Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bemustern eines Werkstücks, das bevorzugt
zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff oder dergleichen besteht,
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie ein Verfahren zum Bemustern eines Werkstücks.
Stand der Technik
[0002] Im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie werden Werkstücke, die beispielsweise
aus einem Holzwerkstoff bestehen können, häufig mit einem bemusterten Beschichtungsmaterial
versehen. Die Bemusterung kann dabei entweder von vornherein auf dem Beschichtungsmaterial
vorhanden sein oder auf das am Werkstück gefügte Beschichtungsmaterial aufgebracht
- meist aufgedruckt - werden.
[0003] So offenbart etwa die
DE 10 2006 030 624 A1 eine gattungsgemäße Vorrichtung zum Beschichten eines Werkstücks. Derartige Vorrichtungen
ermöglichen eine variable und qualitativ hochwertige Bemusterung von Werkstücken.
[0004] Allerdings hat sich gezeigt, dass die Druckqualität oft im Laufe der Zeit nachlässt,
was zu einem erhöhten Wartungsaufwand führt und die Maschinenverfügbarkeit einschränkt.
Darstellung der Erfindung
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der
eingangs genannten Art bereitzustellen, die bei geringem Wartungsaufwand und hoher
Verfügbarkeit eine hohe Bemusterungsqualität ermöglichen.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch eine Vorrichtung zum Bemustern eines
Werkstücks nach Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Bemustern eines Werkstücks nach
Anspruch 14 gelöst. Besonders bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den abhängigen Ansprüchen.
[0007] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Qualität des Materials zu jedem Zeitpunkt
zu gewährleisten und dieses vor Umwelteinflüssen und Verlusten zu schützen. Zu diesem
Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Vorrichtung eine oder mehrere Schutzeinrichtung(en)
zum Schutz des Druckmaterials in der Druckeinheit vor Beeinträchtigungen und/oder
Verlusten aufweist. Auf diese Weise können unterschiedlichste schädliche Einflüsse
auf das Druckmaterial reduziert oder ganz beseitigt werden, sodass bisher auftretende
Verschlechterungen der Tinte nicht mehr bzw. kaum noch auftreten. Dem entsprechend
reduzieren sich bzw. entfallen Qualitätseinbußen und Betriebsstörungen, sodass neben
einer hohen Bemusterungsqualität ein geringer Wartungs- und Reinigungsaufwand und
eine hohe Verfügbarkeit erzielt werden können.
[0008] Hinsichtlich der Verfügbarkeit trägt die Erfindung auch dazu bei, dass Vorrichtungen
stets und sofort einsatzbereit sind, auch wenn diese nicht kontinuierlich betrieben
werden. Anders als bei bekannten Vorrichtungen muss das Druckmaterial daher nicht
notwendigerweise permanent zirkuliert werden, obgleich dies im Rahmen der Erfindung
ebenfalls möglich ist. Durch die Möglichkeit eines nicht-kontinuierlichen Betriebes
lassen sich im Rahmen der Erfindung auch erhebliche Energieeinsparungen realisieren.
[0009] Die Druckeinheit kann im Rahmen der Erfindung auf unterschiedlichste Art und Weise
ausgestaltet sein. Eine besonders einfache wie effektive Konstruktion ergibt sich
jedoch, wenn die Druckeinheit gemäß einer Weiterbildung der Erfindung eines oder mehrere
der folgenden Bauteile aufweist:
- mindestens einen Druckkopf zum Ausstoßen des Druckmaterials,
- mindestens einen Vorratsbehälter zum Bevorraten des Druckmaterials,
- eine Leitungsanordnung zum Verbinden des mindestens einen Druckkopfes und des mindestens
einen Vorratsbehälters, die bevorzugt eine Zirkulationsleitung aufweist, und
- eine Fördereinrichtung zum Fördern des Druckmaterials in der Leitungsanordnung, die
bevorzugt eine Zirkulationspumpe und/oder Vakuumpumpe aufweist.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weist die Vorrichtung eine Lichtschutzeinrichtung
zum Schutz des Druckmaterials in der Druckeinheit vor Licht, insbesondere vor UV-Licht
auf. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Druckmaterial auch über längere Zeiträume
eine hohe Qualität beibehält und nicht etwa Leitungen, Düsen oder andere Bauteile
verstopft. Hierdurch kann auch bei Einsatz spezieller Druckmaterialien wie insbesondere
UV-Tinten die hohe Verfügbarkeit und der geringe Wartungsaufwand erzielt werden.
[0011] Dabei ist es zunächst bevorzugt, dass die Lichtschutzeinrichtung eine Umhausung aufweist,
die einen Druckbereich, in welchem das Bedrucken des Werkstücks stattfindet, vor Licht
(insbesondere UV-Licht) schützt. Hierdurch kann ein besonders wirksamer Lichtschutz
bei einfacher Konstruktion erzielt werden.
[0012] Alternativ oder zusätzlich ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
dass die Lichtschutzeinrichtung mindestens einen durchsichtigen Abschnitt aufweist,
der UV-Licht abschirmt. Hierdurch lässt sich eine UV-LichtAbschirmung erreichen, während
die abgeschirmten Bauteile weiterhin sichtbar bleiben, etwa zu Zwecken der Inspektion
durch eine Bedienperson. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass ein durchsichtiger
Abschnitt im Bereich des mindestens einen Vorratsbehälters für Druckmaterial und/oder
im Bereich der Umhausung des Druckbereichs vorgesehen ist. Auf diese Weise bleibt
eine Sichtprüfung des Druckmaterials (etwa auf unerwünschte Bläschenbildung oder Füllstand)
sowie des gesamten Druckbereichs (etwa auf Betriebsstörungen oder Verschmutzungen)
möglich, während gleichzeitig schädliche Einflüsse von UV-Licht ausgeschlossen werden.
[0013] Darüber hinaus ist bei der Vorrichtung gemäß einer Weiterbildung der Erfindung eine
Öffnung zum Einführen und/oder Entlangführen zumindest eines Teils des Werkstücks
vorgesehen, wobei die Lichtschutzeinrichtung im Bereich der Öffnung eine werkstückbezogene
Abschirmung aufweist, die eingerichtet ist, in demjenigen Bereich der Öffnung eine
Lichtabschirmung zu bewirken, in dem gerade kein Teil des Werkstücks angeordnet ist.
Hierdurch wird ermöglicht, Werkstücke mit unterschiedlichsten (auch großen) Abmessungen
zu bemustern, ohne dass hierdurch die gewünschte Schutzwirkung beeinträchtigt wird
bzw. eine übermäßig große Umhausung erforderlich wird.
[0014] Die werkstückbezogene Abschirmung kann im Rahmen der Erfindung auf unterschiedliche
Art und Weise ausgestaltet sein und beispielsweise mitfahrende Abschirmelemente, ausfahrbare
Abschirmelemente (etwa nach Art eines Faltenbalgs) nachgiebige Abschirmelemente, etc.
umfassen. Eine besonders einfache und wirksame Konstruktion ergibt sich jedoch, wenn
die werkstückbezogene Abschirmung gemäß einer Weiterbildung der Erfindung mindestens
ein bürstenartiges Element aufweist. Dabei hat sich eine Rosshaarbürste als besonders
effektiv und dauerhaft erwiesen.
[0015] Besondere Bedeutung bei der Lichtabschirmung kommt im Rahmen der Erfindung dem mindestens
einen Druckkopf zu. Vor diesem Hintergrund weist die Lichtschutzeinrichtung gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung mindestens eine Abdeckung für den (mindestens einen)
Druckkopf auf, die Licht (insbesondere UV-Licht) abschirmt. Dabei ist es bevorzugt,
dass die Abdeckung und/oder der Druckkopf derart bewegbar ist, dass die Abdeckung
in einer Schutzposition zum Abdecken von Druckmaterialausgabeöffnungen des Druckkopfes
und in einer Freigabeposition positioniert werden kann. In der Freigabeposition ist
der Druckbetrieb ermöglicht, während in der Schutzposition bei unterbrochenem Schutzvorgang
ein besonders wirksamer Schutz des (mindestens einen) empfindlichen Druckkopfes bzw.
des darin enthaltenen Druckmaterials erreicht werden kann.
[0016] Gemäß einer weiteren Zielrichtung der Erfindung ist eine Temperaturschutzeinrichtung
zum Schutz des Druckmaterials in der Druckeinheit vor unerwünschten Temperatureinflüssen
vorgesehen. Dieser Maßnahme liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ungeeignete (meist
hohe) Temperaturen zu einer schnellen Alterung oder sonstigen Verschlechterung des
Druckmaterials führen können. Hier setzt die Erfindung an und schafft eine Möglichkeit,
das Druckmaterial vor unerwünschten Temperaturen zu schützen und auf diese Weise die
oben genannten Vorteile zu erzielen. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Temperaturschutzeinrichtung
mindestens einen Temperatursensor und mindestens ein Heizelement aufweist. Auf der
Grundlage des Erfassungsergebnisses des mindestens einen Temperatursensors kann das
mindestens eine Heizelement (etwa durch die Steuereinrichtung) geeignet angesteuert
werden, um stets die optimale Temperatur des Druckmaterials vorzusehen, etwa eine
höhere Temperatur während eines Druckbetriebes und eine abgesenkte Temperatur während
eines Ruhezustands.
[0017] In dieser Hinsicht ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die
Temperaturschutzeinrichtung eingerichtet ist, die Temperatur des Druckmaterials in
mindestens einem vorbestimmten Zustand der Vorrichtung (etwa einem Ruhezustand) und/oder
nach mindestens einer Zeitspanne abzusenken, und zwar bevorzugt um mindestens 5 Kelvin,
bevorzugt mindestens 10 Kelvin. Hierdurch lässt sich das Druckmaterial besonders wirksam
vor temperaturbedingten Verschlechterungen schützen.
[0018] Darüber hinaus kann die Temperaturschutzeinrichtung auch vorteilhaft eine weitere
Funktion erfüllen, nämlich gemäß einer Weiterbildung der Erfindung die Temperatur
des Druckmaterials derart einzustellen, dass das Druckmaterial eine für den Druckvorgang
gewünschte Viskosität aufweist. Die Temperaturschutzeinrichtung besitzt somit nicht
nur eine Schutzfunktion, sondern sorgt mittels einer optimalen Einstellung der Viskosität
des Druckmaterials auch für hochwertige Druckergebnisse.
[0019] Gemäß einer weiteren bevorzugten Zielrichtung der Erfindung weist die Vorrichtung
eine Auslaufschutzeinrichtung zum Verhindern eines unerwünschten Auslaufens des Druckmaterials
aus der Druckeinheit auf. Hierdurch können nicht nur unerwünschte Verluste von Druckmaterial
verhindert werden, sondern auch Verschmutzungen der Vorrichtung, die zu einer Unterbrechung
des Betriebes und zu einem erheblichen Wartungs- und Reinigungsaufwand führen können.
Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Auslaufschutzeinrichtung eingerichtet ist,
bei fehlender oder deaktivierter Stromversorgung ein Auslaufen des Druckmaterials
aus der Druckeinheit zu minimieren oder zu verhindern. So haben die Erfinder festgestellt,
dass bei Stromausfällen oder bei einem Ausschalten der Vorrichtung häufig ein Großteil
des im Druckkreislauf vorhandenen Druckmaterials ausläuft und umständlich aufgefangen
oder beseitigt werden muss. Dies ist auch einer der Faktoren, der häufig zu einem
quasikontinuierlichen Betrieb derartiger Vorrichtungen führt, was ökonomisch und ökologisch
nachteilhaft ist. Demgegenüber ermöglicht die erfindungsgemäße Auslaufschutzeinrichtung,
dass die oben genannten Nachteile nicht nur bei Stromausfällen verhindert werden,
sondern auch ein gezieltes, Ressourcen-schonendes Abschalten der Vorrichtung ermöglicht
wird.
[0020] Eine besonders wirksame wie einfache Auslaufsicherung ergibt sich, wenn gemäß einer
Weiterbildung der Erfindung die Auslaufschutzeinrichtung eine Sperreinheit wie insbesondere
ein Rückschlagventil aufweist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0021]
Fig. 1 zeigt schematisch eine Seitenansicht einer Vorrichtung gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung;
Fig. 2 zeigt schematisch ein Schaltbild bei frontaler Betrachtung der in Fig. 1 gezeigten
Vorrichtung.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0022] Bevorzugte Ausführungen der Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme
auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
[0023] Eine Vorrichtung 1 zum Bemustern eines Werkstücks 2 gemäß einer Ausführungsform der
Erfindung ist in den Figuren 1 und 2 schematisch in einer Seitenansicht und in einer
teilweise als Schaltplan dargestellten, stark schematisierten Frontansicht gezeigt.
[0024] Die Vorrichtung 1 dient zum Bemustern bzw. Bedrucken eines Werkstücks 2, das beispielsweise
aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff oder verschiedenen Verbundmaterialien besteht,
wie sie im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie verbreitet zum Einsatz kommen.
Oft sind derartige Werkstück mit einem Beschichtungsmaterial 2 beschichtet, insbesondere
im Bereich einer Schmalfläche des Werkstücks. Dieses Beschichtungsmaterial 2'wird
oft auch als Kante bezeichnet und kann ebenfalls aus Kunststoff, Holz oder anderen
geeigneten Materialien bestehen. Die in den Figuren 1 und 2 gezeigte Vorrichtung 1
ist zum Bedrucken des Beschichtungsmaterials 2' ausgelegt, kann jedoch im Prinzip
jede beliebige Oberfläche des Werkstücks 2 (etwa auch unbeschichtet oder auf beliebige
Arten beschichtet) bedrucken.
[0025] Die Vorrichtung 1 umfasst zu diesem Zweck eine Druckeinheit 10, die das Druckmaterial
auf die Oberfläche 2' des Werkstücks ausgibt und untenstehend noch näher beschrieben
wird. Ferner umfasst die Vorrichtung 1 eine Transporteinheit 20, die beispielsweise
ein Transportband sowie obenliegende Andruckrollen aufweisen kann, um das Werkstück
2 an der Druckeinheit 10 entlangzuführen, wie in Fig. 1 gezeigt. Die Transporteinheit
20 kann jedoch auch vielfältige andere Ausgestaltungen annehmen und auch dazu dienen,
die Druckeinheit 10 entlang des Werkstücks 2 zu transportieren. Auch Mischformen solcher
Konzepte sind möglich.
[0026] Darüber hinaus umfasst die Vorrichtung 1 eine Steuereinheit 30 zum Steuern der verschiedenen
Komponenten der Vorrichtung 1, wie insbesondere der Druckeinheit 10 und der Transporteinheit
20. Zu diesem Zweck ist die Steuereinheit 30 mit diesen und weiteren, nachfolgend
erläuterten Komponenten verbunden, obgleich diese Verbindungen in Fig. 2 nur schematisch
angedeutet sind.
[0027] Die vorstehend bereits erwähnte Druckeinheit 10 umfasst in der vorliegenden Ausführungsform
mehrere Druckköpfe 12, die in der Durchlaufrichtung der Transporteinheit 20 hintereinander
angeordnet sind. Die Druckköpfe 12 dienen zum Ausstoßen unterschiedlicher Farbtropfen
auf das Beschichtungsmaterial 2' des Werkstücks 2 und können beispielsweise Piezodruckköpfe
oder andere geeignete Druckköpfe für flüssiges Druckmaterial (wie insbesondere UV-Tinte)
sein.
[0028] Wie in Fig. 2 schematisch dargestellt ist, sind die Druckköpfe 12 (von denen in Fig.
2 nur einer gezeigt ist) in eine Leitungsanordnung 16 eingebunden, welche die Druckköpfe
12 mit zwei Vorratsbehältern 14, 14' verbindet. Die Leitungsanordnung 16 ist dabei
als Zirkulationsleitung ausgestaltet. Für die Zirkulation des Druckmaterials innerhalb
der Zirkulationsleitung 16 sorgt dabei eine zwischen den Vorratsbehältern 14, 14'
angeordnete Pumpe 18, die beispielsweise eine Zirkulationspumpe oder Vakuumpumpe seien
kann.
[0029] Die Vorratsbehälter 14, 14' weisen jeweils einen Füllstandsensor (nicht gezeigt),
dessen Daten an die Steuereinheit 30 weitergegeben werden. Sobald der Füllstand in
einem der Vorratsbehälter 14, 14' einen vorbestimmten Schwellwert unterschreitet,
steuert die Steuereinheit 30 eine weitere Pumpe 6 an, die dann Druckmaterial aus einem
Auffüllbehälter 4 in die Zirkulationsleitung 16 zuführt, bis in den Vorratsbehältern
14, 14' ein vorbestimmter Füllstand erreicht ist.
[0030] Um das Druckmaterial in der Druckeinheit 10 zunächst vor Licht (hier insbesondere
vor UV-Licht) zu schützen, weist die Vorrichtung 1 eine Lichtschutzeinrichtung 40
mit mehreren Komponenten auf. Hierzu zählt zunächst eine Umhausung 42, die einen in
Fig. 2 bezeichneten Druckbereich 10', in welchem das Bedrucken des Werkstücks 2 stattfindet,
umgibt und vor Licht schützt. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, kann diese Umhausung 42 auch
ganz oder teilweise geöffnet werden, etwa zu Wartungs- und Montagezwecken. Dabei kann
die Umhausung 42 beispielsweise aus Metallblech gefertigt sein, sodass sie kein Licht
durchlässt. Sie kann jedoch auch ganz oder teilweise aus einem lichtdurchlässigen
Material gefertigt sein, das jedoch gewisse Lichtspektren, wie insbesondere UV-Licht
abschirmt. In der vorliegenden Ausführungsform weist die Umhausung ein Sichtfenster
46 auf, das für das menschliche Auge durchsichtig ist, jedoch UV-Licht abschirmt.
Auf diese Weise wird einer Bedienperson ermöglicht, das Innere des Druckbereichs 10'
zu beobachten, ohne dass UV-Licht in nennenswertem Umfang in den Druckbereich 10'
eintritt.
[0031] Ein ähnliches Konzept kommt bei den Vorratsbehältern 14, 14' zum Einsatz, die jeweils
ein Sichtfenster 44 aufweisen, das durchsichtig ist, jedoch UV-Licht abschirmt. Hierdurch
kann eine Bedienperson den Betriebszustand innerhalb der Vorratsbehälter 14, 14' beobachten,
und auch eine Sichtprüfung des Tintenfüllstands durchführen.
[0032] Darüber hinaus weist die Lichtschutzeinrichtung 40 bzw. Umhausung 42 in der vorliegenden
Ausführungsform eine Öffnung 48 auf, die dazu dient, auch größere Werkstücke in den
Druckbereich 10 einzuführen bzw. an dem Druckkopf 12 entlangzuführen, während es nach
außerhalb der Umhausung 42 hervorsteht. Um im Bereich dieser Öffnung 48 das Eintreten
von (UV)-Licht zu verhindern, ist in diesem Bereich eine werkstückbezogene Abschirmung
48' in Form eines bürstenförmigen Elements (beispielsweise aus Rosshaar) angeordnet.
Diese bewirkt, dass auch in demjenigen Bereich der Öffnung 48, in dem gerade kein
Teil des Werkstücks angeordnet ist, eine Lichtabschirmung stattfindet. Dabei ist zu
beachten, dass die werkstückbezogene Abschirmung 48` vielfältige Formen annehmen kann
und auch unterschiedliche bewegliche oder verformbare Elemente umfassen kann.
[0033] Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, umfasst die Lichtschutzeinrichtung 40 darüber hinaus
eine Abdeckung 49 für den Druckkopf 12 oder die Druckköpfe 12, etwa in Form einer
oder mehrerer Edelstahlwannen. In Fig. 2 ist die Abdeckung 49 in einer Freigabeposition
positioniert, in welcher sie den Druckvorgang nicht behindert. Darüber hinaus ist
die Abdeckung 49 jedoch auch in eine Schutzposition zum Abdecken der Druckmaterialausgabeöffnungen
12' des jeweiligen oder aller Druckköpfe 12 bewegbar, wobei zu diesem Zweck in der
vorliegenden Ausführungsform eine Schwenkachse 49' vorgesehen ist. Es ist jedoch auch
möglich, den Druckkopf 12 in eine geeignete Position hin zu der Abdeckung 49 zu bewegen,
oder beide Bauteile geeignet zu bewegen.
[0034] Neben der Lichtschutzeinrichtung 40 umfasst die Vorrichtung 1 in der vorliegenden
Ausführungsform auch eine Temperaturschutzeinrichtung 50 zum Schutz des Druckmaterials
in der Druckeinheit vor unerwünschten Temperatureinflüssen. Die Temperaturschutzeinrichtung
50 umfasst in der vorliegenden Ausführungsform mehrere Temperatursensoren 52, die
beispielhaft in den Vorratsbehältern 14, 14` sowie unmittelbar stromaufwärts des (mindestens
einen) Druckkopfes 12 angeordnet sind. An diesen Stellen ist - in geeignetem Abstand
- auch jeweils mindestens ein Heizelement 54 zum Erwärmen des Druckmaterials vorgesehen.
Obgleich in Fig. 2 nicht gezeigt, sind die Temperatursensoren 52 mit der Steuereinheit
30 verbunden, die insoweit einen Teil der Temperaturschutzvorrichtung 50 bildet. Die
Steuereinrichtung 30 hat dabei zunächst die Aufgabe, im Normalbetrieb die Temperatur
des Druckmaterials derart einzustellen, dass das Druckmaterial eine für den Druckvorgang
gewünschte Viskosität besitzt. Diese Viskosität kann je nach Druckmaterial und Druckanforderungen
sowie weiteren Parametern auch variieren.
[0035] Darüber hinaus ist die Steuereinheit 30 eingerichtet, die Temperatur des Druckmaterials
beispielsweise nach einem Abschalten der Vorrichtung auf einen geeigneten Wert abzusenken,
der beispielsweise um 5 Kelvin bis hin zu 10 Kelvin oder mehr abgesenkt sein kann.
Durch eine solche Absenkung der Temperatur werden Alterungsprozesse des Druckmaterials
drastisch reduziert. Eine solche Absenkung der Temperatur kann auch in bestimmten
Zeitintervallen oder anhand anderer Kriterien vorgenommen werden.
[0036] Schließlich umfasst die Vorrichtung 1 eine Auslaufschutzeinrichtung 60, die in der
vorliegenden Ausführungsform eine Sperreinheit 62 in Form eines Rückschlagventils
umfasst. Das Rückschlagventil 62 dient dazu, ein unerwünschtes Auslaufen des Druckmaterials
aus dem (mindestens einen) Druckkopf 12 zu verhindern, etwa bei fehlender oder deaktivierter
Stromversorgung. Das Rückschlagventil 62 ist dabei derart ausgelegt, dass es nur dann
Druckmaterial von dem Vorratsbehälter 14' hin zu dem (mindestens einen) Druckkopf
12 strömen lässt, wenn stromaufwärts des Rückschlagventils 62 ein vorbestimmter Überdruck
und/oder stromabwärts des Rückschlagventils 62 ein vorbestimmter Unterdruck anliegt,
etwa in Folge eines Betreibens der Pumpe 18. Falls jedoch beispielsweise die Pumpe
18 nicht betrieben wird, strömt kein Druckmaterial von dem Vorratsbehälter 14' zu
dem (mindestens einen) Druckkopf 12, sodass, ggf. neben einer kleinen Restmenge, auch
kein Druckmaterial aus den Austrittsöffnungen 12' austreten kann.
1. Vorrichtung (1) zum Bemustern eines Werkstücks (2), das bevorzugt zumindest abschnittsweise
aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff oder dergleichen besteht, umfassend:
eine Druckeinheit (10) zum Ausgeben eines Druckmaterials auf eine Oberfläche (2')
des Werkstücks (2),
eine Transporteinheit (20) zum Herbeiführen einer Relativbewegung zwischen der Druckeinheit
(10) und dem Werkstück (2), und
eine Steuereinheit (30) zum Steuern der Druckeinheit (10) und/oder der Transporteinheit
(20),
dadurch gekennzeichnet, dass
die Vorrichtung eine oder mehrere Schutzeinrichtung(en) (40, 50, 60) zum Schutz des
Druckmaterials in der Druckeinheit (10) vor Beeinträchtigungen und/oder Verlusten
aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Druckeinheit (10) eines oder mehrere der
folgenden Bauteile aufweist:
- mindestens einen Druckkopf (12) zum Ausstoßen des Druckmaterials,
- mindestens einen Vorratsbehälter (14, 14') zum Bevorraten des Druckmaterials,
- eine Leitungsanordnung (16) zum Verbinden des mindestens einen Druckkopfes (12)
und des mindestens einen Vorratsbehälters (14, 14'), die bevorzugt eine Zirkulationsleitung
aufweist, und
- eine Fördereinrichtung (18) zum Fördern des Druckmaterials in der Leitungsanordnung
(16), die bevorzugt eine Zirkulationspumpe und/oder Vakuumpumpe aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der eine Lichtschutzeinrichtung (40) zum Schutz
des Druckmaterials in der Druckeinheit (10) vor Licht, insbesondere vor UV-Licht,
vorgesehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der die Lichtschutzeinrichtung (40) eine Umhausung
(42) aufweist, die einen Druckbereich (10'), in welchem das Bedrucken des Werkstücks
(2) stattfindet, vor Licht, insbesondere vor UV-Licht, schützt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, bei der die Lichtschutzeinrichtung (40) mindestens
einen durchsichtigen Abschnitt (44, 46) aufweist, der UV-Licht abschirmt, insbesondere
im Bereich des mindestens einen Vorratsbehälters (14, 14') und/oder im Bereich der
Umhausung (42) des Druckbereichs.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, bei der eine Öffnung (48) zum Einführen
und/oder Entlangführen zumindest eines Teils des Werkstücks (2) vorgesehen ist, wobei
die Lichtschutzeinrichtung im Bereich der Öffnung eine werkstückbezogene Abschirmung
(48') aufweist, die eingerichtet ist, in demjenigen Bereich der Öffnung (48) eine
Lichtabschirmung zu bewirken, in dem gerade kein Teil des Werkstücks (2) angeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, bei der die werkstückbezogene Abschirmung (48') mindestens
ein bürstenartiges Element aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, bei der die Lichtschutzeinrichtung (40)
mindestens eine Abdeckung (49) für den mindestens einen Druckkopf (12) aufweist, wobei
bevorzugt die Abdeckung (49) und/oder der mindestens eine Druckkopf (12) derart bewegbar
ist, dass die Abdeckung (49) in einer Schutzposition zum Abdecken von Druckmaterialausgabeöffnungen
(12') und in einer Freigabeposition positioniert werden kann.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine Temperaturschutzeinrichtung
(50) zum Schutz des Druckmaterials in der Druckeinheit (10) vor unerwünschten Temperatureinflüssen
vorgesehen ist, die bevorzugt mindestens einen Temperatursensor (52) und mindestens
ein Heizelement (54) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, bei der die Temperaturschutzeinrichtung (50) eingerichtet
ist, die Temperatur des Druckmaterials in mindestens einem vorbestimmten Zustand der
Vorrichtung und/oder nach mindestens einer Zeitspanne abzusenken, und zwar bevorzugt
um mindestens 5 Kelvin, bevorzugt mindestens 10 Kelvin.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, bei der die Temperaturschutzeinrichtung (50)
eingerichtet ist, die Temperatur des Druckmaterials derart einzustellen, dass das
Druckmaterial eine für den Druckvorgang gewünschte Viskosität aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eine Auslaufschutzeinrichtung
(60) zum Verhindern eines unerwünschten Auslaufens des Druckmaterials aus der Druckeinheit
(10), insbesondere einem Druckkopf (12), vorgesehen ist, die bevorzugt eingerichtet
ist, bei fehlender oder deaktivierter Stromversorgung ein Auslaufen des Druckmaterials
aus der Druckeinheit (10) zu minimieren oder zu verhindern.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der die Auslaufschutzeinrichtung (60) eine Sperreinheit
(62) wie insbesondere ein Rückschlagventil aufweist.
14. Verfahren zum Bemustern eines Werkstücks (2), das bevorzugt zumindest abschnittsweise
aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff oder dergleichen besteht, insbesondere unter Einsatz
einer Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Herbeiführen einer Relativbewegung zwischen einer Druckeinheit (10) und dem Werkstück
(2), und
Ausgeben eines Druckmaterials auf eine Oberfläche (2') des Werkstücks (2), wobei
das Druckmaterial in der Druckeinheit (10) vor Beeinträchtigungen und/oder Verlusten
geschützt wird.