[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vorbeugen von Druckfehlern beim Digitaldruck
durch fehlerbehaftete Druckdüsen aufweisend einen Digitaldrucker, wobei das Verfahren
die Schritte umfasst:
- i. Überwachen mindestens einer Druckdüse des Digitaldruckers und Erfassen der Druckleistung
der mindestens einen Druckdüse und jeder weiteren überwachten Druckdüse;
- ii. Vorgabe eines Sollwertes und eines Toleranzwertes für die Druckleistung jeder
überwachten Druckdüse des Digitaldruckers;
- iii. Berechnen und Speichern der Abweichung der Druckleistung mindestens einer überwachten
Druckdüse vom Sollwert dieser Druckdüse;
- iv. Korrektur der Druckleistung mindestens einer Druckdüse, wenn die Abweichung der
Druckleistung mindestens einer überwachten Druckdüse größer als der Toleranzwert ist.
[0002] Weiterhin stellt die Erfindung eine Vorrichtung zum Vorbeugen von Druckfehlern beim
Digitaldruck durch fehlerbehaftete Druckdüsen und ein Verfahren zum Drucken eines
Druckdekores mit einem Digitaldrucker auf ein Trägermaterial zur Verfügung.
[0003] Für die Wiedergabe von Druckmustern bzw. das Vervielfältigen von Druckmustern gibt
es vielfältige technische Lösungen. Unter dem Begriff Drucktechnik werden alle Verfahren
zur Vervielfältigung von Druckmustern zusammengefasst, wie Buchdruck, Offsetdruck,
Tiefdruck, Flexodruck, Siebdruck und Digitaldruck. Bei diesen Drucktechniken werden
unterschiedliche Verfahren angewandt, um ein Druckmedium, wie beispielsweise eine
Tinte, auf einen Bedruckstoff zu übertragen. Jede Drucktechnik bietet unterschiedliche
Vorteile und wird entsprechend in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt.
[0004] Die Anwendungsbereiche der Drucktechnik sind sehr vielfältig. Bekannt ist beispielsweise
der Druck von Printmedien, Tapeten oder ähnlichem. In der Herstellung von Fußbodenlaminat
oder Wand- und Deckenverkleidungselementen wird beispielsweise der sogenannte Dekordruck
verwendet. Hierbei werden häufig Holzwerkstoffplatten bedruckt. Zur Dekorierung von
Holzwerkstoffplatten gibt es mehrere Ansätze. So wurde in der Vergangenheit häufig
die Beschichtung von Holzwerkstoffplatten mit einem Dekorpapier genutzt, wobei der
Vielfältigkeit an verschiedengemusterten Dekorpapieren keine Grenzen gesetzt sind.
Als Alternative zur Verwendung von Dekorpapieren auf Holzwerkstoffplatten hat sich
die Möglichkeit des direkten Bedruckens von Holzwerkstoffplatten entwickelt, wobei
ein Bedrucken von Papier und dessen nachträgliches Kaschieren oder Direktbeschichten
auf die Holzwerkstoffplatten entfällt. Die hierbei hauptsächlich zum Einsatz kommenden
Drucktechniken sind die Tiefdruck- und Digitaldruckverfahren. Für die Verwendung dieser
Druckverfahren liegt das Druckdekor als digitale Vorlage vor, die die Farben und Farbverteilung
des Druckdekors abbildet. Zu Beginn des Druckprozesses wird eine Separationsdatei
erstellt, in der das Druckmuster in die zu druckenden Grundfarben zerlegt wird.
[0005] Beim Digitaldruck wird das Druckmuster direkt von einem Computer in einen Digitaldrucker
wie z.B. einen Laserdrucker oder Tintenstrahldrucker übertragen. Im Digitaldruck entfallen
daher die Verwendung von statischen Druckformen und damit auch die Limitierungen in
der Druckdatenlänge und Druckdatenbreite der Druckmuster. Der Digitaldruck bietet
damit eine hohe Flexibilität und Variabilität hinsichtlich der Druckmotive und bringt
keinerlei Einschränkungen im Rapport mit sich.
[0006] Aus dem Stand der Technik ist der Digitaldruck auch für das Bedrucken von Holzwerkstoffplatten
bekannt. Die
EP 2 181 852 B1 beispielsweise betrifft ein Digitaldruckverfahren zum Bedrucken von flachen Platten
auf Holzbasis. Hierbei werden die flachen Platten direkt mit einem Digitaldrucker
bedruckt.
[0007] Im Digitaldruck werden üblicherweise die Grundfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz
(CMYK) verwendet. Das CMYK-Farbmodel ist ein subtraktives Farbmodel, wobei die Abkürzung
CMYK für die drei Farbbestandteile Cyan, Magenta, Yellow und den Schwarzanteil Key
als Farbtiefe steht. Mit diesem Farbsystem lässt sich ein Farbraum (Gamut) abbilden,
der vielen Anforderungen aus verschiedensten Bereichen genügt. Beim Digitaldruck wird
das Druckmedium tröpfchenweise auf den Bedruckstoff aufgebracht. Dafür weist der Druckkopf
eine Vielzahl an Druckdüsen auf, wobei jede Druckdüse tröpfchenweise ein Druckmedium
abgeben kann.
[0008] Im Stand der Technik bekannt sind sogenannte Piezodüsen, bei denen das Druckmedium
durch Druck aus der Druckdüse geschossen wird (
US 2005/0063016 A1). Der Druck wird durch einen Piezoelement aufgebaut. In piezoelektrischen Materialien
bewirkt eine Druckeinwirkung, dass Ladungen an den Oberflächen des Materials entstehen.
Umgekehrt bewirkt in diesen Materialien der inverse piezoelektrische Effekt eine Längenänderung
beim Anlegen einer elektrischen Spannung. Dieser Aktoreffekt wandelt elektrische Energie
in mechanische Energie um und wird in sogenannten Piezoaktoren ausgenutzt. Piezoaktoren,
die aus dem Stand der Technik bekannt sind, ermöglichen Stellwege zwischen einigen
10 µm bis hin zu einigen Millimetern, abhängig von ihrem Aufbau. Dem Fachmann bekannt
sind beispielsweise Longitudinalaktoren, Scheraktoren, Rohraktoren, Kontraktoren und
Biegeaktoren. Während Longitudinalaktoren Stellwege im Bereich von einigen 10 µm bis
hin zu einigen 100µm erreichen können, zeichnen sich Biegeaktoren durch Stellwege
bis zu einigen Millimetern aus.
[0009] In Druckdüsen von Druckerköpfen wird an den Piezoaktor eine Spannung angelegt, wodurch
dieser sich verformt und dabei die Wand einer Leitung für das Druckmedium in der Druckdüse
ebenfalls verformt wird. Hierdurch verändert sich das Volumen der Leitung, wodurch
ein Tropfen des Druckmediums mit einer gewünschten Größe aus der Druckdüse geschossen
wird. Zur Steuerung der Druckdüse wird eine sognannte "Waveform" genutzt. Die "Waveform"
beschreibt den Spannungsverlauf, der über die Zeit an einem Piezoaktor angelegt wird
und damit dessen Deformation hervorruft.
[0010] Beim Verlassen der Druckkopfdüse bildet der Tropfen typischerweise ein Ligament aus,
das im optimalen Fall in den Tropfen hineingesogen wird. Es kommt jedoch auch vor,
dass das Ligament zerstäubt und einen feinen Nebel bildet. Dieser Sprühnebel verschmutzt
die Düsen des Druckkopfes und weiterer Elemente der Druckvorrichtung. Mit der Zeit
verschlechtert dies die Druckqualität und eine Reinigung des Druckers ist notwendig.
[0011] Ein weiteres Problem stellt die Kondensation von Wasserdampf am Druckkopf dar, die
zu einer Beeinträchtigung der Druckqualität oder sogar zur Beschädigung des Druckkopfes
führen kann.
[0012] Auch können die Druckdüsen durch Papierstaub, Luftblasen oder Eintrocknen von Tinte
in ihrer Funktionalität eingeschränkt werden. Die Digitaldrucker sind darüber hinaus
aufgrund ihres technischen Aufbaus oft anfällig für Störungen an den Druckköpfen.
Fällt ein Druckkopf aus, ist dies unmittelbar als Streifenbildung im Druckbild auf
dem Bedruckstoff zu erkennen.
[0013] Der Digitaldruck kann daher zwar sehr vorteilhaft in vielen Bereichen eingesetzt
werden, jedoch hängt die Qualität des Druckbildes vom fehlerfreien Funktionieren der
Druckköpfe und insbesondere der Druckdüsen ab.
[0014] Aus dem Stand der Technik ist beispielsweise die
EP 3 691 904 B1 bekannt, die sich mit einem Holzsimulationsverfahren befasst. Gegenstand der Patentschrift
ist ein Verfahren, mit dem verhindert werden soll, dass einzelne Düsen von Druckköpfen
durch Staub oder Wärmeinwirkung verstopfen. Die Performance der einzelnen Düsen der
Druckköpfe wird dabei durch die Überwachung des gedruckten Dekors überwacht. Hier
wird jeder gedruckte Pixel einem oder mehreren Düsen zugeordnet und damit ein Rückschluss
darauf gezogen, welche Düsen über welchen Zeitraum nicht mehr gedruckt haben. Überschreitet
die Zeit T1 in der eine Düse inaktiv war einen vorgegebenen Grenzwert, so wird diese
Düse zur "Reinigung" vorgesehen.
[0015] Die "Reinigung" der als inaktiv erkannten Düsen und ggf. auch benachbarter Düsen
wird durch das Drucken einer "Maske" durchgeführt. Dabei wird gezielt in Aststrukturen,
Porenstrukturen o.ä. des Dekors ("Maske") mit kleineren Tröpfchengrößen gedruckt,
um die inaktiven Düsen zu reinigen und ein Verstopfen zu vermeiden. Die gedruckte
"Maske" soll optisch im Druckbild nicht auffallen und dient nicht dem Ausgleich oder
der Korrektur von Druckfehlern, sondern nur der Reinigung von Druckdüsen.
[0016] Die
EP 3 691 901 B1 ermöglicht damit jedoch nur die Detektion von inaktiven Druckdüsen, anhand von Qualitätsmängeln
im Druckbild. Im weiteren Druck können dann durch die Reinigung der Druckdüse weitere
Qualitätsmängel zwar vermieden werden, die bereits gedruckten Dekore sind jedoch meist
Ausschussware. Zudem fallen Stillstandzeiten der Druckanlage an, wenn Druckdüsen gereinigt
werden müssen.
[0017] Die
EP 3 656 571 A1 befasst sich mit dem Ausgleich von Druckfehlern in einem Druckdekor, während des
Drucks. Die Überwachung der Düsen wird dahingehend beschrieben, dass auf Basis eines
vorherigen Drucks eines Dekors oder eines Referenzdruckes fehlerhafte Stellen im Druck
festgestellt werden. Für den nachfolgenden Druck werden gemäß der
EP 3 656 571 A1 dann Korrekturen vorgesehen. Dabei werden die Tröpfchengrößen einzelner Düsen oder
auch von Nachbardüsen angepasst. Auch in diesem Verfahren kann jedoch erst auf ein
bereits fehlerhaft gedrucktes Dekor oder eine fehlerhaft gedruckte Referenz reagiert
werden. Dies ist zeitaufwendig und kostenintensiv da Ausschussware nicht vermieden
werden kann.
[0018] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, in
dem die Druckqualität konstant hochgehalten werden kann und damit die Wirtschaftlichkeit
von Druckverfahren gesteigert werden kann.
[0019] Hierfür stellt die Erfindung ein Verfahren gemäß Anspruch 1 und Anspruch 12 und eine
Vorrichtung gemäß Anspruch 9 zur Verfügung.
Detaillierte Beschreibung
[0020] Die Erfindung stellt ein Verfahren zur Verfügung in welchem Ausschussware bzw. Drucke
mit Qualitätsmängeln durch fehlerhaft arbeitende Druckdüsen vermieden werden, indem
Drucke mit Qualitätsmängeln durch fehlerhaft arbeitende Druckdüsen vermieden werden.
[0021] Das Verfahren zum Vorbeugen von Druckfehlern beim Digitaldruck durch fehlerbehaftete
Druckdüsen weist einen Digitaldrucker auf.
[0022] Der Digitaldrucker weist mindestens einen Druckkopf mit mindestens einer Druckdüse
auf, wobei die Druckdüse einen Piezoaktor aufweist. Digitaldrucker mit Piezodüsen
sind dem Fachmann hinlänglich bekannt. Im Allgemeinen weist ein Druckkopf mehr als
eine Druckdüse auf. Handelsübliche Druckköpfe können beispielsweise 1200 Druckdüsen
pro Inch aufweisen.
[0023] Erfindungsgemäß wird mindestens eine Druckdüse des Digitaldruckers überwacht und
deren Druckleistung erfasst. Werden mehrere Druckdüsen überwacht, wird von jeder der
überwachten Druckdüsen die Druckleistung erfasst.
[0024] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zwischen 20% und
100%, bevorzugt zwischen 50% und 100% der Druckdüsen des Digitaldruckers überwacht.
[0025] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird mindestens eine Druckdüse
überwacht indem
- die Ausdehnung der Piezoaktoren der Druckdüse überwacht werden und/oder
- die Spannung, die am Piezoaktor der Druckdüse anliegt, überwacht wird.
[0026] Die Ausdehnung der Piezoaktoren kann beispielsweise durch eine Überwachung des Drucks
in der an den Piezoaktor angrenzenden Leitung für das Druckmedium erfolgen. Aus dem
Stand der Technik sind aber auch sogenannte "Piezo self-sensing Signale" bekannt,
die genutzt werden können, um die Ausdehnung der Piezoaktoren zu überwachen.
[0027] Zusätzlich oder alternativ kann die Druckdüse auch über die am Piezoaktor anliegende
Spannung überwacht werden.
[0028] Die bei der Überwachung der mindestens einen Druckdüse gewonnen Daten werden an eine
Rechnereinheit, im Folgenden auch Rechner genannt, mit einer geeigneten Software geleitet.
Durch die Software kann eine Druckleistung der überwachten Druckdüse ermittelt werden.
[0029] Durch die Überwachung einer Druckdüse lässt sich feststellen, wie eine Druckdüse
arbeitet bzw. ob diese überhaupt arbeitet (Druckleistung gleich Null). Auf einer vordefinierten
Skala, die in die Software integriert ist, lässt sich die Druckleistung der überwachten
Druckdüse bestimmen. Eine solche Skala lässt sich beispielsweise durch Referenzmessungen
bestimmen und wird dann in der Software hinterlegt.
[0030] Die Überwachung der Druckdüsen durch die Überwachung der Piezoaktoren birgt den großen
Vorteil in sich, dass Fehlfunktionen der Piezoaktoren und damit der Druckdüsen bereits
während des Drucks detektiert werden können. Hierdurch kann unmittelbar in den Druckprozess
eingegriffen und eine Korrektur vorgenommen werden, um die Druckqualität aufrecht
zu erhalten.
[0031] Besonders vorteilhaft gegenüber dem Stand der Technik ist, dass nicht erst durch
fehlerhaft arbeitende Druckdüsen verursachte Fehlerstellen im Druckbild detektiert
werden, sondern solche Fehlerstellen durch die vorgenommenen Korrekturen weitestgehend
vermieden werden. Infolgedessen kann Ausschussware durch den Druck mit fehlerhaften
Druckdüsen minimiert oder sogar ganz vermieden werden. Die Druckqualität kann damit
währen des gesamten Druckprozesses gelichbleibend hochgehalten werden.
[0032] In einer Ausführungsform kann zusätzlich zur Überwachung der mindestens einen Druckdüse
weiterhin das durch den Digitaldrucker gedruckte Druckbild optisch überwacht werden.
Eines solche Überwachung kann zum Beispiel durch eine Digitalkamera oder eine Spektralkamera
oder eine Hyperspektralkamera erfolgen.
[0033] Die spektrale Kamera ist beispielsweise eine multispektrale Kamera mit 12 Bildkanälen
pro aufgenommenen Bildpunkt, die pro Bildkanal einen Bildpunkt erzeugt. So entsteht
pro aufgenommenen Bildpunkt ein Farbspektrum aus 12 Bildkanälen. Eine übliche Sensortechnik
versieht auf einem CMOS-Sensor einzelne Bildpunkte mit unterschiedlichen Farbfiltern,
so dass mit einer Bildaufnahme eine Mehrzahl von spektralen Informationen aus einem
aufgenommenen Bild aufgezeichnet werden können.
[0034] Bei der Hyperspektralkamera wird pro Bildpunkt mittels einer optischen Vorrichtung,
beispielsweise mittels eines Prismas, das Licht spektral aufgespalten und die einzelnen
spektralen Bereiche werden separat gemessen. Dadurch erhöht sich die spektrale Auflösung
gegenüber einer multispektralen Kamera auf ca. 20 bis 250 oder mehr Bildkanäle.
[0035] Im Gegensatz zu einer herkömmlichen RGB-Kamera wird somit pro Bildpunkt nicht nur
eine Farbe, sondern eine spektrale Verteilung mit erheblich mehr Informationstiefe
gewonnen.
[0036] Durch die optische Überwachung kann zusätzlich eine Kontrolle der Qualität des Druckbildes
erfolgen. Die durch die optische Überwachung aufgenommenen Bilder werden an eine Recheneinheit
geleitet und in dieser durch eine geeignete Software ausgewertet.
[0037] In einer Ausführungsform kann mit Hilfe einer KI-Software zusätzlich eine Trenderkennung
der Druckqualität und/oder Vorhersage über die Entwicklung der Druckqualität vorgenommen
werden. Das Ergebnis der Trenderkennung und/oder Vorhersage durch die KI-Software
kann bei der Ermittlung des Druckleistung der Druckdüsen berücksichtigt werden, indem
beispielsweise mögliche Ergebnisse der Kl-Software bei der Erstellung der bereits
beschriebenen vordefinierten Skala berücksichtigt werden.
[0038] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können die Ergebnisse
der KI-Software genutzt werden, um die die ermittelten Druckleistungen der Druckdüsen
zu überprüfen. Weichen die Ergebnisse der KI-Software von mindestens einer ermittelten
Druckleistung ab, kann eine Warenmeldung an einen Nutzer ausgegeben werden. Hierdurch
kann eine weitere Qualitätskontrolle vorgenommen werden.
[0039] In einer weiteren Ausführungsform kann ein Abgleich zu einem in der Software hinterlegten
Referenzbild erfolgen, um so Fehlerstellen detektieren zu können. Werden Fehlerstellen
detektiert, kann eine Warnmeldung an einen Nutzer ausgegeben werden und/oder es werden
weitere Korrekturen gemäß der vorliegenden Erfindung an der Druckleistung mindestens
einer Druckdüse vorgenommen.
[0040] Erfindungsgemäß wird ein Sollwert und ein Toleranzbereich für jede überwachte Druckdüse
vorgegeben. Der Sollwert definiert die volle Funktionsfähigkeit der Druckdüse und
der Toleranzwert gibt an, um wieviel % der Sollwert über- oder unterschritten werden
darf.
[0041] Der Toleranzwert liegt in einer Ausführungsform zwischen 1% und 70%, bevorzugt zwischen
1% und 65%, besonders bevorzugt zwischen 1% und 60%. Womit ein Leistungsveränderungen
einer Druckdüse zwischen 1 % und 70% berücksichtigt werden kann. Durch die Einstellung
des Toleranzwertes, können die Anforderungen an die Qualität eines Druckbildes reguliert
werden. Je kleiner der Toleranzwert desto geringere Leistungsveränderungen einer Druckdüse
werden toleriert und desto höher ist die Druckqualität des Druckbildes.
[0042] Erfindungsgemäß wird die Abweichung der gemessenen Druckleistung mindestens einer
Druckdüse vom Sollwert berechnet und anschließend gespeichert. Die Abweichung wird
mit dem Toleranzwert verglichen und wenn die Abweichung größer ist als der vorgegebene
Toleranzbereich, wird eine Korrektur der Druckleistung mindestens einer Druckdüse
vorgenommen.
[0043] In einer Ausführungsform wird die Abweichung der Druckleistung vom jeweiligen Sollwert
für jede überwachte Druckdüse bestimmt.
[0044] Erfindungsgemäß kann, muss aber nicht, die Korrektur der Druckleistung an der Druckdüse
stattfinden, deren Druckleistung unter den Toleranzwert gesunken ist. Dies ermöglicht
es in einer Ausführungsform, dass beispielsweise zu der fehlerhaft arbeitenden Druckdüse
benachbarte Druckdüsen korrigiert werden und hierdurch ein Qualitätsverlust im Druckbild
verhindert wird.
[0045] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt eine Korrektur der Druckleistung
einer Druckdüse durch eine Korrektur an mindesten einer Druckdüse des Digitaldruckers
und/oder durch eine Korrektur der Separationsdaten.
[0046] Korrekturen an mindestens einer Druckdüse können erfindungsgemäß durch
- durch eine Korrektur der Separationsdaten; und/oder
- eine Regelung der Spannung der Druckdüse deren Druckleistung unter den Toleranzwert
ist; und/oder
- durch Regelung der Spannung von Druckdüsen, die zu der Druckdüse deren Druckleistung
unter den Toleranzwert ist, benachbart sind; und/oder
- durch die Änderung des Druckwinkels mindestens einer benachbarten Druckdüse erfolgen.
[0047] Eine Korrektur an einer Druckdüse des Digitaldruckers kann dabei durch
- eine Regelung der Spannung der Druckdüse deren Druckleistung unter den Toleranzwert
ist; und/oder
- durch Regelung der Spannung von Druckdüsen, die zu der Druckdüse deren Druckleistung
unter den Toleranzwert ist, benachbart sind; und/oder
- durch die Änderung des Druckwinkels mindestens einer benachbarten Druckdüse erfolgen.
[0048] In einer Ausführungsform gibt die Recheneinheit der betroffenen fehlerhaften Druckdüse
selbst und/oder an eine zu dieser benachbarten Druckdüse oder zu dieser benachbarten
Druckdüsen ein Signal, den Zustandswert der fehlerhaften Düse auszugleichen, in dem
eine geänderte Tröpfchengröße befohlen wird. Die Tröpfchengröße wird dabei über die
Spannung und damit über die Waveform geregelt, die am Piezoaktor einer Druckdüse anliegt.
Übliche Tröpfchengrößen liegen im Bereich von 1 bis 8 Pikoliter.
[0049] Benachbarte Druckdüsen sind dabei bevorzugt in Richtung der Druckbreite neben der
fehlerhaften Druckdüse angeordnet. Es sind alle denkbaren Kombinationen möglich. So
kann die Druckleistung der fehlerhaften Druckdüse allein, nur die Druckleistung einer
benachbarten Druckdüse oder benachbarter Druckdüsen oder auch die Druckleistung der
fehlerhaften Druckdüse und die Druckleistung einer benachbarten Druckdüse oder benachbarter
Druckdüsen angepasst werden.
[0050] Ebenfalls kann die als defekt detektiere Druckdüse abgeschaltet und ganz durch die
benachbarten Druckdüse oder die benachbarten Druckdüsen kompensiert werden.
[0051] Durch den dann erhöhten Tintenauftrag der fehlerhaften Druckdüse und/oder durch Ausgleichen
des Tintenauftrags durch eine oder mehrere benachbarte Druckdüsen wird ein Druckdüsenausfall
im Druckbild erst gar nicht sichtbar. Im Druckbild wird folglich auch keine Fehlerstelle
sichtbar.
[0052] In einer weiteren Ausführungsform drucken zur fehlerhaften Druckdüse benachbarte
Druckdüsen in einem Winkel in Richtung der fehlerhaften Druckdüse. Der Winkel der
benachbarten Druckdüsen muss dabei so gewählt werden, dass der Tropfen auf der mittleren
Position landet und Druckbereiche beider Druckdüsen abdeckt. So überdeckt der Tropfen
praktisch Teile seines eigenen Druckbereiches sowie des Druckbereichs der fehlerhaften
Druckdüse.
[0053] In einer weiteren Ausführungsform erfolgt eine Korrektur der Druckleistung einer
Druckdüse durch eine Korrektur der Separationsdaten.
[0054] Die fehlerhafte Druckdüse wird dann kompensiert, indem die Separationsdaten der Einzelfarbreihen/Druckkopfreihen
angepasst werden, wodurch eine defekte Druckdüse durch Datenanpassung in der Druckdatei
kompensiert wird und/oder Nachbardruckdüsen der fehlerhaften Druckdüse diesen Bereich
mit übernehmen.
[0055] Mittels Software werden die digitalen Separationsdaten angepasst, indem der Bereiche/die
Bereiche der benachbarten Druckdüse oder benachbarter Druckdüsen Druckinformationen
erhält, um den Perfomanceabfall oder sogar Ausfall der fehlerhaften Druckdüse zu kompensieren.
Weiterhin können auch die Separationsdaten so angepasst werden, dass die fehlerhafte
Druckdüse entsprechend stärker druckt. Eine Kombination ist auch möglich.
[0056] Die Separationen enthalten für jedes Druckbild Schwarz/Weiß Pixel die an die Druckdüsen
weitergeben werden. Weiß bedeutet wird nicht gedruckt, 100% Schwarz bedeutet größter
Tropfen wird gedruckt. So wird über den schwarzen Farbtonwert die Tröpchengröße im
Druck gesteuert. Z.B. wird bei Weiß nicht gedruckt, bis 30 % Tropfen 1 (klein), bis
60% Tropfen 2 (mittel) und darüber Tropfen 3 (groß).
[0057] Im Druckbild und der Separationsdatei ist je nach Auflösung in der Druckbreite immer
in Druckrichtung ein bestimmter Bereich einer Druckdüse zugeordnet. So kann im Fall
einer fehlerhaften Druckdüse die Separationsdatei für diesen schmalen Bereich der
Düse mittels Software angepasst werden. Zum Beispiel kann die Intensität für einen
Bereich um einen bestimmten Betrag erhöht oder die Zeile gelöscht und die Druckdüse
damit abgeschaltet werden. Gleichzeitig können die benachbarten Druckdüsen mehr drucken,
um die abgeschaltete Druckdüse zu kompensieren.
[0058] Weiterhin ist es möglich das mit der Zeit zu stark druckende Druckdüsen durch die
Recheneinheit in Ihrer Tröpchengröße herabgesetzt werden oder die Separationsdaten
angepasst werden, indem Druckinformationen verringert werden um kleinere Tröpfchen
zu drucken.
[0059] In einer Ausführungsform werden die Separationsdaten im laufenden Druckprozess angepasst.
Dies hat den Vorteil, dass der Druckprozess nicht unterbrochen werden muss und damit
die Wirtschaftlichkeit des Druckprozesses erhöht wird.
[0060] In einer Ausführungsform findet eine Korrektur statt indem sowohl die Separationsdaten
als auch die Spannung mindestens einer Druckdüse verändert werden.
[0061] In welchem Maß eine Änderung der Spannung einer Druckdüse und/oder von Separationsdaten
vorgenommen werden muss, um eine bestimmte Änderung zu erzielen, kann beispielsweise
durch Korrekturdatensätze vorgegeben werden. Solche Datensätze können zuvor unter
fehlerfreien Druckbedingungen (alle Druckdüsen funktionieren einwandfrei) erstellt
werden und geben an, welchen Einfluss eine bestimmte Korrektur auf das Druckergebnis
hat.
[0062] Weiterhin stellt die Erfindung eine Vorrichtung zum Vorbeugen von Druckfehlern beim
Digitaldruck durch fehlerbehaftete Druckdüsen bereit, wobei die Vorrichtung dazu eingerichtet
ist, das erfindungsgemäße Verfahren durchzuführen. Die Vorrichtung weist
- einen Digitaldrucker;
- eine Recheneinheit;
- mindestens ein Mittel zur Überwachung der Druckleistung mindesten einer Druckdüse
des Digitaldruckers;
auf.
[0063] Die Vorrichtung weist mindestens eine Recheneinheit auf, auf der die Daten der Überwachung
der mindestens einen Druckdüse gesammelt werden und auf der die Berechnung der Abweichung
der Druckleistung vom Sollwert berechnet wird. Weiterhin wird auf der Recheneinheit
die Abweichung mit dem Toleranzwert verglichen und eine Korrektur gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren ausgelöst. Hierfür steuert die Recheneinheit
- die Spannung der Piezoaktoren der Druckdüsen eines digitalen Druckers; und/oder
- den Druckwinkel mindestens einer Druckdüse.
[0064] Weiterhin können mit der Recheneinheit in einer Ausführungsform die Separationsdaten
angepasst werden.
[0065] Die Vorrichtung weist mindestens ein Mittel zur Überwachung der Druckleistung mindestens
einer Druckdüse auf. Dies kann beispielsweise ein geeigneter Drucksensor im Kanal
des Druckmediums sein oder andere geeignet Sensoren, um die Ausdehnung der Piezoaktoren
und/oder deren Spannung zu überwachen. Das Mittel zur Überwachung der Druckleistung
mindestens einer Druckdüse ist mit der mindestens einen Recheneinheit verbunden, um
die detektierten Signale an die Recheneinheit weiterzuleiten.
[0066] In einer Ausführungsform weist die Vorrichtung weiterhin mindestens ein Mittel zur
optischen Überwachung des Druckbildes des Digitaldruckers auf. Dies kann zum Beispiel
eine Digitalkamera, eine Spektralkamera oder eine Hyperspektralkamera sein. Die Digitalkamera,
Spektralkamera oder Hyperspektralkamera steht bevorzugt mit der mindestens einen Recheneinheit
in Verbindung.
[0067] Weiterhin stellt die Erfindung ein Verfahren zum Drucken eines Druckdekores mit einem
Digitaldrucker auf ein Trägermaterial zur Verfügung. In dem Verfahren wird
- mindestens eine Druckdüse des Digitaldruckers mit einem erfindungsgemäßen Verfahren
überwacht während durch den Digitaldrucker ein Druckdekor auf ein Trägermaterial gedruckt
wird.
[0068] In einer Ausführungsform der Erfindung werden alle Druckdüsen des Digitaldruckers
mit einem erfindungsgemäßen Verfahren überwacht.
[0069] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist das Trägermaterial ausgewählt
aus der Gruppe aufweisend Papier, Glas, Metall, Folien, Holzwerkstoffe, insbesondere
MDF- oder HDF-Platten, WPC-Platten, Furniere, Lackschichten, Kunststoffplatten, faserverstärktem
Kunststoff, Hartpapier und anorganische Trägerplatten.
[0070] Die Merkmale, die für die erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben wurden, treffen
in gleicher Weise auf die erfindungsgemäße Vorrichtung zu und umgekehrt.
[0071] Mit der vorliegenden Erfindung können vorteilhafterweise Ausfälle oder Leistungsverluste
von einzelnen Druckdüsen frühzeitig erkannt und korrigiert werden und so Fehlerstellen
im Druckbild vermieden werden. In den Druckprozess kann damit entsprechend zeitiger
eingegriffen werden als mit den Verfahren aus dem Stand der Technik, wodurch die Druckqualität
hochgehalten werden kann.. Die Erfindung bietet damit eine Möglichkeit Druckprozesse
vorbeugend dahingehend zu überwachen, dass fehlerhafte Druckdüsen frühzeitig erkannt
und deren Einfluss auf das Druckbild bereits im Druckprozess behoben werden. Darüber
hinaus wird die Wirtschaftlichkeit von Druckprozessen erhöht, da Ausschussware minimiert
werden kann. Hersteller von Druckprodukten sparen damit Kosten durch weniger Ausschuss,
weniger Stillstandzeiten und verbuchen weiniger Reklamationen, die durch die Qualitätskontrolle
gerutscht sind. Durch die vorliegende Erfindung können vor allem Stillstandzeiten
der Druckanlagen minimiert werden, die sonst für die Reinigung von Druckdüsen anfallen.
[0072] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von 3 Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Ausführungsbeispiel 1 - Perfomanceabfall Druckdüse Papierdigitaldruck
[0073] Bei einem Hersteller für Laminatfußbodendielen wurden auf einer Papierdigitaldruckanlage
Dekore für die weitere Verarbeitung zu Dekorpaneelen auf Papierrollen bedruckt.
[0074] Die Druckbreite bzw. Rollenbreite war 2060mm und die Auflösung der Druckköpfe betrug
1200 dpi. Es standen 97.322 Druckdüsen in der Druckbreite zur Verfügung (2060 mm:
25,4 mm x 1200 dpi). Die Druckdüsen der eingesetzten Druckköpfe ließen sich einzeln
elektrisch mittels einer Recheneinheit in ihrer Druckintensität justieren. Außerdem
wurden die einzelnen Druckdüsen überwacht und die Daten mittels der Recheneinheit
erfasst, die Abweichung vom Sollwert berechnet und diese Abweichung mit einem Toleranzwert
verglichen.
[0075] Als Toleranzwert wurde 20% festgelegt.
[0076] Während der Produktion erfasste die Überwachung der Druckdüse 1.112 einen Leistungsabfall
von zuerst 17 %. Da der Toleranzwert noch nicht überschritten wurde, wurde die Druckdüse
unter Beobachtung gehalten allerdings noch nichts weiter unternommen. Einige Minuten
später verlor die Düse sprunghaft weitere 20% ihrer Leistung und damit insgesamt 37%.
Der Toleranzwert wurde damit überschritten und die Druckdüse erhielt mittels Recheneinheit
eine höhere Spannung durch eine Änderung der Waveform. Die Nachjustierung bewirkte
den Druck eines größeren Tröpfchens, was zur Kompensierung der Fehlstelle bzw. eines
helleren Streifens genügte.
[0077] Die Druckproduktion der Papierrolle konnte ohne Fehler oder umrollen direkt für die
Weiterverarbeitung genutzt werden. Der Hersteller sparte Kosten durch weniger Ausschuss,
weniger Stillstandzeiten und verbucht weiniger Reklamationen, die durch die Qualitätskontrolle
gerutscht sind.
Ausführungsbeispiel 2 - Ausfall Druckdüse Papierdigitaldruck
[0078] Bei einem Hersteller für Laminatfußbodendielen wurden auf einer Papierdigitaldruckanlage
für die weitere Verarbeitung zu Dekorpaneelen auf Papierrollen bedruckt.
[0079] Die Druckbreite bzw. Rollenbreite ist 2060mm und die Auflösung der Druckköpfe betrug
1200 dpi. Es standen 97.322 Druckdüsen in der Druckbreite zur Verfügung (2060 mm:
25,4 mm x 1200 dpi). Die Druckdüsen der eingesetzten Druckköpfe ließen sich einzeln
elektrisch mittels Recheneinheit in ihrer Druckintensität justieren. Außerdem wurden
die einzelnen Druckdüsen überwacht und die Daten mittels Recheneinheit erfasst, die
Abweichung vom Sollwert berechnet und diese Abweichung mit einem Toleranzwert verglichen.
[0080] Als Toleranzwert wurde 60% festgelegt.
[0081] Während der Produktion erfasste die Überwachung der Druckdüse 1.112 einen Leistungsabfall
von 63 %. Die Druckdüse wurde im Vorfeld bereits kontinuierlich schlechter in ihrer
Perfomance und der Verlust im Druckbild wie im Ausführungsbeispiel 1 durch die Nachbardruckdüse/n
kompensiert. Die Toleranz für gänzliche Abschaltung der Druckdüse wurde auf 60% festgelegt
und die Druckdüse wurde abgeschaltet. Gleichzeitig wurden den beiden Druckdüsen 1.111
und 1113 jeweils zu gleichen Teilen unverzüglich und ohne Stopp der Produktion je
50% größere Tröpfchen für den weiteren verlaufenden Druck zugewiesen. Die Nachbardüsen
kompensierten die durch die abgeschaltete Druckdüse entstehende Fehlstelle.
[0082] Die Druckproduktion der Papierrolle konnte ohne Fehler oder umrollen direkt für die
Weiterverarbeitung genutzt werden. Der Hersteller sparte Kosten durch weniger Ausschuss,
weniger Stillstandzeiten und verbuchte weiniger Reklamationen, die durch die Qualitätskontrolle
gerutscht sind.
Ausführungsbeispiel 3 - Perfomanceabfall Druckdüse Papierdigitaldruck (Separationsdaten)
[0083] Bei einem Hersteller für Laminatfußbodendielen wurden auf einer Papierdigitaldruckanlage
Dekore für die weitere Verarbeitung zu Dekorpaneelen auf Papierrollen bedruckt.
[0084] Die Druckbreite bzw. Rollenbreite war 2060mm und die Auflösung der Druckköpfe betrug
1200 dpi. Es standen 97.322 Druckdüsen in der Druckbreite zur Verfügung (2060 mm:
25,4 mm x 1200 dpi). Die Druckdüsen der eingesetzten Druckköpfe ließen sich einzeln
elektrisch mittels einer Recheneinheit in ihrer Druckintensität justieren. Außerdem
wurden die einzelnen Druckdüsen überwacht und die Daten mittels der Recheneinheit
erfasst, die Abweichung vom Sollwert berechnet und diese Abweichung mit einem Toleranzwert
verglichen.
[0085] Als Toleranzwert wurde 30% festgelegt.
[0086] Während der Produktion erfasste die Überwachung der Druckdüse 1.112 einen Leistungsabfall
von zuerst 20 %. Da der Toleranzwert noch nicht überschritten wurde, wurde die Druckdüse
unter Beobachtung gehalten allerdings noch nichts weiter unternommen. Einige Minuten
später verlor die Düse sprunghaft weitere 20% ihrer Leistung und damit insgesamt 40%.
Der Toleranzwert wurde damit überschritten und die Separationsdaten wurden derart
angepasst, die fehlerhafte Druckdüse entsprechend stärker druckte. Hierdurch konnte
der zuvor detektierte Leistungsabfall kompensiert werden.
[0087] Die Druckproduktion der Papierrolle konnte ohne Fehler oder umrollen direkt für die
Weiterverarbeitung genutzt werden. Der Hersteller sparte Kosten durch weniger Ausschuss,
weniger Stillstandzeiten und verbucht weiniger Reklamationen, die durch die Qualitätskontrolle
gerutscht sind.
1. Verfahren zum Vorbeugen von Druckfehlern beim Digitaldruck durch fehlerbehaftete Druckdüsen
aufweisend einen Digitaldrucker
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren die Schritte umfasst
i. Überwachen mindestens einer Druckdüse des Digitaldruckers und Erfassen der Druckleistung
der mindestens einen Druckdüse und jeder weiteren überwachten Druckdüse;
ii. Vorgabe eines Sollwertes und eines Toleranzwertes für die Druckleistung jeder
überwachten Druckdüse des Digitaldruckers;
iii. Berechnen und Speichern der Abweichung der Druckleistung mindestens einer überwachten
Druckdüse vom Sollwert dieser Druckdüse;
iv. Korrektur der Druckleistung mindestens einer Druckdüse, wenn die Abweichung der
Druckleistung mindestens einer überwachten Druckdüse größer als der Toleranzwert ist.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen 20% und 100%, bevorzugt zwischen 50% und 100% der Druckdüsen des Digitaldruckers
überwacht werden.
3. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Verfahrensschritt iii. die Abweichung der Druckleistung vom jeweiligen Sollwert
für jede überwachte Druckdüse bestimmt wird.
4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Druckdüse überwacht wird indem
• die Ausdehnung der Piezoaktoren der Druckdüse überwacht werden und/oder
• die Spannung, die am Piezoaktor der Druckdüse anliegt, überwacht wird.
5. Verfahren gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin das durch den Digitaldrucker gedruckte Druckbild optisch überwacht wird.
6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Toleranzwert zwischen 1% und 70%, bevorzugt zwischen 1% und 65%, besonders bevorzugt
zwischen 1% und 60% liegt.
7. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Korrektur der Druckleistung in Verfahrensschritt iv. durch eine Korrektur an
mindesten einer Druckdüse des Digitaldrucker und/oder durch eine Korrektur der Separationsdaten
erfolgt.
8. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Korrektur an mindestens einer Druckdüse durch
• eine Regelung der Spannung der Druckdüse deren Druckleistung unter den Toleranzwert
ist; und/oder
• durch Regelung der Spannung von Druckdüsen, die zu der Druckdüse deren Druckleistung
unter den Toleranzwert ist, benachbart sind; und/oder
• durch die Änderung des Druckwinkels mindestens einer benachbarten Druckdüse erfolgt.
9. Vorrichtung zum Vorbeugen von Druckfehlern beim Digitaldruck durch fehlerbehaftete
Druckdüsen, dazu eingerichtet ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8 durchzuführen,
aufweisen
• einen Digitaldrucker;
• eine Recheneinheit;
• mindestens ein Mittel zur Überwachung der Druckleistung mindesten einer Druckdüse
des Digitaldruckers.
10. Vorrichtung gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung weiterhin mindestens ein Mittel zur optischen Überwachung des Druckbildes
des Digitaldruckers aufweist.
11. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mindesten eine Mittel zur optischen Überwachung des Druckbildes des Digitaldruckers
eine digitale Kamera, eine spektrale Kamera oder eine Hyperspektralkamera ist.
12. Verfahren zum Drucken eines Druckdekores mit einem Digitaldrucker auf ein Trägermaterial,
dadurch gekennzeichnet, dass
• mindestens eine Druckdüse des Digitaldruckers mit einem Verfahren gemäß einem der
Ansprüche 1 bis 8 überwacht wird während durch den Digitaldrucker ein Druckdekor auf
ein Trägermaterial gedruckt wird.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass alle Druckdüsen des Digitaldruckers mit einem Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 8 überwacht werden.
14. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Trägermaterial ausgewählt ist aus der Gruppe aufweisend Papier, Glas, Metall,
Folien, Holzwerkstoffe, insbesondere MDF- oder HDF-Platten, WPC-Platten, Furniere,
Lackschichten, Kunststoffplatten, faserverstärktem Kunststoff, Hartpapier und anorganische
Trägerplatten.