[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mikromechanischen Ultraschallwandlers
und einen Ultraschallwandler nach dem ersten und neunten Patentanspruch.
[0002] Mikromechanische Ultraschallwandler (engl. micromachined ultrasonic transducer-MUTs)
bestehen aus mechanischen und elektrischen Elementen, sowie elektromechanischen Wandlern.
Durch die Geometrie der mechanischen Komponenten (bspw. eine Membran) werden die Eigenfrequenzen
des Wandlers bestimmt. Elektromechanische Wandler transformieren die elektrische in
mechanische Energie und umgekehrt, beispielsweise durch Elektrostatik, Piezoelektrik
oder andere Wandlerverfahren. Die elektrischen Komponenten sind elektrische Leitbahnen.
Bei MUTs gemäß dem Stand der Technik werden diese Grundkomponenten in einem Layout
festgelegt.
[0003] Die Chipgröße und die elektrische Verschaltung von MUTs wird hierbei in den Lithografieebenen
festgelegt. Nach der Herstellung durch Mikrotechnologien im Waferlevel werden die
Chips zum Beispiel durch Sägen vereinzelt. Die Chipgröße für ein MUT-Layout ist nicht
veränderbar und die elektrische Verschaltung der einzelnen Wandlerelemente auf dem
Chip nicht adaptierbar.
[0004] Die Druckschrift
US 7,531,371 B2 beschreibt ein Verfahren und bezieht sich auf Mehrflächenarrays, die sich hinsichtlich
ihrer räumlichen Anordnung unterscheiden, wobei bei dem auf einem oder auch mehreren
Wafern Mikrobauelemente bereitgestellt werden. Die einzelnen Chips werden anschließend
getrennt und auf einem Substrat positioniert. Im Anschluss erfolgt die Herstellung
der Verbindungen zwischen den einzelnen Chips. Nachteilig ist, dass die elektronische
Konfiguration im Layout festgelegt und nachträglich nicht mehr anpassbar ist.
[0005] In der Druckschrift
EP 3 684 081 B1 wird ein Herstellungsverfahren für mehrere MEMS-Schallwandler beschrieben. Auf einem
Wafer ist eine Vielzahl von MEMS-Schallwandlern angeordnet. Diese sind durch Piezoelemente
miteinander verbunden, die in einer Vergussmasse fixiert sind. Entsprechend den Anforderungen
der konkreten Anwendung werden die erforderlichen Piezoelemente freigestellt, sodass
sie aktiv werden. Diese Freisetzung erfolgt mittels Ätzen oder Laserbehandlung. Nachteilig
ist, dass die Wandler mit einer Formmasse umgossen werden müssen. Durch die Formmasse
werden die gesägten Chips "handhabbar gemacht" und nachträglich zu einem größeren
Chip (Schallwandler) angeordnet.
[0006] Die Druckschrift
DE 10 2020 204 773 A1 beschreibt gemäß Anspruch 1 eine Sensoranordnung einzelner Sensorelemente die eigenständig
funktionsfähig sind und zur Vereinzelung insbesondere eine Sägestraße aufweist. Nachteilig
bei diesem Verfahren ist, dass die Sensorfläche eine definierte Vereinzelungsstruktur
und eine definierte Sägestraße aufweisen muss und damit die Form und Größe des Chips
limitiert ist.
[0007] Ein weiterer Nachteil bei dem in Druckschrift
DE 10 2020 204 773 A1 beschriebenen Verfahren ist die gemäß Absatz [0021] definierte Montage und elektrische
Verdrahtung der einzelnen Sensoren. Diese werden auf einem separaten elektrischen
Träger miteinander verbunden und weitere Technologien zur Montage werden benötigt.
Darüber hinaus ist dieses Verfahren nur eingeschränkt adaptierbar, da im elektrischen
Träger das Design zur Verdrahtung festgelegt ist. Die Lösung nach dieser Druckschrift
sieht die elektrische Verdrahtung auf einem separaten Träger vor.
[0008] Die Druckschrift
US 2017/0165715 A1 beschreibt ein Verfahren zur Vereinzelung von Sensorelementen mit definierter Vereinzelungsstruktur,
aber ohne definierte Sägestraße. Die Form des Chips ist durch eine zusätzliche lithografische
Maske und einer tiefen reaktiven lonenstrahlätzung vom Substrat im Maskenlayout vordefiniert.
Die Chipgröße und Form ist demnach im Fertigungsdesign vordefiniert und kann nicht
frei gewählt werden. In Absatz [0012] wird definiert, dass die Chipgröße zwingend
ein Vielfaches der Basiszelle sein muss. Die erfinderische Tätigkeit aus Anspruch
1 und den abhängigen Ansprüchen ergibt sich daraus, dass die Chipgeometrie nicht im
Waferlevel-Layout festgelegt ist. Zudem ist in der Druckschrift die elektrische Verdrahtung
auf Chipebene vordefiniert und nicht frei wählbar, was unter Anderem in Figur 6 abgebildet
ist. Wäre es einem Fachmann ohne erfinderische Tätigkeit möglich gewesen die Ansprüche
einer Freiform-Chip-Geometrie und einem freien Design zur Verdrahtung der akustischen
Kanäle zu formulieren, dann wären diese unter Anderem in den Abschnitten [0012] ff
beschrieben.
[0009] Die nahestehenden Lösungen aus dem Stand der Technik definieren die Verschaltung
von einzelnen Wandlerelementen auf dem Substrat durch eine elektrische Verbindung
mittels eines Dünnschichtmetalls, das fotolithografisch festgelegt und nicht adaptierbar
ist. Aufgrund der festgelegten elektrischen Kontakte und der Positionen der Wandlerelemente
ist die Chipgröße im Design festgelegt. Der Wafer wird entsprechend der Abmaße des
Chips gesägt. Das Sägemaß wird im Design festgelegt und ist nicht adaptierbar.
[0010] Nachteilig gemäß dem Stand der Technik ist, dass kundenspezifische Wünsche nach eigenen
Chip-Geometrien und Verschaltungsarten der Wandlerelemente wie zum Beispiel die Anzahl
der unabhängig arbeitenden elektrischen Kanäle oder die Form eines Kanals als Linie,
rechteckige Fläche, kreisförmige Fläche, Ring, etc. nur durch ein Neudesign und eine
neue Fabrikation gelöst werden können. Die Grundkosten (Setupkosten) sind sehr hoch
und die Herstellungsdauer hierfür ist lang. Für kleinere und mittlere Stückzahlen
können keine wirtschaftlichen Systeme angeboten werden. Das Technologiedesign gemäß
dem Stand der Technik legt die Verschaltungsart und die Chipgröße in den Lithografieebenen
bei der Herstellung durch Mikrotechnologien fest. Die sich wiederholenden Grundelemente
der MUTs entsprechen der Abbildung eines Chips. Die elektrischen Leitbahnen der einzelnen
Kanäle sind gemäß dem Stand der Technik auf Waferlevel im Design festgelegt und können
nicht nachträglich verändert werden. Auch die mechanisch beweglichen Membranen mit
den Elektroden sind je Kanal durch die lithografische Strukturierung der Elemente
nicht modular, nicht adaptier- oder nachträglich änderbar. Der Chip kann nicht an
einer beliebigen Position vereinzelt werden, da sonst die Funktionalität zerstört
wird. Für jedes kundenspezifische Design entstehen neue Setupkosten.
[0011] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung eines mikromechanischen
Ultraschallwandlers und einen Ultraschallwandler zu entwickeln, das es erlaubt, mikromechanischen
Ultraschallwandler auf Substratebene als in Chipgröße und Kanalform und -anzahl modular
adaptierbar aufzubauen und als "off the shelf" Komponenten in mit einmaligen Setupkosten
bereitzustellen.
[0012] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des ersten und neunten Patentanspruchs gelöst.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0014] In dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines mikromechanischen Ultraschallwandlers
wird der mikromechanische Ultraschallwandler aus mehreren modularen Basiszellen gebildet,
wobei eine Vielzahl von Basiszellen rasterförmig auf einem Substrat angeordnet sind
und jede Basiszelle mindestens eine Elektrode und mindestens einen elektromechanischen
Wandler aufweist. Eine Vielzahl von Basiszellen bilden einen Chip, wobei der Chip
in Abhängigkeit der Anforderungen individuell aus dem Substrat durch Auftrennen entlang
wenigstens einer Vereinzelungslinie vereinzelt wird.
[0015] Verfahrensgemäß werden die Basiszellen in einer ersten Variante der Erfindung erst
nach der mikrotechnologischen Fertigung miteinander kontaktiert. In einer zweiten
Variante werden die Basiszellen auf Ebene der Dünnschichtelektroden elektrisch miteinander
verbunden und deren elektrische Verbindung nach der mikrotechnologischen Prozessierung
einzeln getrennt.
[0016] Die mikromechanischen Ultraschallwandler werden als im Layout identische Halbfabrikate
gefertigt und nachfolgend entsprechend der individuellen Anforderungen vereinzelt,
so dass in Abhängigkeit der Anforderungen eine Vielzahl von Basiszellen zur Verfügung
stehen und entsprechend der Anforderungen eine Kontaktierung der Basiszellen erfolgt
oder aufgehoben wird.
[0017] Die Ultraschallwandler können ohne die Verwendung eines zusätzlichen elektrischen
Trägers miteinander verschalten werden.
[0018] Die Basiszellen werden vorteilhafter Weise auf dem Substrat in Form eines Wafers
per Dünnschichtabscheidung und lithografischem Verfahren hergestellt.
[0019] Das Auftrennen und Vereinzeln erfolgt insbesondere in einer Freiform und besonders
bevorzugt durch Sägen entlang einer Sägelinie oder durch Bruchkanten. Der Abstand
der Vereinzelungsstrukturen zueinander ist nicht notwendigerweise ein Vielfaches der
Abmessungen der Basiszellen.
[0020] Durch die Vereinzelung entsteht eine aktiv nutzbare Chipfläche, wobei die aktiv genutzte
Chipfläche dem Vielfachen einer Basiszelle entspricht und miteinander verbunden oder
voneinander getrennt werden. Je nach Verfahren der Vereinzelung kann zusätzlich eine
passive Chipfläche entstehen. Die passive Chipfläche liegt im Bereich der wenigstens
einen Vereinzelungslinie und ist für die akustische Funktion des Chips nicht nutzbar.
[0021] Der erfindungsgemäße mikromechanische Ultraschallwandler weist mehrere zumindest
teilweise rasterförmig angeordnete miteinander kontaktierte, mindestens eine Elektrode
und einen elektromechanischen Wandler aufweisenden Basiszellen auf, wobei eine Vielzahl
von Basiszellen auf einem Substrat angeordnet sind und einen Chip bilden und der mikromechanische
Ultraschallwandler durch wenigstens eine Vereinzelungslinie randseitig begrenzt ist.
Möglich wird dies, da die Basiszellen auf Substratebene nicht miteinander verbunden
sind. Nach der Vereinzelung ist jede Basiszelle, die nicht im Bereich der Vereinzelungslinie
liegt (Bruchkante, Sägelinie, etc.) funktional auf dem Chip vorhanden. Je nach Ausführung
sind die Basiszellen elektrisch auf Substratebene entweder miteinander verbunden oder
voneinander getrennt. Die Zuordnung der elektrischen Funktionalitäten, wie elektrische
Verbindungen, zueinander erfolgt nach der Waferbearbeitung durch Auftrennen der Verbindungen
oder respektive Kontaktierung der Basiszellen miteinander.
[0022] Die Vereinzelungslinie ist vorzugsweise in Form einer Geraden, Freiform oder eines
Radius/kreisförmig ausgebildet.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist die elektrische Ebene für jede Basiszelle
vollständig vorhanden.
[0024] In einer Ausgestaltung des Ultraschallwandlers weist der Chip eine passive Chipfläche
und eine aktiv nutzbare Chipfläche auf, wobei die aktiv genutzte Chipfläche dem Vielfachen
einer Basiszelle entspricht und die passive Chipfläche im Bereich der wenigstens einen
Vereinzelungslinie liegt. Auch die Ausgestaltung eines Chips ohne passive Chipfläche
ist möglich.
[0025] Die Basiszellen sind in einem Raster angeordnet und erstrecken sich in einer möglichen
Ausgestaltung entlang einer ersten Richtung und einer orthogonalen zweiten Richtung
nebeneinanderliegend. Jedoch sind auch weitere Anordnungen, zum Beispiel eine Freiform
oder eine radialsymmetrische Anordnung möglich.
[0026] Der Ultraschallwandler kann in Abhängigkeit der Kontaktierung der Basiszellen untereinander
mehrere Kanäle aufweisen. Die Kontaktierung erfolgt in Abhängigkeit der Anforderungen
an den Ultraschallwandler.
[0027] Bevorzugt weist der Ultraschallwandler wenigstens einen elektrischen Kanal auf, wobei
der eine Kanal mit einem weiteren Ultraschallwandler oder einer anderweitigen elektrischen
Funktionalität kontaktiert ist.
[0028] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann ein erfindungsgemäßer Ultraschallwandler
effektiv hergestellt werden.
[0029] Gegenüber dem Stand der Technik stellt die Erfindung Basiszellen bereit, die wiederum
erst nachträglich auf Chip- oder Waferlevel elektrisch zugeordnet und die Chipflächen
nach der Fertigung auf Substratebene festgelegt werden können. Das Vorhandensein der
mikromechanischen Ultraschallwandler in Form der modularen Basiszellen erlaubt es,
die Grundkosten für eine MUT-Fertigung auf Substratebene einmalig aufzuwenden und
eine größere Anzahl von MUT-Basiszellen modular adaptierbaren Chipflächen und elektrischen
Verbindungen, zum Beispiel Kanalanzahl, auf Substraten herzustellen. Kundenspezifische
MUTs können durch die der mikrotechnologischen Produktion nachgelagerten Bearbeitung
mit Vereinzelung und elektr. Verschaltung des Substrats hergestellt werden. Die Substrate
liegen als "off the shelf" Komponenten vor. Die Produktion von MUTs für kleinere und
mittlere Stückzahlen wird wirtschaftlich und die Lieferzeiten kundenspezifischer Komponenten
sinken signifikant. KMUs erhalten somit Zugriff zu MUT-Komponenten, die sich bisher
nur für Großunternehmen lohnen und neue Anwendungsfelder können erschlossen werden.
[0030] Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert.
[0031] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Basiszelle eines elektromechanischen Ultraschallwandlers,
- Figur 2
- einen dreikanaligen Ultraschallwandler,
- Figur 3
- einen zweikanaligen Ultraschallwandler,
- Figur 4
- einen einkanaligen Ultraschallwandler,
- Figur 5
- Gruppe von Basiszellen, die während der mikrotechnologischen Produktion auf Ebene
der Dünnschichtelektroden elektrisch miteinander verbunden sind und in einzelne elektrische
Kanäle getrennt werden können,
- Figur 6
- Individuelle Vereinzelung der Chip aus dem Waferverbund durch Auftrennen,
- Figur 7
- Individuelle Vereinzelung der Chip aus dem Waferverbund durch Auftrennen mit funktionsfähig
dargestellten Basiszellen,
- Figur 8
- eine alternative Trennung aus dem Waferverbund,
- Figur 9
- eine weitere alternative Auftrennung der Basiszellen,
- Figur 10
- Schnitt A-A gem. Figur 1,
- Figur 11
- Schnitt A-A gem. Figur 1 mit einem alternativen Aufbau,
- Figur 12
- Chip 15 auf Leiterplatte
[0032] In der
Figur 1 ist eine Basiszelle 1 eines elektromechanischen Ultraschallwandlers dargestellt,
wobei die Basiszelle ein Substrat 2 und darauf angeordnet eine oder mehrere Elektroden
3, mindestens einen oder eine Gruppe von elektromechanischen Wandlerelementen 4 und
optional weitere elektrische Kontakte 5 als Dünnschichten aufweist, die per Dünnschichtabscheidung
und fotolithografischer Verfahren auf Substratebene hergestellt wurden. Die Anordnung
der einzelnen elektromechanischen Wandlerelemente 4, der Elektroden 3 und von hier
nicht dargestellten Anschlüssen zu einer weiteren Basiszelle bzw. einem weiteren Substrat
kann je nach Design variieren. Das spezifische Design der Basiszelle in Figur 1 stellt
lediglich eine Illustration dar. Die Anordnung der Elektroden 3 und der elektrischen
Kontakte 5 kann ebenfalls von der beispielhaften Darstellung in Figur 1 abweichen.
[0033] Die
Figuren 2, 3 und 4 zeigen eine Anordnung von neun Basiszellen 1 in einer 3 x 3 Anordnung der Basiszellen
1, die nach der mikrotechnologischen Prozessierung über Kontaktierungen 6 an den Oberseiten
der Elektroden 3 einzeln elektrisch verbunden werden können. Es werden nebeneinander
angeordnete Basiszellen miteinander kontaktiert. In Figur 2 ist ein dreikanaliger
Ultraschallwandler mit je drei Basiszellen pro Kanal dargestellt. In der Figur 3 ist
ein zweikanaliger Ultraschallwandler mit drei, beziehungsweise sechs Basiszellen 1
pro Kanal. Figur 4 zeigt einen einkanaligen Ultraschallwandler mit neun Basiszellen
1 pro Kanal.
[0034] Eine alternative Ausgestaltung der Basiszellen ist in der Figur 5 dargestellt.
[0035] Die Basiszellen 1 sind derart gestaltet, dass sie während der mikrotechnologischen
Produktion auf Ebene der Dünnschichtelektroden elektrisch miteinander über einen Kontaktbereich
7 verbunden worden sind. Erst nach deren mikrotechnologischen Prozessierung wird die
elektrische Verbindung einzeln getrennt. Diese Auftrennung kann entlang einer Vereinzelungslinie
oder in Freiform erfolgen. Eine mögliche Technologie zum Auftrennen kann hierbei die
Laserablation sein.
[0036] In den
Figuren 6 und 7 ist die individuelle Vereinzelung des Chips 15 aus dem Substrat/Waferverbund 2 durch
Auftrennen, beispielweise Sägen entlang einer Vereinzelungslinie 8 dargestellt, wodurch
eine gesägte Chipfläche 10 mit einer aktiv nutzbaren Chipfläche 9 und einer passiven
Chipfläche 11 entsteht. Die aktiv genutzte Chipfläche 9 entspricht dem Vielfachen
einer Basiszelle 1.
[0037] Figur 7 zeigt die aktiv nutzbare Chipfläche 9, welche innerhalb der Vereinzelungslinie 8
liegt. Weiterhin sind die gesägte Chipfläche 10 und die ungenutzte Chipfläche 11 ersichtlich.
[0038] Es besteht die Möglichkeit, die aktiv nutzbare Chipfläche 9 vor oder nach dem Herstellen
der Vereinzelungslinie 8 durch Verbinden der Basiszellen 1 mittels der Kontaktierungen
6 (hier nicht dargestellt) zu erzeugen.
[0039] Figur 8 zeigt eine alternative individuelle Vereinzelung des Chips 15 und dessen Basiszellen
1 aus dem Substrat/Waferverbund 2 durch Auftrennen, entlang der Vereinzelungslinie
8. Die Vereinzelungslinie 8 ist kreisförmig ausgebildet. Es entsteht durch die Vereinzelung
eine passive Chipfläche 11 und eine aktiv nutzbare Chipfläche 9. Die aktiv genutzte
Chipfläche 9 entspricht auch hier dem Vielfachen einer Basiszelle 1. Die Basiszellen
1 sind durch elektrische Kontakte 6 miteinander verbunden. Der Ultraschallwandler
weißt zwei Kanäle auf, wobei jeder der Kanäle eine elektrische Kontaktierung vom Chip
15 zu einer weiteren elektrischen Funktionalität wie beispielsweise einer Elektronik
oder Leiterplatte aufweist (nicht dargestellt).
[0040] Figur 9 zeigt die individuelle Vereinzelung der Basiszellen 1 aus dem Substrat/Waferverbund
2 durch Auftrennen, beispielweise Sägen entlang einer geraden Vereinzelungslinie 8
in Form einer Sägelinie, wobei durch optimale Aufteilung keine passive Chipfläche
entsteht. Die aktiv genutzte Chipfläche 9 entspricht dem Vielfachen einer Basiszelle
1. Die Basiszellen 1 können durch nicht dargestellte elektrische Kontakte miteinander
verbunden sein.
[0041] In
Figur 10 und Figur 11 ist der Schnitt A-A gemäß Figur 1 für zwei mögliche Herstellungstechnologien dargestellt.
Es ist ersichtlich, dass in dem Substrat 2 der Basiszelle 1 im Bereich des elektromechanischen
Wandlerelementes 4 Aussparungen 12 vorhanden sind, die eine mechanische Bewegung der
darüberliegenden Membran 13 oder ggf. eines Freiträgers erlauben. Die gestrichelt
umrandenden Bereiche in den
Figuren 10 und 11 definieren bzw. umringen jeweils ein elektromechanisches Wandlerelement 4. Alternativ
könnte in den Aussparungen 12 auch ein anderes elektrisch isolierendes Material angeordnet
sein. Auf der Oberseite des Substrats 2 befindet sich das mechanisch bewegliche Substrat
13, welches sich über den Aussparungen 12 erstreckt. Der Aufbau der elektromechanischen
Wandlerelemente 4 und der Elektroden 3 auf dem Substrat 2 ist abhängig vom Wandlerprinzip
und designspezifischen Parametern. Der Aufbau in Figur 10 und 11 stellt lediglich
eine Illustration dar. In Figur 10 und 11 ist der Aufbau eines piezoelektrischen,
elektromechanischen Wandlerelementes 4 beispielhaft gezeigt. Das mechanisch bewegliche
Substrat 13 kann als Elektrode fungieren. Alternativ kann eine Elektrodenschicht zwischen
dem mechanisch beweglichen Substrat 13 und der piezoelektrischen Schicht 14 eingebracht
werden (hier nicht dargestellt). Auf dem mechanisch beweglichen Substrat 13 wurde
die piezoelektrischen Schicht 14 des elektromechanischen Wandlerelementes 4 abgeschieden.
Auf der Oberseite der Basiszelle 1 befinden sich eine oder mehrere Elektroden 3 als
elektrisch leitfähige abgeschiedene Schicht/en. In der oberen Elektrodenschicht sind
ein oder mehrere Abstände b vorhanden, so dass Bereiche voneinander elektrisch isoliert
sind und die Elektrode/n 3 und die Kontakte 5 gebildet werden. Die Geometrie und der
Anschluss der Elektroden 3 kann je nach Design variieren.
[0042] Wird ein kapazitiver Ultraschallwandler aufgebaut, dann unterscheidet sich der Querschnitt
und das horizontale Design.
[0043] Beispielsweise bei einem nicht dargestellten kapazitiven Wandler sind dessen beide
Elektroden meist vertikal zwischen einer Aussparung angebracht. Eine piezoelektrische
Schicht entfällt bei einem kapazitiven Wandler.
[0044] Das Substrat 2 besteht bevorzugt aus Silizium, kann aber auch aus Siliziumoxid und
anderen geeigneten Materialien bestehen.
[0045] Die Elektrode 3 des elektromechanischen Wandlers 4 bestehen bevorzugt einem elektrisch
leitfähigen Material, z.B. in Form einer elektrisch leitfähigen metallischen Beschichtung
aus Aluminium, Gold, Kupfer, Silber oder einem elektrisch leitfähigen Halbleitermaterial.
[0046] Das mechanisch bewegliche Substrat 13 besteht bevorzugt ebenfalls aus Silizium oder
auch aus Siliziumoxid, Siliziumnitrid oder Glas bzw. Carbonatglas. Ebenfalls ist die
Verwendung eines Polymers oder Metalle möglich. Ist das Substratmaterial 13 nicht
elektrisch leitfähig, dann muss zwischen dem Substratmaterial 13 und der piezoelektrischen
Schicht 14 eine weitere Elektrodenschicht eingebaut werden.
[0047] Die Schicht 14 des elektromechanischen Wandlers besteht bevorzugt aus piezoelektrischem
Material.
[0048] Das elektromechanische Wandlerelement wird im Wesentlichen aus der elektrisch leitfähigen
Schicht 3 und der Schicht 14 aus piezoelektrischem Material gebildet. Die piezoelektrische
Schicht 14 benötigt zwei, zumeist vertikale, Elektroden, die es ermöglichen ein elektrisches
Feld im elektromechanischen Wandlerelement zu erzeugen oder zu messen. Diese elektrischen
Kontakte werden durch die Schichten 3 und 13 gebildet.
[0049] Die übliche Wirkungsweise des elektromechanischen Ultraschallwandlers 4, hier eines
piezoelektrischen Ultraschallwandlers ist im Wesentlichen folgende:
Ein Material mit nichtsymmetrischem Gitter bildet elektrische Ladungsschwerpunkte
aus. Daraus folgt, dass sich das Material unter einem elektrischen Feld oder einem
dielektrischen Fluss mechanisch deformiert. Durch das Aufbringen der piezoelektrischen
Schicht auf einem mechanisch beweglichen Substrat wird diese Deformation in eine Bewegung
übertragen und erzeugt einen Schalldruck. Wir der piezoelektrische Ultraschallwandler
als Sensor genutzt, dann erfolgt die Wandlungskette reziprok. Das heißt, dass ein
Schalldruck zu einer mechanischen Deformation der Komponenten auf dem mechanisch beweglichen
Substrat führt und die von der piezoelektrischen Schicht generierten Ladungsträgerdifferenzen
durch die Elektroden zu einer Messeinrichtung geleitet werden.
[0050] Die elektromechanische Wandlung kann ebenfalls durch kapazitive Wandler erfolgen.
Hierbei wird in der Aussparung 12 ein elektrisches Feld durch Elektroden erzeugt.
Eine Änderung der Feldstärke führt zu einer mechanischen Deformation und umgekehrt.
[0051] Darüber hinaus soll mit
Figur 12 noch ein Einblick zu den PMUTs (Piezoelektrischer mikromechanischer Ultraschallwandler)
gegeben werden, um das Verständnis für die Erfindung zu verbessern. In Figur 12 ist
ein nach dem zu patentierenden Verfahren hergestellter PMUT dargestellt. Jede Basiszelle
1 enthält in diesem Design 36 einzelne Ultraschallwandlerelemente (hier nicht ersichtlich)
mit einer Resonanzfrequenz von rund 2,5 MHz. Die Basiszellen 1 (1x1 mm
2) wurden auf einem Chip 15 (12x12 mm
2) rasterförmig angeordnet. Die elektrische Verdrahtung in Form der elektrischen Kontaktierung
6 zwischen den Oberseiten der hier nicht bezeichneten Elektroden wurde für eine Anwendung
in der Optoakustik zu 10 akustischen Kanälen mit einer Abmessung von jeweils 1x10
mm
2 zusammengefügt (mehrere dieser Chips 15 auf einem nicht planaren Substrat werden
beispielsweise für eine optoakustische Bildgebung eingesetzt). Diese Verbindung erfolgte
durch automatisierten Drahtbond und ohne Verwendung eines elektrischen Trägers und
ohne Verdrahtungsebenen auf Waferlevel (Lithografieebenen o.ä.). Für eine andere Anwendungen
(nicht abgebildet) wird beispielsweise das gleiche Wafermaterial genutzt, um beispielsweise
einen quadratischen PMUT (1x1 mm
2) oder einen runden PMUT mit 5 mm Durchmesser und jeweils einem akustischen Kanal
aufzubauen. Für jede Anwendung kann auf die Nutzung eines elektrischen Trägers mit
Verdrahtungsebenen oder auf zusätzliche Maskenlithografie verzichtet werden.
[0052] In diesem Beispiel ist nur eine aktiv genutzte Chipfläche 9 vorhanden.
[0053] In
Figur 12 ist weiterhin die üblich verwendete Leiterplatte 16 sowie die dazugehörigen elektrischen
Komponenten, wie zum Beispiel eine Kontaktierung 17 von Chip zu einem elektrischen
Pad auf der Leiterplatte 18 und weiteren Kontaktierungen 19 von Leiterplatte zu einer
Messeinrichtung ersichtlich.
[0054] Mit der erfindungsgemäßen Lösung können die Form des Chips und der akustischen Kanäle
nach dem mikrotechnologischen Prozess frei gewählt werden.
[0055] Die Chips werden vorgefertigt und dann später nach Kundenwunsch fertig nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren konfiguriert, wodurch eine hohe Zeit- und Kostenersparnis gegeben ist.
[0056] Dem Kunden können in sehr kurzer Zeit seine kundenspezifischen Ultraschallwandler
gefertigt werden.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Basiszelle
- 2
- Substrat/Waferverbund
- 3
- Elektrode
- 4
- elektromechanisches Wandlerelement
- 5
- optionaler Kontakt
- 6
- elektrischer Kontakt/Kontaktierung
- 7
- Kontaktbereich
- 8
- Vereinzelungslinie
- 9
- aktiv genutzte Chipfläche
- 10
- gesägte Chipfläche
- 11
- passive Chipfläche
- 12
- Aussparungen / Löcher / Isolation
- 13
- mechanisch bewegliches Substrat / Membran
- 14
- Schicht des elektromechanischen Wandlers
- 15
- Chip
- 16
- Leiterplatte
- 17
- Kontaktierung von Chip zu Leiterplatte
- 18
- Kontaktpad auf der Leiterplatte
- 19
- Kontaktstecker für konfektionierte Kabel zur Messeinrichtung / Elektronik
- b
- Abstand zwischen Elektroden
1. Verfahren zur Herstellung eines mikromechanischen Ultraschallwandlers,
dadurch gekennzeichnet, dass der mikromechanische Ultraschallwandler aus mehreren modularen Basiszellen (1) auf
einem Substrat (2) in einer mikrotechnologischen Fertigung per Dünnschichtabscheidung
und lithografischem Verfahren gebildet wird, wobei eine Vielzahl von Basiszellen (1)
rasterförmig auf einem Substrat (2) angeordnet sind und jede Basiszelle (1) mindestens
eine Elektrode (3) und mindestens ein elektromechanischen Wandlerelement (4) aufweist
und dass eine Gruppe von Basiszellen (1) einen Chip (15) bilden, wobei der Chip (15)
aus dem Substrat (2) durch Auftrennen entlang wenigstens einer frei definierbaren
Vereinzelungslinie (8) vereinzelt wird und
- dass nebeneinander angeordnete Basiszellen (1) erst nach der mikrotechnologischen
Fertigung mittels eines elektrischen Kontakts (6) miteinander kontaktiert werden
oder
- dass die nebeneinander angeordneten Basiszellen in der mikrotechnologischen Fertigung
elektrisch miteinander über einen Kontaktbereich (7) verbunden wurden und deren elektrische
Verbindung nach der mikrotechnologischen Fertigung durch Trennung des Kontaktbereiches
(7) getrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (15) in Abhängigkeit der Anforderungen individuell aus dem Substrat (2)
durch Auftrennen entlang der frei definierbaren Vereinzelungslinie (8) vereinzelt
wird,
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Vereinzelung entlang der Vereinzelungslinie (8) eine passive Chipfläche
(11) und eine aktiv nutzbare Chipfläche (9) des Chips (15) entstehen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass wobei die aktiv genutzte Chipfläche dem Vielfachen einer Basiszelle (1) entspricht,
die miteinander verbunden oder voneinander getrennt wurden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die passive Chipfläche (11) im Bereich oder außerhalb der wenigstens einen Vereinzelungslinie
(8) erzeugt wurde.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Basiszellen (1), durch welche die Vereinzelungslinien (8) erzeugt werden, eine
ungenutzte gesägte Chipfläche bilden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktierung von nebeneinander angeordneten Basiszellen (1) mittels eines Kontakts
(6) in Form eines Kontaktdrahtes
- von einer Oberseite einer Elektrode (3) auf der Oberseite einer Basiszelle (1)
- zur Oberseite einer Elektrode (3) einer benachbarten Basiszelle (1) hergestellt
wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Auftrennen entlang der wenigstens einen frei definierbaren Vereinzelungslinie
(8) entlang einer Sägelinie oder Bruchkante erfolgt.
9. Mikromechanischer Ultraschallwandler, dadurch gekennzeichnet, dass der mikromechanische Ultraschallwandler mehrere zumindest teilweise rasterförmig
angeordnete miteinander kontaktierte, mindestens eine Elektrode (3) und mindestens
ein elektromechanisches Wandlerelement (4) aufweisende Basiszellen (1) aufweist, wobei
eine Vielzahl von Basiszellen (1) auf einem Substrat (2) angeordnet sind und einen
Chip (15) bilden, wobei die Basiszellen (1) auf Substratebene nicht elektrisch miteinander
verbunden sind und dass der mikromechanische Ultraschallwandler durch wenigstens eine
frei definierbare Vereinzelungslinie (8) randseitig begrenzt ist.
10. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Vereinzelungslinie (8) in Form einer Gerade, Freiform oder eines
Radius/kreisförmig ausgebildet ist.
11. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach einem der Ansprüche 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet, dass eine elektrische Ebene für jede Basiszelle (1) vollständig vorhanden ist.
12. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach einem der Ansprüche 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der Chip (15) eine passive Chipfläche (11) und eine aktiv nutzbare Chipfläche (9)
aufweist, wobei die aktiv nutzbare Chipfläche (9) dem Vielfachen einer Basiszelle
(1) entspricht und bevorzugt die passive Chipfläche (11) im Bereich oder neben der
wenigstens einen Vereinzelungslinie (8) liegt und/oder die Basiszellen (1), entlang
der Vereinzelungslinien (8), eine gesägte Chipfläche (10) aufweisen.
13. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach einem der Ansprüche 9 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Basiszellen (1) in einem Raster angeordnet sind und sich entlang einer ersten
Richtung und/oder entlang einer orthogonalen zweiten Richtung nebeneinanderliegend
erstrecken.
14. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ultraschallwandler in Abhängigkeit der Kontaktierung der Basiszellen untereinander
mehrere Kanäle aufweist.
15. Mikromechanischer Ultraschallwandler nach einem der Ansprüche 9 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass der Ultraschallwandler wenigstens einen elektrischen Kanal aufweist und der eine
Kanal mit einem weiteren Ultraschallwandler oder einer anderweitigen elektrischen
Funktionalität kontaktiert ist.