[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Recheneinheit zur Ermittlung und Anzeige
eines Zustands einer Gefahrenmeldeanlage, insbesondere einer Brandmeldeanlage, sowie
ein Gefahrenmeldesystem, insbesondere ein Brandmeldesystem, mit einer solchen Recheneinheit.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Zur Gewährleistung des Brandschutzes werden insbesondere in Gebäuden mit hohem Gefährdungspotenzial,
wie Flughäfen, Bahnhöfen, Universitäten, Schulen, Firmengebäuden, Fabrikhallen, Altenwohnheimen
und/oder Krankenhäusern usw., Brandmeldeanlagen installiert. Diese enthalten eine
Vielzahl von Brandmeldern an unterschiedlichen Orten des Gebäudes, die mit einer Brandmeldezentrale
vernetzt sind. Die Brandmeldezentrale empfängt Ereignisse von den verschiedenen Brandmeldern,
wertet diese aus und leitet entsprechende Reaktionen ein.
[0003] EP 2 898 490 B1 zeigt eine Brandmeldeanlage mit einer Vielzahl von Brandmeldern und einer Brandmeldezentrale,
welche über ein erstes Netzwerk mit den Brandmeldern verbunden ist. Die Brandmeldeanlage
weist zudem eine Monitorzentrale zur Überwachung eines Installations- und/oder Wartungszustands
der Brandmelder und/oder der Brandmeldezentrale auf, die über ein zweites Netzwerk
mit der Brandmeldezentrale verbunden ist, das als Internetverbindung oder als privates
Netzwerk ausgebildet ist. Bei der Monitorzentrale kann es sich um eine personengestützte
Anlage handeln, bei der Überwachungspersonal vorhanden ist, welches den Installations-
und/oder Wartungszustand der Brandmeldezentrale und der Brandmelder überwacht. Dazu
kann die Monitorzentrale Mensch-Maschinen-Schnittstellen, wie z.B. Computerarbeitsplätze,
aufweisen, welche die Durchführung der Überwachung durch Überwachungspersonal ermöglichen.
Offenbarung der Erfindung
[0004] Erfindungsgemäß werden eine Recheneinheit zur Ermittlung und Anzeige eines Zustands
einer Gefahrenmeldeanlage, insbesondere einer Brandmeldeanlage, sowie ein Gefahrenmeldesystem,
insbesondere ein Brandmeldesystem, mit einer solchen Recheneinheit mit den Merkmalen
der unabhängigen Patentansprüche vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
Gegenstand der Unteransprüche sowie der nachfolgenden Beschreibung.
[0005] Die Gefahrenmeldeanlage weist wenigstens eine, insbesondere jedoch eine Vielzahl
von Komponenten zur Detektion von mindestens einem Ereignis und eine Gefahrenmeldezentrale
auf. Eine solche Komponente kann beispielsweise ein Brandmelder, Rauchmelder, Körperschallmelder,
Bewegungsmelder, Magnetkontakt, Glasbruchmelder etc. sein. Im dem bevorzugten Fall
einer Brandmeldeanlage kann eine solche Komponente insbesondere ein Brandmelder, Rauchmelder,
linearer Wärmemelder, Flammenmelder, linearer Strahlenmelder sowie ein Rauchansaugsystem
mit Filter und ein Ringmodul der Brandmeldezentrale sein.
[0006] Die erfindungsgemäße Recheneinheit ermöglicht eine effiziente Ermittlung von Ereignisursachen
und Störquellen sowie eine Vermeidung von Fehlalarmen durch Bereitstellung von historischen
Ereignissen und deren Ursachen. Des Weiteren werden beim Monitoring des Installations-
und/oder Wartungszustands der Gefahrenmeldeanlage alle ihre Komponenten sowie deren
einzelne Bauteile berücksichtigt, wodurch die Betriebsdauer der Komponenten verlängert
werden kann. Außerdem bietet die erfindungsgemäße Recheneinheit eine zumindest teilautomatisierte
Führung eines Betriebsbuches der Gefahrenmeldeanlage wodurch ein Dokumentationsaufwand
für einen Betreiber der Anlage reduziert wird.
[0007] Im Einzelnen umfasst die erfindungsgemäße Recheneinheit eine Funktionsermittlungseinheit,
die Funktionsdaten von der Gefahrenmeldeanlage empfängt und einen Funktionszustand
wenigstens einer Komponenten basierend auf den empfangenen Funktionsdaten ermittelt.
Insbesondere können die Funktionsdaten mindestens ein Signal von jeder Komponente
der Gefahrenmeldeanlage enthalten, das deren Funktionszustand widerspiegelt. Bei dem
mindestens einen Signal kann es sich um ein Sensorsignal oder um ein betriebsdauer-
bzw. zeitbasiertes Signal handeln.
[0008] Beispielsweise kann die Funktionsermittlungseinheit einen Funktionszustand eines
Rauchansaugsystems mittels eines Sensorsignals eines Durchfluss- oder Drucksensors
bestimmen. Befinden sich die Signalwerte außerhalb eines vorbestimmten Wertebereichs,
so kann daraus auf eine Leckage oder eine Verstopfung eines Filters in dem Rauchansaugsystem
geschlossen werden. Dadurch kann dessen Funktion eingeschränkt oder nicht mehr gegeben
sein.
[0009] Der Funktionszustand eines Brandmelders kann beispielsweise anhand einer Verschmutzung
seiner Messzelle und einem Ladezustand seiner Batterie bestimmt werden. Die Signale
der jeweiligen Sensoren können an die Funktionsermittlungseinheit gesendet werden,
die anhand eines Vergleichs mit einem zulässigen Wertebereich auf den Funktionszustand
des Brandmelders schließt.
[0010] Alternativ oder zusätzlich kann die Funktionsermittlungseinheit auf Signale eines
internen Zeitgebers zur Anzeige der Betriebsdauer einer Komponente zugreifen, um deren
Funktionszustand zu ermitteln. Dabei kann beispielsweise bei Überschreiten einer ersten
Zeitschwelle durch die Betriebsdauer eine eingeschränkte Funktionsfähigkeit der Komponente
und bei Überschreiten einer zweiten Zeitschwelle, die größer als die erste Zeitschwelle
ist, durch die Betriebsdauer eine Funktionsunfähigkeit bestimmt werden.
[0011] Neben den Signalen der Komponenten können die Funktionsdaten auch Signale der Gefahrenmeldezentrale,
wie beispielsweise einen Zählerstand des Alarmzählers umfassen. Die Funktionsermittlungseinheit
kann die Funktionsdaten in periodischen Abständen, beispielsweise alle 60 min, alle
90 min oder einmal pro Tag erhalten. Somit erhält die Funktionsermittlungseinheit
ein umfassendes Bild vom Systemzustand der Gefahrenmeldeanlage mit ihren einzelnen
Komponenten (Funktionszustand aller Komponenten der Gefahrenmeldeanlage).
[0012] Des Weiteren enthält die Recheneinheit eine Wartungsermittlungseinheit, die einen
Wartungsplan basierend auf dem bestimmten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente
erstellt. Insbesondere kann die Wartungsermittlungseinheit unter Verwendung des aktuell
ermittelten Funktionszustands eine Restlaufzeit bzw. Restlebensdauer der einzelnen
Komponenten bis zu einem Austausch oder einer Wartung bestimmen und in den Wartungsplan
den entsprechenden Zeitpunkt, z.B. ein bestimmtes Quartal, einen Monat oder eine Woche,
als Maßnahmenzeitpunkt eintragen. Neben den derart ermittelten Wartungs-/Austauschterminen
als Maßnahmenzeitpunkte kann der Wartungsplan auch reguläre zeitbasierte Wartungen
und Tauschintervalle für die Komponenten als Maßnahmenzeitpunkte enthalten.
[0013] Zudem umfasst die Recheneinheit alternativ oder zusätzlich eine Ereignisermittlungseinheit,
die Betriebsdaten von der Gefahrenmeldeanlage erhält, wenn bei der mindestens einen
Komponente eine Änderung ihres Betriebszustands auftritt, und basierend auf den erhaltenen
Betriebsdaten wenigstens ein Ereignis ermittelt. Eine Änderung des Betriebszustands
einer Komponente kann beispielsweise durch einen Alarm, eine Konfigurationsänderung
oder durch einen Übergang in einen funktionsunfähigen Zustand eintreten. Die Betriebsdaten
können insbesondere Meldungen der Gefahrenmeldezentrale, wie beispielsweise eine Information
über einen Alarm eines Brandmelders, eine Information über eine Abschaltung eines
Alarms oder eine Information über einen Ausfall einer Komponente enthalten. Zudem
kann ein Zählerstand des Alarmzählers in den Betriebsdaten enthalten sein.
[0014] Außerdem weist die Recheneinheit wenigstens eine von der Gefahrenmeldeanlage entfernte
Anzeigeeinheit, insbesondere eine Vielzahl von solchen Anzeigeeinheiten auf, die den
ermittelten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente, den mindestens einen
Wartungsplan und/oder das wenigstens eine ermittelte Ereignis anzeigen. Dass die wenigstens
eine Anzeigeeinheit von der Gefahrenmeldeanlage entfernt ist, soll so verstanden werden,
dass die Anzeigeeinheit sich an einem beliebigen Ort außerhalb der Gefahrenmeldeanlage
befinden kann. Dies ermöglicht es dem Betreiber der Anlage, den System- und Betriebszustand
der Gefahrenmeldeanlage flexibel und ortsunabhängig einzusehen.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform kann die Recheneinheit ein digitales Betriebsbuch erstellen.
In dem digitalen Betriebsbuch können alle Ereignisse entsprechend der Norm, z.B. nach
DIN VDE 0833-1, zusammengefasst und eingetragen werden. Dabei können alle Ereignisse
erfasst werden, bei denen der Alarmzähler der Gefahrenmeldungsanlage inkrementiert
wird. Das digitale Betriebsbuch kann von der Recheneinheit basierend auf den ermittelten
Ereignissen und dem ermittelten Funktionszustand der Komponenten zumindest teilweise
automatisiert geführt und auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit angezeigt werden.
Ausgangspunkt hierfür ist, dass, um einen ordnungsgemäßen Betrieb der Brandmeldeanlage
sicherzustellen, ist z.B. nach DIN VDE 0833-1 das Führen eines Betriebsbuchs vorgeschrieben,
in dem ein Zustand der Brandmeldeanlage und alle auftretenden Ereignisse über den
gesamten Zeitraum ihres Betriebes hinweg dokumentiert werden müssen. Dazu trägt ein
Betreiber bzw. ein Instandhalter der Anlage alle aufgetretenen Ereignisse sowie alle
Maßnahmen, die der Sicherung der Betriebsbereitschaft dienen, wie beispielsweise Wartungs-
und Instandhaltungsmaßnahmen, in das Betriebsbuch ein. Dabei muss auch ein Zählerstand
eines Alarmzählers, der in der Brandmeldeanlage integriert ist, in das Betriebsbuch
eingetragen werden, der bei jedem ausgelösten Alarm der Anlage inkrementiert wird.
Um jederzeit einen Überblick über den Zustand der Brandmeldeanlage zu haben, können
zudem deren einzelne Komponenten, beispielsweise die Brandmelder, überwacht werden.
[0016] Beispielsweise kann die Ereignisermittlungseinheit bei Erhalt von Betriebsdaten die
entsprechenden Meldungen zu einem Ereignis direkt in das digitale Betriebsbuch eintragen,
d.h. das Ereignis in diesem speichern. Zusätzliche Informationen zu dem Ereignis,
wie beispielsweise dessen Ursache können von einem Betreiber der Anlage über eine
Eingabeschnittstelle ergänzt werden. Letztere kann in der wenigstens einen bzw. einer
der Anzeigeeinheiten enthalten sein. Mehrere Ereignisse können im Betriebsbuch innerhalb
von Tageseinträgen zusammengefasst werden. So wird im Betriebsbuch deutlich, welche
Ereignisse an einem jeweiligen Tag aufgetreten sind.
[0017] Insbesondere kann die Ereignisermittlungseinheit den Zählerstand des Alarmzählers
in das digitale Betriebsbuch eintragen. Da die Recheneinheit Betriebsdaten nur bei
Auftreten eines Ereignisses empfängt, können zusätzlich die zyklisch empfangenen Funktionsdaten
herangezogen werden, um sicherzustellen, dass alle aufgetretenen Ereignisse in das
digitale Betriebsbuch eingetragen wurden. Des Weiteren kann bei Eintrag eines Ereignisses
in das digitale Betriebsbuch auch der ermittelte Funktionszustand der betroffenen
Komponenten gespeichert werden. Insbesondere kann der ermittelte Funktionszustand
dem Ereignis zugeordnet werden. Da Einträge in das digitale Betriebsbuch über einen
langen Zeitraum gespeichert werden, können Ereignisse zu einem bestimmten Zeitpunkt
sowie der zugehörige Funktionszustand der betroffenen Komponenten jederzeit wieder
aufgerufen und auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit angezeigt werden. Beispielsweise
kann die Recheneinheit dazu eingerichtet sein, solche Zeitpunkte, an denen besonders
viele Ereignisse auftraten, im digitalen Betriebsbuch auf der Anzeigeeinheit automatisch
zu markieren. So kann ein Betreiber schnell den Zeitpunkt identifizieren, an dem mehrere
Betriebszustandsänderungen gleichzeitig vorhanden waren und den Zustand der Gefahrenmeldeanlage
zu jedem Zeitpunkt in der Vergangenheit nachvollziehen.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform kann die Recheneinheit einen Inhalt des digitalen Betriebsbuchs
basierend auf einem Abgleich der empfangenen Funktionsdaten und der empfangenen Betriebsdaten
anpassen. Insbesondere kann der in den Funktionsdaten enthaltene Stand des Alarmzählers
bei jeder Übermittlung an die Recheneinheit mit dem im Betriebsbuch eingetragenen
Zählerstand verglichen werden. Letzterer stammt aus den zuletzt erhaltenen Betriebsdaten,
deren Übermittlung ggf. eine längere Zeit zurückliegen kann. Sollte der Zählerstand
im Betriebsbuch von dem in den aktuellen Funktionsdaten abweichen, so kann überprüft
werden, ob z.B. eine Übermittlung der Betriebsdaten aufgrund einer fehlerhaften Verbindung
nicht ordnungsgemäß erfolgt ist.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform kann die Ereignisermittlungseinheit der Recheneinheit
zusammenhängende Betriebszustandsänderungen der wenigstens einen Komponente gruppieren
und daraus ein einziges Ereignis als das wenigstens eine Ereignis ermitteln. Dabei
kann die Ereignisermittlungseinheit Meldungen zu Betriebszustandsänderungen z.B. basierend
auf ihrer zeitlichen Abfolge, ihrer Datenstruktur oder ihres Inhalts gruppieren. Wenn
beispielsweise ein Gefahrenmelder einen Alarm in einem Raum eines überwachten Gebäudes
auslöst, so kann dies weitere Alarme in angrenzenden Komponenten, wie beispielsweise
den Ringmodulen zur Folge haben. Die Ereignisermittlungseinheit identifiziert die
zu diesen Alarmen erhaltenen Meldungen als zusammengehörig und gruppiert sie entsprechend,
so dass nur ein Ereignis basierend auf mehreren Meldungen detektiert wird. Dadurch
können Alarmursachen sicher detektiert und Fehlalarme vermieden werden.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform kann die Ereignisermittlungseinheit einen Ort des wenigstens
einen ermittelten Ereignisses bestimmen und auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit
anzeigen, insbesondere auf bzw. in einer digitalen Laufkarte. Bei einer Laufkarte
handelt es sich um ein Hinweisformular, das der Feuerwehr bei Alarmauslösung in Gebäuden
mit Brandmeldeanlage den Weg von der Brandmeldezentrale bis zum ausgelösten Brandmelder
zeigt. Bei Verwendung einer digitalen Laufkarte kann diese auf der wenigstens einen
Anzeigeeinheit angezeigt und ein Ort des ermittelten Ereignisses darauf markiert werden.
So kann eine Position einer ereignisauslösenden Komponente schnell und einfach bestimmt
werden.
[0021] Gemäß einer Ausführungsform kann die Funktionsermittlungseinheit den ermittelten
Funktionszustand der wenigstens einen Komponente speichern, und in Abhängigkeit von
einem Speicherzeitpunkt auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit anzeigen. In dem gespeicherten
Funktionszustand können die Signalwerte der Sensoren und Zeitgeber der wenigstens
einen Komponente enthalten sein, die zu einem vorbestimmten Zeitpunkt abgespeichert
wurden. Die Funktionsdaten können insbesondere in einem flexibel erweiterbaren Speicher
der Recheneinheit gespeichert werden. Bei dem vorbestimmten Speicherzeitpunkt kann
es sich um regelmäßige Zeitabstände handeln, zu denen der Funktionszustand gespeichert
wird, z.B. einmal pro Stunde oder einmal pro zwei Stunden usw. Die in diesen Zeitabständen
gespeicherten Funktionsdaten können abhängig von ihrem Speicherzeitpunkt (Datum und
Uhrzeit) auf einer der Anzeigeeinheiten angezeigt werden. Auf diese Weise kann jederzeit
auf einen Funktionszustand der Gefahrenmeldeanlage zugegriffen und dieser beispielsweise
zur Fehlersuche bei Störungen der Gefahrenmeldeanlage herangezogen werden.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform kann die Wartungsermittlungseinheit einen Maßnahmenzeitpunkt
der wenigstens einen Komponente in dem mindestens einen Wartungsplan erfassen, wenn
deren Funktionszustand außerhalb eines vorbestimmten Bereichs liegt. Ein solcher Maßnahmenzeitpunkt
zeigt die Notwendigkeit einer durchzuführenden Maßnahme an, die eine Wartung bzw.
Reparatur oder einen Austausch der Komponente bedeuten kann. Insbesondere kann die
Wartungsermittlungseinheit einen Maßnahmenzeitpunkt anzeigen, wenn ein oder mehrere
Sensorsignale der Komponente ihren vorbestimmten Wertebereich verlassen. Beispielsweise
kann ein Austausch einer Komponente erfasst bzw. angezeigt werden, wenn ein Signal
eines internen Betriebszeitzählers der Komponente einen vorbestimmten Schwellwert
überschreitet. Ebenso kann ein Austausch einer Komponente erfasst werden, wenn ein
physikalisches Sensorsignal, wie ein Druck oder eine Temperatur in einer Komponente
einen vorbestimmten Schwellwert über- oder unterschreitet. Aus diesen Signalen kann
auf eine nachlassende Funktion einer Komponente geschlossen werden, die einen Austausch
erfordert.
[0023] Gemäß einer Ausführungsform kann die Wartungsermittlungseinheit eine Lebensdauer
der Komponenten basierend auf deren Funktionszustand und/oder basierend auf einem
Installationszeitpunkt einer Komponente berechnen. Im Falle eines Brandmelders kann
ein Austauschzeitpunkt z.B. anhand des Verschmutzungsgrads der Messzelle ermittelt
werden, der beispielsweise mittels eines Partikelsensors bestimmt werden kann. Basierend
auf dem Funktionszustand kann beispielsweise ein Ende der Lebensdauer extrapoliert
werden, z.B. auf Grundlage einer allmählich zunehmenden Verschmutzung, und/oder aktuell
bestimmt werden, wenn beispielsweise der Verschmutzungsgrad einen Schwellwert überschreitet..
Ein Lebensdauerende kann auch ausgehend von einem Installationszeitpunkt und einer
vorab vorgegebenen Höchstbetriebsdauer berechnet werden. Dazu kann insbesondere auch
ein interner Zeitgeber der Komponente genutzt werden. Durch Berücksichtigung des Installationszeitpunkts
der Komponente in der Gefahrenmeldeanlage kann deren Verwendbarkeit verlängert werden,
da eine Zeit zwischen Fertigung und Installation die Lebensdauer der Komponente üblicherweise
nicht beeinflusst.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform kann die Wartungsermittlungseinheit den Installationszeitpunkt
der Komponente anhand von Unstetigkeiten in deren Funktions- und/oder Betriebszustand
ermitteln. Beispielsweise kann die Wartungsermittlungseinheit anhand einer sprunghaften
Veränderung in den Sensorsignalen der Komponente eine Unstetigkeit in deren Funktionszustand
ermitteln und den Zeitpunkt der Unstetigkeit als Installationszeitpunkt bestimmen.
Alternativ oder zusätzlich kann die Wartungsermittlungseinheit eine geänderte Bezeichnung
einer Komponente, wie beispielsweise eine geänderte Seriennummer, als Unstetigkeit
in deren Betriebszustand ermitteln und den Zeitpunkt dieser Änderung als Installationszeitpunkt
bestimmen.
[0025] Die Berechnung der Lebensdauer einer Komponente unter Berücksichtigung ihres Installationszeitpunktes
und ihres Funktionszustands führt zu einer Ressourcenschonung im Hinblick auf den
Einsatz neuer Komponenten in einer Gefahrenmeldeanlage und erleichtert einen normgerechten
Betrieb der Anlage.
[0026] Gemäß einer Ausführungsform kann die Recheneinheit auf einem Cloud-Server ausgeführt
sein und/oder wenigstens eine graphische Benutzeroberfläche (ein sog. Dashboard; eine
Anordnung verschiedener grafischer Elemente, die der Visualisierung von Daten oder
der Verwaltung von Systemen dienen) als die wenigstens eine Anzeigeeinheit aufweisen.
Insbesondere kann die graphische Benutzeroberfläche auf einer Vielzahl von elektronischen
Einheiten, wie beispielsweise Smartphones, Tablets und Laptops, insbesondere in Form
einer Weboberfläche angezeigt werden. Die graphische Benutzeroberfläche kann auch
die Eingabeschnittstelle umfassen. Die Recheneinheit kann mit der Gefahrenmeldeanlage
mittels eines Netzwerks verbunden sein, über das die Funktions- und die Betriebsdaten
zwischen der Gefahrenmeldeanlage und der Recheneinheit übertragen werden können.
[0027] Diese Ausführung der Recheneinheit ermöglicht eine hohe Flexibilität im Hinblick
auf die benötigten Ressourcen wie beispielsweise Speicherplatz, Rechenleistung und
Zugriffsmöglichkeiten. Beispielsweise kann die Ereignisermittlungseinheit alle erhaltenen
Meldungen in einem Cloud-Speicher ablegen, der bedarfsweise erweitert werden kann.
Zudem stehen flexible Container (Softwarepakete) zur Verfügung mittels derer die einzelnen
Untereinheiten der Recheneinheit als Software erstellt werden können. Die graphische
Benutzeroberfläche erlaubt eine variable Darstellung aller relevanter Daten, welche
eine Fehler- bzw. Ursachensuche bei einer Störung und/oder einem Ereignis der Gefahrenmeldeanlage
erleichtern.
[0028] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Ermittlung und Anzeige eines Zustands
einer Gefahrenmeldeanlage, insbesondere einer Brandmeldeanlage, ein Computerprogramm
und ein maschinenlesbares, insbesondere nichtflüchtiges, Speichermedium. Dabei ist
die Recheneinheit insbesondere eingerichtet, das Verfahren durchzuführen. Vorzugsweise
weist die Recheneinheit hierfür einen Prozessor und einen Speicher auf. Das Verfahren
kann alternativ auf einem Cloudserver durchgeführt werden. In einer Weiterbildung
umfasst das Verfahren einen oder alle die durch die Recheneinheit oder deren Einheiten
durchgeführten Verfahrensschritte.
[0029] Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung
und den beiliegenden Zeichnungen.
[0030] Die Erfindung ist anhand von Ausführungsbeispielen in den Zeichnungen schematisch
dargestellt und wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0031]
Figur 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Recheneinheit
in Verbindung mit einer Brandmeldeanlage (Brandmeldesystem).
Figur 2 zeigt beispielhaft einen Wartungsplan der in Figur 1 gezeigten Brandmeldeanlage.
Figur 3 zeigt beispielhaft ein digitales Betriebsbuch der in Figur 1 gezeigten Brandmeldeanlage.
Ausführungsform(en) der Erfindung
[0032] Figur 1 zeigt schematisch ein Brandmeldesystem 100 mit einem Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Recheneinheit 100-2 in Verbindung mit einer Brandmeldeanlage
100-1. Die Brandmeldeanlage 100-1 enthält eine Vielzahl von Komponenten K1 - K3, welche
im gezeigten Beispiel zwei Flammenmelder K1, zwei Brandmelder K2 und zwei Rauchansaugsysteme
K3 umfassen. Zudem weist die Brandmeldeanlage 100-1 eine Brandmeldezentrale 1 auf,
welche mit der Vielzahl von Komponenten K1 - K3 verbunden ist und deren Signale empfängt.
Löst eine der Komponenten K1 - K3 einen Alarm aus, so wird dieser an die Brandmeldezentrale
1 übertragen, woraufhin diese entsprechende Reaktionen einleitet, wie beispielsweise
eine Benachrichtigung der Feuerwehr. Die Brandmeldeanlage 100-1 umfasst außerdem einen
Router/Netzwerkknoten 2, der eine Verbindung der Brandmeldeanlage 100-1 zu der Recheneinheit
100-2, insbesondere über eine Netzwerkverbindung wie eine Ethernetverbindung oder
das Internet, bereitstellt. Für die Übertragung können gängige Protokolle wie z.B.
sog. "Messaging Protokolle" wie Advanced Message Queuing Protocol (AMQP) oder MQTT
eingesetzt werden.
[0033] Die Recheneinheit ist im vorliegenden Beispiel auf einem Cloudserver ausgeführt und
umfasst eine Anzahl von Softwaremodulen 3, 4, 5. Diese umfassen z.B. einen Gateway
3-1, der die vom Router 2 empfangenen Signale der Brandmeldeanlage 100-1 empfängt
und als sog. Broker ausgebildet sein kann. Dieser leitet die Signale bzw. die darin
enthaltenen Informationen an drei Funktionsblöcke 4-1, 4-2, 4-3 weiter, welche eine
Funktionsermittlungseinheit, eine Wartungsermittlungseinheit und eine Ereignisermittlungseinheit
umfassen. Dabei dient im gezeigten Beispiel der Funktionsblock 4-1 zur Analyse von
empfangenen Funktions- und Betriebsdaten der Brandmeldeanlage und der Funktionsblock
4-2 zur Ermittlung und Speicherung von Funktions- und Betriebszuständen basierend
auf den analysierten Funktions- und Betriebsdaten. Der Funktionsblock 4-3 enthält
hier ein Simulationsmodell der Brandmeldeanlage 100-1, das beispielsweise zur Ermittlung
von Lebensdauern/Restlaufzeiten der einzelnen Komponenten K1 - K3 der Brandmeldeanlage
100-1 genutzt werden kann. Die Funktionsblöcke 4-1 bis 4-3 sind mittels einer API-Schnittstelle
3-2 mit einer graphischen Benutzerschnittstelle (einem sog. Dashboard) 5 als Anzeigeeinheit
verbunden, auf das ein Nutzer 6, wie beispielsweise ein Betreiber der Brandmeldeanlage
100-1, mittels einer elektronischen Einheit, wie beispielsweise einem Smartphone,
einem Tablet oder einem Laptop, zugreifen kann.
[0034] Die Funktionsermittlungseinheit, die in dem Funktionsblock 4-1 enthalten sein kann,
empfängt Funktionsdaten der Vielzahl von Komponenten K1 - K3 der Brandmeldeanlage
100-1 und ermittelt daraus einen Funktionszustand der einzelnen Komponenten K1 - K3.
Die Funktionsdaten können mindestens ein Signal von jeder der Vielzahl von Komponenten
K1 - K3 der Brandmeldeanlage 100-1 enthalten, das deren Funktionszustand widerspiegelt.
Bei dem mindestens einen Signal kann es sich um ein Sensorsignal oder um ein zeitbasierte
Signal (z.B. in Art eines Betriebsstundenzählers) handeln. Beispielsweise kann die
Funktionsermittlungseinheit einen Funktionszustand eines Rauchansaugsystems K3 mittels
eines Sensorsignals eines Durchfluss- oder Drucksensors (nicht dargestellt) bestimmen.
Befinden sich die Signalwerte außerhalb eines vorbestimmten Wertebereichs, so kann
daraus auf eine Leckage oder eine Verstopfung eines Filters in dem Rauchansaugsystem
K3 geschlossen werden. Dadurch kann dessen Funktion eingeschränkt oder nicht mehr
gegeben sein. Die Funktionsdaten können gemeinsam mit einem Zählerstand eines Alarmzählers
in periodischen Abständen, wie beispielsweise einmal pro Stunde, von der Brandmeldeanlage
an die Recheneinheit 100-2 gesendet werden.
[0035] Der Funktionsblock 4-2 kann einen flexibel erweiterbaren Cloudspeicher umfassen (nicht
dargestellt), in dem der ermittelte Funktionszustand der Vielzahl von Komponenten
K1 - K3 mit den Funktionsdaten gespeichert werden kann. Dabei kann jeder Funktionszustand
mit einem Zeitstempel versehen werden, so dass die gespeicherten Funktionszustände
der Komponenten K1 - K3 in Abhängigkeit von ihrem Speicherzeitpunkt jederzeit wieder
aufgerufen werden können. Auf diese Weise kann jederzeit auf einen Funktionszustand
der Brandmeldeanlage 100-1 zugegriffen und dieser beispielsweise zur Fehlersuche bei
Störungen der Anlage 100-1 herangezogen werden.
[0036] Die Wartungsermittlungseinheit, die ebenfalls in dem Funktionsblock 4-1 enthalten
sein kann, erstellt basierend auf den in dem Funktionsblock 4-2 gespeicherten Funktionszuständen
der einzelnen Komponenten einen Wartungsplan. Dabei kann die Wartungsermittlungseinheit
mittels des Simulationsmodells der Brandmeldeanlage in dem Funktionsblock 4-3 eine
Restlaufzeit der einzelnen Komponenten bis zu einem Austausch oder einer Wartung bestimmen
bzw. prognostizieren und die entsprechenden Zeitpunkte, z.B. ein bestimmtes Quartal,
einen Monat oder eine Woche, in den Wartungsplan eintragen. Im Falle eines Brandmelders
kann eine anstehende Wartung z.B. anhand des Verschmutzungsgrads der Messzelle ermittelt
werden, der beispielsweise mittels eines Partikelsensors bestimmt werden kann. Wenn
beispielsweise der Verschmutzungsgrad zu einem bestimmten Zeitpunkt nach einer Installation
des Brandmelders einen Schwellwert überschreitet, so kann mittels des Simulationsmodells
der Brandmeldeanlage z.B. aus dem Verlauf der Verschmutzung ein zukünftiger Zeitpunkt
bestimmt werden, an dem die Messzelle gereinigt oder der Brandmelder getauscht werden
muss. Neben den derart ermittelten Wartungs-/Austauschterminen kann der Wartungsplan
auch reguläre zeitbasierte Wartungen und Tauschintervalle für die Vielzahl von Komponenten
enthalten.
[0037] Die Ereignisermittlungseinheit, die auch in dem Funktionsblock 4-1 enthalten sein
kann, empfängt Betriebsdaten von der Gefahrenmeldeanlage, wenn bei mindestens einer
der Vielzahl von Komponenten eine Änderung ihres Betriebszustands auftritt, und ermittelt
ein Ereignis, wie beispielsweise eine Rauchentwicklung in einem bestimmten Raum eines
Gebäudes, basierend auf den erhaltenen Betriebsdaten. Die Betriebsdaten können insbesondere
Meldungen der Gefahrenmeldezentrale, wie beispielsweise eine Information über einen
Alarm eines Brandmelders, eine Information über eine Abschaltung eines Alarms oder
eine Information über einen Ausfall einer Komponente enthalten. Zudem kann ein Zählerstand
des Alarmzählers in den Betriebsdaten enthalten sein. Die ermittelten Ereignisse und
die Betriebsdaten können ebenfalls mit einem Zeitstempel versehen und in dem flexibel
erweiterbaren Cloudspeicher des Funktionsblocks 4-2 gespeichert werden. Basierend
auf diesen Daten kann ein digitales Betriebsbuch erstellt und zumindest teilweise
automatisiert geführt werden.
[0038] Beispielsweise kann die Ereignisermittlungseinheit bei Erhalt von Betriebsdaten die
entsprechenden Meldungen zu einem Ereignis direkt in das digitale Betriebsbuch eintragen,
d.h. die Meldungen in diesem speichern. Zusätzliche Informationen zu dem Ereignis,
wie beispielsweise dessen Ursache, können von einem Betreiber der Anlage über eine
Eingabeschnittstelle ergänzt werden. Letztere kann beispielsweise in dem Dashboard
5 enthalten sein. Insbesondere kann die Ereignisermittlungseinheit den Zählerstand
des Alarmzählers in das digitale Betriebsbuch eintragen. Da die Recheneinheit Betriebsdaten
nur bei Auftreten eines Ereignisses empfängt, können zusätzlich die zyklisch empfangenen
Funktionsdaten herangezogen werden, um sicherzustellen, dass alle aufgetretenen Ereignisse
in das digitale Betriebsbuch eingetragen wurden. Des Weiteren kann bei Eintrag eines
Ereignisses in das digitale Betriebsbuch auch der ermittelte Funktionszustand der
betroffenen Komponenten K1 - K3 gespeichert werden. Insbesondere kann der ermittelte
Funktionszustand dem Ereignis zugeordnet werden. Da Einträge in das digitale Betriebsbuch
über einen langen Zeitraum gespeichert werden, können Ereignisse zu einem bestimmten
Zeitpunkt sowie der zugehörige Funktionszustand der betroffenen Komponenten K1 - K3
jederzeit wieder aufgerufen und auf dem Dashboard 5 angezeigt werden.
[0039] Figur 2 zeigt beispielhaft einen Wartungsplan 200 der in Figur 1 gezeigten Brandmeldeanlage
100-1, wie er auf dem Dashboard 5 der Recheneinheit 100-2 erstellt/angezeigt werden
kann.
[0040] Dabei zeigt ein Anzeigeelement 203 des Wartungsplans 200 eine Zusammenfassung der
in einem bestimmten Zeitraum zur Wartung anstehenden Komponenten an. Im vorliegenden
Fall sind im Jahr 2023 insgesamt 30 Komponenten auszutauschen oder zu warten, nämlich
14 Flammenmelder K1, 9 Brandmelder K2 und 7 Rauchansaugsysteme K3.
[0041] Der Wartungsplan 200 umfasst zudem eine Liste bzw. Tabelle 204 mit Angaben zu den
zu tauschenden Komponenten K1 - K3, in der ein Austauschtermin T
1, ein Status S, ein Komponententyp KT und drei Ortsangaben zum Standort der jeweiligen
Komponente K1 - K3 (O
1 - Gebäude, O
2 - Etage, O
3 - Adresse) enthalten sind. Wenn eine Komponente umgehend getauscht/gewartet werden
muss, so ist dies in der Spalte T1 mit einem Kreis gekennzeichnet, ansonsten ist ein
Quartal angegeben, in dem der Tausch/ die Wartung vorgenommen werden soll. Der Status
S der einzelnen Komponenten K1 - K3 ist mit einem Blitz gekennzeichnet, wenn diese
funktionsunfähig ist und umgehend getauscht/gewartet werden muss.
[0042] Steht zu einem Termin T1 ein regulärer Tausch einer Komponente K1 - K3 an, so ist
in der Spalte S ein "x" eingetragen. Dabei werden alle Bauteile der jeweiligen Komponenten
K1 - K3 berücksichtigt, wie beispielsweise Sensoren und Batterien der Flammen- und
Brandmelder K1, K2 sowie Filter der Rauchansaugsysteme K3.
[0043] In der ersten Zeile der Liste 204 ist ein unmittelbar notwendiger Tausch eines funktionsunfähigen
Flammendetektors K1 eingetragen, der sich in Gebäude 51, im Erdgeschoss EG an der
Adresse 107/1 befindet. Im Gegensatz dazu ist in Zeile 4 der Liste 204 ein regulärer
Tausch eines Rauchansaugsystems K3 bzw. dessen Filter eingetragen, das sich im zweiten
Obergeschoss 2.OG des Gebäudes 51 an der Adresse 207/2 befindet.
[0044] Die Liste 204 kann mittels einer Schaltfläche 201 in ein beliebiges Dateiformat exportiert
werden und mittels einer Schaltfläche 202 können Ersatzteile für die anstehenden Wartungen
angefordert werden.
[0045] Figur 3 zeigt beispielhaft ein digitales Betriebsbuch 300 der in Figur 1 gezeigten
Brandmeldeanlage 100-1. Das Betriebsbuch 300 umfasst eine Ereignisliste 304, in der
alle an der Brandmeldeanlage 100-1 aufgetretenen Ereignisse eingetragen sind. In dem
dargestellten Beispiel weist die Ereignisliste sieben Spalten mit Angaben zu den aufgetretenen
Ereignissen auf, nämlich ein Ereignistyp E, ein Komponententyp KT, eine Bezeichnung
der betroffenen Komponente N, eine Bezeichnung der Brandmeldeanlage O4, eine Position
O5 der betroffenen Komponente, einen Zeitpunkt D des Ereignisses, ein Zählerstand
Z des Alarmzählers sowie einen Kommentar zur Ursache des Ereignisses. In der ersten
Zeile des dargestellten Betriebsbuchs ist ein Feueralarm eines Flammenmelders K1 mit
der Bezeichnung X12 in der Brandmeldeanlage BMA5 an der Position 5/1 eingetragen.
Der Alarm fand am 07.04.2023 um 12:15 Uhr statt und der Alarmzählerstand wies zu diesem
Zeitpunkt den Wert 17 auf. Der Alarm wurde, wie in der zweiten Zeile der Ereignisliste
304 vermerkt, um 12:40 Uhr desselben Tages zurückgesetzt. In der dritten Zeile der
Ereignisliste ist eine Abschaltung eines Rauchansaugsystems K3 mit der Bezeichnung
Y54 in der Brandmeldeanlage BMA 7 an der Position 4/9 vermerkt, die am 07.03.2023
um 10:20 Uhr stattfand. Das Rauchansaugsystem K3 wurde gemäß der vierten Zeile der
Ereignisliste bereits um 10:40 Uhr desselben Tages wieder in Betrieb genommen (Abschaltung
behoben). Da es sich bei einer Abschaltung nicht um einen Alarm handelt, ist in diesem
Fall der Zählerstand des Alarmzählers nicht in der Spalte Z eingetragen. Die Spalten
E bis Z können mittels der Betriebsdaten automatisch von der Recheneinheit 100-2 befüllt
werden, und eine Ursache für jedes der aufgetretenen Ereignisse kann von einem Betreiber
der Brandmeldeanlage 100-1 in die Spalte K eingefügt werden.
[0046] Mittels Schaltflächen 303-1 und 303-2 können Einträge in dem Betriebsbuch gefiltert
werden. Beispielsweise können alle Ereignisse, deren Ursache noch offen ist, mittels
der Schaltfläche 300-1 aufgelistet werden. In gleicher Weise können mittels der Schaltfläche
303-2 alle Ereignisse innerhalb eines vorbestimmten Zeitraums angezeigt werden, während
eine Schaltfläche 303-3 zum Hinzufügen einer neuen Zeile dient. Mittels Schaltflächen
301 und 302 können die Stammdaten der Brandmeldeanlage aufgerufen und die Ereignisliste
exportiert werden.
1. Recheneinheit (100-2) zur Ermittlung und Anzeige eines Zustands einer Gefahrenmeldeanlage
(100-1), insbesondere einer Brandmeldeanlage (100-1), die wenigstens eine Komponente
(K1 - K3) zur Detektion von mindestens einem Ereignis und eine Gefahrenmeldezentrale
(1) aufweist, die Recheneinheit (100-2) aufweisend
eine Funktionsermittlungseinheit, die dazu eingerichtet ist, Funktionsdaten von der
Gefahrenmeldeanlage (100-1) zu empfangen und einen Funktionszustand der wenigstens
einen Komponente (K1 - K3) basierend auf den empfangenen Funktionsdaten zu ermitteln
und eine Wartungsermittlungseinheit, die dazu eingerichtet ist, einen Wartungsplan
(200) basierend auf dem bestimmten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente
(K1 - K3) zu erstellen; und/oder
eine Ereignisermittlungseinheit, die dazu eingerichtet ist, Betriebsdaten von der
Gefahrenmeldeanlage (100-1) zu erhalten, wenn bei der mindestens einen Komponente
(K1 - K3) eine Änderung ihres Betriebszustands auftritt, und basierend auf den erhaltenen
Betriebsdaten wenigstens ein Ereignis zu ermitteln; und
wenigstens eine von der Gefahrenmeldeanlage (100-1) entfernte Anzeigeeinheit (5),
die dazu eingerichtet ist, den ermittelten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente
(K1 - K3) und/oder den mindestens einen Wartungsplan (200) und/oder das wenigstens
eine ermittelte Ereignis anzuzeigen.
2. Recheneinheit (100-2) gemäß Anspruch 1, die dazu eingerichtet ist, ein digitales Betriebsbuch
(300) zu erstellen, dieses basierend auf dem wenigstens einen ermittelten Ereignis
und dem ermittelten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente (K1 - K3) zumindest
teilweise automatisiert zu führen und auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit (5)
anzuzeigen.
3. Recheneinheit (100-2) gemäß Anspruch 2, die dazu eingerichtet ist, einen Inhalt des
digitalen Betriebsbuchs (300) basierend auf einem Abgleich der empfangenen Funktionsdaten
und der empfangenen Betriebsdaten anzupassen.
4. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Ereignisermittlungseinheit
dazu eingerichtet ist, zusammenhängende Betriebszustandsänderungen der wenigstens
einen Komponente (K1 - K3) zu gruppieren und daraus ein einziges Ereignis als das
wenigstens eine ermittelte Ereignis zu ermitteln.
5. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Ereignisermittlungseinheit
dazu eingerichtet ist, einen Ort des wenigstens einen ermittelten Ereignisses zu bestimmen
und auf der wenigstens einen Anzeigeeinheit (5) anzuzeigen.
6. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Funktionsermittlungseinheit
dazu eingerichtet ist, den ermittelten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente
(K1 - K3) zu speichern und in Abhängigkeit von einem Speicherzeitpunkt auf der wenigstens
einen Anzeigeeinheit (5) anzuzeigen.
7. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Wartungsermittlungseinheit
dazu eingerichtet ist, eine Maßnahmenzeitpunkt der wenigstens einen Komponente (K1
- K3) in dem mindestens einen Wartungsplan zu erfassen, wenn deren Funktionszustand
außerhalb eines vorbestimmten Bereichs liegt.
8. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Wartungsermittlungseinheit
dazu eingerichtet ist, eine Lebensdauer der wenigstens einen Komponente (K1 - K3)
basierend auf deren Funktionszustand und/oder basierend auf einem Installationszeitpunkt
der wenigstens einen Komponente (K1 - K3) zu berechnen.
9. Recheneinheit (100-2) gemäß Anspruch 8, wobei die Wartungsermittlungseinheit dazu
eingerichtet ist, den Installationszeitpunkt der wenigstens einen Komponente (K1 -
K3) anhand von Unstetigkeiten in deren Funktions- und/oder Betriebszustand zu ermitteln.
10. Recheneinheit (100-2) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei diese auf einem
Cloud-Server ausgeführt ist und/oder wenigstens eine graphische Benutzeroberfläche
als die wenigstens eine Anzeigeeinheit (5) aufweist.
11. Gefahrenmeldesystem (100), insbesondere Brandmeldesystem (100), umfassend eine Gefahrenmeldeanlage
(100-1) mit wenigstens einer Komponente (K1 - K3) zur Detektion von mindestens einem
Ereignis und mit einer Gefahrenmeldezentrale (1), sowie eine Recheneinheit (100-2)
gemäß einem der vorstehenden Ansprüche.
12. Verfahren zur Ermittlung und Anzeige eines Zustands einer Gefahrenmeldeanlage (100-1),
insbesondere einer Brandmeldeanlage (100-1),
- wobei Funktionsdaten von der Gefahrenmeldeanlage (100-1) empfangen werden und ein
Funktionszustand wenigstens einer Komponente (K1 - K3) der Gefahrenmeldeanlage (100-1)
basierend auf den empfangenen Funktionsdaten ermittelt wird, wobei basierend auf dem
bestimmten Funktionszustand der wenigstens einen Komponente (K1 - K3) ein Wartungsplan
(200) erstellt wird; und/oder wobei Betriebsdaten von der Gefahrenmeldeanlage (100-1)
erhalten werden, wenn bei der mindestens einen Komponente (K1 - K3) eine Änderung
ihres Betriebszustands auftritt, und basierend auf den erhaltenen Betriebsdaten wenigstens
ein Ereignis ermittelt wird;
- wobei der ermittelte Funktionszustand der wenigstens einen Komponente (K1 - K3)
und/oder der mindestens eine Wartungsplan (200) und/oder das wenigstens eine ermittelte
Ereignis an eine von der Gefahrenmeldeanlage (100-1) entfernte Anzeigeeinheit (5)
zu der Anzeige übermittelt wird.
13. Computerprogramm, das eingerichtet ist, alle Schritte des Verfahrens nach Anspruch
12 auszuführen.
14. Maschinenlesbares Speichermedium, insbesondere nichtflüchtiges maschinenlesbares Speichermedium,
auf dem das Computerprogramm nach Anspruch 13 gespeichert ist.