[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Kran gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Krane dieser Art werden auch als Derrickkrane bezeichnet und weisen typischerweise
ein Raupenfahrwerk auf. Aufgrund des zusätzlichen Derrickballasts sind diese Krane
zum Heben und Bewegen besonders schwerer Lasten ausgelegt. Bei diesen Kranen sind
der Hauptausleger (nachfolgend nur "Ausleger" - typischerweise ist dies ein Gittermastausleger)
und der Derrickausleger über eine längenverstellbare Wippverseilung miteinander verbunden.
Der Derrickausleger ist über eine längenverstellbare Derrickabspannung mit dem hinteren
Ende des Oberwagens bzw. Oberwagenheck verbunden. Durch Verstellung (d.h. Verlängerung
oder Verkürzung) der Derrickabspannung ist die Neigung des Derrickauslegers relativ
zum Oberwagen einstellbar. Im Kranbetrieb ist der Winkel des Derrickauslegers in der
Regel unverändert. Die Wippbewegung des Hauptauslegers erfolgt dabei über die Verstellung
der Wippverseilung zwischen Ausleger und Derrickausleger.
[0003] Das Moment, das der Ausleger mit der aufgenommenen Last in das Auslegersystem einbringt,
muss also vom Derrickausleger aufgenommen werden. Darüber hinaus muss das Gesamtsystem
"Kran" stabil bleiben. Dies bedeutet, dass der Gesamtschwerpunkt innerhalb der Kippkanten
liegen muss. Beim Heben von großen Lasten ist dies allein mit einem Oberwagenballast
nicht möglich. Aus diesem Grund wird der Derrickballast als Zusatzballast benötigt.
Dieser ist über eine längenveränderliche Ballastabspannung mit dem freien Ende des
Derrickauslegers verbunden. Die Länge der Ballastabspannung ist z.B. über hydraulische
Zugzylinder veränderbar.
[0004] Aus dem Stand der Technik sind Derrickballaste in Form eines Schwebeballasts oder
eines auf dem Boden verfahrbaren Ballastwagens mit darauf gestapelten Ballastelementen
bekannt. Ein Schwebeballast kann generell zwei Betriebsmodi einnehmen: er kann auf
dem Boden abgestellt oder schwebend an der längenveränderlichen Ballastabspannung
aufgenommen sein. Diese beiden Zustände sind üblicherweise abhängig vom aufzunehmenden
Lastmoment.
[0005] Der horizontale Abstand zwischen der Drehachse des Oberwagens bzw. Oberwagendrehachse
und dem Schwerpunkt des Derrickballasts wird als Ballastradius bezeichnet. Der Ballastradius
ist beim Schwebeballast entweder über die Neigung des Derrickauslegers oder über eine
Führung zwischen dem Oberwagenheck und dem Schwebeballast einstellbar. Ein Nachteil
derartiger Schwebeballaste ist, dass der Kran als Gesamtsystem nur dann verfahrbar
oder drehbar ist, wenn der Schwebeballast vom Boden abgehoben ist. Weiter ist zu beachten,
dass nicht die gesamte Masse des Schwebeballasts "aktiv" ist, solange dieser auf dem
Boden steht. Die Zugzylinder der Ballastabspannung "nehmen" sich von der Gesamtmasse
des Schwebeballasts den benötigten Teil und leiten ihn in das Auslegersystem ein.
Die nicht benötigte Masse bleibt am Boden stehen und ist nicht am Kranhub beteiligt.
[0006] Ist der Derrickballast in Form eines Ballastwagens mit darauf gestapelten Ballastelementen
ausgeführt, ruht der Derrickballast auf einem Ballastwagen, welcher selbst wiederum
zum Teil des gesamten Derrickballasts wird. Der zusätzliche Vorteil gegenüber dem
Schwebeballast ist die dann mögliche Verfahrbarkeit des Gesamtsystems Kran und Derrickballast.
Der Kran bleibt drehbar und auch verfahrbar. Die Aufgabe des Ballastwagens ist es
zum einen, die Fahrbarkeit des Krans sicherzustellen und zum anderen, die nicht benötigte
Masse des Derrickballasts in den Boden einzuleiten.
[0007] Die bisher bekannten Lösungen für Ballastwagen waren in der Regel teure Eigenkonstruktionen
der Kranhersteller. Diese waren in der Kransteuerung integriert und waren somit relativ
unproblematisch in der Handhabung. Kranbetreiber besitzen häufig auch eine relativ
große Anzahl an serienmäßigen Schwerlasttransportvorrichtungen. Dies sind fahrbare
Transportsysteme mit eigenem Antrieb und eigener Antriebssteuerung, die in der Lage
sind, sehr große Lasten zu tragen und zu bewegen. Seit einiger Zeit gibt es Bestrebungen
derartige Schwerlasttransportvorrichtungen als Ballastwagen für Krane zu verwenden.
[0008] Ein Problem stellt hierbei ist die eigenständige Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtungen
dar, da deren Antriebssteuerungen nicht für den hoch sicherheitsbedürftigen Bereich
des Kranbetriebs ausgelegt sind. Problematisch ist vor allem die notwendige starke
strukturelle Verbindung zwischen Kran und Schwerlasttransportvorrichtung. Diese muss
in der Lage sein, auch sehr große Kräfte zwischen dem Kran und der Schwerlasttransportvorrichtung
zu übertragen. Solche große Kräfte können, wenn sich der Kran und der Ballastwagen
nicht synchron bewegen, im Kranbetrieb ein Risiko darstellen oder auch Bauteile beschädigen.
Der Betrieb von Schwerlasttransportvorrichtungen als Ballastwagen ist aus diesem Grund
derzeit nicht zugelassen und ein Einsatz erfolgt somit auf Risiko des Kranbetreibers.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Einsatz von Schwerlasttransportvorrichtungen
für Ballastwagen von gattungsgemäßen Kranen zu ermöglichen, bei welchem die hohen
Sicherheitsanforderungen des Kranbetriebs erfüllt sind und das Risiko von Beschädigungen
am Kransystem minimiert ist.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Kran mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung.
[0011] Demnach wird ein Kran vorgeschlagen, welcher einen verfahrbaren Unterwagen, einen
drehbar auf dem Unterwagen gelagerten Oberwagen, einen wippbar mit dem Oberwagen verbundenen
Ausleger, einen gelenkig mit dem Oberwagen verbundenen Derrickausleger, eine Kransteuerung,
eine mit dem Oberwagen verbundene Führung und einen Derrickballast umfasst. Der Unterwagen
kann ein Raupenfahrwerk aufweisen. Der Ausleger ist über den Derrickausleger abgespannt,
vorzugsweise über eine längenverstellbare Wippverseilung wie eingangs beschrieben.
Der Derrickausleger ist vorzugsweise über eine Derrickabspannung mit dem Oberwagen
verbunden, welche insbesondere längenverstellbar ist, wie eingangs beschrieben.
[0012] Der Derrickballast umfasst eine Ballastplatte, auf der mehrere Ballastelemente stapelbar
sind. Die Ballastplatte, welche auch als Ballastpalette bezeichnet werden kann, ist
einerseits über eine Ballastabspannung mit dem Derrickausleger und andererseits über
die genannte Führung mit dem Oberwagen, insbesondere dem Oberwagen heck, verbunden.
Die Ballastabspannung ist insbesondere längenveränderlich ausgeführt und kann zwei
Abspannstränge mit jeweils einem Zugzylinder umfassen. Die Führung ist vorzugsweise
als zumindest abschnittsweise starre Konstruktion, beispielsweise als Gitterkonstruktion,
ausgeführt.
[0013] Der Derrickballast umfasst ferner einen Ballastwagen, welcher mindestens eine serienmäßige
Schwerlasttransportvorrichtung mit eigenem Antrieb und eigener Antriebssteuerung umfasst.
Aufgrund des eigenen Antriebs kann die Schwerlasttransportvorrichtung auch als Schwerlasttransportfahrzeug
bezeichnet werden. Bei der Schwerlasttransportvorrichtung handelt es sich insbesondere
um eine fahrbare Plattform mit mehreren Radachsen bzw. einen SPMT ("Self-Propelled
Modular Transporter"). Derartige Schwerlasttransportvorrichtungen sind bereits bei
vielen Kranbetreibern in großer Stückzahl zum Verfahren von schweren Lasten wie beispielsweise
Brückenelementen oder Teilen von Bohrinseln im Einsatz.
[0014] Die Ballastplatte ist insbesondere auf einer Transportplattform der Schwerlasttransportvorrichtung
abgelegt oder befestigt. Die Schwerlasttransportvorrichtung kann eine Tragfähigkeit
von über 1000 Tonnen aufweisen, wobei selbstverständlich auch kleinere Schwerlasttransportvorrichtungen
mit geringeren maximalen Traglasten eingesetzt werden können.
[0015] Der Ballastwagen kann mehrere miteinander gekoppelte Schwerlasttransportvorrichtungen
umfassen. Wenn im Folgenden also von dem Ballastwagen oder von "der" Schwerlasttransportvorrichtung
die Rede ist, soll auch die Möglichkeit mehrerer zusammengekoppelter Schwerlasttransportvorrichtungen
bzw. eines Schwerlasttransportvorrichtung-Verbunds umfasst sein.
[0016] Erfindungsgemäß ist die Führung mit der Ballastplatte oder dem Ballastwagen über
eine Verbindungsvorrichtung verbunden. Hierbei ist eine mechanische Verbindung gemeint.
Die Verbindungsvorrichtung umfasst eine Messeinrichtung, die eingerichtet ist, eine
Kraft zu erfassen, die einer Relativbewegung zwischen Ballastwagen und Führung entgegenwirkt.
Diese Kraft wird im Folgenden als Steuerkraft bezeichnet.
[0017] Die Steuerkraft resultiert aus einer ungleichförmigen bzw. nicht synchronen Bewegung
von Kran bzw. Führung und Ballastwagen. Dreht beispielsweise der Oberwagen um die
Oberwagendrehachse, so verschwenkt die mit dem Oberwagen verbundene Führung. Der Ballastwagen
muss der Bewegung der Führung, welche über die Verbindungsvorrichtung mit dem Derrickballast
verbunden ist, durch eine entsprechende Bewegung folgen, damit keine zu hohen Seitenkräfte
in die Führung bzw. in den Derrickausleger eingeleitet werden. Fährt der Ballastwagen
beispielsweise zu schnell (d.h. der Ballastwagen eilt der Führung voraus) oder zu
langsam (d.h. die Führung eilt dem Ballastwagen voraus) oder stößt der Ballastwagen
auf ein Hindernis, so entstünde ohne feste Verbindung zwischen Führung und Ballastwagen
eine Relativbewegung.
[0018] Durch die Verbindung zwischen Führung und Ballastwagen bzw. Ballastplatte, welche
erfindungsgemäß durch die Verbindungsvorrichtung bereitgestellt wird, tritt durch
diese ungleichmäßige bzw. nicht synchrone Bewegung eine Kraft auf, die durch die Messeinrichtung
erfasst und zur Steuerung der Bewegung des Ballastwagens herangezogen wird. Erfindungsgemäß
ist die Kransteuerung hierzu mit der Antriebssteuerung der Schwerlasttransportvorrichtung
über eine Steuerverbindung verbunden (hierbei ist insbesondere eine Datenverbindung
gemeint) und eingerichtet, die Schwerlasttransportvorrichtung in Abhängigkeit der
durch die Messeinrichtung erfassten Steuerkraft zu steuern und/oder zu regeln. Wenn
im Folgenden nur von einer "Steuerung" der Schwerlasttransportvorrichtung die Rede
ist, soll eine Steuerung und/oder Regelung gemeint sein.
[0019] Erfindungsgemäß wird also keine Positionsänderung des Ballastwagens relativ zum Kran
bzw. zur Führung oder eine Relativbewegung zwischen Ballastwagen und Kran erfasst
und zur Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung herangezogen, sondern eine Kraft,
die aus einer nicht synchronen Bewegung von Kran und Ballastwagen resultiert. Dadurch
kann eine stabile oder sogar eine starre Verbindung zwischen Führung und Derrickballast
vorgesehen werden. Eine tatsächliche Relativbewegung zwischen Führung und Ballastwagen
ist nicht mehr erforderlich für die Steuerung des Ballastwagens. Lenkfehler und Geländeeinflüsse
können somit korrigiert und der Ballastwagen bzw. die Schwerlasttransportvorrichtung
in Spur "gezwängt" werden.
[0020] Darüber hinaus sind bei der erfindungsgemäßen Lösung die Steuersysteme von Kran und
Schwerlasttransportvorrichtung miteinander verbunden, d.h. es erfolgt eine Kommunikation
zwischen der Kransteuerung und der Antriebssteuerung der Schwerlasttransportvorrichtung.
Dadurch kann die Schwerlasttransportvorrichtung alleine über die Kransteuerung gesteuert
werden, die Antriebssteuerung der Schwerlasttransportvorrichtung wird somit in die
Kransteuerung integriert. Dies vereinfacht die Steuerung des Gesamtsystems Kran und
Derrickballast und sorgt dafür, dass direkt und optimal auf Bewegungsabläufe reagiert
werden kann, die in einer entsprechenden detektierbaren Steuerkraft resultieren. Dies
ermöglicht es, Situationen zu vermeiden, in der zu große Seitenkräfte durch den starken
Antrieb der Schwerlasttransportvorrichtung in die Führung bzw. den Derrickausleger
eingeleitet werden.
[0021] Die Verbindungsvorrichtung stellt vorzugsweise eine mechanische Verbindung zwischen
Führung und Ballastplatte oder Führung und Ballastwagen bereit, welche wenigstens
einen Bewegungsfreiheitsgrad aufweist, beispielsweise eine relative Translationsbewegung
parallel zur Längsachse der Führung und/oder eine relative Rotation um eine Hochachse
(bei horizontaler Ausrichtung der Führung und der Ballastplatte ist dies vorzugsweise
eine vertikale Achse). Diese Relativbewegung(en) kann/können mittels eines oder mehrerer
Aktuatoren blockierbar sein, um in einem definierten Kraftbereich eine feste Verbindung
bereitzustellen und stattdessen die auftretenden Kräfte zu erfassen und für eine Steuerung
der Schwerlasttransportvorrichtung durch die Kransteuerung heranzuziehen. Die Verbindungsvorrichtung
kann alternativ eine starre Verbindung zwischen Führung und Ballastplatte oder Führung
und Ballastwagen bereitstellen. In diesem Fall werden bevorzugt nur die auftretenden
Kräfte gemessen und für die Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung herangezogen.
[0022] In einer möglichen Ausführungsform ist die Führung so ausgebildet, dass sich die
durch den Derrickballast erzeugte Kraft in eine in die Führung eingeleitete bzw. durch
die Führung übertragene erste Kraft und eine in die Ballastabspannung eingeleitete
bzw. durch die Ballastabspannung übertragene zweite Kraft aufteilt. Zusammen mit dem
Derrickausleger, mit dessen freiem Ende vorzugsweise die Ballastabspannung verbunden
ist, ergibt sich somit ein Kräftedreieck, innerhalb welchem die sehr hohen, aus der
Masse des Derrickballasts resultierenden Kräfte übertragen werden. Diese aus der Derrickmasse
resultierenden Kräfte, d.h. auch deren über die Führung und die Ballastabspannung
in den Kran eingeleiteten Kraftkomponenten, sind insbesondere wesentlich größer als
die Steuerkraft, die durch die Messeinrichtung erfasst und der Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung
durch die Kransteuerung zugrunde gelegt wird.
[0023] Damit diese hohen Kräfte nicht die Erfassung der Steuerkraft durch die Messeinrichtung
überlagern, ist die Messeinrichtung außerhalb der die ersten und zweiten Kräfte übertragenden
Strukturen der Führung und der Ballastabspannung, d.h. außerhalb des genannten Kräftedreiecks
angeordnet. Dies ermöglicht nicht nur eine effektive Erfassung der Steuerkraft, welche
der Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung durch die Kransteuerung zugrunde
liegt, sondern auch die Verwendung einer einfacheren Sensorik, die nicht für solch
hohe Kräfte ausgelegt sein muss. Weiterhin erhöht sich durch eine solche Anordnung
die Feinfühligkeit der Messeinrichtung (Messsysteme, die für größere Kräfte ausgelegt
sind, besitzen eine geringere Genauigkeit bei der Erfassung kleinerer Kräfte).
[0024] Bevorzugt befindet sich die Messeinrichtung unterhalb der die ersten und zweiten
Kräfte übertragenden Strukturen der Führung und der Ballastabspannung, vorzugsweise
unterhalb der Verbindungsmittel, die die Ballastabspannung mit dem Derrickballast
(d.h. insbesondere mit der Führung, der Ballastplatte oder der Verbindungsvorrichtung)
verbinden. Es sei angemerkt, dass sich die Angaben "unterhalb", "oberhalb", "unten",
"oben" usw. auf den Fall beziehen, dass der Kran und der Derrickballast auf einem
ebenen, horizontalen Untergrund stehen. Darüber hinaus ist die Angabe "unterhalb"
nicht so zu verstehen, dass sich die betreffenden Komponenten in Draufsicht überdecken
müssen, sondern lediglich, dass die "untere" Komponente einen geringeren Abstand vom
Untergrund aufweist als die "obere" Komponente.
[0025] Die Messung außerhalb, insbesondere unterhalb des genannten Kräftedreiecks ermöglicht
zudem hohe Ballastradien, d.h. Situationen, bei denen die Ballastabspannung nicht
vertikal, sondern schräg verläuft, da in Draufsicht die Verbindungsmittel der Ballastabspannung
am Derrickballast einen größeren Abstand zur Oberwagendrehachse aufweisen als das
freie Ende des Derrickauslegers. Dadurch lassen sich mit derselben Masse des Derrickballasts
höhere Momente und somit eine höhere maximale Traglast des Krans erreichen.
[0026] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Messeinrichtung
mindestens einen ersten Aktuator umfasst, mittels welchem eine in Längsrichtung der
Führung wirkende Steuerkraft (hierin auch als Längskraft bezeichnet) erfassbar ist.
Der mindestens eine erste Aktuator ist bevorzugt als Hydraulikzylinder ausgebildet,
wobei prinzipiell auch andere Arten von Aktuatoren, z.B. ein Hydraulikmotor, infrage
kommen. Die Erfassung erfolgt insbesondere über einen entsprechenden in den Aktuator
integrierten Sensor (z.B. einen Drucksensor).
[0027] Vorzugsweise ist der erste Aktuator eingerichtet, in einem ersten Kraftbereich, in
dem die Längskraft kleiner als eine definierte Grenzkraft ist, eine starre Verbindung
zwischen Führung und Ballastwagen in Längsrichtung bereitzustellen. Im ersten Kraftbereich,
in dem die Längskraft nicht zu hoch ist, hält der erste Aktuator also den Ballastwagen
"in der Spur" und blockiert eine aus einer nicht synchronen Bewegung resultierende
Relativbewegung. Der Widerstand, den der erste Aktuator dieser Relativbewegung entgegenstellt,
resultiert in einem entsprechenden Kraftanstieg im ersten Aktuator (z.B. ein Druckanstieg
in einer der Zylinderkammern des Hydraulikzylinders), welcher durch die Messeinrichtung
erfasst und der Kransteuerung als Steuerkraft bereitgestellt wird.
[0028] Die definierte Grenzkraft kann beispielsweise über ein entsprechend ausgelegtes bzw.
eingestelltes Druckbegrenzungsventil bereitgestellt werden. Steigt ein der Steuerkraft
entsprechender Druck über den am Druckbegrenzungsventil eingestellten Grenzdruck,
so öffnet das Ventil und ein weiterer Druck- bzw. Kraftanstieg im ersten Aktuator
wird verhindert. Der Aktuator "rutscht sodann durch".
[0029] Vorzugsweise ist die Kransteuerung eingerichtet, die Schwerlasttransportvorrichtung
in Abhängigkeit der erfassten Längskraft so zu steuern und/oder zu regeln, dass die
Längskraft minimiert wird. Im ersten Kraftbereich, in dem die Längskraft noch relativ
klein ist, wird diese also als Steuergröße für die Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung
herangezogen. Die Kransteuerung nimmt die Längskraft auf und ermittelt, welche Bewegung
der Schwerlasttransportvorrichtung sie einleiten muss, damit die Längskraft wieder
kleiner wird. Aufgrund dieses Steuerbereichs ist in der Regel kein Stoppen der Bewegung
des Krans bzw. des Ballastwagens notwendig. Die ausgleichende Steuerung der Schwerlasttransportvorrichtung
erfolgt vorzugsweise automatisch, d.h. ohne Eingreifen des Kranfahrers. Im Vergleich
zu bestehenden Systemen muss daher wesentlich seltener manuell bzw. nach einem Stoppen
in die Kranbewegung eingegriffen werden. In vielen Fällen können Abschaltungen daher
vermieden werden.
[0030] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist erste Aktuator eingerichtet, in einem
zweiten Kraftbereich, in dem die Längskraft die definierte Grenzkraft übersteigt,
einer Relativbewegung zwischen Führung und Ballastwagen nachzugeben. Wird die Längskraft
also zu hoch, gibt der erste Aktuator die aus der nicht synchronen Bewegung resultierende
Bewegung des Ballastwagens relativ zum Kran bzw. zur Führung frei, sodass ein weiterer
Kraftanstieg und somit eine Beschädigung der Krankomponenten verhindert wird. Die
Freigabe der Relativbewegung kann beispielsweise über ein entsprechend eingestelltes
Druckbegrenzungsventil erfolgen, wie zuvor beschrieben.
[0031] Die nun freigegebene Relativbewegung wird von der Kransteuerung erkannt und entsprechende
Maßnahmen eingeleitet. Hierzu umfasst die Messeinrichtung vorzugsweise einen ersten
Positionssensor, mittels welchem eine Positionsänderung des Ballastwagens relativ
zur Führung erfassbar ist. Bevorzugt wird hierbei eine Längen- oder Winkeländerung
des ersten Aktuators (z.B. eine Ein- oder Ausschubbewegung eines Hydraulikzylinders)
direkt erfasst. Alternativ könnte auch die Änderung der relativen Positionen von Ballastwagen
und Führung an einer beliebigen anderen Stelle erfolgen. Hierzu können beliebige Sensoren
eingesetzt werden, beispielsweise optische Abstandssensoren, magnetische Näherungssensoren
usw.
[0032] Die Kransteuerung ist eingerichtet, eine Bewegung des Krans und/oder des Ballastwagens
in Reaktion auf eine durch den ersten Positionssensor erfasste Positionsänderung zu
stoppen oder zu begrenzen. Anschließend kann manuell oder automatisch über die Kransteuerung
eine ausgleichende Bewegung der Schwerlasttransportvorrichtung vorgenommen werden,
sodass der erste Aktuator wieder gesperrt und die Bewegung des Kran-Derrickballast-Verbunds
fortgesetzt werden kann.
[0033] Für die vorstehend beschriebene Steuerung werden vorzugsweise nicht nur die Längskräfte
betrachtet, sondern auch die quer zur Längsrichtung der Führung wirkenden Kräfte bzw.
Momente, die sich beispielsweise bei einer Drehung des Oberwagens ergeben, wenn sich
der Ballastwagen nicht synchron mitbewegt (z.B. weil er auf ein Hindernis stößt oder
aufgrund eines Geländeabfalls vorauseilt).
[0034] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist daher vorgesehen, dass die Messeinrichtung
mindestens einen zweiten Aktuator umfasst, mittels welchem ein einer Drehbewegung
zwischen Ballastwagen und Führung entgegenwirkendes Drehmoment erfassbar ist. Dieses
Drehmoment wird im Folgenden auch als Steuermoment bezeichnet und geht mit einer Steuerkraft
einher, die nicht parallel zur Längsachse der Führung wirkt und im Folgenden auch
als Querkraft bezeichnet wird. Derartige Momente um die z-Achse können beispielsweise
bei einer Oberwagendrehung und korrespondierender Kreisfahrt des Ballastwagens auftreten,
wenn die Drehmitte des Krans und die Drehmitte der Schwerlasttransportvorrichtung
auseinanderfallen (beispielsweise aufgrund eines Lenkfehlers der Schwerlasttransportvorrichtung)
oder beim Auftreffen des Krans oder der Schwerlasttransportvorrichtung auf ein exzentrisch
einwirkendes Hindernis bei einer Schlepp- oder Parallelfahrt.
[0035] Der mindestens eine zweite Aktuator ist bevorzugt als Hydraulikzylinder ausgebildet,
wobei prinzipiell auch andere Arten von Aktuatoren, z.B. ein Hydraulikmotor, infrage
kommen. Die Erfassung erfolgt insbesondere über einen entsprechenden in den Aktuator
integrierten Sensor (z.B. einen Drucksensor). Vorzugsweise ist der zweite Aktuator
eingerichtet, in einem ersten Momentbereich, in dem das Steuermoment kleiner als ein
definiertes Grenzmoment ist, eine rotationsstarre Verbindung zwischen Führung und
Ballastwagen bereitzustellen. Da sich das Steuermoment einfach in eine entsprechende
Steuerkraft und das definierte Grenzmoment in eine entsprechende Grenzkraft umrechnen
lassen, sollen die Begriffe Steuermoment und Steuerkraft, Grenzmoment und Grenzkraft
sowie Momentbereich und Kraftbereich im Folgenden austauschbar verwendet werden. Es
kommt insbesondere nicht darauf an, ob in der Steuerung nun mit Momenten oder Kräften
gerechnet wird, da die Umrechnung insbesondere über einen einfachen Umrechnungsfaktor
erfolgen kann.
[0036] Im ersten Momentbereich, in dem das Steuermoment bzw. die Querkraft nicht zu hoch
ist, hält der zweite Aktuator also den Ballastwagen "in der Spur" und blockiert eine
aus einer nicht synchronen Bewegung resultierende Relativbewegung. Der Widerstand,
den der zweite Aktuator dieser Relativbewegung entgegenstellt, resultiert in einem
entsprechenden Kraftanstieg im zweiten Aktuator (z.B. ein Druckanstieg in einer Zylinderkammer
des Hydraulikzylinders), der durch die Messeinrichtung erfasst und der Kransteuerung
als Steuerkraft bzw. -moment bereitgestellt wird.
[0037] Das definierte Grenzmoment kann beispielsweise über ein entsprechend ausgelegtes
bzw. eingestelltes Druckbegrenzungsventil bereitgestellt werden. Steigt ein dem Steuermoment
entsprechender Druck über den am Druckbegrenzungsventil eingestellten Grenzdruck,
so öffnet das Ventil und ein weiterer Druck- bzw. Kraftanstieg im zweiten Aktuator
wird verhindert.
[0038] Vorzugsweise ist die Kransteuerung eingerichtet, die Schwerlasttransportvorrichtung
in Abhängigkeit des erfassten Steuermoments so zu steuern und/oder zu regeln, dass
das aus der nicht synchronen Bewegung resultierende Drehmoment minimiert wird. Es
gelten die Ausführungen zur Steuerung / Regelung basierend auf der erfassten Längskraft
hierfür analog, sodass auf Wiederholungen verzichtet wird.
[0039] Prinzipiell ist es denkbar, dass nur die Längskräfte über mindestens einen ersten
Aktuator oder nur die Querkräfte bzw. Momente über mindestens einen zweiten Aktuator
erfasst und ausgeglichen werden. Bevorzugt sind jedoch sowohl erste als auch zweite
Aktuatoren vorhanden (oder ein Aktuator fungiert sowohl als erster als auch als zweiter
Aktuator) und es werden sowohl die Längskräfte als auch die Querkräfte bzw. Momente
erfasst und ausgeglichen.
[0040] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der zweite Aktuator
eingerichtet ist, in einem zweiten Momentbereich, in dem das erfasste Steuermoment
das definierte Grenzmoment übersteigt, einer relativen Drehung zwischen Führung und
Ballastwagen nachzugeben. Wird das Steuermoment bzw. die entsprechende Querkraft also
zu hoch, gibt der zweite Aktuator die aus der nicht synchronen Bewegung resultierende
Bewegung des Ballastwagens relativ zum Kran bzw. zur Führung frei, sodass ein weiterer
Kraftanstieg und somit eine Beschädigung der Krankomponenten verhindert wird. Die
Freigabe der Relativbewegung kann beispielsweise über ein entsprechend eingestelltes
Druckbegrenzungsventil erfolgen, wie zuvor beschrieben.
[0041] Die nun freigegebene Relativbewegung wird von der Kransteuerung erkannt und entsprechende
Maßnahmen eingeleitet. Hierzu umfasst die Messeinrichtung vorzugsweise einen zweiten
Positionssensor, mittels welchem eine Positionsänderung des Ballastwagens relativ
zur Führung im zweiten Kraftbereich erfassbar ist. Bevorzugt wird hierbei eine Längen-
oder Winkeländerung des zweiten Aktuators (z.B. eine Ein- oder Ausschubbewegung eines
Hydraulikzylinders) direkt erfasst. Alternativ könnte auch die Änderung der relativen
Positionen von Ballastwagen und Führung an einer beliebigen anderen Stelle erfolgen.
Hierzu können beliebige Sensoren eingesetzt werden, beispielsweise optische Abstandssensoren,
magnetische Näherungssensoren bzw. Induktionssensoren usw.
[0042] Die Kransteuerung ist eingerichtet, eine Bewegung des Krans und/oder des Ballastwagens
in Reaktion auf eine durch den zweiten Positionssensor erfasste Positionsänderung
zu stoppen oder zu begrenzen. Anschließend kann manuell oder automatisch über die
Kransteuerung eine ausgleichende Bewegung der Schwerlasttransportvorrichtung vorgenommen
werden, sodass der zweite Aktuator wieder gesperrt und die Bewegung des Kran-Derrickballast-Verbunds
fortgesetzt werden kann.
[0043] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
zwischen Führung und Ballastplatte angeordnet ist und ein starr mit der Führung verbundenes
(beispielsweise verbolztes) Kopplungsteil umfasst. Die Verbindungsvorrichtung ist
vorzugsweise Teil der Führung, könnte in bestimmten Ausführungsformen aber auch als
Teil der Ballastplatte betrachtet werden.
[0044] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
ein bewegliches Element umfasst, welches mit der Ballastplatte verbunden ist. Das
bewegliche Element ist relativ zum Kopplungsteil in Längsrichtung der Führung beweglich
gelagert und ermöglicht somit (bei einer freigegebenen Bewegung) eine gewisse Bewegung
des Ballastwagens relativ zum Kran bzw. zur Führung. Bewegt sich der Ballastwagen
bzw. die Schwerlasttransportvorrichtung relativ zum Kran parallel zur Längsrichtung
der Führung, würde dies bei Freigabe des beweglichen Elements (wenn dieses also nicht
z.B. über einen Aktuator blockiert ist) in einer entsprechenden Bewegung des beweglichen
Elements relativ zum Kopplungsteil resultieren. Das bewegliche Element kann beispielsweise
über ein Rollenlager oder ein Gleitlager verschiebbar am oder im Kopplungsteil der
Verbindungsvorrichtung gelagert sein. Das Kopplungsteil kann entsprechende Führungselemente
oder Schienen zur Führung des beweglichen Elements umfassen.
[0045] Vorzugsweise ist das bewegliche Element unterhalb von Verbindungsmitteln angeordnet,
über die die Ballastabspannung mit der Führung verbunden ist. Die Verbindungsmittel
können dabei an der Führung selbst oder am Kopplungsteil angeordnet sein. Dadurch
ergibt sich der zuvor beschriebene Effekt, dass die Messeinrichtung, die eine der
Bewegung des beweglichen Elements entgegenstehende Steuerkraft erfasst, unterhalb
des genannten Kräftedreiecks angeordnet ist. Das bewegliche Element kann plattenförmig
ausgebildet sein.
[0046] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass mindestens ein erster
Aktuator einerseits mit dem beweglichen Element und andererseits mit der Führung gekoppelt
ist. Insbesondere ist der erste Aktuator mit dem Kopplungsteil verbunden. Der erste
Aktuator ist bevorzugt als Hydraulikzylinder ausgebildet und ausgelegt, bis zur definierten
Grenzkraft eine Relativbewegung zwischen beweglichem Element und Kopplungsteil zu
blockieren. Dagegen gibt der erste Aktuator eine Relativbewegung frei, falls die Längskraft
die definierte Grenzkraft übersteigt. Der Hydraulikzylinder ist insbesondere parallel
zur Längsachse der Führung ausgerichtet.
[0047] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
eine Drehvorrichtung umfasst, über welche die Ballastplatte um eine vertikale Achse
drehbar mit der Führung verbunden ist. Die Angabe "vertikal" bezieht sich auf den
Fall, das der Kran auf einem ebenen, horizontalen Untergrund steht und die Führung
insbesondere ebenfalls horizontal ausgerichtet ist. Die Drehvorrichtung umfasst ein
Drehlager, welches vorzugsweise am beweglichen Element angeordnet ist, insbesondere
an einer dem Ballastwagen zugewandten Unterseite des beweglichen Elements. Dadurch
ermöglicht die Kombination aus beweglichem Element und Drehlager sowohl eine Relativbewegung
zwischen Ballastwagen und Kran in Längsrichtung der Führung (also zum Kran hin oder
von diesem weg) als auch eine Drehung des Ballastwagens relativ zum Kran.
[0048] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Drehlager ein
mit der Verbindungsvorrichtung verbundenes erstes Lagerteil und ein mit der Ballastplatte
verbundenes zweites Lagerteil umfasst. Die genannten Verbindungen können jeweils direkt
oder indirekt sein. So kann das zweite Lagerteil direkt mit der Ballastplatte oder
aber z.B. mit einem Zwischenstück, welches wiederum mit der Ballastplatte verbunden
ist, verbunden sein. Das erste Lagerteil ist insbesondere mit dem beweglichen Element
verbunden.
[0049] Mindestens ein zweiter Aktuator ist einerseits mit dem beweglichen Element und andererseits
mit der Ballastplatte gekoppelt. Der zweite Aktuator kann mit dem ersten Lagerteil
und/oder mit dem zweiten Lagerteil gekoppelt sein, wobei er bevorzugt beide Lagerteile
miteinander koppelt und somit direkt die Drehung zwischen den beiden Lagerteilen überwacht
bzw. erfasst und ggf. blockiert. Der zweite Aktuator ist vorzugsweise als Hydraulikzylinder
ausgeführt, kann aber alternativ als Drehantrieb (z.B. als Hydraulikmotor) ausgebildet
sein. Der zweite Aktuator ist ausgelegt, bis zum definierten Grenzmoment eine relative
Drehung zwischen den Lagerteilen zu blockieren und bei einem größeren Steuermoment
eine Drehung freizugeben.
[0050] In einer alternativ möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
anstelle des beschriebenen beweglichen Elements mindestens zwei schwenkbar gelagerte
Schwingen umfasst, über die die Verbindungsvorrichtung beweglich mit der Ballastplatte
verbunden ist (direkt oder indirekt). Die Schwingen sind vorzugsweise direkt am Kopplungsteil
gelagert. Im einfachsten Fall können die Schwingen jeweils um horizontale Schwenkachsen
schwenkbar am Kopplungsteil und/oder am Ballastwagen (oder einem mit der Ballastplatte
verbundenen Zwischenstück) gelagert sein.
[0051] Anstelle eines verschiebbaren beweglichen Elements erlauben bei dieser Ausführungsform
die Schwingen eine Bewegung der Ballastplatte relativ zum Kopplungsteil in Längsrichtung
der Führung. Die Schwingen können direkt mit der Ballastplatte oder mit einem mit
der Ballastplatte verbundenen Zwischenstück verbunden sein, beispielsweise über Bolzverbindungen.
Die Schwingen sind vorzugsweise unterhalb von Verbindungsmitteln angeordnet, über
die die Ballastabspannung mit der Führung verbunden ist. Die Verbindungsmittel können
dabei an der Führung selbst oder am Kopplungsteil angeordnet sein. Dadurch ergibt
sich der zuvor beschriebene Effekt, dass die Messeinrichtung unterhalb des genannten
Kräftedreiecks angeordnet ist.
[0052] Die Schwingen können eine längliche Form aufweisen und identisch ausgebildet sein.
Es können mehrere unabhängig voneinander bewegliche Einzelschwingen vorgesehen. Alternativ
können einige der Schwingen miteinander verbunden sein (z.B. über gelenkig mit den
Schwingen verbundene Kopplungselemente) und eine gemeinsame Bewegung ausführen.
[0053] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass mindestens ein erster
Aktuator einerseits mit einer Schwinge oder einem mittels der Schwinge bewegbaren
Zwischenstück und andererseits mit der Führung, insbesondere mit dem Kopplungsteil,
gekoppelt ist. Dabei ist der erste Aktuator vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgebildet
und ausgelegt, bis zur definierten Grenzkraft eine Schwenkbewegung der Schwingen zu
blockieren. Der mindestens eine erste Aktuator hält bis zur definierten Grenzkraft
somit die Schwingen in einer festen Position und gibt eine Schwingung bzw. Relativbewegung
erst frei, wenn die Längskraft die definierte Grenzkraft übersteigt.
[0054] Prinzipiell kann jeder Schwinge ein erster Aktuator zugeordnet sein. Alternativ können
eine oder mehrere Schwingen selbst nicht mit einem ersten Aktuator gekoppelt sein.
Dadurch, dass der erste Aktuator im ersten Kraftbereich eine Schwinge blockiert, können
sich auch die übrigen Schwingen nicht bewegen und die Längsposition des Ballastwagens
relativ zum Kran ist damit fixiert.
[0055] Auch bei der Ausführungsform mit einer über Schwingen ermöglichten Beweglichkeit
in Längsrichtung der Führung besteht bevorzugt ein weiterer Bewegungsfreiheitsgrad
in Form einer Drehung des Ballastwagens relativ zum Kran bzw. zur Führung um eine
insbesondere vertikale Drehachse, um Momente um die z-Achse erfassen und eine relative
Drehbewegung im ersten Momentbereich blockieren zu können.
[0056] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist daher vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
eine Drehvorrichtung umfasst, über welche die Ballastplatte um eine vertikale Achse
drehbar mit der Führung verbunden ist, wobei die Drehvorrichtung am Kopplungsteil
oder an einem die Schwingen mit der Ballastplatte verbindenden Zwischenstück angeordnet
ist und ein Drehlager mit zwei gegeneinander drehbaren Lagerteilen umfasst. Wie in
Bezug auf die Ausführungsform mit dem beweglichen Element bereits ausgeführt, können
die Lagerteile über mindestens einen zweiten Aktuator direkt (d.h. der Aktuator ist
direkt mit den Lagerteilen verbunden) oder indirekt (d.h. der Aktuator ist an einem
Ende oder an beiden Enden nicht direkt mit dem jeweiligen Lagerteil, sondern mit einem
mit dem Lagerteil verbundenen Element wie z.B. dem Kopplungsteil oder einem mit der
Ballastplatte verbundenen Zwischenstück) verbunden sein, wobei der zweite Aktuator
ausgelegt ist, bis zum definierten Grenzmoment eine relative Drehung zwischen den
Lagerteilen zu blockieren. Die Drehvorrichtung befindet sich vorzugsweise zwischen
den Schwingen und der Ballastplatte, beispielsweise an einem über die Schwingen mit
dem Kopplungsteil der Verbindungsvorrichtung verbundenen Zwischenstück.
[0057] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Drehung nicht
über eine Drehvorrichtung, sondern über die Schwingen selbst ermöglicht wird. Hierzu
sind mindestens vier Schwingen vorhanden, welche insbesondere als Einzelschwingen
ausgeführt sind. Die Schwingen sind derart ausgebildet, dass sie eine Drehung der
Ballastplatte relativ zum Kopplungsteil zu erlauben. Dies kann beispielsweise dadurch
ermöglicht werden, dass die Schwingen am Kopplungsteil und/oder an der Ballastplatte
nicht über ein Lineargelenk (Beweglichkeit um eine Achse), sondern über ein Kugelgelenk,
ein Kardangelenk oder eine beliebige andere Gelenkvorrichtung, welche eine Schwenkbewegung
um mehr als eine Achse erlaubt, befestigt sind. Alternativ können die Schwingen zwischen
ihren Befestigungspunkten ein Zusatzgelenk aufweisen, das diese Beweglichkeit ermöglicht.
Mindestens ein zweiter Aktuator ist hierbei direkt mit mindestens einer Schwinge oder
mit einem die Schwingen mit der Ballastplatte verbindenden Zwischenstück gekoppelt.
[0058] In einer weiteren möglichen Ausführungsform sind mindestens zwei zweite Aktuatoren
vorgesehen, die jeweils einerseits mit dem Kopplungsteil und andererseits mit einer
der Schwingen oder mit einem die Schwingen mit der Ballastplatte verbindenden Zwischenstück
gekoppelt sind und gleichzeitig als erste Aktuatoren fungieren. Hierbei wird der Umstand
ausgenutzt, dass einige Schwingen bei einer Drehbewegung des Ballastwagens relativ
zur Führung in unterschiedliche Richtungen auslenken. Sind die unterschiedlich auslenkenden
Schwingen jeweils mit einem ersten Aktuator gekoppelt, werden diese Aktuatoren unterschiedlich
belastet (z.B. Druckanstieg bei einem als Hydraulikzylinder ausgeführten Aktuator
in einer ersten Drucckammer und bei einem anderen Aktuator in der anderen Druckkammer).
[0059] Die zweiten Aktuatoren sind folglich insbesondere so angeordnet, dass sie bei einer
Drehung der Ballastplatte relativ zum Kopplungsteil unterschiedlich belastet werden,
wobei die Kransteuerung eingerichtet ist, von der Messeinrichtung die unterschiedlichen
Belastungen (d.h. Steuermomente bzw. -kräfte) zu erhalten und die Schwerlasttransportvorrichtung
in Abhängigkeit des dadurch erfassten Belastungsunterschieds zu steuern und/oder zu
regeln.
[0060] In einer alternativ möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
nicht zwischen der Führung und der Ballastplatte, sondern zwischen der Ballastplatte
und der Schwerlasttransportvorrichtung angeordnet ist. In diesem Fall wird eine Relativbewegung
zwischen der Schwerlasttransportvorrichtung und der Ballastplatte überwacht und insbesondere
über erste und/oder zweite Aktuatoren blockiert oder ggf. freigegeben. Die Ballastabspannung
kann hierbei direkt mit der Ballastplatte verbunden sein.
[0061] Die Verbindungsvorrichtung umfasst mindestens ein Adapterelement, welches ein mit
der Ballastplatte verbundenes erstes Adapterteil sowie ein relativ zum ersten Adapterteil
in Längsrichtung der Führung bewegbares zweites Adapterteil, welches mit der Schwerlasttransportvorrichtung
verbunden ist, umfasst. Die überwachte und ggf. blockierte / freigegebene Relativbewegung
erfolgt hier also zwischen den beiden Adapterteilen des mindestens einen Adapterelements.
[0062] Mindestens ein erster Aktuator, welcher vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgebildet
ist, ist mit dem ersten und mit dem zweiten Adapterteil gekoppelt und ausgelegt, bis
zur definierten Grenzkraft eine Relativbewegung zwischen den Adapterteilen zu blockieren.
Das Adapterelement und der erste Aktuator sind dabei mit ihren Längsachsen insbesondere
parallel zur Längsachse der Führung ausgerichtet. Eines der Adapterteile kann ein
äußeres Adapterteil sein, in welchem das andere, innere Adapterteil verschiebbar gelagert
ist. Zwischen den Adapterteilen sind insbesondere entsprechende Lager eingebracht,
beispielsweise Gleit- oder Rolllager. Das äußere Adapterteil kann beispielsweise mit
der Schwerlasttransportvorrichtung verbunden sein, während das innere Adapterteil
mit der Ballastplatte verbunden ist. Die umgekehrte Anordnung ist ebenfalls denkbar.
[0063] Auch bei der Ausführungsform mit einer Beweglichkeit in Längsrichtung der Führung,
die durch zwischen Ballastplatte und Schwerlasttransportvorrichtung eingebaute Zwischenadapter
bzw. Adapterelemente ermöglicht wird, besteht bevorzugt ein weiterer Bewegungsfreiheitsgrad
in Form einer Drehung der Schwerlasttransportvorrichtung relativ zur Ballastplatte
und somit zum Kran um eine insbesondere vertikale Drehachse, um Momente um die z-Achse
erfassen und eine relative Drehbewegung im ersten Momentbereich blockieren zu können.
[0064] In einer weiteren möglichen Ausführungsform sind daher mindestens zwei Adapterelemente
vorgesehen, die quer zur Längsachse der Führung voneinander beabstandet sind und jeweils
mindestens einen ersten Aktuator umfassen. Die Adapterelemente sind derart ausgebildet,
dass die zweite Adapterteile nicht nur parallel zur Längsachse der Führung relativ
zu den ersten Adapterteilen verschiebbar sind, sondern dass sie auch seitlich dazu
verschwenkbar sind, insbesondere in einer Ebene, die die Längsachsen der Adapterelemente
beinhaltet (insbesondere ist dies eine Ebene parallel zur Ballastplatte bzw. zu einer
Transportplattform der Schwerlasttransportvorrichtung). Hierzu können zwischen den
ersten und zweiten Adapterteilen entsprechend ausgebildete Lager eingebaut sein, die
eine solche seitliche Relativbewegung der Adapterteile ermöglichen. Ferner müssen
die Adapterteile bzw. die Lager ein entsprechendes Spiel aufweisen, damit sich die
zweiten Adapterteile seitlich bewegen können. Die Lager können hierzu beispielsweise
ballig ausgeführt sein. Es können pro Adapterelement acht oder mehr Lagerstellen vorgesehen
sein, beispielsweise vier Lagerstellen in jedem Endbereich der Adapterelemente, jeweils
zwei unten und zwei oben.
[0065] Vorzugsweise fungieren die ersten Aktuatoren gleichzeitig als zweite Aktuatoren und
sind so angeordnet, dass sie bei einer Drehung der Schwerlasttransportvorrichtung
bzw. des Ballastwagens relativ zur Ballastplatte unterschiedlich belastet werden.
Die Kransteuerung ist hierbei eingerichtet, die Schwerlasttransportvorrichtung in
Abhängigkeit des erfassten Belastungsunterschieds zu steuern und/oder zu regeln. Das
Prinzip der unterschiedlich wirkenden Belastungen kann demjenigen entsprechen, das
zuvor in Bezug auf die Ausführungsform mit den Schwingen erläutert wurde.
[0066] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Führung ein
Kopfstück mit einem mit dem übrigen Gefüge der Führung starr verbundenen Kopplungsabschnitt
und einem mit der Ballastplatte verbundenen Schwenkteil umfasst. Das Kopfstück kann
direkt mit dem Oberwagen verbunden sein. Alternativ kann das Kopfstück mit einem Anlenkstück
der Führung verbunden sein, welches wiederum mit dem Oberwagen verbunden ist, insbesondere
schwenkbar mit dem Oberwagen verbunden. Alternativ können zwischen Kopfstück und Anlenkstück
ein oder mehrere Zwischenstücke der Führung verbaut sein.
[0067] Das Schwenkteil umfasst ein mit der Ballastplatte verbundenes erstes Schwenkelement
und ein mit dem Kopplungsabschnitt verbundenes zweites Schwenkelement. Der Kopplungsabschnitt
kann direkt am zweiten Schwenkelement ausgebildet sein oder ein mit diesem verbundenes
Bauteil darstellen. Die beiden Schwenkelemente sind dabei zueinander um eine parallel
zur Längsachse der Führung verlaufende Schwenkachse schwenkbar gelagert. Die Schwenkelemente
erlauben eine Drehung der Ballastplatte um die genannte Schwenkachse. Beispielsweise
kann das erste Schwenkelement drehbar im zweiten Schwenkelement gelagert sein, wobei
vorzugsweise entsprechende Lager (z.B. Gleit- oder Rollenlager) zwischen den Schwenkelementen
angeordnet sind. Die Schwenkelemente können rohrförmig ausgebildet sein. Die Ballastabspannung
ist vorzugsweise direkt mit der Ballastplatte über entsprechende Verbindungsmittel
verbunden.
[0068] In einer alternativ möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
zwischen der Führung und der Ballastplatte angeordnet ist. Anstelle einer in Längsrichtung
der Führung beweglichen Kopplung von Ballastwagen und Führung und einer entsprechenden
Erfassung und ggf. Blockade von Relativbewegungen durch erste und/oder zweite Aktuatoren
ist hierbei eine starre Verbindung zwischen Führung und Ballastwagen in Längsrichtung
der Führung vorgesehen. Hierzu umfasst die Verbindungsvorrichtung ein Kopplungsteil,
welches starr mit der Führung verbunden ist. Die Verbindung zwischen Kopplungsteil
und Führung bzw. Ballastplatte kann wiederum direkt oder indirekt (beispielsweise
über ein oder mehrere starr miteinander verbundene Zwischenstücke) bestehen. Die Messeinrichtung
umfasst mindestens einen Kraftmessbolzen, mittels welchem eine einer Relativbewegung
zwischen Ballastwagen und Führung in Längsrichtung der Führung entgegenwirkende Längskraft
erfassbar ist, wobei die Kransteuerung vorzugsweise eingerichtet ist, die Schwerlasttransportvorrichtung
in Abhängigkeit der erfassten Längskraft so zu steuern und/oder zu regeln, dass die
Längskraft minimiert wird. Die Längsachse des Kraftmessbolzens ist vorzugsweise senkrecht
zur Längsachse der Führung orientiert.
[0069] Bei dieser Ausführungsform ist es also nicht vorgesehen, dass bei einer Überschreitung
einer definierten Grenzkraft eine Relativbewegung in Längsrichtung der Führung freigegeben
wird. Stattdessen wird die Längskraft als Steuerkraft zum Steuern von Ausgleichsbewegungen
der Schwerlasttransportvorrichtung direkt über einen oder mehrere Kraftmessbolzen
erfasst, der / die Teil einer starren Bolzenverbindung der Verbindungsvorrichtung
ist / sind. Vorzugsweise ist der mindestens eine Kraftmessbolzen unterhalb von Verbindungsmitteln
angeordnet, über welche die Ballastabspannung mit der Führung verbunden ist.
[0070] Vorzugsweise umfasst die Verbindungsvorrichtung ein über den mindestens einen Kraftmessbolzen
mit dem Kopplungsteil verbundenes Zwischenstück, welches wiederum mit der Ballastplatte
verbunden ist. Das Zwischenstück kann einen kastenförmigen Aufbau aufweisen.
[0071] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Verbindungsvorrichtung
eine Drehvorrichtung mit zwei gegeneinander drehbaren Lagerteilen umfasst, über welche
die Ballastplatte um eine vertikale Achse drehbar mit dem Kopplungsteil verbunden
ist, wobei die Lagerteile vorzugsweise direkt oder indirekt über mindestens einen
zweiten Aktuator miteinander gekoppelt sind, welcher ausgelegt ist, bis zum definierten
Grenzmoment eine Drehung zwischen den Lagerteilen zu blockieren. Hierbei ist das Kopplungsteil
also nicht vollständig starr mit der Ballastplatte verbunden, sondern es besteht ein
Bewegungsfreiheitsgrad in Form einer Drehung des Ballastwagens relativ zum Kopplungsteil.
Die Drehverbindung, die Erfassung des Steuermoments und die entsprechende Steuerung
der Schwerlasttransportvorrichtung können wir bei den zuvor beschriebenen Ausführungsformen
ausgestaltet sein.
[0072] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Kopplungsteil
nicht nur starr mit der Führung, sondern auch starr mit der Ballastplatte (direkt
oder indirekt) verbunden ist, d.h. es sind keinerlei Bewegungsfreiheitsgrade zwischen
Führung und Ballastwagen über die Verbindungsvorrichtung vorgesehen. Um trotzdem ein
Steuermoment resultierend aus einer nicht synchronen Bewegung des Ballastwagens erfassen
und die Schwerlasttransportvorrichtung entsprechend steuern zu können, sind mindestens
zwei, vorzugsweise jedoch mindestens vier Kraftmessbolzen vorgesehen, welche so angeordnet
sind, dass sie bei einer Drehung der Ballastplatte relativ zur Führung unterschiedlich
belastet werden. Die Kransteuerung ist hierbei eingerichtet, die Schwerlasttransportvorrichtung
in Abhängigkeit des erfassten Belastungsunterschieds zu steuern und/oder zu regeln.
[0073] Vorzugsweise sind die Kransteuerung und/oder die Kraftmessbolzen eingerichtet, eine
Lage bzw. Richtung eines an der Verbindungsvorrichtung angreifenden Kraftvektors zu
ermitteln, wodurch die Kransteuerung feststellen kann, ob es sich um eine reine Längskraft,
oder um ein Drehmoment bzw. eine Überlagerung von einer Längskraft und einem Drehmoment
handelt.
[0074] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Kopplungsteil
Verbindungsmittel umfasst, über die die Ballastabspannung mit der Verbindungsvorrichtung
bzw. der Führung verbunden ist, wobei der mindestens eine Kraftmessbolzen Teil einer
unterhalb der genannten Verbindungsmittel befindlichen Bolzverbindung ist, vorzugsweise
einer Bolzverbindung des Kopplungsteils mit der Ballastplatte oder mit einem mit der
Ballastplatte verbundenen Zwischenstück. Dadurch liegen die Kraftmessbolzen außerhalb
des zuvor beschriebenen Kräftedreiecks und können entsprechend kleiner bzw. für die
Erfassung kleinerer Kräfte und Momente ausgelegt sein.
[0075] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kran mindestens
einen Abspannbock umfasst, wobei der Abspannbock erste Verbindungsmittel zum Verbinden
mit der Ballastabspannung und zweite Verbindungsmittel zum Verbinden mit der Ballastplatte
umfasst. Der Abspannbock kann somit bei Bedarf an der Ballastplatte montiert und die
Ballastabspannung mit dem mindestens einen Abspannbock verbunden werden. Die Verbindung
zwischen Abspannbock und Ballastabspannung kann gelenkig sein und eine Schwenkbewegung
um eine horizontale Achse erlauben. Die Ballastplatte ist ferner vom Ballastwagen
abbaubar, wobei die Abspannböcke und die Ballastplatte derart ausgebildet sind, dass
der Derrickballast bei montiertem Abspannbock und nach erfolgter Trennung vom Ballastwagen
als Schwebeballast eingesetzt werden kann. Vorzugsweise sind zwei Abspannböcke vorgesehen,
um den Schwebeballast stabil zu halten.
[0076] Dadurch lässt sich der Derrickballast in einen Schwebeballast umbauen. Hierzu werden
die Abspannböcke an der Ballastplatte montiert, die Ballastabspannung mit den Verbindungsmitteln
der Abspannböcke verbunden und die Ballastplatte vom Ballastwagen bzw. der Schwerlasttransportvorrichtung
getrennt, sodass die Ballastplatte mit den darauf gestapelten Ballastelementen abgehoben
werden kann. Die Montage der Abspannböcke kann bei auf dem Boden abgestellter Ballastplatte
erfolgen.
[0077] Der Schwebeballast kann mit oder ohne Führung eingesetzt werden. Bei Verwendung mit
angebauter Führung (diese ist also weiterhin mit der Ballastplatte verbunden, beispielsweise
durch eine der zuvor beschriebenen Verbindungsvorrichtungen), kann die Verbindung
zwischen Abspannböcken und Ballastabspannung und/oder die Verbindung zwischen Abspannböcken
und Führung gelenkig ausgebildet sein. Alternativ könnte der Schwebeballast ohne Führung
verwendet werden, wobei sich der Schwebeballast dann unterhalb des freien Endes des
Derrickauslegers befindet und die Ballastabspannung im Wesentlichen vertikal verläuft.
[0078] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Führung längenverstellbar
ausgebildet ist. Hierzu kann die Führung beispielsweise ein mit dem Oberwagen verbundenes
Anlenkstück und mindestens ein zwischen Anlenkstück und Verbindungsvorrichtung lösbar
einbaubares Zwischenstück umfassen. Die Länge der Führung kann dann über den Einbau
oder Ausbau einer entsprechenden Anzahl von Zwischenstücken eingestellt werden.
[0079] Alternativ oder zusätzlich kann die Führung ein Teleskopstück mit mindestens zwei
ineinander verschiebbar gelagerten Schüssen umfassen, die insbesondere mittels eines
Aktuators (beispielsweise eines Teleskopierzylinders) ein- und austeleskopiert werden
können, wodurch die Führung in ihrer Länge verändert wird. Das Teleskopstück kann
ein Anlenkstück der Führung ersetzen und direkt am Oberwagen montiert, insbesondere
schwenkbar angelenkt sein. Ebenfalls ist denkbar, dass das Teleskopstück ein Zwischenstück
darstellt und zwischen einem Anlenkstück und einem Kopfstück oder einer Verbindungsvorrichtung
eingebaut ist, wobei das Kopfstück oder die Verbindungsvorrichtung mit der Ballastplatte
verbunden ist. Ebenfalls ist es denkbar, dass das Teleskopstück ein Kopfstück oder
eine Verbindungsvorrichtung darstellt und mit der Ballastplatte verbunden ist. Das
genannte Kopfstück oder die genannte Verbindungsvorrichtung kann dabei an einem der
verschiebbaren Schüsse angeordnet sein. Auch ist vorstellbar, dass einer der Schüsse
ein Anlenkstück bildet, während ein dazu verschiebbarer Schuss ein Kopfstück oder
eine Verbindungsvorrichtung bildet, dass also das Teleskopstück selbst die gesamte
Führung darstellt. Bei den vorgenannten Beispielen kann die Verbindungsvorrichtung
entsprechend einem der zuvor beschriebenen Ausführungsbeispiele ausgebildet sein.
[0080] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Ballastplatte
auf dem Ballastwagen, insbesondere direkt auf der mindestens einen Schwerlasttransportvorrichtung,
aufgesetzt und über Verbindungselemente lösbar mit diesem verbunden ist. Die Ballastplatte
kann somit auf verschiedenen Schwerlasttransportvorrichtungen montiert werden und
ggf. sogar ohne Ballastwagen als Schwebeballast eingesetzt werden.
[0081] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Führung um eine
horizontale Achse schwenkbar am Oberwagen gelagert ist, insbesondere über ein Anlenkstück.
Dadurch lässt sich die Höhe des Derrickballasts verändern. Alternativ oder zusätzlich
kann die Abspannung des Krans so ausgebildet sein, dass der horizontale Abstand zwischen
dem Schwerpunkt des Derrickballasts und der Oberwagendrehachse (d.h. der Ballastradius)
größer ist als der horizontale Abstand zwischen der Spitze des Derrickauslegers und
der Oberwagendrehachse. Dadurch ergibt sich eine höhere maximale Traglast des Krans
bei gleicher Masse des Derrickballasts, aber auch eine stärkere Beanspruchung der
Führung, da sich die Kraft, die der Derrickballast ausübt, aufteilt in eine über die
Ballastabspannung übertragene Kraftkomponente und eine über die Führung übertragene
Kraftkomponente. Die Messeinrichtung ist daher bevorzugt außerhalb des durch diese
Kraftkomponenten und die über den Derrickausleger übertragene Kraft aufgespannten
Kräftedreiecks, insbesondere unterhalb dieses Kräftedreiecks, angeordnet.
[0082] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Steuerverbindung
zwei separate und insbesondere diversitäre Datenverbindungen zwischen der Kransteuerung
und der Antriebssteuerung der Schwerlasttransportvorrichtung umfasst. Hierbei kann
bevorzugt eine erste Datenverbindung einen Datenbus, beispielsweise einen CAN-Bus,
und/oder eine zweite Datenverbindung mindestens ein Sicherheitsschaltgerät mit einem
Sicherheitsrelaiskontakt umfassen. Es kann mindestens ein Sicherheitsschaltgerät an
der Schwerlasttransportvorrichtung und mindestens ein Sicherheitsschaltgerät am Kran
vorgesehen sein. Die zweite Datenverbindung kann selbst wiederum zwei getrennte Datenverbindungen
umfassen, der jeweils ein kranseitiges oder ein schwerlasttransportvorrichtungsseitiges
Sicherheitsschaltgerät zugeordnet ist.
[0083] Das Sicherheitsschaltgerät kann eingerichtet sein, dem jeweiligen Empfänger ein Signal
zu übermitteln, dass ein über die erste Datenverbindung übertragenes Signal (z.B.
ein Befehl) akzeptiert bzw. verifiziert werden kann. Der Empfänger kann die Antriebssteuerung
oder die Kransteuerung sein. Ein über die erste Datenverbindung gesendeter Befehl
wird daher nur ausgeführt, wenn eine entsprechende Datenkommunikation über die zweite
Datenverbindung stattfindet. Dadurch ergibt sich eine erhöhte Sicherheit bei der Kransteuerung.
[0084] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Steuerverbindung
zwei Nothalt-Signalketten mit einem am Kran angeordneten ersten Nothalt-Schalter und
einem an der Schwerlasttransportvorrichtung angeordneten zweiten Nothalt-Schalter
umfasst. Die Kransteuerung ist vorzugsweise eingerichtet, bei Betätigung eines der
beiden Nothalt-Schalter sämtliche Bewegungen des Krans und der Schwerlasttransportvorrichtung
zu stoppen. Vorzugsweise verfügt die Schwerlasttransportvorrichtung über eine eigene,
autarke Nothalt-Signalkette, die über das mindestens eine Sicherheitsschaltgerät mit
der Nothalt-Signalkette des Krans elektronisch gekoppelt ist.
[0085] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kran eine Steigungserfassungsvorrichtung
mit mindestens einem Sensor zur Erfassung einer Neigung des Derrickballasts, insbesondere
einer Neigung der Ballastplatte, umfasst. Die Kransteuerung ist vorzugsweise eingerichtet,
auf Grundlage der von der Steigungserfassungsvorrichtung bereitgestellten Daten die
Schwerlasttransportvorrichtung derart zu steuern und/oder zu regeln, dass eine aktuelle
Geländesteigung ausgeglichen wird. Dadurch kann beispielsweise ein Vorauseilen der
Schwerlasttransportvorrichtung gegenüber dem Kran bei einer negativen Geländesteigung
(d.h. Fahrt bergab) oder ein verlangsamtes Verfahren der Schwerlasttransportvorrichtung
gegenüber dem Kran bei einer positiven Geländesteigung (d.h. Fahrt bergauf) vermieden
werden. Insbesondere ist die Kransteuerung eingerichtet, einen Antriebsdruck des Antriebs
der Schwerlasttransportvorrichtung bei einer erkannten positiven Geländesteigung zu
erhöhen und bei einer erkannten negativen Geländesteigung zu verringern. Der Antrieb
kann ein hydraulischer Antrieb sein.
[0086] In einer weiteren möglichen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Kran mindestens
einen am Ballastwagen und/oder an der Ballastplatte angeordneten Aktuator umfasst,
mittels welchem die Ballastplatte und/oder der Ballastwagen relativ zum Boden anhebbar
oder verschwenkbar ist. Beispielsweise kann ein Bereich der Ballastplatte gegenüber
dem Ballastwagen angehoben werden, um eine Neigung der Ballastplatte zu verändern.
Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, die Neigung der Ballastplatte über
eine Veränderung der Achsen des Ballastwagens zu verändern. Dadurch kann beispielsweise
eine von der horizontalen Ausrichtung abweichende Neigung der Ballastplatte ausgeglichen
werden. Hierzu ist die Kransteuerung eingerichtet, auf Grundlage der von der Steigungserfassungsvorrichtung
bereitgestellten Daten den mindestens einen Aktuator derart zu steuern und/oder zu
regeln, dass die Ballastplatte in einer horizontalen Ausrichtung gehalten wird. Alternativ
kann die Schwerlasttransportvorrichtung an wenigstens einer Radachse einen Aktuator
zum Anheben einer Transportplattform gegenüber der Radachse aufweisen. Auch hierüber
ist eine Nivellierung der auf der Schwerlasttransportvorrichtung montierten Ballastplatte
möglich.
[0087] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgend
anhand der Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
- Figur 1:
- den erfindungsgemäßen Kran gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen
Ansicht;
- Figur 2:
- den Derrickballast des Krans in einer Seitenansicht;
- Figur 3:
- eine schematische Darstellung der auftretenden und übertragenen Kräfte;
- Figuren 4a-c:
- mögliche Fahrmodi des Kran-Derrickballast-Verbunds jeweils in einer Draufsicht;
- Figur 5:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung und Ballastplatte des Krans gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht;
- Figuren 6-7:
- die Verbindungsvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels in unterschiedlichen Ansichten;
- Figur 8:
- das bewegliche Element der Verbindungsvorrichtung des ersten Ausführungsbeispiels
in einer perspektivischen Ansicht;
- Figuren 9-10:
- Schnitte entlang der und quer zur Führungslängsachse durch die Verbindungsvorrichtung
des ersten Ausführungsbeispiels;
- Figur 11:
- eine vergrößerte Ansicht der Ballastplatte und deren Verbindung zur Schwerlasttransportvorrichtung
in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 12:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung, Ballastplatte und Ballastwagen gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 13:
- die Verbindungsvorrichtung des zweiten Ausführungsbeispiels in einer perspektivischen
Ansicht;
- Figur 14:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung, Ballastplatte und Ballastwagen gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht;
- Figuren 15-16:
- eine perspektivische Ansicht und eine Schnittansicht entlang der Längsachse eines
Adapterelements des dritten Ausführungsbeispiels;
- Figur 17:
- eine perspektivische Gesamtansicht des Krans gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel;
- Figur 18:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung, Ballastplatte und Ballastwagen gemäß einem
vierten Ausführungsbeispiel in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 19:
- eine perspektivische Gesamtansicht des Krans gemäß dem vierten Ausführungsbeispiel;
- Figur 20:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung, Ballastplatte und Ballastwagen gemäß einem
fünften Ausführungsbeispiel in einer Seitenansicht;
- Figur 21:
- die Führung mit Verbindungsvorrichtung, Ballastplatte und Ballastwagen gemäß einem
sechsten Ausführungsbeispiel in einer Seitenansicht, wobei der Derrickballast als
Schwebeballast verwendet wird; und
- Figuren 22-23:
- schematische Darstellungen der Steuersysteme und der Datenverbindungen des Krans und
der Schwerlasttransportvorrichtung.
[0088] In der Figur 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Krans 10
in einer perspektivischen Gesamtansicht dargestellt. Bei dem Kran 10 handelt es sich
um einen Raupenkran mit einem Gittermastausleger als Hauptausleger 16 (nachfolgend
nur als "Ausleger" bezeichnet), wobei in der Figur 1 nur das Anlenkstück des Auslegers
16 dargestellt ist, welches um eine horizontale Wippachse an den Oberwagen 14 angelenkt
ist. Der Kran 10 umfasst einen Unterwagen 12 mit Raupenfahrwerk. Der Unterwagen 12
stützt sich dabei über die beiden seitlichen Raupenträger 13 des Raupenfahrwerks auf
dem Boden ab. Über die beiden Raupenträger 13 ist der Kran 10 verfahrbar. Diese Verfahrbarkeit
ist in Geradeausfahrt möglich, welche vorwärts und rückwärts erfolgen kann. Ebenso
können die Raupenträger 13 ihre Raupenketten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
bewegen, so dass eine Kurvenfahrt des Krans 10 möglich ist.
[0089] Auf dem Unterwagen 12 ist ein Oberwagen 14 über ein Drehwerk um eine vertikale Drehachse
(hierin auch als Oberwagendrehachse bezeichnet) drehbar auf dem Unterwagen 12 gelagert.
Neben dem Ausleger 16 besitzt der Kran 10 einen Derrickausleger 18, welcher ebenfalls
um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar an den Oberwagen 14 angelenkt ist. Am
Oberwagenheck befindet sich ein Oberwagenballast 15 mit mehreren (in dem hier gezeigten
Ausführungsbeispiel auf zwei seitliche Ballaststapel aufgeteilten) aufeinandergestapelten
Ballastelementen. Der Derrickausleger 18 ist mit dem Ausleger 16 über eine nicht dargestellte,
längenveränderliche Wippverseilung verbunden. Der Derrickausleger 18 ist wiederum
mit dem Oberwagenheck über eine längenveränderliche Derrickabspannung 19 verbunden.
Die Verbindung mit dem Oberwagen 14 kann über einen zusätzlichen, schwenkbaren Abspannbock
11 (auch als A-Bock, oder SA-Bock bezeichnet) erfolgen (in der Fig. 1 ist die Seileinscherung
zwischen A-Bock 11 und Derrickabspannung 19 nicht dargestellt). An der Vorderseite
des Oberwagens 14 kann sich eine Fahrerkabine befinden.
[0090] Zusätzlich zum Oberwagenballast 15 besitzt der Kran 10 einen Derrickballast 40 mit
einem auf dem Boden verfahrbaren Ballastwagen 44, auf dem eine Ballastplatte 42 befestigt
ist, auf der wiederum mehrere Ballastelemente 41 aufgestapelt sind. Der Derrickballast
40 ist über eine Führung 20 mit dem Oberwagenheck und über eine längenveränderliche
Ballastabspannung 30 mit der Spitze bzw. dem freien Ende des Derrickauslegers 18 verbunden.
In dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst die Ballastabspannung 30 zwei parallele
Abspannstränge mit jeweils einem hydraulischen Zugzylinder 32, durch deren Ein- und
Ausfahren die Länge der Abspannstränge der Ballastabspannung 30 verändert und dadurch
das durch den Derrickballast 40 wirkende Gewicht eingestellt werden kann.
[0091] Bezüglich der Funktionen der Wippverseilung, Derrickabspannung 19 und Ballastabspannung
30 sowie des Derrickballasts 40 wird auf die einleitenden Ausführungen verwiesen,
welche auch für den Kran 10 gemäß dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel gelten. Auf
eine wiederholende Erläuterung wird daher weitgehend verzichtet. Zusätzlich wird der
Derrickausleger 18 in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel gegen die Kraft der Derrickabspannung
30 über eine Rückfallsicherung in seiner Position gehalten, welche zwei hydraulische
Rückfallstützen 17 umfassen kann, die der Bewegung des Derrickauslegers 18 folgen
und eine entsprechende Stützkraft auf den Derrickausleger 18 ausüben. Auch der Ausleger
16 kann über eine entsprechende Rückfallsicherung (siehe Fig. 17) verfügen.
[0092] Der Ballastwagen 44 des Derrickballasts 40 umfasst eine serienmäßige und an sich
aus dem Stand der Technik bekannte Schwerlasttransportvorrichtung 50 (nachfolgend
als SPMT bezeichnet), welche bei vielen Kranbetreibern und Anwendern für unterschiedliche
Zwecke bereits vorhanden sind und einen eigenen Antrieb mit eigener Antriebssteuerung
aufweisen. Der Ballastwagen 44 kann hierbei einen einzelnen SPMT 50 oder mehrere zusammengekoppelte
(oder über die Ballastplatte 42 verbundene) SPMT 50 umfassen - die Anzahl ist vorliegend
nicht von Bedeutung. Die Ballastplatte 42 ist insbesondere auf einer Transportoberfläche
bzw. Plattform des SPMT 50 abgelegt.
[0093] Da die Antriebssteuerung des SPMT 50 nicht für den sicherheitsrelevanten Kranbetrieb
ausgelegt ist und außerdem die Gefahr besteht, dass durch den sehr starken Antrieb
des SPMT 50 zu hohe Kräfte, insbesondere Seitenkräfte, auf die Führung 20 und den
Derrickausleger 18 ausgeübt werden, sieht die erfindungsgemäße Lösung vor, die Steuerungssysteme
von Kran 10 und SPMT 50 miteinander zu verbinden, sodass der SPMT 50 über die Kransteuerung
90 gesteuert werden kann. Darüber hinaus umfasst der Kran 10 eine Verbindungsvorrichtung
60, welche entweder Teil der Führung 20 oder eine eigenständige Vorrichtung ist und
eine Messeinrichtung umfasst, mittels welcher Kräfte erfassbar sind, die aus einer
nicht synchronen Bewegung von Kran 10 und Ballastwagen 44 resultieren. Diese erfassten
Steuerkräfte Fs werden an die Kransteuerung 90 übermittelt und von dieser zur Steuerung
des SPMT 50 herangezogen, sodass nicht synchrone bzw. auseinanderlaufende Bewegungen
ausgeglichen werden und ein möglichst synchroner Fahrbetrieb gewährleistet ist.
[0094] Eine nicht synchrone Bewegung von Ballastwagen 44 und Kran 10 kann aus verschiedenen
Gründen bzw. in unterschiedlichen Situationen erfolgen. In den Figuren 4a-4c sind
drei mögliche Bewegungsmodi des erfindungsgemäßen Krans 10 in einer Draufsicht dargestellt,
wobei der Pfeil 100 die Fahrtrichtung des Krans 10 und der Pfeil 200 die Fahrtrichtung
des Ballastwagens 44 bzw. des SPMT 50 anzeigt.
[0095] Die Figur 4a zeigt eine Schleppfahrt des Kransystems, bei der Kran 10 (bzw. Unterwagen
12) und Ballastwagen 44 hintereinander in dieselbe Richtung (d.h. geradeaus oder rückwärts)
parallel zur Längsachse der Führung 20 fahren. Stößt nun beispielsweise der Ballastwagen
44 an einer Seite auf ein Hindernis, können unerlaubt hohe Kräfte bzw. Momente entstehen,
die zu einer Beschädigung der Krankomponenten, insbesondere der Führung 20, führen
können. Hierbei kann es zu einer Entstehung von Drehmomenten um die z-Achse und/oder
die y-Achse kommen (vgl. Fig. 3).
[0096] Die Figur 4b zeigt eine Parallelfahrt des Kransystems, bei der Kran 10 (bzw. Unterwagen
12) und Ballastwagen 44 versetzt zueinander in dieselbe Richtung (d.h. geradeaus oder
rückwärts) quer zur Längsachse der Führung 20 fahren. Ist die Führung 20 über eine
Drehvorrichtung mit dem Ballastwagen 44 verbunden, so kann eine Parallelfahrt auch
in einem Winkel von weniger als 90° zur Längsachse der Führung 20 erfolgen. Stößt
der Ballastwagen 44 hier auf ein Hindernis, wirken Kräfte quer zur Längsachse der
Führung 20, sodass es zur Entstehung von Momenten um die z-Achse und um die y-Achse
kommen kann (vgl. Fig. 3).
[0097] Die Figur 4c zeigt schließlich eine Drehung des Oberwagens 14 um dessen Oberwagendrehachse
(auch als Kreisfahrt bezeichnet). Hierbei kann der Unterwagen 12 stillstehen und der
Ballastwagen 44 verfährt um die Oberwagendrehachse als Drehbzw. Lenkzentrum mit einer
Geschwindigkeit, die an die Drehgeschwindigkeit des Oberwagens 14 angepasst ist. Abgesehen
von der Möglichkeit, dass der Ballastwagen 44 auf ein Hindernis stößt, kann es hier
vorkommen, dass das Drehzentrum des Ballastwagens 44 nicht mit der Oberwagendrehachse
zusammenfällt oder dass der Ballastwagen zu schnell oder zu langsam fährt. Auch hier
kann es zur Entstehung von Momenten um die z-Achse und um die y-Achse kommen (vgl.
Fig. 3).
[0098] Ebenfalls kann es bei einer beliebigen Bewegung zur Entstehung hoher Kräfte bzw.
Momente kommen, wenn der Ballastwagen 44 aufgrund der hohen Masse des Derrickballasts
40 in den Boden einsinkt (z.B. Normalkräfte der Führung 20 steigen bis zur maximalen
Vortriebskraft des Krans 10) oder wenn der Ballastwagen 44 schneller oder langsamer
fährt als der Kran 10 (Geradeausfahrt: Ballastwagen 44 fährt schneller / langsamer
als der Unterwagen 12; Drehung / Kreisfahrt: der Ballastwagen 44 fährt schneller /
langsamer um das Drehzentrum der SPMT 50 als sich der Oberwagen 14 um die Oberwagendrehachse
dreht oder sich der Unterwagen 12 bei einer Kurvenfahrt um dessen Drehzentrum bewegt).
Bei einer Schleppfahrt kann es dabei insbesondere zu einer Entstehung von Momenten
um die y-Achse kommen, während bei einer Drehung / Kreisfahrt oder Parallelfahrt sowie
generell beim Auftreffen auf exzentrisch einwirkende Hindernisse auch Momente um die
z-Achse entstehen können. Bei einer unterschiedlichen Geländeneigung oder einem Einsinken
des Ballastwagens 44 kommen Momente um die x-Achse hinzu. Häufig wird eine Kombination
vom Momenten um alle drei Achsen vorliegen, wobei je nach Bewegungsart und Grund für
die nicht synchrone Bewegung bestimmte Momente dominieren.
[0099] Die Figur 2 zeigt den Derrickballast 40 in einer Seitenansicht, wobei die im Betrieb
auftretenden und in das Kransystem eingeleiteten Kräfte als schwarze Pfeile eingezeichnet
sind (die Längen und Richtungen der Pfeile sind lediglich schematisch und dienen nur
der Veranschaulichung). Der Ballastwagen 44 und somit der SPMT 50 ist über das Dreieck,
welches gebildet ist aus den Schenkeln Führung 20, Ballastabspannung 30 und Derrickausleger
18, mit dem Kransystem verbunden. Dieses Dreieck ist schematisch in der Figur 3 dargestellt,
zusammen mit den jeweiligen Kräften.
[0100] In der Führung 20 entsteht eine Druckkraft abhängig von der "aktivierten" Masse bzw.
Gewichtskraft F
B aus dem Derrickballast 40. Diese "Aktivierung" erfolgt über die Zugzylinder 32 und
die Ballastabspannung 30. Durch das Einfahren der Zugzylinder 32 verkürzt sich der
Schenkel mit der Ballastabspannung 30, sodass die Masse des Derrickballasts 40 bedarfsgemäß
genutzt bzw. die in das Kransystem eingeleitete Kraft Fs eingestellt werden kann.
Diese "Aktivierung" bewirkt ein Moment, welches den Kran 10 gegen ein Umkippen absichert,
sowie eine Kraft, die das Auslegersystem 14, 16 im Gleichgewicht hält. Diese in das
Kransystem eingeleiteten Kräfte sind folglich in der Regel sehr groß, sodass es nicht
ohne Weiteres möglich ist, in diesem hochbelasteten Bereich (d.h. in der Führung 20
oder in der Ballastabspannung 30) eine Sensorik für eine Erfassung von aus nicht synchronen
Bewegungen resultierenden Kräften und eine sichere Steuerung des SPMT 50 einzubauen.
[0101] Die Führung 20 ist am Oberwagen 14 schwenkbar gelagert. Der Derrickausleger 18 bleibt
bei der Betätigung der Zugzylinder 32 vorzugsweise unbewegt. Somit ergibt sich eine
minimale Bewegung an der Verbindung zwischen Kransystem und Derrickballast 40 in vertikaler
Richtung. Solange die Masse des Derrickballasts 40 groß genug ist, bleibt diese Bewegung
unmerklich und es vergrößert sich im Wesentlichen nur die aus der Masse des Derrickballasts
40 resultierende und über die Einstellung der Zugzylinder 32 "aktivierte" Kraft F
B. An den Verbindungsmitteln 34 der Ballastabspannung 30, welche letztere mit der Führung
20 verbinden, teilt sich diese Kraft F
B in eine über die Ballastabspannung 30 in das Kransystem eingeleitete Kraft F
A und eine über die Führung 20 in das Kransystem eingeleitete Kraft F
F auf. Diese Kräfte sind sehr groß und bilden zusammen mit den über den Derrickausleger
18 übertragenen Kräften ein Kräftedreieck entlang der in der Figur 3 eingezeichneten
Schenkel.
[0102] Als Steuerkraft für die Steuerung des SPMT 50 soll daher eine Kraft Fs Verwendung
finden, die außerhalb dieses Dreiecks liegt. Die Messeinrichtung zur Erfassung dieser
Kraft befinden sich daher außerhalb dieses Kräftedreiecks, insbesondere unterhalb
des Kräftedreiecks bzw. unterhalb der Verbindungsmittel 34. In diesem Bereich werden
die Steuerkräfte Fs nicht durch die anderen Kräfte F
A und F
F überlagert, sodass die Messeinrichtung für kleinere Kräfte ausgelegt werden kann.
[0103] Die rein vertikale Kraft F
B wird von der Verbindung zwischen der Führung 20 und dem SPMT 50 übertragen, wobei
erfindungsgemäß eine Verbindungsvorrichtung 60 Teil dieser Verbindung ist und die
genannte Messeinrichtung umfasst, die mit der Kransteuerung 90 verbunden ist und Daten
mit dieser austauscht. Die Verbindungsvorrichtung 60 kann je nach Ausführungsform
zwischen Führung 20 und Ballastplatte 42 oder zwischen Ballastplatte 42 und Ballastwagen
44 bzw. SPMT 50 eingebaut sein. Ergibt sich ein ungleicher Lauf zwischen den Radsätzen
des SPMT 50 und den Raupenträgern 13 des Krans 10, bleibt die Kraft Fs weiterhin vertikal
aber es resultiert eine Steuerkraft Fs quer oder in einem bestimmten Winkel zur Kraft
F
B. Die Verbindung zwischen Ballastwagen 44 und der Führung 20 ist insbesondere im Winkel
90° biegesteif, wobei die Steuerkraft Fs ein Moment um die biegesteife Verbindung
erzeugt.
[0104] Dabei erfolgt die Steuerung des Kransystems bzw. des SPMT 50 abhängig von der oder
den erfassten Steuerkräften Fs in zwei unterschiedlichen Kraftbereichen (im Folgenden
werden mit den Begriffen Kraft bzw. Kraftbereich auch die aus nicht synchroner Bewegung
resultierenden Drehmomente bezeichnet). In einem ersten Kraftbereich, in dem die Steuerkraft
Fs noch relativ klein ist, wird die Steuerkraft Fs als Steuer- und/oder Regelgröße
für die Bewegung des SPMT 50 herangezogen. Die Kransteuerung 90 erhält von der Messeinrichtung
die erfasste Steuerkraft Fs und ermittelt, welche Bewegung sie einleiten muss, damit
die Steuerkraft Fs wieder kleiner wird. Aufgrund der in diesem ersten Kraftbereich
vergleichsweise geringen Steuerkräfte Fs ist in der Regel kein Stoppen der Kranbewegung
notwendig, sondern es erfolgt von der Kransteuerung insbesondere selbstständig eine
kontinuierliche Bewegung, wie sie der Kranfahrer wünscht. Die Kransteuerung passt
lediglich die Bewegung des SPMT 50 an, damit die Steuerkraft Fs minimiert wird, insbesondere
durch ein Beschleunigen oder Abbremsen des SPMT 50 bzw. eine Anpassung der Geschwindigkeit
und/oder eine Anpassung des Lenkwinkels.
[0105] In einem zweiten Kraftbereich wird die auftretende Steuerkraft Fs gezielt begrenzt,
um Schäden zu vermeiden. Der zweite Kraftbereich liegt oberhalb einer definierten
Grenzkraft, wobei für die unterschiedlich auftretenden Kräfte und Momente unterschiedliche
Grenzkräfte bzw. Grenzmomente definiert sein können, z.B. eine definierte Grenzkraft
für eine Steuerkraft Fs in Längsrichtung der Führung (Längskraft) und eine andere
definierte Grenzkraft bzw. ein definiertes Grenzmoment für ein auftretendes Steuermoment
um die z-Achse (Querkraft).
[0106] Beim Überschreiten der Grenzkraft, d.h. im zweiten Kraftbereich, soll die Kraft Fs
gleichbleibend sein und sich eine detektierbare Bewegung zwischen Ballastwagen 44
und Führung 20 ergeben, die von der Messeinrichtung erfasst werden kann. Während der
Ausführung dieser Bewegung greift die Kransteuerung 90 vorzugsweise ein und stoppt
die Bewegung des Kransystems, d.h. des Unterwagens 12, des Oberwagens 14 und des SPMT
50. Somit bleibt ein sicherer Zustand des Kransystems gewährleistet. Anschließend
kann der Ballastwagen 44 wieder in einen "sicheren Bereich" bewegt und die Kranbewegung
fortgesetzt werden. Die Korrektur bzw. die Bewegung des SPMT 50 zurück in den sicheren
Bereich kann durch einen Kranfahrer, einen Einweiser oder vollautomatisch durch die
Kransteuerung 90 durchführbar sein.
[0107] Im Folgenden werden anhand der Figuren 5-21 mehrere Ausführungsbeispiele des Krans
10, insbesondere im Hinblick auf die Realisierung der Verbindungsvorrichtung 60 und
der Erfassung der Steuerkräfte Fs, diskutiert.
[0108] Ein erstes Ausführungsbeispiel ist in den Figuren 5-10 dargestellt. Die Figur 5 zeigt
dabei eine perspektivische Ansicht der Führung 20, der Verbindungsvorrichtung 60 und
der Ballastplatte 42, welche miteinander verbunden sind. Die Ballastelemente 41 und
der Ballastwagen 44 mit dem SPMT 50 sind nicht abgebildet.
[0109] Die Führung umfasst ein um eine horizontale Schwenkachse schwenkbar an das Oberwagenheck
angelenktes Anlenkstück 21 und ein über Bolzverbindungen (insbesondere Gabel-Finger-Verbindungen)
mit dem Anlenkstück 21 verbundenes Zwischenstück 22, welche eine Gitterkonstruktion
mit mehreren Längs-, Quer- und Diagonalstreben umfassen können. Die Verbindungsvorrichtung
60 ist mit dem Zwischenstück 22 verbolzt und mit der Ballastplatte 42 verbunden und
bildet in diesem Ausführungsbeispiel einen Teil der Führung 20. Die Verbindungsvorrichtung
60 umfasst ein starr mit dem Zwischenstück 22 verbundenes Kopplungsteil 23 und ein
in Längsrichtung der Führung 20 verschiebbar am bzw. im Kopplungsteil 23 gelagertes
bewegliches Element 62, welches in den Figuren 6 und 7 besser zu erkennen ist. Die
Figur 6 zeigt die Verbindungsvorrichtung 60 mit Blick auf die Oberseite 34, während
die Figur 7 den Blick auf die Unterseite der Verbindungsvorrichtung 60 zeigt.
[0110] Das bewegliche Element 62 ist in diesem Ausführungsbeispiel als plattenförmiges Element
ausgebildet, welches in Führungsschienen verschiebbar gelagert ist, die sich am Kopplungsteil
23 in Längsrichtung der Führung 20 erstrecken. Die Beweglichkeit des beweglichen Elements
62 wird über Lager 64 sichergestellt, bei denen es sich beispielsweise um Gleit- oder
Rollenlager handeln kann. Die Figur 9 zeigt einen Querschnitt durch die Verbindungsvorrichtung
60 quer zur Längsachse der Führung 20, aus dem die Lage und Form der Führungsschienen,
der Lager 64 und des beweglichen Elements 62 hervorgehen. Ein Schnitt entlang der
Längsachse der Führung 20 ist in der Figur 10 gezeigt.
[0111] An der Unterseite des beweglichen Elements 62, die der Ballastplatte 42 zugewandt
ist, befindet sich eine Drehvorrichtung, welche eine Drehung der Ballastplatte 42
relativ zur Führung 20 um eine Achse senkrecht zur Ausdehnungsrichtung der Ballastplatte
42 (d.h. bei einer horizontal ausgerichteten Führung 20 um eine vertikale Achse bzw.
um die z-Achse) erlaubt. Die Drehvorrichtung umfasst ein Drehlager 66 mit einem ersten
Lagerteil 67, welches mit dem beweglichen Element 62 verbunden ist, und einem drehbar
mit dem ersten Lagerteil 67 verbundenen zweiten Lagerteil 68, welches ein Zwischenstück
bildet, das direkt mit der Ballastplatte 42 verbolzt ist. Alternativ könnten weitere
Zwischenstücke zwischen dem zweiten Lagerteil 68 und der Ballastplatte 42 vorgesehen
sein. Das bewegliche Element 62 mit dem ersten Lagerteil 67 ist in der Figur 8 mit
Blick auf dessen Unterseite isoliert dargestellt.
[0112] Die Verbindungsvorrichtung 60 besitzt also zwei Bewegungsfreiheitsgrade und erlaubt
eine relative Translationsbewegung der Ballastplatte 42 bzw. des daran befestigten
Ballastwagens 44 parallel zur Längsachse der Führung 20 (d.h. zum Oberwagen 14 hin
oder von diesem weg) sowie eine Drehung der Ballastplatte 42 bzw. des Ballastwagens
44 relativ zur Führung 20.
[0113] Wie in den Figuren 5 und 6 zu erkennen ist, sind die als Anbolzpunkte ausgebildeten
Verbindungsmittel 34 für die Ballastabspannung 30 am Kopplungsstück 23 angeordnet
und befinden sich an dessen Oberseite. Somit befinden sich das bewegliche Element
62 und das Drehlager 66 unterhalb der Verbindungsm ittel 34 und insbesondere unterhalb
der Strukturen der Führung 20, die die aus dem Derrickballast 40 resultierenden hohen
Kräfte F
F übertragen. Die Resultierende aus Stangenkraft und gezogenem Ballastgewicht geht
insbesondere direkt von den Verbindungsmitteln 34 in die Eckstielrohre der Führung
20.
[0114] Bewegen sich Kran 10 und Ballastwagen 44 nicht synchron (z.B. aus einem der in Bezug
auf die Figuren 4a-4c dargelegten Gründe), so entsteht eine Relativbewegung zwischen
Ballastplatte 42 und Führung 20. Dies kann eine Verschiebung des beweglichen Elements
62 relativ zum Kopplungsteil 23 und/oder eine Drehung des zweiten Lagerteils 68 relativ
zum ersten Lagerteil 67 bedeuten. Derartige Relativbewegungen sollen im ersten Kraftbereich
vermieden bzw. durch entsprechende Gegensteuerung des SPMT 50 minimiert werden.
[0115] Hierzu umfasst die Verbindungsvorrichtung 60 einen ersten Aktuator 1, welcher in
dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel als Hydraulikzylinder 1 ausgebildet ist, der
einerseits mit dem Kopplungsteil 23 und andererseits mit dem beweglichen Element 62
verbunden ist und sich parallel zur Längsrichtung der Führung 20 (d.h. des Bewegungsfreiheitsgrads
des beweglichen Elements 62) erstreckt (vgl. Fig. 6-7). Wie in der Figur 10 zu erkennen
ist, kann es sich dabei um einen doppeltwirkenden Hydraulikzylinder handeln. Im ersten
Kraftbereich blockiert der erste Aktuator 1 eine Bewegung des beweglichen Elements
62 relativ zum Kopplungsteil 23. Dies kann beispielsweise durch ein mit dem ersten
Aktuator 1 hydraulisch verbundenes Druckbegrenzungsventil erreicht werden (nicht dargestellt),
welches bis zu einem definierten Grenzdruck geschlossen bleibt und eine Verschiebung
der Kolbenstange blockiert. Dadurch wird das bewegliche Element 62 im ersten Kraftbereich
in einer Mittelstellung gehalten (vgl. Fig. 10).
[0116] Über einen Sensor der Messeinrichtung, insbesondere einen Drucksensor, wird die in
Längsrichtung der Führung 20 wirkende Steuerkraft Fs bzw. Längskraft erfasst, die
aufgrund einer nicht synchronen Bewegung von Kran 10 und Ballastwagen 44 auf den ersten
Aktuator 1 wirkt. Ist die Längskraft kleiner als die definierte Grenzkraft (die z.B.
aus dem eingestellten Grenzdruck des genannten Druckbegrenzungsventils resultiert),
wird die Bewegung des beweglichen Elements 62 blockiert und die erfasste Längskraft
von der Kransteuerung 90 herangezogen, um den SPMT 50 so zu steuern, dass die abweichende
Bewegung ausgeglichen wird und sich die Längskraft verringert. Dadurch kann eine Abschaltung
des Krans 10 vermieden werden.
[0117] Ein um die z-Achse auftretendes Moment, das aus einer nicht synchronen Bewegung resultiert
(= Steuermoment), wird über zweite Aktuatoren 2 erkannt. In dem hier diskutierten
Ausführungsbeispiel sind zwei zweite Aktuatoren 2 vorgesehen, die ebenfalls als Hydraulikzylinder
ausgeführt sind. Alternativ könnte die Druck- und Drehwegüberwachung auch mit einem
oder mehreren Drehantrieben realisiert werden. Die zweiten Aktuatoren 2 sind gelenkig
sowohl mit dem ersten Lagerteil 67 als auch mit dem zweiten Lagerteil 68 gekoppelt
(vgl. Fig. 7 und 8), d.h. sie sind zwischen Ballastplatte 42 und Kopplungsteil 23
gekoppelt, sodass die Momente um die Drehachse des Drehlagers 66 auf die zweiten Aktuatoren
2 wirken. Wie beim ersten Aktuator 1 blockieren die zweiten Aktuatoren 2 bis zu einer
definierten Grenzkraft bzw. einem definierten Grenzmoment eine Drehbewegung des zweiten
Lagerteils 68 relativ zum ersten Lagerteil 67. Auch hier kann das Grenzmoment durch
mindestens ein Druckbegrenzungsventil definiert sein. Entsprechende Sensoren (insbesondere
Drucksensoren) erfassen die aufgrund des Steuermoments auf die zweiten Aktuatoren
2 wirkenden Kräfte, d.h. die entsprechenden Querkräfte, und die Kransteuerung 90 steuert
auf dieser Basis den SPMT 50 derart, dass das Steuermoment aufgrund einer entsprechenden
Ausgleichsbewegung minimiert wird.
[0118] Durch die blockierten ersten und zweiten Aktuatoren 1, 2 wird der Ballastwagen 44
im ersten Kraftbereich "in die Spur" gezwängt. Dadurch, dass die ersten und zweiten
Aktuatoren 1, 2 unterhalb des in der Figur 3 gezeigten Kräftedreiecks liegen, können
sie deutlich kleiner ausgeführt werden und die gemessenen Steuerkräfte Fs werden nicht
durch die hohen Kräfte F
A und F
F überlagert.
[0119] Damit es zu keinen Beschädigungen kommt, öffnen die ersten und zweiten Aktuatoren
1, 2 bei einem Überschreiten der jeweiligen Grenzkraft bzw. des jeweiligen Grenzmoments,
sodass eine entsprechende Relativbewegung zwischen Ballastwagen 44 und Führung 20
freigegeben wird. Dabei bewegen sich die betreffenden Aktuatoren 1, 2 um eine bestimmte
Strecke. Übersteigt beispielsweise die Längskraft die definierte Grenzkraft des ersten
Aktuators 1, so gibt dieser eine Bewegung des beweglichen Elements 62 relativ zum
Kopplungsteil 23 frei und bei der darauffolgenden Bewegung bewegt sich die Kolbenstange
relativ zum Zylindergehäuse des ersten Aktuators 1. Dasselbe gilt für die zweiten
Aktuatoren 2. Diese Positionsänderungen der Aktuatoren 1, 2 werden von entsprechenden
Positions- bzw. Lagesensoren der Messeinrichtung erkannt und an die Kransteuerung
90 weitergegeben. Die Kransteuerung 90 stoppt daraufhin sämtliche Bewegungen des Krans
10 und des SPMT 50. Alternativ zu einer Erkennung einer Bewegung der Aktuatoren 1,
2 könnten die betreffenden Relativbewegungen auch anderweitig erfasst werden, z.B.
durch Positions- oder Näherungssensoren, die am beweglichen Element 62, am Kopplungsteil
23, am ersten Lagerteil 67 und/oder am zweiten Lagerteil 68 angeordnet sind.
[0120] Zusammengefasst werden die durch die Verbindungsvorrichtung 60 bereitgestellten Bewegungsfreiheitsgrade
also erst dann freigegeben, wenn die betreffenden Kräfte bzw. Momente zu groß werden.
Dann "rutschen" die jeweiligen Aktuatoren 1, 2 durch und die erkannte Bewegung führt
dazu, dass die Kransteuerung 90 die Bewegung des Kran-Derrickballast-Verbunds stoppt,
sodass eine Korrektur erfolgen kann.
[0121] Die Ballastplatte 42 ist insbesondere über Verbindungselemente 52 mit der SPMT 50
verbunden. Ein mögliches Beispiel für eine solche lösbare Verbindung ist in der Figur
11 dargestellt. Dabei kann die Ballastplatte 42 durch Lösen der durch die Verbindungselemente
52 bereitgestellten Verbindungen vom Ballastwagen 44 bzw. vom SPMT 50 abgebaut werden.
[0122] Ein zweites Ausführungsbeispiel ist in den Figuren 12 und 13 dargestellt. Hierbei
umfasst die Verbindungsvorrichtung 60 kein beweglich gelagertes Element 62 und kein
Drehlager 66, sondern ein Kopplungsteil 23 mit vier Schwingen 70, die jeweils um eine
senkrecht zur Längsachse der Führung 20 (und bei ebenem Untergrund horizontal) verlaufende
Schwenkachse schwenkbar am Kopplungsteil 23 gelagert sind. Die unabhängig voneinander
beweglichen Schwingen 70 können, so wie in der Fig. 12 gezeigt, seitlich am Kopplungsstück
23 befestigt sein, wobei auch andere Anordnungen in Frage kommen, z.B. an der Unterseite
des Kopplungsteils 23.
[0123] Bei dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Schwingen 70 mit ihren unteren
Enden direkt mit der Ballastplatte 42 gelenkig verbunden. Alternativ könnten die Schwingen
70 an einem Zwischenstück gelenkig befestigt und das Zwischenstück wiederum mit der
Ballastplatte 42 verbunden sein.
[0124] Aufgrund der Beweglichkeit der Schwingen 70 kann sich die Ballastplatte 42 relativ
zum Kopplungsteil 23 in Längsrichtung der Führung 20 bewegen, ähnlich zum beweglichen
Element 62 des ersten Ausführungsbeispiels. Bei der hier gezeigten Ausführungsvariante
sind zwei Schwingen 70 auf gegenüberliegenden Seiten des Kopplungsteils 23 über jeweils
einen Hydraulikzylinder mit dem Kopplungsteil 23 gekoppelt (vgl. Fig. 13). Diese Hydraulikzylinder
fungieren einerseits als erste Aktuatoren 1, da sie bei einer nicht synchronen Bewegung
die in Längsrichtung der Führung 20 wirkende Steuerkraft Fs bzw. Längskraft erfassen
können. Das Prinzip der Blockade der Relativbewegung in einem ersten Kraftbereich
und der Freigabe der Bewegung in einem zweiten Kraftbereich funktioniert analog zum
ersten Ausführungsbeispiel. Im ersten Kraftbereich halten die ersten Aktuatoren 1
die Schwingen 70 in einer Mittelstellung (vgl. Fig. 13) und sind wiederum über entsprechende
Sensoren der Messeinrichtung längen- und kraft- bzw. drucküberwacht.
[0125] Die Verbindungsmittel 34 für die Ballastabspannung 30 befinden sich wiederum oberhalb
der ersten Aktuatoren 1 (insbesondere an den oberen Eckstielen des Kopplungsteils
23, wie in der Fig. 13 gezeigt), sodass letztere unterhalb des Kräftedreiecks angeordnet
sind.
[0126] Die Hydraulikzylinder können bei der hier gezeigten Ausführungsvariante mit vier
Einzelschwingen 70 gleichzeitig als zweite Aktuatoren 2 fungieren, wenn die Schwingen
70 über entsprechende Gelenklager verfügen bzw. gelagert sind, die eine Auslenkung
der Schwingen 70 in unterschiedliche Richtungen erlauben bzw. Freiheitsgrade in 2
Achsen besitzen. In diesem Fall werden bei einer Drehbewegung der Ballastplatte 42
relativ zum Kopplungsteil 23 um die z-Achse die Schwingen 70 auf den unterschiedlichen
Seiten des Kopplungsteils 23 in unterschiedliche Richtungen ausgelenkt (bzw. im ersten
Kraftbereich wirken die Steuerkräfte Fs in unterschiedliche Richtungen). Die Kransteuerung
90 ist in diesem Fall eingerichtet, die unterschiedlichen Belastungen zu erkennen
und daraus ein Steuermoment abzuleiten, auf dessen Grundlage eine entsprechende Steuerung
des SPMT 50 erfolgt, analog zum ersten Ausführungsbeispiel. Um diese Variante zu ermöglichen,
müssen mindestens vier Einzelschwingen 70 vorgesehen sein. Diese können beispielsweise
über Gelenklager mit dem Kopplungsteil 23 und/oder mit der Ballastplatte 42 (bzw.
einem Zwischenstück) verbunden sein und/oder ein zwischen den Anlenkpunkten der Schwingen
70 angeordnetes Zusatzgelenk aufweisen.
[0127] Alternativ könnte das Steuermoment auch über eine zusätzliche Drehvorrichtung mit
entsprechender Kraft- und Längenüberwachung über mindestens einen zweiten Aktuator
2, beispielsweise analog zum ersten Ausführungsbeispiel, erfasst werden. Eine solche
Drehvorrichtung könnte an einem Zwischenstück angeordnet sein, welches über die Schwingen
70 mit dem Kopplungsteil 23 verbunden ist.
[0128] Ein drittes Ausführungsbeispiel ist in den Figuren 14-17 dargestellt. Die Figur 14
zeigt die Führung 20, die Verbindungsvorrichtung 60, die Ballastplatte 42 sowie den
SPMT 50, mit dem die Ballastplatte 42 verbunden ist. Hierbei umfasst die Führung 20
nur das Anlenkstück 21 und ein damit verbundenes Kopfstück 24 mit einem starr mit
dem Anlenkstück 21 verbundenen Kopplungsabschnitt und einem mit der Ballastplatte
42 verbundenen Schwenkteil 29. Das Schwenkteil 29 umfasst in dieser Ausführungsvariante
zwei um die Längsachse der Führung 20 gegeneinander schwenkbar gelagerte Rohrelemente,
wobei ein inneres Rohrelement (= erstes Schwenkelement) über entsprechende Anschlussstellen
mit der Ballastplatte 42 und ein äußeres Rohrelement (= zweites Schwenkelement) mit
dem Kopplungsabschnitt verbunden ist. Alternativ könnte das äußere Rohrelement über
entsprechende Anschlussstellen mit der Ballastplatte 42 verbunden sein. Die Rohrelemente
erlauben eine Drehbewegung der Ballastplatte 42 relativ zur Führung 20 um die Längsachse
der Führung 20 (was bei horizontaler Ausrichtung der Führung 20 der x-Achse entspricht).
[0129] Bei diesem Ausführungsbeispiel befindet sich die Verbindungsvorrichtung 60 nicht
zwischen Führung 20 und Ballastplatte 42, sondern zwischen Ballastplatte 42 und Ballastwagen
44 bzw. SPMT 50. Die Verbindungsvorrichtung 60 umfasst zwei Adapterelemente 80 (alternativ
können auch nur ein Adapterelement 80 oder mehr als zwei Adapterelemente 80 vorgesehen
sein), die in Längsrichtung des SPMT 50 (d.h. quer zur Längsachse der Führung 20)
voneinander beabstandet sind und die entsprechenden Bewegungsfreiheitsgrade des Ballastwagens
44 relativ zur Führung 20 bereitstellen.
[0130] Hierzu umfassen die Adapterelemente 80 jeweils ein (äußeres) erstes Adapterteil 81,
welches mit dem SPMT 50 verbunden ist, und ein verschiebbar im äußeren Adapterteil
81 gelagertes (inneres) zweites Adapterteil 82. Die Figuren 15 und 16 zeigen jeweils
ein einzelnes Adapterelement 80 in einer perspektivischen Ansicht (Fig. 15) und in
einer seitlichen Schnittansicht entlang der Längsachse des Adapterelements 80 (Fig.
16). Die zweiten Adapterteile 82 weisen entsprechende Verbindungselemente 83 auf,
die durch die Hüllen der ersten Adapterteile 81 ragen und mit der Unterseite der Ballastplatte
42 verbindbar bzw. verbunden sind (vgl. Fig. 15). Die ersten Adapterteile 81 umfassen
entsprechende Verbindungselemente zum Verbinden mit dem SPMT 50. Alternativ könnten
die ersten (äußeren) Adapterteile 81 mit der Ballastplatte 42 und die zweiten (inneren)
Adapterteile 82 mit dem SPMT 50 verbunden sein.
[0131] Die Adapterelemente 80 umfassen eine Lagerung, um die Beweglichkeit der Adapterteile
81, 82 zueinander zu gewährleisten, wobei die Lagerung mehrere Lager 84 umfassen kann,
welche beispielsweise als Gleit- oder als Rollenlager ausgebildet sein können. In
den Figuren 15 und 16 ist eine mögliche Anordnung der Lager 84 gezeigt, wobei an jeder
Seite und an jedem Endabschnitt des zweiten Adapterteils 82 jeweils ein unteres und
ein oberes Lager 84 vorgesehen sind, insgesamt also acht Lager 84 pro Adapterelement
80. Selbstverständlich könnte auch eine andere Anordnung oder eine andere Anzahl (z.B.
weniger oder mehr als acht) an Lagern 84 verwendet werden.
[0132] Die ersten und zweiten Adapterteile 81, 82 sind über einen ersten Aktuator 1 in Form
eines Hydraulikzylinders miteinander verbunden (vgl. Fig. 16), sodass die aus einer
nicht synchronen Bewegungen resultierenden Längskräfte erfasst werden können. Das
Prinzip der Blockade der Relativbewegung in einem ersten Kraftbereich und der Freigabe
der Bewegung in einem zweiten Kraftbereich funktioniert analog zu den ersten und zweiten
Ausführungsbeispielen. Im ersten Kraftbereich halten die ersten Aktuatoren 1 die Adapterteile
81, 82 in einer Mittelstellung (vgl. Fig. 16) und sind wiederum über entsprechende
Sensoren der Messeinrichtung längen- und kraft- bzw. drucküberwacht.
[0133] Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Verbindungsmittel 34 zur Verbindung der Ballastabspannung
30 direkt an der Ballastplatte 42 angeordnet. Der Kraftfluss erfolgt somit einerseits
von der Ballastplatte 42 über die Verbindungsmittel 34 in die Ballastabspannung 30
und andererseits über das Schwenkteil 29 in die Führung 20. Da die Adapterelemente
80 der Verbindungsvorrichtung 60 unterhalb der Ballastplatte 42 angeordnet sind, befinden
sich die ersten Aktuatoren 1 wiederum unterhalb des Kräftedreiecks.
[0134] Um eine Erfassung der Momente um die z-Achse mittels der Adapterelemente 80 zu ermöglichen,
können letztere so ausgebildet sein, dass die zweiten Adapterteile 82 nicht nur längsverschieblich
zu den ersten Adapterteilen 81 gelagert sind, sondern auch seitlich zu diesen bewegt
bzw. ausgeschwenkt werden können. In diesem Fall würden die ersten Aktuatoren 1 der
Adapterelemente 80 unterschiedlich belastet, woraus die Kransteuerung 90 das Steuermoment
ableiten und den SPMT 50 entsprechend steuern kann. In diesem Fall würden die ersten
Aktuatoren 1 gleichzeitig als zweite Aktuatoren 2 fungieren. Das Prinzip funktioniert
insbesondere analog zu der entsprechenden Variante des zweiten Ausführungsbeispiels
mit den vier Schwingen 70 und den als zweite Aktuatoren 2 fungierenden ersten Aktuatoren
1. Um diese Beweglichkeit zu ermöglichen, können die Lager 84 entsprechend ausgelegt
sein und ein entsprechendes Spiel aufweisen. Die Lager 84 können hierzu beispielsweise
ballig ausgeführt sein. Der Ballastwagen 44 kann sich dann mit den zweiten Adapterteilen
82 gegenüber der Ballastplatte 42 mit den ersten Adapterteilen 81 um die z-Achse verdrehen.
Diese Bewegung wird allerdings erst im zweiten Kraftbereich freigegeben. Im ersten
Kraftbereich ist die Drehbewegung blockiert und es erfolgt eine entsprechende Steuerung
des SPMT 50, um die Steuermomente und -kräfte auszugleichen.
[0135] Die Figur 17 zeigt eine perspektivische Gesamtansicht des Krans 10 gemäß dem dritten
Ausführungsbeispiel, wobei erkennbar ist, dass das Schwenkteil 29 zwischen zwei auf
der Ballastplatte 42 seitlich aufgestapelten Ballaststapeln angeordnet ist.
[0136] In der Figur 17 ist zudem ein Beispiel gezeigt, bei dem der Oberwagen 14 über einen
zusätzlichen A-Bock 11 verfügt, der schwenkbar am Oberwagen 14 gelagert und über die
Derrickabspannung 19 mit dem Derrickausleger 18 verbunden ist. Der A-Bock 11 ist wiederum
über eine längenveränderliche Abspannverseilung mit dem Oberwagen 14 verbunden. Eine
solche Konfiguration kann der erfindungsgemäße Kran 10 unabhängig von der konkreten
Ausgestaltung der Führung 20 bzw. des Derrickballasts 40 aufweisen.
[0137] Ein viertes Ausführungsbeispiel ist in der Figur 18 dargestellt, wobei die Führung
20, die Verbindungsvorrichtung 60, die Ballastplatte 42 sowie der SPMT 50, mit dem
die Ballastplatte 42 verbunden ist, gezeigt sind. Hierbei umfasst die Führung 20 ein
Anlenkstück 21 und eine mit dem Anlenkstück 21 verbundene Verbindungsvorrichtung 60,
welche wiederum mit der Ballastplatte 42 verbunden ist. Die Verbindungsvorrichtung
60 umfasst ein mit dem Anlenkstück 21 verbolztes Kopplungsteil 23 und ein mit der
Ballastplatte 42 verbolztes Zwischenstück 25. Im Unterschied zu den vorherigen Ausführungsbeispielen
stellt die Verbindungsvorrichtung 60 in dieser Ausführungsvariante keinen Bewegungsfreiheitsgrad
bereit, sondern ist sowohl mit dem Anlenkstück 21 als auch mit der Ballastplatte 42
starr verbunden. Das Zwischenstück 25 kann als Bestandteil der Verbindungsvorrichtung
60 bzw. der Führung 20 angesehen werden.
[0138] Das Zwischenstück 25 ist mit dem Kopplungsteil 23 verbolzt, wobei wenigstens einer
der Bolzen als Kraftmessbolzen 3 ausgeführt ist. Dabei steht die Längsachse des Kraftmessbolzens
3 insbesondere quer zur Längsachse der Führung 20. Bei der hier gezeigten Ausführungsvariante
sind vier Bolzenverbindungen vorgesehen und alle vier Bolzen sind als Kraftmessbolzen
3 ausgeführt, deren Längsachsen quer zur Längsachse der Führung 20 ausgerichtet sind.
Die Kraftmessbolzen 3 erfassen die in Längsrichtung der Führung 20 wirkenden Längskräfte,
welche als Steuerkraft Fs der Kransteuerung 90 bereitgestellt werden. Es kann eine
definierte Grenzkraft vorgesehen sein, bis zu der analog zu den vorherigen Ausführungsbeispielen
eine Steuerung des SPMT 50 zum Ausgleich der Steuerkraft Fs erfolgt, d.h. ohne dass
die aktuelle Kranbewegung gestoppt werden muss. Bei Überschreitung der definierten
Grenzkraft kann ein Bewegungsstopp durch die Kransteuerung 90 erfolgen.
[0139] Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Verbindungsmittel 34 zur Verbindung der Ballastabspannung
30 am Kopplungsteil 23 angeordnet, sodass sich die Messeinrichtung mit den Kraftmessbolzen
3 unterhalb des Kräftedreiecks befindet. Dadurch können die Kraftmessbolzen 3 kleiner
ausgelegt sein.
[0140] Eine Erfassung der Momente um die z-Achse kann durch Auswertung der durch die verschiedenen
Kraftmessbolzen 3 erfassten Kräfte erfolgen. Hierzu können Kraftmessbolzen 3 eingesetzt
werden, welche ausgelegt sind, die Richtung der angreifenden Kraft, d.h. die Lage
des Kraftvektors zu erfassen. Bei einem Moment um die z-Achse werden die Kraftmessbolzen
3 unterschiedlich belastet, woraus sich auf das Steuermoment schließen lässt. Durch
die Kransteuerung 90 kann dann eine entsprechende Ausgleichsbewegung des SPMT 50 veranlasst
werden.
[0141] Alternativ könnte die Verbindungsvorrichtung 60 eine Drehvorrichtung umfassen, beispielsweise
analog zum ersten Ausführungsbeispiel. Diese könnte am Zwischenstück 25 oder an einem
weiteren Bauteil der Verbindungsvorrichtung 60 vorgesehen sein und über mindestens
einen zweiten Aktuator 2 längen- und kraftüberwacht werden. Das Funktionsprinzip der
Erfassung des Steuermoments wäre dann insbesondere analog zum ersten Ausführungsbeispiel.
[0142] Alternativ könnten die Kraftmessbolzen 3 in der Verbindung zwischen Zwischenstück
25 und Ballastplatte 42 vorgesehen sein. Ebenfalls wäre es denkbar, auf das Zwischenstück
25 zu verzichten und das Kopplungsteil 23 über die Kraftmessbolzen 3 direkt mit der
Ballastplatte 42 zu verbolzen.
[0143] Bei allen zuvor gezeigten Ausführungsbeispielen können beliebig viele weitere Zwischenstücke
22 in die Führung 20 einbaubar sein, um die Gesamtlänge der Führung 20 beispielsweise
an einen geforderten Ballastradius bzw. eine bestimmte Höhe des Ballastmoments anpassen
zu können.
[0144] Die Figuren 19 und 20 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Führung 20 in einer
perspektivischen Gesamtansicht des Krans 10 (Fig. 19) und in einer Seitenansicht der
Führung 20 (Fig. 20). Hierbei ist die Führung 20 teleskopierbar ausgeführt und umfasst
ein Teleskopierstück 26 mit wenigstens einem äußeren Schuss 27 und einen verschiebbar
darin gelagerten inneren Schuss 28. Bei der hier gezeigten Ausführungsvariante bildet
das Teleskopierstück 26 selbst die Führung 20 und umfasst einen Anlenkabschnitt, der
mit dem Oberwagen 14 verbunden ist, sowie einen Verbindungsabschnitt, welcher mit
der Ballastplatte 42 verbunden ist (vgl. Fig. 20). Der äußere Schuss 27 ist dabei
mit dem Anlenkabschnitt 74 verbunden, während der innere Schuss mit der Verbindungsvorrichtung
60 verbunden ist, welche den genannten Verbindungsabschnitt bildet. Alternativ könnte
der äußere Schuss 27 mit der Verbindungsvorrichtung 60 und der innere Schuss 28 mit
dem Anlenkabschnitt 74 verbunden sein. Durch Ein- und Austeleskopieren der Schüsse
27, 28 lässt sich der Abstand der Verbindungsvorrichtung 60 zum Oberwagen 14 und somit
der Ballastradius verändern und kontinuierlich einstellen. Es können mehr als zwei
Schüsse 27, 28 vorgesehen sein.
[0145] Die Verbindungsvorrichtung 60 kann gemäß dem ersten, zweiten oder vierten Ausführungsbeispiel
ausgeführt sein. Ebenfalls ist es denkbar, dass sich am Ende des inneren Schusses
28 ein Schwenkteil 24 gemäß dem dritten Ausführungsbeispiel befindet und eine Verbindungsvorrichtung
60 mit einem oder mehreren Adapterelementen 80 vorgesehen ist.
[0146] Alternativ kann das Teleskopierstück 26 nur eines von mehreren miteinander verbindbaren
Stücken der Führung 20 bilden. Letztere kann zusätzlich ein Anlenkstück 21 und/oder
ein oder mehrere Zwischenstücke 22 umfassen. Insbesondere kann es möglich sein, das
Teleskopierstück 26 bei Bedarf auszubauen und die Führung 20 ohne Teleskopierstück
26 zu verwenden.
[0147] Es ist vorstellbar, dass der maximale Hub des Teleskopierstücks 26 der Länge eines
ebenfalls vorhandenen Zwischenstücks 22 darstellt, sodass bei einer wahlweisen Verwendung
des kontinuierlich teleskopierbaren Teleskopierstücks 26 die ursprüngliche Längenstufung
der gesamten Führung 20 im Wesentlichen erhalten bleibt. Dabei ist allerdings auch
der Betrieb im nicht ganz ausgefahrenen Zustand möglich und von der Kranteuerung 90
überwacht
[0148] Die Führung 20 kann generell einen modularen Aufbau aufweisen und mehrere wahlweise
miteinander verbindbare Module bzw. Stücke umfassen (z.B. eines oder mehrere von:
Anlenkstück 21, Zwischenstück 22, Kopfstück bzw. Verbindungsvorrichtung 60, Schwenkteil
24, Teleskopierstück 26).
[0149] Für den Fall, dass die Hubaufgabe keinen verfahrbaren Ballast benötigt, kann der
Derrickballast 40 so ausgebildet sein, dass er auch als Schwebeballast verwendet werden
kann. Hierzu kann der Kran 10 zusätzliche Abspannböcke 86 umfassen, die bei Bedarf
an der Ballastplatte 42 montiert werden können. Hierzu sind erste und zweite Verbindungsmittel
87, 88 vorgesehen, über die eine Verbindung mit der Ballastabspannung 30 hergestellt
werden kann. Die ersten Verbindungsmittel 87 ersetzen dabei die Verbindungsmittel
34 an der Führung 20 oder an der Ballastplatte 42. Ein Beispiel für eine solche Ausführungsvariante
ist in der Figur 21 dargestellt, wobei hier zwei Abspannböcke 86 über dritte Verbindungsmittel
85 mit der Ballastplatte 42 verbolzt sind. Die ersten Verbindungsmittel 87 verbinden
hierbei insbesondere die Führung 20 gelenkig mit der Ballastabspannung 30, während
die zweiten Verbindungsmittel 88 insbesondere die Abspannböcke 86 gelenkig mit der
Führung 20 verbinden und sich am oberen Ende der Abspannböcke 86 befinden, die von
der Seite gesehen eine im Wesentlichen dreieckige Form aufweisen.
[0150] In diesem Fall kann die Ballastplatte 42 vom Ballastwagen 44 abgebaut und auf dem
Boden abgesetzt werden, woraufhin die Abspannböcke 86 montiert werden und die Ballastabspannung
30 mit den ersten Verbindungsmitteln 87 der Abspannböcke 86 verbunden wird.
[0151] Der Schwebeballast könnte ohne Führung 20 verwendet werden, wobei er nur über die
Ballastabspannung 30 gehalten wird und letztere vertikal ausgerichtet ist (d.h. der
Schwebeballast befindet sich unterhalb des freien Endes des Derrickauslegers 18).
Alternativ könnte der Schwebeballast mit angebauter Führung 20 verwendet werden. Hierfür
könnte ein spezielles Kopfstück 89 in der Führung 20 verbaut bzw. einbaubar sein (vgl.
Fig. 21), welches insbesondere mit dem oberen Enden der Abspannböcke 86 verbunden
ist. Dieses besitzt keine biegesteife Verbindung mit den Abspannböcken 86, sondern
eine gelenkige Verbindung. Diese gelenkige Verbindung kann die zweiten Verbindungsmittel
88 umfassen. Durch ein solches Kopfstück 89 wird also eine gelenkige Verbindung zwischen
der Ballastabspannung 30, der Führung 20 und den Abspannböcken 86 hergestellt. Dadurch
kann der Schwebeballst zusammen mit der Führung 20 genutzt und dadurch ein größerer
Ballastradius erreicht werden.
[0152] Die Verwendung von einem oder mehreren SPMT 50 als Ballastwagen 44 bietet generell
mehrere Vorteile:
- SPMT besitzen eine hohe Tragfähigkeit (beispielsweise > 1000 t);
- SPMT sind oftmals bereits beim Anwender vorhanden;
- SPMT stellen bewährte und erprobte Systeme dar;
- Eine Ansteuerung des SPMT durch den Kran 10 ist möglich (z.B. Lenkpolverschiebung,
Fahren, Not-Aus, Abstützart, Heben/Senken etc.).
[0153] Zur Steuerung des SPMT 50 ist die Kransteuerung 90 mit der Antriebssteuerung 54 des
SPMT 50 über eine Steuerverbindung verbunden, sodass der Kran-Derrickballast-Verbund
über die Kransteuerung 90 gesteuert werden kann. Hierfür weisen sowohl der Kran 10
als auch der SPMT 50 geeignete Schnittstellen auf.
[0154] Die steuerungstechnische Anbindung des SPMT 50 deckt einen oder mehrere (bevorzugt
alle) der folgende Bereiche und Anwendungen ab:
- Not-Halt: Verbindung der Not-Haltkreise von Kran 10 und SPMT 50;
- Kraftbegrenzung;
- Momentbegrenzung;
- Kraftausgleich: entstehende Kräfte ermitteln und gegensteuern;
- Momentausgleich: entstehende Momente ermitteln und gegensteuern;
- Lenkbetriebsarten: Schleppfahrt, Parallelfahrt, Kreisfahrt, Rotationsfahrt und/oder
Längsfahrt;
- Antrieb: benötigte Antriebskraft ermitteln;
- Nivellierung: geringfügige Geländesteigungen bzw. -gefälle durch eine entsprechende
SPMT-Achsnivellierung ausgleichen.
[0155] Tritt ein Bewegungsstopp ausgelöst durch eine Kraftbegrenzung (Eintritt in einen
zweiten Kraftbereich bei einem oder mehreren ersten oder zweiten Aktuatoren 1, 2 oder
bei einem oder mehreren Kraftmessbolzen 3) ein, wird bevorzugt in Folge eine Fehlermeldung
an einem Kranmonitor ausgegeben, welche den Fehlerzustand im Detail beschreibt. Der
Kranmonitor kann sich in einer Oberwagenfahrerkabine und/oder auf einem mobilen Gerät
wie z.B. einem Tablet oder einer mobilen Steuereinheit befinden.
[0156] Im Folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der steuerungstechnischen Anbindung
der Antriebssteuerung 54 des SPMT 50 an die Kransteuerung 90 des Krans 10 anhand der
Figur 22 beschrieben.
[0157] Die steuerungstechnische Anbindung von Kran 10 zu SPMT 50 (oder bei Verwendung mehrerer
SPMT 50 zum SPMT-Verbund) wird über eine erste Datenverbindung 91 in Form eines CAN-Busses
realisiert. Zusätzlich zu den Sicherheitsmechanismen des CAN-Protokolls werden die
zu übertragenden Daten auf der Applikationsebene vorzugsweise mittels "live-bit" gesichert.
In diesem Fall sendet die Kransteuerung 90 zyklisch einen variablen Wert an den SPMT
50, den dieser (bzw. die Antriebssteuerung 54) innerhalb einer definierten Zeit zurücksenden
muss. Ist die Rückübertragung nicht korrekt, werden alle Bewegungen gestoppt und der
Kranfahrer wird z.B. mittels Fehlermeldung auf die inkonsistente Datenverbindung hingewiesen.
[0158] Alle sicherheitstechnischen Funktionen wie z.B. Motor EIN/AUS, Lenken oder Fahren
werden zweikanalig über die CAN-Busverbindung und jeweils über einen separaten Sicherheitsrelaiskontakt
eines kranseitigen Sicherheitsschaltgeräts 93 ausgeführt. Das Sicherheitsrelais gibt
an den Empfänger (d.h. den SPMT 50) den Auftrag, den Befehl aus dem CAN-Bus 91 zu
akzeptieren (diversitäre Ausführung, in beiden Richtungen). Sicherheitsrelevante Informationen
des SPMT 50 an den Kran 10 wie z.B. "alle Lenkwinkel in Position" werden ebenfalls
durch separate Sicherheitsrelaiskontakte eines SPMT-seitigen Sicherheitsschaltgeräts
94 ausgeführt. Die Datenverbindungen über die Sicherheitsschaltgeräte 93, 94 bilden
eine parallel zum CAN-Bus 91 bestehende zweite Datenverbindung 92. Die Sicherheitsschaltgeräte
93, 94 dienen dem sicherheitsgerichteten Unterbrechen eines Sicherheitsstromkreises.
Die im Sicherheitsschaltgerät 93, 94 verbauten Sicherheitsrelaiskontakte sind insbesondere
redundant und zwangsgeführt.
[0159] Wird die Verbindung zwischen Kransteuerung 90 und Antriebssteuerung 54 des SPMT 50
über die Steuerleitung hergestellt, übernimmt die Kransteuerung 90 die meisten, insbesondere
alle maßgeblichen steuerungsrelevanten Berechnungen und der SPMT 50 führt die geforderten
Anforderungen aus. In diesem Betriebszustand ist es dem SPMT 50 bzw. der Antriebssteuerung
54 nicht mehr möglich, selbstständig Bewegungen ohne Freigaben der Kransteuerung 90
auszuführen. Hierzu kann es erforderlich sein, eine vorhandene Eingabeeinheit des
SPMT 50 auszustecken und durch eine Verbindungseinheit zum Kran 10 zu ersetzen.
[0160] Im Folgenden wird anhand der Figur 23 ein Ausführungsbeispiel einer Implementierung
einer Nothaltfunktion beim erfindungsgemäßen Kran 10 erläutert. Alle in Figur 23 abgebildeten
Sicherheitsschaltgeräte, Schaltrelais und deren Schaltkontakte sind im stromlosen
Zustand dargestellt. Werden die Sicherheitsschaltgeräte mit Strom versorgt, ändern
sich die dargestellten Schaltzustände der Kontakte in den betätigten Zustand. Kommt
auf ein Relais (z.B. Relais K1) Strom, dann ändert sich der Schaltzustand von allen
Kontakten "K1" 107, 113, 114. Im Beispiel "K3" sind zwei Schließ-Kontakte 115, 116
und ein Öffner-Kontakt 117 vorhanden.
[0161] Die in der Figur 23 abgebildeten Steuerungsmodule 95, 96 entsprechen insbesondere
den Steuerungsmodulen 95, 96 des Krans 10 der Figur 22.
[0162] Sowohl der Kran 10 als auch der SPMT 50 besitzen jeweils einen Nothalt-Schalter (vgl.
Figur 23: Nothalt-Schalter Kran: 106; Nothalt-Schalter SPMT: 108). Beim Kranbetrieb
mit SPMT 50 führt die Betätigung eines beliebigen Not-Haltschalters auf Seiten des
Krans 10 oder des SPMT 50 zu einem Not-Halt beider Geräte. Da der SPMT 50 über eine
autarke Not-Halt-Kette verfügt, müssen die Not-Halt-Ketten beider Geräte über Sicherheitsschaltgeräte
miteinander gekoppelt sein.
[0163] Um die beiden Not-Halt-Ketten miteinander zu koppeln, muss insbesondere folgende
Abfolge eingehalten werden:
- 1. Kein Not-Haltschalter 106 am Kran 10 darf betätigt sein.
- 2. Die Steuerung des Krans 10 muss gestartet werden. Das Sicherheitsschaltgerät 107
(K1) wird nun durch den Kran 10 mit Strom versorgt. Die Sicherheitsschaltkontakte
113, 114 werden geschlossen.
- 3. Kein Not-Haltschalter 108 am SPMT 50 darf betätigt sein.
- 4. Die Steuerung des SPMT 50 muss gestartet werden.
- 5. Jetzt muss der Wahlschalter 110 (T1) am SPMT 50 betätigt werden. Durch die Betätigung
von Wahlschalter 110 (T1) werden die Schaltrelais 111 (K3) und 112 (K4) mit Strom
versorgt. Die Schaltkontakte 115, 116 werden geschlossen. Die Schaltkontakte 117,
118 werden geöffnet und integrieren somit den Sicherheitsschaltkontakt 119 in die
Not-Halt-Kette. Das Sicherheitsschaltgerät 109 (K2) wird mit Strom versorgt, die Sicherheitsschaltkontakte
119, 120 werden geschlossen.
- 6. Beide Not-Halt-Ketten sind nun miteinander gekoppelt. Die gemeinsame Not-Halt-Kette
ist aktiv.
- 7. Die Sicherheitsschaltkontakte 114, 120 dienen der Leitungsüberwachung (Funktion
der Schalter geprüft).
[0164] Mit Betätigung eines beliebigen Not-Haltschalters 106 des Krans 10 wird beim Kran
10 der Not-Halt ausgelöst. Das Sicherheitsschaltgerät 107 (K1) wird stromlos und unterbricht
durch Öffnen des Sicherheitsschaltkontakts 113 die Not-Halt-Kette des SPMT 50. Bei
Betätigung eines beliebigen Not-Haltschalters 108 des SPMT 50 wird beim SPMT 50 der
Not-Halt ausgelöst, das Sicherheitsschaltgerät 109 (K2) wird stromlos und unterbricht
durch Öffnen des Sicherheitsschaltkontakts 119 die Not-Halt-Kette des Krans 10.
[0165] Das in der Figur 23 gezeigte Sicherheitsschaltgerät 107 kann insbesondere dem in
der Figur 22 gezeigten kranseitigen Sicherheitsschaltgerät 93 entsprechen. Das in
der Figur 23 gezeigte Sicherheitsschaltgerät 109 kann insbesondere dem in der Figur
22 gezeigten SPMT-seitigen Sicherheitsschaltgerät 94 entsprechen.
[0166] Die verschiedenen Lenkbetriebsarten (z.B. Schleppfahrt, Parallelfahrt, Kreisfahrt,
Längsfahrt, Rotationsfahrt) werden insbesondere von der Kransteuerung 90 vorgegeben.
Durch Übergabe des Ballastradius und des Oberwagendrehwinkels von der Kransteuerung
90 an den SPMT 50 wird am SPMT 50 jede Radachse auf den richtigen Lenkwinkel eingestellt.
Der SPMT 50 besitzt vorzugsweise einen hydraulischen Antriebsmotor. Für die verschiedenen
Fahrbewegungen wird der entsprechende Antriebsdruck am hydraulischen Antriebsmotor
des SPMT 50 von der Kransteuerung 90 geregelt. Der SPMT 50 stellt den geforderten
Antriebsdruck ein. Dieser kann durch folgende Faktoren beeinflusst sein:
- Geländeneigung;
- Fahrgeschwindigkeit;
- Aufgelegte Last bzw. Masse des Derrickballasts 40;
- Lenkbetriebsart;
- Ballastradius.
[0167] Die Geländeneigung wird in einer bevorzugten Ausführungsform über eine Sensorik ermittelt,
welche die aktuelle Ballastneigung durch einen Sensor erfasst, beispielsweise einen
Sensor an bzw. auf der Ballastplatte 42. Bewegt sich der SPMT 50 in einer Steigung
aufwärts, wird der Antriebsdruck im Vergleich zur Fahrt in der Ebene erhöht, damit
eine gleichmäßige Fahrbewegung gegeben ist. Bewegt sich der SPMT 50 in einer Steigung
abwärts, wird der Antriebsdruck im Vergleich zur Fahrt in der Ebene abgesenkt. Dies
hat zur Folge, dass der SPMT 50 bzw. der Ballastwagen 44 abgebremst wird und damit
eine gleichmäßige Fahrbewegung gegeben ist. Unter "Steigung" kann beispielsweise ein
Steigungswinkel von 1° verstanden werden.
[0168] In einer weiteren Ausführungsform kann eine Vorrichtung zur Achsnivellierung vorgesehen
sein. Durch Geländeunebenheiten entstehende Schrägstellungen der Ballastplatte 42
in Querrichtung werden von einem Sensor, beispielsweise einem Sensor an bzw. auf der
Ballastplatte 42, erfasst und an die Kransteuerung 90 übergeben. Über eine Achsnivellierung
des SPMT 50 kann diese Schrägstellung ausgeglichen werden. Dazu wird ein entsprechender
Heben-/Senken-Befehl an den SPMT 50 gesendet. Die Radachsen des SPMT 50 können in
mehrere Achsgruppen aufgeteilt sein, z.B. in eine erste (z.B. linke) und eine zweite
(z.B. rechte) Achsgruppe. Der Heben-/Senken-Befehl wird dann bevorzugt für die betreffende
Achsgruppe an den SPMT 50 gesendet, beispielsweise erste Achsgruppe heben, erste Achsgruppe
senken, zweite Achsgruppe heben oder zweite Achsgruppe senken. Es kann auch gleichzeitig
eine Hebung einer der Achsgruppen und eine Senkung der anderen Achsgruppe erfolgen.
Parallel dazu wird vorzugsweise ein zusätzlicher Sicherheitsrelaiskontakt geschaltet,
der dem SPMT 50 die entsprechende Freigabe zur Nivellierung erteilt.
[0169] An dieser Stelle sei angemerkt, dass die genannten Sensoren an bzw. auf der Ballastplatte
42 technisch zum Kran 10 gehören können und nicht zum SPMT 50.
Bezugszeichenliste:
[0170]
- 1
- Erster Aktuator
- 2
- Zweiter Aktuator
- 3
- Kraftmessbolzen
- 10
- Kran
- 11
- A-Bock
- 12
- Unterwagen
- 13
- Raupenträger
- 14
- Oberwagen
- 15
- Oberwagenballast
- 16
- Ausleger (Hauptausleger)
- 17
- Rückfallstütze
- 18
- Derrickausleger
- 19
- Derrickabspannung
- 20
- Führung
- 21
- Anlenkstück
- 22
- Zwischenstück
- 23
- Kopplungsteil
- 24
- Kopfstück
- 25
- Zwischenstück
- 26
- Teleskopstück
- 27
- Schuss
- 28
- Schuss
- 29
- Schwenkteil
- 30
- Ballastabspannung
- 32
- Zugzylinder
- 34
- Verbindungsmittel
- 40
- Derrickballast
- 41
- Ballastelement
- 42
- Ballastplatte
- 44
- Ballastwagen
- 50
- Schwerlasttransportvorrichtung (SPMT)
- 52
- Verbindungselement
- 54
- Antriebssteuerung
- 60
- Verbindungsvorrichtung
- 62
- Bewegliches Element
- 64
- Lager
- 66
- Drehlager
- 67
- Erstes Lagerteil
- 68
- Zweites Lagerteil
- 70
- Schwinge
- 74
- Anlenkabschnitt
- 80
- Adapterelement
- 81
- Erstes Adapterteil
- 82
- Zweites Adapterteil
- 83
- Verbindungselement
- 84
- Lager
- 85
- Dritte Verbindungsmittel
- 86
- Abspannbock
- 87
- Erste Verbindungsmittel
- 88
- Zweite Verbindungsmittel
- 89
- Kopfstück
- 90
- Kransteuerung
- 91
- Erste Datenverbindung
- 92
- Zweite Datenverbindung
- 93
- Sicherheitsschaltgerät
- 94
- Sicherheitsschaltgerät
- 95
- Steuermodul
- 96
- Steuermodul
- 100
- Fahrtrichtung Kran
- 106
- Nothalt-Schalter Kran
- 107
- Sicherheitsschaltgerät K1
- 108
- Nothalt-Schalter SPMT
- 109
- Sicherheitsschaltgerät K2
- 110
- Wahlschalter T1
- 111
- Schaltrelais K3
- 112
- Schaltrelais K4
- 113
- Sicherheitsschaltkontakte von K1 (2x Schließer)
- 114
- Sicherheitsschaltkontakte von K1 (1x Schließer)
- 115
- Schaltkontakt von K3 (1x Schließer)
- 116
- Schaltkontakt von K3 (1x Schließer)
- 117
- Schaltkontakt von K3 (1x Öffner)
- 118
- Schaltkontakt von K4 (1x Öffner)
- 119
- Sicherheitsschaltkontakte von K2 (1x Schließer)
- 120
- Sicherheitsschaltkontakte von K2 (1x Schließer)
- 200
- Fahrtrichtung Ballastwagen
1. Kran (10) umfassend einen verfahrbaren Unterwagen (12), einen drehbar auf dem Unterwagen
(12) gelagerten Oberwagen (14), einen wippbar mit dem Oberwagen (14) verbundenen Ausleger
(16), einen gelenkig mit dem Oberwagen (14) verbundenen Derrickausleger (18), über
welchen der Ausleger (16) abgespannt ist, eine Kransteuerung (90), eine mit dem Oberwagen
(14) verbundene Führung (20) und einen Derrickballast (40), wobei der Derrickballast
(40) eine Ballastplatte (42) zum Stapeln von Ballastelementen (41), welche über eine
Ballastabspannung (30) mit dem Derrickausleger (18) und über die Führung (20) mit
dem Oberwagen (14) verbunden ist, sowie einen Ballastwagen (44) umfasst, wobei der
Ballastwagen (44) eine serienmäßige Schwerlasttransportvorrichtung (50) mit eigenem
Antrieb und eigener Antriebssteuerung (54) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Führung (20) mit der Ballastplatte (42) oder dem Ballastwagen (44) über eine
Verbindungsvorrichtung (60) verbunden ist, wobei die Verbindungsvorrichtung (60) eine
Messeinrichtung umfasst, welche eingerichtet ist, eine einer Relativbewegung zwischen
Ballastwagen (44) und Führung (20) entgegenwirkende Kraft zu erfassen, und
- dass die Kransteuerung (90) mit der Antriebssteuerung (54) der Schwerlasttransportvorrichtung
(50) über eine Steuerverbindung verbunden und eingerichtet ist, die Schwerlasttransportvorrichtung
(50) in Abhängigkeit der durch die Messeinrichtung erfassten Kraft zu steuern und/oder
zu regeln.
2. Kran (10) nach Anspruch 1, wobei die Führung (20) so ausgebildet ist, dass sich die
durch den Derrickballast (40) erzeugte Kraft in eine durch die Führung (20) übertragene
erste Kraft und eine durch die Ballastabspannung (30) übertragene zweite Kraft aufteilt,
wobei die Messeinrichtung außerhalb, insbesondere unterhalb, der die ersten und zweiten
Kräfte übertragenden Strukturen der Führung (20) und der Ballastabspannung (30) angeordnet
ist.
3. Kran (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Messeinrichtung mindestens einen ersten
Aktuator (1), insbesondere einen ersten Hydraulikzylinder, umfasst, mittels welchem
eine einer Relativbewegung zwischen Ballastwagen (44) und Führung (20) in Längsrichtung
der Führung (20) entgegenwirkende Längskraft erfassbar ist, wobei vorzugsweise der
erste Aktuator (1) eingerichtet ist, in einem ersten Kraftbereich, in dem die Längskraft
kleiner als eine definierte Grenzkraft ist, eine starre Verbindung zwischen Führung
(20) und Ballastwagen (44) in Längsrichtung bereitzustellen und die Kransteuerung
(90) eingerichtet ist, die Schwerlasttransportvorrichtung (50) in Abhängigkeit der
erfassten Längskraft so zu steuern und/oder zu regeln, dass die Längskraft minimiert
wird, wobei der erste Aktuator (1) vorzugsweise eingerichtet ist, in einem zweiten
Kraftbereich, in dem die Längskraft die definierte Grenzkraft übersteigt, einer Relativbewegung
zwischen Führung (20) und Ballastwagen (44) nachzugeben, wobei vorzugsweise die Messeinrichtung
einen ersten Positionssensor umfasst, mittels welchem eine Positionsänderung des Ballastwagens
(44) relativ zur Führung (20), insbesondere eine Längen- oder Winkeländerung des ersten
Aktuators (1), im zweiten Kraftbereich erfassbar ist und die Kransteuerung (90) vorzugsweise
eingerichtet ist, eine Bewegung des Krans (10) und/oder des Ballastwagens (44) in
Reaktion auf eine durch den ersten Positionssensor erfasste Positionsänderung zu stoppen
oder zu begrenzen.
4. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Messeinrichtung mindestens
einen zweiten Aktuator (2), insbesondere einen zweiten Hydraulikzylinder, umfasst,
mittels welchem ein einer Drehbewegung zwischen Ballastwagen (44) und Führung (20)
entgegenwirkendes Drehmoment erfassbar ist, wobei vorzugsweise der zweite Aktuator
(2) eingerichtet ist, in einem ersten Momentbereich, in dem das Drehmoment kleiner
als ein definiertes Grenzmoment ist, eine rotationsstarre Verbindung zwischen Führung
(20) und Ballastwagen (44) bereitzustellen und die Kransteuerung (90) eingerichtet
ist, die Schwerlasttransportvorrichtung (50) in Abhängigkeit der erfassten Längskraft
so zu steuern und/oder zu regeln, dass das Drehmoment minimiert wird, wobei der zweite
Aktuator (2) vorzugsweise eingerichtet ist, in einem zweiten Momentbereich, in dem
das Drehmoment das definierte Grenzmoment übersteigt, einer relativen Drehung zwischen
Führung (20) und Ballastwagen (44) nachzugeben, wobei vorzugsweise die Messeinrichtung
einen zweiten Positionssensor umfasst, mittels welchem eine Positionsänderung des
Ballastwagens (44) relativ zur Führung (20), insbesondere eine Längen- oder Winkeländerung
des zweiten Aktuators (2), im zweiten Kraftbereich erfassbar ist und die Kransteuerung
(90) vorzugsweise eingerichtet ist, eine Bewegung des Krans (10) und/oder des Ballastwagens
(44) in Reaktion auf eine durch den zweiten Positionssensor erfasste Positionsänderung
zu stoppen oder zu begrenzen.
5. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verbindungsvorrichtung
(60) zwischen Führung (20) und Ballastplatte (42) angeordnet ist und ein starr mit
der Führung (20) verbundenes Kopplungsteil (23) umfasst, wobei die Verbindungsvorrichtung
(60) vorzugsweise ein mit der Ballastplatte (42) verbundenes bewegliches Element (62)
umfasst, welches relativ zum Kopplungsteil (23) in Längsrichtung der Führung (20)
beweglich, insbesondere über ein Rollen- oder Gleitlager (64) verschiebbar, gelagert
ist und welches weiter vorzugsweise unterhalb von die Ballastabspannung (30) mit der
Führung (20) verbindenden Verbindungsmitteln (34) angeordnet ist, die an der Führung
(20) oder am Kopplungsteil (23) angeordnet sind.
6. Kran (10) nach den Ansprüchen 3 und 5, wobei mindestens ein erster Aktuator (1) einerseits
mit dem beweglichen Element (62) und andererseits mit der Führung (20), insbesondere
mit dem Kopplungsteil (23), gekoppelt ist, wobei der erste Aktuator (1) vorzugsweise
als Hydraulikzylinder ausgebildet ist, welcher ausgelegt ist, bis zur definierten
Grenzkraft eine Relativbewegung zwischen beweglichem Element (62) und Kopplungsteil
(23) zu blockieren.
7. Kran (10) nach Anspruch 5 oder 6, wobei die Verbindungsvorrichtung (23) eine Drehvorrichtung
umfasst, über welche die Ballastplatte (42) um eine vertikale Achse drehbar mit der
Führung (20) verbunden ist, wobei die Drehvorrichtung ein Drehlager (66) umfasst,
welches vorzugsweise am beweglichen Element (62) angeordnet ist.
8. Kran (10) nach den Ansprüchen 4 und 7, wobei das Drehlager (66) ein mit der Verbindungsvorrichtung
(60), insbesondere dem beweglichen Element, verbundenes erstes Lagerteil (67) und
ein mit der Ballastplatte (42) verbundenes zweites Lagerteil (68) umfasst, wobei mindestens
ein zweiter Aktuator (2) einerseits mit dem beweglichen Element (62) und andererseits
mit der Ballastplatte (42), insbesondere einerseits mit dem ersten Lagerteil (67)
und/oder andererseits mit dem zweiten Lagerteil (68), gekoppelt ist, wobei der zweite
Aktuator (2) vorzugsweise als Hydraulikzylinder oder -motor ausgebildet ist, welcher
ausgelegt ist, bis zum definierten Grenzmoment eine relative Drehung zwischen den
Lagerteilen (67, 68) zu blockieren.
9. Kran (10) nach Anspruch 5, wobei die Verbindungsvorrichtung (60) mindestens zwei schwenkbar
gelagerte Schwingen (70) umfasst, über die die Verbindungsvorrichtung (60) beweglich
mit der Ballastplatte (42) verbunden ist, wobei die Schwingen (70) eine Bewegung der
Ballastplatte (42) relativ zum Kopplungsteil (23) in Längsrichtung der Führung (20)
erlauben und insbesondere direkt mit der Ballastplatte (42) oder mit einem mit der
Ballastplatte (42) verbundenen Zwischenstück verbunden sind, wobei die Schwingen (70)
vorzugsweise unterhalb von die Ballastabspannung (30) mit der Führung (20) verbindenden
Verbindungsmitteln (34) angeordnet ist, welche an der Führung (20) oder am Kopplungsteil
(23) angeordnet sind.
10. Kran (10) nach den Ansprüchen 3 und 9, wobei mindestens ein erster Aktuator (1) einerseits
mit einer Schwinge (70) oder einem mittels der Schwinge (70) bewegbaren Zwischenstück
und andererseits mit der Führung (20), insbesondere dem Kopplungsteil (23), gekoppelt
ist, wobei der erste Aktuator (1) vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgebildet ist,
welcher ausgelegt ist, bis zur definierten Grenzkraft eine Schwenkbewegung der Schwingen
(70) zu blockieren.
11. Kran (10) nach Anspruch 4 und nach einem der Ansprüche 9 bis 10, wobei die Verbindungsvorrichtung
(60) eine Drehvorrichtung umfasst, über welche die Ballastplatte (42) um eine vertikale
Achse drehbar mit der Führung (20) verbunden ist, wobei die Drehvorrichtung am Kopplungsteil
(23) oder an einem die Schwingen (70) mit der Ballastplatte (42) verbindenden Zwischenstück
angeordnet ist und ein Drehlager (66) mit zwei gegeneinander drehbaren Lagerteilen
(67, 68) umfasst, wobei die Lagerteile (67, 68) vorzugsweise direkt oder indirekt
über mindestens einen zweiten Aktuator (2) gekoppelt sind, welcher ausgelegt ist,
bis zum definierten Grenzmoment eine relative Drehung zwischen den Lagerteilen (67,
68) zu blockieren.
12. Kran (10) nach Anspruch 4 und nach einem der Ansprüche 9 bis 10, wobei die Verbindungsvorrichtung
(60) mindestens vier Schwingen (70) umfasst, welche derart ausgebildet sind, dass
sie eine Drehung der Ballastplatte (42) relativ zum Kopplungsteil (23) zu erlauben,
wobei das Kopplungsteil (23) über mindestens einen zweiten Aktuator (2) mit mindestens
einer Schwinge (70) oder einem die Schwingen (70) mit der Ballastplatte (42) verbindenden
Zwischenstück gekoppelt ist.
13. Kran (10) nach den Ansprüchen 3 und 12, umfassend mindestens zwei zweite Aktuatoren
(2), die jeweils einerseits mit dem Kopplungsteil (23) und andererseits mit einer
der Schwingen (70) verbunden sind und gleichzeitig als erste Aktuatoren (1) fungieren,
wobei die zweiten Aktuatoren (2) insbesondere so angeordnet sind, dass sie bei einer
Drehung der Ballastplatte (42) relativ zum Kopplungsteil (23) unterschiedlich belastet
werden, und die Kransteuerung (90) eingerichtet ist, die Schwerlasttransportvorrichtung
(50) in Abhängigkeit des erfassten Belastungsunterschieds zu steuern und/oder zu regeln.
14. Kran (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Verbindungsvorrichtung (60)
zwischen der Ballastplatte (42) und der Schwerlasttransportvorrichtung (50) angeordnet
ist und mindestens ein Adapterelement (80) umfasst, welches ein mit der Ballastplatte
(42) verbundenes erstes Adapterteil (81) sowie ein relativ zum ersten Adapterteil
(81) in Längsrichtung der Führung (20) bewegbares zweites Adapterteil (82), welches
mit der Schwerlasttransportvorrichtung (50) verbunden ist, umfasst, wobei mindestens
ein erster Aktuator (1), welcher vorzugsweise als Hydraulikzylinder ausgebildet ist,
mit dem ersten und mit dem zweiten Adapterteil (81, 82) gekoppelt und ausgelegt ist,
bis zur definierten Grenzkraft eine Relativbewegung zwischen den Adapterteilen (81,
82) zu blockieren.
15. Kran (10) nach den Ansprüchen 4 und 14, umfassend mindestens zwei in einer Richtung
quer zur Längsachse der Führung (20) voneinander beabstandete Adapterelemente (80)
mit je mindestens einem ersten Aktuator (1), wobei die Adapterelemente (80) derart
ausgebildet sind, dass die zweiten Adapterteile (82) seitlich gegenüber den jeweiligen
ersten Adapterteilen (81) verschwenkbar sind, wobei vorzugsweise die ersten Aktuatoren
(1) gleichzeitig als zweite Aktuatoren (2) fungieren und so angeordnet sind, dass
sie bei einer Drehung des Ballastwagens (44) relativ zur Ballastplatte (42) unterschiedlich
belastet werden, und die Kransteuerung (90) eingerichtet ist, die Schwerlasttransportvorrichtung
(50) in Abhängigkeit des erfassten Belastungsunterschieds zu steuern und/oder zu regeln.
16. Kran (10) nach Anspruch 14 oder 15, wobei die Führung (20) ein Kopfstück (24) mit
einem mit dem übrigen Gefüge der Führung (20) starr verbundenen Kopplungsabschnitt
und einem mit der Ballastplatte (42) verbundenen Schwenkteil (29) umfasst, wobei das
Schwenkteil (29) ein mit der Ballastplatte (42) verbundenes erstes Schwenkelement
und ein mit dem Kopplungsabschnitt verbundenes zweites Schwenkelement umfasst, welche
um eine parallel zur Längsachse der Führung (20) verlaufende Schwenkachse zueinander
schwenkbar gelagert sind und eine Drehung der Ballastplatte (42) um die Schwenkachse
erlauben, wobei die Ballastabspannung (30) vorzugsweise über Verbindungsmittel (34)
direkt mit der Ballastplatte (42) verbunden ist.
17. Kran (10) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindungsvorrichtung (60) zwischen der
Führung (20) und der Ballastplatte (42) angeordnet ist und ein starr mit der Führung
(20) verbundenes Kopplungsteil (23) umfasst, wobei die Messeinrichtung mindestens
einen Kraftmessbolzen (3) umfasst, mittels welchem eine einer Relativbewegung zwischen
Ballastwagen (44) und Führung (20) in Längsrichtung der Führung (20) entgegenwirkende
Längskraft erfassbar ist, wobei die Kransteuerung (90) vorzugsweise eingerichtet ist,
die Schwerlasttransportvorrichtung (50) in Abhängigkeit der erfassten Längskraft so
zu steuern und/oder zu regeln, dass die Längskraft minimiert wird.
18. Kran (10) nach den Ansprüchen 4 und 17, wobei die Verbindungsvorrichtung (50) eine
Drehvorrichtung mit zwei gegeneinander drehbaren Lagerteilen (67, 68) umfasst, über
welche die Ballastplatte (42) um eine vertikale Achse drehbar mit dem Kopplungsteil
(23) verbunden ist, wobei die Lagerteile (67, 68) vorzugsweise direkt oder indirekt
über mindestens einen zweiten Aktuator (2) miteinander gekoppelt sind, welcher ausgelegt
ist, bis zum definierten Grenzmoment eine Drehung zwischen den Lagerteilen (67, 68)
zu blockieren.
19. Kran (10) nach Anspruch 17, wobei das Kopplungsteil (23) starr mit der Ballastplatte
(42) verbunden ist und die Messeinrichtung mindestens zwei Kraftmessbolzen (3) umfasst,
welche so angeordnet sind, dass sie bei einer Drehung der Ballastplatte (42) relativ
zur Führung (20) unterschiedlich belastet werden, wobei die Kransteuerung (90) eingerichtet
ist, die Schwerlasttransportvorrichtung (50) in Abhängigkeit des erfassten Belastungsunterschieds
zu steuern und/oder zu regeln.
20. Kran (10) nach einem der Ansprüche 17 bis 19, wobei das Kopplungsteil (23) Verbindungsmittel
(34) umfasst, über die die Ballastabspannung (30) mit der Verbindungsvorrichtung (60)
verbunden ist, wobei der mindestens eine Kraftmessbolzen (3) Teil einer unterhalb
der Verbindungsmittel (34) befindlichen Bolzverbindung ist, vorzugsweise einer Bolzverbindung
des Kopplungsteils (23) mit der Ballastplatte (42) oder mit einem mit der Ballastplatte
(42) verbundenen Zwischenstück (25).
21. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend mindestens einen
Abspannbock (86) sowie erste und zweite Verbindungsmittel (87, 88) zum insbesondere
gelenkigen Verbinden der Ballastabspannung (30) mit dem mindestens einen Abspannbock
(86) und/oder mit der Führung (20) sowie weiterhin umfassend dritte Verbindungsmittel
(85) zum Montieren des mindestens einen Abspannbocks (86) an der Ballastplatte (42),
wobei die Ballastplatte (42) vom Ballastwagen (44) abbaubar ist und wobei der mindestens
eine Abspannbock (86) und die Ballastplatte (42) derart ausgebildet sind, dass der
Derrickballast (40) bei montiertem Abspannbock (86) und Trennung vom Ballastwagen
(44) als Schwebeballast einsetzbar ist.
22. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Führung (20) längenverstellbar
ausgebildet ist und vorzugsweise ein mit dem Oberwagen (14) verbundenes Anlenkstück
(21) und mindestens ein zwischen Anlenkstück (21) und Verbindungsvorrichtung (60)
lösbar einbaubares Zwischenstück (22) umfasst und/oder ein Teleskopstück (26) mit
mindestens zwei ineinander verschiebbar gelagerten Schüssen (27, 28) umfasst, und/oder
wobei die Ballastplatte (42) auf dem Ballastwagen (44), insbesondere direkt auf der
mindestens einen Schwerlasttransportvorrichtung (50), aufgesetzt und über Verbindungselemente
(52) lösbar mit diesem verbunden ist.
23. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Führung (20) um eine
horizontale Achse schwenkbar am Oberwagen (14) gelagert ist und/oder wobei der horizontale
der Abstand zwischen dem Schwerpunkt des Derrickballasts (40) und der Oberwagendrehachse
größer ist als der horizontale Abstand zwischen der Spitze des Derrickauslegers (18)
und der Oberwagendrehachse.
24. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuerverbindung zwei
separate und insbesondere diversitäre Datenverbindungen (91, 92) zwischen der Kransteuerung
(90) und der Antriebssteuerung (54) der Schwerlasttransportvorrichtung (50) umfasst,
wobei insbesondere eine erste Datenverbindung (91) einen Datenbus und/oder eine zweite
Datenverbindung (92) mindestens ein Sicherheitsschaltgerät (93, 94) mit einem Sicherheitsrelaiskontakt
umfasst, wobei die Steuerverbindung vorzugsweise zwei Nothalt-Signalketten mit einem
am Kran (10) angeordneten ersten Nothalt-Schalter (106) und einem an der Schwerlasttransportvorrichtung
(50) angeordneten zweiten Nothalt-Schalter (108) umfasst, wobei die Kransteuerung
(90) vorzugsweise eingerichtet ist, bei Betätigung eines der beiden Nothalt-Schalter
sämtliche Bewegungen des Krans (10) und der Schwerlasttransportvorrichtung (50) zu
stoppen.
25. Kran (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Steigungserfassungsvorrichtung
mit mindestens einem Sensor zur Erfassung einer Neigung des Derrickballasts (40),
insbesondere der Ballastplatte (42), wobei die Kransteuerung (90) vorzugsweise eingerichtet
ist, auf Grundlage der von der Steigungserfassungsvorrichtung bereitgestellten Daten
die Schwerlasttransportvorrichtung (50) derart zu steuern und/oder zu regeln, dass
eine aktuelle Geländesteigung ausgeglichen wird, insbesondere einen Antriebsdruck
des Antriebs der Schwerlasttransportvorrichtung (50) bei einer erkannten positiven
Geländesteigung zu erhöhen und bei einer erkannten negativen Geländesteigung zu verringern,
wobei der Kran (30) vorzugsweise ferner mindestens einen am Ballastwagen (44) und/oder
an der Ballastplatte (42) angeordneten Aktuator umfasst, mittels welchem die Ballastplatte
(42) und/oder der Ballastwagen (44) relativ zum Boden anhebbar oder verschwenkbar
ist, wobei die Kransteuerung (90) vorzugsweise eingerichtet ist, auf Grundlage der
von der Steigungserfassungsvorrichtung bereitgestellten Daten den mindestens einen
Aktuator derart zu steuern und/oder zu regeln, dass die Ballastplatte (42) in einer
horizontalen Ausrichtung gehalten wird.