[0001] Die Erfindung betrifft einen Rütteltisch zum Rütteln von in Blattlagen vorliegendem
Gut, beispielsweise von gestapelten Druckbögen.
[0002] Rütteltische weisen in der Regel einen neigbaren Auflagetisch auf, wobei der Auflagetisch
eine Rüttelplatte mit einer Auflagefläche zum Auflegen des gestapelten Guts, einen
hinteren Anschlag für das aufgelegte gestapelte Gut und zumindest einen seitlichen
Anschlag für das aufgelegte gestapelte Gut aufweist, wobei der Auflagetisch aus einer
horizontalen Stellung in Richtung der beiden Anschläge neigbar ist. Ferner weist ein
Rütteltisch eine Rütteleinrichtung auf, die dazu eingerichtet ist, die Rüttelplatte
des Auflagetischs in eine Rüttelbewegung zu versetzen. Durch die Neigung des Auflagetischs
und die Rüttelbewegung der Rüttelplatte wird erreicht, dass sich die einzelnen Blattlagen
bzw. Bögen kantengenau an den Anschlägen ausrichten. Um nach dem Rütteln eine unerwünschte
Verschiebung des gestapelten, ausgerichteten Guts zu verhindern, wird das gestapelte
Gut in der Regel mittels einer Klemmeinrichtung zwischen der Rüttelplatte und der
Klemmeinrichtung eingeklemmt und mittels eines verfahrbaren Luftausstreichers die
Luft zwischen den einzelnen Blattlagen des gestapelten Guts ausgestrichen. Der Stapel
bzw. das gestapelte Gut stellt sich nach dem Entlüften als kompakter Block dar und
kann so beispielsweise einer nachfolgenden Schneidstation zugeführt werden. Um das
Rüttelergebnis und somit das Ausrichten des gestapelten Guts zu verbessern, ist es
grundsätzlich bekannt, unter Zuhilfenahme von Blaseinrichtungen Luft zwischen die
Blattlagen des gestapelten Guts einzublasen, um dadurch ein Verschieben der einzelnen
Blattlagen zueinander zu erleichtern. Ein Rütteltisch mit Blaseinrichtungen wird beispielsweise
in der
DE 43 07 361 A1 beschrieben.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Rütteltisch derart weiterzubilden,
dass mit diesem ein schnelles, kantengenaues Ausrichten des zu rüttelnden Guts auch
bei großen Blattlagen, hohem Gewicht und/oder niedrigen Grammaturen gewährleistet
wird.
[0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Rütteltisch, der die Merkmale des Anspruchs
1 aufweist. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0005] Der erfindungsgemäße Rütteltisch dient zum Rütteln von in Blattlagen vorliegendem
gestapeltem Gut, insbesondere von gestapelten Druckbögen. Der Rütteltisch weist zumindest
die folgenden Komponenten auf:
- einen neigbaren Auflagetisch, wobei der Auflagetisch eine Rüttelplatte mit einer Auflagefläche
zum Auflegen des gestapelten Guts, einen hinteren Anschlag für das aufgelegte gestapelte
Gut und zumindest einen seitlichen Anschlag für das aufgelegte gestapelte Gut aufweist,
wobei der Auflagetisch aus einer horizontalen Stellung in Richtung der beiden Anschläge
neigbar ist,
- eine Rütteleinrichtung, die dazu eingerichtet ist, die Rüttelplatte des Auflagetischs
in eine Rüttelbewegung zu versetzen,
- eine vordere Einblaseinrichtung, wobei die vordere Einblaseinrichtung eine oder mehrere
in der Breitenrichtung des gestapelten Guts nebeneinander angeordnete Schlitzdüsen
zum Ausgeben von Luft aufweist, wobei die eine oder mehreren Schlitzdüsen dazu eingerichtet
sind, von einer dem hinteren Anschlag abgewandten Vorderkante des gestapelten Guts
aus Luft zwischen die Blattlagen des gestapelten Guts in Richtung einer an dem hinteren
Anschlag anliegenden Hinterkante des gestapelten Guts zu blasen, wobei die Schlitzöffnung
der jeweiligen Schlitzdüse sich in der Breitenrichtung erstreckt, wobei die eine oder
mehreren Schlitzdüsen gemeinsam in einer senkrecht zu der Auflagefläche verlaufenden
Hochrichtung, somit in Stapelrichtung des gestapelten Guts, verfahrbar sind,
- eine hintere Gegenblaseinrichtung, wobei die hintere Gegenblaseinrichtung mehrere
Luftdüsen zum Ausgeben von Luft aufweist, wobei die mehreren Luftdüsen in der Breitenrichtung
des gestapelten Guts zueinander beabstandet im Bereich des hinteren Anschlags angeordnet
und dazu eingerichtet sind, von der Hinterkante des gestapelten Guts aus Luft zwischen
die Blattlagen des gestapelten Guts in Richtung der Vorderkante des gestapelten Guts
zu blasen.
[0006] Insofern ist bei dem erfindungsgemäßen Rütteltisch vorgesehen, dass der Rütteltisch
zwei gegenüberliegende Blaseinrichtungen aufweist, die jeweils in Richtung der anderen
Blaseinrichtung Luft in das gestapelte Gut einblasen.
[0007] In der Praxis hat sich gezeigt, dass sich das Einblasen von Luft von gegenüberliegenden
Seiten des gestapelten Guts aus vorteilhaft auf das kantengenaue Ausrichten der einzelnen
Blattlagen beim Rüttelvorgang auswirkt. Es ist insofern vorgesehen, dass beim Rüttelvorgang
sowohl von der Hinterkante als auch von der Vorderkante aus Luft in das gestapelte
Gut eingeblasen wird. Dabei ist vorgesehen, dass die Vorderkante, die insofern frei
ist von einem Anschlag, mittels einer oder mehrerer Schlitzdüsen mit Blasluft beaufschlagt
wird. Das Einblasen von der Vorderkante hat den Vorteil, dass das gestapelte Gut über
eine große Breite, grundsätzlich über die gesamte Breitenerstreckung der Vorderkante,
mit Blasluft beaufschlagt werden kann, da keine Anschläge dort ein Einblasen von Luft
verhindern oder behindern. Dadurch ist es möglich, entlang der Vorderkante über die
gesamte Breite Luft in das gestapelte Gut und somit zwischen die Blattlagen einzublasen.
Dabei ist vorgesehen, dass beim Rüttelvorgang die eine Schlitzdüse oder die mehreren
Schlitzdüsen gemeinsam in Hochrichtung, somit senkrecht zu der Auflagefläche bzw.
senkrecht zu der Stapelrichtung des gestapelten Guts verfahren werden, was sich als
besonders vorteilhaft hinsichtlich eines kantengenauen und schnellen Ausrichtens der
Blattlagen beim Rüttelvorgang erwiesen hat.
[0008] Während die Vorderkante möglichst über ihre gesamte Breite oder über zumindest einen
Großteil der gesamten Breite, somit über zumindest 50 % der gesamten Breite, mittels
der vorderen Einblaseinrichtung mit Blasluft beaufschlagt wird, ist dies im Bereich
der Hinterkante nicht notwendig. Vielmehr hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen,
wenn im Bereich der Hinterkante lediglich lokal, das heißt an einzelnen in der Breitenrichtung
voneinander beabstandeten Bereichen, mittels der in Breitenrichtung beabstandeten
Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung Luft eingeblasen wird.
[0009] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die eingeblasene Luftmenge bzw.
die Volumenströme von Gegenblaseinrichtung und Einblaseinrichtung deutlich unterschiedlich
sind, insbesondere ein Luftstrom, der von der Einblaseinrichtung eingeblasenen Luft
zumindest doppelt so groß ist wie ein Luftstrom, der von der Gegenblaseinrichtung
eingeblasen wird.
[0010] Ferner hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die eine oder die mehreren
Schlitzdüsen derart angeordnet sind, dass in die Blattlagen im Bereich der Vorderkante
ein geschlossenes oder im Wesentlichen geschlossenes, flaches Luftbrett eingeblasen
wird, das sich über zumindest 50 %, vorzugsweise über zumindest 60 %, insbesondere
über zumindest 90 % der Breitenerstreckung des gestapelten Guts erstreckt.
[0011] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die eine oder die mehreren Schlitzdüsen
in der Breitenrichtung eine Strecke abdecken, die zumindest 50 % der Breitenerstreckung
des Auflagetischs entspricht.
[0012] Vorzugsweise weist die Einblaseinrichtung zumindest vier, vorzugsweise zumindest
sechs, insbesondere zumindest sieben einzelne Schlitzdüsen auf. Es wird als besonders
vorteilhaft angesehen, wenn diese Schlitzdüsen derart angeordnet sind, dass die Schlitzdüsen
in der Breitenrichtung lückenlos oder annähernd lückenlos aneinander anliegen.
[0013] Während es sich bei den Düsen der Einblaseinrichtung um Schlitzdüsen handelt, ist
dies für die Düsen der Gegenblaseinrichtung nicht zwingend vorgesehen. Es wird vielmehr
als vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung einen runden,
insbesondere kreisförmigen Austrittsquerschnitt aufweisen. Vorzugsweise betragen die
Querschnitte der Luftdüsen in der Hochrichtung 90% bis 110% der Querschnitte der Schlitzöffnungen
der Schlitzdüsen in der Hochrichtung.
[0014] Im Zusammenhang mit dem Begriff "Düse" sei angemerkt, dass eine Düse nicht notwendigerweise,
aber bevorzugt, eine Querschnittsverengung aufweist.
[0015] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Gegenblaseinrichtung zumindest
vier, vorzugsweise zumindest fünf, insbesondere zumindest sechs Luftdüsen aufweist.
Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Gegenblaseinrichtung höchstens
zehn Luftdüsen aufweist.
[0016] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung
höchstens 10 % der Breitenerstreckung des Auflagetischs einnehmen.
[0017] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Einblaseinrichtung eine
erste Gebläseeinrichtung auf zum Versorgen der Schlitzdüsen der Einblaseinrichtung
mit Luft und die Gegenblaseinrichtung weist eine, von der ersten Gebläseeinrichtung
unabhängig arbeitende, zweite Gebläseeinrichtung auf zum Versorgen der Luftdüsen der
Gegenblaseinrichtung mit Luft. Dadurch ist es auf einfache Art und Weise möglich,
die Luftmenge bzw. die Volumenströme, die von den Düsen der Gegenblaseinrichtung ausgegeben
werden und von den Düsen der Einblaseinrichtung ausgegeben werden, unabhängig voneinander
zu variieren. Dadurch kann eine Anpassung an die Eigenschaften des zu rüttelnden gestapelten
Guts erfolgen, beispielsweise hinsichtlich der Abmessungen des gestapelten Guts, des
Gewichts des gestapelten Guts und/oder der Grammaturen der Blattlagen des gestapelten
Guts.
[0018] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn der Rütteltisch eine Steuereinrichtung
aufweist zur Steuerung der Einblaseinrichtung und der Gegenblaseinrichtung, wobei
die Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, die erste Gebläseeinrichtung und die
zweite Gebläseeinrichtung derart anzusteuern, dass die Einblaseinrichtung einen Volumenstrom
V_Ein und die Gegenblaseinrichtung einen Gegenvolumenstrom V_Gegen ausgibt, wobei
ein Verhältnis des Volumenstroms zu dem Gegenvolumenstrom (V_Ein/V_Gegen) zumindest
3,0 beträgt.
[0019] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung
in der Hochrichtung verfahrbar sind. In diesem Zusammenhang wird es als besonders
vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung in der Hochrichtung
weniger weit verfahrbar sind als die eine Schlitzdüse oder die mehreren Schlitzdüsen
der Einblaseinrichtung.
[0020] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen und die Schlitzdüsen
dazu eingerichtet sind, während des Rüttelvorgangs in der Hochrichtung zu verfahren,
insbesondere hin und her zu verfahren.
[0021] Hinsichtlich der Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung wird es als besonders vorteilhaft
angesehen, wenn die Luftdüsen in einem hinsichtlich der Hochrichtung unteren Bereich
des hinteren Anschlags ausgebildet sind.
[0022] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der hintere Anschlag
Durchgangsschlitze aufweist, die sich in der Hochrichtung erstrecken, wobei die Düsen
entlang der Durchgangsschlitze verfahrbar sind. Dabei ist es durchaus denkbar, dass
die Düsen die Durchgangsschlitze durchsetzen. Die Gestaltung mit Durchgangsschlitzen
hat den Vorteil, dass eingeblasene Luft auch durch die Durchgangsschlitze entweichen
kann, wodurch ein Aufstauen von Luft in diesen Bereichen vermieden wird.
[0023] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Schlitzdüsen und die Luftdüsen
beim Verfahren in derselben Ebene liegen.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Rütteltisch einen mit
dem neigbaren Aufnahmetisch verbundenen Portalrahmen aufweist, wobei die eine Schlitzdüse
oder die mehreren Schlitzdüsen in der Hochrichtung verfahrbar in dem Portalrahmen
gelagert sind.
[0025] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn der Portalrahmen parallel zu der
Auflagefläche in einer senkrecht zu dem hinteren Anschlag verlaufenden Längsrichtung
in Richtung des hinteren Anschlags verfahrbar ist. Dadurch kann eine Anpassung des
Abstands der einen Schlitzdüse oder der mehreren Schlitzdüsen zu dem hinteren Anschlag
in einfacher Art und Weise angepasst werden, um eine optimale Anpassung an unterschiedliche
Formate der Blattlagen des gestapelten Guts zu erreichen.
[0026] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn der Portalrahmen eine erste sich in der Hochrichtung
erstreckende Linearführung aufweist, wobei die eine Schlitzdüse oder die mehreren
Schlitzdüsen gemeinsam in der ersten Linearführung verfahrbar gelagert sind.
[0027] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn in dem Portalrahmen eine senkrecht
zu der Auflagefläche verfahrbare und parallel zu der Auflagefläche ausgerichtete Niederhalterplatte
gelagert ist. Mittels der Niederhalterplatte wird verhindert, dass die oberste oder
die obersten Blattlagen aufgrund der relativ großen Luftmenge bzw. starken Luftströmung
der Schlitzdüsen der Einblaseinrichtung zu stark ausgelenkt werden oder sich gar vollständig
von dem restlichen gestapelten Gut lösen. Die Niederhalterplatte dient insofern dazu,
die gestapelte Form des gestapelten Guts zu sichern bzw. beizubehalten. Dabei ist
es durchaus denkbar, dass die Niederhalterplatte beabstandet von der obersten Blattlage
angeordnet ist, um ein Aufschwimmen der Blattlagen zu ermöglichen. Insbesondere soll
die Niederhalterplatte nicht auf die oberste Blattlage drücken bzw. das gestapelte
Gut an den Auflagetisch anpressen, da ansonsten ein für das Ausrichten notwendiges
Aufschwimmen nicht möglich wäre.
[0028] Vorzugsweise ist die Niederhalterplatte hinsichtlich ihrer Ausrichtung in Breitenrichtung
lagefixiert an dem Portalrahmen festgelegt. Diese Gestaltung ist besonders einfach
und unkompliziert zu erreichen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass unabhängig davon,
ob der Auflagetisch in Richtung eines linken Anschlags oder in Richtung eines rechten
Anschlags geneigt wird, eine ortsunveränderliche Niederhalterplatte ausreichend ist,
um den gewünschten Effekt zu erzielen. Ein Verstellen der Niederhalterplatte hat sich
als nicht zwingend notwendig erwiesen.
[0029] Bei der Niederhalterplatte handelt es sich vorzugsweise um eine zugeschnittene Platte
aus Pappe oder Kunststoff, die eine magnetisierbare oder magnetische Beschichtung
aufweist und magnetisch an einem mit dem Portalrahmen verbundenen in der Hochrichtung
verfahrbaren Trägerelement befestigt ist. Eine derartige Gestaltung hat den Vorteil,
dass durch ein entsprechendes Zuschneiden der Platte eine einfache Anpassung an das
Format des zu rüttelnden Stapels erfolgen kann. Vorzugsweise wird die Platte derart
zugeschnitten, dass das Format der Bögen des zu rüttelnden Stapels vollflächig oder
annähernd vollflächig abgedeckt wird.
[0030] Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn die eine oder die mehreren Schlitzdüsen
entlang der Breitenrichtung verschiebbar und über eine Fixiereinrichtung in der Breitenrichtung
lagefixierbar sind. Dadurch kann eine Anpassung an die Neigungsrichtung des Auflagetischs
und somit an die Position des gestapelten Guts beim Rüttelvorgang erfolgen, da die
von den Schlitzdüsen abgedeckte Breite in der Regel kleiner ist als eine Breite des
Auflagetischs. Wenn beim Rütteln der Auflagetisch nach rechts geneigt wird, werden
die eine oder die mehreren Schlitzdüsen vorab ebenfalls nach rechts verschoben und
dann in dieser Position lagefixiert. Wenn beim Rütteln der Auflagetisch nach links
geneigt wird, werden die eine oder die mehreren Schlitzdüsen vorab ebenfalls nach
links verschoben und dann in dieser Position lagefixiert. Dabei wird es als vorteilhaft
angesehen, wenn der Rütteltisch eine sich in der Breitenrichtung erstreckende Linearführung
aufweist, wobei die eine oder mehreren Schlitzdüsen gemeinsam in der Linearführung
verschiebbar gelagert sind und über eine Klemmeinrichtung in der Breitenrichtung lagefixierbar
sind. Die Lagefixierung kann beispielsweise über ein Klemmen mittels einer Schnellspannvorrichtung
erfolgen. Bei der Linearführung kann es sich beispielsweise um eine Schienenführung
handeln.
[0031] Bei der Verwendung von mehreren Schlitzdüsen hat es sich als besonders vorteilhaft
erwiesen, wenn die mehreren Schlitzdüsen gemeinsam in der Breitenrichtung verschiebbar
sind. Es ist aber auch durchaus denkbar, dass die mehreren Schlitzdüsen entlang der
Breitenrichtung unabhängig voneinander verschiebbar sind, wodurch die Schlitzdüsen
weiter auseinander anordenbar sind, um ein breiteres Format abzudecken, oder enger
anordenbar sind, um ein kleineres Format in der Breitenrichtung abzudecken.
[0032] Vorzugsweise umfasst die Einblaseinrichtung mehrere Schlitzdüsen, wobei die Einblaseinrichtung
eine sich in der Breitenrichtung erstreckende Tragleiste aufweist, wobei die Schlitzdüsen
jeweils lösbar an der Tragleiste befestigt sind. Dadurch kann eine schnelle und einfache
Anpassung der Einblaseinrichtung an das Breitenformat des gestapelten Guts erfolgen.
Bei einem größeren Breitenformat wird eine größere Anzahl von Schlitzdüsen verwendet
als bei einem kleineren Breitenformat. Bei einer fixen Anzahl von Schlitzdüsen besteht
die Problematik, dass bei einem kleineren Breitenformat Luft seitlich an dem gestapelten
Gut vorbeiströmt, was sich nachteilig auf das Rüttelergebnis auswirkt. Zudem besteht
bei einem seitlichen Überstand der Schlitzdüsen gegenüber der Seitenkante des gestapelten
Guts die Problematik, dass ein etwaiger Seitenanschlag nicht bis an die Seitenkante
des gestapelten Guts herangefahren werden kann.
[0033] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn die Tragleiste mehrere in der Breitenrichtung
nebeneinander ausgebildete Schnellspannvorrichtungen zum lösbaren Befestigen der Schlitzdüsen
an der Tragleiste aufweist, wobei an der jeweiligen Schlitzdüse eine Einhängestruktur
angebracht ist, wobei die jeweilige Schlitzdüse mittels der Einhängestruktur in eine
der Schnellspannvorrichtungen eingehängt ist, wobei die jeweilige Schnellspannvorrichtung
eine Klemmeinrichtung umfasst zum klemmenden Lagefixieren der jeweiligen Einhängestruktur
in der Schnellspannvorrichtung. Die Klemmeinrichtung ist vorzugsweise händisch betätigbar
und umfasst einen Kniehebel. Die Schnellspannvorrichtung kann beispielsweise als Exzenterspanner
ausgebildet sein.
[0034] Vorzugsweise weist die Tragleiste zumindest vier, insbesondere zumindest sechs, vorzugsweise
zumindest acht, besonders bevorzugt genau acht Schnellspannvorrichtungen zum lösbaren
Befestigen der Schlitzdüsen an der Tragleiste auf.
[0035] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn die jeweilige Schlitzdüse ein in der Breitenrichtung
hervorstehendes Zentrierelement aufweist, wobei das Zentrierelement der Schlitzdüse
in eine korrespondierende Zentrieröffnung der benachbarten Schlitzdüse eingeführt
ist zum Zentrieren der Schlitzöffnungen der benachbarten Schlitzdüsen. Dadurch wird
bei lösbaren Schlitzdüsen sichergestellt, dass die Schlitzöffnungen möglichst exakt
zueinander ausgerichtet sind. Bei einem Versatz der Schlitzöffnungen in Hochrichtung
würde dieselbe Blattlage von der durch die eine Schlitzdüse ausgegebenen Luft unterströmt
und von der durch die anderen Schlitzdüse ausgegebenen Luft überströmt, was sich nachteilhaft
auf den Rüttelvorgang auswirken würde.
[0036] Es wird als vorteilhaft angesehen, wenn die Schlitzdüsen in die Schnellspannvorrichtung
eingehängt und bei gelöster Schnellspannvorrichtung in der Breitenrichtung begrenzt
verschiebbar sind, um durch Verschieben das Zentrierelement der Schlitzdüse in die
Zentrieröffnung der benachbarten Schlitzdüse einzuführen oder umgekehrt. Anschließend
wird die Schnellspannvorrichtung verspannt und dadurch die entsprechende Schlitzdüse
lagefixiert.
[0037] Vorzugsweise sind die eine oder mehreren Schlitzdüsen zu der Auflagefläche verschwenkbar
zur Veränderungen einer Ausströmrichtung der von der Schlitzdüsen ausgegebenen Luft
bezüglich der Auflagefläche. Je nach Stapelhöhe und Grammatur hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, wenn die Ausströmrichtung der von den Schlitzdüsen ausgegebene Luft leicht
geneigt zu der Auflagefläche ist, insbesondere um auch die unteren Blattlagen zu durchströmen,
da durch die Auflagefläche des Auflagetischs ein Verfahren der einen oder mehreren
Schlitzdüsen nach unten begrenzt.
[0038] In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass an dem hinteren Anschlag
mehrere in der Breitenrichtung voneinander beabstandete, sich in der Hochrichtung
erstreckende, rückseitig geschlossene Abführkanäle ausgebildet sind zum Abführen der
mittels der Einblaseinrichtung zwischen die Blattlagen des gestapelten Guts eingeblasenen,
an der Hinterkante austretenden Luft in der Hochrichtung. Vorzugsweise sind die Abführkanäle
an ihrem unteren, der Auflagefläche zugewandten Ende offen. Vorzugsweise sind die
Abführkanäle an ihrem der Auflagefläche abgewandten oberen Ende offen.
[0039] Zur Bildung der Abführkanäle ist es durchaus denkbar, dass der hintere Anschlag mehrere
in Richtung des gestapelten Guts hervorstehende, sich senkrecht zu der Auflagefläche
erstreckende, in der Breitenrichtung beabstandete Abstandshalter aufweist, derart,
dass zwischen zwei benachbarten Abstandshaltern je ein senkrecht verlaufender Austrittskanal
gebildet ist. Diese Abstandshalter können durchaus durch separate Elemente gebildet
sein, die mit dem hinteren Anschlag verbunden sind. Dabei ist es durchaus denkbar,
dass die Abstandselemente lösbar mit dem hinteren Anschlag verbunden sind, um durch
Austausch der Abstandshalter eine Anpassung der Abführkanäle zu erreichen.
[0040] Als besonders vorteilhaft wird es angesehen, wenn der jeweilige Abführkanal eine
Tiefe von zumindest 15 mm aufweist. Unter "Tiefe" wird vorliegend die Erstreckung
des jeweiligen Abführkanals in eine Richtung senkrecht zu der Breitenerstreckung und
senkrecht zu der Hochrichtung verstanden.
[0041] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung
im Bereich zwischen den Abführkanälen angeordnet sind. Es wird ferner als besonders
vorteilhaft angesehen, wenn die Abführkanäle frei von Luftdüsen sind. In einer weiteren
Ausführungsform ist vorgesehen, dass zwischen den Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung
zumindest ein Abführkanal angeordnet ist.
[0042] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn der hintere Anschlag mehrere Abstandshalter
aufweist, wobei in jedem zweiten Abstandshalter eine Luftdüse der Gegenblaseinrichtung
ausgebildet ist.
[0043] Es wird als besonders vorteilhaft angesehen, wenn Luftdüsen, die in einem Abstandshalter
ausgebildet sind, von einer Vorderkante des Abstandshalters beabstandet sind. Dadurch
wird eine Beschädigung durch einen zu starken Luftstrom der aus den Luftdüsen austretenden
Luft oder gar ein mechanischer Kontakt zwischen der jeweiligen Luftdüse und der Hinterkante
des gestapelten Guts vermieden.
[0044] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Rütteltisch
eine Steuereinrichtung aufweist zur Steuerung der Einblaseinrichtung und der Gegenblaseinrichtung,
wobei die Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit von Abmessungen
des gestapelten Guts und/oder dem Gewicht des gestapelten Guts:
- beim Rüttelvorgang von der Gegenblaseinrichtung und/oder der Einblaseinrichtung ausgegebene
Volumenströme einzustellen und/oder
- beim Rüttelvorgang die eine Schlitzdüse oder die mehreren Schlitzdüsen der Einblaseinrichtung
und/oder die Luftdüsen der Gegenblaseinrichtung entlang von vorgegebenen Verfahrprofilen
zu verfahren. Hinsichtlich der Verfahrprofile ist es durchaus denkbar, dass die Schlitzdüsen
oder die Schlitzdüse der Einblaseinrichtung in der Hochrichtung hin und her verfahren
werden, wobei das gestapelte Gut nicht notwendigerweise bei jedem Verfahren vollständig
in der Hochrichtung durchblasen wird.
[0045] Grundsätzlich ist es denkbar und auch vorteilhaft, wenn der Rütteltisch ein in der
Breitenrichtung verfahrbares Anschlagslineal aufweist, um das gestapelte Gut in seine
Bewegung in Breitenrichtung zu beschränken und ggf. hervorstehende Blattlagen durch
Zuschieben des verfahrbaren Seitenanschlags in das gestapelte Gut hineinzuschieben.
Es ist auch durchaus denkbar, dass dieser verfahrbare seitliche Anschlag beim Rüttelvorgang
eine Klopfbewegung durchführt, um ein Ausrichten es gestapelten Guts beim Rüttelvorgang
zu begünstigen oder zu beschleunigen.
[0046] In den nachfolgenden Figuren wird die Erfindung anhand von einem Ausführungsbeispiel
näher dargestellt, ohne auf dieses beschränkt zu sein. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Rütteltischs mit einer vorderen Einblaseinrichtung
und einer hinteren Gegenblaseinrichtung in einer perspektivischen Ansicht von schräg
vorne mit gestapelten Gut,
- Fig. 2
- der Rütteltisch gemäß Fig. 1 in einer Ansicht von schräg hinten,
- Fig. 3
- der Rütteltisch gemäß Fig. 2 in einer Ansicht von vorne,
- Fig. 4
- der Rütteltisch gemäß Fig. 2 in einer Ansicht von oben,
- Fig. 5
- der Rütteltisch in einer Schnittansicht gemäß der Linie V-V in Fig. 4,
- Fig. 6
- der Rütteltisch in einer Ansicht gemäß der Linie VI-VI in Fig. 4,
- Fig. 7
- ein Teilbereich der Einblaseinrichtung des Rütteltischs gemäß Fig. 1 in einer Ansicht
von schräg vorne,
- Fig. 8
- ein Teilbereich der Einblaseinrichtung des Rütteltischs gemäß Fig. 1 in einer Ansicht
von schräg hinten,
- Fig. 9
- eine Schlitzdüse der Einblaseinrichtung in einer perspektivischen Ansicht.
[0047] In den Figuren sind die Raumrichtungen, nämlich die vertikale Hochrichtung Z, die
horizontale Breitenrichtung Y und die horizontale Längsrichtung X durch Pfeile gekennzeichnet.
[0048] Die Fig. 1 bis 8 zeigen einen Rütteltisch 1 zum Rütteln von in Blattlagen vorliegenden
gestapeltem Gut 2. Das gestapelte Gut 2 besteht aus in einer Stapelrichtung, die vorliegend
identisch ist mit der Hochrichtung Z, gestapelten Druckbögen 3.
[0049] Der Rütteltisch 1 weist einen neigbaren Auflagetisch 4 auf, wobei der Auflagetisch
4 eine Rüttelplatte mit einer Auflagefläche 5 zum Auflegen des gestapelten Guts 2
aufweist. Der Auflagetisch 4 weist einen hinteren Anschlag 6 und einen seitlichen
Anschlag 7 für das aufgelegte gestapelte Gut 2 auf. Der hintere Anschlag 6 kann in
der vertikalen Richtung Z verfahren werden, sodass der hintere Anschlag 6 in eine
abgesenkte Stellung verfahren werden kann, in der der hintere Anschlag 6 gegenüber
der Auflagefläche 5 nach unten verschoben ist, somit nicht gegenüber der Auflagefläche
5 hervorsteht. In der abgesenkten Stellung des hinteren Anschlags 6 kann das gestapelte
Gut 2 in der Längsrichtung X von der Auflagefläche 5 heruntergeschoben werden. Die
beiden Anschläge 6, 7 schließen einen rechten Winkel ein und dienen zum Ausrichten
für das auf der Auflagefläche 5 aufliegende gestapelte Gut 2 beim Rüttelvorgang. Um
das auf der Auflagefläche 5 aufliegende gestapelte Gut 2 auszurichten, wird der Auflagetisch
4 aus einer horizontalen Stellung, somit aus einer Position, in der die Auflagefläche
5 horizontal ausgerichtet ist, in Richtung der beiden Anschläge 6, 7 geneigt, um ein
kantengenaues Ausrichten des gestapelten Guts 2 an den Anschlägen 6, 7 zu erreichen.
In den Figuren ist der Auflagetisch 4 nicht geneigt, sodass die Auflagefläche 5 horizontal
ausgerichtet ist.
[0050] An dem Rütteltisch 1 ist eine in der Fig. 5 lediglich schematisch dargestellte Rütteleinrichtung
10 in Form eines Rüttelmotors angebracht, die dazu eingerichtet ist, die Rüttelplatte
und somit die Auflagefläche 5 in bekannter Art und Weise in eine Rüttelbewegung bzw.
Vibrationsbewegung zu versetzen.
[0051] Auf der Unterseite des Auflagetischs 4 sind seitlich zwei Führungsschienen 8 für
einen den Auflagetisch 4 überspannenden, U-förmigen Portalrahmen 9 angeordnet, wobei
der Portalrahmen 9 parallel zu der Auflagefläche 5 in der Längsrichtung X in Richtung
des hinteren Anschlags 6 verfahrbar ist und umgekehrt. In dem Portalrahmen 9 ist eine
nicht näher dargestellte Ausstreicheinrichtung gelagert, wobei im Anschluss an den
Rüttelvorgang mittels der Ausstreicheinrichtung die Luft aus dem gestapelten Gut 2
ausgepresst werden kann. Die Ausstreicheinrichtung wird zum Luftausstreichen aus dem
gestapelten Gut 2 auf das gestapelte Gut 2 abgesenkt und dann mittels des Portalrahmens
9 in der Längsrichtung X verfahren, um die Luft zwischen den einzelnen Blattlagen
des gestapelten Guts 2 auszustreichen.
[0052] Ferner ist in dem Portalrahmen 9 ein senkrecht zu der Auflagefläche 5 verfahrbarer
Niederhalter in Form einer Niederhalterplatte 11 gelagert. Diese Niederhalterplatte
11 dient dazu, das gestapelte Gut 2 und insbesondere den obersten Druckbogen 3 bzw.
die oberen Druckbögen 3 niederzuhalten, um ein Lösen der obersten Druckbögen 3 beim
Rüttelvorgang zu verhindern und/oder ein zu starkes Aufschwimmen der obersten Druckbögen
3 beim Rüttelvorgang zu verhindern.
[0053] Zum Verbessern und Beschleunigen des Rüttelvorgangs, insbesondere bei hohen Stapellagen,
weist der Rütteltisch 1 eine vordere Einblaseinrichtung 13 auf, wobei die vordere
Einblaseinrichtung 13 sieben in der Breitenrichtung Y des gestapelten Guts 2nebeneinander
angeordnete Schlitzdüsen 14 zum Ausgeben von Luft aufweist. Die Schlitzdüsen 14 sind
dazu eingerichtet, von einer Vorderkante 15 des gestapelten Guts 2 aus Luft in Richtung
einer an dem hinteren Anschlag 6 anliegenden Hinterkante 16 des gestapelten Guts 2
zu blasen, um Luft zwischen die einzelnen Druckbögen 3 einzubringen, um dadurch ein
Schwimmen und somit ein Bewegen der einzelnen Druckbögen 3 zueinander beim Rüttelvorgang
zu begünstigen. Durch die Einblaseinrichtung 13 ist es möglich, mittels des Rütteltischs
1 große Formate und/oder hohe Stapellagen und/oder Druckbögen mit niedriger Grammatur
zuverlässig auszurichten.
[0054] Die Schlitzöffnung 17 der jeweiligen Schlitzdüse 14 erstreckt sich in der Breitenrichtung
Y, wobei die Schlitzdüsen 14 gemeinsam senkrecht zu der Auflagefläche 5, somit in
Hochrichtung Z, verfahrbar sind. Zu diesem Zweck sind die Schlitzdüsen 14 an einer
gemeinsamen Tragleiste 18 befestigt, wobei die Tragleiste 18 in der Hochrichtung Z
verfahrbar mit dem Portalrahmen 9 verbunden ist. Das Antreiben der Verfahrbewegung
der Tragleiste 18 in der Hochrichtung Z erfolgt mittels zweier Spindelantriebe 12.
Die zwei Spindelantriebe 12 und die Tragleiste 18 sind an zwei Führungsschlitten 30
angebracht, die wiederum entlang einer sich in der Breitenrichtung Y erstreckenden,
an dem Portalrahmen 9 befestigten Schienenführung 31 angebracht sind und an dieser
in der Breitenrichtung manuell verschiebbar sind, zum Ausrichten der Tragleiste 18
in der Breitenrichtung Y. In der gewünschten Ausrichtung in der Breitenrichtung Y
können die Führungsschlitten 30 an der Schienenführung 31 mittels einer zustellbaren
Klemmeinrichtung 33 lagefixiert werden.
[0055] Die jeweilige Schlitzdüse 14 ist lösbar an der Tragleiste 18 befestigt, wobei die
Tragleiste 18 zu diesem Zweck mehrere, nämlich acht, entlang der Tragleiste 18 angeordnete
Schnellspannvorrichtung 19 zum Befestigen der einzelnen Schlitzdüsen 14 aufweist.
Um die Schlitzdüsen 14 an der Tragleiste 18 zu befestigen, ist an der jeweiligen Schlitzdüse
14 eine bügelförmige Einhängestruktur 20 angebracht, wobei die jeweilige Schlitzdüse
14 mittels der Einhängestruktur 20 in eine der mehreren Schnellspannvorrichtungen
19 eingehängt ist. Zum Lagefixieren der jeweiligen Einhängestruktur 20 an der Tragleiste
18 weist die jeweilige Schnellspannvorrichtung 19 eine Klemmplatte 21 auf, die durch
Umlegen eines Exzenterhebels 22 in Richtung der Tragleiste 18 zustellbar ist, wodurch
die Einhängestruktur 20 klemmend zwischen der Tragleiste 18 und der Klemmplatte 21
gehalten ist. Vorliegend sind lediglich sieben der acht Schnellspannvorrichtungen
19 mit einer Schlitzdüse 14 bestückt. Die äußerste, in der Fig. 3 rechte, Schnellspannvorrichtung
19 ist unbestückt. Grundsätzlich kann aber auch diese Schnellspannvorrichtung 19 mit
einer Schlitzdüse 14 bestückt sein.
[0056] Um die Schlitzöffnungen 17 der Schlitzdüsen 14 möglichst exakt zueinander auszurichten
und dadurch einen Versatz der Schlitzöffnungen 17 in der Hochrichtung Z zu vermeiden,
weist die jeweilige Schlitzdüse 14 ein in der Breitenrichtung Y hervorstehendes Zentrierelement
23 auf, wobei das Zentrierelement 23 in eine korrespondierende Zentrieröffnung 24
der benachbarten Schlitzdüse 14 eingeführt ist.
[0057] Die Schlitzdüsen 14 der Einblaseinrichtung 13 werden über eine erste, nicht näher
dargestellte, Gebläseeinrichtung mit Luft versorgt, wobei die Schlitzdüsen 14 zu diesem
Zweck über nicht näher dargestellte flexible Schläuche mit der ersten Gebläseeinrichtung
verbunden sind.
[0058] Um einen Luftstau in dem gestapelten Gut 2 zu verhindern und ein vollständiges Durchblasen
des gestapelten Guts 2 in der Längsrichtung X zu begünstigen, weist der hintere Anschlag
6 mehrere in der Breitenrichtung Y voneinander beabstandete, sich senkrecht zu der
Auflagefläche 5 in der Hochrichtung Z erstreckende, rückseitig geschlossene Abführkanäle
25 auf, zum Abführen der mittels der Einblaseinrichtung 13 zwischen die Blattlagen
des gestapelten Guts 2 eingeblasenen, an der Hinterkante 16 des gestapelten Guts 2
austretenden Luft in Hochrichtung Z nach oben und unten. Das gestapelte Gut 2 liegt
an den die Abführkanäle 25 begrenzenden Vorsprüngen 26 in der Längsrichtung X an.
Die Abführkanäle 25 sind vorliegend sowohl nach oben als auch nach unten offen, wodurch
ein besonders effizientes Abführen der an der Hinterkante 16 austretenden Luft erreicht
wird.
[0059] Um ein Austreten der eingeblasenen Luft an der dem seitlichen Anschlag 7 gegenüberliegenden
Seite zu verhindern, weist der Rütteltisch 1 ein in der Breitenrichtung Y des gestapelten
Guts 2, verfahrbares Anschlagslineal 27 auf, wobei dieses Anschlagslineal 27 bis an
die den seitlichen Anschlag 7 gegenüberliegenden Seitenkante des gestapelten Guts
2 verfahren wird und somit hinsichtlich seiner Stellung an das Format der Druckbögen
3 bzw. des gestapelten Guts 2 angepasst wird.
[0060] Zusätzlich zu der vorderen Einblaseinrichtung 13 weist der Rütteltisch 1 eine hintere
Gegenblaseinrichtung auf, wobei diese Gegenblaseinrichtung mehrere Luftdüsen 28 zum
Ausgeben von Luft aufweist, wobei die mehreren Luftdüsen 28 in der Breitenrichtung
Y des gestapelten Guts 2 zueinander beabstandet im Bereich des hinteren Anschlags
6 angeordnet und dazu eingerichtet sind, von der Hinterkante 16 des gestapelten Guts
2 aus Luft zwischen die Blattlagen des gestapelten Guts 2 in Richtung der Vorderkante
15 des gestapelten Guts 2 zu blasen. Vorliegend sind im Bereich des hinteren Anschlags
6 fünf Luftdüsen 28 angeordnet und gemeinsam in der Hochrichtung Z verfahrbar. Zu
diesem Zweck sind die Luftdüsen 28 an einem gemeinsamen Tragbalken 29 befestigt, wobei
der Tragbalken 29 wiederum mittels zweier Spindelantriebe 12 in der Hochrichtung Z
verfahrbar ist.
[0061] Während die Schlitzdüsen 14 der vorderen Einblaseinrichtung 13 annähernd über die
gesamte Breitenerstreckung Y des gestapelten Guts 2 Luft einblasen und zu diesem Zweck
unmittelbar aneinander angrenzen, sind die Luftdüsen 28 der hinteren Gegenblaseinrichtung
voneinander beabstandet und weisen jeweils einen kreisförmigen Austrittsquerschnitt
auf. Mittels der Luftdüsen 28 der hinteren Gegenblaseinrichtung wird daher lediglich
lokal begrenzt und an voneinander beabstandeten Punkten Luft von der Hinterkante 16
aus in das gestapelte Gut 2 eingeblasen. Die hintere Gegenblaseinrichtung hat sich
dahingehend als vorteilhaft erwiesen, dass bei besonders großformatigen Druckbögen
3 bzw. Blattlagen des gestapelten Guts 2 zuverlässig ein Durchströmen der von der
vorderen Einblaseinrichtung 13 eingeblasenen Luft von der Vorderkante 15 bis zur Hinterkante
16 ermöglicht wird. Durch die Luftdüsen 28 der hinteren Gegenblaseinrichtung werden
die einzelnen Blattlagen des gestapelten Guts 2 durch die von der Hinterkante 16 aus
eingeblasenen Luft etwas angelupft, sodass der Strömungswiderstand für die von der
Vorderkante 15 aus eingeblasenen Luft verringert und dadurch ein vollständiges Durchblasen
von der Vorderkante 15 bis zur Hinterkante 16 ermöglicht wird. Da lediglich ein Anlupfen
der Blattlagen notwendig ist, können relativ wenig Luftdüsen 28 und ein relativ geringer
Volumenstrom verwendet werden und dennoch der gewünschte Effekt erzielt werden. Durch
die hintere Gegenblaseinrichtung kann mit einem geringeren Volumenstrom der Einblaseinrichtung
13 gearbeitet werden als dies notwendig wäre, wenn keine hintere Gegenblaseinrichtung
vorhanden wäre. Dadurch wird die Belastung der vorderen Kante der Druckbögen 3 beim
Einblasen und eine etwaige Beschädigung derselben oder gar ein Einreißen der Druckbögen
3 vermieden. Durch das Vorsehen der hinteren Gegenblaseinrichtung können auch Druckbögen
3 mit niedriger Grammatur und/oder hohe Stapellagen ohne die Gefahr eines Einreißens
oder Zerreißens zuverlässig gerüttelt werden.
[0062] Wie insbesondere der Fig. 5 zu entnehmen ist, ist in jedem zweiten Vorsprung 26 des
hinteren Anschlags 6 eine Luftdüse 28 angeordnet, wobei die Vorsprünge 26, in denen
eine Luftdüse 28 angeordnet ist, einen Durchgangsschlitz 32 aufweisen, der sich in
der Hochrichtung Z erstreckt. In diesem Durchgangsschlitz 32 ist die jeweilige Luftdüse
28 angeordnet und entlang des Durchgangsschlitzes 32 in der Hochrichtung Z verfahrbar.
Die jeweilige Luftdüse 28 ist dabei gegenüber der an dem hinteren Anschlag 6 anliegenden
Hinterkante 16 des gestapelten Guts 2 zurückversetzt, sodass die jeweilige Luftdüse
28 von der Hinterkante 16 beabstandet ist. Dadurch wird eine Beschädigung der Hinterkante
16 des gestapelten Guts 2 durch mechanisches Einwirken der Luftdüsen 28 vermieden.
[0063] Die Gegenblaseinrichtung wird über eine zweite Gebläseeinrichtung, die nicht mit
der ersten Gebläseeinrichtung, die die Schlitzdüsen 14 der Einblaseinrichtung 13 mit
Luft versorgt, identisch ist, mit Luft versorgt. Es wird als besonders vorteilhaft
angesehen, wenn die erste Gebläseeinrichtung größer dimensioniert ist als die zweite
Gebläseeinrichtung respektive die vordere Einblaseinrichtung 13 mit mehr Blasluft
versorgt wird als die hintere Gegenblaseinrichtung.
Bezugszeichenliste
[0064]
- 1
- Rütteltisch
- 2
- gestapeltes Gut
- 3
- Druckbogen
- 4
- Auflagetisch
- 5
- Auflagefläche
- 6
- hinterer Anschlag
- 7
- seitlicher Anschlag
- 8
- Führungsschiene
- 9
- Portalrahmen
- 10
- Rütteleinrichtung
- 11
- Niederhalterplatte
- 12
- Spindelantrieb
- 13
- Einblaseinrichtung
- 14
- Schlitzdüse
- 15
- Vorderkante
- 16
- Hinterkante
- 17
- Schlitzöffnung
- 18
- Tragleiste
- 19
- Schnellspannvorrichtung
- 20
- Einhängestruktur
- 21
- Klemmplatte
- 22
- Exzenterhebel
- 23
- Zentrierelement
- 24
- Zentrieröffnung
- 25
- Abführkanal
- 26
- Vorsprung
- 27
- Anschlagslineal
- 28
- Luftdüse
- 29
- Tragbalken
- 30
- Führungsschlitten
- 31
- Schienenführung
- 32
- Durchgangsschlitz
- 33
- Klemmeinrichtung
- X
- Längsrichtung
- Y
- Breitenrichtung
- Z
- Hochrichtung
1. Rütteltisch (1) zum Rütteln von in Blattlagen vorliegendem gestapelten Gut (2), aufweisend:
- einen neigbaren Auflagetisch (4), wobei der Auflagetisch (4) eine Rüttelplatte mit
einer Auflagefläche (5) zum Auflegen des gestapelten Guts (2), einen hinteren Anschlag
(6) für das aufgelegte gestapelte Gut (2) und zumindest einen seitlichen Anschlag
(7) für das aufgelegte gestapelte Gut (2) aufweist, wobei der Auflagetisch (5) aus
einer horizontalen Stellung in Richtung der beiden Anschläge (6, 7) neigbar ist,
- eine Rütteleinrichtung (10), die dazu eingerichtet ist, die Rüttelplatte des Auflagetischs
(4) in eine Rüttelbewegung zu versetzen,
- eine vordere Einblaseinrichtung (13), wobei die vordere Einblaseinrichtung (13)
eine oder mehrere in einer Breitenrichtung (Y) des gestapelten Guts (2) nebeneinander
angeordnete Schlitzdüsen (14) zum Ausgeben von Luft aufweist, wobei die eine oder
mehrere Schlitzdüsen (14) dazu eingerichtet sind, von einer dem hinteren Anschlag
(6) abgewandten Vorderkante (15) des gestapelten Guts (2) aus Luft zwischen die Blattlagen
des gestapelten Guts (2) in Richtung einer an dem hinteren Anschlag (6) anliegenden
Hinterkante (16) des gestapelten Guts (2) zu blasen, wobei eine Schlitzöffnung (17)
der jeweiligen Schlitzdüse (14) sich in der Breitenrichtung (Y) erstreckt, wobei die
eine oder mehreren Schlitzdüsen (14) gemeinsam in einer senkrecht zu der Auflagefläche
(5) verlaufenden Hochrichtung (Z) verfahrbar sind,
- eine hintere Gegenblaseinrichtung, wobei die Gegenblaseinrichtung mehrere Luftdüsen
(28) zum Ausgeben von Luft aufweist, wobei die mehreren Luftdüsen (28) in der Breitenrichtung
(Y) des gestapelten Guts (2) zueinander beabstandet im Bereich des hinteren Anschlags
(6) angeordnet und dazu eingerichtet sind, von der Hinterkante (16) des gestapelten
Guts (2) aus Luft zwischen die Blattlagen des gestapelten Guts (2) in Richtung der
Vorderkante (15) des gestapelten Guts (2) zu blasen.
2. Rütteltisch (1) nach Anspruch 1, wobei die Einblaseinrichtung (13) eine erste Gebläseeinrichtung
aufweist zum Versorgen der Schlitzdüsen (14) mit Luft und wobei die Gegenblaseinrichtung
eine, von der ersten Gebläseeinrichtung unabhängig arbeitende, zweite Gebläseeinrichtung
aufweist zum Versorgen der Luftdüsen (28) der Gegenblaseinrichtung mit Luft.
3. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 2, wobei die Schlitzdüsen (14) in der
Breitenrichtung (Y) lückenlos aneinander liegen.
4. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Luftdüsen (28) der Gegenblaseinrichtung
gemeinsam in der Hochrichtung (Z) verfahrbar sind.
5. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei der hintere Anschlag (6) Durchgangsschlitze
(32) aufweist, die sich in der Hochrichtung (Z) erstrecken, wobei die Luftdüsen (28)
entlang der Durchgangsschlitze (32) verfahrbar sind.
6. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Rütteltisch (1) einen
mit dem neigbaren Aufnahmetisch (4) verbundenen Portalrahmen (9) aufweist, wobei die
eine Schlitzdüse (14) oder die mehreren Schlitzdüsen (14) gemeinsam in der Hochrichtung
(Z) verfahrbar in dem Portalrahmen (9) gelagert sind.
7. Rütteltisch (1) nach Anspruch 6, wobei der Portalrahmen (9) parallel zu der Auflagefläche
(5) in einer senkrecht zu dem hinteren Anschlag (6) verlaufenden Längsrichtung (X)
in Richtung des hinteren Anschlags (6) verfahrbar ist.
8. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die eine oder die mehreren
Schlitzdüsen (14) gemeinsam entlang der Breitenrichtung (Y) verschiebbar sind und
über eine Fixiereinrichtung in der Breitenrichtung (Y) lagefixierbar sind.
9. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die Einblaseinrichtung (13)
mehrere Schlitzdüsen (14) umfasst, wobei die Einblaseinrichtung (13) eine sich in
der Breitenrichtung (Y) erstreckende Tragleiste (18) aufweist, wobei die Schlitzdüsen
(14) jeweils lösbar an der Tragleiste (13) befestigt sind.
10. Rütteltisch (1) nach Anspruch 9, wobei die Tragleiste (18) mehrere in der Breitenrichtung
(Y) nebeneinander ausgebildete Schnellspannvorrichtungen (19) zum lösbaren Befestigen
der Schlitzdüsen (14) an der Tragleiste (18) aufweist, wobei an der jeweiligen Schlitzdüse
(14) eine Einhängestruktur (20) angebracht ist, wobei die jeweilige Schlitzdüse (14)
mittels der Einhängestruktur (20) in eine der Schnellspannvorrichtungen (19) eingehängt
ist, wobei die jeweilige Schnellspannvorrichtung (19) eine Klemmeinrichtung umfasst
zum klemmenden Lagefixieren der jeweiligen Einhängestruktur (20) in der Schnellspannvorrichtung
(19).
11. Rütteltisch (1) nach Anspruch 9 oder 10, wobei die jeweilige Schlitzdüse (14) ein
in der Breitenrichtung (Y) hervorstehendes Zentrierelement (23) aufweist, wobei das
Zentrierelement (23) in eine korrespondierende Zentrieröffnung (24) der benachbarten
Schlitzdüse (14) eingeführt ist zum Zentrieren der Schlitzöffnungen (17) der benachbarten
Schlitzdüsen (14).
12. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die eine oder mehreren Schlitzdüsen
(14) zu der Auflagefläche (5) verschwenkbar sind zur Veränderungen einer Ausströmrichtung
der von der Schlitzdüsen (14) ausgegebenen Luft bezüglich der Auflagefläche (5).
13. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei an dem hinteren Anschlag
(6) mehrere in der Breitenrichtung (Y) voneinander beabstandete, sich in der Hochrichtung
erstreckende, rückseitig geschlossene Abführkanäle (25) ausgebildet sind zum Abführen
der mittels der Einblaseinrichtung (13) zwischen die Blattlagen des gestapelten Guts
(2) eingeblasenen, an der Hinterkante (16) austretenden Luft.
14. Rütteltisch (1) nach Anspruch 13, wobei der jeweilige Abführkanal (25) eine Tiefe
von zumindest 15 mm aufweist.
15. Rütteltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei der Rütteltisch (1) eine
Steuereinrichtung aufweist zur Steuerung der Einblaseinrichtung (13) und der Gegenblaseinrichtung,
wobei die Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist in Abhängigkeit von Abmessungen
des gestapelten Guts (2) und/oder dem Gewicht des gestapelten Guts (2):
- beim Rüttelvorgang von der Gegenblaseinrichtung und/oder der Einblaseinrichtung
(13) ausgegebene Volumenströme einzustellen und/oder
- beim Rüttelvorgang durchgeführte die eine oder die mehreren Schlitzdüsen (14) der
Einblaseinrichtung (13) und/oder die Luftdüsen (28) der Gegenblaseinrichtung entlang
von vorgegebenen Verfahrprofilen zu verfahren, insbesondere beim Verfahren die ausgegebenen
Volumenströme zu variieren.