[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer verfahrenstechnischen Anlage
zur Erzeugung von Olefinen sowie eine Anlage zum Durchführen des Verfahrens.
Hintergrund
[0003] Beim Dampfspalten wird ein sogenanntes Spaltgas (engl. Cracked Gas) erhalten, das
neben den Zielprodukten nicht umgesetzte Kohlenwasserstoffe und unerwünschte Nebenprodukte
enthält. Dieses Spaltgas wird in bekannten Verfahren zunächst einer Aufbereitung unterworfen,
bevor es einer Fraktionierung bzw. Trennung zur Gewinnung unterschiedlicher Kohlenwasserstoffe
bzw. Fraktionen zugeführt wird. Details sind in dem zitierten Artikel insbesondere
in Abschnitt 5.3.2.1, "Front-End Section" und 5.3.2.2., "Hydrocarbon Fractionation
Section", beschrieben.
[0004] Mitunter ist es erwünscht, durch Dampfspalten ethanreiche Einsätze unter Bildung
möglichst geringer Mengen an Nebenprodukten zu Ethylen umzusetzen. In diesem Zusammenhang
werden neben nicht umgesetztem Ethan auch beim Dampfspalten gebildete Kohlenwasserstoffe
mit drei und vier Kohlenstoffatomen typischerweise wieder in den oder die verwendeten
Reaktoren zurückgeführt.
[0005] Je nach Bedarf kann eine Hydrierung des gesamten Spaltgases oder bestimmter Fraktionen
im Zuge der Aufbereitung erfolgen. Diese dient insbesondere der Entfernung von Acetylenen.
[0006] Ein bekanntes Verfahren des Dampfspaltens ist in Figur 1 und der zugehörigen Beschreibung
der
EP 3 640 231 B1 beschrieben, welche durch Bezugnahme in diese Anmeldung aufgenommen ist. Dabei wird
einem Reaktor von der Anlagengrenze ein erstes Einsatzgas zugeführt. Es handelt sich
dabei im Wesentlichen um Paraffine, insbesondere um Ethan. Ferner wird dem Reaktor
ein weiteres bzw. zweites Einsatzgas zugeführt. Bei diesem zweiten Einsatzgas handelt
es sich um ein aus dem Verfahren zurückgeführtes Gasgemisch, das insbesondere Ethan
und Kohlenwasserstoffe mit drei und vier Kohlenstoffatomen enthält.
[0007] Alternativ zur Verwendung von Ethan (oder allgemeiner unter Normalbedingungen gasförmigen
Kohlenwasserstoffen) beim sogenannten "Gascracken" kann bei sogenanntem "Flüssigcracken"
auch Naphtha (oder können allgemeiner unter Normalbedingungen flüssige Kohlenwasserstoffe)
als erstes Einsatzgas verwendet werden. Je nach dem verwendeten Einsatz unterscheiden
sich die gebildeten Spaltgase mitunter deutlich.
[0008] Beim Steamcracken oder auch bei anderen Verfahren wie der Propandehydrierung werden
typischerweise alkanische Kohlenwasserstoffe bei vergleichsweise niedrigem Druck und
hohen Temperaturen zu den gewünschten Produkten in Form einer komplexen Kohlenwasserstoffmischung
(im Falle des Steamcrackens dem erwähnten Spaltgas) umgesetzt. Diese Kohlenwasserstoffmischung
wird im Folgenden in Produktfraktionen zerlegt, meist mittels Anwendung von thermischen
Trennverfahren unter erhöhtem Druck und verringerter Temperatur (d. h. Destillationen).
Hierzu wird einerseits Kohlenwasserstoffmischung (ggf. nach oder im Zuge der Entfernung
von Sauergasen) verdichtet und es erfolgt andererseits die Verdichtung von Kältemitteln,
die in der thermischen Trennung Anwendung finden.
[0009] Im Zuge des Hochtemperatur-Konversionsprozesses kann die eingesetzte Wärme, die zumeist
in Form von Unterfeuerung erzeugt wird, nicht ausschließlich für den gewünschten Konversionsprozess
genutzt werden und muss anderweitig nutzbar gemacht werden. Dies erfolgt typischerweise
in Form einer Dampferzeugung, beispielsweise im Zuge der Kühlung der umgesetzten Kohlenwasserstoffmischung
(Spaltgaskühlung) und/oder im Zuge der Wärmerückgewinnung in der sogenannten Konvektionszone
eines Steamcrackers, wobei der erzeugte Dampf wiederum zur Erzeugung von Wellenleistung
(mittels Dampfturbinen) für die o.g. Verdichtungsprozesse und/oder für Heizzwecke
genutzt wird. Die Nutzung für Heizzwecke erfolgt typsicherweise auf einem verringertem
Dampfdruckniveau und es wird eine entsprechende Menge Dampf aus den Turbinen auf verringerten
Druckniveaus bzw. bei verringerten Temperaturen extrahiert.
[0010] Die benötigte Wellenleistung ist in der Regel jedoch vergleichsweise hoch, wodurch
zusätzlicher Hochdruckdampf zur Erzeugung der Wellenleistung in Dampfkesseln erzeugt
und/oder in das Dampfsystem importiert werden muss. Weiterhin muss eine große Menge
Dampf zur maximalen Erzeugung von Wellenleistung mittels entsprechender Dampfturbinen
auf Vakuumbedingungen entspannt werden, wobei dieser Dampf anschließend nicht mehr
für Heizzwecke genutzt werden kann. Außerdem wird zur Erzeugung des Dampfes unter
anderem Cracker-Tailgas verwendet, welches unter Umständen größere Mengen Wasserstoff
beinhaltet, dessen selektive oder anderweitige Nutzung unter Umständen sinnvoller
sein kann. Bei dem Tailgas handelt es sich beispielsweise um eine in einem sogenannten
Demethanizer abgetrennte Fraktion, die überwiegend oder ausschließlich aus Methan
und Wasserstoff bestehen kann.
[0011] Der hohe Bedarf an Wellenleistung und das Decken dieses Bedarfs allein mit Dampfturbinen
erzeugt somit ein ineffizientes Energiesystem, bei dem große Mengen an Primärenergie
schließlich im Zuge einer Vakuumdampf-Kondensation an die Umgebung abgegeben werden.
[0012] Hinzu kommt, dass die thermische Nutzung auf unterschiedlichen Druckniveaus erfolgt,
so dass in der Regel mehrere Extraktionsturbinen zum Einsatz kommen müssen. Hierdurch
ergeben sich gewisse Beschränkungen in den verwendbaren Antriebsmöglichkeiten.
[0013] Daher besteht Bedarf an der Verbesserung der Effizienz des Gesamtsystems, insbesondere
im Hinblick auf die erwähnten Beschränkungen.
Offenbarung der Erfindung
[0014] Vor diesem Hintergrund schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung
von Olefinen sowie eine entsprechende Anlage zur Durchführung des Verfahrens mit den
Merkmalen der unabhängigen Ansprüche vor. Bevorzugte Ausgestaltungen sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
[0015] Vor der Erläuterung der Vorteile der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend einige
bei der Beschreibung der Erfindung verwendete Begriffe näher definiert.
[0016] Die vorliegende Anmeldung verwendet zur Charakterisierung von Drücken und Temperaturen
die Begriffe "Druckniveau" und "Temperaturniveau", wodurch zum Ausdruck gebracht werden
soll, dass entsprechende Drücke und Temperaturen in einer entsprechenden Anlage nicht
in Form exakter Druck- bzw. Temperaturwerte verwendet werden müssen. Jedoch bewegen
sich derartige Drücke und Temperaturen typischerweise in bestimmten Bereichen, die
beispielsweise ± 1 %, 5%, 1 0%, 20% oder 25% um einen Mittelwert liegen. Entsprechende
Druckniveaus und Temperaturniveaus können in disjunkten Bereichen liegen oder in Bereichen,
die einander überlappen. Dasselbe Druckniveau kann beispielsweise auch noch vorliegen,
wenn es zu unvermeidlichen Druckverlusten kommt. Entsprechendes gilt für Temperaturniveaus.
Bei den hier in bar angegebenen Druckniveaus handelt es sich um Absolutdrücke.
[0017] Unter Niederdruckdampf soll hier allgemein Dampf auf einem Druckniveau von 1 bis
10 bar, insbesondere von 4 bis 8 bar, unter Mitteldruckdampf Dampf auf einem Druckniveau
von 10 bis 30 bar, insbesondere von 15 bis 25 bar, unter Hochdruckdampf Dampf auf
einem Druckniveau von 30 bis 60 bar, insbesondere von 35 bis 50 bar, und unter Superhochdruckdampf
Dampf auf einem Druckniveau von 60 bis 175 bar, insbesondere von 80 bis 125 bar, verstanden
werden.
[0018] Die vorliegende Erfindung schlägt ein Verfahren zum Betreiben einer verfahrenstechnischen
Anlage vor, durch die Olefine erzeugt werden, wobei unter Verwendung von Restwärme
Dampf erzeugt wird. In dem Verfahren wird eine Verdichtermaschine zum Verdichten eines
Arbeitsmediums verwendet, wobei die Verdichtermaschine unter Verwendung einer Dampfturbine
angetrieben wird. Dazu ist eine Welle dieser Dampfturbine beispielweise drehmomentübertragend
mit einer Welle der Verdichtermaschine verbunden.
[0019] Bei dem Arbeitsmedium, das durch die Verdichtermaschine verdichtet wird, kann es
sich insbesondere um eine Produktfraktion und/oder ein Kältemittel und/oder ein anderes
Arbeitsmedium handeln. Zum Betreiben der Dampfturbine wird dabei der Dampf verwendet,
der unter Verwendung der Restwärme (oder auch nur eines Teils hiervon) erzeugt wird,
wobei aus einer Extraktionsstufe der Dampfturbine zumindest ein Teil des zum Betreiben
der Dampfturbine verwendeten Dampfs auf einem überatmosphärischen Druckniveau, insbesondere
auf einem Druckniveau von mindestens 2 bar (d.h. insbesondere als Niedrigdruckdampf,
aber nicht als Vakuumdampf) extrahiert wird.
[0020] Die Verdichtermaschine wird neben der Dampfturbine ferner unter Verwendung einer
elektrischen Maschine betrieben, wobei die Leistung der elektrischen Maschine einstellbar
ist. Die Welle der elektrischen Maschine ist dazu beispielsweise drehmomentübertragend
an einen Strang aus Verdichtermaschine und Dampfturbine gekoppelt, um dieser zur Erzeugung
der notwendigen Wellenleistung zu unterstützen bzw. bei Erzeugung überschüssiger Wellenleistung
einen Teil der von der Dampfturbine erzeugten Wellenleistung in elektrische Energie
umzuwandeln. Es handelt sich bei dem vorgeschlagenen Antrieb also um einen Hybridantrieb
unter Verwendung der Dampfturbine und der elektrischen Maschine.
[0021] Die elektrische Maschine muss dabei nicht direkt an die Dampfturbine gekoppelt sein,
sondern es kann sich um einen beliebigen mechanisch gekoppelten Strang handeln, der
Verdichter, Dampfturbine und die elektrische Maschine umfasst. "Mechanisch gekoppelt"
umfasst dabei, dass der Strang an einer beliebigen Stelle mit Kupplungen und/oder
Getrieben diverser Bauform, zum Beispiel zur Übersetzung zwischen zwei oder mehrerer
Wellen und/oder als Drehzahlregelgetriebe, ausgeführt sein kann. Die Stranganordnung
kann weiterhin unterschiedlich ausfallen und beispielsweise eine "Einwellenanordnung"
mit beliebiger Reihenfolge sein. Dabei kann die Dampfturbine an mehrere Verdichtergehäuse
gekoppelt sein, wobei die elektrische Maschine den Verdichtergehäusen nachgeschaltet
ist. Weiterhin können diverse Zwischengetriebe, wie beispielsweise ein hydraulisch
oder elektrisch geregeltes Getriebe, oder einfach drehzahlregelbares Getriebe beliebiger
Bauart, zwischen die elektrische Maschine und die Verdichtermaschinen zwischengeschaltet
sein. In einer weiteren Stranganordnung kann ein sog. "Getriebeturbo" genutzt werden,
bei dem ein Getriebe zur gleichzeitigen Übersetzung auf mehrere Wellen auf denen Verdichterstufen
und die Dampfturbine angeordnet sein können, verwendet werden.
[0022] In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass, wenn hier die Rede von "einer" Verdichtermaschine
im Singular die Rede ist, die unter Verwendung "einer" Dampfturbine im Singular angetrieben
wird, selbstverständlich nicht ausgeschlossen ist, dass auch weitere Dampfturbinen
entsprechend betrieben werden können, und dass der Antrieb der einen, einer von mehreren,
oder mehrerer Verdichtermaschinen auch unter Verwendung mehrerer Dampfturbinen erfolgen
kann. Beliebige Antriebskombinationen sind möglich. Ferner kann in dem hier vorgeschlagenen
Verfahren auch wenigstens eine nicht im erläuterten Sinne hybrid angetriebene Verdichtermaschine
vorgesehen sein, so dass also wenigstens eine Verdichtermaschine ausschließlich (oder
im Wesentlichen, beispielsweise zu mehr als 90% ihrer Antriebsleistung) unter Verwendung
einer Dampfturbine angetrieben wird.
[0023] Durch das vorgeschlagene Verfahren wird vorteilhafterweise ermöglicht, die Verdichtermaschine,
die mit der Dampfturbine und der elektrischen Maschine, also hybrid, betrieben wird,
bei unterschiedlichen Leistungsanforderungen, also unterschiedlichen erforderlichen
Drehzahlen, zu betreiben. Insbesondere ist dies auch bei unterschiedlicher Leistungsbereitstellung
durch die Dampfturbine möglich. Die elektrische Maschine ist dabei insbesondere in
der Lage, die durch die Verdichtermaschine erforderliche Leistung und durch die Dampfturbine
erzeugte Leistung zu bilanzieren, indem der Leistungsunterschied zwischen der von
der Dampfturbine erzeugten Leistung und der von der Verdichtermaschine benötigten
zu- bzw. abgeführt wird. So wird beispielsweise in einem Fall, in dem die Verdichtermaschine
eine hohe Leistungsanforderung hat, aber aufgrund geringer Mengen an Dampf von der
Dampfturbine nur eine geringe Leistung bereitgestellt werden kann, die verbleibende
Leistung von der elektrischen Maschine zugeführt. Gleiches gilt für den gegenteiligen
Fall, in dem die Verdichtermaschine lediglich eine geringe Leistungsanforderung hat,
aber von der Dampfturbine eine hohe Leistung erzeugt wird. In diesem Fall kann die
von der Dampfturbine erzeugte überschüssige Leistung von der elektrischen Maschine
in elektrischen Strom umgewandelt werden, der entweder gespeichert oder anderen Lasten
zugeführt werden kann. Allgemein ausgedrückt kann die elektrische Maschine die Leistung
in allen Fällen bilanzieren, insbesondere unabhängig von der Leistung der Dampfturbine.
[0024] Dadurch kann die unterfeuerte Leistung (beispielsweise in den Dampfkesseln zur Erzeugung
von weiterem Hochdruckdampf) erheblich reduziert und die Energieausnutzung aus der
verbleibenden unterfeuerten Leistung gesteigert werden, da durch die elektrischen
Maschinen vorzugsweise Dampfkraftprozesse in der Anlage ersetzt werden, welche den
Dampf auf ein nicht nutzbares Druck- und Temperaturniveau entspannen. Solche Dampfkraftprozesse
haben verfahrenstechnischen Anlagen zur Erzeugung Olefin eine Effizienz von unter
30 % (MW Wellenleistung / MW unterfeuerte Leistung). Wenn dem importierten Strombedarf
zum Antreiben der elektrischen Maschine/n beispielsweise eine Erzeugungseffizienz
von 37,5 % oder höher (MW elektrische Leistung / MW unterfeuerte Leistung) zugrunde
gelegt wird, kann die Gesamtenergieeffizienz somit erheblich gesteigert werden. Weiterhin
können die direkten Emissionen aufgrund der Elektrifizierung und der Effizienzsteigerung
erheblich reduziert werden. Die Anwendung des Verfahrens ist dabei in Situationen,
in denen Primärenergiekosten, also Kosten für den Brennstoff zur Unterfeuerung, hoch
und Stromkosten vergleichsweise mäßig oder niedrig sind, besonders kostengünstig.
[0025] Insbesondere für den Fall, dass die Reduktion der Unterfeuerung zu einem Netto-Export
von Cracker-Tailgas führt und dieses reich an Wasserstoff ist, könnte überwiegend
die Methanfraktion exportiert werden, was zu einer überproportionalen Reduktion der
direkten Kohlendioxidemissionen und damit zu einer Maximierung der Wasserstofffeuerung
führt. Umgekehrt ist es ebenso möglich, wasserstoffreiches Gas zu exportieren, falls
ein Wasserstoffbedarf am Standort der verfahrenstechnischen Anlage vorliegt.
[0026] In einer Ausführungsform kann die Leistung der elektrischen Maschine, die an die
Verdichtermaschine und Dampfturbine gekoppelt ist, so eingestellt werden, dass die
von der Verdichtermaschine benötigte Wellenleistung zur Verfügung gestellt wird (im
Sinne der bereits oben beschriebenen Leistungsbilanzierung). Dadurch wird die Effizienz
des Energiesystems erhöht, da der zusätzliche Import von Hochdruckdampf zur Erzeugung
von zusätzlicher Wellenleistung mittels Dampfturbine nicht mehr notwendig ist.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform wird die elektrische Maschine dazu als Elektromotor,
dem Strang aus Verdichtermaschine und Dampfturbine Leistung zuführt, oder als Generator,
der von dem Strang aus Verdichtermaschine und Dampfturbine erzeugte Leistung in elektrische
Energie umwandelt, betrieben. Insbesondere kann, wenn die elektrische Maschine als
Generator betrieben wird, die umgewandelte elektrische Energie zum Betreiben weiterer
Verdichtermaschinen, die nicht von einer Dampfturbine betrieben werden, verwendet
werden. Dabei ist es insbesondere möglich, dass die elektrische Maschine, die an den
Strang aus Verdichtermaschine und Dampfturbine gekoppelt ist, dazu ausgelegt ist,
in Abhängigkeit von der vorliegenden Situation, entweder als Elektromotor oder als
Generator betrieben zu werden und zwischen den beiden Betriebsmodi zu wechseln.
[0028] Die elektrische Maschine kann somit entweder als Elektromotor zur Unterstützung der
Verdichtermaschine und/oder Dampfturbine verwendet werden oder als Generator zur Erzeugung
von Strom, der später im Prozess oder in einem anderen Teil des Standorts in der die
verfahrenstechnische Anlage betrieben wird, verwendet werden kann. Dadurch ist das
Verfahren flexibel einsetzbar und kann in einer Situation, in der durch die Dampfturbinen
mehr Leistung erzeugt wird als durch die gekoppelte Verdichtermaschine verbraucht
wird, Elektrizität erzeugen, die gespeichert, an einem anderen Ort am Standort genutzt
oder ins allgemeine Stromnetz eingespeist verwendet werden kann.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform wird die elektrische Maschine zur Leistungseinstellung
über einen Frequenzumrichter, insbesondere einen rückspeisefähigen Frequenzumrichter,
an die elektrische Energieversorgung gekoppelt.
[0030] Durch die Verwendung eines Frequenzumrichters kann der Betrieb der elektrischen Maschine
flexibel an die notwendige Betriebsbedingungen angepasst werden, wodurch das Verfahren
in einer Vielzahl von Situation eingesetzt werden kann. Dadurch wird die Effizienz
des Energiesystems aus Dampfturbine und elektrischer Maschine erhöht.
[0031] Durch die Nutzung eines rückspeisefähigen Frequenzumrichters kann die elektrische
Maschine in einfacher, flexibler und kostengünstiger Weise als Elektromotor und Generator
betrieben werden. In Abhängigkeit wechselnder Betriebszustände von Verdichtermaschine
und Dampfturbine und der entsprechenden Leistungsbilanz kann die elektrische Maschine
beispielsweise insbesondere bei hohen Turbinenleistungen als Generator agieren und
Elektrizität erzeugen, die gespeichert, an einem anderen Ort am Standort genutzt oder
ins allgemeine Stromnetz eingespeist verwendet werden kann, wie bereits weiter oben
beschreiben.
[0032] In einer weiteren Ausführungsform ist die elektrische Maschine zur Leistungseinstellung
über ein Drehzahlregelgetriebe mit Überlagerungsmotor an die Verdichtermaschine/Dampfturbine
gekoppelt, wobei die elektrische Maschine selbst hierbei insbesondere als Festdrehzahlmotor
ausgeführt ist.
[0033] In einer weiteren Ausführungsform ist die elektrische Maschine zur Leistungseinstellung
über ein hydraulisches Drehzahlregelgetriebe an die Verdichtermaschine/Dampfturbine
gekoppelt, wobei die elektrische Maschine selbst hierbei insbesondere als Festdrehzahlmotor
ausgeführt ist.
[0034] Durch die Verwendung einer der drei Ausführungsformen der elektrischen Maschine,
Frequenzumrichter, Drehzahlregelgetriebe mit Überlagerungsmotor und Hydraulisches
Drehzahlregelgetriebe, kann die Leistungseinstellung der elektrischen Maschine insbesondere
nicht nur durch das Design des Motors selbst erreicht werden, sondern auch durch die
weiteren Komponenten im gesamten Strang, wodurch eine flexible Anpassung der Leistung
ermöglicht wird.
[0035] In einer Ausführungsform wird aus der Extraktionsstufe der Dampfturbine zumindest
ein Teil des zum Betreiben der Dampfmaschine verwendeten Dampfs auf einem Druckniveau
zwischen einschließlich 2 bar bis einschließlich 80 bar (Niedrigdruckdampf), insbesondere
4 bis 8 bar, oder 10 bis 30 bar (Mitteldruckdampf), insbesondere 15 bis 25 bar, 30
bis 60 bar (Hochdruckdampf), beispielsweise 35 bis 50 bar, extrahiert.
[0036] Dadurch wird ermöglicht, dass aus dem Dampfkreislauf der eine oder mehrere Dampfturbinen
enthält, Dampf verschiedener Druckniveaus, insbesondere Superhochdruck, Hochdruck,
Mitteldruck und/oder Niedrigdruck extrahiert werden kann. Damit ist es vorteilhafterweise
möglich Dampf eines benötigten Dampfdruckniveaus, der an anderen Stellen des Prozesses
oder in anderen verfahrenstechnischen Anlagen, die am selben Standort wie die verfahrenstechnische
Anlage in der das Verfahren durchgeführt wird, bereitzustellen.
[0037] Hiermit bekommt die Dampfturbine nicht mehr primär die Aufgabe zur Erzeugung von
Wellenleistung, sondern sie wird hauptsächlich zur Bereitstellung der Dampfmengen
auf den jeweiligen Druckniveaus der thermischen Konsumenten verwendet, was zu den
oben beschriebenen Effizienzverbesserungen beiträgt.
[0038] Gemäß einer Ausführungsform ist die Verdichtermaschine Teil eines Rohgas- oder Kältemittelverdichters
oder wird als Rohgas- oder Kältemittelverdichter betrieben. Ein Rohgasverdichter ist
insbesondere mehrstufig ausgebildet und verdichtet insbesondere einen wesentlichen
Teil eines in dem Verfahren gebildeten Produktgemischs. Ein Kältemittelverdichter
kann ebenfalls mehrstufig ausgebildet sein und Teil einer Kältemaschine oder eines
Kältemittelkreislaufs sein, in der bzw. dem ein übliches Kältemittel wie bspw. Propylen
oder Ethylen ("C3-Kältemittel", "C2-Kältemittel") verwendet wird.
[0039] In einer Ausführungsform sind mindestens zwei Verdichtermaschinen zur Verdichtung
von Arbeitsmedien vorgesehen, wobei mindestens eine Verdichtermaschine Teil eines
Rohgasverdichters ist oder als Rohgasverdichter betrieben wird und mindestens eine
Verdichtermaschine Teil eines Kältemittelverdichters ist oder als Kältemittelverdichter
betrieben wird.
[0040] Gemäß einer weiteren Ausführungsform werden Verdichtermaschinen, die nicht von einer
Dampfturbine angetrieben werden, von einem Elektromotor oder jeweils einem Elektromotor
angetrieben. Dabei weisen, insbesondere bei der Verwendung mehrerer Elektromotoren
alle Elektromotoren eine ähnlich hohe Nennleistung und Nenndrehzahl auf, so dass standardisierte
Elektromotoren und Leistungsregelungselektronik zum Einsatz kommen kann.
[0041] Dadurch lassen sich weniger Dampfturbinen in der Anlage zur Durchführung des Verfahrens
vorsehen, mit denen zusätzlich durch mit diesen verbundenen elektrischen Maschinen
Strom erzeugt werden kann, der für den Betrieb der weiteren Verdichtungsmaschinen
verwendet werden kann.
[0042] In einer Ausführungsform wird weniger als 10% einer zu der Dampfturbine geführten
Gesamtdampfmenge auf unter 2 bar entspannt und mittels eines Kondensators kondensiert.
[0043] Das Verfahren kann dadurch derart ausgelegt werden, dass ein Kondensator zum Kondensieren
einer auf Umgebungs- oder Vakuumbedingungen entspannen Dampfmenge nicht vorgesehen
werden muss bzw. die Größe des vorgesehenen Kondensators geringgehalten werden kann.
Damit kann die verfahrenstechnische Anlage, in der das Verfahren durchgeführt wird,
kostenmäßig und in Hinblick auf die Energieeffizienz optimiert werden.
[0044] Wie bereits oben beschrieben wird die Dampfturbine in diesem Kontext hauptsächlich
als Gegendruckturbine zur Bereitstellung der Dampfmengen auf den jeweiligen Druckniveaus
der thermischen Konsumenten verwendet, statt dass der Dampf auf ein nicht nutzbares
Temperaturniveau entspannt wird, was zu den oben beschriebenen Effizienzverbesserungen
beiträgt.
[0045] In einer weiteren Ausführungsform wird über 90% der zu der Dampfturbine geführten
Gesamtdampfmenge unter Verwendung der Restwärme erzeugt, sodass weniger als 10% einer
Dampfmenge von einem Boiler erzeugt werden müssen.
[0046] Das Verfahren kann dadurch vorteilhafterweise derart ausgelegt werden, dass ein Boiler
zur Bilanzierung nicht vorgesehen werden muss bzw. die Anzahl und/oder Größe der Boiler
geringgehalten werden kann, da lediglich der Dampf aus der Restwärme des Hochtemperatur-Konversionsprozesses
für Gegendruckturbinen sowie zur thermischen Nutzung verwendet wird. Damit kann die
verfahrenstechnische Anlage, in der das Verfahren durchgeführt wird, kostenmäßig und
in Hinblick auf die Energieeffizienz optimiert werden.
[0047] Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Erzeugung von Olefinen weiterhin
eine Wärmepumpe, die von einer Dampfturbine und einer mit der Dampfturbine gekoppelten
elektrischen Maschine betrieben wird.
[0048] Dadurch lässt sich die Bilanzierung eines oder mehrerer Dampfdruckniveaus flexibler
gestalten.
[0049] Gemäß einer Ausführungsform umfasst die Vorrichtung zur Erzeugung von Olefinen weiterhin
eine Verdichtermaschine, die mit einer Gasturbine angetrieben wird, wobei die Verdichtermaschine
zusätzlich mit einer elektrischen Maschine betrieben wird, welche drehmomentübertragend
an den Strang aus Verdichtermaschine und Gasturbine gekoppelt ist. Die Leistung der
elektrischen Maschine ist dabei einstellbar, sodass die von der Verdichtermaschine
benötigte Leistung durch die Gasturbine und die elektrische Maschine zur Verfügung
gestellt wird.
[0050] Dadurch ist es möglich, die in der verfahrenstechnischen Anlage benötigte Leistung
in Form von Wellenleistung und/oder Strom teilweise durch eine Gasturbine bereitzustellen,
was die Gesamtausnutzung des eingesetzten Brenngases weiter verbessern kann und somit
die Gesamteffizienz der verfahrenstechnischen Anlage weiter erhöhen kann, ähnlich
wie es sich bei der Effizienz eines Gas-und-Dampf-Kombikraftwerkes im Vergleich zu
einem simplen Dampfkraftwerk verhält.
[0051] Die vorgeschlagene Anlage zur Erzeugung von Olefinen ist dafür eingerichtet, ein
Verfahren gemäß einer der vorgestellten Varianten durchzuführen. Zu weiteren Merkmalen
und Vorteilen einer solchen Anlage und Ausgestaltungen hiervon wird daher auf die
obigen Erläuterungen betreffend das erfindungsgemäß vorgeschlagene Verfahren und den
Ausgestaltungen ausdrücklich verwiesen, da diese hierfür in gleicher Weise gelten.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0052]
Figur 1 zeigt ein Blockdiagram einer nicht-erfindungsgemäßen verfahrenstechnischen
Anlage zur Erzeugung von Olefinen;
Figuren 2 zeigt ein Blockdiagramm einer verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt sind und einen teilelektrifizierten Strang aus Verdichter, Dampfturbine
und Elektromotor sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine aufweist;
Figur 3 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und zwei teilelektrifizierte Stränge aus Verdichter, Dampfturbine und
Elektromotor sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine aufweist;
Figur 4 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und zwei teilelektrifizierte Stränge aus Verdichter, Dampfturbine und
Elektromotor sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine aufweist;
Figur 5 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und einen teilelektrifizierten Strang aus Verdichter, Dampfturbine und
Elektromotor sowie zwei vollelektrifizierte Verdichtermaschinen aufweist;
Figur 6 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und einen teilelektrifizierten Strang aus Verdichter, Dampfturbine und
Elektromotor, einen teilelektrifizierten Strang aus Wärmepumpe, Dampfturbine und Elektromotor
sowie zwei vollelektrifizierte Verdichtermaschinen aufweist;
Figur 7a zeigt ein Blockdiagram einer nicht-erfindungsgemäßen verfahrenstechnischen
Anlage zur Erzeugung von Olefinen bei der nur der Superhochdruckstufe Dampf zugeführt
wird; und
Figur 7b zeigt ein Blockdiagram einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist, bei der nur der Superhochdruckstufe Dampf zugeführt wird und die einen
teilelektrifizierten Strang aus Verdichter, Dampfturbine und Elektromotor sowie zwei
vollelektrifizierte Verdichtermaschinen aufweist.
Ausführungsformen der Erfindung
[0053] Die nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen werden zu dem Zweck beschrieben,
den Leser beim Verständnis der beanspruchten und zuvor erläuterten Merkmale zu unterstützen.
Sie stellen lediglich repräsentative Beispiele dar und sollen hinsichtlich der Merkmale
der Erfindung nicht abschließend und/oder beschränkend betrachtet werden. Es versteht
sich, dass die zuvor und nachfolgend beschriebenen Vorteile, Ausführungsformen, Beispiele,
Funktionen, Merkmale, Strukturen und/oder anderen Aspekte nicht als Beschränkungen
des Umfangs der Erfindung, wie er in den Ansprüchen definiert ist, oder als Beschränkungen
von Äquivalenten zu den Ansprüchen zu betrachten sind, und dass andere Ausführungsformen
verwendet und Änderungen vorgenommen werden können, ohne vom Umfang der beanspruchten
Erfindung abzuweichen.
[0054] Unterschiedliche Ausführungsformen der Erfindung können weitere zweckmäßige Kombinationen
der beschriebenen Elemente, Komponenten, Merkmale, Teile, Schritte, Mittel usw. umfassen,
aus ihnen bestehen oder im Wesentlichen aus ihnen bestehen, auch wenn solche Kombinationen
hier nicht spezifisch beschrieben sind. Darüber hinaus kann die Offenbarung andere
Erfindungen umfassen, die gegenwärtig nicht beansprucht sind, die aber in Zukunft
beansprucht werden können, insbesondere wenn sie vom Umfang der unabhängigen Ansprüche
umfasst sind.
[0055] Erläuterungen, die sich auf Vorrichtungen, Apparate, Anordnungen, Systeme usw. gemäß
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beziehen, können auch für Verfahren,
Prozesse, Methoden usw. gemäß den Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung gelten
und umgekehrt. Gleiche, gleich wirkende, in ihrer Funktion einander entsprechende,
baulich identisch oder vergleichbar aufgebaute Elemente, Verfahrensschritte usw. können
mit identischen Bezugszeichen angegeben sein.
[0056] Weiterhin sind die folgenden angegebenen Dampfmengen und Leistungen nur als Beispiele
zu verstehen die nicht einschränkend wirken sollen, sondern lediglich dem Verständnis
dienen.
[0057] In Figur 1 ist ein Blockdiagram eines Dampfsystems einer nicht-erfindungsgemäßen
verfahrenstechnischen Anlage, insbesondere eines Flüssigcrackers, zur Erzeugung von
Olefinen gezeigt. Diese verfügt über vier Haupt-Dampfdruckstufen: eine Superhochdruck-
(engl.: Super High Pressure, SHP), eine Hochdruck- (engl.: High Pressure, HP), eine
Mitteldruck- (engl.: Medium Pressure, MP) und eine Niedrigdruckstufe (engl.: Low Pressure,
LP).
[0058] Der Hochtemperatur-Prozess zur Erzeugung der Olefine erzeugt dabei 620 t/h Superhochdruckdampf,
welcher der Superhochdruckstufe SHP des Dampfsystems zugeführt wird. Auf den weiteren
Druckstufen (HP, MP und LP) erfolgt jeweils ein Verbrauch und/oder eine Zuführung
von Dampf aufgrund anderer Prozesse, wie z.B. Betrieb von kleinen Gegendruckturbinen,
thermischem Verbrauch und/oder Im-/Export von Dampf von/zu anderen Teilen der verfahrenstechnischen
Anlagen oder anderen verfahrenstechnischen Anlagen die am gleichen Standort betrieben
werden.
[0059] Drei Verdichtermaschinen 21, 22, 23, die insbesondere Teil einer Kältemaschine und/oder
Rohgasmaschine sein können um Produktfraktionen und/oder Kältemitteln und/oder anderen
Arbeitsmedien zu verdichten, werden jeweils mit einer Dampfturbine 1a, 1b, 1c, welche
im gezeigten Fall Extraktionsturbinen sind, angetrieben, wobei durch die Dampfturbinen
1a, 1b, 1c Dampf mindestens zum Teil auf einem Druckniveau zwischen 2 bar und 80 bar
a extrahiert wird. Die Verdichtermaschinen 21, 22, 23 sind dabei insbesondere unterschiedlich
groß bzw. weisen unterschiedliche Leistungsanforderungen auf. Dabei wird die erste
Verdichtermaschine 21, welche den größten Leistungsbedarf aufweist (65 MWj, von der
ersten Dampfturbine 1a, die Superhochdruckdampf zur Erzeugung von Wellenleistung verwendet,
betrieben, während die zweite bzw. dritte Verdichtermaschine 22, 23, die einen geringeren
Leistungsbedarf aufweisen (22 MW bzw. 36 MWj, von der zweiten bzw. dritten Dampfturbinen
1b, 1c betrieben, die Hochdruckdampf zur Wellenleistungserzeugung verwenden. Die drei
Dampfturbinen 1a, 1b, 1c regeln gleichzeitig die Massenbilanz des Superhochdruckdampfs,
Mitteldruckdampfs und Niedrigdruckdampfs. Die Massenbilanz der Hochdruckstufe wird
über den Import von Hochdruckdampf aus einem Hochdruck-Boiler (nicht gezeigt) geregelt.
[0060] Aufgrund des hohen Bedarfs an Wellenleistung entspannen die Dampfturbinen zusätzlich
Dampf auf Vakuumbedingungen. Der Energiebedarf zur Erzeugung der benötigten Wellenleistung
der Verdichtermaschinen 21, 22, 23 wird damit vollständig gedeckt, sodass die Energiebilanz
ausgeglichen ist.
[0061] Insbesondere werden von der ersten Dampfturbine 1a 128 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen
entspannt und aus dieser extrahiert. Die verbleibende Menge an der ersten Dampfturbine
1a zugeführtem Superhochdruckdampf (492 t/h) wird zu Hochdruckdampf entspannt und
der Hochdruckstufe HP zugeführt. Dabei erzeugt die erste Dampfturbine 1a eine Leistung
von 65 MW mit der die erste Verdichtermaschine 21 angetrieben wird und bilanziert
die Superhochdruckstufe SHP, indem dieser 620 t/h Dampf entnommen werden.
[0062] Der Hochdruckstufe HP werden weiterhin 237 t/h Dampf aus einem Hochdruckboiler (nicht
gezeigt) zugeführt mit der die Hochdruckstufe HP bilanziert wird. Weiterhin werden
350 t/h Dampf aus der Hochdruckstufe HP abgeführt.
[0063] Die zweite Dampfturbine 1b erzeugt aus 159 t/h Hochdruckdampf eine Leistung von 22
MW mit der die zweite Verdichtermaschine 22 angetrieben wird. Dazu werden 79 t/h Dampf
auf Vakuumbedingungen entspannt und extrahiert. Die verbleibenden 80 t/h werden als
Mitteldruckdampf der Mitteldruckstufe MP zu deren Bilanzierung zugeführt. In die Mitteldruckstufe
MP werden weiterhin 140 t/h Dampf importiert und aus der Mitteldruckstufe MP 220 t/h
Dampf exportiert.
[0064] Die dritte Dampfturbine 1c verwendet die verbleibende Menge an Hochdruckdampf (220
t/h) um 36 MW Leistung für den Betrieb der dritten Verdichtermaschine 23 zu erzeugen.
Dazu werden 120 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen entspannt und extrahiert und 100 t/h
Niedrigdruckdampf der Niedrigdruckstufe LP zugeführt um diese zu bilanzieren. Der
Niedrigdruckstufe LP werden zusätzlich 200 t/h Damp zugeführt und aus dieser insgesamt
300 t/h Dampf abgeführt.
[0065] Der Gesamtprozess (einschließlich der Prozessseite, in den Figuren nicht im Detail
gezeigt) hat dabei einen Energiebedarf von ca. 21,11 GJ/t Ethylen und Propylen.
[0066] Figur 2 zeigt ein Blockdiagramm einer verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt sind und einen teilelektrifizierten Strang aus Verdichtermaschinen 21, 21a,
21b, Dampfturbine 1a und Elektromotor 3a sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine
22 aufweist. Während in den folgenden Figuren die Stränge aus Verdichtermaschine und
Dampfturbine mit nur einer Verdichtermaschine gezeigt sind, ist es grundsätzlich möglich,
dass die Stränge mehrere nacheinander, wie im gezeigten Strang der Figur 2, oder parallel
geschaltete Verdichtermaschinen 21, 21a, 21b aufweisen. Weiterhin ist die Anordnung
des Elektromotors 3a an die Dampfturbine 1a nicht einschränkend zu sehen. Der Elektromotor
kann im Strang aus Dampfturbine 1a und Verdichtermaschinen 21, 21a, 21b an die Verdichtermaschine
21b gekoppelt werden. Außerdem ist die Anordnung von Verdichtermaschinen 21, 21a,
21b und Dampfturbine 1a nicht fest vorgegeben, sondern kann in beliebiger Reihenfolge
erfolgen. Weiterhin ist es möglich, dass zwischen den verschiedenen Elementen eines
Strangs weiterhin Zwischengetriebe angeordnet sind. Des Weiteren ist insbesondere
zu beachten, dass bei der Verbindung des Elektromotors 3a an den Strang ein Getriebe,
beispielsweise ein hydraulisches Getriebe oder ein Getriebe beliebiger anderer Bauart,
zwischengeschaltet werden kann, mit dem die Leistung des Elektromotors 3a eingestellt
werden kann. Dabei kann insbesondere auch mehr als ein Elektromotor 3a mit dem Strang
aus Dampfturbine 1a und Verdichtermaschinen 21, 21a, 21b gekoppelt werden. Weiterhin
ist es möglich, dass an dem Stromanschluss des Elektromotors 3a ein Frequenzumrichter
vorhanden ist, sodass die Leistung des Elektromotors 3a über den Frequenzumrichter
einstellbar ist und der Motor auch als Generator betrieben werden kann. Gleiche Bezugszeichen
beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere Details wird auf die obere Beschreibung
verwiesen wird.
[0067] In der gezeigten Ausführungsform wird die zweite Verdichtermaschine 22 mit einer
zweiten elektrischen Maschine 3b vollständig elektrisch betrieben. Die zum Betrieb
notwendige Leistung (22 MW) werden dazu der zweiten elektrischen Maschine 3b von extern
zugeführt. Durch den Betrieb einer der zweiten Verdichtermaschinen 22 vollelektrisch
wird die zweite Dampfturbine 1b zwischen der Hochdruckstufe HP und der Mitteldruckstufe
MP nicht mehr eingesetzt, wodurch die Möglichkeit zur Bilanzierung der Mitteldruckstufe
MP mittels der zweiten Dampfturbine 1b entfällt.
[0068] Zur Kompensation der entfallenen Bilanzierung der Mitteldruckstufe MP wird die erste
Verdichtermaschine 1a mit der Dampfturbine 1a betrieben, die als Gegendruckturbine
ausgeführt ist und mit einer drehzahlgeregelten ersten elektrischen Maschine 3a gekoppelt
ist, wodurch die die Regelung zweier Dampfdruckstufen, der Superhochdruckstufe SHP
und der Mitteldruckstufe MP, erreicht werden kann. Durch die erste elektrische Maschine
3a wird weiterhin die Leistungsbilanz der ersten Verdichtermaschine 21 geschlossen.
Die erste elektrische Maschine 3a hat dabei eine ähnliche Leistung wie die zweite
elektrische Maschine 3b, die zum Antreiben der zweiten Verdichtermaschinen 22 verwendet
wird.
[0069] In der gezeigten Ausführungsform werden der Superhochdruckstufe SHP dabei 620 t/h
Dampf zugeführt aus denen die erste Dampfturbine 41 MW Leistung erzeugt mit denen
die erste Verdichtermaschine 21 betrieben wird. Da diese einen Leistungsbedarf von
65 MW hat, erzeugt in dieser Ausführungsform die erste elektrische Maschine 3a eine
Leistung von 24 MW. Dabei führt die erste Dampfturbine der Hochdruckstufe HP 540 t/h
Hochdruckdampf und der Mittedruckstufe 80 t/h Mitteldruckdampf zu. Der Verbrauch an
Hochdruckdampf für externe Prozesse beträgt weiterhin 350 t/h und für den Betrieb
der dritten Dampfturbine 1c werden 221 t/h benötigt, sodass der Hochdruckstufe von
einem externen Hochdruckdampfboiler 31 t/h Hochdruckdampf zugeführt werden müssen.
[0070] Die für den Betrieb der nicht-elektrisch betriebenen dritten Verdichtermaschine 23
notwendige Leistung (36 MW) wird von der dritten Dampfturbine 1c durch entspannen
von Hochdruckdampf (221 t/h) aus der Hochdruckstufe HP auf Vakuumbedingungen (121t/h)
und erzeugen von Niedrigdruckdampf (100 t/h), der der Niedrigdruckstufe LP zugeführt
wird, gedeckt.
[0071] Im Vergleich zu bisherigen Prozessen (siehe Figur 1) sinkt der Bedarf an Hochdruckdampf
um 206 t/h. Gleichzeitig wird auch die Menge an auf Vakuumbedingungen entspannten
Dampf von 327 t/h auf 121 t/h reduziert und der Energiebedarf sinkt auf 20,36 GJ/t
Ethylen und Propylen. Hierbei wurde ein Effizienzfaktor von 37.5 % für die zusätzlich
benötigte importierte elektrische Energie angenommen. Trotz der zusätzlich benötigten
elektrischen Energie verbessert sich die Gesamtenergieeffizienz der verfahrenstechnischen
Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen aufgrund der eingesparten thermischen
Leistung, und es werden nur noch 96,4 % der Energie des herkömmlichen Prozesses benötigt.
[0072] Als Alternative zur beschriebenen Ausführungsform kann anstelle der zweiten Verdichtermaschine
22 auch die dritte Verdichtermaschine 23 vollelektrisch betrieben werden. Zusätzlich
kann das Design des Hochtemperaturprozesses optimiert werden, so dass dieser weniger
Superhochdruckdampf erzeugt (580 t/h), um noch mehr thermische Energie einzusparen.
[0073] In dieser Ausführungsform entspannt die dritte Dampfturbine 1c 59 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen
um die für den Betrieb der zweiten Verdichtermaschine notwendigen Leistung von 22
MW bereitzustellen. Weiterhin wird zum Betrieb der ersten Verdichtermaschine 21 von
der ersten elektrischen Maschine 3a eine Leistung von 26 MW bereitgestellt, da die
erste Dampfturbine 1a aufgrund der geringeren Menge an Superhochdruckdampf nur noch
39 MW Leistung erzeugt. Da allerdings auch der Dampfbedarf der dritten Dampfturbine
1c sinkt, muss der Hochdruckstufe HP vom Hochdruckboiler nur 9 t/h Hochdruckdampf
zugeführt werden.
[0074] Dadurch sinkt in dieser Ausführungsform die Menge an vom Hochdruckboiler erzeugten
Hochdruckdampf um weitere 22 t/h, während die Menge an auf Vakuumbedingungen entspannte
Dampf um weitere 62 t/h reduziert wird. Der Energiebedarf beträgt in dieser Ausführungsform
20,21 GJ/t Ethylen und Propylen. Dadurch wird die Gesamtenergieeffizienz der verfahrenstechnischen
Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen weiter erhöht, da nur noch 95,7 % der
Energie des herkömmlichen Prozesses (Figur 1) benötigt werden.
[0075] Figur 3 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und zwei teilelektrifizierte Stränge aus Verdichtermaschine 21, 23,
Dampfturbine 1a, 1b und Elektromotor 3a, 3c sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine
22 aufweist. Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere
Details wird auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0076] Im Unterschied zu der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform wird anstelle der zweiten
Dampfturbine 1b die dritte Dampfturbine 1c durch die zweite elektrische Maschine 3b
ersetzt, wobei die zweite Dampfturbine 1b die Leistung für die dritte Verdichtermaschine
23 bereitstellt, während die zweite Verdichtermaschine 22 vollelektrifiziert ist,
d.h. von der zweiten elektrischen Maschine 3b angetrieben wird. Alternative wäre wiederum
ein Betrieb der dritten Verdichtermaschine 23 vollelektrisch durch die zweite elektrische
Maschine denkbar. Weiterhin ist die zweite Dampfturbine 22 als Extraktionsturbine
ausgeführt und mit einer dritten elektrischen Maschine 3c gekoppelt, die die Leistungsbilanz
der dritten Verdichtermaschine 23 ausgleicht. Die Regelfreiheitsgrade der Druckstufen
werden damit durch die erste und dritte elektrischen Maschinen 3a, 3c, die insbesondere
als drehzahlgesteuerte Elektromotoren ausgeführt sind, kompensiert, wodurch die erste
und zweite Dampfturbine 1a, 1b jeweils zwei Dampfdruckstufen bilanzieren können. Die
elektrischen Maschinen 3a, 3b, 3c haben dabei alle einen ähnlichen Leistungsbedarf
(22 MW, 21 MW, 22 MW).
[0077] Die erste Dampfturbine 1a ist als Gegendruckturbine ausgestaltet, führt allerdings
nicht wie in Figur 2 der Hochdruckstufe HP und der Mitteldruckstufe MP Dampf zu, sondern
der Hochdruckstufe HP und der Niedrigdruckstufe LP. Dazu entnimmt die erste Dampfturbine
1a der Superhochdruckstufe SHP 580 t/h Dampf und führt der Hochdruckstufe HP 480 t/h
und der Niedrigdruckstufe LP 100 t/h Dampf zu. Dadurch erzeugt die erste Dampfturbine
43 MW Leistung, durch die, zusammen mit den von der ersten elektrischen Maschine 3a
erzeugten 22 MW, die erste Verdichtermaschine 21 betrieben wird.
[0078] Die zweite Dampfturbine 1b liefert 15 MW für den Betrieb der dritten Verdichtermaschine
23, während die verbliebenen 21 MW durch die dritte elektrische Maschine 3c bereitgestellt
werden. Dabei entspannt und extrahiert die zweite Dampfturbine 50 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen
und führt der Mitteldruckstufe MP 80 t/h Mitteldruckdampf zu.
[0079] Dadurch kann zum einen erreicht werden, dass der Hochdruckstufe HP kein Dampf mehr
aus einem Hochdruckboiler zugeführt werden muss und zum anderen der Export von Dampf
auf Vakuumbedingungen verringert wird. Der Energiebedarf sinkt dadurch auf 20,18 GJ/t
Ethylen und Propylen. Dadurch die Gesamtenergieeffizienz der verfahrenstechnischen
Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen weiter verbessert, da nur noch 95,6 %
der Energie des herkömmlichen Prozesses benötigt werden.
[0080] Figur 4 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und zwei teilelektrifizierte Stränge aus Verdichtermaschine 21, 23,
Dampfturbine 1a, 1b und Elektromotor 3a, 3c sowie eine vollelektrifizierte Verdichtermaschine
22 aufweist. Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere
Details wird auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0081] Im Unterschied zu der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform bilanziert die erste Dampfturbine
1a nicht die Hochdruckstufe HP und die Niedrigdruckstufe LP, sondern die Hochdruckstufe
HP und die Mitteldruckstufe MP, während die zweite Dampfturbine 1b die Niedrigdruckstufe
LP bilanziert. Weiterhin wir die Superhochdruckstufe SHP nicht durch die erste Dampfturbine
1a bilanziert, sondern über den Hochtemperaturprozess oder einen zugeschalteten Superhochdruckboiler.
[0082] Dabei werden der Superhochdruckstufe SHP 530 t/h Dampf zugeführt, aus denen die erste
Dampfturbine 1a, die als Gegendruckturbine ausgeführt ist, 36 MW Leistung erzeugt.
Die erste elektrische Maschine 3a liefert zusätzlich 29 MW Leistung, sodass der Energiebedarf
der ersten Verdichtermaschine 1a (65 MW) gedeckt ist. Dabei führt die erste Dampfturbine
1a der Hochdruckstufe HP 450 t/h Hochdruckdampf und der Mitteldruckstufe MP 80 t/h
Mitteldruckdampf zu. Eine Entspannung von Dampf auf Vakuumbedingungen findet nicht
statt.
[0083] Die zweite Dampfturbine 1b, die ebenso als Gegendruckturbine ausgeführt ist, erzeugt
aus 100 t/h Hochdruckdampf, die der Hochdruckstufe HP entnommen werden, 9 MW Leistung,
die zusammen mit den durch die dritte elektrische Maschine 3c bereitgestellten 27
MW den Leistungsbedarf der dritten Verdichtermaschine 23 (36 MW) decken. Die zweite
Dampfturbine 1b führt dabei zur Bilanzierung der Niedrigdruckstufe LP 100 t/h Niedrigdruckdampf
zu.
[0084] Der Leistungsbedarf der zweite Verdichtermaschine 22 (22 MW) wird vollständig durch
die zweite elektrische Maschine 3b gedeckt.
[0085] Die verbleibenden 350 t/h Hochdruckdampf werden aus der Hochdruckstufe HP, die verbleibenden
220 t/h Mitteldruckdampf aus der Mitteldruckstufe MP und die 300 t/h Niedrigdruckdampf
werden aus der Niedrigdruckstufe LP werden zur weiteren Verwendung aus der jeweiligen
Druckstufe entnommen.
[0086] Dadurch kann zum einen erreicht werden, dass der Hochdruckstufe HP kein Dampf mehr
aus einem Hochdruckboiler zugeführt werden muss und zum anderen kein Export von Dampf
auf Vakuumbedingungen mehr stattfindet. Der Energiebedarf sinkt dadurch auf 20,10
GJ/t Ethylen und Propylen. Dadurch steigt die Gesamtenergieeffizienz der verfahrenstechnischen
Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen weiter, da nur noch 95,2 % der Energie
des herkömmlichen Prozesses benötigt werden.
[0087] Figur 5 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und eine teilelektrifizierten Strang aus Verdichtermaschine 21, Dampfturbine
1a und Elektromotor 3a sowie zwei vollelektrifizierte Verdichtermaschinen 22, 23 aufweist.
Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere Details wird
auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0088] Die erste Dampfturbine 1a ist als Extraktionsturbine ausgestaltet und regelt bzw.
bilanziert alle vier Druckstufen unter Zuhilfenahme der ersten elektrischen Maschine
3a. Der Hochtemperaturprozess führt dabei der Superhochdruckstufe SHP 620 t/h Superhochdruckdampf
zu, die von der ersten Dampfturbine 1a entnommen werden. Daraus erzeugt die erste
Dampfturbine 1a 69 MW Wellenleistung, von denen 65 MW zum Betreiben der ersten Verdichtermaschine
21 verwendet werden und 4 MW von der ersten elektrischen Maschine 3a in elektrische
Energie umgewandelt werden. Dabei entspannt die erste Dampfturbine 90 t/h Dampf auf
Vakuumbedingungen. Weiterhin führt die erste Dampfturbine 1a der Hochdruckstufe HP
350 t/h Hochdruckdampf zu, wodurch die Hochdruckstufe HP bilanziert wird und kein
Hochdruckboiler notwendig ist.
[0089] Der Mitteldruckstufe MP werden durch die erste Dampfturbine 1a 80 t/h Mitteldruckdampf
zugeführt, die zusammen mit den 140 t/h Dampf, die der Mitteldruckstufe MP zugeführt
werden, zur weiteren Verwendung aus der Mitteldruckstufe MP entnommen werden.
[0090] Der Niedrigdruckstufe LP werden durch die erste Dampfturbine 1a 100 t/h Niedrigdruckdampf
zugeführt, die zusammen mit den 200 t/h Dampf, die der Niedrigdruckstufe LP zugeführt
werden, zur weiteren Verwendung aus der Niedrigdruckstufe LP entnommen werden.
[0091] Die zweite und dritte Verdichtermaschine 22, 23 werden vollelektrisch von der zweiten
und dritten elektrischen Maschine 3b, 3c betrieben.
[0092] Dadurch kann zum einen erreicht werden, dass der Hochdruckstufe HP kein Dampf mehr
aus einem Hochdruckboiler zugeführt werden muss und zum anderen der Export von Dampf
auf Vakuumbedingungen verringert werden. Der Energiebedarf sinkt dadurch auf 20,31
GJ/t Ethylen und Propylen. Dadurch steigt die Gesamtenergieeffizienz der verfahrenstechnischen
Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen, da nur noch 96,2 % der Energie des herkömmlichen
Prozesses benötigt werden.
[0093] Figur 6 zeigt ein Blockdiagramm einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
ausgelegt ist und einen teilelektrifizierten Strang aus Verdichtermaschine 21, Dampfturbine
1a und Elektromotor 3a, einen teilelektrifizierten Strang aus Wärmepumpe 4, Dampfturbine
1b und Elektromotor 3d sowie zwei vollelektrifizierte Verdichtermaschinen 21, 22 aufweist.
Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere Details wird
auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0094] Die erste und zweite Dampfturbine 1a, 1b sind in dieser Ausführungsform als Gegendruckturbinen
ausgestaltet, wobei die erste Dampfturbine 1a die Superhochdruckstufe SHP und die
Mitteldruckstufe MP bilanziert, die zweite Dampfturbine 1b die Hochdruckdampfstufe
HP bilanziert und die Wärmepumpe 4, die mit der zweiten Dampfturbine 1b gekoppelt
ist, die Niedrigdruckstufe LP bilanziert.
[0095] Im Folgenden werden zwei Prozessabläufe beschrieben, bei denen der Superhochdruckstufe
SHP werden aus dem Hochtemperaturprozess verschiedenen Mengen an Superhochdruckdampf
zugeführt werden. Der Hochtemperaturprozess liefert dabei 500 t/h bzw. 460 t/h Superhochdruckdampf.
[0096] Die erste Dampfturbine 1a bilanziert die Superhochdruckstufe SHP indem sie dieser
die gesamte Menge an Superhochdruckdampf entnimmt und damit 34 MW bzw. 31 MW Leistung
erzeugt. Um den Leistungsbedarf der ersten Verdichtermaschine 21 bereitzustellen,
liefert die erste, mit der ersten Dampfturbine 1a gekoppelte, elektrische Maschine
3a 31 MW bzw. 34 MW Leistung. Die erste Dampfturbine 1a bilanziert weiterhin die Mitteldruckstufe
MP, indem dieser in beiden Fällen 80 t/h Mitteldruckdampf zugeführt, der zusammen
mit den 140 t/h Dampf, der der Mitteldruckstufe MP zugeführt wird, für die Verwendung
in weiteren Prozessen entnommen wird. Weiterhin führt die erste Dampfturbine 1a der
Hochdruckdampfstufe HP 420 t/h bzw. 380 t/h Hochdruckdampf zu, aus der wiederum 350
t/h Hochdruckdampf zur weiteren Verwendung entnommen werden.
[0097] Die zweite Dampfturbine 1b bilanziert die Hochdruckstufe HP, indem diese die verbleibenden
70 t/h bzw. 30 t/h Hochdruckdampf entnimmt um damit 6 MW bzw. 3 MW Leistung zu erzeugen,
die der Wärmepumpe 4 zugeführt werden, die eine Leistungszahl von 3 hat, das heißt
aus 1 MW zugeführter Leistung werden 3 MW Wärmeleistung erzeugt.
[0098] Die zweite Dampfturbine 1b führt weiterhin 70 t/h bzw. 30 t/h Niedrigdruckdampf der
Niedrigdruckstufe LP zu, der weiterhin 200 t/h Niedrigdruckdampf zugeführt werden
und 300 t/h Niedrigdruckdampf zur weiteren Verwendung entnommen werden. Um die Niedrigdruckstufe
LP zu bilanzieren, erzeugt die Wärmepumpe 4 die verbleibenden 30 t/h bzw. 70 t/h Niedrigdruckdampf.
Dazu verwendet die Wärmepumpe 4 im ersten Fall die von der zweiten Dampfturbine 1b
zugeführten 6 MW an elektrischer Leistung und weitere, von extern zugeführte, 18 MW.
Im zweiten Fall verwendet die Wärmepumpe 4 die von der zweiten Dampfturbine 1b zugeführten
3 MW elektrische Leistung, sowie 12 MW Leistung, die von einer vierten elektrischen
Maschine 3d, die mit der zweiten Dampfturbine 1b gekoppelt ist, und 45 MW Leistung,
die der Wärmepumpe 4 von extern zugeführt werden.
[0099] Dadurch kann zum einen erreicht werden, dass der Hochdruckstufe HP kein Dampf mehr
aus einem Hochdruckboiler zugeführt werden muss und zum anderen auch kein Export von
Dampf auf Vakuumbedingungen stattfindet, wobei die Bilanzierung der notwendigen Leistung
und des Dampfes im System durch die elektrischen Maschinen 3a, 3b, 3c, 3d und die
Wärmepumpe 4 erreicht wird. Der Energiebedarf sinkt dadurch auf 20,12 GJ/t Ethylen
und Propylen bzw. 20,18 GJ/t Ethylen und Propylen. Dadurch stiegt die Gesamtenergieeffizienz
der verfahrenstechnischen Anlage im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen, da nur noch
95,3 % bzw. 95,6 % der Energie des herkömmlichen Prozesses benötigt werden.
[0100] Figur 7a zeigt ein Blockdiagram einer nicht-erfindungsgemäßen verfahrenstechnischen
Anlage zur Erzeugung von Olefinen bei der nur der Superhochdruckstufe Dampf zugeführt
wird (620 t/h). Den weiteren Druckstufen werden in diesem Fall kein Dampf von extern
zugeführt. Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche Bauteile und für weitere
Details wird auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0101] Zur Bilanzierung der Superhochdruckstufe SHP wird dabei durch einen Export von Superhochdruckdampf
erreicht, der im gezeigten Fall beispielsweise 88 t/h beträgt. Die verbleibenden 532
t/h Superhochdruckdampf werden von der ersten Dampfturbine 1a zur Erzeugung von 65
MW Leistung verwendet, mit der die erste Verdichtermaschine 1a betrieben wird. Dabei
werden 152 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen entspannt und extrahiert und der Hochdruckstufe
HP zur Bilanzierung 380 t/h Hochdruckdampf zugeführt.
[0102] Aus der Hochdruckstufe HP werden 20 t/h Dampf für externe Prozesse entnommen und
309 t/h der zweiten Dampfturbine 1b zugeführt. Die zweite Dampfturbine 1b entspannt
dabei 139 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen und erzeugt dabei 40 MW Wellenleistung,
die zum Betreiben der zweiten Verdichtermaschine 22 verwendet werden. Weiterhin führt
die zweite Dampfturbine 1b der Mitteldruckstufe MP 170 t/h Mitteldruckdampf zu, die
die Mitteldruckstufe MP bilanzieren, die zur weiteren Verwendung entnommen werden.
[0103] Die verbleibenden 51 t/h Hochdruckdampf werden aus der Hochdruckstufe HP der dritten
Dampfturbine 1c zugeführt, die 26 t/h Dampf auf Vakuumbedingungen entspannt und extrahiert.
Dabei werden 8 MW Leistung erzeugt, die zum Betrieb der dritten Verdichtermaschine
23 verwendet werden. Weiterhin führt die dritte Dampfturbine 1c der Niedrigdruckstufe
25 t/h Niedrigdruckdampf zu, der wiederum externen Prozessen zur Verfügung gestellt
wird.
[0104] Der Prozess weist dabei einen Energiebedarf von 17 GJ/t Ethylen auf (einschließlich
der Prozessseite, in den Figuren nicht im Detail gezeigt).
[0105] Figur 7b zeigt ein Blockdiagram einer weiteren verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung
von Olefinen die zur Durchführung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens
bei der nur der Superhochdruckstufe Dampf zugeführt wird und ein teilelektrifizierter
Strang aus Verdichtermaschine 22, Dampfturbine 1a und Elektromotor 3a sowie zwei vollelektrifizierte
Verdichtermaschinen 22, 23 aufweist. Gleiche Bezugszeichen beziehen sich auf gleiche
Bauteile und für weitere Details wird auf die obere Beschreibung verwiesen wird.
[0106] Im Gegensatz zu herkömmlichen verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung von Olefinen,
wie beispielsweise zu Figur 7a beschrieben, weist die in Figur 7b gezeigte verfahrenstechnische
Anlage nur eine erste Dampfturbine 1a auf, die mit einer ersten elektrischen Maschine
3a gekoppelt ist und die erste Verdichtermaschine 21 antreibt, während die die zweite
und dritte Verdichtermaschine 22, 23 von einer zweiten bzw. dritten elektrischen Maschine
3b, 3c angetrieben wird. Die erste Dampfturbine 1a ist dabei weiterhin mit der ersten
elektrischen Maschine 3a drehmomentübertragend gekoppelt.
[0107] Der Superhochdruckstufe SHP werden wiederum 620 t/h Dampf auf Superhochdruckdampf
aus dem Hochtemperaturprozess zugeführt. Die erste Dampfturbine 1a entnimmt der Superhochdruckstufe
SHP 195 t/h Dampf und erzeugt daraus 22 MW elektrische Leistung, die zusammen mit
dem von der ersten elektrischen Maschine 3a erzeugten 43 MW für den Betrieb der ersten
Verdichtermaschine 21 genutzt werden. Dabei führt die erste Dampfturbine der Mitteldruckstufe
MP 170 t/h Mitteldruckdampf und der Niedrigdruckstufe LP 25 t/h Niedrigdruckdampf
zu, der aus beiden Stufen zur weiteren Verwendung entnommen wird. Somit bilanziert
die erste Dampfturbine 1a die Mitteldruckstufe MP und die Niedrigdruckstufe LP.
[0108] Die Hochdruckstufe HP hat einen geringen Dampfbedarf, der durch Entspannung von Superhochdruckdampf
gedeckt werden kann. Zur Bilanzierung der Superhochdruckstufe wird die verbleibende
Menge an Superhochdruckdampf exportiert.
[0109] Der Energiebedarf der verfahrenstechnischen Anlage liegt dabei bei 15,4 GJ/t Ethylen
und beträgt daher 90,8 % des Energiebedarfs herkömmlicher Anlagen. Weiterhin findet
auch kein Export von Dampf auf Vakuumbedingungen statt.
[0110] Eine hybride Ausgestaltung kann auch zusätzlich mittels Verwendung einer Gasturbine
erfolgen (nicht in den Beispielen gezeigt). Beispielsweise wird eine große Gasturbine
mit einem Generator und dem Propylen-Verdichter gekoppelt. Der erzeugte Strom kann
dann beispielsweise für den Elektroantrieb mindestens einer weiteren Maschine (einschließlich
des Elektromotor-Dampfturbinen-Hybrides) verwendet werden.
[0111] Wird das bei erhöhtem elektrischem Import eingesparte Brenngas eingespeichert, kann
es zu einem beliebigen Zeitpunkt über eine Gasturbine rückverstromt werden und dient
daher als stationärer Speicher für elektrische Energie, der zur Anpassung an den Strompreis
bzw. Strom-Markt genutzt werden kann.
[0112] Das System kann durch ein Power-Management System unterstützt werden, um zum Beispiel
durch die Anpassung der Leistung des Antriebs im Generator-Betrieb einen Lastabwurf
im Werksnetz zu stoppen oder zu reduzieren, wodurch das (Werks-)Netz stabilisiert
werden kann.
1. Verfahren zum Betreiben einer verfahrenstechnischen Anlage, durch die Olefine erzeugt
werden, wobei unter Verwendung von Restwärme Dampf erzeugt wird;
wobei die verfahrenstechnische Anlage eine Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23)
aufweist, die zum Verdichten eines Arbeitsmediums verwendet wird; wobei die Verdichtermaschine
(21, 21a, 21b, 22, 23) unter Verwendung einer Dampfturbine (1a, 1b, 1c) angetrieben
wird;
wobei zum Betreiben der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) der Dampf verwendet wird, der unter
Verwendung der Restwärme erzeugt wird;
wobei aus einer Extraktionsstufe der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) zumindest ein Teil
des zum Betreiben der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) verwendeten Dampfs auf einem überatmosphärischen
Druckniveau extrahiert wird;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) zusätzlich mit einer elektrischen Maschine
(3a, 3b, 3c) betrieben wird, welche drehmomentübertragend an einen Strang aus Verdichtermaschine
(21, 21a, 21b, 22, 23) und Dampfturbine (1a, 1b, 1c) gekoppelt ist;
wobei die Leistung der elektrischen Maschine (3a, 3b, 3c) einstellbar ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Leistung der elektrischen Maschine (3a, 3b, 3c),
die an den Strang aus Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) und Dampfturbine (1a,
1b, 1c) drehmomentübertragend gekoppelt ist, so eingestellt wird, dass die von der
Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) benötigte Wellenleistung zur Verfügung gestellt
wird.
3. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei dazu die elektrische Maschine (3a,
3b, 3c) als Elektromotor, der dem Strang aus Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22,
23) und Dampfturbine (1a, 1b, 1c) Leistung zuführt, oder als Generator, der von dem
Strang aus Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) und Dampfturbine (1a, 1b, 1c)
erzeugte Leistung in elektrische Energie umwandelt, die insbesondere teilweise zum
Betrieb weiterer mit einem Elektromotor betrieben Verdichtermaschinen (21, 21a, 21b,
22, 23) genutzt wird, betrieben wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1-4, wobei die elektrische Maschine (3a, 3b, 3c) über einen
Frequenzumrichter, insbesondere einen rückspeisefähigen Frequenzumrichter, mit Energie
versorgt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die elektrische Maschine
(3a, 3b, 3c) als Festdrehzahlmotor ausgeführt ist und über ein Drehzahlregelgetriebe
mit Überlagerungsmotor an dem Strang aus Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23)
und Dampfturbine (1a, 1b, 1c) gekoppelt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 1-4, wobei die elektrische Maschine (3a, 3b, 3c) als Festdrehzahlmotor
ausgeführt ist und über ein hydraulisches Drehzahlregelgetriebe an dem Strang aus
Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) und Dampfturbine (1a, 1b, 1c) gekoppelt
ist.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei aus der Extraktionsstufe
der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) zumindest ein Teil des zum Betreiben der Dampfmaschine
verwendeten Dampfs auf einem überatmosphärischen Druckniveau von mehr als oder gleich
2 bar, insbesondere zwischen einschließlich 2 bar bis einschließlich 80 bar, beispielsweise
4 bis 8 bar oder 10 bis 30 bar, beispielsweise 15 bis 25 bar, 30 bis 60 bar, beispielsweise
35 bis 50 bar, extrahiert wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Verdichtermaschine (21,
21a, 21b, 22, 23) Teil eines Rohgasverdichters ist, als Teil eines Rohgasverdichters
betrieben wird, Teil eines Kältemittelverdichters ist oder als Teil eines Kältemittelverdichters
betrieben wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mindestens zwei Verdichtermaschinen
(21, 21a, 21b, 22, 23) zur Verdichtung von Arbeitsmedien vorgesehen sind und wobei
mindestens eine Verdichtermaschine (21, 21a, 21b, 22, 23) Teil eines Rohgasverdichters
ist oder als Teil eines Rohgasverdichters betrieben wird und mindestens eine Verdichtermaschine
(21, 21a, 21b, 22, 23) Teil eines Kältemittelverdichters ist oder als Teil eines Kältemittelverdichters
betrieben wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Verdichtermaschinen (21,
21a, 21b, 22, 23), die nicht mit dem Strang aus einer Dampfturbine (1a, 1b, 1c) und
einer elektrischen Maschine (3a, 3b, 3c) angetrieben werden, von einem Elektromotor
oder jeweils einem Elektromotor angetrieben werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei weniger als 10% einer zu
der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) geführten Gesamtdampfmenge auf unter 2 bar entspannt
und mittels eines Kondensators kondensiert wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei über 90% der zu der Dampfturbine
(1a, 1b, 1c) geführten Gesamtdampfmenge unter Verwendung der Restwärme erzeugt wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung zur Erzeugung
von Olefinen weiterhin eine Wärmepumpe (4) umfasst, die von einer Dampfturbine (1a,
1b, 1c) und einer mit der Dampfturbine (1a, 1b, 1c) gekoppelten elektrischen Maschine
(3d) betrieben wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung zur Erzeugung
von Olefinen weiterhin eine Verdichtermaschine umfasst, die mit einer Gasturbine angetrieben
wird, wobei die Verdichtermaschine zusätzlich mit einer elektrischen Maschine betrieben
wird, welche drehmomentübertragend an den Strang aus Verdichtermaschine und Gasturbine
gekoppelt ist und wobei die Leistung der elektrischen Maschine einstellbar ist.
15. Verfahrenstechnischen Anlage zur Erzeugung von Olefinen mit mindestens einer Verdichtermaschine
(21, 21a, 21b, 22, 23) zur Verdichtung von Arbeitsmedien, wobei die verfahrenstechnische
Anlage zum Durchführen des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche eingerichtet
ist.