Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft Verfahren zum Bedrucken eines, insbesondere streifenförmigen,
Beschichtungsmaterials zur Anbringung an einer Schmalfläche eines plattenförmigen
Werkstücks sowie ein System. Ein solches Werkstück umfasst insbesondere Holz, einen
Holzwerkstoff oder ein Verbundmaterial. Das Verfahren sowie ein solches System kann
im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie zum Einsatz kommen.
Stand der Technik
[0002] Im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie ist es bekannt, ein Beschichtungsmaterial,
welches zur Anbringung an einer Schmalfläche eines plattenförmigen Werkstücks vorgesehen
ist, mit einer Digitaldruckeinrichtung zu bedrucken. Das zu bedruckende Beschichtungsmaterial
ist hierbei in einem neutralen Weißton gehalten und wird im Zuge des Druckvorgangs
mit einem bestimmten Muster oder Dekor versehen.
[0003] Die bisherigen Ansätze erfordern durch den Übergangsbereich zur horizontalen Fläche
des Werkstücks besondere Maßnahmen. Der Druckkopf ist vertikal aufgebaut, sodass die
Tintentropfen in einer horizontalen Richtung ausgestoßen werden. Da der Druckkopf
am Übergangsbereich in der Höhe zum Werkstück auszurichten ist, ist die andere Seite
stets durch die Werkstücktoleranz beeinflusst. Dies bedeutet, dass der Tintentopfen
unterhalb oder oberhalb des Übergangsbereiches auftreffen kann. Demnach ist bei Verwendung
eines Beschichtungsmaterials entweder ein weißer Reststreifen zuerkennen, oder die
Oberfläche der Breitfläche des Werkstücks wird durch Tintentropfen verschmutzt.
[0004] Ferner ist das Dokument
DE 10 2019 103 267 A1 bekannt, das ein Verfahren sowie eine Beschichtungsvorrichtung zum Beschichten einer
Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks betrifft. Hierbei wird das Beschichtungsmaterial
vor dem Anbringen an der Schmalseite des Werkstücks zumindest in einem Randbereich,
der einer Haftfläche des Beschichtungsmaterials zugeordnet ist, mit einer Grundfarbe
eingefärbt oder das Beschichtungsmaterial wird vollständig mit der Grundfarbe eingefärbt.
Die Grundfarbe wird dabei auf einen Farbton und/oder ein Muster und/oder Dekor einer
Oberfläche des Werkstücks farblich abgestimmt, sodass nach dem Anbringen des Beschichtungsmaterials
an der Schmalseite des Werkstücks ein homogener Farbübergang zwischen dem eingefärbten
Beschichtungsmaterial und dem Farbton und/oder Muster und/oder Dekor der Oberfläche
des Werkstücks ausgebildet wird.
[0005] Durch dieses Verfahren kann ein beschichtetes Werkstück hergestellt werden, bei dem
das an der Schmalseite angebrachte Beschichtungsmaterial farblich an den Farbton und/oder
das Muster und/oder Dekor einer Oberfläche des Werkstücks angepasst ist. Auf diese
Weise kann ein optisch wahrnehmbarer Farbunterschied, insbesondere im Übergangsbereich,
zwischen der Oberfläche des Werkstücks und dem an der Schmalseite angebrachten eingefärbten
Beschichtungsmaterial vermieden oder zumindest minimiert werden. Dadurch kann ein
qualitativ hochwertiger optischer Eindruck des beschichteten Werkstücks erreicht werden.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie ein System bereitzustellen,
mit denen auf flexible Weise bei einer hohen Taktung ein hochwertiger Übergangsbereich
zwischen Schmalfläche und Breitfläche eines Werkstücks bereitgestellt werden kann.
[0007] Anspruch 1 stellt ein entsprechendes Verfahren bereit. Weitere bevorzugte Ausführungsformen
sind in den abhängigen Ansprüchen aufgeführt.
[0008] Insbesondere umfasst das Verfahren die Schritte: Bereitstellen mehrerer unterschiedlicher
Beschichtungsmaterialien, Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen auf Basis einer
Druckinformation, Zuführen des ausgewählten Beschichtungsmaterials, und Bedrucken
des Beschichtungsmaterials.
[0009] Durch die Bereitstellung unterschiedlicher Beschichtungsmaterialien und die Auswahl
eines der Beschichtungsmaterialien kann der Druckbereich in der Schmalfläche so gewählt
werden, dass die Bedruckung ohne die Gefahr einer Verschmutzung der Breitflächen durchgeführt
und trotz eines möglicherweise unbedruckten Randbereichs aufgrund der ähnlichen Farbgebung
zwischen Untergrund und Dekorbild ein gesamtheitliches Designbild bereitgestellt werden
kann. Dieser Lösungsansatz hat auch einen wirtschaftlichen Vorteil, da ein Großteil
des Druckmaterials, beispielsweise UV-Tinte, nicht mehr zur Abdeckung einer weißen
Grundfarbe eines Beschichtungsmaterials verwendet werden muss, sondern lediglich die
notwendigen restlichen Bestandteile des Designs mit dem Beschichtungsmaterials abgestimmt
werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit der Auswahl des jeweiligen Beschichtungsmaterials
mehrere Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind und diese gewissermaßen direkt in den
Entstehungsprozess eingebunden werden können.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Bedrucken des Beschichtungsmaterials
mittels eines Digitaldruckers, insbesondere Ink-Jet-Druckers, erfolgt. Ein solcher
Digitaldrucker kann beispielsweise eine UV-Tinte an der zu bedruckenden Oberfläche
auftragen.
[0011] Das Auswählen und das Bedrucken können in einer Maschine oder mittels unterschiedlicher
Maschinen erfolgen.
[0012] Wenn das Auswählen und das Bedrucken in einer Maschine erfolgen, kann dies beispielsweise
bei einem Durchlauf eines Werkstücks durchgeführt werden. Falls das Auswählen und
das Bedrucken mittels unterschiedlicher Maschinen erfolgen, kann dies durch einen
bestimmten Hersteller oder durch mehrere Hersteller durchgeführt werden.
[0013] Gemäß einer weiteren Ausführungsform unterscheiden sich die Beschichtungsmaterialien
hinsichtlich einer Grundfarbe, einem Material und/oder einer Oberflächenstruktur.
Diese Ansätze können einzeln oder in Kombination betrachtet werden.
[0014] Insbesondere kann ein Beschichtungsmaterial mit einer bestimmten Grundfarbe bereitgestellt
und ausgewählt werden, dessen Hauptfarbanteil ähnlich dem Druckdekor ist. In der Küchen-
und Möbelindustrie werden beispielsweise natürliche Oberflächen, wie Holz und Stein,
imitiert und in Form von Dekoren ausgebildet. Da diese Dekore überwiegend Grau-, Braun-,
und/oder Beigetöne aufweisen, ist es äußerst vorteilhaft, bereits den zu bedruckenden
Untergrund mit einer solchen Grundfarbe vorzusehen.
[0015] Ferner können Beschichtungsmaterialien mit unterschiedlichen Materialien, wie einem
Kunststoffmaterial (PP, PVC, PE), einem Furnier, Kartonmaterial oder ähnlichem bereitgehalten
werden, wobei bevorzugt ist, dass das jeweilige Material für ein bestimmtes Druckbild
oder Dekor besonders geeignet sein kann.
[0016] Ein weiterer Ansatz ist die Bereitstellung und Auswahl von Beschichtungsmaterialien
mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur, insbesondere einem bestimmtes Rauheitsgrad,
einem bestimmten Strukturmuster oder ähnlichem. Soll beispielsweise eine Steinoberfläche
imitiert werden, so kann die Oberflächenstruktur entsprechend geeignet gewählt und
verwendet werden. Entsprechendes gilt für eine Holzoptik.
[0017] Eine Auswahl kann mittels einer Auswähleinrichtung zum Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen
auf Basis einer Druckinformation erfolgen. Die Auswähleinrichtung kann entweder eine
Aufnahmeeinrichtung ansteuern, welche Aufnahmeeinrichtung mehrere unterschiedliche
Beschichtungsmaterialien aufnimmt, oder dem Bediener kann mittels einer Anzeigeeinrichtung
eine Handlungsanweisung angezeigt werden, sodass der Bediener ein entsprechendes Beschichtungsmaterial
bereitstellt.
[0018] Die Beschichtungsmaterialien können vollständig oder abschnittsweise eingefärbt sein.
Bei einer abschnittsweisen Einfärbung können insbesondere die Randbereiche eingefärbt
sein.
[0019] Es ist bevorzugt, dass zum Auswählen des Beschichtungsmaterials die Druckinformation
analysiert wird, insbesondere bezüglich Farbtöne und/oder Anteilen an zu druckenden
Farben, einer Oberflächenstruktur und/oder einer Auftragsmenge. Somit ist es möglich,
das Beschichtungsmaterial gewissermaßen mit dem Druck zu verknüpfen.
[0020] Ferner kann es vorgesehen sein, dass Bereiche des Beschichtungsmaterials unbedruckt
verbleiben. Somit kann das Erscheinungsbild des Beschichtungsmaterials mit in das
zu erstellende Dekor einbezogen werden, und es ist möglich, die Auftragsmenge des
Druckmaterials zu verringern.
[0021] Gemäß einem weiteren Ansatz wird beim Erstellen von Steuerbefehlen für das Drucken
die Farbe des Beschichtungsmaterials einbezogen. Demnach können bestimmte Bereiche
bewusst unbedruckt bleiben, da sich diese Bereiche in das Druckbild einfügen.
[0022] Es ist bevorzugt, dass das Bedrucken vor, während oder nach einem Aufbringen des
Beschichtungsmaterials an einem plattenförmigen Werkstück erfolgt.
[0023] Ein Bedrucken vor dem Aufbringen des Beschichtungsmaterials am Werkstück kann während
der Zuführung des Beschichtungsmaterials zum Aufbringen am Werkstück erfolgen. Alternativ
ist es möglich, das Beschichtungsmaterial nach dem Bedrucken zwischenzulagern. Hierzu
kann das Beschichtungsmaterial aufgerollt und ggf. verpackt werden.
[0024] Das Bedrucken während des Aufbringens des Beschichtungsmaterials am Werkstück kann
erfolgen, wenn die Druckeinrichtung relativ nahe einem Fügebereich zum Anbringen des
Beschichtungsmaterials am Werkstück (beispielsweise einer Andruckwalze) angeordnet
ist.
[0025] Ferner kann das Bedrucken auch nach dem Aufbringen des Beschichtungsmaterials am
Werkstück erfolgen, insbesondere wenn die Haftverbindung zwischen Beschichtungsmaterial
und Werkstück bereits ausgehärtet oder weitgehend ausgehärtet ist. Dies kann im Fall
einer Durchlaufmaschine durch einen bestimmten Abstand zwischen dem Fügebereich zum
Anbringen des Beschichtungsmaterials am Werkstück (beispielsweise einer Andruckwalze)
und der Druckeinrichtung, oder durch Bereitstellen getrennter Maschinen gewährleistet
werden.
[0026] Ferner kann es vorgesehen sein, dass das Beschichtungsmaterial eine haptisch erfassbare
Strukturierung aufweist.
[0027] Gemäß einem weiteren Aspekt wird ein Verfahren zum Aufbringen eines, insbesondere
streifenförmigen, Beschichtungsmaterials an einem Werkstück bereitgestellt. Das Beschichtungsmaterial
wurde mit einem Verfahren gemäß einem der zuvor genannten Aspekte hergestellt. Hierbei
kann das Bedrucken vor, während oder nach einem Aufbringen des Beschichtungsmaterials
am Werkstück erfolgen.
[0028] Das Verfahren zum Aufbringen des Beschichtungsmaterials am Werkstück kann mittels
einer Maschine durchgeführt werden, die eine Andruckeinrichtung, insbesondere eine
Andruckwalze, zum Aufbringen des Beschichtungsmaterials am Werkstück umfasst. Ferner
kann die Maschine eine Auswähleinrichtung zum Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen
auf Basis einer Druckinformation und/oder eine Druckeinrichtung zum Bedrucken des
Beschichtungsmaterials aufweisen.
[0029] Gemäß einer weiteren Zielrichtung wird ein Verfahren bereitgestellt, umfassend die
Schritte: Analyse mehrerer Druckinformationen, Auswahl mehrerer unterschiedlicher
Beschichtungsmaterialien aus einer Vielzahl von Beschichtungsmaterialien auf Basis
der Druckinformationen.
[0030] Das genannte Verfahren kann vorbereitend zum zuvor genannten Verfahren zum Bedrucken
eines, insbesondere streifenförmigen, Beschichtungsmaterials eingesetzt werden.
[0031] Mit dem genannten Verfahren ist es möglich, die Anzahl der mehreren Beschichtungsmaterialien
zu reduzieren.
[0032] Die Vielzahl der Beschichtungsmaterialien können einem Katalog oder einer Datenbank
entnommen und gemäß den Druckinformationen kategorisiert werden.
[0033] Gemäß einer weiteren Zielrichtung wird ein System zum Beschichten eines plattenförmigen
Werkstücks bereitgestellt. Das System umfasst eine Auswähleinrichtung zum Auswählen
eines der Beschichtungsmaterialen auf Basis einer Druckinformation, und eine Druckeinrichtung
zum Bedrucken des Beschichtungsmaterials.
[0034] Durch die Bereitstellung unterschiedlicher Beschichtungsmaterialien und die Auswahl
eines der Beschichtungsmaterialien führt zu den bereits beschriebenen Vorteilen. Ferner
kann der Anteil des Druckmaterials, welches üblicherweise zur Abdeckung einer weißen
Grundfarbe eines Beschichtungsmaterials verwendet werden muss, reduziert werden. Ein
weiterer Vorteil ist, dass mit der Auswahl des jeweiligen Beschichtungsmaterials mehrere
Gestaltungsmöglichkeiten gegeben sind und diese gewissermaßen direkt in den Entstehungsprozess
eingebunden werden können.
[0035] Somit können Beschichtungsmaterialien mit einer bestimmten Grundfarbe, Material und/oder
einer Oberflächenstruktur verwendet werden. Bei Beschichtungsmaterialien, bei denen
ein Hauptfarbanteil ähnlich der dekorierenden Oberfläche entspricht, kann das Dekor
mit der Grundfarbe des Beschichtungsmaterials verknüpft werden. In bestimmten Fällen
werden in der Küchen- und Möbelindustrie natürliche Oberflächen wie Holz und Stein
imitiert und in Form von Dekoren verarbeitet. Da diese Dekore überwiegend aus Grau-,
Braun-, und Beigetönen bestehen, ist es vorteilhaft, die zu bedruckende Oberfläche
mit einer dieser Farben bereitzustellen. Auch das Material oder die Oberflächenstruktur
können entsprechend mit dem Druckbild verknüpft werden.
[0036] Das System kann eine Aufnahmeeinrichtung umfassen, in der mehrere unterschiedliche
Beschichtungsmaterialien aufgenommen werden können oder aufgenommen sind. Somit kann
die Auswähleinrichtung eines der Beschichtungsmaterialien auswählen und der Druckeinrichtung
zuführen.
[0037] Ferner ist es möglich, einem Bediener des Systems eine Handlungsanweisung anzuzeigen,
sodass dieser ein bestimmtes Beschichtungsmaterial aus einem Lager entnimmt und einer
Maschine zum Beschichten eines plattenförmigen Werkstücks einzulegen.
[0038] Die Auswähleinrichtung zum Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen auf Basis
einer Druckinformation und die Druckeinrichtung können in eine Maschine zum Beschichten
eines plattenförmigen Werkstücks mit einem Beschichtungsmaterial integriert sein.
Somit stellt die Maschine das genannte System bereit.
[0039] Ferner kann es vorgesehen sein, die Auswähleinrichtung in einer externen Vorrichtung,
insbesondere auf einem Server, vorzusehen. Die Auswähleinrichtung ist in diesem Fall
mit einer Datenverbindung mit einer Maschine verbunden, welche Maschine die Druckeinrichtung
aufnimmt.
[0040] Gemäß einer Ausführungsform ist eine Maschine gemäß einem der genannten Beispiele
mit einer Fördereinrichtung versehen, mit der das Werkstück zur Druckeinrichtung bewegbar
ist.
[0041] Die Auswähleinrichtung kann eingerichtet sein, die Aufnahmeeinrichtung ansteuern,
welche Aufnahmeeinrichtung mehrere unterschiedliche Beschichtungsmaterialien aufnimmt.
Alternativ kann die Auswähleinrichtung eingerichtet sein, eine Handlungsanweisung
für einen Bediener an eine Anzeigeeinrichtung zu senden. Somit kann der Bediener gemäß
der Handlungsanweisung ein entsprechendes Beschichtungsmaterial bereitstellen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0042] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
einer Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen.
- Fig. 1
- zeigt eine schematische Ansicht eines Systems zum Beschichten eines plattenförmigen
Werkstücks.
Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
[0043] Anhand der beigefügten Fig. 1 wird eine anschauliche Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Systems 1 beschrieben und nachfolgend ferner ein erfindungsgemäßes Verfahren erläutert.
[0044] Das System 1 umfasst eine Fördereinrichtung 10 zum Bewegen eines plattenförmigen
Werkstücks W. Die Fördereinrichtung 10 ist als Riemenförderer ausgebildet, jedoch
kann gemäß einer Modifikation auch ein Kettenförderer oder Bandförderer vorgesehen
sein.
[0045] Ferner umfasst das System 1 eine Aufnahmeeinrichtung 20 zum Aufnehmen mehrerer Beschichtungsmaterialien.
Die Aufnahmeeinrichtung 20 weist mehrere Schächte auf, in denen jeweils eine Rolle
eines streifenförmigen Beschichtungsmaterials B aufgenommen werden kann, sodass das
Beschichtungsmaterial B abgewickelt und einer Andruckwalze 30 zugeführt werden kann.
[0046] In der Aufnahmeeinrichtung 20 sind mehrere unterschiedliche Beschichtungsmaterialien
aufgenommen, die sich in einer Grundfarbe, einem Material und/oder einer Oberflächenstruktur
unterscheiden. Insbesondere können Beschichtungsmaterialien in einer beigen, braunen,
grauen und weißen Grundfarbe vorgesehen sein. Die Beschichtungsmaterialien können
sich in ihrer Oberflächenrauheit, einem Muster der Oberflächenstruktur oder ähnlichem
unterscheiden.
[0047] Die Zuführung des ausgewählten Beschichtungsmaterials B erfolgt über eine Zuführeinrichtung
25, die mehrere Führungen zum Führen der Beschichtungsmaterialien umfasst.
[0048] Ferner ist in einem Endbereich der Zuführeinrichtung 25 oder in einem Bereich zwischen
der Zuführeinrichtung 25 und der Andruckwalze 30 eine (nicht dargestellte) Aktivierungseinrichtung
vorgesehen, mit der eine Haftschicht des Beschichtungsmaterials aktiviert oder reaktiviert
wird. Gemäß weiteren Modifikationen kann auch ein Haftmittel am jeweiligen Beschichtungsmaterial
oder am Werkstück aufgetragen werden, bevor das Beschichtungsmaterial und das Werkstück
mittels der Andruckwalze 30 zusammengeführt werden.
[0049] Der Andruckwalze 30 in Durchlaufrichtung nachgeordnet befindet sich eine digitale
Druckeinrichtung 40, die eingerichtet ist, ein Druckmaterial auf eine Schmalfläche
des Werkstücks W aufzubringen.
[0050] Ferner umfasst das System 1 eine Auswähleinrichtung 50, die mit der Druckeinrichtung
40 und der Aufnahmeeinrichtung 20 in Verbindung steht und zum Auswählen eines der
Beschichtungsmaterialen auf Basis einer Druckinformation eingerichtet ist. Die Auswähleinrichtung
50 ist eingerichtet, die Druckinformation zu analysieren, um basierend hierauf die
Auswahl des Beschichtungsmaterials zu entscheiden. Hierzu wird die Druckinformation
insbesondere bezüglich der Farbtöne und/oder Anteilen an zu druckenden Farben, einer
Oberflächenstruktur und/oder einer Auftragsmenge ausgewertet.
[0051] Im Betrieb wird zunächst eine Druckinformation anhand der Auswähleinrichtung 50 analysiert,
um für das entsprechende Druckbild ein geeignetes Beschichtungsmaterial auszuwählen.
Dieses Beschichtungsmaterial B wird mittels der Zuführeinrichtung 25 der Andruckwalze
30 zugeführt und während des Zuführens eine Haftschicht des Beschichtungsmaterials
B aktiviert. Ferner wird das Beschichtungsmaterial je nach Anforderung auf eine bestimmte
Länge zugeschnitten.
[0052] Während das Werkstück W mit der Fördereinrichtung 10 bewegt wird (im Beispiel gemäß
Fig. 1 von rechts nach links), wird das Beschichtungsmaterial 30 an der Schmalfläche
des plattenförmigen Werkstücks W angedrückt und nachfolgend in den Bereich der Druckeinrichtung
40 bewegt. Die Druckeinrichtung 40 bedruckt das am Werkstück aufgebrachte Beschichtungsmaterial
B entsprechend der Druckinformation.
[0053] Das System 1 ist gemäß der hier beschriebenen Ausführungsform als Maschine zu zum
Beschichten eines plattenförmigen Werkstücks ausgebildet. Allerdings ist es gemäß
einer Modifikation auch möglich, dass die Auswähleinrichtung 50 in einer externen
Recheneinheit vorgesehen ist.
[0054] Ferner kann es vorgesehen sein, dass die Druckeinrichtung im Bereich der Zuführeinrichtung
25 vorgesehen ist und somit ein bereits bedrucktes Beschichtungsmaterial an der Schmalfläche
des plattenförmigen Werkstücks W aufgebracht wird.
[0055] Die Auswähleinrichtung 50 ist gemäß der Ausführungsform eingerichtet, die Aufnahmeeinrichtung
20 ansteuern, welche Aufnahmeeinrichtung 20 mehrere unterschiedliche Beschichtungsmaterialien
aufnimmt. Gemäß einer Modifikation ist es vorgesehen, dass die Auswähleinrichtung
eingerichtet ist, eine Handlungsanweisung für einen Bediener an eine Anzeigeeinrichtung
zu senden. Somit kann der Bediener gemäß der Handlungsanweisung ein entsprechendes
Beschichtungsmaterial bereitstellen, welches Beschichtungsmaterial der Druckeinrichtung
zugeführt wird.
1. Verfahren zum Bedrucken eines, insbesondere streifenförmigen, Beschichtungsmaterials
(B), welches Beschichtungsmaterial (B) zur Anbringung an einer Schmalfläche eines
plattenförmigen Werkstücks (W) geeignet ist, umfassend die Schritte:
Bereitstellen mehrerer unterschiedlicher Beschichtungsmaterialien,
Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen auf Basis einer Druckinformation,
Zuführen des ausgewählten Beschichtungsmaterials (B), und
Bedrucken des Beschichtungsmaterials (B).
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei das Bedrucken mit einem einer digitalen Druckeinrichtung
(40), insbesondere Ink-Jet-Drucker, erfolgt.
3. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei sich die Beschichtungsmaterialien
hinsichtlich einer Grundfarbe, Material und/oder einer Oberflächenstruktur unterscheiden.
4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Beschichtungsmaterialien
vollständig oder abschnittsweise eingefärbt sind.
5. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei zum Auswählen des Beschichtungsmaterials
(B) die Druckinformation analysiert wird, insbesondere bezüglich Farbtöne und/oder
Anteilen an zu druckenden Farben, einer Oberflächenstruktur und/oder einer Auftragsmenge.
6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei Bereiche des Beschichtungsmaterials
(B) unbedruckt verbleiben.
7. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei bei einem Erstellen von
Steuerbefehlen zum Bedrucken des Beschichtungsmaterials (B) die Farbe des Beschichtungsmaterials
(B) einbezogen wird.
8. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Bedrucken vor, während
oder nach einem Aufbringen des Beschichtungsmaterials (B) an einem plattenförmigen
Werkstück (W) erfolgt.
9. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das Beschichtungsmaterial
(B) eine haptisch erfassbare Strukturierung aufweist.
10. Verfahren zum Aufbringen eines, insbesondere streifenförmigen, Beschichtungsmaterials
(B) an einem Werkstück (W), wobei das Beschichtungsmaterial hergestellt ist mit einem
Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche.
11. System (1) zum Beschichten eines plattenförmigen Werkstücks (W) mit einem Beschichtungsmaterial
(B), umfassend:
eine Auswähleinrichtung (50) zum Auswählen eines der Beschichtungsmaterialen auf Basis
einer Druckinformation, und
eine Druckeinrichtung (40) zum Bedrucken des Beschichtungsmaterials.
12. System (1) gemäß Anspruch 11, ferner umfassend eine Aufnahmeeinrichtung (20) zum Aufnehmen
mehrerer Beschichtungsmaterialien.
13. System gemäß Anspruch 11 oder 12, wobei die Auswähleinrichtung (50) und die Druckeinrichtung
(40) in eine Maschine zum Beschichten eines plattenförmigen Werkstücks integriert
sind.