Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustands einer Kreiselpumpe
aufweisend ein Pumpengehäuse mit einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, einem
auf der Welle sitzenden Laufrad sowie einen die Welle antreibenden Motor, mit dem
Schritt, während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem möglichem Feststoffanteil
mit der Kreiselpumpe, Erfassen eines zeitlichen Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder
eines Motorstrom-Signals der Kreiselpumpe. Die Erfindung betrifft zudem eine Kreiselpumpe
aufweisend ein Pumpengehäuse mit einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, einem
auf der Welle sitzenden Laufrad, einen die Welle antreibenden Motor sowie einer Steuerung,
wobei die Steuerung eingerichtet ist, während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem
möglichem Feststoffanteil mit der Kreiselpumpe, ein zeitliches Beschleunigungs-, eines
Druck- und/oder eines Motorstrom-Signal der Kreiselpumpe zu erfassen.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Kreiselpumpen sind aus dem Stand der Technik bekannt und dienen zum Fördern einer
Flüssigkeit mittels einer Drehbewegung eines Laufrades. Die zu fördernde Flüssigkeit
tritt über eine Saugöffnung in einen Pumpenraum der Kreiselpumpe ein, wird von dem
rotierenden Laufrad erfasst und in der Folge in einem Druckstutzen befördert.
[0003] In der Flüssigkeit enthaltene Feststoffanteile können sich im Bereich des Laufrades
sowie an einer Innenseite eines Pumpengehäuses absetzen und derart einen hydraulischen
und/oder mechanischen Wirkungsgrad der Kreiselpumpe negativ bis hin zu einem Verstopfen
und Ausfall der Kreiselpumpe beeinflussen.
[0004] Obwohl aus dem Stand der Technik mehrere Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustands
und insbesondere zum Lösen von Verstopfungen von Kreiselpumpen bekannt sind, zeigt
die derzeitige Praxis, dass die bekannten Verfahren nicht ideal sind, um eine Kreiselpumpe
vor Beschädigung aufgrund einer solchen möglicherweise nicht rechtzeitig erkannten
Verstopfung in sicherer und verlässlicher Weise zu schützen, und insbesondere einen
entsprechenden Betriebszustand der Kreiselpumpe verlässlich zu erfassen.
Beschreibung der Erfindung
[0005] Ausgehend von dieser Situation ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein
Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustands einer Kreiselpumpe sowie eine entsprechende
Kreiselpumpe anzugeben, welche gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen
verlässlicher und schneller den Betriebszustand, und insbesondere eine Verstopfung
erkennen und entsprechend schneller beispielsweise Maßnahmen zum Lösen der Verstopfung
einleiten können.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Demnach wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustands
einer Kreiselpumpe aufweisend ein Pumpengehäuse mit einer in dem Pumpengehäuse angeordneten
Welle, einem auf der Welle sitzenden Laufrad sowie einen die Welle antreibenden Motor,
mit den Schritten:
während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem möglichem Feststoffanteil mit der
Kreiselpumpe, Erfassen eines zeitlichen Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder eines
Motorstrom-Signals der Kreiselpumpe,
Fourier-Transformieren des Beschleunigungs-, des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals
zum Erhalten eines Frequenzspektrums und/oder eines Spektrogramms, wobei insbesondere
Frequenzen des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms insbesondere mittels einer
Drehzahl der Kreiselpumpe normiert sind, und
Analysieren des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms insbesondere mittels
eines durch maschinelles Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich wenigstens
eines spektralen Musters zum Erkennen des Betriebszustands.
[0008] Ein wesentlicher Punkt der vorgeschlagenen Lehre liegt darin, dass insbesondere mittels
des maschinell trainierten Bildanalysealgorithmus aus dem im Fourier-transformierten
Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Signal erhaltenen spektralen Muster der
Betriebszustand der Kreiselpumpe in verlässlicher und reproduzierbarer Weise ableitbar
ist. Aufgrund dieses überraschenden technischen Effektes lässt sich beispielsweise
erkennen, wie experimentell verifiziert, ob die Kreiselpumpe verstopft ist, ob ein
Wartungszyklus für die Kreiselpumpe notwendig ist, wie hoch der Feststoffanteil in
der Flüssigkeit ist, ob ein abnormaler Betriebszustand oder ein Lagerfehler der Kreiselpumpe
vorliegt. Durch den derart bestimmten Betriebszustand kann insofern beispielsweise
früher auf die sich anbahnende Verstopfung reagiert werden, so dass Beschädigungen
der Kreiselpumpe durch den Feststoffanteil reduziert oder vermieden werden. Das vorgeschlagene
Verfahren eröffnet gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Methoden einen
völlig neuartigen Ansatz, um den Betriebszustand der Kreiselpumpe zu erkennen, beispielsweise
an eine nachgelagerte Steuerung zu signalisieren und/oder aufgrund des erkannten Betriebszustands
entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Das Analysieren des Frequenzspektrums und/oder
des Spektrogramms kann anstelle des durch maschinelles Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus
ebenso oder zusätzlich durch ein Schwellwertverfahren hinsichtlich des wenigstens
einen spektralen Musters zum Erkennen des Betriebszustands erfolgen.
[0009] Als Kreiselpumpe wird im Allgemeinen eine Strömungsmaschine bezeichnet, die eine
Drehbewegung und dynamische Kräfte zur Förderung überwiegend von Flüssigkeiten als
Fluid nutzt. Bevorzugt ist die Kreiselpumpe als Abwasserpumpe ausgestaltet. Bei der
Kreiselpumpe wird neben einer tangentialen Beschleunigung der Flüssigkeit in radialer
Strömung auftretende Fliehkraft zur Förderung genutzt, so dass solche Pumpen ebenso
als Zentrifugalpumpen bezeichnet werden. Bevorzugt lässt sich die Kreiselpumpe für
eine hydraulische Anlage eines Gebäudes oder sonstige Anwendungen verwenden.
[0010] Im regulären Betrieb der Kreiselpumpe kann ein Gehäuse des Motors der Kreiselpumpe
oberhalb des Pumpengehäuses angeordnet sein, in welchem das von dem Motor über die
Welle angetriebenes Laufrad zum Fördern der Flüssigkeit vorgesehen ist, wobei das
Gehäuse des Motors mit dem Pumpengehäuse ortsfest verbunden und/oder einteilig gestaltet
sein kann. Ebenso kann die Kreiselpumpe und der Motor jeweils eine eigene Welle aufweisen,
wobei die Wellen über eine Kupplung miteinander verbindbar sind. Bevorzugt ragt die
Welle an einer Antriebsseite aus dem Gehäuse des Motors in das Pumpengehäuse hinein
und/oder ist an der Antriebsseite des Laufrads ortsfest mit der Welle verbunden. Entsprechend
kann ein Einlass für die zu fördernde Flüssigkeit bevorzugt unterhalb oder unten an
dem Pumpengehäuse angeordnet.
[0011] Die Flüssigkeit umfasst bevorzugt Wasser oder ein sonstiges flüssiges Medium wie
beispielsweise Abwasser. Die Flüssigkeit kann als möglichem Feststoffanteil Feststoffe
wie beispielsweise Verunreinigungen oder Müll jeglicher Art, insbesondere Fäkalien,
Sedimente, Dreck, Sand, oder auch kleinere Holz-, Gestrüpp-, Textilien- oder Lappenteile
oder dergleichen umfassen. Bevorzugt ist das Gehäuse des Motors und/oder das Pumpengehäuse
aus Metall, insbesondere aus Gusseisen oder Edelstahl, Keramik, und/oder Kunststoff
gestaltet. Der Betriebszustand umfasst insbesondere einen normalen Betriebszustand,
also einen regulären Betrieb der Kreiselpumpe, oder einen abnormalen Betriebszustand,
insbesondere eine Störung und/oder eine Verstopfung, und/oder Informationen beispielsweise
über die Menge des Feststoffanteils, einen erforderlichen Wartungszyklus oder einen
Lagerfehler.
[0012] Der Ausdruck während des Förderns von Flüssigkeit' meint insbesondere einen regulären
Betrieb der Kreiselpumpe, nämlich wenn die Kreiselpumpe ein Fluid als Flüssigkeit
fördert, welches mit vorgenannten Feststoffanteil versetzt sein kann. Entsprechend
kann durch das Betreiben des Motors in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung
das Laufrad vorwärts und/oder rückwärts insbesondere zum Fördern der Flüssigkeit,
oder von Frischwasser wie nachfolgend beschrieben, angetrieben werden. Flüssigkeit
mit möglichem Feststoffanteil meint insofern insbesondere, dass im regulären Betrieb
einerseits nur Flüssigkeit gefördert wird, die Flüssigkeit jedoch mit dem in der Regel
ungewünschten Feststoffanteil versetzt sein kann, beispielsweise zum Teil oder auch
Großteils.
[0013] Als zeitliches Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Signal wird insbesondere
ein die Kreiselpumpe im Betrieb charakterisierendes Signal verstanden, beispielsweise
der von der Kreiselpumpe aufgenommene elektrische Strom und/oder die vom Motor während
des Förderns der Flüssigkeit aufgenommene elektrische Leistung, eine Drehzahl und/oder
ein Drehmoment des Motors. Durch Fourier-Transformieren des Beschleunigungs-, des
Druck- und/oder des Motorstrom-Signals, im Rahmen der Anmeldung ebenso abgekürzt als
Signal bezeichnet, wird insbesondere eine Translations-Invarianz des Signals in Zeit-Richtung
und Frequenz-Richtung erhalten. Als Fourier-Transformation, genauer insbesondere kontinuierliche
Fourier-Transformation, wird in der Regel eine Methode aus dem Bereich der Fourier-Analyse,
mit der aperiodische Signale in ein kontinuierliches Spektrum zerlegt werden, verstanden.
Die Funktion, die dieses Spektrum beschreibt, wird auch als Fourier-Transformierte
oder Spektralfunktion bezeichnet, die über eine Integraltransformation erhalten wird.
[0014] Als Frequenzspektrum eines Signals, meist einfach Spektrum genannt, lässt sich eine
Zusammensetzung des Signals aus verschiedenen Frequenzen erkennen. Als Spektrogramm
wird in der Regel eine bildliche Darstellung des zeitlichen Verlaufs des Frequenzspektrums
des Signals verstanden. Das maschinelle Lernen erfolgt bevorzugt mittels eines neuronalen
Netzes, insbesondere eines künstlichen neuronalen Netzes. Der Bildanalysealgorithmus
kann auf einem Computer bzw. mittels eines Prozessors und/oder durch eine Steuerung
wie weiter unten beschrieben durchgeführt werden. Der Begriff maschinelles Lernen
soll bevorzugt auch derart verstanden werden, dass beispielsweise ein Erkennen von
äquidistant verteilten Peaks im Frequenzspektrum mit umfasst ist.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung ist das spektrale Muster zum Erkennen der Betriebszustands
durch Überschreiten eines Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Schwellwertes
insbesondere einer ganzzahligen und/oder halben Ordnung des Signals gekennzeichnet.
Als Ordnung bzw. Ordnungsanalyse wird in der Regel eine Analyse des Signals verstanden,
bei welcher ein Energiegehalt des Signals über der Ordnung aufgetragen wird. Der Schwellwert
kann grundsätzlich beliebig definiert sein, beträgt beispielsweise bei einem abnormalen
Betriebszustand 10, 20 oder 30% mehr als bei einem regulären Betriebszustand, insbesondere
als Abweichung bzw. Relation zu einem Mittelwert aller anderen Regionen im Frequenzspektrum
und/oder Spektrogramm. Sofern also insbesondere das Fourier-transformierte Signal
insbesondere der ganzzahligen und/oder halben Ordnung des Signals den Schwellwert
überschreitet, kann auf eine Abweichung des Betriebszustands von dem regulären Betriebszustand
geschlossen werden, und die Abweichung beispielsweise signalisiert und/oder durch
Lösen einer Verstopfung behoben werden.
[0016] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das spektrale Muster zum Erkennen
der Betriebszustands durch Überschreiten einer vordefinierten zeitlichen Dauer insbesondere
eines gleitenden Mittelwertes des Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Schwellwertes
gekennzeichnet. In einer bildlichen Gestaltung kann das spektrale Muster derart als
waagerechte "Sprossen" einer "Leiter" gekennzeichnet sein, also wenn insbesondere
die ganzzahlige und/oder halbe Ordnung des Signals über die vordefinierte zeitliche
Dauer den Schwellwert überschreiten. Der Schwellwert kann beispielsweise 1, 2, 5,
10, 20, 30 oder 60 Sekunden betragen. Diese sogenannte spektrale Leiter, insbesondere
bestehend aus einer Mehrzahl Sprossen, im Spektrogramm insbesondere als horizontale
Linien, entsprechend von Ordnungen und Halbordnungen dargestellt, sowie meist zwei
Holmen, im Spektrogramm insbesondere als vertikale Linien, beispielsweise entsprechend
einem zeitlichen Beginn und Ende einer Verstopfung dargestellt, treten visuell insbesondere
als deutlicher Farbunterschied zu einer lokalen Umgebung zu Tage. Der Farbunterschied
ergibt sich insbesondere durch sich ändernde Amplitudenwerte entsprechend einer dritten
Achse des Spektrogramms, insbesondere orthogonal zur Bildebene, die durch eine Farbkarte
wiedergegeben werden kann. Je nach Wahl der Farbkarte sowie von Farbrepräsentanten
der minimalen und maximalen Amplitudenwerte kann sich ein entsprechender Farbunterschied
ergeben.
[0017] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Analysieren Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms in einem Beriech zwischen
3. und 9. Ordnung, insbesondere zwischen 3. und 5., 6., 7. oder 8. Ordnung des Signals.
[0018] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung erfolgt das maschinelle Lernen mittels
eines neuronalen Netzes, insbesondere eines Convolutional Neural Network, CNN. Als
Convolutional Neural Network wird in der Regel ein künstliches neuronales Netz verstanden,
wobei klassische Convolutional Neural Networks aus einem oder mehreren Convolutional
Layer, insbesondere jeweils gefolgt von einem Pooling Layer und einem oder mehreren
Fully Connection Layer bestehen können. Bei dem Convolutional Layer liegt eine Eingabe,
Input, oftmals als ein-, zwei- oder dreidimensionale Matrix, beispielsweise als Pixel
eines Graustufen- oder Farbbildes, vor.
[0019] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Analysieren des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms mittels des durch maschinelles
Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich mehrerer und/oder verschiedener
spektraler Muster zum Erkennen des Betriebszustands.
[0020] Insbesondere durch derartige Nutzung mehrerer CNN-Farbkanäle, insbesondere mehrerer
paralleler CNN-Input-Kanäle, für weitere Bilder können aus dem Frequenzspektrums und/oder
des Spektrogramms unterschiedlicher Zeit-Signale unterschiedliche physikalische Bedeutungen
abgeleitet werden, beispielsweise mehrere spektrale Muster zum Erkennen des Betriebszustands
erstellt werden. Derart lässt sich der Betriebszustand wesentlich detaillierter erfassen.
[0021] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Verfahren die Schritte auf:
Analysieren des spektralen Musters hinsichtlich einer Verstopfung als Betriebszustands
der Kreiselpumpe,
bei Erkennen der Verstopfung als Betriebszustand, Lösen der Verstopfung durch Betreiben
des Motors in wenigstens einer einer ersten Drehrichtung zum Fördern der Flüssigkeit
entgegengesetzten zweiten Drehrichtung.
[0022] Zum Lösen der Verstopfung können grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannte,
sogenannte Entblockungsroutinen verwendet werden, die in der Regel ein zeitlich begrenztes
und/oder wiederholendes, insbesondere in Intervallen wiederholendes und/oder abwechselndes
Betreiben des Motors in der ersten und/oder der zweiten Drehrichtung, insbesondere
in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung beinhalten.
[0023] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren die Schritte:
bei Erkennen der Verstopfung als Betriebszustand, Analysieren des spektralen Musters
hinsichtlich einer Klassifikation der Verstopfung der Kreiselpumpe, und
Lösen der Verstopfung durch Betreiben des Motors in Abhängigkeit von der Klassifikation
der Verstopfung.
[0024] Gemäß dieser Ausgestaltung lässt sich die Verstopfung in wesentlich effektiverer
Weise im Vergleich zum Stand der Technik lösen, da das Lösen der Verstopfung, insbesondere
eine dazu eingeleitete Entblockungsroutine, in Abhängigkeit der zuvor festgestellten
Klassifikation der Verstopfung ausgewählt wird. Denn anhand des spektralen Musters
lässt sich erkennen, welche Art von Verstopfung vorliegt, wie sich experimentell gezeigt
hat. Beispielsweise deutet ein ,klareres' bzw. ,deutlicheres' Muster darauf hin, dass
in dem einen Fall größere oder stärkere Verunreinigungen in dem Laufrad hängen geblieben
sind als bei einem ,undeutlicheren' Muster. Ebenso lässt sich anhand des spektralen
Musters ein bzw. der Ort einer Verstopfung lokalisieren. Zum Lösen lässt sich eine
entsprechende Entblockungsroutine auswählen, die in dem einen Fall auf größere oder
härtere Verunreinigungen und in dem anderen Fall auf kleinere und weichere Verunreinigungen
zugeschnitten ist, oder auf den Ort der Verstopfung zugeschnitten ist. Derartige Entblockungsroutinen
können durch geringere/höhere Drehzahlen, geringere/höhere Beschleunigungen und/oder
weniger/mehr Intervalle gekennzeichnet sein.
[0025] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Verfahren den Schritt auf:
Erfassen des Signals mittels eines Beschleunigungs- und/oder eines Vibrationssensors,
insbesondere mittels eines 3-Achsen Beschleunigungs- und/oder eines Vibrationssensors,
mittels eines Drucksensors und/oder mittels eines Stromsensors.
[0026] Derartige Sensoren können grundsätzlich, wie aus dem Stand der Technik bekannt, gestaltet
sein, beispielsweise als uni-axial und/oder tri-axial messender Beschleunigungssensor.
Der Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor ist bevorzugt berührend und/oder unmittelbar
benachbart an bzw. zu dem Pumpengehäuse, der Welle, dem Laufrad, dem Motor und/oder
einem Motorgehäuse des Motors vorgesehen. Der Drucksensor kann saugseitig und/oder
druckseitig vorgesehen sein. Der Stromsensor ist bevorzugt im Strompfad des Motors
insbesondere an einem Anschlusskabel des Motors, angeordnet.
[0027] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Erhalten des Frequenzspektrums mittels schneller Fourier-Transformation und/oder des
Spektrogramms mittels Kurzzeit-Fourier-Transformation.
[0028] Als schnelle Fourier-Transformation, englisch fast Fourier transform, FFT, wird in
der Regel ein Algorithmus zur effizienten Berechnung der diskreten Fourier-Transformation,
DFT, verstanden, mit dem das zeitdiskrete Signal in seine Frequenzanteile zerlegt
und dadurch analysiert werden kann. Die Kurzzeit-Fourier-Transformation, englisch
shorttime Fourier transform, kurz STFT, lässt sich verwenden, um die zeitliche Änderung
des Frequenzspektrums des Signals darzustellen. Während die Fourier-Transformation
keine Informationen über die zeitliche Veränderung des Spektrums bereitstellt, ist
STFT auch für solche Signale geeignet, deren Frequenzeigenschaften sich im Laufe der
Zeit verändern.
[0029] Nach einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung weist das Verfahren den Schritt auf:
Trainieren des Bildanalysealgorithmus mittels einer Vielzahl Einzelbilder mit wenigstens
zum Teil unterschiedlichen Betriebszuständen zum Erhalten eines jeweiligen Vektors
mit Wahrscheinlichkeiten eines regulären Betriebszustands und eines abnormalen Betriebszustands,
insbesondere einer Nicht-Verstopfung und Verstopfung.
[0030] In vorteiliger Weise erfolgt ein derartiges Trainieren mittels einer Mehrzahl Einzelbilder,
insbesondere mittels einigen Hundert Einzelbildern, beispielsweise 800, 1000 oder
1500 Einzelbildern, wobei sich an das Trainieren eine Testphase mit einigen weiteren
insbesondere Hundert Einzelbildern anschließen kann oder die Testphase während des
Trainierens stattfindet. Die Einzelbilder beinhalten bevorzugt entsprechende spektrale
Muster des regulären Betriebszustandes sowie des abnormalen Betriebszustandes, beispielsweise
wenn die Kreiselpumpe nicht verstopft sowie verstopft ist. Die zum Training genutzten
Muster können für das menschliche Auge nicht in jedem Fall wahrnehmbar sein.
[0031] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung umfasst das Verfahren den Schritt:
Trainieren des Bildanalysealgorithmus beim Fördern von Klarwasser als Flüssigkeit
und mit einem definierten Feststoffanteil versehener Flüssigkeit.
[0032] Derart lässt sich erkennen, wie das spektrale Muster im regulären Betriebszustand
der Kreiselpumpe aussieht, so dass davon abweichende spektrale Muster als abnormale
Betriebszustände klassifizierbar sind. Dazu wird der Feststoffanteil vorzugsweise
gerade derart definiert, dass eine Verstopfung als abnormaler Betriebszustand vorliegt.
Ebenso kann der Feststoffanteil durch einen oder mehrere Lappen, insbesondere einer
vorbestimmten Größe, Form etc. und/oder pro Zeiteinheit definiert sein.
[0033] Grundsätzlich existieren verschiedene Möglichkeiten, das vorgeschlagene Verfahren
zu triggern, beispielsweise aufgrund eines zeitlichen Ereignisses und/oder eines Resultats
eines weiteren Verfahrens. Nach einer besonders bevorzugten Ausgestaltung weist das
Verfahren jedoch die Schritte auf:
während des Förderns von Flüssigkeit mit dem möglichem Feststoffanteil, Erfassen einer
Steigung und/oder einer Krümmung eines zeitlichen Verlaufs des Signals der Kreiselpumpe,
und
wenn die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs des Signals einen
Verstopfungsschwellwert übersteigt, Fourier-Transformieren des Signals.
[0034] Durch Nutzung einer derartigen Gradienteninformation und/oder Krümmung des zeitlichen
Verlaufs des Signals lässt sich ein quasi geschätzter Blick in eine nahe Zukunft erhalten.
Mit anderen Worten lässt sich durch die Steigung und/oder der Krümmung des zeitlichen
Verlaufs des Signals schätzen, wie sich das Signal in unmittelbarer Zukunft, beispielsweise
in den nächsten Millisekunden, ändert. Mit noch anderen Worten stellt die vorgeschlagene
Weiterbildung eine Art Trendanalyse für das Signal bereit, so dass bereits ein Trend
hin zu einer Änderung des Betriebszustands der Kreiselpumpe innerhalb von wenigen
Millisekunden erkannt werden kann, um in der Folge den Betriebszustand mittels der
Fourier-Transformation detailliert erkennen zu können. Durch den derart erkannten
Trend kann früher beispielsweise auf die sich anbahnende Verstopfung reagiert werden,
so dass Beschädigungen der Abwasserpumpe durch Verunreinigungen reduziert oder vermieden
werden.
[0035] Als Steigung wird insbesondere eine erste zeitliche Ableitung des zeitlichen Verlaufs
des Signals, insbesondere von den drehenden Motor charakterisierender elektrischer
Betriebswerte, beispielsweise den vom Motor während des Förderns aufgenommenen elektrischen
Strom und/oder die vom Motor während des Förderns aufgenommene elektrische Leistung,
Drehzahl oder eines Drehmoments, insbesondere die Änderungsrate des zeitlichen Verlaufs
der den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Betriebswerte. Gemeinhin
wird die erste Ableitung als d
f/d
t beschrieben.
[0036] Als Krümmung wird insbesondere eine zeitliche Ableitung der Steigung des zeitlichen
Verlaufs des Signals oder die zweifache Ableitung des zeitlichen Verlaufs des Signals,
insbesondere von den drehenden Motor charakterisierenden elektrischen Betriebswerten
nach der Zeit verstanden. Den drehenden Motor charakterisierende elektrische Betriebswerte
sind beispielsweise der vom Motor während des Förderns der Flüssigkeit aufgenommene
elektrische Strom und/oder die vom Motor während des Förderns der Flüssigkeit aufgenommene
elektrische Leistung oder das Drehmoment des Motors.
[0037] Als zeitlicher Verlauf wird im Rahmen der Erfindung insbesondere eine zeitlich geordnete
Folge des Signals, insbesondere von Signalwerten, insbesondere den Motor charakterisierender
Betriebswerte, wie beispielsweise Leistung, Drehmoment, Drehzahl oder Strom, verstanden,
insbesondere eine Zeitreihe. Der zeitliche Verlauf kann gemittelt, insbesondere quadratisch
gemittelt, und/oder geglättet sein. Der zeitliche Verlauf kann eine kontinuierliche
und/oder diskrete Folge des Signals umfassen. Besonders bevorzugt umfasst die Steigung
und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs eine approximierte Ableitung von diskreten
Zeitsignalen durch Differenzenquotienten einer ersten und/oder zweiten Ordnung des
Betriebswerte.
[0038] Gemäß einer anderen bevorzugten Weiterbildung weist das Verfahren den Schritt auf:
Erfassen des Signals mit einer Abtastfrequenz von ≥ 10 kHz und ≤ 60 kHz.
[0039] Bevorzugt beträgt die Abtastfrequenz 20, 30, 40 oder 50 kHz. Daneben sind auch kleinere
untere Frequenzgrenzen wie 1, 2, 5 oder 8 kHz denkbar.
[0040] Die Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst durch eine Kreiselpumpe aufweisend
ein Pumpengehäuse mit einer in dem Pumpengehäuse angeordneten Welle, einem auf der
Welle sitzenden Laufrad, einen die Welle antreibenden Motor sowie einer Steuerung,
wobei
die Steuerung eingerichtet ist,
während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem möglichem Feststoffanteil mit der
Kreiselpumpe, ein zeitliches Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder eines Motorstrom-Signal
der Kreiselpumpe zu erfassen,
das Signal zum Erhalten eines Frequenzspektrums und/oder eines Spektrogramms Fourier
zu transformieren, wobei insbesondere Frequenzen des Frequenzspektrums und/oder des
Spektrogramms insbesondere mittels einer Drehzahl der Kreiselpumpe normiert sind,
und
das Frequenzspektrum und/oder das Spektrogramm insbesondere mittels eines durch maschinelles
Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich wenigstens eines spektralen
Musters zum Erkennen eines Betriebszustands der Kreiselpumpe zu analysieren.
[0041] Die Steuerung weist bevorzugt einen Mikroprozessor oder dergleichen auf, durch welchen
das Signal erfassbar, das Signal Fourier-transformierbar und/oder das Frequenzspektrum
und/oder das Spektrogramm analysierbar ist. Die Steuerung kann integraler Bestandteil
der Kreiselpumpe sein, an der Kreiselpumpe vorgesehen sein, beispielsweise an einem
Gehäuse der Kreiselpumpe, entfernt von der Kreiselpumpe angeordnet sein und/oder Teil
einer insbesondere von der Kreiselpumpe entfernten ,cloud' sein. Zum Erfassen des
Signals kann ein, direkt oder indirekt, an den Motor, an die Welle, das Laufrad und/oder
an die Kreiselpumpe, insbesondere an ein Gehäuse, ein Motorgehäuse und/oder ein Pumpengehäuse,
der Kreiselpumpe, angeschlossener und/oder den Motor, die Welle, das Laufrad und/oder
die Kreiselpumpe überwachender Sensor, beispielsweise ein Beschleunigungs-, eines
Druck- und/oder Stromsensor, vorgesehen sein.
[0042] Weitere Ausgestaltungen und Vorteile der Kreiselpumpe ergeben sich für den Fachmann
in Analogie zu dem oben beschriebenen Verfahren.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0043] Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand
bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0044] In den Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Ansicht einer Kreiselpumpe zum Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens
gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 2
- ein Ablaufdiagram zum Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens gemäß dem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 3a
- zeigt ein Spektrogramm von mit einer Drehzahl der Kreiselpumpe der Fig. 1 normierten
Frequenzen eines zeitlichen Signals gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
- Fig. 3b
- zeigt ein Ausschnitt des Spektrogramms der Fig. 3a gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
- Fig. 4
- zeigt das Spektrogramm von mit einer Drehzahl der Kreiselpumpe der Fig. 1 normierten
Frequenzen des zeitlichen Signals gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung
in einer weiteren Ansicht,
- Fig. 5
- zeigt oben einem von einem Motor der Kreiselpumpe der Fig. 1 aufgenommenen Motorstrom,
in der Mitte das Spektrogramm von einem Beschleunigungs-Signal sowie unten eine Wahrscheinlichkeit
einer Verstopfung der Kreiselpumpe gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
- Fig. 6
- einen Ausschnitt aus einem Leistungs-/Zeitdiagram beim Ausführen des vorgeschlagenen
Verfahrens gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung, und
- Fig. 7
- ein Leistungs-/Kreisfrequenzdiagramm beim Ausführen des vorgeschlagenen Verfahrens
gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Ausführungsbespiele
[0045] Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Kreiselpumpe 1 zum Ausführen eines nachfolgend
beschriebenen Verfahrens zum Bestimmen eines Betriebszustands und insbesondere zum
Lösen einer Verstopfung der Kreiselpumpe 1 gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
[0046] Die Kreiselpumpe 1 weist in herkömmlicher Weise ein Pumpengehäuse 2 mit einer, in
der Figur an dem Pumpengehäuse 2 unten angeordneten Saugöffnung 3 als Einlass auf.
In dem Pumpengehäuse 2 ist eine Welle 4 vorgesehen, die sich in der Zeichnung vertikal
erstreckt. Die Welle 4 wird von einem Motor 5 angetrieben, nur ansatzweise dargestellt,
der entgegensetzt zu der Saugöffnung 3 angeordnet ist. Der Saugöffnung 3 zugewandt
ist ein Laufrad 6 vorgesehen, welches über die Welle 4 durch den Motor 5 angetrieben
ist. Ferner weist die Kreiselpumpe 1 eine mikroprozessorbasierte Steuerung 7 auf,
in Fig. 1 nur angedeutet.
[0047] Schließlich weist die Kreiselpumpe 1 einen Sensor 8 zum Erfassen eines zeitlichen
Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder eines Motorstrom-Signals der Kreiselpumpe
1 auf. Der Sensor 8 ist entsprechend als Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor,
insbesondere als 3-Achsen Beschleunigungs- und/oder Vibrationssensor, als Drucksensor
und/oder als Stromsensor ausgestaltet. Im Falle einer Ausgestaltung als Beschleunigungs-
und/oder Vibrationssensor ist der Sensor 8 insbesondere berührend, unmittelbar benachbart
und/oder starr, beispielsweise auf einer Metallplatte, an dem Motor 5, zugeordnet
zu der Welle 4, an dem Pumpengehäuse 2, an einem Motorgehäuse des Motors 5 und/oder
zugeordnet zu dem Laufrad 6 vorgesehen. Im Falle eines Drucksensors ist der Sensor
8 druckseitig und/oder saugseitig insbesondere an der Saugöffnung 3 vorgesehen. Im
Falle eines Stromsensor misst der Sensor 8 einen von dem Motor 5 aufgenommenen Motorstrom.
[0048] Das vorgeschlagene Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustand der Kreiselpumpe
1 erfasst in einem ersten Schritt 100 während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem
möglichem Feststoffanteil mit der Kreiselpumpe 1 das zeitliche Beschleunigungs-, Druck-
und/oder Motorstrom-Signal der Kreiselpumpe 1. Dazu wird das Signal mit einer Abtastfrequenz
von ≥ 10 kHz und ≤ 60 kHz, insbesondere 30 kHz, diskontinuierlich über die Zeit erfasst.
Die Abtastfrequenz kann ebenso kleiner oder größer vorbeschrieben sein.
[0049] Das derart über die Zeit erfasste Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Signal
wird in einem zweiten Schritt 200 mittels Fourier-Transformation analysiert, um ein
Frequenzspektrum und/oder ein Spektrogramm, dargestellt in Fig. 3a, zu erhalten, wobei
Frequenzen des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms mittels einer Drehzahl
der Kreiselpumpe 1 normiert sind. Konkret wird das Frequenzspektrum mittels schneller
Fourier-Transformation und/oder des Spektrogramms mittels Kurzzeit-Fourier-Transformation
erhalten.
[0050] In einem folgenden dritten Schritt 300 wird das Frequenzspektrum und/oder das Spektrogramm
mittels eines durch maschinelles Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich
eines spektralen Musters zum Erkennen des Betriebszustands analysiert. Dazu wird,
wie exemplarisch dargestellt in Fig. 3b, das Spektrogramm in einem Bereich zwischen
3. und 9. Ordnung des Signals betrachtet. Im Falle einer Verstopfung der Kreiselpumpe
1, beispielsweise weil der Feststoffanteil das Laufrad 6 verstopft, verklemmt oder
einen zusätzlichen Reibanteil darstellt, ergibt sich eine in Fig. 3b dargestellte
spektrale "Leiter" mit ganzzahligen und halben Ordnungen des Signals, markiert durch
Pfeile, als waagerechte "Leitersprossen".
[0051] Diese spektrale "Leiter" als spektrales Muster stellt einerseits ein relatives Überschreiten
eines Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Schwellwertes der ganzzahligen
und/oder halben Ordnung des Signals dar, was in Fig. 3a und Fig. 3b als farblicher
Unterschied dargestellt ist bzw. als Sichtbarkeit des Fourier-transformierten Signals
bezüglich der Frequenzachse erkennbar ist. Zudem ist eine "Leitersprosse" als waagerechte
Linie dieses Signals aufgrund des Überschreitens einer vordefinierten zeitlichen Dauer
und/oder des Beschleunigungs-, Druck- und/oder Motorstrom-Schwellwertes ausgebildet
ist bzw. Sichtbarkeit des Fourier-transformierten Signals bezüglich der Zeitachse
erkennbar ist. Das derart entstandene spektrale Muster charakterisiert den Betriebszustand
der Kreiselpumpe 1 vorliegend als Verstopfung.
[0052] Mit anderen Worten kann zum Erkennen der Leiter im Frequenzspektrum als Vorarbeit
zunächst ein Umwandeln eines beliebig farblich dargestellten Spektrogramms in ein
schwarz-weißes Spektrogramm erfolgen bzw. liegt eigentlich bereits als solches vor.
Dabei erfolgt eine Festlegung einer Schwarz-Weiß-Skala nach dem folgenden Schema:
Pures Schwarz, d.h. relativer Farbwert gleich 0, entsprechend dem niedrigsten absoluten
Wert im Spektrogramm sowie pures Weiß, d.h. relativer Farbwert gleich 1, entsprechend
dem höchsten absoluten Wert im Spektrogramm. Zudem wird ein zeitliches Analysefenster,
welcher in der Zeit verschiebbar ist, von beispielsweise 1 oder 2 oder 3 Sekunden
festgelegt, d.h. das Analysefenster ist kleiner als die Zeitspanne eines Einzelbildes.
[0053] Um zu erkennen, ob eine Leiter im Frequenzspektrum vorliegt, wir in Fig. 4 angedeutet,
werden alle ganzen und halben Ordnungen zwischen der 3. und 9. die beiden Grenzen
eingeschlossen Ordnung betrachtet, d.h. die Ordnungen 3 / 3.5 / 4 / 4.5 / 5 ... 8
/ 8.5 / 9, innerhalb des Analysefensters, im Folgenden Max-Linien genannt. Innerhalb
des Analysefensters werden die jeweiligen Linien betrachtet, die eine Viertel-Ordnung
unter und über allen Max-Linien liegen, im Folgenden Min-Linien genannt, sprich im
Fall der Ordnung 3 die Linien der Ordnungen 2.75 und 3.25, im Fall der Ordnung 3.5
die Linien der Ordnungen 3.25 und 3.75 usw. bis im Fall der Ordnung 9 die Linien der
Ordnungen 8.75 und 9.25.
[0054] Um jede Min-Linie sowie Max-Linie werden einzelne Flächen bzw. Streifen mit einer
Breite gleich dem Analysefenster und den Halb-Höhen von beispielsweise +/- 0.02 Ordnungen
über sowie unter der jeweiligen Linie definiert, d.h. jede Fläche hat eine Höhe H
von insgesamt 0.04 Ordnungen und ist um die jeweilige Linie zentriert. Für jede Fläche
wird ein durchschnittlicher relativer Farbwert berechnet, im Folgenden Flächenwert
genannt. Abschließend werden für alle Max-Linien sowie die beiden jeweils unmittelbar
benachbarten Min-Linien die Flächenwerte untereinander verglichen und abgefragt, ob
der Flächenwert der Max-Linie die Flächenwerte der beiden benachbarten Min-Linien
deutlich übersteigt. Als Schwellenwert für die Differenz der Flächenwerte, im Maß
eines relativen Farbwertes, wird ein Wert von beispielsweise 0.1 vorgesehen. Mit anderen
Worten wird nach einer Art Zick-Zack-Muster gesucht, welches als Kriterium für eine
Leiterstruktur dient. Das Vorbeschriebene ist analog für ein Frequenzspektrum anwendbar.
[0055] In vorbereitenden Schritten zum Ausführen des zuvor beschriebenen Verfahrens zum
Erkennen des Betriebszustands der Kreiselpumpe 1 wird der Bildanalysealgorithmus zunächst
mittels einer Vielzahl Einzelbilder maschinell trainiert. Dargestellt in Fig. 5 sind
oben der vom Motor 5 aufgenommene Motorstrom, in der Mitte das Spektrogramm sowie
unten als Ergebnis eine Wahrscheinlichkeit der Verstopfung. Beispielsweise wurde im
Zeitraum zwischen etwa 550 bis 650 Sekunde eine Verstopfung durch Training mittels
entsprechender Einzelbilder simuliert, so dass sich im mittleren Spektrogramm die
spektrale "Leiter" ausgebildet hat und entsprechend unten als Ergebnis die Wahrscheinlichkeit
der Verstopfung bei 100% liegt.
[0056] Das maschinelle Lernen erfolgt durch ein Convolutional Neural Networks, CNN, also
mittels eins künstlichen neuronalen Netzes. Die Einzelbilder, Matrixobjekte mit einer
Auflösung NxN Pixel, beispielsweise 60x60 oder 120x120 Pixel, beinhalten als Input
für das CNN unterschiedliche Betriebszustände, beispielsweise regulärer Betriebszustand
und abnormaler Betriebszustand, insbesondere einer Nicht-Verstopfung und Verstopfung
oder normaler Lagerzustand und Lagerschaden der Kreiselpumpe 1. Ein Output des CNN
ist ein Vektor mit zwei oder mehr Einträgen entsprechend den Wahrscheinlichkeiten
für den regulärer Betriebszustand und den abnormaler Betriebszustand, insbesondere
Nicht-Verstopfung und Verstopfung oder normaler Lagerzustand und Lagerschaden, mit
in Summe 1.
[0057] Das spektrale Muster lässt sich aus standardisierten Ausschnitten der derart berechneten
Spektrogramme ableiten, insbesondere durch Anpassung und Vereinheitlichung der Bildauflösung
auf NxN Pixeln, beispielsweise 60x60 oder 120x120 Pixel, und Berechnung von zahlreichen
Bildern, oder als Ausschnitte aus Spektrogrammen mit und ohne Merkmale einer Verstopfung
bzw. des abnormalen Betriebszustand für das Training, etwaige Zwischentests und die
anschließende finale Validierung. Beispielsweise lässt sich der Bildanalysealgorithmus
des CNN beim Fördern von Klarwasser als Flüssigkeit, mit einem definierten maximalen
Feststoffanteil versehener Flüssigkeit, die noch einen regulären Betrieb der Kreiselpumpe
ermöglicht, sowie bei einer Verstopfung der Kreiselpumpe 1 trainieren.
[0058] In Fortführung des zuvor beschriebenen Verfahrens kann in einem weiteren Schritt
400 das spektrale Muster dahingehend analysiert werden, ob ein verstopfter Betriebszustand
der Kreiselpumpe 1 vorliegt. Dazu kann das Frequenzspektrum und/oder das Spektrogramm
mittels des durch maschinelles Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich
mehrerer und/oder verschiedener spektraler Muster zum Erkennen einer konkreten Art
des Betriebszustands untersucht werden. Durch Nutzung mehrerer CNN-Input-Kanäle könne
unterschiedliche physikalische Bedeutungen eruiert werden, beispielsweise die Art
der Verstopfung detektiert werden. Ebenso kann neben einem generellen Betriebszustand
beispielsweise die Menge des Feststoffanteils, ein erforderlicher Wartungszyklus oder
ein Lagerfehler erkannt werden.
[0059] Insofern kann bei Erkennen des verstopften Betriebszustands in einem folgenden Schritt
500 das spektrale Muster hinsichtlich einer Klassifikation der Verstopfung der Kreiselpumpe
analysiert werden. In der Folge kann in einem wieder darauffolgenden Schritt 600 der
verstopfte Betriebszustand durch Betreiben des Motors 5 in Abhängigkeit von der Klassifikation
des verstopften Betriebszustands gelöst werden. Ein derartiges Lösen erfolgt beispielsweise
durch Betreiben des Motors 5 in wenigstens einer einer ersten Drehrichtung zum Fördern
der Flüssigkeit entgegengesetzten zweiten Drehrichtung.
[0060] Das vorbeschriebene Verfahren lässt sich insbesondere dann initiieren, wenn während
des Förderns von Flüssigkeit mit dem möglichem Feststoffanteil eine Steigung und/oder
einer Krümmung eines zeitlichen Verlaufs des Signals der Kreiselpumpe 1, also die
erste und/oder die zweite zeitliche Ableitung des Signals, einen Verstopfungsschwellwert
übersteigt, so dass in diesem Fall das Fourier-Transformieren des Signals erfolgt.
[0061] In dazu vorbereitenden Schritten zum Ausführen kann der Motor 5 während des Förderns
von Klarwasser wiederholt in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung, also in ein der
ersten Drehrichtung und/oder in der ersten Drehrichtung entgegengesetzten zweiten
Drehrichtung, betrieben sowie in Vorwärts- und/oder Rückwärtsrichtung beschleunigt
werden. Während dieses Betreibens des Motors 5 mittels einer durch die Steuerung 7
vorgegebenen Drehzahl-Zeit Funktion werden durch den Sensor 8 mehrere diskrete den
drehenden Motor charakterisierende elektrische Klarwasserbetriebswerte in Abhängigkeit
der Zeit erfasst.
[0062] Mittels der Steuerung 7 wird sodann die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der so gewonnenen Klarwasserbetriebswerte, also die erste und die zweite
zeitliche Ableitung der so gewonnenen Klarwasserbetriebswerte, bestimmt. Da der Motor
5 mit unterschiedlichen Drehzahlen, Beschleunigungen und Drehrichtungen betrieben
wurde, lassen sich derart charakteristische Widerstandskurven für den Betrieb der
Kreiselpumpe 1 mit Klarwasser bestimmen und in einem Speicher der Steuerung 7 hinterlegen.
Diese Widerstandskurven stellen das grundsätzliche Betriebsverhalten der Kreiselpumpe
1 mit von Verunreinigungen unbelastetem Klarwasser dar.
[0063] Beim Fördern von Flüssigkeit mit Feststoffanteil mit der Kreiselpumpe 1, also mit
Verunreinigungen unterschiedlicher Art versetztem Wasser, benötigt die Kreiselpumpe
1 regelmäßig mehr elektrische Energie als beim Fördern von Klarwasser. Entsprechend
liegen eine während des Förderns von Flüssigkeit mit Feststoffanteil erfasste Steigung
und/oder Krümmung des zeitlichen Verlaufs von den drehenden Motor charakterisierenden
elektrischen Abwasserbetriebswerten im aktuellen Betrieb über der entsprechenden Steigung
und/oder Krümmung des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte. Die Abwasserbetriebswerte
lassen sich wiederum mit dem Sensor 8 erfassen.
[0064] Sofern die Kreiselpumpe 1 verstopft, beispielsweise eine Verunreinigung die Drehzahl
des Laufrads 6 reduziert oder das Laufrad 6 gar verklemmt und derart stoppt, ändert
sich die Abwasserbetriebswerte, nämlich die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen
Verlaufs der Abwasserbetriebswerte. Überschreitet die Steigung und/oder die Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Abwasserbetriebswerte einen vorgegebenen Verstopfungsschwellwert,
erkennt die Steuerung 7 das Verstopfen der Kreiselpumpe 1.
[0065] Der Verstopfungsschwellwert ist zweckmäßigerweise aus einem Maximum der um einen
Faktor erhöhten Steigung und/oder Krümmung des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte
gebildet, beträgt beispielsweise das 1,3-Fache der maximalen Steigung und/oder Krümmung
des zeitlichen Verlaufs der Klarwasserbetriebswerte. Nimmt die Kreiselpumpe 1 beim
Fördern von Klarwasser beispielsweise 1000 W auf, liegt die reguläre Leistung beim
Fördern von Flüssigkeit mit Feststoffanteil beispielsweise bei 1050 W. Sobald die
Abwasserpumpe 1 jedoch 1300 W verbraucht, stellt die Steuerung 7 die Verstopfung bzw.
eine Änderung des Betriebszustands fest, und beginnt mit der Fourier-Transformation
des Signals.
[0066] Exemplarisch dazu sind in Fig. 6 ein Ausschnitt aus einem Leistungs-/Zeitdiagram
und in Fig. 7 ein Leistungs-/Kreisfrequenzdiagramm beim Ausführen des vorgeschlagenen
Verfahrens dargestellt. In Fig. 6 ist illustriert, wie aus der Leistungs-Zeit-Funktion
und/oder aus der Leistungs-Kreisfrequenz-Funktion als Abwasserbetriebswert die Steigung
gewonnen wird. Aus der Steigung kann die Steuerung 7 das Verstopfen der Kreiselpumpe
1 dann erkennen, wenn ein Verstopfungsschwellwert überschritten wird. Fig. 7 illustriert
verschiedene Leistungs-/Kreisfrequenzkurven. Die flachere durchgezogene Leistungs-
/Drehzahlkurve stellt ein Beschleunigungsverhalten der Kreiselpumpe 1 ohne Verstopfung
beim Fördern von Klarwasser dar, mit jeweiligen unteren und oberen gestrichelt gezeichneten
Verstopfungsschwellwerten. Die steilere durchgezogene Leistungs- /Drehzahlkurve stellt
das Betriebsverhalten der Kreiselpumpe 1 während der Verstopfung dar.
[0067] Die beschriebenen Ausführungsbeispiels sind lediglich Beispiele, die im Rahmen der
Ansprüche auf vielfältige Weise modifiziert und/oder ergänzt werden können. Jedes
Merkmal, das für ein bestimmtes Ausführungsbeispiel beschrieben wurde, kann eigenständig
oder in Kombination mit anderen Merkmalen in einem beliebigen anderen Ausführungsbeispiel
genutzt werden. Jedes Merkmal, dass für ein Ausführungsbeispiel einer bestimmten Kategorie
beschrieben wurde, kann auch in entsprechender Weise in einem Ausführungsbeispiel
einer anderen Kategorie eingesetzt werden.
Bezugszeichenliste
[0068]
| Abwasserpumpe |
1 |
| Pumpengehäuse |
2 |
| Saugöffnung |
3 |
| Welle |
4 |
| Motor |
5 |
| Laufrad |
6 |
| Steuerung |
7 |
| Sensor |
8 |
| Erfassen eines zeitlichen Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder eines Motorstrom-Signals
der Kreiselpumpe |
100 |
| Fourier-Transformieren des Signals zum Erhalten eines Frequenzspektrums und/oder eines
Spektrogramms |
200 |
| Analysieren des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms mittels eines durch maschinelles
Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich wenigstens eines spektralen
Musters zum Erkennen des Betriebszustands |
300 |
| Analysieren des wenigstens einen spektralen Musters hinsichtlich einer Verstopfung
als Betriebszustand der Kreiselpumpe |
400 |
| bei Erkennen der Verstopfung, Analysieren des spektralen Musters hinsichtlich einer
Klassifikation der Verstopfung der Kreiselpumpe |
500 |
| Lösen der Verstopfung durch Betreiben des Motors in Abhängigkeit von der Klassifikation
der Verstopfung |
600 |
1. Verfahren zum Erkennen eines Betriebszustands in einer Kreiselpumpe (1) aufweisend
ein Pumpengehäuse (2) mit einer in dem Pumpengehäuse (2) angeordneten Welle (4), einem
auf der Welle (4) sitzenden Laufrad (6) sowie einen die Welle (4) antreibenden Motor
(5), mit den Schritten:
während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem möglichem Feststoffanteil mit der
Kreiselpumpe (1), Erfassen eines zeitlichen Beschleunigungs-, eines Druck- und/oder
eines Motorstrom-Signals der Kreiselpumpe (1) (100),
Fourier-Transformieren des Beschleunigungs-, des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals
zum Erhalten eines Frequenzspektrums und/oder eines Spektrogramms (200), und
Analysieren des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms hinsichtlich wenigstens
eines spektralen Musters zum Erkennen des Betriebszustands (300).
2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Analysieren des Frequenzspektrums
und/oder des Spektrogramms mittels eines durch maschinelles Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus
erfolgt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das spektrale Muster zum
Erkennen der Betriebszustands durch Überschreiten eines Beschleunigungs-, Druck- und/oder
Motorstrom-Schwellwertes einer ganzzahligen und/oder halben Ordnung des Beschleunigungs-,
des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals gekennzeichnet ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das spektrale Muster zum
Erkennen der Betriebszustands durch Überschreiten einer vordefinierten zeitlichen
Dauer insbesondere eines gleitenden Mittelwertes des Beschleunigungs-, Druck- und/oder
Motorstrom-Schwellwertes gekennzeichnet ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit dem Schritt:
Analysieren Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms in einem Beriech zwischen
3. und 9. Ordnung des Beschleunigungs-, des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche und nach Anspruch 2, wobei das maschinelle
Lernen mittels eines neuronalen Netzes, insbesondere eines Convolutional Neural Network,
CNN, erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche und nach Anspruch 2, mit dem Schritt:
Analysieren des Frequenzspektrums und/oder des Spektrogramms mittels des durch maschinelles
Lernen trainierten Bildanalysealgorithmus hinsichtlich mehrerer und/oder verschiedener
spektraler Muster zum Erkennen des Betriebszustands.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Analysieren des spektralen Musters hinsichtlich einer Verstopfung als Betriebszustand
der Kreiselpumpe (1) (400),
bei Erkennen der Verstopfung, Lösen der Verstopfung durch Betreiben des Motors (5)
in wenigstens einer einer ersten Drehrichtung zum Fördern der Flüssigkeit entgegengesetzten
zweiten Drehrichtung.
9. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, mit den Schritten:
bei Erkennen der Verstopfung, Analysieren des spektralen Musters hinsichtlich einer
Klassifikation der Verstopfung der Kreiselpumpe (500), und
Lösen der Verstopfung durch Betreiben des Motors (5) in Abhängigkeit von der Klassifikation
der Verstopfung (600).
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit dem Schritt:
Erfassen des Beschleunigungs-, des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals mittels
eines Beschleunigungs- und/oder eines Vibrationssensors (8), insbesondere mittels
eines 3-Achsen Beschleunigungs- und/oder eines Vibrationssensors, mittels eines Drucksensors
(8) und/oder mittels eines Stromsensors (8).
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit dem Schritt:
Erhalten des Frequenzspektrums mittels schneller Fourier-Transformation und/oder des
Spektrogramms mittels Kurzzeit-Fourier-Transformation.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit dem Schritt:
Trainieren des Bildanalysealgorithmus mittels einer Vielzahl Einzelbilder mit wenigstens
zum Teil unterschiedlichen Betriebszuständen zum Erhalten eines jeweiligen Vektors
mit Wahrscheinlichkeiten eines regulären Betriebszustands und eines abnormalen Betriebszustands,
insbesondere einer Nicht-Verstopfung und Verstopfung.
13. Verfahren nach dem der vorhergehenden Anspruch, mit dem Schritt:
Trainieren des Bildanalysealgorithmus beim Fördern von Klarwasser als Flüssigkeit
und mit einem definierten Feststoffanteil versehener Flüssigkeit.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
während des Förderns von Flüssigkeit mit dem möglichem Feststoffanteil, Erfassen einer
Steigung und/oder einer Krümmung eines zeitlichen Verlaufs des Beschleunigungs-, des
Druck- und/oder des Motorstrom-Signals der Kreiselpumpe (1), und
wenn die Steigung und/oder die Krümmung des zeitlichen Verlaufs des Beschleunigungs-,
des Druck- und/oder des Motorstrom-Signals einen Verstopfungsschwellwert übersteigt,
Fourier-Transformieren des Signals.
15. Kreiselpumpe (1) aufweisend ein Pumpengehäuse (2) mit einer in dem Pumpengehäuse (2)
angeordneten Welle (4), einem auf der Welle (4) sitzenden Laufrad (6), einen die Welle
(4) antreibenden Motor (5) sowie einer Steuerung (7), wobei
die Steuerung (7) eingerichtet ist,
während eines Förderns von Flüssigkeit mit einem möglichem Feststoffanteil mit der
Kreiselpumpe (1), ein zeitliches Beschleunigungs-, ein Druck- und/oder ein Motorstrom-Signal
der Kreiselpumpe (1) zu erfassen,
das Beschleunigungs-, das Druck- und/oder das Motorstrom-Signal zum Erhalten eines
Frequenzspektrums und/oder eines Spektrogramms Fourier zu transformieren, und
das Frequenzspektrum und/oder das Spektrogramm hinsichtlich wenigstens eines spektralen
Musters zum Erkennen eines Betriebszustands der Kreiselpumpe (1) zu analysieren.