.
Mit anderen Worten, die Position eines Stützfingers 31a, 31b kann verändert werden,
während die Position des jeweils anderen Stützfingers 31a, 31b unverändert beibehalten
werden kann. Die Anlageelemente 32a, 32b der Stützfinger 31a, 31b können daher unabhängig
voneinander zur Anlage an der Wandung 12 des Baukörpers 1 oder außer Anlage von der
Wandung 12 des Baukörpers 1 gebracht werden. Dadurch ist es möglich, beim Verschieben
der Tragwerksstruktur 5 ein Hindernis 61 an der Wand zu überwinden, indem stets wenigstens
ein Stützfinger 31a, 31b der Seitenanlagevorrichtung 19 mit seinem jeweiligen Anlageelement
32a, 32b an der Wandung 12 des Baukörpers 1 anliegt, während der jeweils andere Stützfinger
31a, 31b zurückgezogen wird, um dessen Anlageelement 32a, 32b von der Wandung 12 abzuheben
und über das Hindernis 60 zu bringen (vgl. Figur 6).
[0044] Die Stützfinger 31a, 31b weisen in diesem Ausführungsbeispiel eine Reihe von Feststellpunkte
42 in Form von Durchgangslöchern oder Bohrungen auf. Die Lagereinheit 33 weist in
diesem Ausführungsbeispiel ein Querrohr 43 auf, das an dem Stützarm 30 befestigt ist
und sich quer zu dessen Stützarmlängsachse 37 zu beiden Seiten erstreckt. An dem Querrohr
43 sind beidseits des Stützarms 30 jeweilige Lagerhülsen 44a, 44b befestigt (vorzugsweise
verschweißt oder eingeschraubt). Die Lagerhülsen 44a, 44b weisen jeweils ein Langloch
45 auf, wobei jeweils mindestens einer der Feststellpunkte 42 des jeweiligen in der
Lagerhülse geführten Stützfingers 31a, 31b in Deckung mit dem Langloch 45 gebracht
werden kann. Mittels eines Rastbügels 46, von dem ein Schenkel durch das Langloch
45 und einen der Feststellpunkte 42 geführt ist, kann die axiale Lage des Stützfingers
31a, 31b gegenüber der Lagerhülse 44a, 44b innerhalb eines Spiels p (vgl. Figuren
3a, 3b) festgelegt werden. Eine genaue Lage eines Anschlags für den Rastbügel 46 kann
durch eine Stellmutter 47 festgelegt werden, die an einem Außengewinde (nicht näher
dargestellt) an der Außenfläche der Lagerhülse 44a, 44b herum läuft und in jeder Position
an dem Außengewinde feststellbar ist. Dies entspricht der an sich bekannten Art der
Längenjustierung an Baustützen. Durch Entfernung des Rastbügels 46 wird der jeweilige
Stützfinger 31a, 31b frei und kann axial verschoben werden. Somit wird die Feststelleinrichtung
36a, 36b jeweils durch die Feststellpunkte 42, Langloch 45, Stellmutter 47 und Rastbügel
46 verwirklicht.
[0045] Der Stützarm 30 weist in diesem Ausführungsbeispiel mehrere Anlenklager 38 und ein
Strebenlager 39 zur Anbindung an die Tragwerksstruktur 5 auf. Ein Ersatz-Anlenklager
38' ist im Bereich des Strebenlagers 39 vorgesehen, und ein Ersatz-Strebenlager 39'
ist im Bereich der Anlenklager 38 vorgesehen. Die jeweils mehreren Anlenklager 38,
Ersatz-Anlenklager 38', Strebenlager 39 und Ersatz-Strebenlager 39' ermöglichen flexible
Einsatzszenarien, für einen speziellen Einsatzzweck kann es aber grundsätzlich ausreichen,
wenn ein einziges Anlenklager 38 und ein einziges Strebenlager 39 vorhanden sind.
Umgekehrt können in Abwandlungen auch mehrere Ersatz-Anlenklager 38', Strebenlager
39 und Ersatz-Strebenlager 39' vorgesehen sein. Die Anlenklager 38 und das Ersatz-Anlenklager
38' sind als Querbohrungen ausgeführt, die quer zur Stützarmlängsachse 37 in einem
vorgegebenen Raster entlang der Stützarmlängsachse 37 verteilt sind. Dabei bilden
die Anlenklager 38 eine Gruppe mit festgelegtem Rasterabstand, während das Ersatz-Anlenklager
38' von der Gruppe der Anlenklager 38 entfernt ausgebildet ist. Das Strebenlager 39
und das Ersatz-Strebenlager 39' sind als Lagerböcke in Form zweier paralleler Laschen
mit einer Querbohrung ausgeführt. Die ersten Anlenklager 38 und das Ersatz-Anlenklager
38' sind zur Aufnahme von Lagerbolzen 48 ausgelegt. Die Lagerbolzen 48 können beispielsweise
mittels Splint 49 sicherbar sein. Das Strebenlager 39 und das Ersatz-Strebenlager
39' sind ebenfalls zur Aufnahme von Lagerbolzen ausgelegt, es können die gleichen
Lagerbolzen 48 oder solche anderen Durchmessers oder anderer Länge sein.
[0046] Die Anbindung der Seitenabstützvorrichtung 19 an die Tragwerksstruktur 5 wird anhand
der Darstellung in Figur 5 erläutert. Die Vertikalbalken 20 sind jeweils als Doppelbalken
mit zwei parallelen Wangen 50a, 50b ausgeführt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind die Wangen 50a, 50b jeweils L-Profile aus Stahl, deren kurze Schenkel voneinander
weg weisen. In Längsrichtung der Wangen 50a, 50b sind jeweils Bohrungen 51 mit einem
vorgegebenen Raster r ausgebildet (nur in der in der Figur hinteren Wange 50b zu sehen,
bei der vorderen Wange 50a sind die Bohrungen 51 durch den kurzen Schenkel verdeckt).
Die Bohrungen 51 der Wangen 50a, 50b sind als fluchtende Bohrungen ausgeführt, d.h.,
jeweils eine Bohrung 51 der einen Wange 50a fluchtet mit einer Bohrung der anderen
Wange 50b. Ein Paar dieser fluchtenden Bohrungen 51 definieren beispielsweise eine
Anlenkachse 52 für die Diagonalstrebe 25 der jeweilige Tragscheibe 14. Die Verbindung
wird vorzugsweise über einen Bolzen 48 als Lagerachse mit einem Splint 49 als Sicherung
durchgeführt. Es kann aber auch ein Schraubbolzen als Lagerachse mit Mutter als Sicherungselement
verwendet werden. Ein weiteres Paar der fluchtenden Bohrungen 51 definiert eine Schwenkachse
53, die auch eine Anlenkachse für den Stützarm 30 ist. Hierfür wird ein Bolzen 48
als Lagerachse durch das Paar der fluchtenden Bohrungen 51 und einen der Anlenklager
38 des Stützarms 30 geführt und gesichert. Der Stützarm 30 ist somit grundsätzlich
um die Schwenkachse 53 in einer Schwenkrichtung 54 schwenkbar. Die Schwenklage des
Schwenkarms 30 kann mittels einer Strebe 55 festgelegt werden, die einenends an dem
Strebenlager 39 des Schwenkarms 30 und anderenends an dem Vertikalbalken 20 angelenkt
ist. Alternativ kann die Strebe 55 auch in einem freien Anlenklager 38 angelenkt werden
oder mittels eines (nicht gezeigten) Adapters. Die Strebe 55 kann ein Außenrohr 56
und ein in dem Außenrohr 56 geführtes Innenrohr 57 aufweisen, sodass die Strebe 55
längenveränderlich (teleskopierbar) ist. Hierdurch einerseits und durch die Wahl eines
geeigneten Paars fluchtender Bohrungen 51 am Vertikalbalken 20 als Anlenkachse 58
andererseits kann die Schwenklage des Stützarms 50 eingestellt werden. Die Schwenklage
des Stützarms 50 wird in der Praxis so eingestellt, dass die Stützarmlängsachse 37
und die Stützfingerlängsachsen 34a, 34b im Wesentlichen flächennormal zur Wandung
12 verlaufen.
[0047] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist die Seitenabstützvorrichtung 19 so an der
Tragwerksstruktur 5 angebracht, dass sich der Stützarm 30 von dem Vertikalbalken 20
der Tragwerksstruktur 5 weg in Richtung der Wandung 12 des Baukörpers 1 erstreckt.
Bei engen räumlichen Verhältnissen, etwa sehr naher Lage der Wandung 12 an der Tragwerksstruktur
5, kann dies problematisch sein. Durch geeignete Wahl des Anlenklagers 38 und Strebenlagers
39 kann die Seitenabstützvorrichtung 19 so an der Tragwerksstruktur 5 angebracht werden,
dass sich der Stützarm 30 von dem Vertikalbalken 20 der Tragwerksstruktur 5 aus von
der Wandung 12 des Baukörpers 1 weg, also sozusagen ins "Innere" der Tragwerksstruktur
5 hinein, erstreckt. Zu diesem Zweck wird der anstelle eines der Anlenklager 38 ein
Ersatz-Anlenkpunkt 38', der in Verlängerung der Anlenklager 38, aber auf der anderen
Seite der Lagereinheit 33 im Bereich des bisher gewählten Strebpunkts, liegt, vorgesehen
ist, zur Anlenkung des Stützarms 30 an dem Vertikalbalken 20 in der Schwenkachse 53
verwendet, und das andere Strebenlager oder Ersatz-Strebenlager 39' zur Anbindung
der Strebe 55 gewählt. Die Lagerhülsen 44a, 44b liegen so weit auseinander, dass die
Stützfinger 31a, 31b beidseits der Wangen 50a, 50b geführt werden können und zugänglich
sind. So können die Anlageelemente 32a, 32b im zurückgezogenen Zustand hinter den
Vertikalbalken 20 verschwinden und im ausgefahrenen Zustand nur ein kurzes Stück über
die Vertikalbalken 20 hinausragen.
[0048] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Seitenabstützvorrichtung 19 ist das Querrohr
43 der Lagereinheit 33 fest mit dem Stützarm 30 verbunden, beispielsweise unlösbar
verschweißt, es kann aber auch eine andere Befestigung vorgesehen sein. Beispielsweise
kann eine Lagereinheit 33 auch über eine Flanschplatte mit dem Stützarm 30 verschraubt
sein. Es ist auch denkbar, dass die ganze Lagereinheit 33 gegenüber dem Stützarm 30
beweglich, etwa axial verstellbar oder abkippbar, gelagert ist. Es können auch getrennte
Lagereinheiten für jeden Stützfinger 31a, 31b vorgesehen sein. Zusätzlich oder alternativ
zur axialen Einstellbarkeit der Stützfinger 31a, 31b können die Anlageelemente 32a,
32b auch von dem äußeren Ende der Stützfinger 31a, 31b abklappbar oder wegschwenkbar
sein.
[0049] Tragende Elemente der Seitenabstützvorrichtung 19, insbesondere des Stützarms 30,
der Stützfinger 31a, 31b und der Lagereinheit 33 sind vorteilhaft aus Standardelementen
wie etwa Stahlprofilen hergestellt.
[0050] In Figur 6 ist ein Verfahren zum Verschieben eines Schalungssystems mit der Tragwerksstruktur
5 in der Anordnung an dem Baukörper 1 in einer Vorschubrichtung 61, die in Längserstreckungsrichtung,
im vorliegenden Beispiel in entgegengesetzter Orientierung, verläuft, anhand dreier
lediglich zur Veranschaulichung gewählter Momentanzustände (a), (b), (c) schematisch
dargestellt, wobei der Baukörper 1 ein Hindernis 60 aufweist, das an der Wandung 12
in vertikaler Richtung verläuft und in Breitenrichtung von der Wandung 12 absteht.
Das Hindernis 60 kann beispielsweise ein Versteifungssteg oder Flanschkragen oder
Kabelstrang oder Rohrleitung oder jedes andere Hindernis sein, an welchem eine gewöhnliche
Seitenabstützung beim Verfahren hängen bleiben würde. Die erfindungsgemäße Seitenabstützvorrichtung
19 ist jedoch aufgrund ihrer zwei unabhängig voneinander verstellbaren Stützfinger
31a, 31b zur Überwindung des Hindernisses 60 ausgelegt.
[0051] Zunächst wird die Tragwerksstruktur 5 verschoben, bis ein erster Stützfinger 31a
des Stützarms 30 einer der Seitenabstützvorrichtungen 19 mit seinem Anlageelement
32a auf das Hindernis 60 trifft (Schritt S610). Das "Treffen" muss kein Anstoßen sein,
vielmehr kann ein bevorstehendes Anstoßen manuell oder sensorisch festgestellt werden.
Daraufhin wird das Verschieben der Tragwerksstruktur 5 angehalten und der erste Stützfinger
31a axial verschoben, um dessen Anlageelement 32a von der Wandung 12 des Baukörpers
1 zu beabstanden (Schritt S620). Sodann wird die Tragwerksstruktur 5 weiter verschoben,
bis ein zweiter Stützfinger 31b des Stützarms 30 der Seitenabstützvorrichtung 19 mit
seinem Anlageelement 32b auf das Hindernis 60 trifft (Schritt S630), und das Verschieben
der Tragwerksstruktur 5 erneut angehalten. Dies ist die Situation in Momentanzustand
(a) in Figur 6.
[0052] Nun wird der erste Stützfinger 31a axial verschoben, um dessen Anlageelement 32a
wieder an der Wandung 12 des Baukörpers 1 anzulegen (Schritt S640). Dies ist die Situation
in Momentanzustand (b) in Figur 6.
[0053] Sodann wird bei stehender Tragwerksstruktur 5 der zweite Stützfinger 31b axial verschoben,
um dessen Anlageelement 32b von der Wandung 12 des Baukörpers 1 zu beabstanden (Schritt
S650). Dies ist die Situation in Momentanzustand (c) in Figur 6. Sodann wird die Tragwerksstruktur
5 weiter verschoben, bis das Anlageelement 32b des zweiten Stützfingers 31b wieder
an der Wandung 12 angelegt werden kann, was dann, ggf. nach erneutem Anhalten des
Verschiebens der Tragwerksstruktur, geschieht, und die Tragwerksstruktur 5 kann weiter
verschoben werden.
[0054] Diese Vorgänge können wiederholt werden, bis alle Seitenabstützvorrichtungen 19 der
Tragwerksstruktur 5 das Hindernis 60 überwunden haben.
[0055] Da die Stützfinger 31a, 31b mehrere Feststellpunkte 42 über die Länge verteilt aufweisen,
können auch Stufen im Abstand der Wandung 12 von der Tragwerksstruktur 5 überwunden
werden, indem in Schritt S640 und in einem nach Schritt S660 durchzuführenden Schritt
die Stützfinger 31a, 31b in einem anderen der Feststellpunkte 42 als vorher festgelegt
werden und ggf. der axiale Abstand über die Stellmutter 47 nachjustiert wird.
[0056] Mittels der Erfindung können Kräfte durch Eigengewicht des Schalwagens und die Kräfte
durch eingebrachten Ortbeton über Standardelemente, etwa PERI Variokitbauteile, und
den Druckpunkt in das Tragwerk der Brücke (Stahlbau/Trog/Träger) geleitet werden.
Dieser Druckpunkt kann Lasten aus Eigengewicht und Betongewicht aufnehmen und übertragen.
Zusätzlich kann mit diesem Druckpunkt über Hindernisse am Bauwerk gefahren werden,
ohne die Abstützung der Last zu verlieren.
[0057] Die untere Abstützung des Schalwagens besteht somit aus einzelnen längsverschiebbaren
oder längenveränderlichen oder klappbaren Rollenbaugruppen, die am Schalwagen befestigt
sind. Erreicht beim Verfahren des Schalwagens eine Rollenbaugruppe ein Hindernis,
wird die Rollenbaugruppe zurückgefahren/geklappt, sodass die Lasten über die Steifigkeit
des Systems/der Rollenbaugruppe auf die noch am Stahlbau verbleibenden Rollen abgeleitet
werden. Anschließend wird das System weiter in Längserstreckungsrichtung bewegt, bis
die zurückgefahrene Rolle das Hindernis passiert hat. Abschließend wird die Rolle
wieder in die Ausgangsposition gebracht.
[0058] In Fig. 7 zeigt eine Anordnung einer Tragwerksstruktur 5' an einer Wandung 12 eines
Baukörpers nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer schematischen
Draufsicht. Die vorliegend in Längserstreckungsrichtung x ausgerichtete Wandung 12
weist ein Hindernis 60 in Form ein Versteifungselementes, auch Steife genannt, auf,
wobei zwei Stützfinger 31a, 31b von Seitenabstützvorrichtungen 19 mit ihren Anlageelementen
32a, 32b sich gegen die Wandung 12 abstützen. Die Anlageelemente 32a, 32b umfassen
jeweils 2 Rollen 40 mit Rollenachsen 41, so dass die Tragwerkstruktur 5' über die
Seitenabstützvorrichtungen 19 mit insgesamt vier Rollen 40 gegen die Wandung 12 abgestützt
ist und in oder entgegen der Längserstreckungsrichtung x entlang der Wandung 12 verfahrbar
ist. Die Stützfinger 31a, 31b sind jeweils über Rollenachsaufnahmeelemente 41a, 41b
mit den rollen 40 verbunden, wobei jedes Rollenachsaufnahmeelement 41a, 41b zwei Rollen
40 aufnimmt.
[0059] Die Seitenabstützvorrichtung 19 mit den Stützfingern 31a, 31b umfasst einen Stützarm
30b, wobei der Stützarm 30b derart an der Tragwerksstruktur 5 vor Anbringung des Stützarms
30b angebracht ist, dass er nach Anbringung an der Tragwerksstruktur 5 ohne den Stützarm
30b ein Bestandteil, insbesondere in Form eines langgestreckten Trägers, der Tragwerkstruktur
5' mit dem Stützarm 30b ist. An dem Stützarm 30b ist ein Vertikalbalken 20 mittels
eine Bolzens, insbesondere Schraubbolzens, befestigt, wobei der Stützarm 30b zumindest
teilweise in Längserstreckungsrichtung x zwischen den benachbart angeordneten Stützfingern
31a, 31b angeordnet ist.
[0060] Die Stützfinger 31a, 31b sind in einer gemeinsamen Lagereinheit 30 in Form eines
Riegels aufgenommen, vorzugsweise eines langgestreckten Riegel oder einen Stahlriegel,
wobei die gemeinsame Lagereinheit 30 in Form des Riegels einen weiteren Bestandteil
der Tragwerkstruktur 5' bildet. An dem Riegel ist ein weiterer Stützarm 30a als Bestandteil
der Tragwerkstruktur 5' angebracht, an dem wie bei dem Stützarm 30b ein Vertikalbalken
20 mittels eines Bolzens angebracht ist. Die Stützfinger 31a, 31b sind jeweils zumindest
teilweise in Längserstreckungsrichtung x zwischen den zwei benachbart angeordneten
Stützarmen 30a und 30b an dem Riegel 33 gelagert, wobei der Stützfinger 31a, 31b in
Längserstreckungsrichtung x an unterschiedlichen Positionen zwischen den benachbart
angeordneten Stützarmen 30a, 30b an dem Riegel lagerbar ist. An dem Riegel 33 ist
der Stützfinger 31a oder 31b mittels eines Stützfingeraufnahmeelementes 72, z.B. in
Form eines Flansches, aufgenommen ist, das an dem Riegel befestigt ist, wie dargestellt
beispielsweise über in den Riegel eingebrachte Bohrungen 71, und von dem der Stützfinger
31a oder 31b geführt ist. An jedem der Stützfinger 31a, 31b ist eine Einstellvorrichtung
36a, 36b vorhanden, über die in Einstellrichtungen 35a, 35b, vorliegend in und entgegen
einer y-Richtung der Stützfingerlängsachse, Abstände der Rollen 40 der Stützfinger
31a, 31b von der Wandung 12 eingestellt werden können. An dem Riegel als gemeinsamer
Lagereinheit 33 können neben den Stützfingern 31a, 31b weitere Stützfinger gelagert
sein.
[0061] In den Figuren 8A - 8D sind jeweils Momentanzustände einer Seitenabstützung in der
Anordnung von Figur 7 in einem Verfahren zum Verschieben eines Schalungssystems gemäß
einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. An der Tragwerkstruktur
5' sind die Seitenabstützvorrichtungen 19 derart angeordnet, dass der Riegel als gemeinsame
Lagereinheit 33 dient, die von drei Stützarmen30a, 30b, 30c gestützt wird. Das Verschieben
des Schalungssystems mit der Tragwerksstruktur 5' erfolgt in der Vorschubrichtung
61, die in Längserstreckungsrichtung, im vorliegenden Beispiel in entgegengesetzter
Orientierung, verläuft.
[0062] Zunächst wird die Tragwerksstruktur 5' verschoben, wobei beide Anlageelemente 32a,
32b an der Wandung 12 anliegen, bis ein erster Stützfinger 31a einer ersten der Seitenabstützvorrichtungen
19 mit seinem Anlageelement 32a auf das Hindernis 60 trifft (Schritt S710, Fig. 8A).
Das "Treffen" muss kein Anstoßen sein, vielmehr kann ein bevorstehendes Anstoßen manuell
oder sensorisch festgestellt werden. Daraufhin wird das Verschieben der Tragwerksstruktur
5' angehalten und der erste Stützfinger 31a axial verschoben, um dessen Anlageelement
32a von der Wandung 12 des Baukörpers 1 zu beabstanden (Schritt S720, Fig. 8B). Sodann
wird die Tragwerksstruktur 5' weiter verschoben, bis der erste Stützfinger 31a das
Hindernis 60 passiert hat (Schritt S730, Fig. 8C), und das Verschieben der Tragwerksstruktur
5' erneut angehalten. Nun wird der erste Stützfinger 31a axial verschoben, um dessen
Anlageelement 32a wieder an der Wandung 12 des Baukörpers 1 anzulegen (Schritt S740,
Fig. 8D).
[0063] Sodann wird die Tragwerksstruktur 5' weiter verschoben, wobei beide Anlageelemente
32a, 32b an der Wandung 12 anliegen, bis ein zweiter Stützfinger 31b einer der Seitenabstützvorrichtungen
19 mit seinem Anlageelement 32b auf das Hindernis 60 trifft. Mit dem zweiten Stützfinger
31b statt mit dem ersten Stützfinger 31a wiederholen sich die Schritte S710 bis S740,
bis die zweite Seitenabstützvorrichtung 19 das Hindernis 60 überwunden hat. Die Schritte
S710 bis S740 für die erste Seitenabstützvorrichtung 19 und die entsprechenden Schritte
für die zweite Seitenabstützvorrichtung 19 wiederholen sich, bis alle zu überwindenden
Hindernisse 60 überwunden sind.
[0064] Da die Stützfinger 31a, 31b mehrere Feststellpunkte 42 über die Länge verteilt aufweisen
(siehe Fig. 4 mit dem Riegel 33 anstelle des Lagerträgers 43 und des Stützarms 30b
anstelle des Stützarms 30), können auch Stufen im Abstand der Wandung 12 von der Tragwerksstruktur
5 überwunden werden, indem die Stützfinger 31a, 31b in einem anderen der Feststellpunkte
42 als vorher festgelegt werden und ggf. der axiale Abstand über die Stellmutter 47
nachjustiert wird.
[0065] Zusammengefasst betrifft die Erfindung eine Seitenabstützvorrichtung 19 für eine
Tragwerksstruktur 5 für eine Schalung, insbesondere einen untenfahrenden Schalwagen,
zum Betonieren eines von einer Bezugskante 3 eines Baukörpers 1 eines Bauwerks seitlich
abstehenden, insbesondere auskragenden Betonteils, wobei die Tragwerksstruktur 5 mittels
einer Tragvorrichtung, insbesondere einer Tragschiene 7, die in an dem Baukörper 1
entlang der Bezugskante 3 angebrachten Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung
x der Bezugskante 3 verschiebbar geführt ist, abhängbar ist. Die Seitenabstützvorrichtung
19 dient der Abstützung der Tragwerksstruktur 5 gegen den Baukörper 1 unterhalb der
Tragvorrichtung derart, dass ein um die Tragvorrichtung wirkendes Moment M in eine
Wandung 12, insbesondere Seitenwand, des Baukörpers 1 abgeleitet werden kann. Die
die Seitenabstützvorrichtung 19 weist einen zur Anbringung an der Tragwerksstruktur
5 anbringbaren Stützarm 30 und zwei an dem Stützarm 30 gelagerte Stützfinger 31a,
31b auf, wobei die Stützfinger 31a, 31b jeweils ein Anlageelement 32a, 32b zur Anlage
an der Wandung 12 des Baukörpers 1 aufweisen, wobei die Stützfinger 31a, 31b getrennt
voneinander einstellbar sind, um eine Position des Anlageelements 32a, 32b gegenüber
dem Stützarm 30 jeweils zu verändern. Ein Schalungssystem weist die Schalung mit der
Tragwerksstruktur 5 und einer oder mehreren in Längserstreckungsrichtung x des Bauwerks
voneinander beabstandeten Seitenabstützvorrichtungen 19. Weiter wird eine Anordnung
aus der Schalung mit Tragwerksstruktur 5 und dem Bauwerk vorgeschlagen. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zum Verschieben des Schalungssystems mit Schritten,
die ein Überwinden eines Hindernisses an der Wandung 12 durch wechselweises Beabstanden
und Anlegen der Anlageelemente 32a, 32b an der Wandung 12 ermöglicht.
[0066] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht nur für Schalwagen zum Betonieren, sondern
auch für andere abgehängte und seitlich abgestützte Tragwerksstrukturen, die an einer
Wandung entlang verschiebbar sind, einsetzbar ist, so etwa für Wartungswagen oder
Reinigungsgondeln. Die Abhängung kann auch durch andere Tragvorrichtungen als in den
Aufhängeköpfen geführte Tragschiene erfolgen, so etwa durch eine an einer Schiene
verfahrbare Kraneinheit.
[0067] Die unter Bezug auf die dargestellten und/oder beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschriebenen Merkmale der Erfindung können auch bei anderen Ausführungsformen der
Erfindung vorhanden sein, außer wenn es anders angegeben ist oder sich aus technischen
Gründen von selbst verbietet. Im Übrigen wird der Gegenstand der Erfindung allein
durch den oder die unabhängigen Ansprüche definiert. Weitere Gegenstände können durch
jedwede Kombination von hierin beschriebenen Merkmalen gebildet werden, die gegenüber
dem Stand der Technik neu ist und diesem gegenüber eine objektive Aufgabe in nicht
naheliegender Weise löst, ohne dass es dafür zwingend anderer Merkmale, die zur Lösung
dieser Aufgabe nicht erforderlich sind, bedürfte, auch wenn diese anderen Merkmale
in den hierin beschriebenen Ausführungsbeispielen vorhanden sind. Einzelheiten eines
Ausführungsbeispiels sind, soweit nicht konkret unabhängig beansprucht, als beispielhaft
und optional zu betrachten.
Bezugszeichenliste
[0068]
- 1
- Baukörper
- 2
- Stahlbau-Kastenstruktur
- 3
- Bezugskante
- 4
- Aufhängekopf
- 5
- Tragwerksstruktur (Schalwagen Schalung)
- 6
- Schalung (Schalplatte)
- 7
- Tragschiene
- 8
- Konsole
- 9
- Zuganker
- 10
- Anschlagelement
- 11
- Seitenstütze
- 12
- Wandung
- 13
- Gestell
- 14
- Tragscheibe
- 15
- Schienenverbinder
- 16a, 16b
- obere, untere Längslattung
- 17
- Arbeitsbühne
- 18
- Öffnung
- 19
- Seitenabstützvorrichtung
- 20
- Vertikalbalken
- 21
- oberer Ausleger
- 22
- Beschlag
- 23
- Schlitten (höhenverstellbar)
- 24
- Schwenklager
- 25
- Diagonalstrebe
- 26
- unterer Ausleger
- 27
- Beschlag
- 28
- Geländer
- 30
- Stützarm
- 30a, 30b, 30c
- Stützarm
- 31a, 31b
- Stützfinger
- 32a, 32b
- Anlageelement
- 33
- Lagereinheit
- 34a, 34b
- Stützfingerlängsachse
- 35a, 35b
- Einstellrichtung
- 36a, 36b
- Feststelleinrichtung
- 37
- Stützarmlängsachse
- 38
- Anlenklager (Querloch)
- 38'
- Ersatz-Anlenklager
- 39
- Strebenlager (Lagerbock)
- 39'
- Ersatz- Strebenlager
- 40
- Rolle
- 41
- Rollenachse
- 41a
- Rollenachsenaufnahmeelement
- 42
- Feststellpunkt (Loch)
- 43
- Lagerträger (Querbalken)
- 44a, 44b
- Lagerhülse
- 45
- Langloch
- 46
- Rastbügel
- 47
- Stellmutter
- 48
- Bolzen
- 49
- Splint
- 50a, 50b
- Wange (L-Profil)
- 51
- Bohrung
- 52
- Anlenkachse
- 53
- Schwenkachse
- 54
- Schwenkwinkel
- 55
- Strebe
- 56
- Außenrohr
- 57
- Innenrohr
- 58
- Anlenkachse
- 59
- Abstrebachse
- 60
- Hindernis
- 61
- Vorschubrichtung
- 71
- Bohrung
- 72
- Stützfingeraufnahmeelement (Flansch)
- L
- Last (Betonierlast, Eigengewicht, Belegschaft)
- M
- Drehmoment
- R
- Resultierende Lagerkraft
- S
- Stützkraft
- -S
- Stützkraft in umgekehrter Richtung
- S610, ...
- Verfahrensschritt
- S710, ...
- Verfahrensschritt
- T
- Tragkraft
- p
- Lasthebel länge Spiel
- r
- Raster
- s
- Stützlänge
- t
- Tragschienenachse
- x
- Längserstreckungsrichtung
- y
- Breitenrichtung
- z
- Vertikalrichtung
[0069] Die vorstehende Liste ist integraler Bestandteil der Beschreibung.
1. Seitenabstützvorrichtung (19) für eine Tragwerksstruktur (5) für eine Schalung, insbesondere
einen untenfahrenden Schalwagen, zum Betonieren eines von einer Bezugskante (3) eines
Baukörpers (1) eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere auskragenden Betonteils,
wobei die Tragwerksstruktur (5) mittels einer Tragvorrichtung, insbesondere einer
Tragschiene (7), die in an dem Baukörper (1) entlang der Bezugskante (3) angebrachten
Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung (x) der Bezugskante (3) verschiebbar geführt
ist, abhängbar ist, zur Abstützung der Tragwerksstruktur (5) gegen den Baukörper (1)
unterhalb der Tragvorrichtung derart, dass ein um die Tragvorrichtung wirkendes Moment
(M) in eine Wandung (12), insbesondere Seitenwand, des Baukörpers (1) abgeleitet werden
kann, wobei die Seitenabstützvorrichtung (19) einen zur Anbringung an der Tragwerksstruktur
(5) anbringbaren Stützarm (30, 30a, 30b, 30c) und zwei an dem Stützarm (30) gelagerte
Stützfinger (31a, 31b) aufweist, wobei die Stützfinger (31a, 31b) jeweils ein Anlageelement
(32a, 32b) zur Anlage an der Wandung (12) des Baukörpers (1) aufweisen, wobei die
Stützfinger (31a, 31b) getrennt voneinander einstellbar sind, um eine Position des
Anlageelements (32a, 32b) gegenüber dem Stützarm (30) jeweils zu verändern.
2. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 1, wobei die Stützfinger (31a, 31b) jeweils
eine Stützfingerlängsachse (34a, 34b) aufweisen, die vorzugsweise parallel zueinander,
insbesondere parallel zu einer Stützarmlängsachse (37) des Stützarms (30, 30a, 30b,
30c), sind, gegenüber dem Stützarm (30, 30a, 30b, 30c) axial verschiebbar gelagert
und vorzugsweise in wenigstens einer axialen Verschiebeposition feststellbar sind.
3. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Stützfinger (31a,
31b) in einer gemeinsamen Lagereinheit (33) oder in jeweils eigenen Lagereinheiten
getrennt voneinander axial verstellbar gelagert sind.
4. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 3, wobei die Lagereinheit (33) oder die
Lagereinheiten fest am Stützarm (30, 30a, 30b, 30c) angebracht ist/sind.
5. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 4, wobei der Stützarm (30a, 30b, 30c)
derart an der Tragwerksstruktur (5) angebracht ist, dass er nach Anbringung an der
Tragwerksstruktur (5) ein Bestandteil, insbesondere in Form eines langgestreckten
Trägers, der Tragwerkstruktur (5') ist.
6. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 5, wobei die gemeinsame Lagereinheit (33)
einen Riegel, vorzugsweise einen langgestreckten Riegel oder einen Stahlriegel, als
weiteren Bestandteil der Tragwerkstruktur (5') umfasst.
7. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 6, wobei an dem Riegel mehrere Stützarme
(30a, 30b, 30c) als Bestandteile der Tragwerkstruktur (5') angebracht sind.
8. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 7, wobei jeweils ein Stützfinger (31a,
31b) zumindest teilweise in Längserstreckungsrichtung (x) zwischen zwei benachbart
angeordneten Stützarmen (30a, 30b, 30c) an dem Riegel gelagert ist, wobei bevorzugt
der jeweils eine Stützfinger in Längserstreckungsrichtung (x) an unterschiedlichen
Positionen zwischen den benachbart angeordneten Stützarmen (10a, 30b, 30c) an dem
Riegel lagerbar ist.
9. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei an dem Riegel
der Stützfinger (31a, 31b) mittels eines Stützfingeraufnahmeelementes (72) aufgenommen
ist, das an dem Riegel befestigt ist, beispielsweise über in den Riegel eingebrachte
Bohrungen (71), und von dem Stützfinger (31a, 31b) geführt ist.
10. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 5 bis 9, wobei an dem Riegel
als gemeinsamer Lagereinheit (33) weitere Stützfinger (31a, 31b) gelagert sind.
11. Seitenabstützvorrichtung (19) nach Anspruch 3, wobei die Lagereinheit (33) oder die
Lagereinheiten axial verstellbar zu einer Stützarmlängsachse (37) des Stützarms (30)
am Stützarm (30) angebracht ist sind.
12. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der Ansprüche 3, 4 oder 11, wobei die Lagereinheit
(33) oder die Lagereinheiten schwenkbar und in Schwenkstellungen feststellbar am Stützarm
(30) angebracht ist/sind.
13. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Stützarm
(30, 30a, 30b, 30c) längenverstellbar ist.
14. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Anlageelement
(32a, 32b) eine Stützrolle (40), mehrere Stützrollen (40), insbesondere zwei Stützrollen
(40), oder ein Gleitelement zur Anlage an der Wandung (12) des Baukörpers (1) aufweist.
15. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Anlageelement
(32a, 32b) von einem Ende des Stützfingers (31a, 31b) und/oder jeder Stützfinger (31a,
31b) separat von dem Stützarm (30) abklappbar ist.
16. Seitenabstützvorrichtung (19) nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Seitenabstützvorrichtung
(19) an ein von der Wandung (12) des Trägers abstehendes Hindernis (60), insbesondere
Versteifungssteg oder Flanschkragen oder Kabelstrang oder Rohrleitung, derart angepasst
ist, dass ein Abstand der Anlageelemente der Stützfinger (31a, 31b) in Längserstreckungsrichtung
(x) voneinander mindestens einer Breite des Hindernisses entspricht und ein möglicher
Verstellweg zur Positionsänderung des Anlageelements (32a, 32b) mindestens einer Höhe
des Hindernisses (60) entspricht.
17. Schalungssystem, aufweisend eine Schalung mit einer die Schalung tragenden Tragwerksstruktur
(5), insbesondere in Form eines untenfahrenden Schalwagens, zum Betonieren eines von
einer Bezugskante (3) eines Baukörpers (1) eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere
auskragenden Betonteils, wobei die Tragwerksstruktur (5) mittels einer Tragvorrichtung,
insbesondere einer Tragschiene (7), die in an dem Baukörper (1) entlang der Bezugskante
(3) angebrachten Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung (x) der Bezugskante (3)
verschiebbar geführt ist, abhängbar ist, mit einer oder mehreren in Längserstreckungsrichtung
(x) des Bauwerks voneinander beabstandeten Seitenabstützvorrichtungen (19), die zur
Abstützung der Tragwerksstruktur (5) gegen eine Wandung (12), insbesondere Seitenwand,
des Baukörpers (1) unterhalb der Tragvorrichtung angebracht ist/sind, um ein um die
Tragvorrichtung wirkendes Moment (M) in die Wandung (12) des Baukörpers (1) abzuleiten,
wobei die Seitenabstützvorrichtung(en) (19) jeweils nach einem der vorstehenden Ansprüche
ausgebildet ist/sind und derart an der Tragwerksstruktur (5) angebracht ist/sind,
dass die Stützfinger (31a, 31b) in Richtung der Wandung (12) des Baukörpers (1) abragen
können.
18. Schalungssystem nach Anspruch 17, wobei die Seitenabstützvorrichtung(en) (19) schwenkbar
und in Schwenkstellungen feststellbar an der Tragwerksstruktur (5) gelagert ist/sind.
19. Schalungssystem nach Anspruch 17 oder 18, wobei die Seitenabstützvorrichtung(en) (19)
bezüglich einer Stützarmlängsachse (37) des jeweiligen Stützarms (30) axial verstellbar
an der Tragwerksstruktur (5) gelagert ist/sind.
20. Schalungssystem nach einem der Ansprüche 17 bis 19, wobei die Seitenabstützvorrichtung(en)
(19) in Anzahl und Dimensionierung ausgelegt ist/sind, um das durch Eigengewicht und
Betonierlast sowie optionale Zusatzlasten auf die Tragwerksstruktur (5) wirkende Moment
(M) um die Tragvorrichtung sicher in den Baukörper (1) abzuleiten.
21. Anordnung aus einer Schalung mit einer Tragwerksstruktur (5), insbesondere in Form
eines untenfahrenden Schalwagens, welche die Schalung trägt, zum Betonieren eines
von einer Bezugskante (3) eines Baukörpers (1), insbesondere Stahlbaukörpers (1),
eines Bauwerks seitlich abstehenden, insbesondere auskragenden Betonteils, und dem
Bauwerk, wobei die Tragwerksstruktur (5) mittels einer Tragvorrichtung, insbesondere
einer Tragschiene (7), die in an dem Baukörper (1) entlang der Bezugskante (3) angebrachten
Aufhängeköpfen in Längserstreckungsrichtung (x) der Bezugskante (3) verschiebbar geführt
ist, abgehängt ist und mittels einer oder mehrerer in der Längserstreckungsrichtung
(x) voneinander beabstandeten Seitenabstützvorrichtungen (19), die unterhalb der Tragvorrichtung
an der Tragwerksstruktur (5) angebracht sind, gegen eine Wandung (12), insbesondere
Seitenwand, des Baukörpers (1) abgestützt ist, um ein um die Tragvorrichtung wirkendes
Moment (M) in die Wandung (12) des Baukörpers (1) abzuleiten, wobei die Seitenabstützvorrichtung(en)
(19) jeweils nach einem der Ansprüche 1 bis 16 ausgebildet ist/sind und derart an
der Tragwerksstruktur (5) angebracht ist/sind, dass die Stützfinger (31a, 31b) in
Richtung der Wandung (12) des Baukörpers (1) abragen.
22. Anordnung nach Anspruch 21, wobei die Seitenabstützvorrichtung(en) (19) derart an
der Tragwerksstruktur (5) angebracht ist/sind, dass die Anlageelemente (32a, 32b)
im Wesentlichen flächennormal an der Wandung (12) des Baukörpers (1) anliegen.
23. Verfahren zum Verschieben des Schalungssystems nach Anspruch 17 bis 20 in einer Anordnung
nach Anspruch 21 oder Anspruch 22 in Längserstreckungsrichtung (x), mit den Schritten:
- Verschieben der Tragwerksstruktur (5), bis ein erster Stützfinger (31a) des Stützarms
(30) einer der Seitenabstützvorrichtungen (19) mit seinem Anlageelement (32a) auf
ein Hindernis (60), insbesondere Versteifungssteg oder Flanschkragen oder Kabelstrang
oder Rohrleitung, an der Wandung (12) des Baukörpers (1) trifft (S610, S710),
- Anhalten des Verschiebens der Tragwerksstruktur (5) und Beabstanden des Anlageelements
(32a) des ersten Stützfingers (31a) von der Wandung (12) des Baukörpers (1), vorzugsweise
durch axiales Verschieben oder Abklappen des ersten Stützfingers (31a) oder Abklappen
von dessen Anlageelement (32a) (S620, S720),
- Weiterverschieben der Tragwerksstruktur (5), bis der erste Stützfinger (31a) das
Hindernis (60) passiert hat, wobei die Tragwerksstruktur (5) optional weiterverschoben
wird, bis ein zweiter Stützfinger (31b) des Stützarms (30) der einen der Seitenabstützvorrichtungen
(19) mit seinem Anlageelement (32b) auf das Hindernis (60) trifft oder sich das Hindernis
(60) in Längserstreckungsrichtung zwischen dem ersten Stützfinger (31a) und dem zweiten
Stützfinger (31b) befindet (S630, S730),
- Anhalten des Verschiebens der Tragwerksstruktur (5), Wiederanlegen des Anlageelements
(32a) des ersten Stützfingers (31a) an der Wandung (12) des Baukörpers (1) (S640,
S740), und Beabstanden des Anlageelements (32b) des zweiten Stützfingers (31b) von
der Wandung (12) des Baukörpers (1), vorzugsweise durch axiales Verschieben oder Abklappen
des zweiten Stützfingers oder Abklappen von dessen Anlageelements (S640),
- Weiterverschieben der Tragwerksstruktur (5), bis das Anlageelement (32b) des zweiten
Stützfingers (31b) wieder angelegt werden kann (S660), Anhalten des Verschiebens der
Tragwerksstruktur (5), und Wiederanlegen des Anlageelements (32b) des zweiten Stützfingers
(31b) an der Wandung (12) des Baukörpers (1).
24. Verfahren nach Anspruch 23 mit dem zusätzlichen Schritt:
- Wiederholen der Schritte des Anspruchs 23 für weitere der Seitenabstützvorrichtungen
(19), vorzugsweise bis alle Seitenabstützvorrichtungen (19) das Hindernis (60) passiert
haben.