[0001] Die Erfindung betrifft einen Lanzenkopf für eine Injektor-Lanze nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1, ein Verfahren zum Betreiben eines Lanzenkopfes nach Patentanspruch
10 sowie ein Computerprogramm umfassend einen digitalen Zwilling zur digitalen Abbildung
eines Lanzenkopfes nach Patentanspruch 15.
[0002] Die Eindüsung von schnellen Gasströmen in extrem heiße Umgebungen erfordert eine
sehr intensive Kühlung des dafür vorgesehenen Gerätes. Bei diesen Eindüsungsgeräten
handelt es sich beispielsweise um Injektor-Lanzen, die einen Lanzenkopf aufweisen,
der entsprechende Injektor-Düsen umfasst, durch die beispielsweise Sauerstoff in Überschallgeschwindigkeit
und unter hohem Druck (der beispielsweise über 10 bar betragen kann) in eine Schmelze
von Roheisen, Schrott und Zuschlagstoffen in einem Konverter-Prozess zu Stahlherstellung
eingeblasen wird. Dabei wird der im Eisen gelöste Kohlenstoff oxidiert, was unter
einer hohen Wärmefreisetzung aufgrund der dabei ablaufenden externen Reaktion erfolgt.
Gleichzeitig werden Begleitstoffe des Eisens in der geschmolzenen Schlacke chemisch
gebunden und somit der Metallschmelze entzogen, wodurch das Endprodukt Stahl entsteht.
[0003] Die Injektor-Spitze, die auch als Lanzenkopf bezeichnet wird, ist nach dem Stand
der Technik zumindest in ihrem vordersten Teil aus Kupfer ausgestaltet. Sie ist rückseitig
wassergekühlt, was durch Kühlkanäle erfolgt, die in einem Austrittsbereich des Lanzenkopfes
diesen entlang einer Kühlfläche kühlen.
[0004] Auf die Lanzenköpfe wirkt dennoch eine sehr hohe thermische Belastung, die zwar durch
die beschriebene Kühlung auf ein entsprechendes für das Material gerade noch verträgliches
Maß herabgesetzt wird. Zudem wird jedoch auch flüssiges Eisen und flüssige Schlacke
in der Umgebung des Lanzenkopfes aufgespritzt und setzt sich auf dem Lanzenkopf der
Injektor-Lanze ab. Diese thermische Belastung in einer extrem heißen Umgebung, die
noch durch das Anlagern von flüssigen und erstarrten Material erhöht wird, führt dazu,
dass Lanzenköpfe im Betrieb eines Stahlkonverters häufig ausgetauscht werden müssen.
Es handelt sich demnach um Verschleißteile, die in einem herkömmlichen Prozess kontinuierlich
ersetzt werden müssen, was nicht nur Kosten für den Ersatz des Lanzenkopfes an sich,
sondern auch für die Produktionsunterbrechung bedeutet.
[0005] Daher ist es die Aufgabe der Erfindung, einen Lanzenkopf bereitzustellen, der weniger
häufig als konventionelle Lanzenköpfe nach dem Stand der Technik gewechselt werden
muss sowie ein Verfahren zum Betreiben eines derartigen Lanzenkopfes bereitzustellen.
Ferner ist es Aufgabe der Erfindung ein spezielles Computerprogramm bereitzustellen,
das einen digitalen Zwilling des entsprechenden Lanzenkopfes enthält.
[0006] Die Lösung der Aufgabe besteht in einem Lanzenkopf für eine Injektionslanze mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie in einem Verfahren zum Betreiben eines mittels
eines additiven Verfahrens hergestellten Lanzenkopfes mit den Merkmalen des Patentanspruchs
10 sowie in einem Computerprogramm mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15.
[0007] Der Lanzenkopf für eine Injektor-Lanze, beispielsweise für eine Sauerstofflanze in
der Stahlproduktion, weist einen Zuleitungsbereich und einen Austrittsbereich auf.
Der Zuleitungsbereich umfasst dabei eine Reaktionsfluid-Zuleitung, eine Kühlfluid-Zuleitung
und eine Kühlfluid-Rückleitung, wobei im Austrittsbereich Reaktionsfluid-Austrittsdüsen
sowie Kühlkanäle angeordnet sind. Der Lanzenkopf zeichnet sich dadurch aus, dass im
Zuleitungsbereich ferner mindestens eine Permeationsfluid-Zuleitung vorgesehen ist
und dass der Austrittsbereich eine Kühlfläche aufweist, die zumindest teilweise von
einer porösen Außenhaut umgeben ist, in die die Permeationsfluid-Zuleitung mündet.
Ferner zeichnet sich der Lanzenkopf dadurch aus, dass er durch ein additives Herstellungsverfahren
hergestellt ist.
[0008] Gegenüber einem Lanzenkopf aus dem Stand der Technik weist der hier beschriebene
Lanzenkopf noch eine dritte Zuleitung, nämlich die Permeationsfluid-Zuleitung auf,
die in der beschriebenen porösen Außenhaut mündet. Die poröse Außenhaut ist dabei
über die Kühlfläche, die wie im Stand der Technik bereits durch Kühlkanäle und durch
das Kühlfluid gekühlt wird, gelegt. Das heißt, die poröse Außenhaut ist dem zu reagierenden
Material, in welches das Reaktionsfluid, insbesondere Sauerstoff bei einer Sauerstofflanze,
eingeleitet wird, zugewandt. Somit ist auch die poröse Außenhaut letztendlich die
Fläche, die am höchsten thermisch belastet wird, die jedoch auch gegenüber der Belastung
durch flüssige Schlacke und flüssiges Eisen direkt ausgesetzt ist. In einem herkömmlichen
Lanzenkopf nach dem Stand der Technik ist es die Kühlfläche, die direkt der flüssigen
Schlacke und dem flüssigen Eisen ausgesetzt ist und durch diese während des Anwendungsverfahrens
beaufschlagt wird. Dabei ist bei der Außenhaut nicht von einem dünnen Film auszugehen.
Aufgrund des porösen Charakters des Gebildes "Außenhaut" weist diese eine gewissen
Dicken von je nach Lanzenkopfgeometrie beispielsweise 3 bis 15 mm auf. Das poröse
Gebilde "Außenhaut" weist damit genügenden Volumen auf, damit darin ein Gasvolumenstrom
stattfinden kann bei gleichzeitiger Gewährleistung einer mechanischen Festigkeit.
[0009] Die poröse Außenhaut, die während des Betriebs der Injektor-Lanze kontinuierlich
durch das Permeationsfluid durchströmt wird, weist dabei einen Fluidmantel, insbesondere
einen Gasmantel um sich herum auf, der ein Anlagern der Schlacke bzw. des zu reagierenden
Mediums verhindert. Diese komplexe Darstellung des Lanzenkopfes, also zum einen die
dritte Zuleitung in Form der Permeationsfluid-Zuleitung als auch die poröse Außenhaut
an sich, ist durch herkömmliche Herstellungsverfahren für ein metallisches Bauteil
wie zum Beispiel Gießen, Drehen, Fräsen oder Bohren kaum darstellbar. Auch übliches
Verbindungstechniken wie Flanschen, Schrauben oder Schweißen sind für eine so komplexe
Struktur nicht oder kaum geeignet. Daher ist ein additives Herstellungsverfahren für
die Herstellung des Lanzenkopfes notwendig. Es mag zwar in gewisser Weise technisch
aufwendiger und somit kostenintensiver sein als ein herkömmliches Verfahren, bietet
jedoch eine Konstruktion, die dazu führt, dass der Austausch des Lanzenkopfes in erheblich
längeren Intervallen erfolgen kann und somit einerseits weniger Lanzenkopfbauteile
zur Verfügung gestellt werden müssen. Insbesondere werden durch diese längeren Tauschintervalle
auch Produktionsunterbrechungen vermieden bzw. reduziert, was einen erheblichen Kostenvorteil
in der Herstellung des jeweiligen Materials beispielsweise bei der Schmelze von Rohstahl
bewirkt.
[0010] Unter Fluid wird hier eine Substanz verstand, die fluidmechanischen Eigenschaften
aufweist und die sich unter dem Einfluss von Scherkräften kontinuierlich verformt.
Das kann eine Flüssigkeit oder ein Gas sein, unter Fluide fallen jedoch auch Suspensionen
und Aerosole. Wobei das Kühlfluid aufgrund der höheren Wärmekapazität bevorzugt eine
Flüssigkeit ist. Das Permeationsfluid liegt zur Ausbildung eines Gasfilms bevorzugt
- insbesondere beim Durchströmen der porösen Außenhaut - in Gasform vor.
[0011] In einer weiteren Ausgestaltungsform der Erfindung sind die Permeationsfluid-Zuleitung
und die Reaktionsfluid-Zuleitung innerhalb der Kühlfluid-Zuleitung oder der Kühlfluid-Rückleitung
zumindest teilweise nebeneinander verlaufend angeordnet. Üblicherweise sind im Stand
der Technik diese Leitungen konzentrisch ineinander verlegt, was den technischen Aufbau
bei der Verwendung von lediglich zwei Zuleitungen, nämlich der nach dem Stand der
Technik bekannten Kühlfluid-Zuleitung und vor allem der Reaktionsfluid-Zuleitung erleichtert.
Eine dritte Zuleitung, nämlich die Permeationsfluid-Zuleitung, ist nach diesem konzentrischen
Konzept jedoch technisch kaum darstellbar. Diese Nebeneinanderführung der Permeationsfluid-Zuleitung
und ggf. einer weiteren Permeationsfluid-Zuleitung für ein zweites Permeationsfluid
und der Reaktionsfluid-Zuleitung wird erst durch die Verwendung des additiven Herstellungsverfahren
für den Lanzenkopf technisch sinnvoll darstellbar.
[0012] Dabei ist anzumerken, dass die Reaktionsfluid-Zuleitung und die Permeationsfluid-Zuleitung
bevorzugt innerhalb der Kühlfluid-Zuleitung oder der Kühlfluid-Rückleitung angeordnet
sind. Besonders bevorzugt sind sie dabei in der Kühlfluid-Rückleitung angeordnet und
die Kühlfluid-Zuleitung ist ebenfalls innerhalb der Kühlfluid-Rückleitung neben der
Permeationsfluid-Zuleitung und der Reaktionsfluid-Zuleitung angeordnet. Alle diese
Anordnungsmaßnahmen tragen dazu bei, dass der Anschluss für die einzelnen Zuleitungen
aus der Injektor-Lanze heraus und im Einspeisebereich deutlich einfacher auszugestalten
ist, als wenn es sich um konzentrisch ineinander verlegte Leitungen handeln würde.
Diese technische Ausgestaltungsform ist demnach durch das additive Herstellungsverfahren
beispielsweise durch ein Laserschmelzverfahren gut technisch umsetzbar.
[0013] In einer weiteren Ausgestaltungsform ist die Kühlfluid-Zuleitung so ausgestaltet,
dass sie in Kühlkanäle mündet und die Kühlkanäle wiederum in die Kühlfluid-Rückleitung
münden. Dabei sind die Kühlkanäle wiederum bevorzugt möglichst nahe an der Kühlfläche,
also hinter der Kühlfläche angeordnet, wobei der Begriff hinter sich dabei auf die
Ausrichtung auf das zu reagierende Material, also beispielsweise der Eisenschlacke
bezieht. Somit wird eine gute Kühlung der Kühlfläche und des Austrittsbereiches des
Lanzenkopfes grundsätzlich gewährleistet.
[0014] Die Permeationsfluid-Zuleitung verzweigt sich dabei bevorzugt in mehrere Verteilungskanäle,
die wiederum Bestandteil der Permeationsfluid-Zuleitung sind und die in die poröse
Außenhaut münden. Durch diese Verteilungskanäle der Permeationsfluid-Zuleitung kann
die poröse Außenhaut an mehreren Stellen mit dem Permeationsfluid versorgt werden.
An besonders kritischen Bereichen kann durch diese Maßnahme auch ein besonders hoher
Fluid-Strom gewährleistet werden. Das Permeationsfluid tritt an der porösen Oberfläche
der porösen Außenhaut aus und entströmt dieser wie ein Schutzfilm. Dies verhindert
das Anlagern von flüssiger Schlacke oder flüssigem Eisen, sodass der Lanzenkopf in
dem Bereich der porösen Außenhaut stets vor Ablagerungen geschützt ist.
[0015] An den Verzweigungskanälen der Permeationsfluid-Zuleitung können zudem Ableitungsöffnungen
zu Drucksensoren angeordnet sein, die eine zielgerichtete Verteilung des Permeationsfluid
anhand einer Auswertung von Druckverhältnissen im Austrittsbereich, insbesondere der
Druckverhältnisse des Permeationsfluid herbeiführen können.
[0016] Zwischen der Kühlfläche und der porösen Außenhaut ist ggf. je nach Konstruktion der
porösen Außenhaut und des Lanzenkopfes ein Zwischenraum vorgesehen, der bevorzugt
durch Stützstreben durchzogen ist, die ebenfalls durch das additive Herstellungsverfahren
dargestellt sind.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung weist die Außenhaut
eine Zinkbeschichtung auf, die wiederum zweckmäßig ist, um im Weiteren eine Ablagerung
zu verhindern, falls dies durch das Permeationsfluid in Einzelfällen nicht gewährleistet
ist. Eine Zinkbeschichtung an der porösen Außenhaut verhindert zusätzlich noch die
Ablagerung beispielsweise durch Schlacke.
[0018] Das Grundmaterial des Lanzenkopfes ist aufgrund des additiven Herstellungsverfahrens
in weiten Bereichen variierbar. Bevorzugt wird für den gesamten Lanzenkopf ein einziges
Grundmaterial verwendet, wobei bei den nun genannten Metallen insbesondere Legierungen
dieser Metalle gemeint sind, die technisch angewendet werden. Insbesondere sind Stahl,
Kupfer, Wolfram, Molybdän oder Niob, jedoch auch eine Nickelbasislegierung als Grundmaterial
für den Lanzenkopf geeignet. Kupfer hat dabei eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit und
wird bereits bei den bestehenden Lanzenköpfen eingesetzt. Stahl ist aufgrund seines
höheren Schmelzpunkts und seiner mäßig guten Wärmeleitfähigkeit bei guter Kühlung
ebenfalls geeignet. Wolfram, Molybdän und Niob, sowie die Nickelbasislegierungen sind
zwar von den Materialkosten teurer als Kupfer bzw. einer Kupferlegierung, sie weisen
jedoch auch eine höhere Temperaturbeständigkeit auf, und sie lassen sich durch ein
additives Herstellungsverfahren wie das Laserschmelzverfahren ähnlich gut fertigen
wie das herkömmliche Kupfer.
[0019] Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist ein Verfahren zum Betreiben eines mittels
eines additiven Verfahrens hergestellten Lanzenkopfes einer Injektionslanze. Das Verfahren
umfasst dabei folgende Schritte:
- Durchleiten eines Reaktionsfluids durch eine Reaktionsfluid-Zuleitung des Lanzenkopfes
in Reaktionsfluid-Austrittsdüsen auf ein zu reagierendes Material
- Durchleiten eines Kühlfluids durch eine Kühlfluid-Zuleitung in Kühlkanäle an einen
dem zu reagierenden Material zugewandten Austrittsbereich des Lanzenkopfes
- Rückleitung des Kühlfluids von Kühlkanälen in eine Kühlfluid-Rückleitung
- Durchleiten eines Permeationsfluids durch eine Permeationsfluid-Zuleitung in eine
poröse Außenhaut, die den Austrittsbereich des Lanzenkopfes zumindest teilweise umgibt,
sodass das Permeationsfluid dem Lanzenkopf im Austrittsbereich entströmt.
[0020] Das beschriebene Verfahren weist die gleichen Vorteile gegenüber dem Stand der Technik
auf, die bereits zu dem Lanzenkopf nach Patentanspruch 1 beschrieben sind. Diese sind
insbesondere das Entströmen des Permeationsfluids durch den Austrittsbereiche des
Lanzenkopfes, was ein Anhaften von Schmelze bzw. flüssiger Schlacke an der Oberfläche
des Lanzenkopfes verhindert. Eine derart poröse Außenhaut ist durch konventionelle
Herstellungsverfahren kaum darstellbar, sodass sie insbesondere durch die Herstellung
des Lanzenkopfes mittels eines additiven Fertigungsverfahren gewährleistet werden
kann.
[0021] Das Permeationsfluid ist dabei insbesondere ein Inertgas, wiederum insbesondere Argon,
Stickstoff oder Kohlendioxid bzw. eine Mischung aus diesen Gasen mit Anteilen von
Luft. Dieses Fluid kann beispielsweise das entstaubte Rauchgas einer Gichtgasunterfeuerung
oder einer Gasturbine sein. Durch den inerten Charakter des Permeationsfluids wird
eine Anhaftung der Schlacke und eine Korrosion der Oberfläche des Lanzenkopfes verhindert.
[0022] Das Reaktionsfluid wiederum ist dabei insbesondere Sauerstoff, oder Luft. Dabei wird
das Reaktionsfluid mit einem relativ hohen Druck von beispielsweise 10 bar oder größer
durch die Reaktionsfluid-Zuleitung gepresst und auf das zu reagierende Medium gerichtet.
Das Kühlfluid ist dabei im einfachsten Fall Wasser bzw. Wasser mit entsprechenden
Beimischungen wie beispielsweise Öle oder Antioxidationsmittel oder Kühlwasserkonditionierungsmittel
zur Beeinflussung des pH-Werts. Auch das Kühlfluid wird in großen Mengen durch die
Injektor-Lanze gepresst, sodass eine kontinuierliche Kühlung des Lanzenkopfes gewährleistet
ist.
[0023] Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist ein Computerprogramm umfassend einen digitalen
Zwilling zur digitalen Abbildung eines Lanzenkopfes nach einem der Ansprüche 1-9 und
zur Durchführung eines additiven Herstellungsverfahrens zur Herstellung des Lanzenkopfes.
Wie bereits dargelegt ist die Herstellung des Lanzenkopfes durch das additive Herstellungsverfahren
komplex, jedoch mittels eines CAD-Programm bzw. eines CAM-Programmes sehr genau darstellbar
und durchführbar. So kann die poröse Außenhaut je nach Strömungsbedarf exakt den strömungsmechanischen
Ansprüchen entsprechend hergestellt werden, sodass die Auslassöffnungen im porösen
Bereich länger oder weiter sind und auch die gewünschten Strömungseigenschaften aufweisen.
Die gewünschten Strömungseigenschaft sind die, die gegebenenfalls bereits vorab mittels
eines Simulationsprogramms simuliert wurden. Diese komplexe Abbildung der porösen
Außenhaut kann beispielsweise mittels eines Multi-Physik-Simulationsprogramms auf
Basis einer dreidimensionalen CAD-Datei simuliert werden und das Simulationsergebnis
kann Teil eines digitalen Zwillings sein, der wiederum Teil des beanspruchten Computerprogrammes
ist. Mittels dieses Computerprogrammes kann der beschriebene Lanzenkopf mittels herkömmlicher
additiver Herstellungsvorrichtungen, beispielsweise einer Laserschmelzvorrichtung,
hergestellt werden.
[0024] Weitere Ausgestaltungsformen und weitere Merkmale der Erfindung werden anhand der
folgenden Figuren näher erläutert. Dabei handelt es sich um rein schematische Ausgestaltungsformen,
die keine Einschränkung des Schutzbereiches darstellen. Bezugszeichen mit derselben
Bezeichnung, jedoch in unterschiedlicher Ausgestaltungsform werden dabei mit derselben
Nummerierung versehen.
[0025] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen herkömmlichen Konverter zur Stahlherstellung mit einer
Sauerstofflanze,
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch einen Lanzenkopf mit Kühlung und Austrittsöffnung nach dem
Stand der Technik,
- Fig. 3
- eine schematische Querschnittsdarstellung der einzelnen Zuführ- und Rückführleitungen
eines Lanzenkopfes nach dem Stand der Technik,
- Fig. 4
- ein dreidimensional dargestellter Längsausschnitt durch einen Lanzenkopf mit Permeationsfluid-Zuleitung,
Verzweigung und poröser Außenhaut,
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch einen Lanzenkopf im Zuleitungsbereich mit nebeneinander angeordneten
Zu- und Rückleitungen,
- Fig. 6
- eine extrahierte Darstellung in dreidimensionaler Ausgestaltung der Permeationsfluid-Zuleitung
mit Verzweigungskanälen,
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung eines Laserschmelzverfahrens zur Herstellung eines Lanzenkopfes.
[0026] In Fig. 1 ist zur besseren Einordnung der Wirkungsweise einer Injektor-Lanze 4 mit
Lanzenkopf 2 diese in einem Konverter 42 nach dem Blasverfahrens zur Stahlherstellung
dargestellt. Dieser Konverter 42 umfasst flüssige Metall 44 sowie eine darauf schwimmende
Schlacke 46. Auf diese Schlacke 46 und das darunter befindliche flüssige Metall 44
wird Sauerstoff 48 gedüst, wobei der Sauerstoff 48 in diesem Fall das Reaktionsfluid
darstellt. Der Sauerstoff 48 wird dabei mit hohem Druck, bevorzugt höher als 10 bar
durch die Injektor-Lanze 4, sowie durch den Lanzenkopf 2 auf die Schlacke 46 gedüst.
Dies führt dazu, dass Anteile der flüssigen Schlacke aufgewirbelt werden und sich
auf der Oberfläche des Lanzenkopfes 2 ansetzten, weshalb dieser nach einer gewissen
Zeit ausgetauscht werden muss.
[0027] In Fig. 2 und Fig. 3 ist jeweils nach dem Stand der Technik ein Schnitt durch einen
Lanzenkopf 2' dargestellt. Dabei werden im Folgenden alle Merkmale, die zum Stand
der Technik gehören, in den Fig. 2 und 3 mit dem' versehen. Der Lanzenkopf 2' weist
einen Zuleitungsbereich 6' sowie einen Austrittsbereich 8' auf. In Fig. 2 ist ein
Längsschnitt durch den Lanzenkopf 2' dargestellt. Ferner weist der Lanzenkopf 2' im
Austrittsbereich 8' Reaktionsfluid-Austrittsdüsen 16' sowie Kühlkanäle 18' auf, die
eine Kühlfläche 22' kühlen. Die Kühlfläche 22' nach dem Stand der Technik ist auch
die Fläche des Lanzenkopfes 2, die der Schlacke 46 zugewandt ist und am stärksten
durch extreme Wärmeeinwirkung und verwirbelte Schlacke belastet ist. Daher ist es
möglich, dass gemäß des Standes der Technik die Kühlkanäle 18' sehr nah an diesen
Austrittsbereich 8' und die Kühlfläche 22' herankommen.
[0028] Wie im oberen Bereich der Fig. 2 als Zuleitungsbereich 6' zu erkennen ist, weist
der Lanzenkopf 2' eine Reaktionsfluid-Zuleitung 10', also die Zuleitung von Sauerstoff
48, sowie eine Kühlfluid-Zuleitung 12' und eine Kühlfluid-Rückleitung 14' auf. In
Fig. 3 ist ein Querschnitt durch den Zuleitungsbereich 6' dargestellt, wobei zu erkennen
ist, dass die Reaktionsfluid-Zuleitung 10' sowie die Kühlfluid-Zuleitung 12' und die
Kühlfluid-Rückleitung 14' konzentrisch ineinander angeordnet sind, was bei herkömmlichen
Herstellungsverfahren des Lanzenkopfes wie Drehen, Fräsen oder Gießen für eine technisch
gut durchführbare Ausgestaltung nötig ist. Diese konzentrische Anordnung der einzelnen
Leitungen führt jedoch dazu, dass eine weitere Leitung, wie sie in den folgenden Figuren
beschrieben wird, technisch kaum oder nur mit höchstem Aufwand einzubeziehen ist.
Aus diesem Grund ist gemäß des Standes der Technik, wie er in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellt
ist, die nun beschriebene Anordnung gemäß Fig. 4 nicht abbildbar.
[0029] Fig. 4 zeigt im Gegensatz zu Fig. 2 einen dreidimensionalen Längsschnitt durch einen
Lanzenkopf 2, der sich von dem Stand der Technik insbesondere darin unterscheidet,
dass eine zusätzliche Permeationsfluid-Zuleitung 20 vorgesehen ist. Diese Zuleitung
20 umfasst Verteilungskanäle 26, die insbesondere im Austrittsbereich 8 des Lanzenkopfes
2 verlaufen. Die Verteilungskanäle 26 verlaufen zudem rückseitig einer porösen Außenhaut
24, wobei ein Permeationsfluid 40 in Verteilkanäle 26 rückseitig der porösen Außenhaut
24 verteilt wird, und von dort durch die poröse Außenhaut hindruchtritt. Das System
der Verteilungskanäle 26 verteilt das Permeationsfluid gleichmäßig nach innen, also
von der der Schlacke abgewendeten Seite auf die poröse Außenhaut des Lanzenkopfes
2, wobei auf die Erfordernisse der Strömungsverteilung gezielt eingegangen werden
kann. Diese Erfordernisse können beispielsweise durch strömungsmechanische Simulation
ermittelt werden. Ferner sind an Enden der Verteilungskanäle 26 ggf. Ableitungsöffnungen
zu Drucksensoren 28 vorgesehen, durch die die Fluid-Bedingungen ermittelt werden können
und die Strömung beeinflusst werden kann.
[0030] Das System der Verteilungskanäle 26, das für sich genommen extrahiert in Fig. 6 dargestellt
ist, kann durch Stützstreben 30 zwischen einer Kühlfläche 22 und der porösen Außenhaut
24 gestützt sein.
[0031] Die Kühlfläche 22 entspricht in etwa der Außenfläche eines herkömmlichen Lanzenkopfes
nach dem Stand der Technik. Hinter der Kühlfläche 22 sind Kühlkanäle 18 angeordnet,
die mit einem Kühlfluid 39 durchströmt sind. Das Kühlfluid 38 ist in der Regel Wasser
bzw. eine wasserhaltige Mischung, in dem möglicherweise Antioxydationsmittel oder
Öle oder Kühlwasserkonditionierungsmittel zur Beeinflussung des pH-Werts eingemischt
sein können. Grundsätzlich können als Kühlfluid 38 auch andere Medien, insbesondere
flüssige Medien eingesetzt werden, was jedoch bei dem hohen Bedarf an Masse von Kühlfluid
38 aus wirtschaftlichen Gründen weniger der Fall sein wird. Die Kühlkanäle 18 werden
durch eine Kühlfluid-Zuleitung 12 mit dem Kühlfluid 38 versorgt, wobei die Kühlkanäle
18 wiederum in eine Kühlfluid-Rückleitung münden, die das Kühlfluid 38 durch die Injektionslanze
4 zurück in ein hier nicht dargestelltes Auffangbecken befördern.
[0032] Durch das Kühlfluid 38 wird der Lanzenkopf 2 grundsätzlich auf eine Temperatur gehalten,
die einen sicheren Betrieb des Lanzenkopfes 2 in der extrem heißen Umgebung eines
Konverters42 gewährleistet. Die poröse Außenhaut 24, die auf der eigentlichen gekühlten
Fläche, also der Kühlfläche 22 des Lanzenkopfes 2, aufgesetzt ist und diese gegenüber
der Schlacke 46 und dem flüssigen Metall 44 abdeckt, dient nicht nur zur weiteren
Kühlung, sondern vor allem dazu, kontinuierlich eine Fluidschicht um den Lanzenkopf
2 herum zu erzeugen, die ein Anhaften auf der Oberfläche der porösen Außenhaut 24
verhindert. Somit kann flüssige, aufspritzende Schlacke 46 kaum an die poröse Außenhaut
24 gelangen, da sie von dem kontinuierlich fließenden Fluidfilm abgehalten wird. Als
Fluid wird dabei bevorzugt ein Inertgas wie Argon, Stickstoff und Kohlenstoffdioxid
oder Mischungen daraus mit Anteilen von Luft verwendet.
[0033] Der eigentliche technische Grund für die Verwendung der Injektionslanze 4 besteht
darin, ein Reaktionsfluid, in der Regel reiner Sauerstoff 48 durch die Lanze 4 möglichst
nahe an das zu reagierende Material, also an das unter der schwimmenden flüssigen
Schlacke 46 befindliche flüssige Metall 44 zu pressen und in diesem Oxidationsvorgänge
hervorzurufen. Hierzu sind im Austrittsbereich 8 Reaktionsfluid-Austrittsdüsen 16
vorgesehen, die beispielsweise in Form von Laval-Düsen ausgestaltet sind, die ähnlich
wie bei Raketendüsen eine Beschleunigung des Reaktionsfluids im Austrittsbereich 8
bewirken. Diese Reaktionsfluid-Austrittsdüsen werden durch eine Reaktionsfluid-Zuleitung
10 mit dem Reaktionsfluid, also dem Sauerstoff 48, versorgt.
[0034] Charakteristisch für den Lanzenkopf 2 gemäß Fig. 4 und 5 gegenüber dem Stand der
Technik ist auch, dass in einem Zuleitungsbereich 6 die Reaktionsfluid-Zuleitung 10,
die Kühlfluid-Zuleitung 12 sowie die Permeationsfluid-Zuleitung 20 nebeneinander nicht
zwingend aber abschnittsweise auch durchaus parallel verlaufen und nicht konzentrisch
zueinander angeordnet sind. Ferner verlaufen die drei genannten Zuleitungen innerhalb
einer Kühlfluid-Rückleitung 14. In Fig. 5 sind auch gestrichelt die Verteilungskanäle
26 dargestellt, die nicht genau in der Schnittebene nach Fig. 5 liegen, sondern in
einer Ebene darunter, in der die Permeationsfluid-Zuleitung 20 im Austrittsbereich
8 in die poröse Außenhaut mündet. Diese Permeationsfluid-Zuleitung 20 mit den Verteilungskanälen
26 ist in Fig. 6 vereinzelt dargestellt, wobei der komplexe Aufbau dieser Permeationsfluid-Zuleitung
20 veranschaulicht ist, der grundsätzlich mit herkömmlichen Herstellungsverfahren
kaum darstellbar ist. Diese komplexe Struktur ist allerdings für eine optimale Strömungsmechanik
des Permeationsfluids 40 durchaus zweckmäßig. Ebenso sind die nebeneinander verlaufenden
Zuleitungen 10, 12 u. 20 in der Kühlfluid-Rückleitung 14, wodurch die Anschlüsse der
einzelnen Zu- und Rückleitungen am Eintrittsbereich der Injektionslanze 4 hier nicht
dargestellt erleichtert wird, wirtschaftlich nur durch ein additives Herstellungsverfahren
darstellbar. Diese Nebeneinanderdarstellung der Zuleitungen 10, 12, 20 sowie die komplexe
Verästelung der Verzweigungskanäle 26 und eine strömungstechnisch optimierte Ausgestaltung
der porösen Außenhaut 24 sind drei technische Merkmale, die die beschriebenen vorteilhaften
Wirkungen im Einsatz der Injektionslanze 4 bzw. des Lanzenkopfes 2 haben, die jedoch
durch herkömmliche Verfahren kaum darstellbar sind. Aus diesem Grund wird der beschriebene
Lanzenkopf 2 mittels eines additiven Herstellungsverfahrens, insbesondere eines Laserschmelzverfahrens,
wie es in Fig. 7 dargestellt ist, gefertigt.
[0035] In Fig. 7 ist schematisch ein Laserschmelzverfahren zur Herstellung eines additiven
Bauteils dargestellt. Es umfasst 50 einen Laser 52 sowie eine Umlenkoptik 54, die
den Laserstrahl 53 auf ein Pulverbett 56 lenkt. Die Bewegung des Laserstrahls 53,
die insbesondere durch die Umlenkoptik 54 induziert wird, wird entsprechend eines
Computerprogrammes gesteuert, sodass der Laserstrahl 53 das Pulver im Pulverbett 56
so aufschmilzt, dass genau die Konturen entstehen, die für die komplexe Darstellung
der Geometrie des Lanzenkopfes 2 nötig sind. Ferner ist dabei eine Rakel 60 vorgesehen,
die das Pulver Schicht für Schicht erneut beispielsweise aus einem Pulvervorrat 58
in die Reaktionszone schiebt, wobei ein Hubmechanismus 62 vorgesehen ist, der den
entstehenden Lanzenkopf 2 Stück für Stück absenkt, so dass durch das Aufschmelzen
des Pulvers mittels des Laserstrahls 53 eine Neuschicht entsteht.
[0036] Hierbei handelt es sich um ein übliches Laserschmelzverfahren, das mittels eines
Computerprogrammes gesteuert wird. Dieses Computerprogramm enthält Prozessdaten zur
Fertigung des Lanzenkopfes 2, also CAM-Daten sowie Konstruktionsdaten CAD-Daten, die
die komplexe Struktur des Lanzenkopfs 2 beinhalten. Die Struktur des Lanzenkopfes
2 sowie die Herstellungsparameter sind somit als digitaler Zwilling innerhalb eines
Computerprogrammes enthalten, die dafür sorgen, die gewünschten Geometrien vorab zu
simulieren, zu konstruieren und entsprechend in ein physisches Produkt umzusetzen.
[0037] Ferner kann zusätzlich in den Lanzenkopf nachträglich nach dessen Herstellung entsprechende
Messtechnik eingebracht werden. Der Anschluss von Drucksensoren an Ableitungsöffnungen
28 ist bereits erwähnt, zusätzlich können an dem Lanzenkopf zur Beurteilung des jeweilig
vorherrschenden Prozesses optische Kameras, Temperaturmessgeräte und Reaktionsmesssonden
angebracht sein, um beispielsweise die Strömung des Permeationsfluids zu kontrollieren.
Ferner ist es zweckmäßig, wenn die Oberfläche der Lanze 4 oder der porösen Außenhaut
24 mit Zink beschichtet ist, was einen zusätzlichen Schutz vor Anhaften von Schlacke
an der Oberfläche der Lanze 4 oder dieser Außenhaut 24 herbeiführt.
[0038] Ein wesentlicher Vorteil des beschriebenen Lanzenkopfes 2 besteht darin, dass der
Verschleiß des Lanzenkopfes 2 gegenüber herkömmlichen Lanzenköpfen nach dem Stand
der Technik deutlich geringer ist, sodass eine höhere Standzeit bewirkt wird. Das
wiederum führt zu geringeren Standzeiten des Prozesses wie sie durch den Austausch
des Lanzenkopfes 2 bei üblichen Prozessen auftreten. Gerade die Rüstzeit bei großindustriellen
Prozessen verursachen gegenüber den einzelnen Produktkosten für den Lanzenkopf einen
sehr hohen Produktionsausfall durch Stillstandszeiten, der durch den beschriebenen
Lanzenkopf 2 deutlich reduziert werden kann.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 2
- Lanzenkopf
- 4
- Injektionslanze
- 6
- Zuleitungsbereich
- 8
- Austrittsbereich
- 10
- Reaktionsfluid-Zuleitung
- 12
- Kühlfluid-Zuleitung
- 14
- Kühlfluid-Rückleitung
- 16
- Reaktionsfluid-Austrittsdüsen
- 18
- Kühlkanäle
- 20
- Permeationsfluid-Zuleitung
- 22
- Kühlfläche
- 24
- poröse Außenhaut
- 26
- Verteilungskanäle
- 28
- Drucksensoren
- 30
- Stützstreben
- 32
- Zwischenraum
- 34
- Reaktionsfluid
- 36
- zu reagierendes Material
- 38
- Kühlfluid
- 40
- Permeationsfluid
- 42
- Hochofen
- 44
- flüssiges Metall
- 46
- Schlacke
- 48
- Sauerstoff
- 50
- Laserschmelzverfahren
- 52
- Laser
- 53
- Laserstrahl
- 54
- Umlenkoptik
- 56
- Pulverbette
- 58
- Pulvervorrat
- 60
- Rakel
- 62
- Hubmechanismus
1. Lanzenkopf für eine Injektorlanze (4), der einen Zuleitungsbereich (6) und einen Austrittsbereich
(8) aufweist, wobei der Zuleitungsbereich (6) eine Reaktionsfluid-Zuleitung (10),
eine Kühlfluid-Zuleitung (12) und eine Kühlfluid-Rückleitung (14) umfasst, wobei im
Austrittsbereich (8) Reaktionsfluid-Austrittsdüsen (16) sowie Kühlkanäle (18) angeordnet
sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
- im Zuleitungsbereich (6) ferner mindestens eine Permeationsfluid-Zuleitung (20)
vorgesehen ist und
- dass der Austrittsbereich (8) eine Kühlfläche (22) aufweist, die zumindest teilweise
von einer porösen Außenhaut (24) umgeben ist, in die die Permeationsfluid-Zuleitung
(20) mündet und
- dass der Lanzenkopf (2) durch ein additives Herstellungsverfahren hergestellt ist.
2. Lanzenkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Permeationsfluid-Zuleitung (20) und die Reaktionsfluid-Zuleitung (10) innerhalb
der Kühlfluid-Zuleitung (12) oder der Kühlfluid-Rückleitung (14) zumindest teilweise
nebeneinander verlaufen.
3. Lanzenkopf nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlfluid-Zuleitung (12) innerhalb der Kühlfluid-Rückleitung (14) neben der Permeationsfluid-Zuleitung
(20) und der Reaktionsfluid-Zuleitung (10) zumindest teilweise nebeneinander verlaufen.
4. Lanzenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlfluid-Zuleitung (12) in die Kühlkanäle (18) mündet und die Kühlkanäle (18)
in die Kühlfluid-Rückleitung (14) münden.
5. Lanzenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Permeationsfluid-Zuleitung (20) sich in mehrere Verteilungskanäle (26) verzweigt,
die unter die poröse Außenhaut (24) münden.
6. Lanzenkopf nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an den Verzweigungskanälen (26) Ableitöffnungen zu Drucksensoren (28) angeordnet
sind.
7. Lanzenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Kühlfläche (22) und der porösen Außenhaut (24) ein mit Stützstreben
(30) durchzogener Zwischenraum (32) vorgesehen ist.
8. Lanzenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenhaut (24) oder die Lanze (4) eine Zinkbeschichtung aufweist.
9. Lanzenkopf nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Grundmaterial des Lanzenkopfes (2) Stahl, Kupfer, Wolfram, Molybdän, Niob oder
eine Nickelbasis-Legierung ist.
10. Verfahren zum Betreiben eines mittels eines additiven Verfahrens hergestellten Lanzenkopfes
(2) einer Injektionslanze (4), umfassend folgende Schritte,
- Durchleiten eines Reaktionsfluids (34) durch eine Reaktionsfluid-Zuleitung (10)
des Lanzenkopfes (2) in Reaktionsfluid-Austrittsdüsen (16) auf ein zu reagierendes
Material (36),
- Durchleiten eines Kühlfluids (38) durch eine Kühlfluid-Zuleitung (12) in Kühlkanäle
(18) an einem dem zu reagierenden Material (36) zugewandten Austrittsbereich (8) des
Lanzenkopfes (2),
- Rückleitung des Kühlfluids (38) von den Kühlkanälen (18) in eine Kühlfluid-Rückleitung
(14),
- Durchleiten eines Permeationsfluid (40) durch eine Permeationsfluid-Zuleitung (20)
und Verteilungskanäle (26) unter eine poröse Außenhaut (24), die den Austrittsbereich
(8) des Lanzenkopfes (2) zumindest teilweise umgibt,
- sodass das Permeationsfluid (40) dem Lanzenkopf (2) im Austrittsbereich (8) entströmt.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Permeationsfluid (40) ein Inertgas ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Permeationsfluid (40) Argon, Stickstoff, Kohlendioxid oder eine Mischung daraus
mit Anteilen von Luft umfasst.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Reaktionsfluid (34) Sauerstoff oder Luft ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlfluid (38) Wasser ist.
15. Computerprogramm umfassend einen digitalen Zwilling zur digitalen Abbildung eines
Lanzenkopfes (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 und zur Durchführung eines additiven
Herstellungsverfahrens zur Herstellung des Lanzenkopfes (2).